DOSSIER mit 256 Beiträgen

Medienethik

JOURNALISMUS

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Die Korrektur von Falschmeldungen bringt oft nicht mehr viel

Erstmals haben Wissenschaftler in Deutschland untersucht, wie sich die Korrektur von Falschmeldungen im Netz verbreitet. Der – wenig überraschende – Befund: Fake läuft besser als Fakten. «Die Forscher schlussfolgern, emotionale, sensationelle Falschmeldungen würden sich schlicht schneller verbreiten, als nüchterne, sachliche Widerlegungen», schreibt Karolin Schwarz auf Motherboard Vice. Nur in Einzelfällen kann erreicht werden, dass die korrekte Meldung mehr Interaktionen in sozialen Medien erzeugt als die ursprüngliche Falschmeldung. Das ist etwa dann der Fall, wenn der Absender der Korrektur besonders schnell reagiert.
Studie «Fakten statt Fakes. Verursacher, Verbreitungswege und Wirkungen von Fake News im Bundestagswahlkampf 2017» Stiftung Neue Verantwortung, 26. März 2018

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Womit darf sich ein Journalist «gemein machen»?

Journalisten*innen sind keine Stenograf*innen. Wir sind nicht primär dazu da, Protokolle zu führen, sondern – wie es Watergate-Legende Carl Bernstein formuliert – «the best obtainable version of the truth» herauszufinden und an die Öffentlichkeit zu bringen. Das ist eine Sache, mit der wir uns in jedem Fall gemein machen müssen.

«Wir Journalisten sind keine neutralen Wesen»

Vom früheren Journalisten und «Tagesthemen»-Moderator Hanns Joachim Friedrichs ist die viel zitierte Maxime für Medienschaffende überliefert: «Ein Journalist macht sich mit keiner Sache gemein, auch nicht mit einer guten.» Anja Reschke, Innenpolitk-Chefin des Norddeutschen Rundfunks erhielt den diesjährigen Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. In ihrer Preisrede setzte sich Reschke mit dem berühmten Diktum auseinander – und gelangt zu einem Weiterlesen …

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Fachpresse auf Abwegen

Um den Ruf der Fachpresse ist es nicht zum Besten bestellt, und sie unternimmt alles, damit auch die letzte Restglaubwürdigkeit flöten geht. Die massive Vermischung eigener Interessen mit denen der Branche ist Cash-Fachjournalismus, der nur als Prostitution bezeichnet werden kann. «Ohne Furcht und keinem gefällig»: Die «Financial Times» machte sich dieses Motto Ende des 19. Weiterlesen …

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Pelda ermittelt

Darf ein Journalist eine Straftat provozieren, über die er dann berichtet? Der An-Nur-Prozess wirft einige medienethische Fragen auf.

Über das schwierige Verhältnis von Journalismus und populistischer Politik

Eigentlich geht es nicht zusammen: Medien, die sich bemühen, faktentreu zu berichten und ein Teil des Publikums, der sich um Fakten schert und seine «Wahrheit» für die einzige richtige Hält. Der österreichische Journalist und ORF-Moderator Armin Wolf hat sich zu diesem schwierigen Verhältnis Gedanken gemacht. Er fragt: Wie erreichen wir diese Menschen noch mit seriösen Medien? Antwort kennt Wolf keine. Nur Erklärungen. Befeuert würde die «alternative», faktenferne Sichtweise auf die Welt von Politikern, wie Heinz-Christian Strache in Österreich oder Donald Trump in den USA, von dem die New York Times jüngst schrieb: «Ein Präsident, der nicht nur ein Recht auf seine eigene Meinung haben will, sondern auch auf seine eigenen Fakten.» Ja, was tun? Wolfs Appell klingt ebenso richtig, wie auch einigermassen ratlos: «Wie wir diesen Teil des Publikums nicht völlig verlieren – das halte ich für eine ganz elementare Frage an unsere Profession.»