<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>20min.ch | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/20min-ch/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 12 Feb 2022 09:00:55 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Aktionsplan, Positionspapier, Boulevardpraxis</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Feb 2022 09:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Simonetta Sommaruga]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Journalisten Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94775</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Wenn Journis geschützt werden müssen Journalist*innen müssen einiges wegstecken, nicht erst seit Pandemie-Beginn: Gift und Galle online, Druck und Drohungen bei Recherchen, Gerempel und Geschimpfe an Demonstrationen. Dagegen will Medienministerin Simonetta Sommaruga etwas unternehmen. An einer Ministerkonferenz des Europarats zum Thema Medien und Informationsgesellschaft kündigte sie im letzten Juni einen nationalen Aktionsplan <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/">Aktionsplan, Positionspapier, Boulevardpraxis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" class="alignnone size-medium wp-image-94786" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – Wenn Journis geschützt werden müssen</h3>
<p>Journalist*innen müssen einiges wegstecken, nicht erst seit Pandemie-Beginn: Gift und Galle online, Druck und Drohungen bei Recherchen, Gerempel und Geschimpfe an Demonstrationen.</p>
<p>Dagegen will Medienministerin Simonetta Sommaruga etwas unternehmen. An einer Ministerkonferenz des Europarats zum Thema Medien und Informationsgesellschaft kündigte sie im letzten Juni einen <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-83917.html" target="_blank" rel="noopener">nationalen Aktionsplan</a> zum Schutz von Medienschaffenden an.</p>
<p>Es bleibt nicht bei der Ankündigung: Ab sofort laufen Vorbereitungsarbeiten; federführend ist das Bundesamt für Kommunikation Bakom. Es will als erstes möglichst viele Journalistinnen und Journalisten erreichen, die bis Ende Februar einem Fragebogen angeben, wo es Probleme gibt und was sie zu verbessern wünschen. Dafür hat das Amt nun Medienunternehmen und Gewerkschaften, Verbände und NGOs im Medienbereich angeschrieben, die den Fragebogen-Link bei ihren Mitarbeitenden und Mitgliedern verbreiten sollen. Im Frühling 2022 will das Bakom dann Gespräche mit Interessierten und Betroffenen führen und gemeinsam mit ihnen Massnahmen erarbeiten.</p>
<p>PS: Journalistinnen und Journalisten, die weder über ihr Medienunternehmen noch via Verband/Gewerkschaft zur Teilnahme eingeladen werden, können sich via nap@bakom.admin.ch an das Bakom-Projektteam wenden.</p>
<h3>The Bad – Wenn der Nachwuchs fordert</h3>
<p>Gute Möglichkeiten zum Berufseinstieg, Vielfalt und kein Sexismus beim Personal, genügend zeitliche und personelle Ressourcen, ein für den Jourrnalismus förderliches Klima, anständige Arbeitszeiten, offener Umgang mit psychischer Belastung, faire Bedingungen für freie Mitarbeitende, Einsatz für innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle sowie für Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Unternehmens. Eigentlich, sollte man meinen, müssten Arbeitgeber*innen, deren Ziel ein florierendes Unternehmen mit Zukunftsperspektive ist, all dies erfüllen. Oder wenigstens anstreben.</p>
<p>Doch offenbar sehen das bei weitem nicht alle Unternehmer*innen in der Medienbranche so. Weshalb sonst hätten sich die Jungen Journalistinnen &amp; Journalisten Schweiz JJS die Mühe machen sollen, diese und andere Voraussetzungen für einen «nachhaltigen, vielfältigen und unabhängigen Journalismus mit hohem Qualitätsanspruch» aufzulisten? Sie haben die Liste eleganterweise <a href="https://static1.squarespace.com/static/54edd837e4b068927b21cbd5/t/620190710eae5157195d28f7/1644269681728/JJS-Positionspapier_FIN+%282%29.pdf" target="_blank" rel="noopener">«Positionspapier»</a> genannt – aber dass sie sich für diese «Positionen» einsetzen wollen, zeigt ja: Sie sind nicht Realität.</p>
<p>Die Medienbranche diskutiert intensiv darüber, wie sie junge Zielgruppen ansprechen könnte. Ein sinnvoller Schritt wäre dabei, den eigenen Nachwuchs so gut zu behandeln, dass er in der Branche bleibt.</p>
<p>Wer übrigens seiner Position bei der Abstimmung zum Medienpaket noch nicht sicher ist: Der Nachwuchs – eben JJS – sagt ja. Unter anderem, weil damit auch Aus- und Weiterbildung gefördert wird.</p>
<h3>The Ugly – Wenn der Boulevard aufkreuzt</h3>
<p>In Niederwangen bei Bern wird ein achtjähriges Mädchen tot im Wald aufgefunden. Und dann kommen die Reporter*innen. Wie sich das für die Anwohner*innen anfühlt, schildert Laura Bachofner, die im Quartier lebt und aktiv ist, auf der Plattform <a href="https://fairmedia.ch/2022/02/09/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/" target="_blank" rel="noopener">fairmedia.ch</a> in einem eindrücklichen Text.</p>
<p>«Die Medienschaffenden strömten ins Quartier, es wurden Bilder von den Haustüren der Angehörigen gemacht oder von Anwohnern, die gerade ihre Anteilnahme aussprachen. Ein Online-Medium schaltet sogar einen Livestream. (…) Die Klicks der Online-Artikel standen im Zentrum, die Sensationsgier wurde bedient – ohne gross Rücksicht auf die vielen kleinen und grossen trauernden Menschen zu nehmen», schreibt Bachofner unter anderem.</p>
<p>Wer Artikel zu diesem Fall sucht, findet viele. Unter anderem die in Bern ansässigen Medien «Nau.ch» und «Bund»/«Berner Zeitung» waren vor Ort und beobachteten den Einsatz der Polizei. Vor allem aber waren «Blick» und «20 Minuten» aktiv; ihre Journalist*innen zitierten unter anderem:</p>
<p>• eine Rentnerin, die das Kind oft hatte spielen sehen.<br />
• einen Nachbarn, dessen Katze es gestreichelt hatte.<br />
• eine Nachbarin, mit deren Tochter es gespielt hatte.<br />
• eine Anwohnerin, die es oft bei den Grosseltern gesehen hatte.<br />
• mehrere Mütter, die Angst um ihre Kinder haben.<br />
• einen Nachbarn, der zugeschaut hatte, als die Gedenkstelle für das getötete Kind eingerichtet wurde.<br />
• eine Anwohnerin, die mit anderen an der Gedenkstelle gebetet hatte.</p>
<p>Sie waren alle betroffen und traurig.</p>
<p>Wer je als Journalist*in Strassenumfragen oder etwas Ähnliches gemacht hat, weiss, wie viele Menschen man ansprechen muss, um die wenigen zu finden, die Auskunft geben wollen.</p>
<p>«Es wäre in einem solchen Fall angebrachter, den Anwohnern ein Care-Team zur Seite zu stellen, als sie Reportern auszusetzen, die ihre Sorgen und Ängste so intensiv bewirtschaften, dass dadurch die Verarbeitung der Geschehnisse erschwert wird», schreibt Laura Bachofner.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/">Aktionsplan, Positionspapier, Boulevardpraxis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/10/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2022 09:38:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=94723</guid>

					<description><![CDATA[<p>Laura Bachofner (35) ist Präsidentin des Quartiervereins Ried und Vorstandsmitglied des Ortsverein Niederwangen. Sie lebt mit ihrer Familie im Ried-Quartier, wo das 8-jährige Mädchen lebte, das vergangene Woche tot aufgefunden wurde. Im folgenden Gastbeitrag schildert sie ihre persönlichen Erlebnisse, als das Medieninteresse begann.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/10/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/">Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laura Bachofner (35) ist Präsidentin des Quartiervereins Ried und Vorstandsmitglied des Ortsverein Niederwangen. Sie lebt mit ihrer Familie im Ried-Quartier, wo das 8-jährige Mädchen lebte, das vergangene Woche tot aufgefunden wurde. Im folgenden Gastbeitrag schildert sie ihre persönlichen Erlebnisse, als das Medieninteresse begann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/10/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/">Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Warum sind Nazi-Vergleiche beim Thema Corona komplett daneben?»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/02/warum-sind-nazi-vergleiche-beim-thema-corona-komplett-daneben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 08:41:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Nazivergleich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90392</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den sozialen Medien und auch in den Kommentarspalten von «20 Minuten» vergleichen Impfgegnerinnen und Impfgegner seit letzter Woche gehäuft COVID-Impfzertifikate oder Impfbändeli mit Nazi-Massnahmen wie dem Judenstern. Das ist nicht verboten, aber für die Nachkommen von Holocaust-Opfern unerträglich falsch. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, und Gaudenz Looser, Chefredaktor von 20 Minuten, diskutieren, <a href="https://www.20min.ch/story/warum-sind-nazi-vergleiche-beim-thema-corona-komplett-daneben-975887102513?ref=refind">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/02/warum-sind-nazi-vergleiche-beim-thema-corona-komplett-daneben/">«Warum sind Nazi-Vergleiche beim Thema Corona komplett daneben?»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den sozialen Medien und auch in den Kommentarspalten von «20 Minuten» vergleichen Impfgegnerinnen und Impfgegner seit letzter Woche gehäuft COVID-Impfzertifikate oder Impfbändeli mit Nazi-Massnahmen wie dem Judenstern. Das ist nicht verboten, aber für die Nachkommen von Holocaust-Opfern unerträglich falsch. Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, und Gaudenz Looser, Chefredaktor von 20 Minuten, diskutieren, wie man damit umgehen sollte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/02/warum-sind-nazi-vergleiche-beim-thema-corona-komplett-daneben/">«Warum sind Nazi-Vergleiche beim Thema Corona komplett daneben?»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«20 Minuten Now!» – das ist die Antwort auf «Blick TV»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/17/20-minuten-now-das-ist-die-antwort-auf-blick-tv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2020 23:32:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=84385</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor etwas über einem Monat ist die Beta-Version des neuen Video-Formats von 20 Minuten angelaufen. Ohne grosses Aufsehen antwortet damit das zweitgrösste Nachrichtenportal der Schweiz auf die Konkurrenz. Ein Augenschein vor Ort.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/17/20-minuten-now-das-ist-die-antwort-auf-blick-tv/">«20 Minuten Now!» – das ist die Antwort auf «Blick TV»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor etwas über einem Monat ist die Beta-Version des neuen Video-Formats von 20 Minuten angelaufen. Ohne grosses Aufsehen antwortet damit das zweitgrösste Nachrichtenportal der Schweiz auf die Konkurrenz. Ein Augenschein vor Ort.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/17/20-minuten-now-das-ist-die-antwort-auf-blick-tv/">«20 Minuten Now!» – das ist die Antwort auf «Blick TV»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coop-PR-Artikel: «20 Minuten» reagiert auf die Kritik des Presserats</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/05/11/coop-pr-artikel-20-minuten-reagiert-auf-die-kritik-des-presserats/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 May 2019 16:56:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=69076</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Schnarchmaske und ein Wasserfilter: Zu diesen beiden Produkten publizierte die Pendlerzeitung «20 Minuten» diese Woche auf einer Seite zwei Testberichte unter dem Titel «Gadget Gab testet».</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/11/coop-pr-artikel-20-minuten-reagiert-auf-die-kritik-des-presserats/">Coop-PR-Artikel: «20 Minuten» reagiert auf die Kritik des Presserats</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Schnarchmaske und ein Wasserfilter: Zu diesen beiden Produkten publizierte die Pendlerzeitung «20 Minuten» diese Woche auf einer Seite zwei Testberichte unter dem Titel «Gadget Gab testet».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/11/coop-pr-artikel-20-minuten-reagiert-auf-die-kritik-des-presserats/">Coop-PR-Artikel: «20 Minuten» reagiert auf die Kritik des Presserats</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>8 Beispiele, wie «20 Minuten» gegen die SRG hetzt.</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/01/16/8-beispiele-wie-20-minuten-gegen-die-srg-hetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jan 2018 12:03:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=52363</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unter dem Deckmantel des neutralen Journalismus macht die grösste Zeitung der Schweiz Stimmung für die «No Billag»-Initiative und damit gegen die SRG. Eine Medienkritik.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/16/8-beispiele-wie-20-minuten-gegen-die-srg-hetzt/">8 Beispiele, wie «20 Minuten» gegen die SRG hetzt.</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Deckmantel des neutralen Journalismus macht die grösste Zeitung der Schweiz Stimmung für die «No Billag»-Initiative und damit gegen die SRG. Eine Medienkritik.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/16/8-beispiele-wie-20-minuten-gegen-die-srg-hetzt/">8 Beispiele, wie «20 Minuten» gegen die SRG hetzt.</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verantwortungsloser Gesundheitsjournalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/28/verantwortungsloser-gesundheitsjournalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2017 06:20:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=46613</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Online-Portal 20min.ch berichtet über einen an Morbus Crohn erkrankten Mann, der mit einer Teilnahme an der von «20 Minuten» mitorganisierten Fitness Challenge der Krankeit «zu trotzen» hofft. Die Medikamente hat er alle abgesetzt. Der Bericht hat nun die Schweizerische Morbus Crohn Vereinigung SMCCV auf den Plan gerufen. Sie fragt: «Wie gefährlich sind schlecht recherchierte <a href="http://www.smccv.ch/de/aktuell/wenn-man-keine-ahnung-hat-einfach-mal-einen-artikel-schreiben.html">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/28/verantwortungsloser-gesundheitsjournalismus/">Verantwortungsloser Gesundheitsjournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Online-Portal <a href="http://www.20min.ch/fitness/fitnesschallenge/story/10478638" target="_blank">20min.ch berichtet</a> über einen an Morbus Crohn erkrankten Mann, der mit einer Teilnahme an der von «20 Minuten» mitorganisierten Fitness Challenge der Krankeit «zu trotzen» hofft. Die Medikamente hat er alle abgesetzt. Der Bericht hat nun die Schweizerische Morbus Crohn Vereinigung SMCCV auf den Plan gerufen. Sie fragt: «Wie gefährlich sind schlecht recherchierte Zeitungsartikel über Morbus Crohn?» Professor Gerhard Rogler gibt die Antwort: Medikamente abzusetzen, hält er für keine gute Idee und für ein gefährliches Signal an andere Patienten. Das könne den «betroffenen Patienten effektiv schaden und gefährliche Situationen hervorrufen», schreibt der Mediziner. Ganz generell lässt er kein gutes Haar an dem Artikel: «Aus meiner Sicht wird dieser Artikel bei weitem nicht der Verantwortung gerecht, die man von einem Journalisten, der über Patienten mit chronischen Erkrankungen berichtet, erwarten kann.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/28/verantwortungsloser-gesundheitsjournalismus/">Verantwortungsloser Gesundheitsjournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Tamedia-Trojanerdebakel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/08/das-tamedia-trojaner-debakel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Von Gunten]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2016 13:51:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Malware]]></category>
		<category><![CDATA[Virus]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Trojaner]]></category>
		<category><![CDATA[Melani]]></category>
		<category><![CDATA[Gozi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=27170</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zuerst gar nicht informiert und dann zu früh Entwarnung gegeben: Die Krisenkommunikation von Tamedia im Zusammenhang mit der schädlingsverseuchten Website 20min.ch lässt zu wünschen übrig. Die Sicherheit der Nutzer sollte zuoberst stehen. Falls sie kürzlich auf einem Windows PC bei 20min.ch vorbeigesurft sind, ist es wahrscheinlich sinnvoll, wenn sie mit diesem Gerät vorläufig auf E-Banking <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/08/das-tamedia-trojaner-debakel/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/08/das-tamedia-trojaner-debakel/">Das Tamedia-Trojanerdebakel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zuerst gar nicht informiert und dann zu früh Entwarnung gegeben: Die Krisenkommunikation von Tamedia im Zusammenhang mit der schädlingsverseuchten Website 20min.ch lässt zu wünschen übrig. Die Sicherheit der Nutzer sollte zuoberst stehen.<br />
<span id="more-27170"></span><br />
Falls sie kürzlich auf einem Windows PC bei 20min.ch vorbeigesurft sind, ist es wahrscheinlich sinnvoll, wenn sie mit diesem Gerät vorläufig auf E-Banking verzichten. Während mehrerer Stunden, wahrscheinlich sogar während mehrerer Tage, wir wissen es nicht, hat die mit Abstand meistgenutzte News-Site der Schweiz die Computer ihrer Besucher mit dem <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/digital/computer/ebankingtrojaner-gozi-das-raten-experten/story/13376685" target="_blank">Gozi-Virus verseucht</a>, einem perfiden Trojaner, der darauf spezialisiert ist, E-Banking Login-Daten abzugreifen.</p>
<p>Entdeckt hat den digitalen Schädling die Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani des Bundes, die daraufhin Tamedia informierte. Infolge dieser Schadensmeldung sperrte die Bundesverwaltung den Zugang zu 20min.ch für ihre Mitarbeitenden. Swisscom und die SRG reagierten ebenfalls mit eine Blockierung der News-Site.</p>
<p>Auf die Frage, wie der Schaden entstehen konnte, gibt es bis jetzt keine zufrieden stellenden Erklärungen aus dem Hause Tamedia. So wird lapidar darauf verwiesen, dass sie als grosse News-Webseite immer wieder Angriffen ausgesetzt seien, und dass es etwa alle drei Monate einem Hacker gelinge, in das System einzubrechen (O-Ton 20 Minuten)!</p>
<p>Diese Antwort scheint niemanden zu stören, obwohl sie von einer ziemlichen Unverfrorenheit zeugt und vor allem auf eines hindeutet: Tamedia ist noch lange nicht in der digitalen Welt angekommen. Man stelle sich vor, Google würde seine Systeme so schlecht schützen, dass es alle drei Monate jemandem gelingen würde über ihre Suchmaschine ungehindert solche Malware zu verteilen.</p>
<p>20min.ch liess sich in diesem gravierenden Fall mehrere Stunden Zeit, je nach Aussage, sogar mehr als einen Tag, um die Besucherinnen und Besucher auf ihrer Website zu warnen. Ausgerechnet in einer solchen Situation, wo eine frühzeitige Meldung besonders wichtig wäre, bleibt die Redaktion stumm, die sich sonst selten scheut, Gerüchte möglichst als erste zu verbreiten.</p>
<p>Auch die <a href="http://www.20min.ch/digital/news/story/Verseuchte-Datei-gefunden-und-entfernt-10440966" target="_blank">nachfolgende Meldung zum Problem</a> war völlig ungenügend und lässt die Betroffenen weitgehend alleine im Regen stehen. Ein Hinweis darauf, dass vor allem Windows-Betriebssysteme betroffen sind, eine Anleitung wie man herausfindet, ob man überhaupt betroffen ist und wie man den Trojaner wieder los wird, wäre das Mindeste gewesen. Erst seit heute Mittag werden ein paar wenige Tipps gegeben. Eigentlich wäre es sogar nichts als recht, wenn die Tamedia die Kosten für die Säuberung von infizierten Systemen und andere Schäden übernehmen würde.</p>
<p>Zu allem Übel <a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2016/pressrelease/20_minuten_schaedliche_software_erst_am_freitagmorgen_geloescht/" target="_blank">stellt sich nun noch heraus</a>, dass die Schadsoftware nicht, wie von 20 Minuten ursprünglich behauptet, bereits am Donnerstag Abend um 18:23 (sic!) entfernt wurde, sondern erst am Freitag Vormittag um 10:15. Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie wenig die Sicherheit der Website-Besucher für die Verlagshäuser zählt. Offenbar gibt es weder Prozesse, die dafür sorgen, dass die Systeme nicht missbraucht werden können, noch solche, die im Falle eines Problems, den Schaden so schnell wie möglich begrenzen.</p>
<p>Die Haltung, welche die Verantwortlichen von Tamedia hier an den Tag legen, ist symptomatisch für das grundlegende Problem vieler Medienhäuser: Wenn sie Online-Produkte entwickeln, stellen sie sich zuerst die Frage wie sie der Werbebranche am besten dienen können. Sie investieren viel Geld in ihre Advertising-Systeme, aber offenbar viel zu wenig in die Sicherheit und das gute Nutzererlebnis der eigenen Leserinnen und Leser.</p>
<p>Dabei ist der Fall doch völlig klar: Wer ein Angebot im Netz bereit stellt, hat auch dafür zu sorgen, dass es nicht als Drehscheibe für Schädlinge oder als Einfallstor für Viren und Trojaner dienen kann. Es ist richtig, hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Aber einen Webserver so zu schützen, dass er nicht mit Malware infiziert werden kann, gehört nun mal zum 1&#215;1 der Systemadministration. Und natürlich steigt die Verantwortung mit dem Erfolg des Angebots. Und 20min.ch als Traffic-Königin der Schweiz muss mit entsprechender Umsicht betrieben werden.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sind übrigens auch die Kampagnen der Verlage gegen den Einsatz von AdBlockern zu kritisieren. Wir wissen zwar noch nicht, ob die Schadsoftware von 20min.ch via Werbebanner verteilt wurde, aber selbst wenn das in diesem Fall nicht so gewesen wäre, ist es unbestritten, dass sich solche Trojaner auch und vor allem über die Werbesysteme verbreiten. So müssen sich die Verlage nicht wundern, dass immer mehr Menschen auf Adblocker setzen, um sich vor Schädlingen zu schützen. Auf den meisten News-Websites wimmelt es nur so von Schnüffel-Scripts, Pop-Ups, und schädlichen Flash-Bannern.</p>
<p>Es ist höchste Zeit für die Verlage, ein Umdenken einzuleiten. Zuerst kommen die Nutzer und Nutzerinnen, dann das Geld und nicht umgekehrt.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/chingster23/11188133506/" target="_blank">Flickr/Lee Davy (CC BY 2.0)</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/08/das-tamedia-trojaner-debakel/">Das Tamedia-Trojanerdebakel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Ich wurde mit Co-Pilot Lubitz verwechselt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/27/ich-wurde-mit-co-pilot-lubitz-verwechselt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2015 19:29:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<category><![CDATA[Co-Pilot]]></category>
		<category><![CDATA[Verwechslung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4272</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dieses Foto von Andreas Lubitz geht auf Newsportalen, in TV-Berichten und Zeitungen um die ganze Welt. Das Problem ist nur: Es zeigt gar nicht den Piloten Andreas Lubitz.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/27/ich-wurde-mit-co-pilot-lubitz-verwechselt/">«Ich wurde mit Co-Pilot Lubitz verwechselt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Foto von Andreas Lubitz geht auf Newsportalen, in TV-Berichten und Zeitungen um die ganze Welt. Das Problem ist nur: Es zeigt gar nicht den Piloten Andreas Lubitz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/27/ich-wurde-mit-co-pilot-lubitz-verwechselt/">«Ich wurde mit Co-Pilot Lubitz verwechselt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Wir kotzen auf all unsere neuen Freunde»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/11/wir-kotzen-auf-all-unsere-neuen-freunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jan 2015 09:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Je suis Charlie]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Bernard Willem Holtrop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3107</guid>

					<description><![CDATA[<p>Millionen solidarisieren sich mit dem Satiremagazin «Charlie Hebdo» – «Je suis Charlie» nennt sich die Bewegung. «Hebdo»-Karikaturist Holtrop findet das heuchlerisch.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/11/wir-kotzen-auf-all-unsere-neuen-freunde/">«Wir kotzen auf all unsere neuen Freunde»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Millionen solidarisieren sich mit dem Satiremagazin «Charlie Hebdo» – «Je suis Charlie» nennt sich die Bewegung. «Hebdo»-Karikaturist Holtrop findet das heuchlerisch.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/11/wir-kotzen-auf-all-unsere-neuen-freunde/">«Wir kotzen auf all unsere neuen Freunde»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buzz auf Schloss Elektronia</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Oct 2013 09:07:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Buzzfeed]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier2013]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
		<category><![CDATA[Huffington Post]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=16332</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Ankündigung von Ringier, Buzzfeed kopieren zu wollen, passt zum Wandel des Verlags zum Unterhaltungskonzern. Doch hinter der Verlautbarung verstecken sich Ideenlosigkeit und Leere &#8211; die man mit dem Einsatz von Geld kompensieren will. So versuchte man vergeblich, Hansi Voigt mit einem Jahreslohn von 500&#8217;000 Franken von seinem Projekt Watson abzuwerben. «Exklusiv» vermeldete am Freitagmittag <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/">Buzz auf Schloss Elektronia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ankündigung von Ringier, Buzzfeed kopieren zu wollen, passt zum Wandel des Verlags zum Unterhaltungskonzern. Doch hinter der Verlautbarung verstecken sich Ideenlosigkeit und Leere &#8211; die man mit dem Einsatz von Geld kompensieren will. So versuchte man vergeblich, Hansi Voigt mit einem Jahreslohn von 500&#8217;000 Franken von seinem Projekt Watson abzuwerben.<br />
<span id="more-16332"></span><br />
«Exklusiv» vermeldete am Freitagmittag der Schweiz-Korrespondent des deutschen «Handelsblatt» unter dem Titel <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/nachrichtenportale-schweizer-konzern-plant-buzzfeed-kopie/8952870.html">«Schweizer Konzern plant ‹Buzzfeed›-Kopie»</a>, dass Ringier «mit einem eigenen neuen Portal an den Markt» gehen sowie «junge, urbane Leser» ansprechen wolle. Auf meine Anfrage nach der Quelle der Story antwortet Autor Holger Alich, er nehme grundsätzlich keine Stellung zu seinen Quellen.</p>
<p>Womöglich werden einige diese Meldung für einen mutigen Schritt des Ringier-Verlags in die digitale Zukunft halten. Doch sie sagt nur wenig aus: Viele Printverleger glauben, ihr Glück zu finden, in dem sie den aktuell heissesten Scheiss für sich zu nutzen versuchen. Vor ein paar Jahren waren es die Tablets von Apple, die die Branche retten sollten. Jetzt offenbar <a href="http://www.buzzfeed.com/">Buzzfeed</a>: Eine durchaus unterhaltsame Contentfabrik, in der Inhalte und Werbung nur schwach voneinander getrennt Klicks ohne Ende fabrizieren. Wie auch das Modell «Huffington Post» ist Buzzfeed für den Journalismus eher Untergang als Lösung. In beiden Modellen kommt er nur am Rande vor.</p>
<p>Bei der HuffPo, vor einer Woche im deutschsprachigen Raum als <a href="http://www.huffingtonpost.de/">Huffington Post Deutschland</a> an den Start gegangen, werden nur die festangestellten Contentschieber bezahlt &#8211; ausserredaktionelle Inhalte, also das, was Journalismus ist oder sein könnte, bleiben unentlöhnt. Statt mit Honoraren zahlt die Tomorrow Focus AG lieber mit «Aufmerksamkeit» (2012 machte Mutterkonzern Hubert Burda Media 2456 Millionen Euro Umsatz und einen <a href=" http://www.wuv.de/medien/das_medienhaus_als_mischkonzern_burda_faehrt_dreistelligen_millionengewinn_ein">dreistelligen Millionengewinn</a>). Die Leistungen des HuffPo-Redaktionsteams zeigen sich bisher im Finden von wilden Farben für grosse Überschriften und im Aufmotzen von an sich banalen Tatsachen. Vielleicht mausert sich das Portal irgendwann zu einer lesenswerten Plattform, doch aktuell ist es ein Boulevard-Eintopf, in den jeder seinen PR- und Ego-Senf reindrückt. Um den Anschein von Fadheit gar nicht aufkommen zu lassen, würzt die Redaktion stets kräftig nach. Ein wohlschmeckendes Menü? Wer gratis gefüttert werden will, muss sich mit dem, was er kriegt, zufrieden geben.</p>
<p>Buzzfeed ist vom Prinzip mehr ein grosser Fleischwolf, mit dem Inhalte aus dem Internet zu wohlschmeckenden Mini-Würstchen verarbeitet werden, die dann in Listen oder Galerien angeboten und mit etwas Content drumrum angepriesen werden. Die Ergebnisse sind oft sehr kreativ und witzig, zwischendurch gelingen echte Highlights, auch journalistische. Man könnte Buzzfeed auch als ein heisser, süsser Griessbrei sehen, der Texte, Bilder, Videos und Werbung, also Griesskörner, Milch, Zucker und Zimt miteinander vermengt und so den Lesern mit einem grossen unbedeutenden Nichts überrollt.</p>
<p>In einem Experiment hat die Website «Neue Elite» <a href="http://www.neueelite.de/internet/20131021120516/39687/eine-woche-buzzfeed-das-ende-eines-experiments/">letzte Woche</a> konsequent eine Buzzfeed-Strategie verfolgt &#8211; und damit (nicht sehr überraschend) Klicks und Likes wie noch nie eingefahren:</p>
<blockquote><p>In dieser einen Woche hatten wir mehr Besucher als andere Onlinemagazine in einem ganzen Jahr. Uns gingen bereits nach kurzer Zeit die Banner aus, selbst die auf der untersten Backupebene.</p></blockquote>
<p>Manche weigern sich, den vorgesetzten Brei zu essen und spucken darauf, so Maddox von Thebestpageintheuniverse.net, der seit 1997 im Netz aktiv ist. In einem <a href="http://www.thebestpageintheuniverse.net/c.cgi?u=buzzfeed">Blogeintrag</a> und einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8lni1b3Lw1U">Video</a> begründet er, weshalb er Buzzfeed für einen Schandfleck des Internets hält:</p>
<p><iframe width="460" height="345" src="//www.youtube.com/embed/8lni1b3Lw1U" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Prinzip «Everything goes» und «Hauptsache Aufmerksamkeit» manifestiert sich sowohl bei HuffPo als auch bei Buzzfeed. Es sind beides keine schlechten und sicher gewinnbringende Ideen, die viele Menschen <del datetime="2013-10-21T09:41:41+00:00">zu Tode amüsieren</del> unterhalten werden. Die Gewinne, welche durch die Brei- und Eintopf-Verfütterung entstehen, können eine Grundlage sein für ernsthaften Journalismus, den es unter <a href="http://www.buzzfeed.com/Longform">BuzzReads</a> eben tatsächlich auch gibt &#8211; selbst ein kleines Investigativ-Team wurde <a href="http://www.nytimes.com/2013/10/22/business/media/buzzfeed-hires-pulitzer-winner-to-head-investigative-unit.html">neu gegründet</a>.</p>
<p>Hinsichtlich des sich abzeichnenden Wandels von Ringier von einem Verlagshaus mit gesellschaftlicher Verantwortung zu einem Konzern, der vor allem unterhalten will, passt Füttern (feed) mit Klatsch (Buzz) ganz gut. Die Frage ist aber auch, ob man dem Unternehmen im aktuellen Zustand eine ernstzunehmende Kopie von Buzzfeed überhaupt zutraut. David Bauer, «Digitalstratege» der Tageswoche, <a href="https://twitter.com/davidbauer/status/391237574984867840">twitterte</a> dazu diesen <a href="http://gifrific.com/wp-content/uploads/2012/09/Jennifer-Lawrence-ok-thumbs-up.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Link</a>.</p>
<p>Fragt man sich, wer denn in der Schweiz am ehesten so etwas kann, stösst unweigerlich auf eine Antwort: <a href="http://www.20min.ch/">20min.ch</a>. Noch immer läuft es als eine Art Nachrichtenportal, doch mindestens die Hälfte aller Einträge segeln inzwischen unter dem Label «Kurioses aus dem Internet». Seit dem Abgang von Hansi Voigt vor einem Jahr konnte das Portal (<a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2013/pressrelease/peter_waelty_wechselt_zu_20_minuten/">seit 1. September</a> mit Peter Wälty als Leiter der Digitalentwicklung) mit einem entschiedeneren Boulevard-Kurs die Aufmerksamkeit nochmals verstärken. <a href="http://netreport.net-metrix.ch/audit/detail.php?id=28990&#038;l=de&#038;s=51421">Vergleicht</a> man die September-Monate 2012 und 2013 miteinander, stiegen die Unique Clients um 22 Prozent, die Visits sogar um 48 Prozent an.</p>
<p>Hier will nun die unter den jüngeren Medienkonsumenten bekannte, aber bisher online schwache bis nicht existente Marke «Blick am Abend» nachziehen. Die Ringier-Buzzfeed-Kopie soll aus dem Newsroom heraus produziert werden, etwa 10 bis 12 Mitarbeiter dafür abgestellt werden (Buzzfeed hat aktuell <a href="http://techcrunch.com/2013/09/04/buzzfeed-profitable/">über 300 Angestellte</a>). Ein Name ist noch nicht bekannt, auf Blick.ch soll das Portal <a href="http://www.persoenlich.com//news/medien/ringier-neues-onlineportal-sucht-journalisten-310386#.UmYrySSJB5h">«keinen Einfluss»</a> haben, wie eine Ringier-Sprecherin sagt.</p>
<p><a href="http://www.sonntagszeitung.ch/nachrichten/artikel-detailseiten/?newsid=260387">«Ringier lehnt Einstieg bei neuem Newsportal ab»</a>, war vor zwei Monaten in der «Sonntagszeitung» zu erfahren. Wer den Artikel von Reza Rafi liest, erhält den Eindruck, als habe Ex-20min.ch-Chefredaktor Hansi Voigt bei Ringier Watson vorgestellt und sei daraufhin abgeblitzt. Doch Voigt erzählt auf Anfrage eine andere Version: Ringier-CEO Marc Walder habe im Mai angerufen, um sich mit ihm mal über Watson zu unterhalten. Tatsächlich habe er sich darauf während einer Stunde mit einer Ringier-Delegation getroffen, doch konkret wurde nichts besprochen, kein Businessplan gezeigt. «Blick.ch ist ja potenziell der grösste Konkurrent, da kann ich doch nicht befreit erzählen», so Voigt auf Anfrage. Etwas später folgte ein weiteres Gespräch, auch dabei habe er sich «vollkommen bedeckt gehalten». Lediglich die Möglichkeit eines Joint-Venture sei in Betracht gezogen worden.</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p><a href="https://twitter.com/medienspiegler">@medienspiegler</a> <a href="https://twitter.com/watson_news">@watson_news</a> Wie bereits gegenüber Reza Rafi gesagt: Ringier hat nie den Businessplan oder das Konzept von Watson gesehen.</p>
<p>&mdash; hansi voigt (@hansi_voigt) <a href="https://twitter.com/hansi_voigt/statuses/392050669722820608">October 20, 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Nach dem für die Ringier-Führung überraschenden Abgang von Blick.ch-Chef Rolf Cavalli erhielt Voigt nach Informationen der Medienwoche ein Wahnsinns-Angebot für die Umsetzung einer Buzzfeed-Strategie unter der Marke «Blick»: 500&#8217;000 Franken Jahreslohn wurden ihm angeboten, ein Betrag, der sogar die kühnsten Annahmen der <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/06/die-wigdorovits-liste/">Wigdorovits-Liste</a> sprengt. Dazu wäre eine einmalige Ablösesumme von 500&#8217;000 Franken bezahlt worden. Voigt bestätigt lediglich, ein Angebot von Ringier erhalten und abgelehnt zu haben, weitere Details sind ihm nicht zu entlocken. Bei <a href="http://www.watson.ch/">Watson</a>, dem nach wie vor unenthüllten Projekt von Voigt, ist man an einer Zusammenarbeit mit Ringier offensichtlich nicht interessiert. Man twittert, wohl mit Anspielung auf den Bericht in der «Sonntagszeitung»:</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p>Watson verzichtet nach sorgfältiger Prüfung auf Einstieg bei Buzzfeed-Kopie der <a href="https://twitter.com/ringier_ag">@ringier_ag</a> Gutes Projekt, aber wirtschaftl. nicht plausibel</p>
<p>&mdash; watson (@watson_news) <a href="https://twitter.com/watson_news/statuses/392205566371577856">October 21, 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Neben weiteren Playern buhlen also zukünftig die Marken Blick, 20 Minuten und Watson um die Aufmerksamkeit des gelangweilt auf dem Handy herumtippenden Jugendlichen an der Bushaltestelle. Entscheidet sich die Zukunft des Journalismus in der Frage, wer ihm die meisten lustigen Kätzchen unterjubeln kann? Ich zweifle daran.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/">Buzz auf Schloss Elektronia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Ansprechendes Ergebnis» – aber nicht für Zeitungen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 16:21:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Tonini]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=13260</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Medienunternehmen Tamedia hat die Geschäftszahlen für 2012 bekannt gegeben. Während das traditionelle Kerngeschäft, die regionalen und nationalen Zeitungen, weiter schwächelt, kommt das digitale Geschäft noch nicht richtig in die Gänge. Dennoch erzielte der Zürcher Konzern ein, laut CEO Christoph Tonini, «ansprechendes Ergebnis» von 152 Mio. Franken, bei einem Ertrag von 1,05 Mrd. Franken. [View <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/">«Ansprechendes Ergebnis» – aber nicht für Zeitungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Medienunternehmen Tamedia hat die Geschäftszahlen für 2012 bekannt gegeben. Während das traditionelle Kerngeschäft, die regionalen und nationalen Zeitungen, weiter schwächelt, kommt das digitale Geschäft noch nicht richtig in die Gänge. Dennoch erzielte der Zürcher Konzern ein, laut CEO Christoph Tonini, «ansprechendes Ergebnis» von 152 Mio. Franken, bei einem Ertrag von 1,05 Mrd. Franken.<br />
<span id="more-13260"></span><br />
<script src="//storify.com/nick_luethi/tamedia-bilanzmedienkonferenz-2013.js"></script><noscript>[<a href="//storify.com/nick_luethi/tamedia-bilanzmedienkonferenz-2013" target="_blank">View the story &#8222;Paywall und mobile Werbung im Zentrum&#8220; on Storify</a>]</noscript></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/">«Ansprechendes Ergebnis» – aber nicht für Zeitungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2013/03/21/ansprechendes-ergebnis-aber-nicht-fuer-zeitungen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Dinge beim richtigen Namen nennen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/16/die-dinge-beim-richtigen-namen-nennen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/10/16/die-dinge-beim-richtigen-namen-nennen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Oct 2012 07:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Plöchinger]]></category>
		<category><![CDATA[Augenzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Leserreporter]]></category>
		<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Woche 42]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[süddeutsche.de]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=10785</guid>

					<description><![CDATA[<p>Daran wird die kranke Kommentarkultur nicht genesen, aber die Süddeutsche Zeitung setzt ein wichtiges und richtiges Signal: Kommentare heissen neu «Beiträge», weil nur noch veröffentlicht werden soll, was zu den Artikeln etwas beiträgt. Aus gleichen Erwägungen gehörte auch der «Leserreporter» abgeschafft und zum «Augenzeugen» umbenannt. Nachtrag: «Leserreporter» sponsern «Reporter» Der Kommentar gilt zurecht als anspruchsvolle <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/16/die-dinge-beim-richtigen-namen-nennen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/16/die-dinge-beim-richtigen-namen-nennen/">Die Dinge beim richtigen Namen nennen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Daran wird die kranke Kommentarkultur nicht genesen, aber die Süddeutsche Zeitung setzt ein wichtiges und richtiges Signal: Kommentare heissen neu «Beiträge», weil nur noch veröffentlicht werden soll, was zu den Artikeln etwas beiträgt. Aus gleichen Erwägungen gehörte auch der «Leserreporter» abgeschafft und zum «Augenzeugen» umbenannt.<br />
<span id="more-30549"></span><br />
<a href="#nachtrag">Nachtrag: «Leserreporter» sponsern «Reporter»</a></p>
<p>Der Kommentar gilt zurecht als anspruchsvolle journalistische Form. In traditionellen Redaktionsorganisationen ist er denn auch den erfahrenen Journalisten vorbehalten. Kommentieren kann und soll nur, wer vom Thema etwas versteht, dazu eine Meinung hat und diese verständlich auszudrücken weiss.</p>
<p>In den letzten Jahren hat der Kommentar einen Begriffswandel durchlaufen und dabei eine Abwertung erfahren. Im journalistischen Kontext wird darunter nicht mehr alleine das klassische Meinungsstück verstanden, sondern auch und vor allem die mehr – aber meist weniger – ergiebigen Meinungsbekundungen von Leserinnen und Lesern auf Medienwebsites. Hier gilt bekanntlich: Kommentieren dürfen alle, unabhängig davon, ob sie von der Sache etwas verstehen; ganz im Gegensatz zum redaktionellen Kommentar.</p>
<p>Nun schreitet die Süddeutsche Zeitung zur Ehrrettung des Kommentars. Online-Chef Stefan Plöchinger <a href="http://www.sueddeutsche.de/kolumne/debattesz-wir-freuen-uns-auf-ihren-beitrag-1.1406776" target="_blank">schreibt dazu</a>: «Wir reden nicht mehr von Kommentaren unter den Artikeln. Sondern von Beiträgen unserer Leser zu den Artikeln &#8211; weil echte Kommunikation bedingt, dass jeder ein gutes Argument beiträgt.» Die neue Terminologie alleine bewirkt natürlich noch gar nichts, deshalb will sueddeutsche.de die Leserbeiträge künftig stärker gewichten: «Wir werden jene Beiträge von Lesern als &#8218;Beste Beiträge&#8216; hervorheben, die die Debatte weiterbringen, und andere zurückstellen.»</p>
<p>Wie mit den Kommentaren verhält es sich auch beim Leserreporter. Das Einsenden von Handy-Schnappschüssen als Reportertätigkeit zu bezeichnen, spottet jeder Beschreibung. Und dennoch konnte sich die Begrifflichkeit im deutschsprachigen Raum etablieren; im Englischen ist es mit dem Amateur Journalist nicht viel besser. Noch hat sich kein Medium durchgerungen und den Leserreporter als das bezeichnet, was er ist: ein Augenzeuge.</p>
<p>Hansi Voigt, abtretender Chefredaktor von 20 Minuten Online, ist sich des Problems bewusst, <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/" target="_blank">wenn er sagt</a>: «Man könnte sie &#8218;Augenzeugen&#8216; nennen, denn sie liefern ja keine eigene journalistische Wertung oder Deutung mit. Die journalistische Arbeit geschieht hier auf der Redaktion, das können sie nicht leisten. Auch wenn es keine Reporter sind: Der Name &#8218;Leserreporter&#8216; hat sich halt durchgesetzt.» Voigt könnte seinem Nachfolger mit auf den Weg geben, dies zu ändern.</p>
<p>Auf den ersten Blick geht es nicht um viel. Zwei Begriffe zu ändern, sieht verdächtig nach Kulissenschieberei aus. Das ist es auch, wenn die Begriffe nicht mit dem gefüllt werden, wofür sie stehen, respektive urspünglich standen. Der Kommentar und der Reporter gehören zurück in die Spähre des professionellen Handwerks und nicht in den Amateurbereich.</p>
<p><a name="nachtrag"></a><br />
Eine bizarre Koinzidenz im Zusammenhang mit dem Reporter-Begriff findet sich derzeit beim Schweizer Fernsehen SF: Als TV-Sponsor der Sendung «Reporter» tritt 20 Minuten Online <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c47c3175-53af-4a62-afa3-b9128ee90208" target="_blank">mit seinen «Leserreportern» auf</a>. Entgegen den Aussagen von Hansi Voigt, Chefredaktor 20 Minuten Online, der es für problematisch hält, Augenzeugen als «Reporter» zu adeln (siehe oben), setzt sein Titel nun noch eins drauf, indem er unter dem Label der Amateurknipserei die Profi-Reporter sponsert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/16/die-dinge-beim-richtigen-namen-nennen/">Die Dinge beim richtigen Namen nennen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2012/10/16/die-dinge-beim-richtigen-namen-nennen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Gewohnheiten verändern sich»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Sep 2012 06:52:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Boselli]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Ermel]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Page Impressions]]></category>
		<category><![CDATA[Newsroom]]></category>
		<category><![CDATA[Unique Visitors]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=10129</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hansi Voigt, der Mann mit dem vielleicht grössten Online-Leistungsausweis in einem Schweizer Zeitungsverlag, hat den Machtkampf um die Leitung des konvergenten «20 Minuten» gegen Print-Chefredaktor Marco Boselli verloren. Voigt verlässt Tamedia Ende November. Wir haben Ende August ausführlich mit dem Chefredaktor von 20min.ch gesprochen, als er noch voll und ganz in Diensten seines Arbeitgebers stand: <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">«Gewohnheiten verändern sich»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hansi Voigt, der Mann mit dem vielleicht grössten Online-Leistungsausweis in einem Schweizer Zeitungsverlag, hat den Machtkampf um die Leitung des konvergenten «20 Minuten» gegen Print-Chefredaktor Marco Boselli verloren. Voigt verlässt Tamedia Ende November. Wir haben Ende August ausführlich mit dem Chefredaktor von 20min.ch gesprochen, als er noch voll und ganz in Diensten seines Arbeitgebers stand: über journalistisches Arbeiten, die Zweigstelle in Hongkong und die Bedeutung von Unique Clients und Page Impressions.<br />
<span id="more-30538"></span><br />
<strong>Aus den Schlagzeilen der Frontpage diese Woche: «Grüsel-Cervelats, Tumor-Junge, Zuhälter-Boss, Zickenkrieg bei den Wetterschmöckern, Nippel auf YouTube». 20min.ch ist ein Boulevardportal, richtig?</strong><br />
Richtig.</p>
<p><strong>Andererseits gibt es auf 20min.ch immer wieder journalistisch saubere Storys, die das Portal unter den Schweizer Portalen einem der Besten machen, Ihr beschäftigt ja auch einige gute Journalisten. Und Ihr seid eines der wenigen Online-Portale, die hintergründiger sind als die Printausgabe.</strong><br />
Wir bewegen uns zwischen Informationsbedürfnis und Zeitvertreib. Diese Spannung zwischen Nachrichten und Vergnügen versuchen wir ideal auszubalancieren.</p>
<p><strong>Man könnte Ihnen vorwerfen, dass Sie ein Nutzerpopulist sind und alles machen, was der Nutzer will. Ist das nicht gefährlich?</strong><br />
Ja, wahrscheinlich wäre das gefährlich, doch machen wir nicht alles, was der Nutzer will. Unsere Leser sind aber ausserdem durchaus an ernsthaften Geschichten interessiert. Wenn ich ein Portal mache, das nach Arbeit aussieht, gewinne ich vielleicht 5 Prozent der Leser, die sich gezielt mit einzelnen Themen auseinandersetzen wollen. Doch ich verliere jene 95 Prozent, die per Zufall über eine Geschichte stolpern wollen.</p>
<p><strong>Sie sind seit Januar 2006 bei 20min.ch. Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben in dieser für Internetverhältnisse langen Spanne?</strong><br />
Die Mobilsparte ist dazugekommen, wir erreichen den Leser nun nicht mehr nur im Büro, sondern auch in seiner Privatsphäre, am Morgen, im Pendlerverkehr, am Abend und am Wochenende. Und wir sind wesentlich  grösser geworden, darum empfangen wir viel mehr Input von den Usern: Leserfotos, Kommentare, Inputs. 20min.ch wird von mir konsequent als Mitmachportal ausgerichtet.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist journalistisches Arbeiten bei 20min.ch?</strong><br />
Extrem wichtig, das Wachstum kommt durch das Inhaltsangebot, wir haben uns das durch journalistisches Arbeiten erarbeitet. Wenn wir vor fünf Jahren eine gute Geschichte geschrieben haben, dann fragte man uns gerne etwas herablassend: «Wo habt ihr denn die gestohlen?». Damals war es für uns die einzige Chance, die Schnellsten zu sein, darum haben wir auf Tempo gesetzt. Doch gleichzeitig schnell und richtig zu sein, das ist die journalistische Herausforderung.</p>
<p><strong>Wenn Euch journalistische Sauberkeit wichtig ist, warum übernehmt Ihr denn Storys aus notorisch unzuverlässigen Quellen wie «Daily Mail» oder «Sun»?</strong><br />
Bei fragwürdigen Quellen geben wir eine Einschätzung der Quelle à la «Revolverblatt» mit. Und wir verlinken darauf, damit sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann. Wenn etwas berichtenswert ist, wir aber auch nicht einschätzen können, ob es ein Fake ist oder nicht, etwa bei einem Youtube-Video, dann schreiben wir, dass es sich um einen Fake handeln könnte.</p>
<p><strong>Was macht ihr, wenn sich, wie oft, solche Storys nach ein paar Tagen als totaler Quatsch herausstellen?</strong><br />
Dann schreiben wir eine zweite Story, die klar macht, dass sich die Ursprungsmeldung in Luft aufgelöst hat und wie es dazu kommen konnte.</p>
<p><strong>Gibt es Bestrebungen, Inhalte zu verifizieren?</strong><br />
Selbstverständlich. Auch wenn das viele nicht glauben wollen: Wir verzichten auf die Berichterstattung, wenn bei einer Geschichte zu viele Fragen offen bleiben.</p>
<p><strong>Wie korrigiert ihr Fehler?</strong><br />
Wir lassen die Story stehen, bauen aber eine Box darin ein, die auf Fehler und Ungereimtheiten hinweist, so ist das für den Leser transparent. Wir sind offen und stehen dazu, dass wir ab und zu Fehler machen. Und versuchen, diese mit maximaler Transparenz offenzulegen.</p>
<p><strong>Löscht ihr Artikel aufgrund von Protesten oder Klageandrohungen Involvierter?</strong><br />
Wir unterliegen den ganz normalen Regeln, wie gedruckte oder gesendete Publikationen auch. Selbstverständlich gibt&#8217;s da mal Proteste. Und wenn wir einen Fehler gemacht haben, versuchen wir den zu korrigieren.</p>
<p><strong>20min.ch hat mit 13121 Pixel <a href="http://leumund.ch/20min-ch-hat-den-grossten-0016879">die längste Website</a> unter den Schweizer Zeitungsportalen. Je weiter man bei 20min.ch nach unten scrollt, desto <a href="http://www.20min.ch/people/international/story/-Blake-waere-besser-gestorben--10562069">trashiger</a> wird es. Doch geklickt wird gerade auch dort, ja?</strong><br />
Eine Meldung, die ganz oben platziert wird, sollte drei Kriterien erfüllen: Relevanz, Eigenleistung und Aktualität. Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass die wichtigen Meldungen eher oben stehen und die Klamauk-Meldungen eher unten, der Leser kann selbst wählen, was ihm gefällt.</p>
<p><strong>Wer hat den schönen Job, für <a href="http://www.20min.ch/videotv/?cid=157">«Beifang aus dem Internetz»</a> den ganzen Tag lustige YouTube-Videos anzusehen und auszuwählen?</strong><br />
Der Titel «Beifang aus dem Internetz» ist Programm, über diese Videos stolpert man einfach. Die Rubrik ist sehr populär, wird von zwei Redaktoren geführt und von der ganzen Redaktion gefüttert. Manchmal gibt ein Internet-Video auch Stoff für eine eigene Geschichte. <a href="http://www.20min.ch/panorama/news/story/Am-Abgrund-mit-den-riskanten-Russen-31278004">Kürzlich</a> haben wir jene Russen kontaktiert, die schwindelerregende Höhenaufnahmen ins Netz gestellt haben. Wir haben dabei versucht, einerseits Hintergründe darüber zu liefern, andererseits diese waghalsigen Aktionen auch nicht zu verherrlichen.</p>
<p><strong>Ihr habt eine Zweigstelle in Hongkong, die arbeitet, wenn in der Schweiz Nacht ist. Wer hatte die Idee dazu?</strong><br />
Mein Stellvertreter Franz Ermel kam mit der Idee und ich hab sie gegen einige ursprüngliche  Widerstände in der Tamedia durchgesetzt. Hongkong ist ein guter kultureller Kompromiss zwischen Old Europe und dem asiatischem Ballungsraum. Wir haben dort ein Büro gemietet im 22. Stock eines Hochhauses mit schöner Aussicht, das alle sechs Wochen von einem neuen Newsdesk-Redaktor besetzt wird.</p>
<p><strong>Warum sechs Wochen?</strong><br />
Damit sich keine Korrespondentenabkapselung ereignet. Der Redaktor muss wissen, was die Schweiz bewegt. Manche Redaktoren nehmen ihre Familie mit, andere verbinden den Aufhalt mit Ferien. Das Echo darauf ist mehrheitlich positiv, unser Dienstplan dafür ist schon bis 2014 ausgebucht. Damit wird auch die anspruchsvolle Position am Newsdesk aufgewertet, dem Herzstück unserer Redaktion.</p>
<p><strong>Wie lauten denn die Aufgaben eines Newsdesk-Redaktors?</strong><br />
Das Wichtigste ist die Wächter-Funktion: Den Überblick über die aktuellen News zu haben, Alarm zu schlagen, wenn etwas Wichtiges passiert, um dann die News sofort in die Fachressorts weiterzuleiten. Es ist eine verantwortungsvolle, aber manchmal undankbare Aufgabe, denn man kann vor allem Fehler machen. Man braucht dafür ein umfassendes Allgemeinwissen.</p>
<p><strong>Sie ärgern sich über das <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Falschaussage-mit-Qualitaetsanspruch/story/17111827">elitäre Medienbild</a> des Soziologen Kurt Imhof, der mit seinem Jahrbuch alljährlich auch Portale wie 20min.ch kritisiert. Gibt es denn auch Punkte, bei denen er richtig liegt?</strong><br />
Es liegt sicher einiges im Argen bei Online-Portalen, da hat Imhof recht. Nur ist die Entwicklung insgesamt positiv: Wir sind sicher nicht schlechter als vor fünf Jahren geworden, denn vor fünf Jahren waren wir ziemlich schlecht. Die positive Entwicklung geht einher mit dem kommerziellen Erfolg, und damit kann sich eben auch die Qualität verbessern.</p>
<p><strong>Ist ein Leser, der nur 20min.ch konsumiert, umfassend informiert?</strong><br />
Wenn er alles liest, ist er wahrscheinlich gar nicht so schlecht dran. Aber was heisst «umfassend informiert»? Ich glaube, das kann gar niemand leisten. Im Web kann ich nicht den Anspruch haben, dass sich jemand ausschliesslich über uns informiert. Die Konkurrenz ist immer nur einen Klick entfernt.</p>
<p><strong>Es sind zwar zwei verschiedene Redaktionen, aber die Zusammenarbeit zwischen 20min.ch und «20 Minuten» ist dennoch ausgeprägt. Wie organisiert Ihr das?</strong><br />
Derzeit ist Print auf einem Stockwerk und Online auf einem Stockwerk, das wird sich mit dem Umzug ändern, da sitzen Print und Online auf einer Ebene. Im Abgleich zwischen Print und Online pflegen wir Transparenz, beide Seiten sind vollumfänglich informiert über die Aktivitäten der anderen. Auf Chefredaktionsebene suchen wir jeden Tag in einer Sitzung Synergien. Bereits heute finden sie täglich in der Print-Ausgabe zahlreiche Inhalte, die von Online-Redaktoren erstellt wurden. Das kommt bei der Konkurrenz, trotz Newsroom, nur in ganz seltenen Fällen vor.</p>
<p><strong>Wie sieht der durchschnittliche Leser von 20min.ch aus?</strong><br />
Wir haben generell ein junges Publikum mit überdurchschnittlichem Ausbildungsgrad. Online gelten wir als Frauenportal, der Mobile-Leser ist eher männlich und jünger. Unser Zielpublikum ist die Altersgruppe zwischen 19 und 35 Jahren, das heisst, wenn ein Walter Roderer stirbt, ist das für uns eher kein Thema, weil der bei dieser Gruppe kaum bekannt ist.</p>
<p><strong>Könnte man nicht 20min.ch und Newsnetz zusammenführen und Boulevard und Qualität stärker voneinander trennen?</strong><br />
Wieso sollte man das eine vom anderen trennen? Die Marke «20 Minuten» hat vielleicht nicht das beste Image bei Journalisten, aber bin ich darüber unglücklich? Nein! Wir befinden uns in einem Branchenumbruch, in dem viel ausprobiert werden muss, und wo man zwangsläufig auch mal scheitern kann. Mit einem Trash-Image kann ich doch viel befreiter Sachen ausprobieren, und wenn sie nicht funktionieren, wieder in die Tonne treten. Wer dauernd einen Ruf zu pflegen hat, muss viel vorsichtiger vorgehen.</p>
<p><strong>Wir haben mal über die <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">hohe Fluktuation bei Newsnet</a> berichtet. Wie sieht es damit aus bei 20min.ch?</strong><br />
Es gab drei oder vier Wechsel im letzten halben Jahr von Leuten, die schon mehrere Jahre bei uns dabei waren. Ich habe sie unterstützt, etwas Neues zu machen. Eine Zeit lang gab es fast zu wenige Wechsel, das ist auch nicht gut. Der Zusammenhalt auf unserer Redaktion ist aber sehr gross. Aber das muss ich als Chef ja wohl sagen.</p>
<p><strong>Ich habe 2009 mal <a href="http://netzwertig.com/2009/01/30/jagd-nach-page-impressions-die-zehn-klick-garanten/">10 Klick-Garanten</a> notiert: Sex, Promis, Nazis, Tiraden, Breaking News, Teaser, Monster, Sport, Grauen und Übersinnliches. Hab ich etwas vergessen?</strong><br />
Sex läuft gut, richtig. Doch zu viel Sex schlägt direkt auf die Kommerzialisierung. Die Boulevard-Online-Konkurrenz macht einen Bruchteil des Umsatzes, den wir machen &#8211; das hat damit zu tun, dass viele Inserenten nicht in dem Bereich werben wollen.</p>
<p><strong>Über wie viel Umsatz reden wir?</strong><br />
Spartenergebnisse weist die Firma Tamedia nicht aus. Aber «20 Minuten Online» hat seit sieben Jahren sein Wachstum und den Ausbau auf über 65 Mitarbeiter mehr als selbstfinanziert.</p>
<p><strong>Was ist der wichtigste Traffic-Bringer?</strong><br />
Die Aktualität. Die Ereignisse sind die Traffic-Treiber. Ob UBS in Not, Michael Jacksons Ableben oder der Launch des neuen iPhones, wenn etwas geschieht, wollen die Leser mehr darüber erfahren. Das erwarten sie inzwischen von uns.</p>
<p><strong>Was ist im Werbemarkt derzeit wichtig? Page Impressions? Visits? Unique Visitors?</strong><br />
Page Impressions sind der für mich absolut unwichtigste Wert, die sind mir egal. Ich will Stammleser, die jeden Tag zu uns kommen in der Erwartung, auf interessante und lustige Weise bedient zu werden. Darum sind mir die Unique Clients pro Tag am Wichtigsten. Unique Clients pro Monat halte ich für eine unscharfe Währung &#8211; sie schaffen es doch fast nicht, im Netz unterwegs zu sein, ohne einmal pro Monat zufällig auf 20min.ch zu kommen.</p>
<p><strong>Wenn eine Story gut performt, lässt ihr sie auch mal eine Woche stehen oder auch zwei. Was ist der Rekord?</strong><br />
Keine Ahnung was der Rekord ist. Aber eine Woche auf der Front im Internet entspricht gefühlten 30 Hundejahren im wirklichen Leben.</p>
<p><strong>Seit wann ist 20min.ch gewinnbringend? Über wie viel Gewinn sprechen wir?</strong><br />
Seit ich hier bin, haben wir immer Gewinn geschrieben. Kurt W. Zimmermann hat mal eine Rechnung aufgestellt, die nicht völlig falsch ist. [Anmerkung der Redaktion: Kurt W. Zimmermann schrieb im Juni 2012 in der Weltwoche: «Am Schluss bleibt, vor Steuern und Abschreibungen, ein Gewinn von drei Millionen Franken.»]</p>
<p><strong>Sind Adblocker ein Problem für 20min.ch?</strong><br />
Ich glaube nicht. Wenn man weitergemacht hätte wie vor zwei, drei Jahren mit wild animierten Ads, dann hätte das zu einem Thema werden können. Doch der Werbemarkt hat gemerkt, dass Werbung die Aufmerksamkeit der Leser nicht dermassen negativ beanspruchen darf. Am Schluss spricht solche Werbung gegen das eigene Produkt. Aber Werbung gehört doch irgendwie auch dazu. Unsere Leser sind recht tolerant geworden gegenüber Werbung, früher gab es dazu mehr Klagen.</p>
<p><strong>Wie viel Prozent aller Beiträge entstehen nach Input von Leserreportern?</strong><br />
Wir machen pro Tag fünf bis zehn Leserreporter-Storys. Es geht dabei oft um Unfälle. Bei gewissen Naturereignissen werden wir geradezu mit einer Flut von Einsendungen konfrontiert, wie bei dieser <a href="http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/14040741">Windhose über dem Zürichsee</a>. Für uns ist die Hilfe unserer Leser grandios, auch die Inputs durch die Kommentare.</p>
<p><strong>Wird denn auch unter den Kommentarschreibern gewinnbringend diskutiert?</strong><br />
Ich finde schon.</p>
<p><strong>Ihr schliesst immer mal wieder die Kommentarfunktion bei einzelnen Beiträgen. Warum?</strong><br />
Aus Kapazitätsgründen. Es darf nicht vergessen werden, dass wir grundsätzlich für jeden Kommentar juristisch verantwortlich sind. Würden wir das nicht genau prüfen, dann hätten wir schnell mal einen Prozess am Hals. Wir haben jeden Tag 8000 &#8211; 10.000 Kommentare und mussten einen Weg finden, die zu bewältigen. Wir haben Softwarehilfen entwickelt, doch der letzte Entscheid beim Freischalten erfolgt manuell.</p>
<p><strong>Wenn Carl Hirschmann jr. heute vor einer Bar randalieren würde &#8211; wie würde 20min.ch berichten?</strong><br />
Wenn das so wäre, dann würden wir schreiben: «Carl Hirschmann randaliert vor einer Bar» und in Abstimmung mit unserer Rechtsabteilung darüber berichten. Bei Personen, die keinen Schritt ohne PR-Berater und Anwälte machen, muss man sehr vorsichtig sein.</p>
<p><strong>Blick.ch <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/erneute-mea-culpa-von-ringier-1.17496861">verzichtet ja zukünftig</a> auf eine Berichterstattung über Carl Hirschmann.</strong><br />
Für unsere Leser ist Carl Hirschmann keine besonders interessante Figur mehr, aber das kann sich je nach dem ja wieder ändern. Carl Hirschmann ist jedenfalls nach wie vor eine öffentliche Figur, auch wenn er zurzeit wenig Öffentlichkeit sucht.</p>
<p><strong>Warum werden Leserreporter nicht einfach Augenzeugen genannt? Wird nicht so das Journalistische entwertet?</strong><br />
Richtig, man könnte sie «Augenzeugen» nennen, denn sie liefern ja keine eigene journalistische Wertung oder Deutung mit. Die journalistische Arbeit geschieht hier auf der Redaktion, das können sie nicht leisten. Auch wenn es keine Reporter sind: der Name «Leserreporter» hat sich halt durchgesetzt.</p>
<p><strong>Warum seid ihr auf die Idee gekommen, den <a href="http://www.20min.ch/kampusch/">Fall Kampusch</a> nochmals aufzurollen? </strong><br />
Uns wurden aus Österreich Unterlagen zugetragen, was einerseits daran liegt, dass wir im Ausland ein viel besseres Image haben als in der Schweiz und andererseits darin begründet war, dass das Misstrauen gegenüber österreichischen Medien im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch sehr gross ist. Wir haben uns die Sachlage angeschaut, und es gab so viele Widersprüche und offene Fragen, dass wir uns entschieden haben, darüber zu schreiben. Interessant fand ich auch, das mit allen multimedialen Mitteln zu machen, die das Netz bietet.</p>
<p><strong>Wo stehen die Server von 20min.ch?</strong><br />
In Schweden.</p>
<p><strong>Ist das nicht ein Risiko?</strong><br />
Vorher standen sie in Glattbrugg, das ist aber auch nicht sicherer, wenn es um die Abwehr von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Denial_of_Service">DDoS</a>-Attacken geht.</p>
<p><strong>Wie schnell könnte man diese Server wieder in die Schweiz bringen, falls sich politische Verhältnisse ändern sollten?</strong><br />
In wenigen Wochen, schätze ich.</p>
<p><strong>Wie hat sich Ihr eigener Medienkonsum verändert?</strong><br />
Ich fange morgens um 7 Uhr an zu lesen, aber zum Briefkasten gehe ich nicht mehr. Ich lese die klassische Schweizer Presse weitestgehend auf dem iPad, dann scanne ich diverse deutsche und internationale Medienportale. Weitere Links ziehe ich weitestgehend aus Twitter. Dann schaue ich noch, was auf 20min.ch zu lesen ist, und um 9:30 Uhr beginnen die Sitzungen. Print lese ich eigentlich nur noch Sonntags, seit längerem bevorzugt die NZZ am Sonntag, den «Sonntag» und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Unter der Woche nur die Weltwoche, oft mit Kopfschütteln.</p>
<p><strong>Es hat sich einiges geändert, Print ist unter Druck.</strong><br />
Es hiess es immer: Online werden nur die kurzen, nicht die langen Texte gelesen. Nur die News, nicht die Hintergründe. Nur das Aktuelle, nicht die Einordnung. Doch das stimmt nicht: Die Gewohnheiten verändern sich, die Leser merken, wer sich Mühe gibt und gute Arbeit abliefert. Ob die Arbeit gedruckt oder elektronisch vertrieben wird, spielt aus Lesersicht je länger je weniger eine Rolle. Das grösste Problem wird der grundsätzliche Erhalt der Marken sein. Mittelfristig stellt sich für uns alle doch die Frage, wer stellt mir ein interessanteres Menü zusammen: Mein Lieblingsmedium oder meine Social Media Community. Aus Verlegersicht lohnt es sich deshalb meiner Meinung nach, jeden Franken in die Marke beziehungsweise in die Journalisten zu investieren. Etwas anderes bleibt nicht.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Hansi Voigt wurde am 24. August 2012 in Zürich geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">«Gewohnheiten verändern sich»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
