DOSSIER mit 101 Beiträgen

Zeitungskrise

JOURNALISMUS

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Prosperierende Zeitungen waren eine historische Ausnahme

Die Blütephase der gedruckten Presse, im amerikanischen Kontext wird die Periode auf 1940 bis 1980 eingegrenzt, war die Ausnahme von der Regel. Der Bedeutungsverlust, den Zeitungen heute erfahren, erscheint unter einem breiteren historischen Blickwinkel als eine Rückkehr zum Status quo ante: «Zeitungen wurden im 16. Jahrhundert erfunden, entwickelten sich aber erst im späten 19. Jahrhundert zur wichtigsten Art, Nachrichten zu konsumieren. Dazwischen waren amerikanische Zeitungen Eliteprodukte oder von politischen Parteien subventioniert.» Insofern gibt es kein Naturgesetz, weshalb Zeitungen auf immer und ewig die zentralen Instanzen der Nachrichtenvermittlung bleiben sollten, wie das bisweilen in Diskussionen anklingt.

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Medien als Spielzeuge von Milliardären

Nach «Washington Post», «Los Angeles Times» und «South China Morning Post» gehört neu auch das «Time»-Magazin einem Milliardär aus der Internet- und Technologie-Branche. Welche Strategien und Interessen verfolgen die neuen Verleger? Ein Überblick. Das «Time»-Magazin hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Auflage der gedruckten Ausgabe ist auf drei Millionen Exemplare gesunken und auch die Seitenumfänge Weiterlesen …

Zeitung lesen mit Herrn Schibli

Auch wenn Mediennutzer sich zunehmend online informieren, schwört eine Mehrheit noch auf Papier. Ein Treffen mit einem leidenschaftlichen Zeitungsleser in seiner Stammbeiz.

Redaktor/-in mit Berner Herzblut (50 bis 100%)

Verfügen Sie über mehrjährige Erfahrungen im Journalismus? Haben Sie Freude, die Menschen und Themen in und um die Hauptstadt gekonnt in Szene zu setzen? Sind Sie in der schönsten Stadt der Welt stets am Puls des Geschehens und bereits sehr gut vernetzt? Dann sind Sie vielleicht bald…

Wer hat Angst vor dem grossen Mantel?

Die schweizerische Wettbewerbskommission Weko hat eben grünes Licht gegeben für den Zusammenschluss der Regionalzeitungen von AZ Medien und NZZ Mediengruppe. Diese Blätter werden fortan unter einem gemeinsamen Mantel erscheinen. Sprich: Ein Grossteil ihrer Inhalte wird identisch sein. Kritiker erkennen darin – naheliegenderweise – einen Verlust an Meinungsvielfalt. Die Verlage selbst sehen in der Bündelung der Kräfte gerade das Gegenteil, nämlich ein Stärkung der Vielfalt. Das sagt auch Lars Haider, Chefredaktor des «Hamburger Abendblatt», das seine Berichterstattung aus Berlin mit anderen Zeitungen der Funke-Mediengruppe teilt. Früher hätten zwar alle diese Zeitungen ihre eigenen Korrespondenten in der Hauptstadt beschäftigt, doch seien die gar nicht an die Politiker herangekommen und begnügten sich daher oft mit der Verarbeitung von Agenturmeldungen. «Wenn es auf einmal fünf, sechs, sieben grössere Zentralredaktionen gibt, ist das schon eine Verbesserung», sagt Haider gegenüber dem Medienamgazin ZAPP des NDR. Für ihn sei die neue Situation mit dem gemeinsamen Mantel «auf jeden Fall mehr Vielfalt als es früher war».

Brutale zehn Jahre

Im Jahr 2012 hat der deutsche Journalistik-Professor Klaus Meier eine einfach Projektion durchgerechnet: Wenn sich die Auflagen-Entwicklung von Tageszeitungen so fortsetzt wie in den letzten Jahrzehnten – wann würde dann die letzte gedruckte Tageszeitung in Deutschland erscheinen? Und er kam auf das Jahr 2034.

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