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Medienethik

JOURNALISMUS

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Journalist erfindet Anschlag – erntet massive Kritik

Selbst als Aprilscherz hätte die erfundene Nachricht nicht getaugt, zu nah an einer möglichen Realität lag das erfundene Ereignis, zu gross war das Risiko, dass breite Kreise die Übertreibung nicht erkennen. So meldete das Rheinneckarblog gestern früh einen verheerenden Anschlag in der Stadt Mannheim mit über 100 Toten. Mit drastischen Formulierungen und blutrünstiger Illustration vermeldete der Journalist Hardy Prothmann die Schreckenstat – die er frei erfunden hatte. Er habe die Fake-News veröffentlicht «um eine Debatte zu erzwingen», zitiert ihn Malte Surmeier auf SWR Aktuell. Prothmann schrieb, es handle sich um «eine fiktionale Story im Gonzo-Stil». Nur: Gonzo bedeutet überhaupt nicht, Geschichten frei zu erfinden, sondern bezeichnet die hypersubjektive Schilderung realer Vorgänge, bei denen der Journalist als teilnehmender Beobachter zugegen war. Prothmanns eigenartiges Verständnis von Journalismus stiess weit herum auf irritierte bis empörte Reaktionen. Er selbst sieht sich missverstanden und nennt die Kritiker «Kleingeister».

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Mit Transparenz zur Glaubwürdigkeit – Unser Umgang mit Fehlern und Kritik

Wie reagieren Verlage und Sender, wenn sie auf Fehler aufmerksam (gemacht) werden? Einfach ignorieren? Oder kleine, schwer zu findende «Korrekturspalten»? Oder nachträgliche Veränderung der Texte/Beiträge ohne Kenntlichmachung ? So unterschiedlich die Methoden auch sind, nur sehr selten werden sie dem gerecht, was immer wieder gefordert wird: Transparenz. Auch bei Fehlern.

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