DOSSIER mit 172 Beiträgen

Medienwandel

MEDIEN

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Medien im Wandel: Was alles falsch läuft

Martin Oswald sagt zwar nichts Neues zu den vielen Versäumnissen von Verlagen und Redaktionen im Medienwandel. Aber die Liste mit den «12 Sünden im digitalen Zeitalter» ruft kompakt und verständlich in Erinnerung, wo Medien ihr Augenmerk hinrichten sollten, wenn sie auch in Zukunft bestehen wollen. Oswald beginnt bei der «Ursünde» der Gratiskultur, geht weiter zur Innovationsangst, aus Furcht etwas falsch machen zu können, oder kritisiert starre Organisationsstrukturen, die dem Wandel nicht gerecht werden können. Die Liste ist keine konkrete Handlungsanleitung, aber ein Spickzettel auf den sich immer wieder ein Blick zu werfen lohnt.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Er diagnostizierte den «rasenden Stillstand»

Der französische Philosoph und Zeitdiagnostiker Paul Virilio prägte den Begriff des «rasenden Stillstands». Er meinte damit den Zustand einer Gesellschaft, die Zeit und Raum technologisch beherrscht, aber damit gleichzeitig sich selbst auszulöschen droht. Neben der Philiosophie galt die zweite grosse Leidenschaft Virilios der Architektur, wo er es als Autodidakt zu erstaunlichen Meriten brachte. Am 10. September ist Virilio im Alter von 86 Jahren gestorben. In einem Nachruf im Berliner «Tagesspiegel» schreibt Gregor Dotzauer, dass die von Virilio begründete Denkrichtung der Dromologie, eine «wilde, in viele Disziplinen ausgreifende Theorie, die er zusammenbastelte –, anregender war als so manche akademische Abhandlung.»

Mit der Zeitung verschwindet auch der Kiosk

Längst gleichen die meisten Kioske kleinen Gemischtwarenläden. Es gibt Lebensmittel, Getränke, Snacks. Und natürlich auch noch Druckerzeugnisse, mehrheitlich Magazine. Ausser am Sonntag zählen Tageszeitungen nicht mehr zu den Verkaufsschlagern, wie so viele andere Produkte, die der Kiosk bereithält, etwa Tabakwaren. Für kleinere Kioske, die weiterhin ein traditionelles Sortiment anbieten, reicht das oft nicht mehr zum Überleben. In der NZZ beschreibt Matthias Sander den unaufhaltsamen Niedergang der Quartierkioske.

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Mit dem Publikum den Übergang in die papierfreie Zukunft meistern

Das Ende naht. Nicht jenes der Zeitung, aber der gedruckten Ausgabe. Für die Berliner Tageszeitung taz ist dieser Weg vorgezeichnet. In einem Newsletter an die Genossenschafterinnen und Genossenschafter informierte taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch jüngst über den bevorstehenden Schritt: «Das Zeitalter der gedruckten Zeitung ist zu Ende, der Journalismus lebt im Netz weiter.» Die Teilhaber der Zeitung sind nun aufgefordert, unter dem Titel «Szenario 2022» Ideen für den Übergang einzubrigen.

Omnipräsentes Smartphone stört in jeder dritten Beziehung

Die intensive Nutzung des Smartphones kann sich auch störend auf Dritte auswirken. Rund ein Drittel der Männer und Frauen in der Deutschschweiz, gaben bei einer Umfrage an, sich manchmal wegen der intensiven Handynutzung des Partners vernachlässigt zu fühlen. In der Westschweiz, wo das Smartphone allgemein intensiver genutzt wird, liegt der Wert der Handy-gestörten Beziehungen entsprechend höher. Die Studie hat das Markt- und Forschungsinstitut Marketagent.com realisiert im Auftrag einer Online-Partneragentur. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Schweizer Gesamtbevölkerung.

«Die alte Garde ist am Ende – und zwar überall»: Springer-CEO Mathias Döpfner über die Auflösung von Leadership-Modellen in Politik und Medien

Als CEO von Axel Springer führt er nicht nur einen Konzern mit fast 16’000 Mitarbeitern, sondern vertritt als Präsident des Verlegerverbands BDZV auch eine mächtige Medienlobby in Deutschland. Im Interview mit MEEDIA spricht Springer-CEO Mathias Döpfner (55) unter anderem über Medienpolitik, die Herausforderungen der Digitalisierung und den gesellschaftlichen Wandel. Dabei attestiert er Politik wie Medien, Weiterlesen …

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Bürger-Schwarm kompensiert Medienschwund

Claude Longchamp gibt Entwarnung: Der bekannte Politologe und Meinungsforscher mag nicht in den Alarmismus miteinstimmen, wonach schwindende Medienvielfalt sich negativ auf die politische Partizipation der Bürgerinnen und Bürger auswirke, wie dies jüngst eine Studie der Uni Zürich festgestellt hatte. Anstatt nach staatlichen Subventionen für die schwächelnden Medien zu rufen, sieht er ein grosses Potenzial in der Digitalisierung der politischen Kommunikation. Die Bürger selbst werden zu Multiplikatoren einer Botschaft. Die Rolle der Medien ist dann eine andere: Sie berichten über die Erfolge einer Crowd-basierten Kampagne und werden so zu Multiplikatoren zweiter Ordnung. In seinen Überlegungen bezieht sich Longchamp auf die Ausführungen im neuen Sachbuch «Agenda für eine digitale Demokratie».