DOSSIER mit 17 Beiträgen

Medienkrise

MEDIEN

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Homo selfieniensis

Seit die Zeitgenossen es auch fotografisch festhalten, kann niemand mehr übersehen, wie sehr unsere Gesellschaft zum Selfienarium geworden ist, zur PR-Society durch und durch. Deshalb könnte die Krise des Journalismus doch mehr sein als ein Finanzierungsproblem.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

«Wir können leider kein Honorar zahlen»

Wieder mal sei auf eine grassierende Unsitte hingewiesen. Immer öter verlangen Redaktionen von Freelancern für umsonst ihre Arbeit zu liefern. Aktuell weiss der deutsche Journalist Dennis Horn davon zu berichten. Ein Satz, den er in letzter Zeit ein paar Mal gehört habt, lautet: «Wir können leider kein Honorar zahlen – aber Sie würden damit ja Ihren Bekanntheitsgrad steigern.» Auf die Nachfrage, warum das so sei, heisse es dann nur: man müsse sparen. Er lehne solche Deals dann in der Regel freundlich ab. Er hoffe, «dass Freiberufler, sofern sie dazu in der Lage sind, grundsätzlich so verfahren. Redaktionen lernen nämlich nur, dass journalistische Leistungen nun einmal Geld kosten, wenn sie ohne dieses Geld einfach gar nichts bekommen.»

Gemeinsam gegen die Giganten

Die Schweizer Medienbranche scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Demnächst treffen sich alle grossen Akteure – von SRG bis Verleger – zu einem Anti-Google-Krisengipfel. Es gehe darum, «einen Minimalkonsens für den Medienplatz Schweiz» zu finden, mit Blick auf den dramatischen Abfluss von Werbegeldern aus dem heimischen Markt in Richtung Google (und in etwas geringerem Mass auch zu Facebook). Allein Google generiert hierzulande 1,418 Milliarden Franken Werbeumsatz pro Jahr. «Schon 2018 dürften die Konzerne die 2-Milliarden-Hürde überwinden und die etablierten Medienplayer in Print, Fernsehen (SRF und Private) und Radio überrunden», schreibt Othmar von Matt in der «Schweiz am Wochenende». Vor diesem Hintergrund sind auch politische Forderungen zu sehen, die Google und Facebook dazu zwingen wollen, «einen finanziellen Beitrag leisten an das demokratische Mediensystem der Schweiz», wie es SP-Nationalrat Matthias Aebischer sagt.

Sonderfall Tessin

Auch nach der Einstellung des Giornale del Popolo bleibt das Tessin das Medien-Mekka der Schweiz: Nirgendwo sonst herrscht eine vergleichbare Vielfalt auf so kleinem Raum. Neben der oft als übermächtig beschriebenen italienischsprachigen SRG halten sich insbesondere die gedruckten Medien erstaunlich gut. Ein Grund dafür ist die starke Tradition der politischen Presse im Tessin. Es war Weiterlesen …

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Eine Party inmitten des Sturms

Einstellung von «L’Hebdo», Restrukturierung bei Tamedia, Abbau bei der SDA – in der Westschweizer Medienlandschaft jagte jüngst eine Hiobsbotschaft die andere. In deren Schatten wachsen aber zarte Pflänzchen.