DOSSIER mit 77 Beiträgen

Politischer Journalismus

JOURNALISMUS

Die Lesetipps dieses Themenbereichs werden kuratiert von Nick Lüthi. Haben Sie einen lesenswerten Beitrag entdeckt und möchten diesen hier empfehlen? Die Redaktion freut sich auf Ihren Linktipp: redaktion@medienwoche.ch

 

Die Stimmen des digitalen Untergrunds

In Opposition zu den traditionellen Medien ist im Internet eine höchst kritische Szene von alternativen Plattformen entstanden. Deren Existenz ist ein Krisenzeichen, das ernst zu nehmen ist.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

«Wer über Rechtspopulismus einfach nur berichtet, wird ein Teil von ihm.»

Seit der New Yorker Journalismus-Professor Jay Rosen für ein Gastsemester in Deutschland weilt, ist er ein gefragter Gesprächspartner. Auf «Zeit Online» erklärt Rosen unter anderem, wie Medienschaffende mit Figuren wie Donald Trump oder politischen Parteien wie der AfD umgehen sollen. «Es ist auf jeden Fall gut, sich von den Angriffen des Präsidenten nicht ablenken zu lassen und weiter seine Arbeit zu machen. Lasst euch nicht von seinem Twitter-Feed irritieren, reagiert nicht auf alles, was er tut. Lasst die Beleidigungen unkommentiert», empfiehlt er. Gleichzeitig reiche der Ansatz nicht mehr, einfach zu sagen: «Das ist passiert, also berichten wir darüber.» Denn wer über Rechtspopulismus nur berichte, werde ein Teil von ihm.

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Sport und Politik

Schon aufgefallen? Politischer Journalismus klingt zunehmend wie eine Sport-Reportage. Besonders gut zu beobachten war das dieser Tage bei der Seehofer-Posse: «Dabei fehlte kaum ein Element, das man aus der Vor- und Nachberichterstattung zu den WM-Spielen kennt: die sogenannte Analyse, die nur das Offensichtliche nacherzählt; die Spekulation über Personalien und eventuelle Aufstellungen; die Frage nach der Befindlichkeit der Akteure und ihrer Form, danach, wie sie sich fühlen und was sie ‹antreibt›.»

Ein intimer Kenner des deutschen Politikbetriebs

Günter Bannas hat als Politikjournalist und Hauptstadtredaktor der FAZ vier Kanzlerschaften erlebt; von Schmidt, über Kohl und Schröder bis Merkel. Im Interview mit der taz anlässlich seiner Pensionierung bietet Bannas einen Einblick in die Machtmechanismen der deutschen Politik wie er sie in den letzten rund vierzig Jahren beobachten durfte. Auf die Frage, was Bundeskanzlerin Merkel so erfolgreich mache, antwortet Bannas: «Ihre gleichbleibende Freundlichkeit in der Öffentlichkeit.»

SVP Graubünden wirft «Republik»-Journalistin raus

Es hätte ein Fest werden sollen, doch daraus wurde nichts: SVP-Regierungsratskandidat Walter Schlegel hat die Wahl knapp verpasst. Beim anschliessenden Wahlhöck kam es zum Eklat: «Republik»-Autorin Anja Conzett wurde hinausgeschmissen.

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Making-of eines Putin-Interviews

Der österreichische TV-Journalist Armin Wolf (Anchor «Zib 2») gibt in seinem Blog einen Einblick in die Begleitumstände eines Interviews mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zur Vorbereitung gehört es, sich mit den Antwortstrategien des Gesprächspartners vertraut zu machen. Wolf identifiziert fünf Verhaltensweisen Putins, so mag er zum Beispiel nicht, unterbrochen zu werden, er kritisiere das sofort als unhöflich, ungeduldig oder voreingenommen. Auch sei Putin «ein Meister des sogenannten Whataboutism – also des Ablenkens auf ein anderes Thema oder zumindest einen anderen Aspekt des Themas.» Die Vorbereitung scheint sich gelohnt zu haben. Im Gespräch, das am letzten Freitag stattgefunden hat und heute Abend um 20.15 auf ORF 2 zu sehen sein wird, habe sich Putin «wie erwartet» verhalten, schreibt Wolf – ausser, dass das Interview 52, statt der angekündigten 30 Minuten gedauert habe. Eigentlich ein gutes Zeichen.