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SDA-Redaktion befürchtet «Abkehr von journalistischen Grundsätzen»

So wie die Schweizerische Depeschenagentur SDA im journalistischen Tagesgeschäft im Schatten der grossen Medienmarken steht, so haben auch die angekündigten und absehbaren Umwälzungen bei der SDA bisher noch keine grösseren Wellen geworfen. Doch intern erwartet man von der Fusion mit der Bildagentur Keystone und der Austria Presse Agentur als Grossaktionärin wenig Gutes. Darum wendet sich die SDA-Redaktion mit einem offenen Brief an Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Das Personal bezieht unter anderem Stellung gegen eine befürchtete «Vermischung von PR mit journalistischer Arbeit», da bekannt wurde, dass das PR-Geschäft ausgebaut werden soll. Um die Stellung des Journalismus innerhalb der neuen Struktur zu unterstreichen, soll ein erfahrener Journalist oder eine erfahrene Journalistin in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen, was aktuell nicht mehr der Fall ist.

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Trau, schau, wem – Version dpa

Eigentlich ist die Verifikation von Text- und Bildmaterial gar nicht so schwer – und doch leisten sich selbst Redaktionen, die gemeinhin als seriös gelten, grobe Schnitzer und publizieren Halbgares und Halbwahres. Die deutsche Nachrichtenagentur dpa erklärt ihre fünf Grundregeln für die Überprüfung von zweifelhaften Inhalten. Was die Verifikation eigentlich erleichtern sollte: es sind oft Standardsituationen, die als Einfallstor für Falschmeldungen dienen. Etwa dann, wenn ein angekündigtes Ereignis unmittelbar bevorsteht. In solche Momenten kann man fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass es irgendwelche Scherzbolde oder kommerziell motivierte Trittbrettfahrer gibt, die das Eintreffen als Erste vermelden – aber natürlich bewusst falsch.

Neue SDA mit altem Problem

Gestern präsentierte die Führung der frisch fusionierten Nachrichten- und Bildagentur SDA-Keystone ihr neues Unternehmen der Öffentlichkeit. SRF-Inlandredaktor Rafael von Matt sieht trotz grundsätzlich zukunftsfähiger Struktur als Multimedia-Anbieter ein Problem erhalten, das die alte SDA zu Streik und Krise geführt hatte nach dem Abbau von bisher 40 Vollzeitstellen: Der unternehmerische Spielraum der neuen SDA bleibt strukturell beschränkt, weil sie weiterhin den Medienunternehmen gehört, die den finanziellen Druck, der auf ihnen lastet an ihre Agentur weitergeben. Von Matt bilanziert: «Auch als fusionierte Firma bleibt Keystone-SDA also in der unangenehmen Position zwischen Hammer und Amboss.»

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