DOSSIER mit 56 Beiträgen

Medienforschung

MEDIEN

Die Lesetipps dieses Themenbereich werden kuratiert von Nick Lüthi. Haben Sie einen lesenswerten Beitrag entdeckt und möchten diesen hier empfehlen? Die Redaktion freut sich auf Ihren Linktipp: redaktion@medienwoche.ch

Wenn deutsche Parteien auf Facebook Medien zum Thema machen

Ohne die Inhalte professioneller Medienorganisationen wäre auf Social Media nur halb so viel los. Redaktionelle Beiträge werden munter gelikt, geteilt und kommentiert und manchmal auch manipuliert. Eine Studie des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft der Uni Zürich ging der Frage nach, wie deutsche Parteien im Bundestagswahlkampf auf Facebook traditionelle Medien zum Thema machten. Auffällig: Bei den Postings der AfD spielten Medieninhalte in fast der hälfte der Fälle eine Rolle. Bei den anderen Parteien liegen die Werte wesentlich tiefer. Ein grosser Unterschied zeigt sich auch in der Art und Weise, wie die Parteien den Medien begegnen. Während die traditionellen Parteien die Medien als Kanäle betrachten, die als Multiplikatoren für die Verbreitung ihrer Botschaften dienen, macht die AfD die Inhalte der Medien in ihren Facebook-Postings zum Thema. Ihre Strategie, gemäss des Autoren-Trios: «Populisten skandalisieren die etablierten Medien und nutzen diese gleichzeitig als Vehikel, wenn deren Berichterstattung die populistische Weltsicht stützt.»

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Prekäre Arbeit im Journalismus

In seiner Doktorarbeit entwirft der Journalist Thomas Schnedler Szenarien, wohin die Prekarisierung den Journalismus führen kann: Richtung Braindrain oder Aufbegehren. Und er erklärt, warum es ein Miteinander geben muss – «vor allem zwischen den Generationen».

Warum es so wichtig ist, dass Journalisten einen Standpunkt vertreten

Der bekannte Journalismusforscher Jay Rosen erklärt im Interview mit dem Deutschlandfunk, weshalb Medienschaffende einen Standpunkt vertreten müssen und sich nicht mehr länger hinter den Fakten verstecken können. Das Publikum vertraue dieser Erzählung nicht mehr länger, die da lautet: «Wir haben keinen Standpunkt, wir haben keine Ideologie, wir haben keine Philosophie, wir haben keine Interessen und keine Beteiligungen. Wir haben keine Vorurteile, wir versuchen niemanden zu überzeugen. Wir liefern nur die Fakten.» Wenn das Publikum – Rosen bezieht sich auf seine Beobachtungen aus den USA – diesem Argument misstraue, bringe es nichts, dieses einfach zu wiederholen. Es sei viel einfacher, Journalisten zu vertrauen, die so argumentieren: «Das ist mein Hintergrund. Und ausserdem habe ich sehr viel Recherchearbeit geleistet, Fakten gesammelt, viele Menschen befragt, Dokumente aufgetrieben, habe mich in dieses Thema eingearbeitet.» Weiter im Gespräch erklärt Rosen, warum er den Politik-Journalismus für kaputt hält; er sei zur Insider-Berichterstattung verkommen, die nichts mehr mit dem Alltag der Menschen zu tun habe.

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SRF-Studie: Medientrends Deutschschweiz 2018

Bleibt das Radio in Zeiten von Musikstreaming überlebensfähig? Ist Netflix wirklich die Nummer eins im Wohnzimmer? Und: Muss Information zwingend interaktiv sein? Die Publikation der SRF Markt- und Publikumsforschung fasst aktuelle Analysen und Erkenntnisse zusammen – und regt zum Weiterdenken an.

Warum Nachrichtenfaktoren alles und nichts erklären

Mit dem Verweis auf Nachrichtenfaktoren wie Prominenz, Neuigkeit, Nähe oder Konflikt lässt sich erklären, warum Medien berichten, worüber sie berichten. Michael Meyen, Professor der Kommunikationswissenschaft in München hält dieses Modell für untauglich und überholt. «Nachrichtenfaktoren produziert heute jede Dorf-Agentur auf Bestellung», schreibt Meyen im Blog «Medienrealität». Er richtet stattdessen den Fokus auf die Konstrukteure der Medienrealität und nicht mehr auf die Ereignisse. Dieser Ansatz erlaube es, zu fragen, «ob das, was die Medien liefern, tatsächlich das ist, was wir von ihnen erwarten und wofür wir sie zum Teil teuer bezahlen.»

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Die globale Reichweite von Schweizer Medien auf Twitter

Aus der persönlichen Mediennutzung könnte leicht der Eindruck entstehen, dass die Globalisierung der Medien ein Einbahnstrasse ist: Wir lesen in der Schweiz die New York Times, den Figaro oder die FAZ. Aber wer interessiert sich schon im Ausland für die Medien aus der Schweiz? Die grossen Marken schaffen den Sprung über die Landesgrenzen sehr wohl. Weiterlesen …