DOSSIER mit 28 Beiträgen

Behördenkommunikation

KOMMUNIKATION

Die Lesetipps dieses Themenbereichs werden betreut von Irène Messerli und Dominik Allemann von Bernet Relations. Weitere Beiträge zum Thema Corporate Communications finden Sie auf bernetblog.ch. Haben Sie einen lesenswerten Beitrag entdeckt und möchten diesen hier empfehlen? Die Redaktion freut sich auf Ihren Linktipp: redaktion@medienwoche.ch

Eine Lektion in Regierungsnichtkommunikation

Seit drei Jahren löchert der Journalist Tilo Jung für sein Format «Jung & naiv» auf der Bundespressekonferenz regelmässig die deutschen Regierungsvertreter mit ebenso simplen wie kritischen Fragen. Gestern ging es um einen Exportstopp für Waffen an die Krieg führenden Parteien im Jemen. Jung wollte wissen, ob das Ausfuhrverbot auch die USA betreffe, die ja in Jemen ebenfalls aktiv seien. Eine Antwort auf die eigentlich einfache Frage erhält der Journalist aber keine. Stattdessen führt Regierungssprecher Steffen Seibert einen minutenlangen Eiertanz auf, um nichts sagen zu müssen. Als ein anderer anwesender Journalist Jung sekundiert und einwirft, dass der Kollege vielleicht einfach wissen möchte, «ob wir an die USA Waffen exportieren», folgt zuerst peinliches Schweigen und schliesslich die Floskel, dass alles gesagt sei, was es dazu zu sagen gebe – also nichts.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Verantwortliche/n Kommunikation und Marketing (80-100%)

Für diese Schnittstellenfunktion sind wir auf der Suche nach einer innovativen, kreativen und vielseitigen Persönlichkeit, die motiviert ist, das Bild der noch jungen Fakultät mitzuprägen. Ihr Aufgabenbereich: Strategisches und taktisches Planen und Umsetzen von Kommunikations- und Marketingstrategien in Abstimmung mit der zentralen Stelle für Öffentlichkeitsarbeit – Eigenständiges Führen und Begleiten von Kommunikations- und Marketingprojekten…

Der Dorfplatz wird digital

Wir erfahren schon lange nicht mehr auf dem Dorfplatz, was um uns herum läuft. Zumindest nicht auf dem physischen. Software-Firmen versuchen nun, den Dorfplatzgedanken digital zu reaktivieren. Auch Facebook und Google mischen mit. Haben lokale Anbieter eine Chance? Und wie betreffen die Digitalen Dorfplätze den Lokaljournalismus? Früher informierten sich Bürgerinnen und Bürger auf dem Dorfplatz. Weiterlesen …

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Wie Pierre Maudet die Medien im Griff hatte

In der bisher besten, weil umfassendsten Analyse der Korruptionsaffäre um den Genfer Staatsrat Pierre Maudet, zeichnen Sascha Buchbinder und Nicole Vögele in der «Zeit» ein nicht sehr vorteilhaftes Bild der Medien in ihrem Umgang mit dem FDP-Politiker. Besonders deutlich habe sich dies anlässlich der Bundesratskandidatur gezeigt, als Maudet die «Kampagne von A bis Z kontrolliert» habe. «Und die Medien liessen sich kontrollieren. Wie schon seit Jahren. Denn Pierre Maudet ist nicht nur ein Politik-, sondern auch ein Medienprodukt.» Buchbinder und Vögele illustrieren dies am Beispiel einer grossen Fotostory zu Maudets Wahlkampagne, die in NZZ und Le Temps erschienen war. «Die Texte zum Fotoroman verfassten versierte politische Journalistinnen, die in den entscheidenden Momenten allerdings nicht dabei gewesen waren. Das war kein eingebetteter Journalismus, das war gelenkte Berichterstattung, die vortrefflich funktionierte.»

Österreich: Behördlicher Kleinkrieg gegen Chefredaktor

Das österreichische Innenministerium BMI unter FPÖ-Minister Herbert Kickl hat zu einer unüblichen Massnahme gegriffen im Umgang mit einem missliebigen Journalisten. So veröffentlichte das BMI die E-Mail- und SMS-Anfragen von Florian Klenk. Damit will die Behörde belegen, dass es der Chefredaktor der Wochenzeitung «Falter» unterlassen habe, den BMI-Generalsekretär mit Vorwürfen zu konfrontieren, die er in einem Artikel erhebt. Klenk veröffentlichte im aktuellen «Falter» die Ergebnisse seiner Recherche zum «System Kickl». Anwälte sehen mit der behördlichen Publikation der Journalistenanfragen das Briefgeheimnis verletzt. Klenk selbst nimmt die Sache gelassen, wie er auf Twitter schreibt: «Ich werde mich von solchen Aktionen des Innenministers jedenfalls nicht abschrecken lassen. Herbert Kickl ist offenbar sehr nervös.»