DOSSIER mit 85 Beiträgen

Medien machen Politik

JOURNALISMUS

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Weitere Beiträge aus diesem Dossier

«Putin liebt nicht nur Kinder, er liebt alle Menschen»

Eine neue Sendung des staatlichen russischen Fernsehkanals «Russland 1» heisst «Moskau. Kreml. Putin.» und widmet sich jeden Sonntag eine Stunde lang allein und ausschliesslich dem Staatspräsidenten Vladimir Putin. Das unabhängige Online-Magazin Znak hat sich das neue Format angeschaut und erkennt darin ein Wiederaufleben des Personenkults, wie es ihn schon um die Führungsfiguren der Sowjetunion gegeben hatte. Putin erscheint geradezu als Übermensch, etwa wenn ihm sein Pressesprecherin den höchsten Tönen huldigt, der als Experte in der Sendung auftreten darf: «Dimitri Peskow plappert im TV-Studio fast wortwörtlich die Klischees der Sowjetpropaganda nach: ‹Putin liebt nicht nur Kinder, er liebt alle Menschen… Er ist überhaupt ein sehr menschlicher Mensch.›»

Wurden in Chemnitz Menschen gejagt?

Hans-Georg Maaßen, Präsident des deutschen Verfassungsschutzes, spricht im Zusammenhang mit den Übergriffen in Chemnitz von «gezielten Falschinformationen». Die Recherchen von «Zeit Online» finden dafür keinen Beleg.

Texter/in (auf Projektbasis)

Für diverse Projekte suchen wir eine dynamische Persönlichkeit mit hervorragenden Schreibkompetenzen. Wir erwarten ein ausgeprägtes Verständnis für langfristige Entwicklungen wie auch für konkrete Herausforderungen von Organisationen. Voraussetzung ist zudem ein differenziertes Verständnis von Technologien und Geschäftsmodellen im Kontext der Digitalisierung…

«Hetzjagd» oder «Jagdszenen» in Chemnitz?

Gab es sie oder gab es sie nicht? Spätestens seit der Chefredaktor der Lokalzeitung «Freie Presse» aus Chemnitz berichtete, man habe «keine Hetzjagden beobachtet», tobt ein Streit darüber, ob es vonseiten der rechten Demonstranten zu solch gravierenden Übergriffen in Gruppen auf missliebige Personen gekommen sei in den letzten Tagen. Daraus versucht nun insbesondere die AfD politisches Kapital zu schlagen. Etwa, indem sie per parlamentarische Anfrage erfahren will, auf welche Fakten sich der Regierungssprecher in Berlin stellte, als er von «Hetzjagden» sprach; für die AfD ist klar, dass die Übergriffe nie stattgefunden haben. Die «Freie Presse» indes streitet die Vorgänge nicht ab, möchte sie aber als «Jagdszenen» angemessen beschrieben wissen.

Die Themen direkt aus Moskau diktiert

Vermeintlich unabhängige Nachrichtenportale in den baltischen Staaten erwiesen sich als von Russland gesteuerte Propagandaprojekte. Das fanden Journalisten in Estland heraus, nachdem sie Zugang zu Chat-Protokollen aus Gerichtsunterlagen erlangt hatten, die sie dank dem Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnten. Die Medienangebote richteten sich an die russischsprachige Bevölkerung von Estland, Lettland und Litauen. Die Themen wurden direkt aus Moskau diktiert.

Chemnitz: Wie «neutrale» Berichterstattung den Rechten in die Hände spielt

In den Medienberichten zu den rassistischen Ausschreitungen und den Gegendemonstrationen im ostdeutschen Chemnitz war viel von «rechten» und «linken» Demonstranten die Rede, die quasi gleichermassen für die wüsten Szenen verantwortlich waren. Der Blogger Thomas Laschyk («Der Volksverpetzer») hält das für eine gefährliche Verkürzung der Vorkommnisse: Medien, welche die Nazi-Gewalt als legitimen Protest darstellten oder die Gegendemonstranten als gleichwertige Extremisten, würden entweder rechte Gewalt verharmlosen oder den Protest dagegen diskreditieren.

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