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	<title>Alexander Tschäppät | MEDIENWOCHE</title>
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	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Mon, 07 May 2018 11:12:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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	<item>
		<title>Alexander Tschäppät als Medienmensch</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/05/07/alexander-tschaeppaet-als-medienmensch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 May 2018 08:47:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Tschäppät]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der am Freitag verstorbene frühere Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät spielte gekonnt auf der Klaviatur der Medien und war immer für einen überraschenden Auftritt und einen träfen Satz gut – und das ganz ohne professionelles Coaching, wie das heute bei Spitzenpolitikern üblich ist. «Das ist auch nicht nötig: Als Stadtpräsident in Bern, der den öffentlichen Verkehr benutzt und ab und zu in einer Beiz ein Bier trinkt, weiss ich, was die Leute von mir und meinem letzten Auftritt denken.» Vor fünf Jahren sprach die MEDIENWOCHE mit Tschäppät über sein Verhältnis zu den Medien. Aus aktuellem, traurigem Anlass verweisen wir an dieser Stelle gerne erneut auf das Gespräch.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/07/alexander-tschaeppaet-als-medienmensch/">Alexander Tschäppät als Medienmensch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der am Freitag verstorbene frühere Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät spielte gekonnt auf der Klaviatur der Medien und war immer für einen überraschenden Auftritt und einen träfen Satz gut – und das ganz ohne professionelles Coaching, wie das heute bei Spitzenpolitikern üblich ist. «Das ist auch nicht nötig: Als Stadtpräsident in Bern, der den öffentlichen Verkehr benutzt und ab und zu in einer Beiz ein Bier trinkt, weiss ich, was die Leute von mir und meinem letzten Auftritt denken.» Vor fünf Jahren sprach die MEDIENWOCHE mit Tschäppät über sein Verhältnis zu den Medien. Aus aktuellem, traurigem Anlass verweisen wir an dieser Stelle gerne erneut auf das Gespräch.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/07/alexander-tschaeppaet-als-medienmensch/">Alexander Tschäppät als Medienmensch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Komisches Verbot</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/01/23/komisches-verbot/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Kübler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 21:34:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Tschäppät]]></category>
		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Steinegger]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Massimo Rocchi]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das strafrechtliche Verbot der Rassendiskriminierung ist eine seltsame Norm unseres Kommunikationsrechts. Auch wer das Verbot komisch findet, muss anerkennen, dass es keine Comedy ist: Es enthält nämlich keine explizite Ausnahme für Satire oder Kunst. Deshalb müssen die Gerichte auch Bagatellfälle entscheiden. Dabei sollte man kleinen Ausrutschern mit Gelassenheit begegnen und sich den ernsten und ernst <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/23/komisches-verbot/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das strafrechtliche Verbot der Rassendiskriminierung ist eine seltsame Norm unseres Kommunikationsrechts. Auch wer das Verbot komisch findet, muss anerkennen, dass es keine Comedy ist: Es enthält nämlich keine explizite Ausnahme für Satire oder Kunst. Deshalb müssen die Gerichte auch Bagatellfälle entscheiden. Dabei sollte man kleinen Ausrutschern mit Gelassenheit begegnen und sich den ernsten und ernst gemeinten Äusserungen von Rassismus zuwenden – politische Korrektheit in Ehren.<br />
<span id="more-17805"></span><br />
Gleich drei medial verbreitete Auftritte, die man mit unterschiedlicher Strenge als Ausrutscher bezeichnen könnte, stehen an der Spitze einer aktuellen Diskussion zum Rassismusverbot in der Schweiz:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px;">Massimo Rocchi: Der bekannte Kabarettist sprach in einer Talksendung über den </span><a style="font-size: 13px;" href="http://www.srf.ch/player/tv/sternstunde-philosophie/video/massimo-rocchi-fertig-lustig?id=de0788c2-2388-4593-9c3e-3d83ab0d8ea7" target="_blank">jüdischen Humor</a><span style="font-size: 13px;">.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">Alexander Tschäppät: Der Berner Stadtpräsident machte im Rahmen </span><a style="font-size: 13px;" href="http://youtu.be/p90UbqCj6eM" target="_blank">eines Auftritts als Comedian</a><span style="font-size: 13px;"> Witze, unter anderem über Italiener.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">Birgit Steinegger: Die bekannte Kabarettistin parodierte </span><a style="font-size: 13px;" href="http://www.srf.ch/unterhaltung/comedy/endspott-der-satirische-jahresrueckblick" target="_blank">mit schwarz bemaltem Gesicht</a><span style="font-size: 13px;"> die Episode um Oprah Winfrey in einem Modegeschäft in Zürich</span></li>
</ul>
<p>In allen drei Fällen steht eine Strafverfolgung wegen Rassendiskriminierung zur Diskussion. Weiteren Zündstoff bringen die nahenden Auftritte des französischen Komikers Dieudonné, dem Rassismus und Hetze gegen das Judentum vorgeworfen werden. Sie sind im Vergleich mit den hier interessierenden drei Anlässen ungleich problematischer (vgl. <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/ein-illuminierter-obskurant-1.18226072" target="_blank">NZZ am 23. Januar 2014</a>).</p>
<p>Im Zentrum des Medienrechts steht das Recht auf freie Meinungsäusserung. Prinzipiell soll alles gesagt werden dürfen, auch öffentlich. Die Kommunikationsfreiheit ist elementar, eine Ausprägung der persönlichen Freiheit, die sich dadurch äussert, wie sich die Menschen selbstbestimmt beschäftigen, verhalten, ganz allgemein wie sie leben. Es gilt Freiheit – es sei denn, man müsse etwas aus einem überwiegenden Grund verbieten.</p>
<p>Verbote sollten klar und deutlich eingegrenzt sein, damit man sich darauf einstellen kann und damit die Freiheit keinen unnötigen Schaden nimmt. Strafrecht ist subsidiär, vor ihm greifen die Mittel der gesellschaftlichen Moral und andere Instrumente des Rechts wie Zivil- und Verwaltungsrecht. An diese Ordnungsprinzipien ist auch vorliegend zu denken.</p>
<p>Wir haben uns an Einschränkungen der freien Kommunikation gewöhnt, denn es liegt auf der Hand, dass es zahlreiche Beispiele schädigender und deshalb «verbotener» Kommunikation gibt: Der Zeuge vor Gericht sagt nicht die Wahrheit, der Betrüger lügt in Serie oder verwendet gefälschte Urkunden, die Angaben und Deklarationen auf Produkten oder Heilmitteln stimmen nicht, falsche Börseninformationen führen Anleger in die Irre.</p>
<p>Zweierlei fällt an diesen Einschränkungen auf:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px;">Immer sind die Ausnahmen eng definiert, damit sie die freie Äusserung in der Gesellschaft nicht gefährden.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">Es kommt auf den Zusammenhang und auf die Stellung und Absichten des Täters an.</span></li>
</ul>
<p>Ungewöhnlich ist ein direktes Verbot bestimmter Äusserungen, ohne dass es auf einen bestimmten Schaden oder auf einen bestimmten Zusammenhang ankommt. Das Rassismusverbot ist eine solch ungewöhnliche Bestimmung. Man muss sich seinen Zweck vor Augen führen. Rassendiskriminierung schützt nicht die Ehre oder Privatsphäre einer Person. Sondern sie ist ein Verbrechen  gegen den öffentlichen Frieden. Das Verbot schützt also direkt einen gesellschaftlichen Zustand und (nur) indirekt die Angehörigen aller Rassen, Ethnien und Religionen. Rassismus kann Kriege auslösen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören. An dieses Anliegen des öffentlichen Friedens hat der Gesetzgeber gedacht, als er die Rassismusstrafnorm in Kraft gesetzt und die Meinungsäusserungsfreiheit auf diese Weise eingeschränkt hat.</p>
<p>Die Formulierung der Strafnorm in Art. 261bis StGB wird immer wieder kritisiert. Doch schon heute stechen die hohen Voraussetzungen ins Auge, die einer Bestrafung zugrunde liegen müssen, wenn dem Täter eine bestimmte Äusserung vorgeworfen wird:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px;">Es muss eine Rasse, Ethnie und Religion angegriffen werden.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">Nur öffentliche Äusserungen sind betroffen.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">Es braucht einen Aufruf zu Hass oder Diskriminierung, oder eine Herabsetzung «in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise».</span></li>
<li><span style="font-size: 13px;">Nur der vorsätzlich handelnde Täter, der den so definierten Rassismus bzw. die so definierte Diskriminierung äussern will, kann bestraft werden (Art. 12 Abs. 1 StGB).</span></li>
</ul>
<p>In der Auslegung des Verbotes muss das genannte freiheitliche Prinzip gelten, besonders die Meinungsäusserungsfreiheit. Als Grundrecht der Bundesverfassung und der Europäischen Menschenrechtskonvention steht dieses Prinzip über den Gesetzen und beeinflusst deren Interpretation. Die Gerichte berücksichtigen die Grundrechte, wenn sie Verbote im Einzelfall auslegen. So etwa der Europäische Gerichtshof, als er kürzlich die Schweiz rügte, die einen türkischen Nationalisten wegen Rassendiskriminierung <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/schweiz-in-strassburg-fuer-rassismus-verurteilung-geruegt-1.18206347" target="_blank">verurteilt hatte</a>.</p>
<p>Das Gesetz könnte die Freiheit von Information, Diskussion und Meinung, die Kunstfreiheit oder auch die Zulässigkeit der Satire ausdrücklich vorbehalten. Im Persönlichkeitsschutz etwa gilt die Regel, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse eine verletzende Publikation rechtfertigen kann. Rechercheure und Enthüller können die gesellschaftliche Bedeutung einer Information oder Diskussion legitimierend in die Waagschale werfen. Das heutige Verbot der Rassendiskriminierung enthält solche Rechtfertigungen nur implizit.</p>
<p>Mit dem Rassismusverbot wurde bewusst eine Politik verfolgt, die den Anfängen wehrt. Eine vereinzelte Rassendiskriminierung mag harmlos wirken, doch sie kann gesellschaftspolitischen Zündstoff enthalten. Schwelenden Rassismus mit politischer Korrektheit bekämpfen, das entspricht einem US-amerikanischen Konzept gegen Diskriminierungen. Wer die USA kennt, wird nicht sagen können, dass es ohne Wirkung ist. Es setzt den Hebel bewusst früh an, um eine «slippery slope» zu vermeiden, ein gefährliches Abrutschen. Die Geschichte, gerade die europäische, hat die Menschen gelehrt, dass frühe Zeichen erkannt werden müssen und dass die öffentliche Kommunikation fatal verstärkend wirken kann.</p>
<p>Politische Korrektheit wird gern belächelt und getadelt, doch sie greift längst weit um sich. Sie wird auch von Interessenvertretern ausgelebt, die sich kein wichtiges Anliegen wie die Erhaltung des kulturellen Friedens auf die Fahne schreiben.</p>
<p>Ein ernsthaftes Argument gegen politische Korrektheit (und ein besseres als die Beobachtung, dass politische Korrektheit langweilig oder bieder sei) ist der Gegenvorschlag, der Hebel sei spät anzusetzen, dort wo es nötig ist, und man solle alle Unreinheiten und geschmacklichen Verstösse tolerant zuzulassen, solange sie unter diesem Radar segeln. Auf diese Weise verarbeitet eine Gesellschaft in einem akzeptablen Bereich ihre Konflikte, ohne dass es definierte Verlierer und Gewinner gibt – das ist besser als wenn über heikle Themen geschwiegen werden muss. So verhält es sich ja typischerweise mit den Freiheiten der anderen: Man erträgt allerlei Unfug und Unsinn, darf aber kritisieren und kommunizieren. Schweizerischem Pragmatismus entspricht eine solch gelassene Haltung besser als das Ersticken unerwünschter Äusserungen.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt erschwert die Einordnung des Rassismusverbotes. Verbotener Rassismus ist nicht nur das Herabsetzen einer bestimmten Person, auf die man eine Äusserung bezieht. Verboten ist auch die Herabsetzung einer unbestimmten Gruppe von Menschen, sobald es sich um eine Rasse, Ethnie oder Religionsgruppe handelt. Das sind z.B. dunkelhäutige Menschen, Italiener, Juden, wie es die aktuellen Beispielfälle Steinegger/Tschäppät/Rocchi illustrieren.</p>
<p>Damit unterscheidet sich das Rassismusverbot vom gewöhnlichen zivilrechtlichen Persönlichkeitsschutz und vom strafrechtlichen Ehrenschutz. Diese Regeln und Verbote gelten nämlich nur dann, wenn eine bestimme Person ins Visier genommen wird, z.B. Michael von der Heide im soeben <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/bundesgericht-ruegt-blick-wegen-darstellung-von-der-heides-id2629803.html" target="_blank">entschiedenen Gerichtsfall</a>. Die Ehre von Politikern, Blondinen, Männern, Managern, Bauern etc. ist – als Menschengruppe – nicht geschützt. Kategorien darf man schonungslos beleidigen, mit Witzen oder mit Wut. Sogar offensichtlich sensible und schützenswerte Gruppen wie Kinder, Behinderte, Kranke können nicht einfach so Klage einreichen, vorbehältlich eines besonderen Kontextes. Es gilt die Faustregel, dass man nur dann aufpassen muss, wenn man eine bestimmte Person verunglimpft, die genannt wird oder individuell erkennbar ist, zum Beispiel als Teil einer klar umrissenen Gruppe (z.B. «Nationalräte», nicht aber «Verwaltungsräte»). Das Rassismusverbot hat hier etwas hinzugefügt: Es ist auch ohne Personifizierung immer heikel, wenn man sich öffentlich gegen eine Rasse, Ethnie oder Religion wendet.</p>
<p>Gibt es Sonderregeln für Humor und Witz, ein Privileg vielleicht? Das ist viel diskutiert, doch der nüchterne Blick ins Gesetz zeigt: Es gibt hier keine Ausnahme. In der Praxis wird es dem Satiriker oft am rassistischen Vorsatz fehlen, und der Humor kann eine Distanzierung herstellen, die den Rassismusvorwurf vom Tisch fegt. Als Regel wird man gegenüber Comedy und Satire auch juristisch gesehen toleranter sein, gesellschaftlich betrachtet sowieso. Der Presserat hat sich schon früh in einer ausbalancierten Stellungnahme mit den Eigenheiten und Grenzen der Satire befasst und dabei die Schweizer Satiriker zu Wort kommen lassen (Stellungnahme Nr. 8/96 vom 7. November 1996: <a href="http://www.presserat.ch/9608.htm" target="_blank">Medienethische Grenzen satirischer Medienbeiträge.</a>)</p>
<p>Gelassenheit ist der bessere Ratgeber als die Strafanzeige, doch wenn geklagt wird, muss der Verdächtigte wohl den befreienden Gerichtsentscheid suchen. Und  Behörden müssen ja von Amtes wegen einschreiten, denn Rassendiskriminierung ist ein Offizialdelikt. Manchmal kommt es vor, dass der Beschuldigte seinerseits wegen Ehrverletzung klagt, weil man ja nicht als Rassist bezeichnet werden will. Auf diese Weise geht der Prozess nicht ohne Verlierer aus: das Gegenteil von Gelassenheit.</p>
<p>Dieser Tage sind die Medien voll von Meinungen zur aktuellen kleinen Rassismusdebatte. Die kleine Diskriminierung findet dabei immer wieder die Öffentlichkeit, z.B. wenn Witzbeispiele publiziert werden, selbst solche, die man als unzulässig taxiert. Auch den ursprünglichen Diskussionsteilnehmern, Kommentatoren und Satirikern werden solche Bruchstücke nicht immer gerecht. Der Italienerwitz oder die Bemerkung über Juden werden aus dem Zusammenhang und Präsentationskontext gerissen. Die Äusserung steht plötzlich isoliert da, und allein der Betrachter und Twitterer entscheidet über Empörung oder Belustigung. So gehen entlastende Umstände verloren, was im Grunde die Frage aufwirft, ob die Verbreiter und Zuspitzer im Einzelfall eine grössere Verantwortung tragen könnten als die Urheber solcher Äusserungen, die in den jüngsten Fallbeispielen keinen ernsthaften Verdacht verdienen, straffällige Rassisten zu sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/23/komisches-verbot/">Komisches Verbot</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Spontan kommt man am besten rüber»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/05/spontan-kommt-man-am-besten-rueber/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felicie Notter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Nov 2012 09:50:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Tschäppät]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alexander Tschäppät, Berner Stadtpräsident und SP-Nationalrat, hat es zur Cervelat-Prominenz gebracht: Journalisten interessieren sich nicht nur für seine Politik, sondern auch dafür, wie er leibt und lebt. Ihr Spiel macht er mit, lässt sich von den Medien aber nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen – mit wenigen Ausnahmen. Das Gespräch findet während der <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/05/spontan-kommt-man-am-besten-rueber/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/05/spontan-kommt-man-am-besten-rueber/">«Spontan kommt man am besten rüber»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Alexander Tschäppät, Berner Stadtpräsident und SP-Nationalrat, hat es zur Cervelat-Prominenz gebracht: Journalisten interessieren sich nicht nur für seine Politik, sondern auch dafür, wie er leibt und lebt. Ihr Spiel macht er mit, lässt sich von den Medien aber nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen – mit wenigen Ausnahmen.</b><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2012/11/04112856.jpeg" alt="" width="1680" height="1062" class="alignnone size-full wp-image-56895" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2012/11/04112856.jpeg 1680w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2012/11/04112856-300x190.jpeg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2012/11/04112856-768x485.jpeg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2012/11/04112856-1024x647.jpeg 1024w" sizes="(max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /><br />
Das Gespräch findet während der Herbstsession in der Wandelhalle im Bundeshaus statt. Alexander Tschäppät erscheint gutgelaunt und gesprächig. Zweimal huscht er in den Ratssaal ab für eine Abstimmung. Auf unerfreuliche Themen angesprochen, zeigt er sich verärgert bis aufgebracht. An seinem Credo stets authentisch zu bleiben, lässt er damit keine Zweifel.<br />
Das Gespräch kam unter der Bedingung zustande, dass das Interview vor den Stadtberner Wahlen publiziert würde. Alexander Tschäppät kandidiert für eine dritte Amtszeit als Stadtpräsident.</p>
<p><strong>Herr Tschäppät, obwohl ich noch nie mit Ihnen gesprochen habe, meine ich einigermassen gut über Sie Bescheid zu wissen. Entspricht das mediale Bild von «Tschäppu» dem realen Alexander Tschäppät?</strong><br />
In der politischen Beurteilung stimmt es einigermassen, persönlich weniger, aber das ist auch nicht nötig. Meine These lautet: Die Medien schreiben immer den Medien ab. All die Klischees, die es über mich gibt, werden immer wiederholt – ohne, dass je ein Journalist hinterfragt, ob sie wirklich stimmen.</p>
<p><strong>Welche Seiten von Ihnen kommen in den Medien zu kurz?</strong><br />
Ich habe keine so harte Schale und bin gar nicht so mediengestählt, wie viele meinen. Die Leute haben immer das Gefühl, ich stecke alles locker weg, dabei bin ich ein empfindlicher Mensch. Manchmal schlafe ich schlecht. Ich schüttle auch nicht alles aus dem Ärmel. Im Gegenteil: Vor einem Fernsehauftritt bin auch ich gestresst und habe schauriges Lampenfieber.</p>
<p><strong>Die Medien zeichnen oft das Bild von Ihnen als jovialer Typ. Sind Sie ein Lebemann? </strong><br />
Als ich jung war, wurde mir dieses Klischee angehängt. Damals nervte mich das, weil es nicht wirklich zutraf. Jetzt bin ich über sechzig Jahre alt und das Klischee haftet immer noch an mir – so ist es fast ein Kompliment geworden. Was man mir heute noch alles zutraut! Dabei bin ich abends müde und gehe am liebsten ins Bett. Mir die Nächte um die Ohren zu schlagen, das ist passé.</p>
<p><strong>Welche Medien nutzen Sie?</strong><br />
Ich lese zuerst einmal «Bund» und Berner Zeitung. Dann werfe ich einen Blick in den Tages-Anzeiger, um zu wissen, was in Zürich läuft. In der NZZ lese ich nur Ausgewähltes. Dann schaue ich noch schnell Blick und 20 Minuten an. Alles in Print, ich bin ja kein Computerfreak. Am Radio höre ich die Nachrichten, wenn ich morgens früh um 6 eine Stunde mit den Hunden spazieren gehe. Da habe ich ein kleines Transistorradio dabei. Zum Fernsehen komme ich praktisch nie. Wenn ich mal an einem Abend daheim bin, ist das nicht das Wichtigste. Ich habe auch nicht mehr denselben Drang, in die Arena und all diese Sendungen zu kommen.</p>
<p><strong>Dabei haben Sie mit dem Sonntalk, der nun auch <a href="http://www.kleinreport.ch/news/sonntalk-neu-auch-auf-telebaern-70689.html " target="_blank">von TeleBärn gezeigt wird</a>, eine<a href="http://www.telezueri.ch/index.php?id=6830&amp;show_uid=11544&amp;yyyymm=0&amp;cHash=8f154f2dee " target="_blank"> neue Bühne.</a> Wie bereiten Sie sich auf einen TV-Auftritt vor?</strong><br />
Ich schreibe mir keine Quotes auf. Aber ich bereite mich auf Themen vor und versuche, mir eine Meinung zu bilden. Grundsätzlich kommt man am besten rüber, wenn man spontan ist. Das braucht etwas Mut. Vielleicht ist es auch eine Frage der Routine. Eine zu genaue Vorbereitung kommt aus meiner Sicht aufgesetzt daher. Man sieht es, wenn einer genau diesen und jenen Satz loswerden will – und ihn am Ende noch im falschen Kontext platziert. Nur weil ihm ein Berater gesagt hat, es wär’ noch gut. Daran glaube ich so wenig wie an Medientrainings. Aber ich glaube, dass es einen Unterschied macht, ob man ein kariertes oder ein blaues Hemd für den Auftritt im Fernsehen anzieht oder nicht. Für solche praktische Tipps ist Beratung sinnvoll.</p>
<p><strong>Sie scheinen einigermassen beratungsresistent zu sein. Welche Rolle spielt der Informationsdienst der Stadt Bern, der Ihnen zur Verfügung steht? </strong><br />
Inhaltlich lasse ich mich schon beraten, aber nicht im Umgang mit den Medien. Niemand coacht mich. Das ist auch nicht nötig: Als Stadtpräsident in Bern, der den öffentlichen Verkehr benutzt und ab und zu in einer Beiz ein Bier trinkt, weiss ich, was die Leute von mir und meinem letzten Auftritt denken. Ich brauche kein teures Medienbüro, das mir Tipps gibt. Der Informationsdienst steht übrigens nicht nur mir, sondern auch allen anderen Mitgliedern der Stadtregierung und den Direktionen zur Verfügung.</p>
<p><strong>Gab es schon Momente, in denen Sie lieber nicht Stapi gewesen wären, um unbeschwert das Leben geniessen zu können?</strong><br />
Ich habe nicht das Gefühl, mich nicht frei bewegen zu können. Die Beobachtung ist nicht das Problem. Viel mehr spüre ich permanent einen sehr hohen Druck. Wir sind nur noch zu fünft in der Regierung. Dabei bin ich noch der Routinierteste. Aber der Erwartungsdruck wird weiter zunehmen, das ist ein Problem.</p>
<p><strong>Und was ist mit Momenten wie der Anti-Blocher-Parole bei einer <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Wo-eine-Buehne-ist-steht-auch-ein-Tschaeppaet/story/13236893 " target="_blank">spontanen Fussball-Siegesfeier</a>?</strong><br />
Das ist eine uralte Geschichte. Das war nichts Schlaues, und dafür habe ich mich längst entschuldigt. Das Verrückte und zugleich Deprimierende dabei: Damit erlangt man Berühmtheit im ganzen Land, anstatt mit den Inhalten, die man liefert. Aber ich nehme mir das Recht heraus, auch mal einen Fehler machen zu können und dann dafür hinzustehen. Es ist auch eine Qualität der schweizerischen Politik, dass dies möglich ist.</p>
<p><strong>Also sind die Medien schuld, die einseitig solche Ereignisse aufgreifen? </strong><br />
Die Medien müssen sich verkaufen, und das geht nicht mit unattraktiven Inhalten. Eine süffige Zeile verkauft sich einfach besser, als wenn einer im Hintergrund gute Arbeit leistet. Das nehme ich den Medien auch nicht übel. Ich denke aber, dass die Leute dessen auch überdrüssig werden können.</p>
<p><strong>Für süffige Zeilen bieten Sie den Medien mehr Gelegenheiten als andere Politiker.</strong><br />
Weil ich sage, was ich denke! Ich bin sicher nicht einer, der aufs Maul hockt oder sich erst überlegt, ob ihm eine Äusserung schadet oder nützt. Ein Politiker hat nur einen Kredit: seine Authentizität und Glaubwürdigkeit. Das ist nicht immer unproblematisch. Aber ich bin, wie ich bin. Was man hier drin (in der Wandelhalle, Anm. d. Red.) nicht von allen sagen könnte…</p>
<p><strong>Am 25. November sind Stadtberner Wahlen. Müssen Sie überhaupt aktiv Wahlkampf betreiben – oder machen das die Medien für Sie?</strong><br />
Die Medien machen das sicher nicht für mich. Wer in der Politik ist, hat eine gewisse Präsenz in den Medien, klar. Sie können dich gut- aber auch schlecht schreiben. Bekanntheit ist ein Element, genügt alleine aber nicht. Ich muss Wahlkampf machen. Erstens wäre ich sonst arrogant, und eine solche Überheblichkeit passiert mir nicht. Zweitens sollte man nie dem Fehler verfallen, zu meinen, man sei schon gewählt.</p>
<p><strong>Ihre Wahlkampagnen fallen immer wieder aus dem Rahmen. Am meisten Aufsehen erregte wohl der Slogan <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/kanton-bern/Alexander-Tschaeppaet-macht-mit-SVPPlakat-Wahlkampf/story/19846607 " target="_blank">«SVP wählt Tschäppät»</a> (SVP stand für «s&rsquo;il vous-plaît»). War das Ihre Idee?</strong><br />
Es wäre arrogant, von meiner Idee zu sprechen. Wir sind immer die gleichen drei, vier Kollegen. Wir kochen zusammen Spaghetti und dann «hirnen» wir. Manchmal hat man schnell eine Idee und manchmal nicht. Diesmal ging es ganz schnell. Schwieriger ist es, sie umzusetzen und zu finanzieren. Aber wir machen alles selber, ohne Werbebüro.</p>
<p><strong>Warum sind Sie eigentlich in den Social Media nicht präsent? Das wäre doch die ideale Plattform, um sich selber zu präsentieren.</strong><br />
Ich bin ein sechzigjähriger Mann, der Mühe hat mit dem Computer – ich habe noch auf einer Hermes-Baby-Schreibmaschine geschrieben. Wäre ich plötzlich auf Facebook und Twitter, wäre das einfach nicht glaubwürdig. Das ist eine andere Generation, und das akzeptiere ich. Es ist ein bewusster Verzicht, auch wenn es wahlstrategisch vielleicht falsch ist. Das ist mir gleich. Ich bin eben, wie ich bin.</p>
<p><strong>Was ist mit Ihren Mitarbeitenden: Verfolgen diese, was in den Social Media über Sie geschrieben wird?</strong><br />
Ich erhalte keine Feedbacks dazu. Ich glaube, je länger man in der Politik ist, desto weniger nimmt man das wahr. Es ist ja immer das gleiche Spiel. Man macht etwas, und der politische Gegner nimmt es auf, um einen in die Pfanne zu hauen. Dieses Ritual ist so alt, dass man es sich gar nicht mehr antun muss.</p>
<p><strong>Dafür ist die klassische Zeitung umso wichtiger? </strong><br />
Zeitunglesen ist nicht mehr das Erste, was ich am Morgen mache. Ich kenne Politiker, die gar keine Zeitung mehr lesen. Ich lese sie schon noch, ich will ja à jour sein. Aber es ist nicht mehr so wichtig, ob mein Zitat nun verwendet wurde oder wie ich auf dem Foto aussehe. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht das Übergewicht – man wird gelassener.</p>
<p><strong>Bringt Sie nichts mehr aus der Ruhe?</strong><br />
Kaum. Es gibt einzelne Medien, die einen immer nerven. Aber die sind ja in Zürich daheim.</p>
<p><strong>Am heftigsten kritisiert Sie <a href="http://www.20min.ch/news/bern/story/-Weltwoche--mit-Tschaeppaet-Bashing-12199392" target="_blank">die Weltwoche</a>.</strong><br />
Die nehme ich nicht mehr ernst.</p>
<p><strong>Verletzen Sie solche Angriffe oder gehört das zum Courant Normal?</strong><br />
Sicher verletzt mich das. Alles Unwahre ist eigentlich inakzeptabel. Mich ärgert, dass es Zeitungen gibt, die schlechte oder falsch recherchierte Artikel veröffentlichen. Man muss mich nicht lieben. Wenn Medien einen Sachverhalt kritisch betrachten, den ich vielleicht anders einschätze, habe ich damit kein Problem. Aber man muss beim richtigen Sachverhalt bleiben und nicht gezielt Sachen weggelassen oder verdrehen. Bei der Weltwoche habe ich mehrmals erlebt, dass das nicht der Fall war. Das ist allgemein das Problem dieser Zeitung. Früher war die Weltwoche ein Trendsetter im Journalismus. Ich bezweifle, dass dies heute noch der Fall ist.</p>
<p><strong>Die Weltwoche habe Ihnen angeboten, zu einem Teil der Vorwürfe Stellung zu nehmen. Sie hätten keine Zeit, die Vorwürfe seien lächerlich, sei Ihre Antwort gewesen. </strong><br />
Es lohnt sich nicht, darauf zu reagieren und dem Berichterstatter noch Auftrieb zu geben. Ignorieren ist bei solch merkwürdigen Formen von Journalismus die beste Reaktion.</p>
<p><strong>Es kommt aber durchaus vor, dass Sie auf Medienberichterstattung reagieren, die sie für inhaltlich falsch halten. Zur «Affäre Büschi» gaben Sie gar eine <a href="http://www.bern.ch/neues-aus-ihrer-stadt/2012/grbueschi " target="_blank">Erklärung des Gemeinderats</a> zur Berichterstattung des «Bund» ab. Das ist ungewöhnlich.</strong><br />
Wieso ungewöhnlich? Die Berichterstattung war auch ungewöhnlich – sie war einseitig gefärbt und gab nicht die Wahrheit wieder. Der Gemeinderat beschloss gemeinsam, die Vorwürfe nicht im Raum stehen zu lassen.</p>
<p><strong>Der Fall hatte eine Gesprächsverweigerung mit dem betroffenen Redaktor zur Folge, und Sie haben den Chefredaktor der Zeitung zu sich zitiert. Mussten Sie einfach mal Ihrem Ärger Luft machen? </strong><br />
Ich bin medienmässig ein pflegeleichter Mensch, leicht erreichbar und im Normalfall für ein Statement zu haben. Ich habe erst einmal einem Journalisten gesagt, dass es mir reicht. Das ist nun wirklich nicht kompliziert. In diesem Fall hatte ich das Gefühl, ich werde ungerecht behandelt. Die Spielregeln wurden nicht eingehalten. Der Journalist kann nicht einfach schreiben, was er will, und ich soll schweigen. Er darf wissen, wenn ich etwas nicht korrekt finde. Es gehört zu meiner Glaubwürdigkeit, dass ich nicht kusche. Eine Zeitung zu boykottieren – das wäre ganz klar nicht statthaft. Aber einem Journalisten zu sagen, dass man mit seiner Arbeit nicht einverstanden ist, das muss erlaubt sein in einer Demokratie.</p>
<p><strong>Auch im Stadtrat haben Sie Ihren Ärger über die Vorwürfe im «Bund» ausgedrückt. Daraufhin schrieb der «Bund», Ihre Schelte habe Politiker <a href="http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/Hoffentlich-ist-der-Fall-Bueschi-nun-abgeschlossen/story/18781863 " target="_blank">von links bis rechts «irritiert»</a>. Sind die Medien am Schluss immer am längeren Hebel? </strong><br />
Da überschätzen sich die Medien, wenn sie das meinen. Sie können einem nicht zur Abwahl schreiben. Auch wenn sie noch so schlecht über einen schreiben, am Schluss macht sich das Volk eine eigene Meinung.</p>
<p><strong>Ist der Ärger nun verflogen?</strong><br />
Nein, der ist nicht verflogen. Aber dieses Thema diskutiere ich nicht mehr: Die Positionen sind schon lange bezogen. Ich habe den Eindruck, meine Optik interessiere den betreffenden Journalisten wenig. Er hat eine klare Meinung und geht so weit, dass er <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=8d1c0b4d-3873-49b9-9f5f-97c606f8d204" target="_blank">damit im Fernsehen auftritt</a>. Ich finde es fragwürdig, wenn ein Journalist einen anderen quasi zum Zeugen macht. Ich mache aber auch nicht ein Leben lang einen dicken Hals deswegen. In der Zwischenzeit habe ich den Journalisten schon oft wiedergesehen. Die Sache ist gegessen. Aber er hat auch gemerkt, dass ich es nicht goutiert habe. Das ist auch gut so. Ich wollte ein Zeichen setzen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Noch zu Ihrer Person: Aus den Medien weiss man nur gerade, wer ihre Frau ist, dass sie einen Sohn haben und drei Hunde…</span><br />
…es sind zwei Söhne.</p>
<p><strong>Grenzen Sie sich bewusst ab?</strong><br />
Man kann sich dem Voyeurismus nicht ganz verschliessen. Dass die Leute wissen wollen, ob der Stadtpräsident Kinder hat, ist normal. Aber mehr braucht es nicht. Man ist schon ausgestellt genug.</p>
<p><strong>Haben Sie Leichen im Keller? </strong><br />
Der fehlerfreie Mensch ist meines Wissens noch nicht geboren. Ich wäre unehrlich, wenn ich sagen würde, ich hätte noch nie etwas falsch gemacht. Angst vor einem Riesenskandal habe ich aber nicht.</p>
<p><strong>Wie haben Sie reagiert, als zwei Zeitungen <a href="http://www.woz.ch/1044/medientagebuch/was-geht-das-uns-an " target="_blank">das Gerücht thematisiert haben</a>, Sie hätten eine Liaison zu einer anderen Gemeinderätin?</strong><br />
Einmal Klischee, immer Klischee. Das muss mich gar nicht mehr nerven, das ist mir zu blöd.</p>
<p><strong>Wie handhaben Sie den Umgang mit heiklen Fragen? </strong><br />
Dieses Interview will ich sicher gegenlesen. Im Fernsehen kann ich keinen Satz zurücknehmen. Solche Fragen hätte man am TV gar nicht gestellt. Das interessiert kein Mensch, was Tschäppät eine Dreiviertelstunde lang zu Medien erzählt.</p>
<p><small>Bild: Manu Friederich</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/05/spontan-kommt-man-am-besten-rueber/">«Spontan kommt man am besten rüber»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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