Autor

Ronnie Grob

Afrika feiert Meilensteine

Die Nachricht der Woche: der Ivorer Tidjane Thiam ist der neue CEO der Credit Suisse Group. Die Schweizer Medien sind bewegt von seiner Hautfarbe, handeln das Thema aber korrekt ab. Das Stellen von fragwürdigen Fragen überlassen sie bereitwillig ihren Lesern.

Die Konzern-Chefredaktoren

Die Kandidatur von Roger Köppel als SVP-Nationalrat stellt die Frage nach seiner Unabhängigkeit als Journalist. Doch wie unabhängig sind die Chefredaktoren der grossen Medienkonzerne? Die Medienkrise hat dazu geführt, dass bei den grossen Verlagen nur noch Journalisten in Führungspositionen kommen, die bereit sind, in erster Linie die Interessen ihres Arbeitgebers verfolgen und verteidigen.

Showmaster mit 84

Silvio Santos, einst einfacher Strassenverkäufer in Rio de Janeiro, führt mit 84 Jahren noch jeden Sonntag eine sich über Stunden hinziehende TV-Show. Er besitzt nicht nur die zweitgrösste TV-Gruppe Brasiliens, sondern auch ein Firmenimperium mit 5 Milliarden Franken Jahresumsatz.

«Sternstunde Emotionen»

Aus unerfindlichen Gründen nennt sich eine Interviewsendung am Schweizer Fernsehen «Sternstunde Philosophie». Stephan Klapproth, einst kalauernder Moderator des Nachrichtenmagazins «10 vor 10», versucht im Gespräch mit Carla del Ponte vor allem Befindlichkeiten und Persönliches zu erspüren; von Philosophie keine Spur.

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Wie «man» Brandenburg sieht

NZZ-Redaktor Roman Bucheli führt vor, wie umständlich «man» schreiben muss, um nicht «Ich» zu sagen. Seine Spurensuche im schneedurchzogenen märkischen Sand folgt einer rituellen Tradition des NZZ-Feuilletons – mit ausführlich rapportierten Wanderungen durch deutsche Winterlandschaften stopft «man» seit Jahren das Januarloch.

Eine Redaktion, die nicht mehr schreiben will

Weil man bisher zu wenig Zeit zum Schreiben gehabt habe, will «Das Magazin»-Chefredaktor Finn Canonica künftig gar nicht mehr schreiben und mit einer Mini-Redaktion nur noch Fremdbeiträge redigieren. Canonica verweist auf namhafte Magazine, die so funktionierten. Doch der Entscheid stösst auch auf Unverständnis.