DOSSIER mit 9 Beiträgen

Social Media

Hasskampagnen im Internet als kollektives Storytelling

Was auf den ersten Blick nach spontanen Entgleisungen von «Wutbürgern» aussieht, sind nicht selten konzertierte Hasskampagnen neurechter Netzwerke gegen missliebige Personen aus Medien, Politik und Zivilgesellschaft im Netz. Es kursierten Anleitungen für Attacken auf Schwachpunkte der offenen Gesellschaft, schreibt Kai Heiderich für Fearless Democracy. Das können zum Beispiel beleidigende Bildmanipulationen sein zum Nachteil einer Zielperson oder auch nur mit #fakenews getaggte Medienartikel. Ein Teil der Akteure ist straffen Strukturen organisiert, wo die Kräfte gebündelt werden für die Netzattacken. Das meiste davon erreicht nur bescheidene Reichweite. «Aber durch den hohen Organisationsgrad, die Dauerhaftigkeit und die toxische Kreativität der rechten Trolle, wirkt es», schreibt Heiderich weiter.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Ein bewegtes Jahr: die Gif-Hitliste 2017

Mit dem bewegten Bundesratsfoto ist das Gif definitiv im Mainstream angekommen. Ein untrüglicher Hinweis auf die grosse Popularität dieses Bildformats zeigen auch die Zahlen der Plattform Giphy, die im Web als erste Anlaufstelle für die Suche und Publikation der animierten Netzbilder dient. Täglich zählt die Plattform 200 Millionen Nutzer. Zum Jahresende zeigte Giphy, welche Motive 2017 am meisten Abrufe erzielten. An der Spitze steht eine wunderbare Miniatur und Botschaft der Liebe. Auf den weiteren Plätzen folgen Klassiker, wie ein Augenblinzeln, oder ein winkender Mops.

Social Media ist noch nicht bei allen Journalisten angekommen

Ja, es gibt sie noch, die Journalistinnen und Journalisten, für die Social Media auch 2017 noch Neuland war. Damit das nicht so bleibt, hat das «Migros Magazin» seine Print-affinen Mitarbeitenden ins kalte Wasser geworfen und ihnen die Verantwortung für die Online-Kanäle ihrer Publikation überlassen. Reto Vogt, Leiter Ressortleiter Online beim «Migros Magazin», hält das Experiment grundsätzlich für geglückt, wenn auch ein nächstes Mal die Dauer verlängert werden sollte. Seine Bilanz auf dem Blog der Beratungsfirma Tinkla.

Wir brauchen eine Anti-Fake-Behörde

Wie können wir das Problem angehen, dass sich Hetze, Gerüchte und Fälschungen ungehindert verbreiten? Ein Ansatz war mit Sicherheit die heftige Kritik an Facebook, wenn es um Hasskommentare geht. Sie hat schon zu einem Umdenken geführt. Ich bezweifele aber, dass eine bessere Kontrolle der gemeldeten Kommentare und die Gegenrede allein ausreichen. Ein paar Ideen für Weiterlesen …

Noch kurz die Welt retten

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will den allergrößten Teil seiner Aktien – und damit seines Vermögens – spenden. Damit folgt er dem Vorbild vieler amerikanischer Großindustrieller, die in den USA etwa Universitäten gegründet haben. Ganz ohne eigenen Nutzen ist die Spende für Zuckerberg allerdings nicht: Er und seine Erben sparen so auch Steuern.

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