DOSSIER mit 32 Beiträgen

Lokaljournalismus

MEDIEN

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Weniger Lokaljournalismus –> geringere Wahlbeteiligung

Dass sich der Zustand der Medien auf das Funktionieren der politischen Prozesse auswirkt, zeigt eine aktuelle Studie der Uni Zürich: Je tiefer die Auflage der lokalen Zeitungen und je weniger die Medien über lokale Politik berichten, desto tiefer die Wahlbeteiligung. Für den Autor der Studie, den Politikwissenschaftler Daniel Kübler, ist darum klar: «Der Wandel im Mediensystem birgt Gefahren für die politische Partizipation auf lokaler Ebene und damit für die Demokratie.» Kübler fordert darum, dass nicht-kommerzielle Akteure wie Stiftungen, Parteien oder lokale Behörden vermehrt aktiv werden sollten und neue, journalistische Nachrichtenangebote schaffen. Wobei man sich damit gleich das nächste Problem einhandelt: Wie unabhängig können behördenfinanzierte Medien informieren?

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Wer macht künftig unabhängigen Lokaljournalismus?

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen lokaler Medienberichterstattung und der politischen Beteiligung in den Gemeinden. Eine Studie der Uni Zürich konnte das nachweisen. Das heisst auch: Weniger Berichterstattung führt zu geringerer Partizipation. Was tun? Patrick Aeschlimann hat sich in einem umfassenden Dossier im Kommunalmagazin dieser Frage angenommen. Eine gefährliche Tendenz ist der Ausbau der Behördenpropaganda. Zahlreiche Gemeinden geben eigene Lokalblätter heraus und kommunizieren nicht mehr über die unabhängigen Lokalzeitungen, weil diese ja sowieso nur selektiv oder gar nicht mehr über die Gemeinden berichten würden. «Die Krise des Lokaljournalismus ist eine Tatsache, ihn einfach sterben zu lassen aber Gift für unser politisches System. Neue Ansätze sind gefragt. Es ist im vitalen Interesse der Gemeinden, dass ein unabhängiger und kritischer Lokaljournalismus weiter besteht», kommentiert Aeschlimann.

Winter School – 30. Januar bis 10. Februar 2019

Die Winter School des Zentrums Weiterbildung der Zürcher Hochschule der Künste umfasst 22 Kurse: Blockchain, UX-Design, Videos auf dem Smartphone produzieren, Schreibwerkstatt, Educational Design Thinking, Dramatic Speaking, Kreativitäts-Coaching, Publizieren im digitalen Kontext und Vieles mehr. Jetzt anmelden und vom Early-Bird-Rabatt profitieren.

Lokaljournalismus 2.0 – Gespräche mit vier Medienmachern

Für eine vierteilige Serie hat die Werbewoche mit den Gründern und Machern von junger Schweizer Online-Medien gesprochen. Gemeinsam ist ihnen indes einzig der lokale Fokus der Berichterstattung. Ansonsten unterscheiden sie sich doch deutlich – etwa, was den wirtschaftlichen Erfolg angeht. So hat die Basler News-Plattform barfi.ch den Betrieb bereits wieder eingestellt, während in der gleichen Stadt mit «Prime News» eine Neugründung sich zu etablieren versucht. In Zürich hat Werbewoche-Redaktorin Ann-Kathrin Kübler mit den Leuten von Tsüri und Hello Zurich gesprochen, die beide Stadtgeschichten erzählen, sich aber im Medienmarkt ganz unterschiedlich positionieren.

Sie haben sich durch Zürichs Nächte getrunken

Nach zwölf Jahren endet im Zürcher Tages-Anzeiger die Rubrik «Wir trinken Zürich». Nach dreissig Folgen und ebenso vielen Nächten, welche die «Bellevue»-Truppe des Tages-Anzeigers gemeinsam trinkend verbracht hatte, ist Schluss. Noch einmal wird getrunken und in Nostalgie geschwelgt. Was das Spezielle an WTZ für die Autoren selbst ausmachte, bringt Marcel Reuss auf den Punkt: «Das Gefühl, Teil einer kleinen grossen Band gewesen zu sein, deren Instrumente gefüllte Gläser und Worte waren.»

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Missbrauch des Vertrauens in Lokalmedien

Die von russischen Kreisen betriebene Kampagne zur Verunsicherung und Destabilisierung der amerikanischen (Medien)öffentlichkeit machte sich auch das weiterhin grosse Vertrauen in Lokalmedien zu Nutze. So stammten 48 Twitter-Accounts, die den Anschein erweckten, Lokalzeitungen zu repräsentieren, aus der bekannten «Troll-Fabrik» Internet Research Agency in St. Petersburg. Twitter hat sie inzwischen gelöscht. Es handelte sich dabei quasi um «Schläfer-Konten», die bisher nur unverdächtige Lokal-News veröffentlicht haben, aber später für propagandistische Zwecke hätten eingesetzt werden können.