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«Blocher-Medien»

MEDIEN

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«Time» mit einer Einordnung des Bannon-Besuchs bei der Weltwoche

Warum wird in Europa ein abgehalfterter Trump-Einflüsterer gefeiert wie ein Rockstar? Das «Time»-Magazin bringt die wahrscheinlich kompetenteste Analyse zum Auftritt von Steve Bannon in Zürich auf Einladung der Weltwoche. So zeichnet Autor Simon Shuster Parallelen zwischen Roger Köppel und Bannon nach, die beide dank ihrer politischen und publizistischen Aktivitäten zu dominierenden Figuren rechtsaussen wurden. Auch die von beiden geteilte Vorliebe für den Star-Wars-Finsterling Darth Vader analysiert Shuster: «Solche Ticks mögen kindisch erscheinen, aber viele Wähler lieben dieses Zeug. Sie empfinden diese Dann-hasse-mich-doch-Attitüde als befreiend.» Schliesslich schlägt der Autor einen Bogen zu einem anderen Revolutionär, der einst auch in Zürich weilte und auf den sich Bannon positiv bezieht: Lenin. «Seine Radikalität hat viele Menschen abgeschreckt. Aber Lenin fand immer noch viele Fans in Europa», schreibt Shuster über den russischen Revolutionär, könnte aber das Gleiche auch über Bannon sagen.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Köppel ganz nackt

Geben Sie’s zu: Dieser Titel hat neugierig gemacht. Aber er ist ein Witz, der bekanntlich aus einer enttäuschten Erwartungshaltung besteht. Das gilt auch für das Buch «In Badehosen nach Stalingrad», das den «Weg von Roger Köppel» nachzeichnen will. Da stellen sich einige Fragen. Ist es sinnvoll, eine Biografie über jemanden zu schreiben, dessen Lebenslauf mit Weiterlesen …

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Kritik der Köppel-Mania

Nach der Veröffentlichung einer Köppel-Biografie beobachtet Andreas Tobler, Tamedia-Kulturredaktor, eine unkritische Auseinandersetzung mit dem porträtierten Weltwoche-Chef und SVP-Nationalrat. Vielmehr biete das Buch manchen Journalisten einen willkommenen Anlass, um sich selbst im besten Lichte darzustellen und sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. «Ein wenig wirkt es so, als würden wir Journalisten-Jungs nochmals Cowboy und Indianer spielen. Nur macht man nicht mehr Jagd aufeinander, sondern ist ein wenig verknallt», schreibt Tobler. Und man vergesse darob, die wichtigen Fragen zu stellen.

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Wer ist eigentlich Roger Köppel?

«Wer das Buch liest, weiss nachher, wie Köppel funktioniert», schreibt Jean-Martin Büttner im Tages-Anzeiger über die Köppel-Biografie von Daniel Ryser. Auf eine einfache Formel reduziert, kann man die publizistischen und politischen Wandlungen des heutigen SVP-Nationalrats und Weltwoche-Verlegers so erklären, wie das Büttner tut: «Je grösser Köppels Erfolg wurde, desto starrer wurden seine Ansichten. Was er bis heute mit demselben Starrsinn verneint. Natürlich.»