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	<title>Wissenschaftskommunikation | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Kleben und schreiben: Wissenschaftlicher Aktivismus auf der Strasse und in der Zeitung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Servan Grüninger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2022 14:23:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Reiner Eichenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Marie-Luise Vollbrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaft und politischer Aktivismus gehen nicht zusammen, heisst es oft. Aber wieso hört man diese Kritik nur bei jenen, die auf die Strasse gehen und kaum bei Forschenden, die in Zeitungsspalten, in Interviews oder auf Twitter für eine Sache kämpfen? Solche Schreibtischaktivisten geniessen die medialen Privilegien von Wissenschaftlern, ohne die Voraussetzungen dafür zu erfüllen. Für <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/15/kleben-und-schreiben-wissenschaftlicher-aktivismus-auf-der-strasse-und-in-der-zeitung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wissenschaft und politischer Aktivismus gehen nicht zusammen, heisst es oft. Aber wieso hört man diese Kritik nur bei jenen, die auf die Strasse gehen und kaum bei Forschenden, die in Zeitungsspalten, in Interviews oder auf Twitter für eine Sache kämpfen? Solche Schreibtischaktivisten geniessen die medialen Privilegien von Wissenschaftlern, ohne die Voraussetzungen dafür zu erfüllen. Für eine Wissenschaft, die ihren gesellschaftlichen Sonderstatus verteidigen will, ist das gefährlich. Eine Analyse der Fälle Eichenberger, Vollbrecht und Nutt.</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-101455 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Wissenschaft-Aktivismus-20221215b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Klimaaktivismus bewegt – wenn nicht die Politik, dann sicher die Gemüter. In den vergangenen Monaten haben sich in ganz Europa <a href="https://web.archive.org/web/20221213223008/https://www.srf.ch/news/schweiz/umstrittene-protestbewegung-renovate-switzerland-mit-klebstoff-fuer-den-klimaschutz" target="_blank" rel="noopener">Aktivisten an Strassen geklebt</a>, <a href="https://web.archive.org/web/20221213222959/https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/letzte-generation-kritik-an-klimaaktivisten-reisst-nach-ber-blockade-nicht-ab/28833710.html" target="_blank" rel="noopener">Flughäfen blockiert</a>, <a href="https://web.archive.org/web/20221213223056/https://www.nzz.ch/panorama/tomatensuppe-auf-van-gogh-klimaaktivisten-in-london-vor-gericht-ld.1713392" target="_blank" rel="noopener">Suppen auf Gemälde geworfen</a> oder <a href="https://web.archive.org/web/20221213223040/https%3A%2F%2Fwww.nau.ch%2Fnews%2Feuropa%2Fautohandler-lasst-aktivisten-nach-klima-protest-am-boden-kleben-und-schliesst-ab-66313539" target="_blank" rel="noopener">Läden besetzt</a>. Mit dabei sind auch viele Forschende: Doktorandinnen, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professorinnen. Sie sind nicht nur als Bürger an den Protesten beteiligt, sondern explizit auch als Wissenschaftler. So gab Julia Steinberger, Professorin an der Universität Lausanne und Leitautorin beim jüngsten Klimabericht der Vereinten Nationen, <a href="https://web.archive.org/web/20221104175350/https://www.20min.ch/story/aktivisten-blockieren-autobahnzufahrt-uni-professorin-bei-aktion-dabei-408030999814" target="_blank" rel="noopener">in einer Medienmitteilung</a> an, sie nehme «als Mutter, als Bürgerin, als Lehrerin und als Wissenschaftlerin» an den Strassenblockaden teil. Auch der Hochschuldozent Claus Noppeney tritt nicht nur als Bürger, sondern auch als <a href="https://web.archive.org/web/20221127121245/https://www.berneroberlaender.ch/ich-bin-kein-maertyrer-861286140542" target="_blank" rel="noopener">Professor der Berner Fachhochschulen</a> aktivistisch in Erscheinung. Und die <a href="https://web.archive.org/web/20221211232750/https://scientistrebellion.com/" target="_blank" rel="noopener">Gruppe «Scientist Rebellion»</a> hebt den wissenschaftlichen Status ihrer Mitglieder explizit hervor und lässt sie bei Protestaktionen <a href="https://web.archive.org/web/20221213223833/https://twitter.com/SGruninger/status/1583093948486406144" target="_blank" rel="noopener">in Laborkitteln</a> in Erscheinung treten. Medial schreit halt wenig «Wissenschaft!» wie ein weisser Kittel. Also tragen ihn auch die, die ihn sonst nie tragen.<br />
</p>
<p>Nun kann man sich fragen, warum das überhaupt erwähnenswert ist. Schliesslich verwenden auch Sportler, Schauspieler, Musiker oder Künstler ihre Prominenz, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen und einem Anliegen Reichweite zu verschaffen. Das stimmt. Doch im Gegensatz zu ihnen erheben viele Wissenschaftler den Anspruch, mehr zu bieten als eine beliebige Meinung: nämlich eine Einschätzung, die sich durch Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit, ja sogar Universalität auszeichnet. Kein Wunder, dass innerhalb und ausserhalb der Wissenschaften intensiv darüber diskutiert wird, <a href="https://web.archive.org/web/20221122063538/https://reatch.ch/publikationen/forscher-aktivismus-gehoert-zu-werden-ist-nicht-genug" target="_blank" rel="noopener">wie Aktivismus mit wissenschaftlicher Arbeit zusammengeht</a>. Auffällig ist, dass sich solche Diskussionen meist auf jene Formen des Aktivismus beschränken, die klar als solchen erkennbar sind: Teilnahme an Demonstrationen, Protestaktionen oder Formen des zivilen Ungehorsams. Doch Aktivismus kann sich nicht nur in Taten, sondern auch in Worten manifestieren – nur ist er dann weniger einfach zu erkennen.</p>
<p>So kommt es, dass heftig über den Aktivismus von Klimaklebern gestritten wird, während der Aktivismus von jenen Wissenschaftlern, die ihre Forderungen im Feuilleton positionieren, in Kolumnen darlegen oder auf Twitter verbreiten, kaum als solchen erkannt, und stattdessen für wissenschaftliche Aufklärungsarbeit gehalten wird. Solche «Schreibtischaktivisten» entsprechen nicht dem Klischee von Aktivisten als lärmige Demonstranten, sondern wirken in Rhetorik und Auftreten vergleichsweise nüchtern und sachlich. Doch wie ihre Pendants auf der Strasse suchen sie die Öffentlichkeit und haben eine klare Vorstellung davon, wie die Welt sein sollte. Auch Schreibtischaktivisten wollen Debatten bestimmen und Veränderungen anstossen – nicht wie Lobbyisten aus monetären Interessen, sondern weil sie überzeugt sind von der Sache, für die sie sich einsetzen. So überzeugt, dass sie ihren medial privilegierten Status als Wissenschaftler dazu nutzen, die eigenen Wertvorstellungen als objektive und wissenschaftlich erhärtete Tatsachen zu verkaufen. Sie nehmen dabei Wissenschaftlichkeit in Anspruch, ohne diesen Anspruch tatsächlich zu erfüllen. Dass sie damit durchkommen, liegt in erster Linie an den medialen Privilegien, die sie vor wirksamer Kritik schützen. Sie werden in den Medien nicht als Aktivisten, sondern als Wissenschaftler vorgestellt: Als Biologinnen oder Ökonomen, seltener als Soziologen und fast nie als Geschlechterforscherinnen. Drei Fallbeispiele sollen im Folgenden erkunden, warum das so ist.</p>
<p>Da wäre zuerst der Ökonomieprofessor Reiner Eichenberger aus der Schweiz zu nennen, der es bei seinem Einsatz für Kostenwahrheit mit den Berechnungen nicht immer so genau nimmt, aber <a href="https://web.archive.org/web/20221117141833/https://www.handelszeitung.ch/politik/klima-auto-schlagt-velo-und-ov-545475" target="_blank" rel="noopener">anderen «kreative Buchführung» vorwirft</a>. Auch das Beispiel der Biologin Marie-Luise Vollbrecht aus Deutschland bietet Anschauungsunterricht in Schreibtischaktivismus: In kulturkämpferischer Manier <a href="https://web.archive.org/web/20221206013701/https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus239113451/Oeffentlich-rechtlicher-Rundfunk-Wie-ARD-und-ZDF-unsere-Kinder-indoktrinieren.html" target="_blank" rel="noopener">zieht sie gegen «‹woke› Trans-Ideologie» ins Feld</a> und reduziert dabei komplexe biologische und soziale Fragen zum menschlichen Geschlecht auf knackige Schlagworte – alles verbunden mit dem Anspruch, bloss die Wissenschaft zu verteidigen. Und in Grossbritannien hat der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/David_Nutt" target="_blank" rel="noopener">Pharmakologe David Nutt</a> sich im Namen der Wissenschaft öffentlich mit der britischen Regierung angelegt und behauptet, <a href="http://web.archive.org/web/20221206192907/https://www.drugscience.org.uk/about/" target="_blank" rel="noopener">die «Wahrheit über Drogen» zu kennen</a>, bis ihn die medialen Geister, die er rief, selber zu Fall brachten.</p>
<h2>Fallbeispiel 1: «Der lärmigste Professor der Schweiz»</h2>
<p>Reiner Eichenberger eckt gerne an: «Wenn man Bedeutung haben will, dann sollte man nicht dasselbe sagen wie alle anderen», sagte der Ökonomieprofessor <a href="https://web.archive.org/web/20221116195043/https://www.republik.ch/2021/10/14/der-laermigste-professor-des-landes" target="_blank" rel="noopener">in einem Porträt in der «Republik»</a>. Erst jüngst machte er wieder Schlagzeilen, indem er Äpfel mit Birnen, bzw. <a href="https://web.archive.org/web/20221117141833/https://www.handelszeitung.ch/politik/klima-auto-schlagt-velo-und-ov-545475" target="_blank" rel="noopener">Autos mit Velos verglich</a> und zum Schluss gelangte: Die Velofahrer sind klimaschädlicher als die Autofahrer, weil sie mehr essen müssen. <a href="https://web.archive.org/web/20221117152528/https://www.watson.ch/schweiz/wirtschaft/660050990-velo-klimaschaedlicher-als-auto-schweizer-oekonom-in-der-kritik" target="_blank" rel="noopener">Damit erntete er natürlich Kritik</a>, sorgte für <a href="https://web.archive.org/web/20221123165021/https://www.handelszeitung.ch/politik/so-reagiert-die-grunen-nationalratin-natalie-imboden-auf-den-kommentar-von-reiner-eichenberger-gefragt-sind-losungen-statt-voodoo-statistik-546960" target="_blank" rel="noopener">eine Replik</a> und gab Eichenberger die <a href="https://web.archive.org/web/20221118082123/https://www.handelszeitung.ch/politik/velo-vs-auto-so-reagiert-kolumnist-reiner-eichenberger-auf-seine-kritiker-547384" target="_blank" rel="noopener">Gelegenheit zu einer Duplik</a>. Kein Wunder nennt ihn die «Republik» «den lärmigsten Professor der Schweiz». Interessant ist dabei, dass er in den Medien stets als «Professor» und nie als «Aktivist» dargestellt wird. Dabei lässt sich in Eichenbergers Voten viel Aktivistisches erkennen. Für ihn ist klar: <a href="https://web.archive.org/web/20221023103306/https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/meinungen/so-wird-unsere-klimapolitik-scheitern-ld.1708632?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">«Die richtige Klimapolitik heisst: Kostenwahrheit.»</a> Damit wäre die Klimakrise <a href="https://web.archive.org/web/20220705122159/https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-reiner-eichenberger-und-david-stadelmann-klimapolitik-kann-guenstig-sein/26236032.html" target="_blank" rel="noopener">«erstaunlich leicht zu bewältigen»</a>, wie er im deutschen «Handelsblatt» schreibt. «Die zukünftigen Schäden müssen wissenschaftlich geschätzt und den heutigen Verursachern über eine CO<sub>2</sub>-Steuer in Rechnung gestellt werden.» So einfach geht das also.</p>
<p>Auch die oben erwähnte Kolumne, in der Eichenberger Velofahren als klimaschädlicher darstellt als Autofahren, dreht sich um Kostenwahrheit: Würde man diese für Velofahrer herstellen, stünden sie gegenüber Autofahrern schlechter da, so Eichenberger. Er geht aber von einer Reihe von Annahmen aus, <a href="https://web.archive.org/web/20221213224259/https://twitter.com/giulio_mattioli/status/1592429518840819712?s=20&amp;t=xaeyTaBQXP2eilxgzM3zhA" target="_blank" rel="noopener">die reichlich gewagt sind</a>. So werden zum Beispiel klimafreundliche Autos mit vier Personen auf der einen Seite mit ausschliesslich Fleisch essenden Velofahrern auf der anderen Seite verglichen – und das über eine Distanz von 100 km hinweg. Ausgeblendet wird dabei Vieles: dass auch Autofahrer etwas essen müssen; dass die wenigsten Autos in der Schweiz mit vier Personen unterwegs sind; dass auch bei der Produktion von Kraftstoffen CO<sub>2</sub> anfällt; dass kaum ein Velofahrer mehr als ein paar Kilometer pro Tag zurücklegt, – und so weiter. Die erkennbaren Schwächen in Eichenbergers Annahmen wurden dann auch <a href="https://web.archive.org/web/20221213224349/https://twitter.com/ceo_plus_ch/status/1592199989765492736" target="_blank" rel="noopener">im Nu öffentlich zerpflückt</a>. Die vielen detaillierten Berechnungen Eichenbergers erwecken zwar den Anschein, dass seine Aussagen auf einer soliden wissenschaftlichen Basis stehen. Doch ganz offensichtlich hat er seine Thesen nicht unvoreingenommen geprüft, sondern alles, was nicht passte, passend gemacht. Damit versucht er, mit kreativer Buchführung zu belegen, dass Velos nur deshalb klimafreundlicher dastünden, weil die Behörden <a href="https://web.archive.org/web/20221117141833/https://www.handelszeitung.ch/politik/klima-auto-schlagt-velo-und-ov-545475" target="_blank" rel="noopener">«kreative Buchführung»</a> betreiben würden. Schreibtischaktivist Eichenberger spricht damit anderen die Wissenschaftlichkeit ab, ohne sich selbst daran zu halten.</p>
<p>Ebenso stellt er Behauptungen auf, die nicht einmal von seinen eigenen Berechnungen gestützt werden. So erklärt er am Anfang der Kolumne pauschal, es sei «falsch», dass Velos die Gesellschaft weniger belasten würden als Autos. Doch seine Berechnungen zeigen höchstens, dass unter ganz bestimmten Annahmen – deren Belastbarkeit eher zweifelhaft ist – <em>gewisse</em> Velofahrer mehr CO<sub>2</sub> verbrauchen als <em>gewisse</em> Autofahrer. Auch hier zeigt sich ein Merkmal von Schreibtischaktivismus: Er gibt sich in Rhetorik und Auftreten betont nüchtern und sachlich, gelangt aber zu Schlüssen, die viel weiter gehen als das, was sich aus den vorgebrachten Fakten und Annahmen tatsächlich schliessen lässt.</p>
<p>Die «Handelszeitung» reagierte auf die Kritik an Eichenbergers Kolumne übrigens mit einer <a href="https://web.archive.org/web/20221117141833/https://www.handelszeitung.ch/politik/klima-auto-schlagt-velo-und-ov-545475" target="_blank" rel="noopener">Stellungnahme</a>. Sie zeigt, dass man auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen will. Einerseits versucht die Redaktion, Eichenbergers Wissenschaftlichkeit in den Vordergrund zu rücken. So wird betont, dass er «sich in der Forschung und in unserer Kolumne ‹Freie Sicht› regelmässig mit Verkehrsfragen [beschäftige]» und die Themen aus «ökonomischer Optik analysieren» würde. Andererseits sei die Kolumne aber «persönlich gehalten» und «soll zum Denken und zur Debatte anregen». Man will also ökonomische Verlässlichkeit beanspruchen, ohne die dafür notwendigen Qualitätsstandards erfüllen zu müssen. Es ist eine ausgesprochen geschickte Immunisierung gegen Kritik: Wer wissenschaftliche Ansprüche an Eichenbergers Kolumne stellt, wird mit dem «persönlichen» Blick abgespeist. Wer diesen persönlichen Blick ernst nimmt und die Wissenschaftlichkeit von Eichenbergers Thesen anzweifelt, wird mit Verweis auf Eichenbergers «Beschäftigung» mit Verkehrsfragen gekontert.</p>
<p>All das heisst nicht, dass Eichenbergers Einsatz für Kostenwahrheit in Klimafragen zwangsläufig falsch wäre. Aktivistisch tätig zu sein, bedeutet nicht zwingend, falsch zu liegen. Aber man kann als Aktivist keinen wissenschaftlichen Anspruch für den eigenen Aktivismus erheben. Das gilt für Strassen blockierende Klimaaktivisten genauso wie für zahlenakrobatische Schreibtischaktivisten. Um das zu verstehen, lohnt es sich, die Unterschiede von Aktivismus und Wissenschaft genauer zu betrachten.</p>
<h2>Wissenschaft: Eine Tätigkeit mit (zu) hohen Ansprüchen an sich selbst</h2>
<p>Wissenschaft ist anmassend und bescheiden zugleich. Sie ist anmassend, weil sie Anspruch erhebt auf Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit, Universalität. Sie will unabhängig von anderen Teilen der Gesellschaft Wissen schaffen, dabei unvoreingenommen an ein Problem herangehen und letztlich zu universell gültigen Aussagen über die Welt gelangen. Solche Ansprüche zwingen aber auch, bescheiden zu sein. Wer unabhängig sein will, muss sich bei Engagements zurückhalten, die ihn in politische oder wirtschaftliche Abhängigkeiten bringen könnten. Wer Unvoreingenommenheit reklamiert, darf nicht nur die eigenen Vorlieben fördern, sondern muss Selbstkritik üben können und auch konkurrierende Erklärungen anerkennen. Und wer universell gültige Aussagen machen will, kann das höchstens zu theoretisch eng umrissenen und empirisch streng geprüften Sachverhalten bieten.</p>
<p>Wissenschaft müsste deshalb auch ein bescheidenes Unterfangen sein, wenn es darum geht, politische Empfehlungen abzugeben. Denn ohne Annahmen und Mutmassungen, die sich der unmittelbaren wissenschaftlichen Überprüfung entziehen, <a href="https://web.archive.org/web/20221214071026/https://www.servangrueninger.ch/blogcomplete/ein-idiotischer-streit" target="_blank" rel="noopener">lässt sich kaum eine politische Frage sinnvoll diskutieren</a>. So kann die Wissenschaft zwar gewisse Grenzen des Möglichen aufzeigen, Handlungsszenarien präsentieren oder mit Kritik politisches Wunschdenken zerplatzen lassen. Sie ist jedoch nicht in der Lage, der Politik eindeutige Anweisungen zu geben, was zu tun ist – zumindest dann nicht, wenn sie den eigenen Ansprüchen an Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit und Universalität genügen möchte.</p>
<p>Nun ist es fraglich, ob Wissenschaft die eigenen hohen Ansprüche überhaupt erfüllen kann. Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit und Universalität sind wohl eher wirkungsmächtige Ideale als tatsächliche Eigenschaften von Wissenschaft. Dennoch werden diese Ideale gerade von Wissenschaftlern dazu benutzt, um sich von anderen gesellschaftlichen Kräften abzugrenzen: Welche Wissenschaftlerin behauptet schon von sich, sie sei fremdbestimmt und voreingenommen, ihre Aussagen bloss eine beliebige Meinung unter vielen? Ob zutreffend oder nicht: Der Anspruch an Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit und Universalität gehört fest zum Selbstbild von Wissenschaft und prägt auch den Blick von aussen, wie beispielsweise die Umfragen des Wissenschaftsbarometers in <a href="https://web.archive.org/web/20221213224516/https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wissenschaftsbarometer/wissenschaftsbarometer-2022/" target="_blank" rel="noopener">Deutschland</a> und in der <a href="https://web.archive.org/web/20221214081828/https://wissenschaftsbarometer.ch/wp-content/uploads/2022/12/WiB2022_TabellenbandDE.pdf" target="_blank" rel="noopener">Schweiz</a> zeigen.</p>
<p>Deshalb nimmt Wissenschaft in den Medien einen überaus privilegierten Status ein. In Debattensendungen gehört die wissenschaftliche Expertin zum lebenden Inventar und erhält dabei eine klar umrissene Rolle zugewiesen: Sie wird eingeladen mit dem Anspruch, unabhängige und verlässliche Einordnungen zu liefern und damit ein Gegengewicht zum rhetorischen Hickhack der anderen Gäste zu bieten. Auch bei den Print- und Online-Medien ist eine solche Rollenzuteilung erkennbar: Der Experte <a href="https://web.archive.org/web/20221129073004/https://www.blick.ch/schweiz/junge-erwachsene-greifen-immer-haeufiger-zu-stichwaffen-experte-ordnet-ein-messer-unterstreichen-die-eigene-maennlichkeit-id18095795.html" target="_blank" rel="noopener">«ordnet ein»</a>, <a href="https://web.archive.org/web/20221126015057/https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/black-friday-als-psychologisches-massenphaenomen-104.html" target="_blank" rel="noopener">«erklärt»</a> oder <a href="https://web.archive.org/web/20220817075007/https://www.blick.ch/news/it-experte-zu-datenlecks-intern-gemeldete-sicherheitsluecken-sofort-schliessen-id17796003.html" target="_blank" rel="noopener">«zeigt auf»</a>. Oft <a href="https://web.archive.org/web/20221016082154/https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/schweiz/lehrlinge-an-die-uni-experte-warnt-ld.1707562?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">«warnt»</a> er auch vor nahenden Gefahren oder <a href="https://web.archive.org/web/20220702060924/https://www.20min.ch/story/biowaffen-entwicklung-in-zivilen-labors-experte-schlaegt-alarm-465986172926" target="_blank" rel="noopener">«schlägt Alarm»</a>. Bisweilen stellen Medienschaffende sogar quasi-prophetische Ansprüche an Forschende – zum Beispiel <a href="https://web.archive.org/web/20220120012159/https://medienwoche.ch/2020/10/27/wissenschaft-als-kassandra-wir-haben-es-doch-vorausgesagt/" target="_blank" rel="noopener">während der Corona-Pandemie</a>. Kurz: Der (übertriebene) Anspruch an Wissenschaftler, eine «objektiv richtige» Einschätzung der Sachlage bieten zu können, ist medial weit verbreitet.</p>
<p>Wissenschaftler geniessen dadurch einen Vertrauensvorschuss, der ihnen den Zugang zu medialen Plattformen vereinfacht und ihnen zu mehr Resonanz verhilft als anderen gesellschaftlichen Gruppen. Dieses Privileg ist aber an die Bedingung geknüpft, dass die Einschätzungen von Wissenschaftlern tatsächlich verlässlicher, unabhängiger und unvoreingenommener sind als rein interessen- oder meinungsgeleitete Aussagen. Wenn sie ihre Privilegien nutzen, um aktivistische Ziele zu verfolgen, aber gleichzeitig den Eindruck erwecken, nur als Wissenschaftler zu sprechen, dann verletzen sie die Voraussetzungen für eben diese Privilegien.</p>
<h2>Aktivismus will Wirkung erzielen, nicht Wissen schaffen</h2>
<p>Aktivismus wird demgegenüber anders dargestellt und wahrgenommen: als Ausdruck einer gesellschaftlichen Bewegung, die mit politischen Aktionen und zugespitzten Forderungen für ihre Anliegen eintritt und konkrete Veränderungen bewirken will. Der Aktivist übernimmt in den Medien wahlweise die Rolle des fordernden Anklägers, des gerechten Kämpfers für die gute Sache oder des weltfremden Idealisten. Das sind freilich mediale Verzerrungen, doch wie beim öffentlichen Bild der Wissenschaften orientieren sie sich am Selbstbild und der Kommunikation des Verzerrten: Die Wirkung, nicht das Wissen, motiviert den aktivistisch Tätigen. Vorausgesetzt wird dabei, dass die angestrebte Wirkung auch tatsächlich wünschenswert ist, was den Aktivismus in einen offensichtlichen Konflikt mit den beschriebenen Idealen der Wissenschaft bringt. Zwar kann sich aktivistisches Reden und Handeln auf wissenschaftliche Evidenz beziehen, um die eigenen Forderungen zu begründen. So ist «Hört auf die Wissenschaft!» eine <a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fcomm.2022.983929/full" target="_blank" rel="noopener">zentrale Forderung der Klimaschutzbewegung</a>, die sich bisweilen sogar als <a href="https://academic.oup.com/spp/advance-article-abstract/doi/10.1093/scipol/scac046/6674005?redirectedFrom=fulltext" rel="noopener" target="_blank">Sprachrohr der Klimaforschung</a> versteht.</p>
<p>Dennoch kann Aktivismus nicht jene Ansprüche erfüllen, die gemeinhin an die Wissenschaft gestellt werden. Erstens, weil aktivistische Forderungen als politische Forderungen zwangsläufig Voraussetzungen umfassen, die sich der unmittelbaren wissenschaftlichen Überprüfung und damit auch dem Anspruch auf universelle Gültigkeit entziehen. Zweitens, weil sich im Moment des Aktivismus keine unabhängige und unvoreingenommene Distanz zu den eigenen Zielen herstellen lässt. Stattdessen erfolgt eine Zuspitzung der eigenen Forderungen auf wenige Kernbotschaften und gleichzeitig eine Immunisierung gegen Kritik daran. Selbstverständlich ist auch eine Aktivistin in der Lage, ihre Ziele immer wieder selbstkritisch zu prüfen. Bloss kann das nicht in dem Moment geschehen, in dem sie aktivistisch tätig ist, weil sie sonst im medialen Rauschen und dem Klein-Klein der politischen Debatte untergeht. Ein Tierversuchsgegner, der beim Protest die historische Bedeutung von Tierversuchen für die wissenschaftliche Forschung würdigt, bringt sich selbst um den Erfolg.</p>
<p>Kurz: Als Tätigkeiten gehen Wissenschaft und Aktivismus nicht zusammen – weder in Bezug auf ihre eigenen Ansprüche noch in Bezug auf die Wahrnehmung von aussen. Dennoch können gute Aktivisten auch gute Wissenschaftler sein. Der vermeintliche Widerspruch löst sich auf, wenn man die Tätigkeiten gesondert betrachtet vom Tätigen: Wer als Schauspielerin vor der Kamera steht, kann zwar in diesem Moment nicht hinter der Kamera Regie führen. Trotzdem gibt es Menschen, die gut schauspielern und gut Regie führen können. So kann auch eine Wissenschaftlerin an der Universität forschen und auf der Strasse protestieren, ohne in einen Widerspruch zu den Ansprüchen der beiden Tätigkeiten zu gelangen. Problematisch wird es erst, wenn sie die beiden Tätigkeiten vermischt, also wenn sie für ihren Aktivismus einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt oder wenn sie Wissenschaft nach aktivistischer Logik betreibt.</p>
<p>Immerhin ist der «Asphaltaktivismus» von Forschenden wie Steinberger oder Noppeney klar als solcher gekennzeichnet: Wer sich auf einer Autobahn klebt, kann das schwerlich als «wissenschaftliche» Tätigkeit verkaufen. Insofern ist die Trennung von wissenschaftlicher und aktivistischer Tätigkeit zumindest so weit vollzogen, dass es für Aussenstehende einfach zu erkennen ist, ob jemand als Wissenschaftler oder als Aktivist spricht. Bei Schreibtischaktivisten ist das Gegenteil der Fall: Ihr Aktivismus bleibt weitgehend verborgen, weil sie medial in erster Linie als Wissenschaftler dargestellt werden. Was uns zurückbringt zu Reiner Eichenberger.</p>
<h2>Journalisten und Wissenschaftler als Geschäftspartner</h2>
<p><a href="https://web.archive.org/web/20221116195043/https://www.republik.ch/2021/10/14/der-laermigste-professor-des-landes" target="_blank" rel="noopener">Eichenberger gibt im «Republik»-Porträt selber zu</a>, dass nicht hinter allen seiner Beiträge «ernsthafte wissenschaftliche Arbeit», aber stets «diszipliniertes Nachdenken» stecke. Das ist insofern problematisch, als das Publikum darauf vertraut, dass die fachliche Einschätzung von Wissenschaftlern verlässlicher ist als interessen- oder meinungsgeleitete Aussagen von Lobbyisten oder eben Aktivisten – so «diszipliniert» deren Nachdenken auch sein mag. Medienschaffenden käme hier eine entscheidende Rolle bei der Einordnung zu: Sie könnten mit kritischen Rückfragen dafür sorgen, dass Wissenschaftler <a href="https://web.archive.org/web/20221213224956/https://www.servangrueninger.ch/blogcomplete/sie-haben-ja-keine-ahnung-ein-diskussionsknigge-fr-experten" target="_blank" rel="noopener">ihre medialen Äusserungen nachvollziehbar begründen</a> und deutlich machen, <a href="https://web.archive.org/web/20211019102233/https://medienwoche.ch/2020/03/12/coronavirus-in-den-medien-von-experten-und-experten/">zu welchen Fragen sie fachlich kompetent Auskunft geben können und zu welchen nicht</a>.</p>
<p>Auch das <a href="https://web.archive.org/web/20201128014600/https://www.fair-radio.net/2018/06/17/ein-appell-fuer-das-zwei-quellen-prinzip/" target="_blank" rel="noopener">«Zwei-Quellen-Prinzip»</a> könnte sich als nützlich erweisen beim Einordnen. Dieses besagt, dass Fakten von mindestens zwei verlässlichen und voneinander unabhängigen Quellen bestätigt werden sollten, bevor man als Journalist darüber berichtet. Wieso sollte diese Regel nicht auch für die Aussagen von Wissenschaftlern gelten? Und schliesslich könnten Medienschaffende dabei helfen, die <a href="https://web.archive.org/web/20210807062734/https://medienwoche.ch/2021/07/28/false-balance-in-den-medien-was-wissenschaftlich-stimmt-ist-keine-frage-der-mehrheitsmeinung/" target="_blank" rel="noopener">wissenschaftlichen und politischen Diskussionen zu einem Thema besser voneinander abzugrenzen</a>. Gerade bei grossen gesellschaftlichen Fragen wie dem Klimawandel sind diese nämlich eng miteinander verflochten. Ein «Aufdröseln» der argumentativen Stränge könnte dabei helfen, sowohl die politische als auch die wissenschaftliche Debatte dazu besser zu verstehen und dabei zu erkennen, ob ein Forscher sich gerade aktivistisch zu Wort meldet oder nicht.</p>
<p>All das ist einfacher gesagt als getan. Denn um aktivistische Aussagen unter dem Deckmantel der Wissenschaft zu entlarven, braucht es Zeit, Raum und wissenschaftliche Kompetenz – drei Ressourcen, die in der gegenwärtigen Medienlandschaft spärlich gesät sind. Mediale Debatten ermöglichen zwar Kritik, <a href="https://web.archive.org/web/20221213225216/https://medienwoche.ch/2020/02/27/wissenschaft-in-den-medien-zwischen-irrelevanz-und-irrefuehrung/">aber sie sind nicht auf <em>wissenschaftlich fundierte</em> Kritik ausgelegt</a>. Sie werden nicht nach wissenschaftlichen Standards geführt und bieten so auch Aussagen eine unkritische Bühne, die wissenschaftlich längst überholt sind. Der mediale Raum ist damit kein öffentliches Forum, das innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft sonderlich ernst genommen wird, weshalb sich nur wenige die Mühe machen, sich als Wissenschaftler – mit allen dazugehörigen Ansprüchen – medial einzubringen. Damit überlassen sie aber den Schreibtischaktivisten unwidersprochen das Feld.</p>
<p>Und weil Wissenschaft medial nicht wie irgendeine gesellschaftliche Kraft behandelt wird, sondern aufgrund ihres Sonderstatus eine gewisse Immunität vor Kritik geniesst, ist es schwierig, Schreibtischaktivisten offen zu kritisieren, wenn sie als Wissenschaftler in Erscheinung treten. Wer es trotzdem tut, muss je nach Konstellation damit rechnen, pauschal in die wissenschaftsfeindliche Ecke gesteckt zu werden. Eine solche Abwehrreaktion ist verständlich, wenn man die mediale Sonderstellung der Wissenschaften wahren möchte. Doch sie erschwert seriöse Wissenschaftskritik, lädt ein zum Missbrauch und macht es damit Schreibtischaktivisten leicht, ihren Aktivismus medial einen wissenschaftlich seriösen Anstrich zu geben, ohne dass es jemand merkt.</p>
<p>In der Praxis werden die medialen Privilegien der Wissenschaft so immer wieder missbraucht &#8211; von Forschenden, aber auch von Journalisten. Denn sie wissen: Knackige Zitate von Wissenschafltern können Wunder wirken, um steilen These Gewicht zu verleihen. Eichenberger hat das erkannt: «Ich will meinen Geschäftspartnern – in dem Fall dem Journalisten – immer einen Mehrwert bieten», lässt er sich im «Republik»-Porträt zitieren. «Der Anruf soll sich lohnen, denn nur dann kommen sie später wieder zu mir».</p>
<p>Damit benennt er erfrischend ehrlich, wie die Zusammenarbeit zwischen Medien und Wissenschaft oft funktioniert: Es ist ein Geschäft, bei dem wissenschaftliche Legitimation gegen mediale Reichweite getauscht wird. Hätte ein weitgehend unbekannter Laie Eichenbergers Thesen zu den klimaschädlichen Velofahrern vertreten, hätten sie wohl weniger Menschen ernst genommen. Doch weil Eichenberger Professor der Ökonomie ist und medial auch klar erkennbar als solcher in Erscheinung tritt, erhalten auch weitgehend ungeprüfte Thesen wissenschaftliches Gewicht. Das liegt nicht an Eichenbergers Brillanz, sondern am privilegierten Status in den Medien, den er und viele seiner Kollegen geniessen.</p>
<h2>Fallbeispiel 2: Vor den Medien sind nicht alle Wissenschaften gleich</h2>
<p>Zu betonen ist, dass die erwähnten Privilegien innerhalb der Wissenschaften ungleich verteilt sind. Es gibt da eine relativ klare Hackordnung: Naturwissenschaftler, Ökonomen oder Juristen dürfen sich extrem viel erlauben, bevor sie in den Medien als unwissenschaftlich dargestellt werden. Die meisten Sozial- und Geisteswissenschaftler haben es da bedeutend schwerer – insbesondere Fachbereiche wie die Geschlechterforschung, die in den Medien pauschal als «ideologisch» oder «aktivistisch» gebrandmarkt werden.</p>
<p>Ein weiteres Fallbeispiel zeigt exemplarisch, wie Schreibtischaktivisten diese Privilegienhierarchie für sich ausnutzen können: Die Biologin Marie-Luise Vollbrecht wollte im Sommer 2022 an der Humboldt-Universität in Berlin im Rahmen der «Langen Nacht der Wissenschaft» einen Vortrag darüber halten, dass es in der Biologie nur zwei Geschlechter gebe. Eine Studierendengruppe hatte im Vorfeld zum Protest dagegen aufgerufen, mit dem erklärten Ziel, ihren Vortrag zu verhindern.</p>
<p>Solche Forderungen nach Sprechverboten könnte eine Universitätsleitung souverän mit dem Verweis auf die Freiheit von Wissenschaft und Lehre zurückweisen und dafür sorgen, dass der Vortrag störungsfrei gehalten werden kann, <a href="https://web.archive.org/web/20220627020722/https://www.letemps.ch/suisse/yves-fluckiger-liberte-dexpression-malmenee-luniversite" target="_blank" rel="noopener">wie das beispielsweise der Rektor der Universität Genf in einem ähnlichen Fall getan hat</a>. Oder sie macht sich die Mühe, überzeugend zu begründen, warum der Vortrag den wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügt, und sagt ihn deshalb ab. Die Humboldt-Universität tat jedoch weder das eine noch das andere, sondern machte «Sicherheitsbedenken» geltend, um den Vortrag zu verhindern.</p>
<p>Einige Tage später waren diese Bedenken aber offenbar ausgeräumt und der Vortrag wurde nachgeholt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich jedoch bereits <a href="https://web.archive.org/web/20221213225518/https://twitter.com/Sgruninger/status/1543868976056467457" target="_blank" rel="noopener">ein Shitstorm über der Universität entladen</a>, und zwar nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch in den etablierten Medien. Die Aufmerksamkeit verschob sich dabei vom Versagen der Universitätsleitung hin zu Vollbrecht und ihren Kritikern, wobei die meisten Medien die Rollen klar verteilten: Hier die Wissenschaftlerin, welche <a href="https://web.archive.org/web/20220922153116/https://www.spiegel.de/panorama/marie-luise-vollbrecht-gender-vortrag-an-der-humboldt-universitaet-nachgeholt-a-63f34714-f86b-4cfe-8115-a7d4f71582b6" target="_blank" rel="noopener">bloss «einen Grundkurs in Biologie» geben will</a>. Da die (gewaltbereiten) «Trans-Aktivisten», die den <a href="https://web.archive.org/web/20220808151245/http://www.welt.de/politik/deutschland/video239804537/Anna-Schneider-Trans-Aktivisten-toeten-den-Diskurs-bevor-er-ueberhaupt-stattfindet.html" target="_blank" rel="noopener">«Diskurs [töten], bevor er überhaupt stattfindet»</a>. Berichte, die <a href="https://web.archive.org/web/20220715114250/https://taz.de/Transfeindlichkeit-an-Universitaet/!5864307/" target="_blank" rel="noopener">aus diesem medial gesetzten Rahmen ausscherten</a>, waren selten.</p>
<p>Diese einseitige Darstellung ist in doppelter Hinsicht problematisch. Erstens, weil so sämtliche Kritik an Vollbrechts Vortrag pauschal in die aktivistische Ecke gedrängt wurde, obwohl es auch viele wissenschaftliche Kritikpunkte daran gab. Zweitens, weil Vollbrecht damit ausschliesslich als Wissenschaftlerin dargestellt wurde, obwohl sie nachweislich selbst aktivistisch in Erscheinung trat. So hatte sie im Vorfeld des Vortrags <a href="https://web.archive.org/web/20221209094757/https://www.evaengelken.de/aufruf-schluss-mit-der-falschberichterstattung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks/" target="_blank" rel="noopener">einen Aufruf unterzeichnet</a>, der von den Medien eine «eine Abkehr von der ideologischen Betrachtungsweise zum Thema Transsexualität» forderte. Der «klar umrissene Begriff des Geschlechts [werde] mit psychologischen und vor allem soziologischen Behauptungen [vermengt]», war darin zu lesen. Die daraus entstehende «Bedeutungsverschiebung» ziele «letztlich auf die Durchsetzung von politischen Forderungen ab». Die Verfasser erklären mit ihrem Aufruf die eigene Verwendung des Begriffs «Geschlecht» in apodiktischer Manier zur allgemeingültigen «naturwissenschaftlichen Tatsache», die keinen Widerspruch duldet. Betrachtungen aus anderen wissenschaftlichen Fächern zum Thema Geschlecht werden demgegenüber zu blossen «Behauptungen» degradiert.</p>
<p>Zu dieser problematischen Haltung passt Vollbrechts Weigerung, sich wissenschaftlicher Kritik an ihrem Vortrag zu stellen. Dass ihre Ausführungen Fehler enthalten könnten, schloss sie nämlich kategorisch aus (<a href="https://web.archive.org/web/20221213225844/https://twitter.com/Frollein_VogelV/status/1547525571063709699" target="_blank" rel="noopener">«Mein Vortrag war korrekt»</a>) und die vorgebrachte Einwände seien <a href="https://web.archive.org/web/20221213225820/https://twitter.com/Frollein_VogelV/status/1551607126354698246?s=20&amp;t=dBhTmK-PM0MQeoYUGLrAsg" target="_blank" rel="noopener">«keine ernstzunehmende inhaltliche Kritik»</a>. Von der unvoreingenommenen und selbstkritischen Haltung, mit der Forschende gemeinhin ihren Anspruch auf einen gesellschaftlichen Sonderstatus verteidigen, ist hier nicht viel zu spüren. Auch Fragen wollte Vollbrecht nicht im Vortragssaal, sondern nur im Chat annehmen <a href="https://web.archive.org/web/20221213225844/https://twitter.com/Frollein_VogelV/status/1547525571063709699" target="_blank" rel="noopener">und die auch nur zu biologischen Sachverhalten</a>, obwohl sie selbst keine Hemmungen hatte, in ihrem Vortrag <a href="https://web.archive.org/web/20221214192445/https://twitter.com/Fionnindy/status/1544290980354052097?s=20&amp;t=FoNGWUij1U55FwWywk9Qfw" target="_blank" rel="noopener">Behauptungen zu sozialwissenschaftlichen Sachverhalten aufzustellen</a>. Mit Wissenschaft hat all das wenig zu tun, dafür ganz viel mit Aktivismus auf Kosten der Wissenschaft.</p>
<h2>Biologie ist Wissenschaft, Genderforschung ist Aktivismus</h2>
<p>Vollbrecht hatte vor ihrem Vortrag auch <a href="https://web.archive.org/web/20221206013701/https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus239113451/Oeffentlich-rechtlicher-Rundfunk-Wie-ARD-und-ZDF-unsere-Kinder-indoktrinieren.html" target="_blank" rel="noopener">einen Meinungsbeitrag in der «Welt» mitverfasst</a>, der die Kernaussagen ihres Aufrufs wiederholte, «Vielgeschlechtlichkeit» pauschal als «Fehlinformation» bezeichnete und den öffentlich-rechtlichen Sendern «ARD» und «ZDF» «Indoktrination» vorwarf. Der Chef des Axel-Springer-Verlags, dem Mutterhaus der «Welt», <a href="https://web.archive.org/web/20221021184623/https://www.welt.de/debatte/plus239180477/Mathias-Doepfner-Unser-Haus-steht-fuer-Vielfalt-und-Freiheit.html" target="_blank" rel="noopener">kritisierte den Text daraufhin als «intolerant und ressentimentgeladen»</a>. <a href="https://taz.de/Umstrittener-Gastbeitrag-in-der-Welt/!5856896/" target="_blank" rel="noopener">Auch anderweitig gab es mediale Kritik</a>. Man hätte also meinen können, dass die Medien bei der Berichterstattung zur Vollbrechts abgesagtem Vortrag auch ihre aktivistischen Tätigkeiten beleuchten würden, da sie diese offensichtlich auf dem Radar hatten. Doch das Gegenteil war der Fall: Viele Medien zeichneten Vollbrecht nicht als Aktivistin, sondern ausschliesslich als Wissenschaftlerin. Ebenso übernahmen sie in der Berichterstattung Vollbrechts aktivistische Perspektive, dass Aktivisten sie mundtot machen würden. Die Universität sei vor <a href="https://web.archive.org/web/20220722043027/https://www.bild.de/politik/2022/politik/biologin-darf-vortrag-ueber-geschlechter-nicht-halten-aktivisten-hatte-zu-demo-a-80578632.bild.html" target="_blank" rel="noopener">«radikalen, gewaltbereiten Aktivisten [eingeknickt], die kein Verständnis von Biologie [hätten]»</a>, mit dem Resultat, <a href="https://web.archive.org/web/20220722043027/https://www.bild.de/politik/2022/politik/biologin-darf-vortrag-ueber-geschlechter-nicht-halten-aktivisten-hatte-zu-demo-a-80578632.bild.html" target="_blank" rel="noopener">«dass eine Wissenschaftlerin nicht über Biologie sprechen [dürfe]»</a>.</p>
<p>Deutlich zeigt sich die Übernahme dieser Perspektive <a href="https://web.archive.org/web/20221124214442/https://www.nzz.ch/international/biologin-vollbrecht-unterliegt-vor-gericht-schliesslich-doch-und-wehrt-sich-weiter-ld.1711930" target="_blank" rel="noopener">in der Berichterstattung der «NZZ»</a>: Dort kämpft «Biologin Vollbrecht» gegen «Trans-Aktivisten». Kritik an den aktivistischen Forderungen von Vollbrecht und ihren Mitstreitern seien ein <a href="https://web.archive.org/web/20220706021548/https://www.nzz.ch/international/transsexualitaet-humboldt-uni-verhindert-vortrag-von-biologin-ld.1691861" target="_blank" rel="noopener">«Beispiel für Cancel-Culture»</a>. Auch in anderen Zeitungen und Zeitschriften – von <a href="https://web.archive.org/web/20220716204145/https://www.nzz.ch/feuilleton/streit-um-gender-der-humboldt-universitaet-entgleitet-die-debatte-ld.1693573?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">der «NZZ»</a> und <a href="https://web.archive.org/web/20220729071023/https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/humboldt-universitaet-wir-muessen-ueber-cancel-culture-reden-18157036.html" target="_blank" rel="noopener">der «FAZ»</a> über <a href="https://web.archive.org/web/20221213050538/https://www.welt.de/politik/deutschland/plus239926193/Marie-Luise-Vollbrecht-Geschlechter-gibt-es-nur-zwei-die-Widerrede-folgt-sofort.html" target="_blank" rel="noopener">die «Welt»</a>, <a href="https://web.archive.org/web/20221109120820/https://www.cicero.de/kultur/transfrauen-biologismus-begriff-streit-soziologie-huempel" target="_blank" rel="noopener">den «Cicero»</a> und <a href="https://web.archive.org/web/20221111163948/https://www.tagesspiegel.de/wissen/berliner-humboldt-uni-sagt-vortrag-von-biologin-zum-thema-geschlecht-ab-4344445.html" target="_blank" rel="noopener">den «Tagesspiegel»</a> bis <a href="https://web.archive.org/web/20220922153116/https://www.spiegel.de/panorama/marie-luise-vollbrecht-gender-vortrag-an-der-humboldt-universitaet-nachgeholt-a-63f34714-f86b-4cfe-8115-a7d4f71582b6" target="_blank" rel="noopener">zum «Spiegel»</a>, <a href="https://web.archive.org/web/20220718161307/https://www.sueddeutsche.de/kultur/vortrag-geschlecht-biologie-humboldt-universitaet-1.5621810?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">zur «Süddeutschen Zeitung»</a> und <a href="https://web.archive.org/web/20220922154705/https://taz.de/Transfeindlichkeit-an-Universitaet/!5864307/" target="_blank" rel="noopener">der «taz»</a> – wurde Marie-Luise Vollbrecht als Doktorandin oder Biologin, nicht als Aktivistin, dargestellt.</p>
<p>Dazu passt, dass viele Medien den Inhalt von Vollbrechts Vortrag als <a href="https://web.archive.org/web/20221213050538/https://www.welt.de/politik/deutschland/plus239926193/Marie-Luise-Vollbrecht-Geschlechter-gibt-es-nur-zwei-die-Widerrede-folgt-sofort.html" target="_blank" rel="noopener">«banales» biologisches Basiswissen</a> bzw. als <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/humboldt-uni-setzt-schlingerkurs-nach-abgesagtem-vortrag-fort-18151679.html" target="_blank" rel="noopener">«Biologie auf Grundstufenniveau»</a> dargestellt haben. Damit stärkten sie das Narrativ, dass Kritik daran rein ideologiegetrieben sei. Denn: Wer derart Banales kritisiert, könne nicht wissenschaftlich redlich handeln, sondern müsse eine versteckte Agenda haben, so die Logik. Doch banal sind die Ausführungen nur, wenn man den engen Geschlechtsbegriff, den aktivistische Forschende wie Vollbrecht allen anderen wissenschaftlichen Disziplinen aufzudrücken versuchen, als den einzig zulässigen betrachten, um die komplexen Phänomene zu beschreiben, die im wissenschaftlichen und alltäglichen Sprachgebrauch als «Geschlecht» bezeichnet werden. <a href="https://web.archive.org/web/20221213230605/https://twitter.com/Fionnindy/status/1544290980354052097?s=20&amp;t=BhfCobGh0H-ghKK5Txq6AQ" target="_blank" rel="noopener">Begründete Kritik</a> an solchen verabsolutierenden Ansprüchen auf Deutungshoheit – <a href="https://web.archive.org/web/20221208222904/https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/sexualwissenschaftler-li.243483" target="_blank" rel="noopener">die es im Übrigen auch innerhalb der Biologie zu hören gab</a> – gehört zum Wesen der Wissenschaft dazu. Unwissenschaftlich sind also nicht diejenigen, die solche Kritik üben, sondern jene, welche sich dagegen immunisieren und die eigene Sichtweise zur einzig massgeblich erheben wollen.</p>
<p>Das soll nicht heissen, dass jede Kritik an Vollbrechts Vortrag begründet gewesen wäre. Sie war nachweislich Anfeindungen ausgesetzt, die mit wissenschaftlichen Einwänden nicht das Geringste zu tun haben. Dass dies medial thematisiert und kritisiert wurde, ist richtig. Irritierend ist jedoch, dass die Medien den Kulturkampf, den Vollbrecht mit anderen Aktivisten ausficht, zu einem Konflikt zwischen Wissenschaft auf der einen und Aktivismus auf der anderen Seite umdeuten. Die tatsächlichen Konfliktlinien waren nämlich vielfältiger. Sie verliefen in erster Linie zwischen unterschiedlichen aktivistischen Positionen und nur zweitrangig zwischen Aktivismus und Wissenschaft, geschweige denn zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Sichtweisen. Hätten Journalisten ihren Job ernst genommen, hätten sie versucht, die Komplexität der Debatte zu adressieren und ihrem Publikum die verschiedenen politischen und wissenschaftlichen Konfliktlinien aufzuzeigen. Stattdessen wählten sie einen medialen Rahmen, der den Schreibtischaktivismus Vollbrechts gekonnt zum Verschwinden brachte, sodass sie – im Gegensatz zu ihren Gegenspielern – eine medial privilegierte Position zugesprochen erhielt, aus der sie agieren konnte.</p>
<h2>Fallbeispiel 3: Vom Partner zum Produkt des Geschäfts</h2>
<p>Die Medienberichterstattung zu Vollbrecht ist ein Extremfall, in dem wesentliche Teile der Medien die eine Seite ausschliesslich als wissenschaftlich, die andere ausschliesslich als aktivistisch darstellen. Häufiger kommt es vor, dass dieselbe Person von gewissen Medien als Aktivist, von anderen als seriöser Wissenschaftler porträtiert wird. Ein illustrierendes Fallbeispiel dafür liefert der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Hirschi" target="_blank" rel="noopener">Wissenschaftshistoriker Caspar Hirschi</a> in seinem <a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/skandalexperten-expertenskandale.html" target="_blank" rel="noopener">Buch «Skandalexperten – Expertenskandale»</a>. Im ersten Kapitel beschreibt Hirschi den Fall des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/David_Nutt" target="_blank" rel="noopener">Psychopharmakologen Prof. Dr. David Nutt</a> und seine Auseinandersetzungen mit der britischen Regierung<a href="#eins">[1]</a>.</p>
<p>Nutt, ein ausgewiesener Fachmann bei der Erforschung der Auswirkungen verschiedener legaler und illegaler Drogen auf die Gesundheit des Menschen, wurde 2008 zum Präsidenten des <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Advisory_Council_on_the_Misuse_of_Drugs" target="_blank" rel="noopener">«Advisory Council on the Misuse of Drugs»</a> ernannt. Doch schon im darauffolgenden Jahr musste er seinen Posten wieder räumen, weil er sich mit der britischen Regierung bezüglich deren Drogenpolitik überworfen hatte. Stein des Anstosses war dabei die von Nutt geplante Überarbeitung des Klassifikationssystems, das die Regierung benutzte, um die Gefährlichkeit von Drogen zu bewerten. Insbesondere Nutts Absicht, die Einordnung der Droge Ecstasy zu überprüfen und in eine niedrigere Gefährlichkeitsstufe einzuordnen, löste politischen Widerstand aus.</p>
<p>Die Auseinandersetzung kostete ihn zwar seinen Posten als politischer Berater, hielt ihn aber nicht davon ab, seinen Einsatz für ein überarbeitetes Klassifikationssystem von Drogen weiterzuführen. Er veröffentlichte entsprechende Fach- und Meinungsartikel in wissenschaftlichen Zeitschriften und meldete sich auch in den Massenmedien wiederholt zu Wort. Dabei verwischte er zusehends die Grenzen zwischen wissenschaftlicher Beratungstätigkeit und Aktivismus, indem er seine Auseinandersetzung mit der Regierung nicht nur auf der Sachebene austrug, sondern sie laut Hirschi zu einem «Grundsatzkonflikt zwischen Wissenschaft und Politik» hochstilisierte <a href="#zwei">[2]</a>. Befreit von «jeglicher Art politischer Einflussnahme» nahm Nutt für sich nicht nur in Anspruch, den wissenschaftlichen Konsens zu vertreten, sondern sogar <a href="http://web.archive.org/web/20221206192907/https://www.drugscience.org.uk/about/" target="_blank" rel="noopener">«die Wahrheit über Drogen»</a> verbreiten zu können <a href="#drei">[3]</a>. Der britischen Regierung warf er vor, <a href="http://web.archive.org/web/20220316121832/https://www.theguardian.com/uk/2010/dec/06/david-nutt-drugs-alcohol" target="_blank" rel="noopener">«nicht logisch über Drogen [nachdenken zu können]»</a>, wohingegen seine eigenen Provokationen – <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0269881108099672" target="_blank" rel="noopener">er hatte Pferdereiten als «Sucht» bezeichnet</a>, die gefährlicher sei als Ecstasy-Konsum – bloss ein <a href="http://web.archive.org/web/20220316121832/https://www.theguardian.com/uk/2010/dec/06/david-nutt-drugs-alcohol" target="_blank" rel="noopener">Anstoss zu einer «rationalen Debatte»</a> gewesen seien. Damit verliess Nutt die Ebene des wissenschaftlichen Experten und verwandelte sich in einen Schreibtischaktivisten.</p>
<p>Nutts Fall ist bemerkenswert, weil er zeigt, dass schreibtischaktivistische Wissenschaftler schnell vom Partner zum Produkt des von Eichenberger angedeuteten Tauschgeschäfts zwischen wissenschaftlicher Legitimation und medialer Reichweite werden. Laut Hirschi waren die britischen Medien an Nutt und seinen Auftritten aus zwei Gründen interessiert: Sie wollten einerseits ein Sensationsbedürfnis befriedigen und andererseits ein Skandalpotential ausschöpfen <a href="#vier">[4]</a>. Das Sensationsbedürfnis bestand in Nutts Aussagen zur Gefährlichkeit verschiedener legaler und illegaler Drogen, die ihnen Schlagzeilen bereiteten wie <a href="http://web.archive.org/web/20160604031627/http://www.theguardian.com/society/2010/nov/01/alcohol-more-harmful-than-heroin-crack" target="_blank" rel="noopener">«Alkohol gefährlicher als Heroin»</a>. Hier zeigen sich Parallelen zu Reiner Eichenbergers CO<sub>2</sub>-Thesen. Eichenbergers Behauptung, Velofahrer seien klimaschädlicher als Autofahrer, widerspricht genauso den allgemein verbreiteten Vorstellungen und ist damit ähnlich sensationswürdig wie Nutts Einschätzung, dass Alkohol gefährlicher sei als Heroin.</p>
<p>Das Skandalpotential von Nutts Geschichte lag laut Hirschi darin, dass sie sich «zu einem Konflikt zwischen Experten und Politikern aufbauen» liess <a href="#fünf">[5]</a>. Hier zeigen sich Parallelen zur medialen Berichterstattung rund um Marie-Luise Vollbrecht. Auch dort dienten ihre inhaltlichen Aussagen nur als mediales Sprungbrett, um von dort auf den Konflikt zwischen Wissenschaft und Aktivismus zu fokussieren. Die Berichterstattung fokussierte zu einem wesentlichen Teil auf die Frage, ob die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr sei oder ob solche Vorträge zugelassen werden müssten. Von dort war es ein Leichtes, weitere Skandale anzuheizen, indem die üblichen Reizwörter wie <a href="https://web.archive.org/web/20221210064406/https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/vortrag-von-marie-luise-vollbrecht-cancel-culture-an-der-humboldt-uni-18146758.html" target="_blank" rel="noopener">«Cancel Culture»</a> oder <a href="https://web.archive.org/web/20221109120820/https://www.cicero.de/kultur/transfrauen-biologismus-begriff-streit-soziologie-huempel" target="_blank" rel="noopener">«Gender-Ideologie»</a> bedient oder neue Provokationen wie <a href="https://web.archive.org/web/20220722041020/https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/abgesagter-geschlechter-vortrag-humboldt-uni-widerspricht-sich-selbst-80591080.bild.html" target="_blank" rel="noopener">«Umerziehungs-Terror»</a> lanciert wurden.</p>
<h2>Missbrauchte Wissenschaft</h2>
<p>Nutts Fall zeigt gut auf, dass sich medialer Schreibtischaktivismus sehr schnell gegen denjenigen wenden kann, der ihn praktiziert. Denn die medialen Geister, die Nutt rief, wurde er nicht mehr los: «Diffamierten konservative Blätter Nutt als arroganten Verharmloser des Drogenkonsums, heroisierten ihn linksliberale Medien zum aufklärerischen Vorkämpfer einer rationalen Drogenpolitik», so Hirschi <a href="#sechs">[6]</a>. Er kommt zum ernüchternden Schluss, dass «Experten als Exponenten der Wissensgesellschaft an medialer Präsenz gewonnen» hätten <a href="#sieben">[7]</a>, aber nun neben der Politik auch den Medien zuarbeiten, wodurch sie «leichter zwischen Hammer und Amboss» gerieten <a href="#acht">[8]</a>. Nutts Fehler lag laut Hirschi nicht darin, öffentlich Kritik zu üben, sondern «die Rolle des offiziellen Experten mit jener des öffentlichen Kritikers zu fusionieren» <a href="#neun">[9]</a>. Angelehnt daran kann man sagen, dass das Problematische des Schreibtischaktivisten nicht darin liegt, Aktivismus zu betreiben, sondern darin, dafür gleichzeitig einen wissenschaftlichen Anspruch zu reklamieren.</p>
<p>Für die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit von Wissenschaft als eine einordnende und selbstkritische Kraft ist das verheerend. Denn über kurz oder lang fallen auch die medialen Privilegien vieler Schreibtischaktivisten in sich zusammen. Hirschi beschreibt dies in Bezug auf David Nutt als «mediales Strohfeuer und rasches Verglühen» <a href="#zehn">[10]</a>. Wenn es aus der Medienperspektive keinen Sinn mehr ergibt, einen Schreibtischaktivisten als seriösen Wissenschaftler zu präsentieren, dann wird er im nächsten Artikel wahlweise als <a href="http://web.archive.org/web/20220708113528/https://www.fr.de/panorama/corona-variante-frankreich-experte-kamerum-mutation-karl-lauterbach-zr-91215408.html" target="_blank" rel="noopener">«umstritten»</a>, <a href="http://web.archive.org/web/20220915114515/https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/aktivistische-wissenschaftler-sind-ein-greuel-17097956.html" target="_blank" rel="noopener">«aktivistisch»</a> oder sogar <a href="https://web.archive.org/web/20220120145126/https://www.deutschlandfunk.de/corona-pandemie-wissenschaftler-die-corona-leugnen-100.html" target="_blank" rel="noopener">«verschwörungstheoretisch»</a> dargestellt. Solche Kategorisierungen erfolgen nicht willkürlich, aber sie folgen einer medialen und keiner wissenschaftlichen Logik. Für eine Wissenschaft, die in den Medien privilegiert behandelt werden will, ist das insofern gefährlich, als solche medialen «Umetikettierungen» auch dem Publikum nicht verborgen bleiben. Damit wird aber jenes Narrativ genährt, das die Wissenschaft bloss als eine beliebige Meinung unter vielen betrachtet, im Sinne von: Diese Experten behaupten mal dies, mal das und wissen selbst nicht, wovon sie sprechen.</p>
<p>Mit jedem «medialen Strohfeuer», das ein Schreibtischaktivist entfacht und das über kurz oder lang mit seinem «Verglühen» endet, verglüht auch ein Teil des Nimbus der wissenschaftlichen Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit und Universalität. Das kann durchaus wünschenswert sein, wenn dadurch jene Wissenschaftler verstärkt Gehör erhalten, die ein realistisches Bild davon vermitteln, was Wissenschaft kann oder eben nicht kann. In der gegenwärtigen Medienlandschaft scheint es jedoch wahrscheinlicher, dass es in den Medien zu einer Polarisierung zwischen populistischer Wissenschaftskritik auf der einen Seite und unreflektierter Wissenschafts-PR auf der anderen Seite kommt. Auch das bewegt die Gemüter, aber vermutlich nicht in eine Richtung, die Wissenschaft und Gesellschaft zuträglich ist.</p>
<p>Bild: Keystone</p>
<p><em><small>Relevante Interessenverbindungen<br />
Ich arbeite als in Biostatistiker an der Universität Zürich und betätige mich ehrenamtlich – und manchmal auch aktivistisch – in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen wie der Ideenschmiede «Reatch! Research. Think. Change.», die sich für eine wissenschaftsfreundliche Kultur einsetzt. Siehe hier für eine vollständige Liste aller Interessenverbindungen.</small></em></p>
<p><small>Dank<br />
Ich danke Michaela Egli, Caspar Hirschi, Nick Lüthi, Tanja Rechnitzer und Sarah Scheidmantel für kritische Anmerkungen zum Text. Verbleibende Fehler und Unstimmigkeiten liegen allein in meiner Verantwortung.</small></p>
<p><small><strong>Referenzen:</strong><br />
<a name="eins"></a>[1] Ibid. S. 47. Eine fast deckungsgleiche Rhetorik legten einige Jahre später einige Mitglieder der Schweizer Swisscovid-Taskforce bei ihrem Rücktritt an den Tag. Sie bemängelten das «politische Korsett» der Regierung und versprachen nach ihrem Rücktritt «ungefilterte wissenschaftliche Aufklärung». Siehe dazu: Servan Grüninger (2021.04.28). <a href="https://web.archive.org/web/20210428121245/https://www.nzz.ch/zuerich/meinung/corona-debatte-forscher-sollten-politik-nicht-unterschaetzen-ld.1613550?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">Denn sie wissen was sie tun: warum Forschende aufhören sollten, Politiker zu unterschätzen.</a> Neue Zürcher Zeitung.<br />
<a name="zwei"></a>[2] Hirschi, C. (2018). Skandalexperten, Expertenskandale: Zur Geschichte eines Gegenwartsproblems. Matthes &amp; Seitz Berlin Verlag. S. 30-48<br />
<a name="drei"></a>[3] Ibid. S. 47<br />
<a name="vier"></a>[4] Ibid. S. 53<br />
<a name="fünf"></a>[5] Ibid. S. 54<br />
<a name="sechs"></a>[6] Ibid. S. 54<br />
<a name="sieben"></a>[7] Ibid. S. 55<br />
<a name="acht"></a>[8] Ibid. S. 55<br />
<a name="neun"></a>[9] Ibid. S. 58<br />
<a name="zehn"></a>[10] Ibid. S. 58</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/15/kleben-und-schreiben-wissenschaftlicher-aktivismus-auf-der-strasse-und-in-der-zeitung/">Kleben und schreiben: Wissenschaftlicher Aktivismus auf der Strasse und in der Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Wer als Wissenschaftler an die Öffentlichkeit tritt, muss Politik und Medien verstehen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/15/wer-als-wissenschaftler-an-die-oeffentlichkeit-tritt-muss-politik-und-medien-verstehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Servan Grüninger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2022 14:22:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Süsstrunk]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizerischer Wissenschaftsrat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Forschung und politischer Aktivismus schliessen sich nicht a priori aus, findet Sabine Süsstrunk. Dennoch rät die Präsidentin des Schweizerischen Wissenschaftsrats SWR, dass Forschende klar zwischen Forschung, Beratung und Aktivismus trennen sollten. Und sie hat Verständnis, wenn die Politik nicht jeder wissenschaftlichen Empfehlung folgt. Das Klima ist zurück in den Medien. Nachdem Corona zwei Jahre lang <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/15/wer-als-wissenschaftler-an-die-oeffentlichkeit-tritt-muss-politik-und-medien-verstehen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/15/wer-als-wissenschaftler-an-die-oeffentlichkeit-tritt-muss-politik-und-medien-verstehen/">«Wer als Wissenschaftler an die Öffentlichkeit tritt, muss Politik und Medien verstehen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Forschung und politischer Aktivismus schliessen sich nicht a priori aus, findet Sabine Süsstrunk. Dennoch rät die Präsidentin des Schweizerischen Wissenschaftsrats SWR, dass Forschende klar zwischen Forschung, Beratung und Aktivismus trennen sollten. Und sie hat Verständnis, wenn die Politik nicht jeder wissenschaftlichen Empfehlung folgt.</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignnone wp-image-101453 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/12/MW-Interview-Sabine-Suesstrunk-20221215-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Das Klima ist zurück in den Medien. Nachdem Corona zwei Jahre lang die Schlagzeilen dominiert hatte, sorgten 2022 zahlreiche legale und illegale Klimaproteste dafür, dass sich nicht nur das Klima, sondern auch die Diskussion darüber erhitzte. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9h0tB0RrqQA" target="_blank" rel="noopener">«Hört auf die Wissenschaftler!»</a>, war dabei oft zu hören. Die Forderung, die die Klimaaktivistin Greta Thunberg 2019 ans amerikanische Parlament gestellt hat, ist zu einem Schlachtruf der Klimabewegung geworden. Dahinter steckt eine Überzeugung, die bei vielen Wissenschaftlern tief verankert ist. Sie lautet: <a href="https://academic.oup.com/spp/advance-article-abstract/doi/10.1093/scipol/scac046/6674005?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="noopener">Schlechte Politik ist das Resultat von Ignoranz</a> – wüssten Politiker, was Wissenschaftler wissen, würden sie bessere Entscheide treffen.<br />
</p>
<p>Erstaunlicherweise scheint auch der Schweizer Bundesrat der Überzeugung zu sein, dass es <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-91860.html" target="_blank" rel="noopener">mehr Wissenschaft in der Politik braucht</a> – zumindest in Krisenzeiten. Er kündigte jüngst an, Prozesse etablieren zu wollen, um wissenschaftliche Expertise im Ernstfall schnell und effektiv in die Politik fliessen zu lassen. Dabei stützte er sich wesentlich auf einen Bericht des Schweizerischen Wissenschaftsrates (<a href="https://wissenschaftsrat.ch/images/stories/pdf/de/SWR_2022_Wissenschaftliche_Politikberatung.pdf" target="_blank" rel="noopener">«Wissenschaftliche Politikberatung in Krisenzeiten»</a>). Darin wird unter anderem empfohlen, die Vernetzung von Wissenschaft und Politik zu fördern und die Kapazitäten für wissenschaftliche Politikberatung auszubauen. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen in der Pandemie rät der Bericht aber auch zu klaren Regeln für wissenschaftliche Taskforces in Krisenzeiten.</p>
<p>Sabine Süsstrunk ist <a href="https://people.epfl.ch/sabine.susstrunk" target="_blank" rel="noopener">Professorin an der EPFL in Lausanne</a> und die aktuelle Präsidentin des <a href="https://www.wissenschaftsrat.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">Schweizerischen Wissenschaftsrates</a>. Die Medienwoche hat mit ihr über aktivistische Klimaforschende, Wissenschaftsberatung in Krisenzeiten und das wissenschaftliche Gehör der Politik gesprochen.</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Frau Süsstrunk, Sie meinten kürzlich: «Man hört in Bern durchaus auf die Wissenschaft.» Wenn man mit Forschenden spricht, scheinen das viele anders zu sehen. Wie kommen Sie zur Einschätzung, dass die Politik ein offenes Ohr für die Wissenschaft hat?</p>
</div><div class="answer"><h4>Sabine Süsstrunk:</h4> <p>Aus Erfahrung. Der Schweizerische Wissenschaftsrat berät den Bundesrat ja in wissenschaftspolitischen Fragen, also im Bereich von Policy for Science. Zudem evaluieren wir alle vier Jahre Forschungseinrichtungen von nationaler Bedeutung. In beiden Fällen können wir recht gut sehen, zum Beispiel anhand der Verteilung von Fördergeldern, dass der Bund unseren Empfehlungen oft folgt. Aber der Wissenschaftsrat ist natürlich nicht der einzige Kanal, über den Wissenschaft in die Politik gelangt. Bei der Bundesverwaltung wird beispielsweise sehr viel Forschung zu politisch relevanten Sachfragen betrieben – und zwar von Wissenschaftlern, die direkt beim Bund angestellt sind, oder aber an Hochschulen und sonstigen Institutionen, die für den Bund forschen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Für die Wetterprognosen von Meteo Schweiz zum Beispiel.</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Genau. Aber es gibt natürlich auch Bereiche, bei denen die Verbindung von Forschung und Politik weniger stark ausgeprägt ist.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Zum Beispiel?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Während der Pandemie hat sich beispielsweise gezeigt, dass die für die Behörden zugängliche wissenschaftliche Beratung zur Bewältigung der Krise nicht ausreichte. Deshalb wurde dann ja auch eine wissenschaftliche Taskforce gegründet, die ebenfalls von der Politik gehört wurde. Der Bundesrat hat ja viele Empfehlungen der Taskforce übernommen und implementiert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Das heisst umgekehrt aber auch: Dort, wo etablierte Strukturen für solche Forschung oder eine Taskforce fehlen, hat es die Wissenschaft schwerer, gehört zu werden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Ganz genau. Aus diesem Grund haben wir in unserem jüngsten Bericht auch erläutert, warum es mehr Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik braucht – aber nicht unbedingt in Form von schwerfälligen Organisationen. Natürlich könnte man für jede Krise oder jede potentielle Krise ein eigenes Institut an einer Universität eröffnen oder verwaltungsinterne Forschungsstellen aufbauen, aber das wäre unrealistisch.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wir plädieren dafür, mehr Schnittstellen zu schaffen, an denen sich Wissenschaft und Politik schon vor einer Krise begegnen können.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was braucht es stattdessen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Am Ende des Tages ist erfolgreiche Politikberatung eine Beziehungsfrage: Wenn man sich vor einer Krise schon kennt und vertraut, dann hört man auch eher aufeinander, wenn es brennt – das ist nur menschlich. Aus diesem Grund sollten die Beziehungen zwischen Wissenschaftlern und Politikern viel aktiver gepflegt werden. Wissenschaftler sollten wissen, wie sie an Politik und Verwaltung herantreten können, um ihre Expertise zu teilen. Und gleichzeitig muss auch die Politik wissen, wie sie zu verlässlicher wissenschaftlicher Expertise kommt, wenn noch keine bestehenden Gefässe dafür vorhanden sind. Aus diesem Grund plädieren wir dafür, mehr Schnittstellen zu schaffen, an denen sich Wissenschaft und Politik schon vor einer Krise begegnen können.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber reicht das, um gehört zu werden? Anders gefragt: Woher wissen Sie, ob eine wissenschaftliche Empfehlung auch tatsächlich angekommen ist?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Wenn etwas in der Politik diskutiert wird, dann wissen wir, dass wir gehört wurden. Beim Covid-Gesetz, aber auch beim abgelehnten CO<sub>2</sub>-Gesetz hat man gut gesehen, dass viele wissenschaftliche Empfehlungen von der Politik umgesetzt wurden. Aber, das muss man dazu schon auch sagen: Die Politik muss bei ihren Entscheiden nicht nur die Wissenschaft, sondern die Gesellschaft als Ganzes berücksichtigen. Sie muss Entscheide treffen zum Wohle der Bevölkerung, aber die Bevölkerung muss diese Entscheide auch mittragen können. Damit eine Empfehlung ankommt, muss sie also nicht nur wissenschaftlich, sondern auch sozial und politisch umsetzbar sein. Sie muss von der Bevölkerung akzeptiert werden. Über die Akzeptanz politischer Massnahmen in Krisenzeiten haben wir in diesem Jahr übrigens auch einen Bericht verfasst. Dass einige Wissenschaftler – ob bei Corona oder beim Klima – deshalb das Gefühl haben, die Politik höre zu wenig auf sie, kann ich zwar nachvollziehen, aber …</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber was?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Belassen wir es mal bei: Ich kann es nachvollziehen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Der jüngste Bericht des Wissenschaftsrates hält fest, dass es gerade in Krisenzeiten mehr Kanäle brauche, damit Wissenschaft und Politik direkt miteinander kommunizieren können. Spräche das angesichts der Klimakrise nicht für eine Klima-Taskforce, analog der Corona-Taskforce?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Ich verstehe eine Krise als etwas, das lokalisierbare und zeitlich beschränkte Auswirkungen hat. So gesehen ist die Klimaerwärmung selbst keine Krise, löst aber ganz viele Krisen aus – und zwar global. In der Schweiz müssen wir ehrlicherweise sagen, dass wir die Auswirkungen der Klimaerwärmung noch kaum als Krise erlebt haben, ganz im Gegensatz zu Ländern, wo wegen fehlendem Regen und Ernteausfällen Menschen verhungern. Weil die Klimaerwärmung globale Auswirkungen hat, bräuchte es eher eine globale Klima-Taskforce. Aber man hat ja bei der Weltklimakonferenz in Ägypten gesehen, wie schwierig es ist, global alle an einen Tisch zu bekommen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Vielen scheint aber die Geduld auszugehen. Dieses Jahr klebten sich Klimaaktivsten um die Gruppierung Renovate Switzerland an Autostrassen fest und bewarfen das Gebäude des Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation mit Farbe. Mitgemacht haben auch Forschende, denen der aktuelle Klimakurs der Schweizer Politik nicht ambitioniert genug ist. Wie aktivistisch dürfen Forschende auftreten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Aktivismus und auch ziviler Ungehorsam haben auf jeden Fall ihren Platz in einer Demokratie, gerade wenn es darum geht, breite Debatten zu lancieren. Die Konsequenzen der Klimaerwärmung müssen ja nicht nur in der Politik und in der Wissenschaft diskutiert werden, sondern innerhalb der Gesellschaft als Ganzes. Ansonsten wird es schwierig, Massnahmen zu ergreifen, die auch von einer Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werden.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Man muss klar kommunizieren, welchen Hut man trägt, wenn man an die Öffentlichkeit tritt.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber geht Aktivismus auch mit Wissenschaft zusammen? Das sind ja doch zwei sehr unterschiedliche Tätigkeiten.</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Man muss klar kommunizieren, welchen Hut man trägt, wenn man an die Öffentlichkeit tritt. Wenn ich als Forscherin zu aktivistischen Mitteln greifen würde, dann müsste ich deutlich klarmachen, dass ich so etwas nicht als Präsidentin des Wissenschaftsrates mache, sondern als Privatperson. Ich denke, man muss solche Aktivitäten zurückstecken, sobald man eine offizielle Beratungsrolle übernimmt. Da braucht es ein bisschen Gespür dafür, welche Rollen sich mit Aktivismus vereinbaren lassen und welche nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Professorin Julia Steinberger ist IPCC-Autorin und zugleich eine der Forschenden, die an Protestaktionen von Renovate Switzerland teilgenommen. Auf Twitter schreibt sie, Schweizer Politiker sollen «ihren verdammten Job» machen und die Schweizer Bevölkerung vor der Klimakrise schützen. Renovate Switzerland hat sich sogar das erklärte Ziel gesetzt, «die Regierung zu konkreten Massnahmen zu zwingen». Wie fordernd darf man als Forscher gegenüber der Politik auftreten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Persönlich stört es mich nicht, wenn eine Professorin wie Julia Steinberger an Protestaktionen teilnimmt oder Forderungen stellt, aber vielleicht hätte sie klarer kommunizieren müssen, dass sie das als Privatperson, als Bürgerin der Schweiz macht, die über die Konsequenzen des Klimawandels stark besorgt ist.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Julia Steinberger hat aber von sich aus gesagt, dass sie nicht nur «als Mutter, als Bürgerin, als Lehrerin», sondern eben auch «als Wissenschaftlerin» protestiert.</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Auch das ist in meinen Augen zulässig. Heikler ist der Bezug als Leitautorin des IPCC, aber diesen Bezug hat sie ja nicht selbst hergestellt, das waren die Medien. Ich finde, sie hat das eigentlich klar kommuniziert und ihre Rolle als Mutter an erste Stelle gesetzt. Dass sie besorgt ist um die kommenden Generationen – ich kann das absolut nachvollziehen.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Ich sehe auch die Gesellschaft in der Pflicht zu verstehen, dass Forschende auch Meinungen haben, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben, und dass sie die auch haben dürfen.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Machen Sie es aktivistisch tätigen Wissenschaftlern da nicht zu einfach? Wenn ich als Forscher an die Öffentlichkeit gehe, dann wird mir doch viel eher zugehört, als wenn ich als Privatperson spreche. Als Forscher vertrauen die Menschen darauf, dass ich ihnen nicht nur eine beliebige Meinung, sondern wissenschaftlich fundierte Einschätzungen biete. Wie kann eine Leserin, ein Fernsehzuschauer erkennen, ob jemand als Forscherin oder als Bürgerin spricht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Das ist eine gute Frage. Wissenschaftler sind selbstverständlich zur Transparenz darüber verpflichtet, was ihre persönliche Meinung ist und was die wissenschaftliche Faktenlage wiedergibt. Ebenso sollten sie klarmachen, was wissenschaftlich geklärt ist und wo es auch innerhalb der Wissenschaften Meinungsverschiedenheiten gibt. Aber Wissenschaftler sind keine allwissenden Götter, sondern auch nur Menschen. Da sehe ich dann auch die Gesellschaft in der Pflicht zu verstehen, dass Forschende auch Meinungen haben, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben, und dass sie die auch haben dürfen. Und da ist es dann auch an den Medien und an uns allen, diese Meinungen korrekt einzuordnen. Nicht als fundierte Faktenaussage, sondern als Äusserungen einer Privatperson.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Innerhalb der Wissenschaften gibt es viele formale Regeln und Forschungsstandards. Wenn es um den Austausch mit der Politik geht, dominiert aber der informelle Austausch. Bräuchte es hier nicht ebenfalls formale Kriterien und Mechanismen, um die Qualität wissenschaftlicher Politikberatung zu gewährleisten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Süsstrunk:</h4> <p>Wissenschaftliche Resultate in Medien oder Politik zu tragen und so zu erklären, dass es die Leute verstehen, ist eine wichtige Aufgabe. Dennoch glaube ich nicht, dass das alle Forschenden machen müssen. Doch wer als Wissenschaftler an die Öffentlichkeit tritt, muss Politik und Medien verstehen. Ich bin deshalb dafür, dass alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die irgendwann mal in die Politikberatung gehen, auch erklärt bekommen, wie das funktioniert. Ebenso finde ich, dass es viel mehr Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus braucht, und dass das gelehrt und geübt werden muss. Wir haben in unserem Bericht ja auch vorgeschlagen, dass Hochschulen Wissenschaftskommunikation und Politikberatung stärker pflegen und fördern könnten im Rahmen ihrer Tätigkeiten. Wie gesagt: Nicht für alle Forschenden, aber zumindest so, dass diese Aufgaben mehr oder – wenn ich das so sagen darf – auch besser erledigt werden als heute.</p>
</div></p>
<p>Bild: Keystone</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/15/wer-als-wissenschaftler-an-die-oeffentlichkeit-tritt-muss-politik-und-medien-verstehen/">«Wer als Wissenschaftler an die Öffentlichkeit tritt, muss Politik und Medien verstehen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>&#8222;Auf YouTube können sich alle einigen&#8220;</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/06/auf-youtube-koennen-sich-alle-einigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2022 08:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist YouTube die ideale Plattform für Wissenschaftskommunikation? Seit Juli 2021 bespielt die TU Dresden zwei neue YouTube Kanäle mit unterschiedlichen Formaten. Ein Gespräch mit dem Kommunikationsmanager Karl Jeremias Donath über den Inhalt der Kanäle, zukünftige Themen und persönliche Lieblingsmomente des letzten Jahres.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist YouTube die ideale Plattform für Wissenschaftskommunikation? Seit Juli 2021 bespielt die TU Dresden zwei neue YouTube Kanäle mit unterschiedlichen Formaten. Ein Gespräch mit dem Kommunikationsmanager Karl Jeremias Donath über den Inhalt der Kanäle, zukünftige Themen und persönliche Lieblingsmomente des letzten Jahres.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/06/auf-youtube-koennen-sich-alle-einigen/">„Auf YouTube können sich alle einigen“</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Wir können komplexe Probleme nur gemeinsam lösen“</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/22/wir-koennen-komplexe-probleme-nur-gemeinsam-loesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2022 09:08:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Digitale Transformation, Demokratiekrise und Desinformation sind nur drei von zahlreichen aktuellen Herausforderungen. Dejan Mihajlović berichtet aus seinen Erfahrungen als Pädagoge, wie man ihnen begegnen kann – und welche Rolle die Demokratisierung von Wissen und der Abbau von Machtstrukturen bei der gesellschaftlichen Transformation spielen sollten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/22/wir-koennen-komplexe-probleme-nur-gemeinsam-loesen/">„Wir können komplexe Probleme nur gemeinsam lösen“</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Digitale Transformation, Demokratiekrise und Desinformation sind nur drei von zahlreichen aktuellen Herausforderungen. Dejan Mihajlović berichtet aus seinen Erfahrungen als Pädagoge, wie man ihnen begegnen kann – und welche Rolle die Demokratisierung von Wissen und der Abbau von Machtstrukturen bei der gesellschaftlichen Transformation spielen sollten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/22/wir-koennen-komplexe-probleme-nur-gemeinsam-loesen/">„Wir können komplexe Probleme nur gemeinsam lösen“</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Frauen müssen sich viel besser vernetzen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/18/frauen-muessen-sich-viel-besser-vernetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 08:06:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Infect-Net]]></category>
		<category><![CDATA[Infektionsforscherinnen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=100125</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Projekt «Infect-Net» will Infektionsforscherinnen in Deutschland sichtbarer machen. Ein Gespräch mit der Professorin für Infektionsbiologie und Projektverantwortlichen Gabriele Pradel über die angestrebten Maßnahmen, die Empfehlungskultur und Frauen in der Wissenschaft.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/18/frauen-muessen-sich-viel-besser-vernetzen/">«Frauen müssen sich viel besser vernetzen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ph-article-header-title">
<div class="ph-article-text-lead">
<p>Das Projekt «Infect-Net» will Infektionsforscherinnen in Deutschland sichtbarer machen. Ein Gespräch mit der Professorin für Infektionsbiologie und Projektverantwortlichen Gabriele Pradel über die angestrebten Maßnahmen, die Empfehlungskultur und Frauen in der Wissenschaft.</p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>«Kommunikation sollte ein abgestimmter klarer Prozess sein»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/06/kommunikation-sollte-ein-abgestimmter-klarer-prozess-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 07:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemieforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Krisen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Prozess]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=99910</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die von der DFG ins Leben gerufene „Kommission für Pandemieforschung“ veröffentlichte eine Stellungnahme mit Schlussfolgerungen zur Corona-Pandemie und Empfehlungen für künftige Krisen. Welchen Stellenwert Wissenschaftskommunikation darin einnimmt, erzählt Britta Siegmund im Interview.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die von der DFG ins Leben gerufene „Kommission für Pandemieforschung“ veröffentlichte eine Stellungnahme mit Schlussfolgerungen zur Corona-Pandemie und Empfehlungen für künftige Krisen. Welchen Stellenwert Wissenschaftskommunikation darin einnimmt, erzählt Britta Siegmund im Interview.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/06/kommunikation-sollte-ein-abgestimmter-klarer-prozess-sein/">«Kommunikation sollte ein abgestimmter klarer Prozess sein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Ich bin ein Misfit»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/27/ich-bin-ein-misfit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 07:39:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Ghostwriting]]></category>
		<category><![CDATA[Brücken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=99720</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie können wir eine wünschenswerte Zukunft gestalten? Ein Gespräch mit der Transformationsforscherin Maja Göpel über die Rolle der Wissenschaft in Zeiten des Wandels, Brücken bauen durch Kommunikation und Ghostwriting-Vorwürfe.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="ph-article-header-title">
<div class="ph-article-text-lead">
<p>Wie können wir eine wünschenswerte Zukunft gestalten? Ein Gespräch mit der Transformationsforscherin Maja Göpel über die Rolle der Wissenschaft in Zeiten des Wandels, Brücken bauen durch Kommunikation und Ghostwriting-Vorwürfe.</p>
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		<item>
		<title>«Nicht irgendwo anfangen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/22/nicht-irgendwo-anfangen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 07:07:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Praxistipps]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=99601</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer mit Wissenschaftskommunikation starten will, braucht ein Konzept. In ihrem Buch gibt Journalistin und Mediencoach Viola Falkenberg Tipps für die Praxis. Ein Gespräch über Anforderungen an kommunizierende Forschende, Zielgruppen und die Notwendigkeit eines guten Plans.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="ph-article-header-title">
<div class="ph-article-text-lead">
<p>Wer mit Wissenschaftskommunikation starten will, braucht ein Konzept. In ihrem Buch gibt Journalistin und Mediencoach Viola Falkenberg Tipps für die Praxis. Ein Gespräch über Anforderungen an kommunizierende Forschende, Zielgruppen und die Notwendigkeit eines guten Plans.</p>
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</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/22/nicht-irgendwo-anfangen/">«Nicht irgendwo anfangen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Das ist die Art von Analyse, die wir brauchen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/14/das-ist-die-art-von-analyse-die-wir-brauchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2022 14:56:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=98549</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Militärhistoriker aus Östrerreich avancierte mit seinen regelmässigen Analysen des Kriegsverlaufs in der Ukraine zum Youtube-Star. Das liegt vor allem an seinem nüchternen und neutralen Ton, für den ihn das Publikum überschwänglich lobt. Ein Schweizer Pendant wird es so schnell nicht geben, obwohl die Voraussetzungen dafür vorhanden wären. Keine drei Minuten dauerte der erste Auftritt. <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/14/das-ist-die-art-von-analyse-die-wir-brauchen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Militärhistoriker aus Östrerreich avancierte mit seinen regelmässigen Analysen des Kriegsverlaufs in der Ukraine zum Youtube-Star. Das liegt vor allem an seinem nüchternen und neutralen Ton, für den ihn das Publikum überschwänglich lobt. Ein Schweizer Pendant wird es so schnell nicht geben, obwohl die Voraussetzungen dafür vorhanden wären.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98550" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/YouTube-oesterreichisches-Bundesheer-20220714-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Keine drei Minuten dauerte der erste Auftritt. Am 4. März 2022 erklärte <a href="https://youtu.be/wSDP-CmwcNM" rel="noopener" target="_blank">Markus Reisner auf Youtube</a> in aller Kürze die Gliederung einer sogenannten Bataillonskampfgruppe mit denen die russische Armee ab Ende Februar in die Ukraine eingedrungen war. Reisner landete damit einen Instant-Erfolg, das begeisterte Publikum wünschte sich mehr davon. «Würde mir sogar längere und ausführlichere Analysen ansehen!», schrieb ein Zuseher. Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Inzwischen dauern die Videos jeweils eine gute Viertelstunde.<br />
</p>
<p>Seit März trat der Militärwissenschaftler Reisner ein Dutzend Mal vor die Kamera, um das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine zu analysieren. Der Oberst des österreichischen Bundesheers ist <a href="https://www.bundesheer.at/wissen-forschung/publikationen/person.php?id=1606" rel="noopener" target="_blank">promovierter Historiker</a> und leitet an der <a href="https://www.milak.at/" rel="noopener" target="_blank">Theresianischen Militärakademie</a> die <a href="https://www.milak.at/forschung" rel="noopener" target="_blank">Forschungs- und Entwicklungsabteilung</a>. Ausserdem blickt er auf eine lange Karriere in der Armee zurück mit zahlreichen Einsätzen in Kriegs- und Krisengebieten auf der ganzen Welt, von Afghanistan bis zur Zentralafrikanischen Republik.</p>
<blockquote><p>Die Faktendichte, die einfachen, dafür umso verständlicheren Visualisierungen des Kriegsverlaufs und die gut verdaubare Dauer von einer Viertelstunde machen die Videoanalysen zum Erfolgsformat.</p></blockquote>
<p>Mit dem glattrasierten Kopf und den sanften Gesichtszügen sieht der Mittvierziger jünger aus. Und trotz Uniform wirkt Reisner nahbar und authentisch. Dazu trägt auch seine natürliche Sprache bei. Jargon verwendet er nur wohldosiert oder erklärt sie ausführlich, wie  im Video zur militärischen Formation der sogenannten Bataillonskampfgruppe. Reisners Auftritte wirken insgesamt etwas spröde, er zündet kein rhetorisches Feuerwerk. Doch das hält einen nicht davon ab, seinen Ausführungen zu folgen. Im Gegenteil: Die Faktendichte, die einfachen, dafür umso verständlicheren Visualisierungen des Kriegsverlaufs und die gut verdaubare Dauer von einer Viertelstunde machen die Videoanalysen zum Erfolgsformat.</p>
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</p></div>
<p>	<script type="application/ld+json">{"@context":"http:\/\/schema.org\/","@id":"https:\/\/medienwoche.ch\/2022\/07\/14\/das-ist-die-art-von-analyse-die-wir-brauchen\/#arve-youtube-55fjoop4akq-2","type":"VideoObject","embedURL":"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/55fJOOP4AkQ?feature=oembed&iv_load_policy=3&modestbranding=1&rel=0&autohide=1&playsinline=0&autoplay=0"}</script></p>
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<p>Inzwischen zählen die einzelnen Folgen bis zu 600&#8217;000 Aufrufe auf Youtube, ein Vielfaches der Abonnent:innen des Bundesheer-Kanals. Und nicht nur die Quantität lässt sich sehen, auch die Qualität der User-Kommentare spricht für den Erfolg. Obwohl der Krieg gegen die Ukraine auf Social Media polarisiert und jede Seite der anderen Propaganda und manipulative Kommunikation vorwirft, schafft es Markus Reisner, glaubwürdig einen neutralen Standpunkt einzunehmen. «Das ist die Art von Analyse, die wir brauchen: unparteiisch, technisch, gut informiert. Das ist keine Propaganda von einer der beiden Seiten», schreibt ein begeisterter Zuschauer. Und ein anderer hält erstaunt fest, er hätte nie gedacht, «dass eine offizielle Regierungsquelle eine so objektive Analyse liefern kann.»</p>
<p>Verantwortlich für die Auftritte Reisners zeichnet das fünfköpfige Online-Team aus der Kommunikationsabteilung des österreichischen Bundesheers. «Wir haben den Erfolg nicht erwartet», sagt Alexander-Philipp Lintenhofer im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Der Leiter des Online-Teams machte in der Vergangenheit eher die Erfahrung, «dass die Leute Militär sehen wollen, wenn Militär draufsteht, also Action». Solche Videos finden sich auf dem Youtube-Kanal des Bundesheers auch. Dass die nüchternen Analysen trotzdem gut ankommen, erklärt sich Lintenhofer damit, dass sie einen weissen Fleck füllen. «Wir haben gesehen, dass man zum Ukraine-Krieg wirklich viel Informationen findet: über die humanitäre Katastrophe, über die politischen Aspekte. Aber weniger Information zum konkreten militärischen Geschehen. Da haben wir uns gedacht: Dann liefern wir diese Information ganz einfach», sagte Lintenhofer im Juni dem österreichischen <a href="https://www.profil.at/gesellschaft/brodnig-sproede-aber-gut-so/402024924" rel="noopener" target="_blank">Magazin «Profil»</a>. Inzwischen zeichnet Oberst Reisner seine Analysen in englischer Sprache auf und stösst auch damit auf begeisterte Reaktionen beim Publikum. Negative Rückmeldungen sind Lintenhofer keine bekannt.</p>
<blockquote><p>«Wir handeln nach der Prämisse, dass auf Social Media Authentizität wichtiger ist als aufwändige Hochglanzproduktionen.»<br />
<small>Alexander-Philipp Lintenhofer, Kommunikation Bundesheer</small></p></blockquote>
<p>Auch wenn das Bundesheer den Erfolg nicht erwartet hatte, erklären können sie ihn sich schon. Neben dem exklusiven und im deutschsprachigen Raum konkurrenzlosen Inhalt, sieht Alexander-Philipp Lintenhofer auch die Form als entscheidenden Faktor: «Das Einfache führt zum Erfolg», zitiert Lintenhofer einen militärischen Grundsatz. Mit mehr Technik würde die Produktion komplexer und die Videos länger. «Wir handeln nach der Prämisse, dass auf Social Media Authentizität wichtiger ist als aufwändige Hochglanzproduktionen.» Gute Erfahrungen machte das Bundesheer mit diesem Grundsatz bereits mit dem textbasierten Format <a href="https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=11377" rel="noopener" target="_blank">«3 Fragen, 3 Antworten»</a> zum Ukraine-Krieg.</p>

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            [rml_read_more]
<p>Das Rezept für die Videoanalysen sieht einfach aus: Man nehme eine kamerataugliche Fachperson, lasse sie mit militärwissenschaftlicher Expertise und in verständlicher Sprache das Kriegsgeschehen analysieren; bei der Präsentation verzichte man auf technischen Firlefanz. Nach diesem Muster verfährt auch die <a href="https://youtu.be/x4IJ6X7X8y0" rel="noopener" target="_blank">deutsche Bundeswehr</a>, die auf ihrem Youtube-Kanal in ähnlicher Weise wie die Österreicher das Kriegsgeschehen analysiert. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Das Gespräch wird moderiert, was bisweilen etwas ungelenk daherkommt und die Videos unnötig in die Länge zieht. Doch auch die Analysen der Bundeswehr erhalten praktisch ausschliesslich positive Reaktionen, stossen aber nicht ganz auf das gleiche Interesse wie die Videos von Markus Reisner.</p>
<blockquote><p>Die Militärakademie an der ETH Zürich setzt auf konventionelle Medienarbeit. Einen Schweizer Markus Reisner wird es nicht geben.</p></blockquote>
<p>Dessen Glaubwürdigkeit stärkt zudem die Tatsache, dass Österreich ein neutraler Staat ist, im Gegensatz zu Deutschland. Diese Voraussetzung würden auch Institutionen aus der Schweiz erfüllen. Doch die <a href="https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/kdo-ausb/hka/milak.html" rel="noopener" target="_blank">Militärakademie an der ETH Zürich</a> winkt ab. Die Frage der MEDIENWOCHE, ob sie ihr Wissen etwas offensiver und breiter zugänglich zu machen gedenke, beantwortet ein Sprecher mit dem Verweis auf die regelmässige Medienpräsenz ihrer Fachleute. Mit anderen Worten: Fehlanzeige, einen Schweizer Reisner wird es nicht geben.</p>
<p>Die andere akademische Institution, die das fachliche Potenzial hätte, ihr Know-how zum Ukraine-Krieg breiter und direkter zu vermitteln, wäre das <a href="https://css.ethz.ch/" rel="noopener" target="_blank">Center for Security Studies CSS</a> der ETH. Bereits heute sind die Expertinnen und Experten <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/">gefragte Auskunftspersonen</a> und stehen seit Beginn des Krieges regelmässig den Medien Red und Antwort. Einen Podcast oder Youtube-Kanal von ihnen sucht man aber vergeblich. Dafür vermitteln die Sicherheitsforscherinnen und -forscher ihr Fachwissen regelmässig mit Gastbeiträgen in Zeitungen und Magazinen oder auf Publikumsveranstaltungen. Man ziehe in Erwägung, diese öffentliche Präsenz mit anderen Kanäle und Formaten zu ergänzen, zum Beispiel mit Videos oder Podcasts. Es würden sich aber gewichtige Fragen bezüglich Ressourcen, Prioritäten und Zielpublikum stellen, heisst es von Seiten CSS. Entsprechend seien Pläne und weitere Schritte offen und würden noch diskutiert.</p>
<blockquote><p>Gerade auf Plattformen, die auch Unfug und Fake News verbreiten, schafft Wissenschaftskommunikation ein wertvolles Korrektiv.</p></blockquote>
<p>Solange sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darum bemühen, ein möglichst breites Publikum anzusprechen, spielt es keine Rolle, auf welchen Kanälen sie sich artikulieren.  Dieser Anspruch lässt sich aber fast nur noch erfüllen, wenn auch Online-Formate wie Podcasts oder Videos zum Angebot zählen, die auch jene erreichen, die keine Fachbeiträge in Zeitungen lesen. Gerade auf Plattformen, die Unfug und Fake News verbreiten, schafft seriöse Wissenschaftskommunikation ein wertvolles Korrektiv. Wer heute auf Youtube nach «Analyse Ukraine Krieg» sucht, findet an erster Stelle die Videos von Markus Reisner. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/14/das-ist-die-art-von-analyse-die-wir-brauchen/">«Das ist die Art von Analyse, die wir brauchen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr Qualitätssicherung: Von Leitplanken zum Pranger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/12/mehr-qualitaetssicherung-von-leitplanken-zum-pranger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jul 2022 08:07:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsmonitoring]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=98495</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit einer soeben verabschiedeten Richtlinie zur Wissenschaftskommunikation wird ab sofort ein unabhängiges Kontrollgremium mögliche Verfehlungen öffentlich rügen. Auch international ist dies ein bislang einzigartiger Schritt. Ein Gastbeitrag von Alexander Gerber zu den Hintergründen, Chancen und Risiken der Initiative.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/12/mehr-qualitaetssicherung-von-leitplanken-zum-pranger/">Mehr Qualitätssicherung: Von Leitplanken zum Pranger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header ph-article-header">
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<p>Mit einer soeben verabschiedeten Richtlinie zur Wissenschaftskommunikation wird ab sofort ein unabhängiges Kontrollgremium mögliche Verfehlungen öffentlich rügen. Auch international ist dies ein bislang einzigartiger Schritt. Ein Gastbeitrag von Alexander Gerber zu den Hintergründen, Chancen und Risiken der Initiative.</p>
</div>
</div>
</header><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/12/mehr-qualitaetssicherung-von-leitplanken-zum-pranger/">Mehr Qualitätssicherung: Von Leitplanken zum Pranger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Wissenschaft auf den Punkt bringen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/23/wissenschaft-auf-den-punkt-bringen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 06:41:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzmanagement]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=98057</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rheinland-Pfalz hat vor Kurzem eine WissKomm Academy ins Leben gerufen. Das Pilotprojekt will die Wissenschaftskommunikation systematisch fördern. Wie es gelingen soll, erklärt die Koordinatorin des Projekts, Aglaia Bianchi, im Interview.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header ph-article-header">
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<p>Rheinland-Pfalz hat vor Kurzem eine WissKomm Academy ins Leben gerufen. Das Pilotprojekt will die Wissenschaftskommunikation systematisch fördern. Wie es gelingen soll, erklärt die Koordinatorin des Projekts, Aglaia Bianchi, im Interview.</p>
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</header><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/23/wissenschaft-auf-den-punkt-bringen/">«Wissenschaft auf den Punkt bringen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was Wissenstransfer und Wissenschaftskommunikation unterscheidet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/02/was-wissenstransfer-und-wissenschaftskommunikation-unterscheidet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2022 08:13:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97592</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Transferbegriff sollte klar zur Wissenschaftskommunikation abgegrenzt werden, schreiben Alexandra Lux und Nicola Schuldt-Baumgart im Gastbeitrag. Darin werfen sie einen Blick auf die unterschiedlichen Ziele, mit denen beide Bereiche kommunizieren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/02/was-wissenstransfer-und-wissenschaftskommunikation-unterscheidet/">Was Wissenstransfer und Wissenschaftskommunikation unterscheidet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header ph-article-header">
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<p>Der Transferbegriff sollte klar zur Wissenschaftskommunikation abgegrenzt werden, schreiben Alexandra Lux und Nicola Schuldt-Baumgart im Gastbeitrag. Darin werfen sie einen Blick auf die unterschiedlichen Ziele, mit denen beide Bereiche kommunizieren.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vom plappernden Papageien zum nützlichen Werkzeug?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/28/vom-plappernden-papageien-zum-nuetzlichen-werkzeug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2022 06:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Texten]]></category>
		<category><![CDATA[künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Textroboter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=96792</guid>

					<description><![CDATA[<p>Künstliche Intelligenz schreibt Geschichten und fasst wissenschaftliche Publikationen in einfachen Sätzen zusammen: Was können lernende Algorithmen und Sprachmodelle? Und gibt es bald Robotertexte in der Wissenschaftskommunikation? Hannes Schlender geht den Fragen im Beitrag nach.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header ph-article-header">
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<p>Künstliche Intelligenz schreibt Geschichten und fasst wissenschaftliche Publikationen in einfachen Sätzen zusammen: Was können lernende Algorithmen und Sprachmodelle? Und gibt es bald Robotertexte in der Wissenschaftskommunikation? Hannes Schlender geht den Fragen im Beitrag nach.</p>
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</header><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/28/vom-plappernden-papageien-zum-nuetzlichen-werkzeug/">Vom plappernden Papageien zum nützlichen Werkzeug?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ukraine-Experte Benno Zogg: «Russischen Staatsmedien gebe ich keine Auskunft»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2022 07:23:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[ETH]]></category>
		<category><![CDATA[CSS]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Benno Zogg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=96652</guid>

					<description><![CDATA[<p>Er ist der Experte der Stunde: Als Sicherheitsforscher mit Schwerpunkt Osteuropa erklärt Benno Zogg seit dem 24. Februar auf allen Kanälen den Ukraine-Krieg. Mit seinen 32 Jahren steht Zogg auch für einen Generationenwechsel unter den Sicherheitsexperten. Am liebsten spricht er am Radiosender «Monocle 24», der ihm auch den Weg in die Medien geebnet hatte. Am <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er ist der Experte der Stunde: Als Sicherheitsforscher mit Schwerpunkt Osteuropa erklärt Benno Zogg seit dem 24. Februar auf allen Kanälen den Ukraine-Krieg. Mit seinen 32 Jahren steht Zogg auch für einen Generationenwechsel unter den Sicherheitsexperten. Am liebsten spricht er am Radiosender «Monocle 24», der ihm auch den Weg in die Medien geebnet hatte.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96653" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Benno-Zogg-20220421-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Am 25. Februar, einen Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, steht Erich Gysling <a href="https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/live-zum-krieg-in-der-ukraine?urn=urn:srf:video:84f95138-49ce-4910-99ee-bdcc643f2d65" target="_blank" rel="noopener">in der «Arena»</a> des Schweizer Fernsehens, neben ihm Benno Zogg. Dazwischen sind 53 Jahre. Gysling, der altgediente Journalist, 85 Jahre alt, war nicht erst seit seiner Pensionierung beim Fernsehen ein gefragter Experte, auch und gerade zu Osteuropa. Zogg, der junge ETH-Wissenschaftler, 32 Jahre alt, avancierte mit Putins Krieg gegen die Ukraine zum allseits gefragten Experten.<br />
</p>
<p>Ob <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Gysling" target="_blank" rel="noopener">Erich Gysling</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_A._Stahel" target="_blank" rel="noopener">Albert Stahel</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_R._Spillmann" target="_blank" rel="noopener">Kurt Spillmann</a>: Ging es in den letzten Jahrzehnten irgendwo in der Welt drunter und drüber, standen die bekannten Gesichter den Medien Red und Antwort und erklärten, was da vor sich geht. Andere Experten, und noch weniger Expertinnen, für Strategie- und Sicherheitsfragen tauchten punktuell auf, erlangten aber keine kontinuierliche Medienpräsenz.</p>
<blockquote><p>Ob in der «Appenzeller Zeitung» oder im «Zürcher Oberländer» – überall sind seine Aussagen zu lesen.</p></blockquote>
<p>Benno Zogg dagegen steht seit dem 24. Februar im Dauereinsatz. Sehr oft sieht und liest man den Sicherheitsforscher bei SRF und «Blick», manchmal mehrmals pro Woche. Je rund zwanzig Auftritte absolvierte er allein bei diesen beiden Medien. Die Schweizer Mediendatenbank SMD findet seinen Namen in dieser Zeitperiode bereits über hundert mal. Ob in der «Appenzeller Zeitung» oder im «Zürcher Oberländer» – überall sind seine Aussagen zu lesen. Meist handelt es sich um ein paar wenige Zeilen von ihm. Eine grössere Plattform erhielt Zogg von der Tamedia-Redaktion, die seine Person auf einer ganzen Zeitungsseite ihrem Publikum vorstellte.</p>
<p>Dass ausgerechnet er nun so gefragt ist, dafür gibt es gute Gründe: Zogg forscht schon lange zur <a href="https://css.ethz.ch/ueber-uns/personen/zogg-benno.html?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Sicherheitspolitik und Osteuropa</a> kennt er nicht nur von der Landkarte, sondern von Aufenthalten in Russland, Belarus und der Ukraine. Und er bewegt sich gewandt auf dem Medienparkett. Das rührt zum einen von seinem Talent her, komplexe Vorgänge in einfache Worte fassen zu können, ohne unzulässig zu vereinfachen. Zum anderen gehört Öffentlichkeitsarbeit zu seinem Aufgabenprofil am Center for Security Studies CSS der ETH Zürich, wo er als Senior Researcher arbeitet und ein siebenköpfiges Forschungsteam leitet. «Wir betreiben angewandte Forschung und wollen den Dialog mit der Gesellschaft pflegen», erklärt Benno Zogg im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.</p>
<blockquote><p>«Wenn ich Auskunft geben sollte zu Sachgebieten, zu denen ich nicht forsche, sage ich ab. Da bleibe ich hart.»</p></blockquote>
<p>Rund fünf bis zehn Prozent seiner Arbeitszeit sind für Medienarbeit vorgesehen. Über die letzten rund sechs Jahre, seit er am CSS arbeitet, sei das etwa aufgegangen. In den vergangenen Wochen habe es aber deutlich mehr ausgemacht. «Ich musste aufpassen, dass ich die anderen 90 Prozent nicht aus den Augen verliere.» Inzwischen hat sich das Verhältnis wieder etwas besser eingependelt. Um die Balance zwischen Forschung und Medienarbeit zu halten, lehne er auch Anfragen ab. «Wenn ich Auskunft geben sollte zu Sachgebieten, zu denen ich nicht forsche, sage ich ab. Da bleibe ich hart.»</p>
<p>Seine Karriere als Medienpersönlichkeit begann vor fünf Jahren mit einem <a href="https://www.nzz.ch/meinung/die-friedensfoerderung-der-uno-neuer-anstoss-fuer-draengende-reformen-ld.1297280?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Gastkommentar in der NZZ</a>. Benno Zogg hatte damals am CSS ein Paper verfasst zu den Friedensförderungsmissionen der Uno und fragte die NZZ, ob sie Interesse hätte an einer Kurzfassung; und sie hatte. «Eine solche Studie findet in der Regel keine grosse Aufmerksamkeit, aber die Ergebnisse sind auch für ein breiteres Publikum durchaus interessant.» Darum die Idee, via NZZ die Befunde in einer zugänglicheren Weise aufzubereiten.</p>
<p>Seit der Premiere 2017 hat Zogg sechs Gastkommentare in der NZZ veröffentlicht, sei es bereits 2019 zum vielfältigen, aber wenig bekannten Engagement der Schweiz in der Ukraine oder im Januar 2022 zur allgemeinen Dienstpflicht. Zum aktuellen Ukraine-Krieg sucht man indes vergeblich nach Zoggs Einschätzung in der NZZ. «Wenn man so viele Interviews gibt wie ich derzeit, dann bleibt wenig Zeit, um einen Gastkommentar zu schreiben», stellt der ETH-Forscher fest.</p>
<blockquote><p>«Ich schätze die familiäre Atmosphäre bei Radio ‹Monocle 24› und spüre ein grosses gegenseitiges Vertrauen.»</p></blockquote>
<p>Den zweiten Zugang zu den Medien fand Zogg über <a href="https://monocle.com/radio/" target="_blank" rel="noopener">«Monocle 24»</a>, den Radiosender des gleichnamigen Magazins von Tyler Brûlé. Als das in London domizilierte Medienunternehmen vor vier Jahren in Zürich eine Aussenstation eröffnete, machte sich die Redaktion daran, ein lokales Expert:innen-Netzwerk aufzubauen. Dabei sind sie auch auf Benno Zogg gestossen, der damals schon das Gleiche tat wie heute. «Die haben wohl einfach gegoogelt und mich gefunden, da ich offenbar ihrem Profil entsprach», erinnert sich Zogg an die Kontaktaufnahme. Seither steht er regelmässig an der Zürcher Dufourstrasse hinter dem Mikrofon, wo sich im Lokal von «Monocle»-Shop und -Café auch das Radiostudio befindet. In Diskussionsrunden mit zugeschalteten Fachleuten aus aller Welt bringt Zogg zu Sicherheitsthemen seine Position aus der Schweiz mit ein. Hier spricht er in perfektem Englisch, aber mit dem genauso ruhigen und souveränen Duktus wie in seiner Muttersprache.</p>
<p>«Monocle 24» entwickelte sich zu seinem Lieblingsmedium. «Ich schätze die familiäre Atmosphäre und spüre ein grosses gegenseitiges Vertrauen», sagt Zogg. Die Zusammenarbeit geht hier weiter als mit anderen Medien. Der Sender führt Zogg als ihren «Security Correspondent» auf. In dieser Rolle schreibt er auch gelegentlich Artikel für das gedruckte «Monocle»-Magazin, etwa über den <a href="https://monocle.com/magazine/issues/145/branch-network/?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">globalen Holzhandel</a> oder die <a href="https://monocle.com/magazine/issues/139/neutral-beauty/?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Neutralitätspolitik der Schweiz</a>.</p>

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<p>Während er sich beim Radio von Tyler Brûlé an ein globales Publikum richtet, spricht er via SRF und «Blick» das einheimische Massenpublikum an. Dass es ausgerechnet die beiden Medien sind, wo Zogg mehrheitlich als Experte in Erscheinung tritt, liege nicht primär an deren grosser Reichweite. «Das ist auch ein Faktor», sagt Zogg, «aber nicht der wichtigste». Wichtiger sei die Chemie, die stimmen müsse zwischen ihm und einer Redaktion, sowie die Aussicht auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit, damit dieses Vertrauen wachsen kann. «Bei SRF beeindruckt mich die Professionalität.» Damit meint er die aktive Betreuung in Form von ausführlichen Vorgesprächen und Feedback nach den Auftritten. Was ihm bei SRF auch entgegenkomme, sei die Vielfalt der Formate: Ob auf der grossen Bühne der «Arena», im kompakten Expertengespräch in der «Tagesschau» oder ausführlicher im «Tagesgespräch» – Zogg erklärt in verständlicher Sprache, ohne Fachjargon und frei von Anglizismen, was vor sich geht. Von sich selbst sagt er: «Ich mache keine markanten Aussagen und versuche ausbalanciert zu bleiben.» Und er könne zu all dem stehen, was er bisher gesagt habe, auch wenn sich gewisse Prognosen nicht bewahrheitet haben.</p>
<blockquote><p>«In der Schweiz stehe ich grundsätzlich allen Medien allen Red und Antwort.»</p></blockquote>
<p>Auf die Gewichtung seiner Zitate in geschriebenen Medien und auf die Titelsetzung hat Zogg keinen Einfluss. Da kommt es schon mal vor, dass er nicht gerade glücklich ist, wenn die Redaktion den Fokus auf Aussagen legt, die nicht im Zentrum seiner Ausführungen stehen; zum Beispiel bei der Titelzeile «Putin-Mord würde nukleare Gefahr erhöhen» über einem thematisch breit gefächerten Interview Mitte März in den <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/international/ukraine-krieg-zuercher-sicherheitsexperte-warnt-ein-mordanschlag-auf-putin-wuerde-die-gefahr-eines-nuklearschlags-erhoehen-ld.2262915?reduced=true" target="_blank" rel="noopener">CH-Media-Zeitungen</a>. «Das schien mir etwas zu effekthascherisch», findet Zogg im Rückblick.</p>
<p>Grundsätzlich mache er gute Erfahrungen mit Print- und Online-Medien, so auch beim «Blick». Hier sei die Zusammenarbeit «organisch gewachsen». Nach ersten Auftritten bei «Blick TV» anlässlich der Spannungen in Belarus und Kasachstan war klar, dass er auch für den Ukraine-Krieg als Experte taugt. Ja, mehr noch: Bei einem per Video-Call geführten <a href="https://www.blick.ch/ausland/putin-fluesterer-sergej-karaganow-im-grossen-interview-wir-trauen-dem-westen-nicht-id17189361.html" target="_blank" rel="noopener">Interview des «Sonntagsblick»</a> sass Zogg zusammen mit Auslandredaktorin Fabienne Kinzelmann dem früheren Kreml-Berater Sergej Karaganow quasi als Journalist gegenüber; sein Name erschien dann auch in der Autorenzeile. «Beim Gespräch habe ich mich aber zurückgehalten und verstand meine Rolle mehr als Back-up, da ich das eine oder andere zu Karaganow wusste», erklärt Zogg die ungewöhnliche Konstellation.</p>
<blockquote><p>Auf den ersten Blick mag die Medienpräsenz von Benno Zogg nach einer Ein-Mann-Show aussehen. Doch dahinter steckt mehr.</p></blockquote>
<p>Wenn er nun etwas häufiger bei «Blick», SRF und «Monocle 24» als Experte auftrete als bei anderen Medien, bedeutet das nicht, dass er exklusiv an diese Medien gebunden sei. «In der Schweiz stehe ich grundsätzlich allen Red und Antwort», sagt Zogg. «Mein Massstab dafür ist einfach: Folgen die Medien journalistischen Standards?» Darum habe er auch schon Anfragen von chinesischen und russischen Staatsmedien abgelehnt. Nicht zu verhindern sei natürlich, dass Medien wie RT aus Forschungsberichten zitierten. «Da steht dann ‹Schweizer Experten sagen…›, aber sie picken nur jene Aussagen raus, die in ihr Framing passen.»</p>
<p>Auf den ersten Blick mag die Medienpräsenz von Benno Zogg nach einer Ein-Mann-Show aussehen. Doch dahinter steckt mehr. Die über zehn Forschenden am Center for Security Studies der ETH, die regelmässig den Medien Auskunft geben, koordinieren sich ein Stück weit hinter den Kulissen. «Wir nutzten während den ersten Wochen des Kriegs einen informellen Chat, dort vermitteln wir zum Beispiel Anfragen weiter oder geben einander Feedback auf unsere Auftritte.»</p>
<p>Während in Deutschland mehrheitlich <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/es-sind-vor-allem-frauen-die-uns-im-deutschen-fernsehen-den-krieg-erklaeren-und-sie-erklaeren-ihn-gut-ld.1678202?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">junge Expertinnen</a> das Kriegsgeschehen in der Ukraine in den Fernseh-Talkshows analysieren und kommentieren, sind es in der Schweiz zwar auch nicht mehr nur alte Männer, aber der Frauenanteil lässt klar zu wünschen übrig. «Die Forschung zu Militär und Osteuropa scheint in der Schweiz noch stark männlich geprägt», beobachtet Zogg und ergänzt: «Gerade bei uns am CSS beschäftigen sich viele junge Frauen mit Sicherheitsthemen.» Allerdings sei es auch im Wissenschaftsbetrieb so, dass sich Männer eher zutrauen öffentlich aufzutreten und viele Frauen im Zweifelsfall eher absagen. Nicht so <a href="https://css.ethz.ch/en/center/people/nevine-schepers.html?ref=refind" target="_blank" rel="noopener">Névine Schepers</a>, die im Team von Benno Zogg arbeitet und zu Atomwaffenkontrolle und Non-Proliferation forscht und publiziert. Seit dem Ukraine-Krieg ist auch ihre Expertise bei Schweizer Medien gefragt. Ob Schepers oder Zogg: Die neue Generation von Sicherheitsexpert:innen tritt selbstbewusst auf und steht nicht im Schatten ihrer lange präsenten Vorgänger.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/ukraine-experte-benno-zogg-russischen-staatsmedien-gebe-ich-keine-auskunft/">Ukraine-Experte Benno Zogg: «Russischen Staatsmedien gebe ich keine Auskunft»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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