DOSSIER mit 49 Beiträgen

Radio/Audio

Privatradio-Präsident Bachmann: «Die SRG sollte sich mässigen»

Jürg Bachmann, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios VSP, verteidigt die Informationsleistung der Schweizer Privatradios. Diese hätten eine «demokratierelevante Aufgabe», die sie «gut lösen», an die sie «aber auch immer mal erinnert werden müssen». Von der SRG erwartet der Goldbach-Manager Mässigung im Regionalen und Digitalen.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

«Webradio für gute Musik»

Es gibt sie noch, die Radiosender mit gepflegtem Musikjournalismus. Als herausragendes Beispiel dafür steht im deutschsprachigen Raum das Webradio Byte FM aus Hamburg. Dank Mitgliederbeiträgen bleibt sein Anbgebot werbefrei. Gesendet wird ein rund um die Uhr moderiertes Musikprogramm mit einer thematischen und formalen Breite, wie sie nicht einmal mehr der öffentliche Rundfunk anbietet. «Das Programm Weiterlesen …

Raus aus dem Format oder Radio braucht Wandel

«Geht es um die Zukunft des Radios, wird gerne über alles geredet – ausser über das Radio selbst.» Das ändert Felicia Reinstädt, Projektleiterin bei Radio Bremen, immerhin für die Länge eines Blogbeitrags. Die vermeintliche Sicherheit trügt, in der sich manche Radiomacher angesichts intakter Quoten wiegen. Neue Audioformate haben längst im Medienalltage der Menschen ihren Platz gefunden. Doch das Radio hinkt hinterher. Für Felicia Reinstädt ist klar: Ohne tiefgreifenden Wandel wird sich das Radio gegen die neuen Mitbewerber nicht behaupten können. Damit dieser Wandel gelingt, müssten überhaupt einmal die Voraussetzungen für Veränderungen geschaffen werden: «Hier wünsche ich mir mehr Mut und Entschlossenheit von Programmmachern und Programmverantwortlichen, mehr Freiraum für Neugier, Experiment und Scheitern und auch ein bisschen mehr Entspannung in diesen angespannten Zeiten.»

Direkt, konfrontativ, spontan: Radionachrichten in der Romandie klingen anders

Wer es nicht selbst schon gehört hat, kann hier nachlesen, wie gross der Unterschied zwischen den Informationshintergrund-Sendungen der Radios in Deutsch- und Westschweiz sind: Hier das behäbige «Echo der Zeit» von Radio SRF, das sich dank eines grossen Korrespondentennetzes vor allem der Weltpolitik widmet, dort das «Forum» von Radio RTS, das dank Doppelmoderation dynamischer wirkt und sich stärker der Innen- und Lokalpolitik zuwendet. Antonio Fumagalli hat genauer hingehört und in der Aargauer Zeitung auch eine Erklärung parat, warum die Romands am Radio lockerer wirken: Sie reden in ihrer Muttersprache, während in der Deutschschweiz nicht in Dialekt, sondern Standardsprache gesendet wird.

Rosige Aussichten für Podcasts und andere Audioangebote

Wer profitiert vom Erstarken des Interaktionskanals Audio? Unter anderem natürlich alle Anbieter im Bereich Musikstreaming, Podcasting und Hörbücher. Der von mir in meiner letzten Kolumne prognostizierte Durchbruch kabelloser Kopfhörer sowie die steigende Zahl an aktiven Smart-Home-Speakern dürfte den genannten Segmenten ordentlich Anschub geben.

Amazon-Tochter Audible mit Journalismus-Offensive

Zuerst waren die Hörbücher, jetzt kommt der Journalismus: Die Audio-Plattform Audible, eine Tochter des Internet-Handelskonzern Amazon, erweitert gerade ihr Angebot. Mit 22 journalistischen Podcasts ist Audible gestartet und nun kommen jeden Monat zwei neue Formate dazu, die dann mit wöchentlichen Folgen erscheinen. Das sagt Paul Huizing, der für die Audible-Podcasts verantwortlich ist, gegenüber Daniel Bouhs vom WDR5-Medienmagazin. Bei den Radiosendern beobachtet man diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Einerseits betont Audible, dass man in Partnerschaft mit den Radios neue Angebote aufbauen wolle. Andererseits sagt ein Robert Skuppin, Senderchef des öffentlich-rechtlichen Radio eins, dass er keine Lust habe, als Steigbügelhalter der neuen Konkurrenz zu dienen. Der Konflikt ist programmiert. Wobei in solchen Konstellationen in der Regel der globale Player die Nase vorn hat.

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RTS «bi de Lüt» – Westschweizer Sender bringt Radio ins Dorf

Die Szenen wirken wie aus der Zeit gefallen: Andächtig und stumm hören Leute konzentriert Radio. Sie lauschen den Stimmen der Nachbarinnen und Mitbewohnern aus ihrem Ort. Gesendet wird aus einem Wohnwagenstudio, das für zwei Tage neben der Dorfbeiz installiert steht. In der vierten Ausführung von «Caravane FM» befinden wir uns im abgelegenen Weiler Seleute im Kanton Jura. Das grosse Westschweizer Radio bringt mit diesem Format den hyperlokalen Sender ins Dorf. 48 Stunden Programm von und mit den Einwohnerinnen und Einwohnern. Der Bauernbub erzählt, wie er einmal Bauer werden möchte und der stolze Vater hört das zuhause am Küchentisch aus dem Radio. Eine Zusammenfassung der zwei Tage Dorfradio gibt es als 50-minütige Episode am Westschweizer Fernsehen zu sehen. In früheren Folgen von «Caravane FM» besuchten die Moderatoren Lionel Frésard und Jean-François Michelet mit ihrem Radiowohnwagen ein Spital und ein Altersheim.

«Das beste Radio der Welt» muss seinen neuen Platz noch finden

Der Sender KCRW aus Kalifornien wurde verschiedentlich als «das beste Radio der Welt» bezeichnet (unter anderem von Mona Vetsch in einer Reportage 2006 für «Das Magazin»). Natürlich konnte man Internet-sei-Dank das Programm des Public-Radio-Senders aus Santa Monica schon bisher in hiesigen Breitengraden geniessen. Doch nun machte KCRW auch physisch den Sprung über den Atlantik. Seit Weiterlesen …