DOSSIER mit 14 Beiträgen

Social Media

SOCIAL MEDIA

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Hasskampagnen im Internet als kollektives Storytelling

Was auf den ersten Blick nach spontanen Entgleisungen von «Wutbürgern» aussieht, sind nicht selten konzertierte Hasskampagnen neurechter Netzwerke gegen missliebige Personen aus Medien, Politik und Zivilgesellschaft im Netz. Es kursierten Anleitungen für Attacken auf Schwachpunkte der offenen Gesellschaft, schreibt Kai Heiderich für Fearless Democracy. Das können zum Beispiel beleidigende Bildmanipulationen sein zum Nachteil einer Zielperson oder auch nur mit #fakenews getaggte Medienartikel. Ein Teil der Akteure ist straffen Strukturen organisiert, wo die Kräfte gebündelt werden für die Netzattacken. Das meiste davon erreicht nur bescheidene Reichweite. «Aber durch den hohen Organisationsgrad, die Dauerhaftigkeit und die toxische Kreativität der rechten Trolle, wirkt es», schreibt Heiderich weiter.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Der ORF und ein «ganz problematisches Verständnis von Journalismus»

Im österreichischen Rundfunk ORF kursiert ein Vorschlag, die Regeln für die Social-Media-Kommunikation seiner Journalistinnen und Journalisten massiv zu verschärfen. Gemäss einem Entwurf soll sich das Personal auch privat nicht mehr wertend gegenüber Politikern und politischen Institutionen äussern dürfen. Die Journalistin und Social-Media-Experting Ingrid Brodnig kritisiert diese weitreichende Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit. Ein grosses Problem sieht sie darin, dass damit «schlimmstenfalls ein ganz problematisches Verständnis von Journalismus» begünstigt würde. Es sei nämlich «dezidierte Aufgabe von Journalisten (inklusive öffentlich-rechtlichen Journalisten) auf Missstände innerhalb unserer Gesellschaft hinzuweisen – und diese als Missstände zu benennen (was sowohl eine Wertung als auch eine Kritik ist).»

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Mythos Social-Media-Sucht

Es hat sich zum Common Sense verdichtet: Social Media macht süchtig, besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche. Unsinn, schreibt Professor Michael Schulte-Markwort, Kinder- und Jugendpsychiater am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, in einem Gastbeitrag für Spiegel Online. «Kinder werden durch ihren Medienkonsum im Internet nicht sozial inkompetenter – im Gegenteil. Sie können sehr gut zwischen analoger und digitaler Welt unterscheiden und wünschen sich beides.»

Social-Media-Sucht oder die digitale Verführungskunst

Computer können Menschen viel besser zu einer Handlung überreden als Menschen, hat der Verhaltensforscher BJ Fogg schon in den 1990er-Jahren herausgefunden. Fogg war denn auch der Lehrmeister von Social-Media-Unternehmern, wie etwa dem Gründer von Instagram. Martin Giesler erklärt in Brand eins, warum viele Apps einen regelrechten Sog entwickeln, wo sie doch eigentlich banale Funktionen anbieten, die sich auch ohne Suchtrisiko erledigen liessen. «Ein Grossteil des Sogs der Social-Media-Apps wird durch kleine Design-Elemente erzeugt. Hier ein roter Knubbel am App-Symbol, der anzeigt, dass etwas Neues und potenziell Spannendes passiert ist (Was? Schnell die App öffnen!). Dort eine Push-Mitteilung mit Vibrationsalarm, die anzeigt, dass ein Freund etwas auf Facebook gepostet hat (…).»

Nackte Tatsachen zum «Vero»-Hype

Wer es noch nicht mitgekriegt hat: «Vero» wird gerade als das neue Facebook gehandelt (oder vielmehr: gehyped). Nach drei Jahren Existenz ohne breitere Publizität, schoss der Bekanntheitsgrad dieses sozialen Netzwerks quasi über Nacht in die Höhe. Kein Wunder: Verspricht doch «Vero» alles besser machen, was bei Facebook in der Kritik steht. Das Fachmagazin «Online Marketing Weiterlesen …

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Ein bewegtes Jahr: die Gif-Hitliste 2017

Mit dem bewegten Bundesratsfoto ist das Gif definitiv im Mainstream angekommen. Ein untrüglicher Hinweis auf die grosse Popularität dieses Bildformats zeigen auch die Zahlen der Plattform Giphy, die im Web als erste Anlaufstelle für die Suche und Publikation der animierten Netzbilder dient. Täglich zählt die Plattform 200 Millionen Nutzer. Zum Jahresende zeigte Giphy, welche Motive 2017 am meisten Abrufe erzielten. An der Spitze steht eine wunderbare Miniatur und Botschaft der Liebe. Auf den weiteren Plätzen folgen Klassiker, wie ein Augenblinzeln, oder ein winkender Mops.

Social Media ist noch nicht bei allen Journalisten angekommen

Ja, es gibt sie noch, die Journalistinnen und Journalisten, für die Social Media auch 2017 noch Neuland war. Damit das nicht so bleibt, hat das «Migros Magazin» seine Print-affinen Mitarbeitenden ins kalte Wasser geworfen und ihnen die Verantwortung für die Online-Kanäle ihrer Publikation überlassen. Reto Vogt, Leiter Ressortleiter Online beim «Migros Magazin», hält das Experiment grundsätzlich für geglückt, wenn auch ein nächstes Mal die Dauer verlängert werden sollte. Seine Bilanz auf dem Blog der Beratungsfirma Tinkla.