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Medienethik

JOURNALISMUS

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Getötete Journalisten: unterschiedliche Massstäbe

Christoph Sydow fragt auf Spiegel Online: Wo bleibt der Aufschrei? Es geht um die (ausbleibenden) Reaktionen auf den Tod des palästinensischen Journalisten Yaser Murtaja. Trotz Schutzweste mit gut sichtbarer Aufschrift «Press» wurde der 30-Jährige von einem Scharfschützen der israelischen Armee tödlich verletzt, als er jüngst über die gewalttätigen Proteste im Gazastreifen berichtete. Murtaja arbeitete unter anderem für Al Jazeera, BBC und Vice. Weder internationale Solidaritätsbekundungen oder Hashtag-Kampagnen folgten auf den Tod des Journalisten. Man will sich offenbar nicht dem Verdacht aussetzen, mit Terroristen zu sympathisieren, denn wer weiss, ob das ein «richtiger» Journalist war. Das entspricht ganz der Sichtweise des israelischen Verteidigungsministers Avigdor Liebermann: «Man muss verstehen, dass es keine unschuldigen Menschen in Gaza gibt. Jeder ist mit der Hamas verbunden, die werden alle von der Hamas bezahlt.» So wird unabhängige Berichterstattung a priori delegitimiert.

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Ringier darf eigene Artikel löschen

Der Ringier-Verlag liess 200 Artikel aus der Schweizerischen Mediendatenbank SMD löschen. In den Texten geht es um den Gegenstand eines laufenden Rechtsfalls. Der Presserat kritisiert die Löschaktion und wirft Ringier Geschichtsklitterung vor. Eine kühne und falsche Behauptung. «Medienethik» ist das Geschäft des Presserats. Auf Beschwerde hin beurteilt der Presserat, ob Publikationen den Vorgaben des Pressekodex Weiterlesen …

«Nicht nur eine Tat, auch die Berichterstattung kann traumatisch wirken»

«Viele haben den Journalistenkodex noch nie gelesen»: Nach dem Terroranschlag in Christchurch stellt sich für die Schweizer Medien einmal mehr die Frage, wie man ethisch korrekt über ein solches Attentat berichtet. Für die Kommunikationswissenschaftlerin Sarah Genner ist klar: Journalist*innen müssen sich mehr mit berufsethischen Standards auseinandersetzen. Am 15. März 2019 stürmte ein Rechtsterrorist eine Moschee Weiterlesen …

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Startrampe für den Hass im Netz

Der Anschlag von Christchurch offenbart eine neue mediale Machart des Verbrechens: Die Tat wurde so designt, dass sie maximale Aufmerksamkeit im Netz erzeugte. Eine wichtige Rolle spielte das Online-Forum 8chan, wo der Hass in aller Öffentlichkeit vor sich hin gärt. Der Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch, bei dem letzte Woche 50 Menschen getötet wurden, Weiterlesen …

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