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	<title>Annette Ringier | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 23 Feb 2022 14:27:48 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Sport im Stream: Kamera-Boom am Spielfeldrand</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2022 14:27:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Asport]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Streaming]]></category>
		<category><![CDATA[Annette Ringier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Swisscom-Tochter Asport dominiert in der Schweiz den Markt mit intelligenten Kamerasystemen für Live-Streams von Sportveranstaltungen. Im Handball und Eishockey setzen zwei Profi-Ligen auf die automatisierte Übertragungstechnik von Asport. Ab dem Sommer will auch Ringier in diesem Boom-Geschäft mitmischen und startet mit dem Streaming der Spiele von zwei Fussball-Ligen. Die «TV-Revolution», wie sie der «Blick» <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Swisscom-Tochter Asport dominiert in der Schweiz den Markt mit intelligenten Kamerasystemen für Live-Streams von Sportveranstaltungen. Im Handball und Eishockey setzen zwei Profi-Ligen auf die automatisierte Übertragungstechnik von Asport. Ab dem Sommer will auch Ringier in diesem Boom-Geschäft mitmischen und startet mit dem Streaming der Spiele von zwei Fussball-Ligen.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" class="alignnone size-medium wp-image-95061" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-1024x682.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Kamera-Asport-20220223.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Die «TV-Revolution», wie sie der «Blick» vor sechs Jahren für den «Provinz-Fussball» <a href="https://www.blick.ch/sport/fussball/tv-revolution-im-provinz-fussball-bald-gibts-die-fcb-talente-servette-und-co-live-id4879715.html" rel="noopener" target="_blank">ausgerufen hatte</a>, kam ziemlich handgestrickt daher. Oben auf einem Baucontainer am Spielfeldrand sassen zwei Jungs auf Plastikstühlen unter einem Werbesonnenschirm. Mit einem iPhone auf einem einfachen Stativ verfolgten sie das Spielgeschehen, schwenkten das Mobiltelefon hin und her, die Linse möglichst auf den Ball gerichtet. Was die Hobby-Kameramänner filmten, gelangte als Live-Stream ins Internet. Wer sich für Schweizer Erstliga-Fussball interessierte, konnte fortan die Spiele seiner Lieblingsmannschaft in Echtzeit online verfolgen. Mehr als eine Notlösung war das aber nicht. Der handgefilmte Stream war schlicht zu schlecht, als dass irgendjemand 90 Minuten drangeblieben wäre. Selbst wer sich nachträglich nur die Schlüsselszenen ansehen wollte, konnte den genauen Ablauf der Spielsequenzen kaum erkennen. Drei Jahre lang ging das so, ohne dass die «TV-Revolution im Provinz-Fussball» die Massen zu mobilisieren vermochte. Dann war Schluss.<br />
</p>
<p>Im kommenden Sommer soll es wieder losgehen. Aber anders und besser. Diesmal spuckte der «Blick» keine grossen Töne, von «Revolution» ist keine Rede mehr – vielleicht auch deshalb, weil man selbst mitdrinsteckt. Vor einer Woche <a href="https://www.ringier.com/de/ringier-sports-lanciert-neue-sport-streaming-plattform-mit-fokus-auf-den-amateursport/" rel="noopener" target="_blank">kündigte Ringier an</a>, zusammen mit der «Blick»-Gruppe und der eigenen Werbeabteilung ins Geschäft mit dem Live-Streaming von Sportanlässen einsteigen zu wollen. Wie vor sechs Jahren sollen ab dem kommenden die Spiele der 1. Liga Classic und der 1. Liga Promotion der schweizerischen Fussballmeisterschaft übertragen werden. Allerdings braucht nun niemand mehr auf einen Container zu kraxeln und dort sein iPhone zu schwenken. Die Kamera erledigt das autonom und automatisch. Einmal an einem Flutlichtmast oder auf dem Tribünendach montiert, folgt die bewegliche Linse dem Spielgeschehen ganz von selbst. Möglich macht das künstliche Intelligenz, dank der die Kamera «weiss», was ein Ball ist und wie der sich auf dem Feld (oder in der Halle) erfahrungsgemäss verhalten kann. Die aufgezeichneten Bilder gelangen via Mobilfunknetz auf eine Online-Platform. Zuschauerinnen und Zuschauer können dort den Stream mit ihren Endgeräten abrufen.</p>
<blockquote><p>«Wir betrachten das kostenlose Live-Streaming als Werbung für den Besuch von Handball-Spielen vor Ort.»<br />
<small>Patrice Hitz, Präsident Quickline Handball League</small></p></blockquote>
<p>Während bei Ringier das Live-Streaming mit intelligenter Kameratechnik erst in den Startblöcken steht, setzt sie Swisscom schon seit gut zwei Jahren ein. Das <a href="https://asport.tv/" rel="noopener" target="_blank">Tochterunternehmen Asport</a> bietet heute eine pfannenfertige Lösung an für einzelne Vereine und ganze Ligen. Einen Pionierrolle spielt dabei die höchste Handball-Liga der Schweiz, die Quickline Handball League QHL. Seit dem Start der laufenden Saison im letzten September übertragen alle zehn Klubs ihre Spiele mithilfe von Asport auf der Online-Plattform <a href="https://arena.asport.tv/league/1/quickline-handball-league" rel="noopener" target="_blank">handball.asport.tv</a>. Einzelne Partien zeigen zudem der Fernsehsender «Sport1» und die TV-Kanäle der SRG.</p>
<p>Nach einem halben Jahr zieht Patrice Hitz, Präsident der QHL, eine positive Bilanz dieser Form der Medienpräsenz. «Mit unserer Streamingplattform erreichen wir vor allem ein jüngeres Publikum und die ‹Handball-Familie›. Über das klassische Fernsehen sprechen wir das breitere Sportpublikum an», sagt Hitz im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Als Rekordwert nennt er 8000 Zugriffe auf den Live-Stream bei einem Spitzenspiel. Im Durchschnitt lägen die Zahlen im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich. Das Angebot ist kostenlos und soll es auch bleiben, erklärt Ligapräsident Hitz. «Wir betrachten das Angebot als Werbung für den Besuch von Handball-Spielen vor Ort. Schliesslich ist das Live-Erlebnis in der Arena immer noch viel eindrücklicher als via Stream zuzuschauen.»</p>
<blockquote><p>Die Eishockey-Fans sollen mit dem Kauf einer Saisonkarte Zugang zur Streaming-Platform mit allen Spielen der Swiss League erhalten.</p></blockquote>
<p>Kosten werden dagegen die Spiele der zweithöchsten Eishockey-Liga der Schweiz. Mitte Januar entschied sich die inzwischen als selbständige Körperschaft konstituierte Swiss League, ab der kommenden Saison ihre Spiele auch mithilfe von Asport live zu zeigen. Wie die Liga <a href="https://www.ehc-visp.ch/de/news/ab-saison-2022-23-alle-swiss-league-spiele-live-635" rel="noopener" target="_blank">Mitte Januar mitteilte</a>, sei vorgesehen, «dass die Fans mit dem Kauf des Saisonabonnements Zugang zur Plattform und allen Spielen erlangen sollen».</p>
<p>Der Eishockey-Kenner und «Watson»-Journalist Klaus Zaugg sieht in einer Liga, «die ihre TV-Bilder selbst produziert und vermarktet» gar ein <a href="https://www.watson.ch/sport/eismeister%20zaugg/396171114-die-neue-swiss-league-ein-modell-fuer-ein-neues-tv-zeitalter" rel="noopener" target="_blank">«Zukunftsmodell»</a>, weil sie die Rechte nicht mehr an ein TV-Unternehmen verkauft. Die entfallenden Einnahmen könnten dank der neuen Gestaltungsfreiheit «bei weitem kompensiert» werden, glaubt Zaugg. Umso mehr, weil die aktuellen Erträge der Swiss-League-Vereine aus dem Verkauf der TV-Rechte an MySports sehr bescheiden seien.</p>
<p>Dass in der Schweiz immer mehr Sportvereine, sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich, die Bildproduktion und -verbreitung selbst in die Hand nehmen, liegt vor allem an der <a href="https://staige.com/" rel="noopener" target="_blank">Firma Staige</a> aus Essen, Deutschland. Sie hat das Kamerasystem entwickelt, das die Swisscom-Tochter Asport verwendet.</p>
<blockquote><p>Seit dem ersten Live-Stream eines Fussballspiels auf soccerwatch.tv vor fünf Jahren verbessert sich die automatisierte und intelligente Kameratechnik fortlaufend.</p></blockquote>
<p>Wie jedes Unternehmen, das irgendetwas im Internet macht, kommt auch Staige nicht ohne Gründungslegende aus. Einer der Mitgründer wollte seinem Sohn auch dann beim Fussball zuschauen können, wenn er keine Zeit hatte, den Kleinen zum Spiel zu begleiten. Was tun? Kamera montieren und streamen. «Für unseren Prototyp haben wir im Baumarkt eine Plastikbox gekauft, ein Loch reingeschnitten, eine Kamera eingesetzt und das Spiel bei YouTube hochgeladen», erzählten die Gründer 2017 der <a href="https://gruender.wiwo.de/soccerwatch-tv-wir-zeigen-die-anderen-99-prozent-fussball/" rel="noopener" target="_blank">«Wirtschaftswoche»</a>. Damals hiess ihr Unternehmen noch Soccerwatch.tv, weil es ursprünglich auf Fussball fokussierte. Bereits in einer frühen Phase beteiligte sich das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Adesso an dem Start-up. Es war dann auch Adesso, das die Kamera-Technologie Anfang 2020 <a href="https://www.itmagazine.ch/artikel/71600/Amateur-Fussball_im_Netzbrdank_adesso_und_Kuenstlicher_Intelligenz.html" rel="noopener" target="_blank">in die Schweiz brachte</a> und den <a href="https://staige.tv/verein/7619" rel="noopener" target="_blank">FC Agno im Tessin</a> die soccerwatch.tv-Technologie testen liess. Nach diesem Pilotbetrieb habe man eine schweizweite Partnerschaft mit Swisscom Broadcasting abgeschlossen, erklärt eine Sprecherin von Adesso Schweiz. Daraus ist Asport geworden.</p>

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<p>Seit dem ersten Live-Stream eines Fussballspiels in Deutschland vor fünf Jahren verbessert sich die automatisierte und intelligente Kameratechnik fortlaufend. Das nimmt auch Handball-Ligapräsident Fabrice Hitz wahr, der das System nun auch schon länger kennt. «In den Anfängen konnte es noch vorkommen, dass die Kamera einen schnellen Gegenstoss verpasst hat. Das geschieht jetzt nicht mehr», sagt Hitz. Das Kamerasystem werde von Spiel zu Spiel besser, weil es automatisch dazu lerne. Die Videoqualität sei inzwischen so gut, dass der Fernsehsender «Sport1» damit arbeiten könne bei seinen Übertragungen, nur ergänzt mit zwei eigenen Kameras. Ausserdem erkennt die Software Tore und andere Schlüsselszenen und markiert diese automatisch im Video, damit man die entsprechenden Stellen im Replay direkt ansteuern kann.</p>
<p>Profimannschaften können mit dem Live-Stream ein interessiertes Publikum zuhause und unterwegs vor den Bildschirmen erreichen. Ebenso wichtig, und zwar auch im Amateurbereich, ist die Bedeutung der Kameraaufzeichnung für die Selbstbeobachtung der Sportlerinnen und Sportler. «Das System von Asport nutzen die Vereine auch für die Analyse des Trainings», weiss Handballer Hitz, der selbst in einer Zweitliga-Mannschaft spielt. «Man hat freien Zugriff auf die Kameras und die Software und kann sie so nutzen, wie sie einem etwas bringen.» </p>
<p>Angesichts der Entwicklung in den letzten Jahren überrascht es nicht, dass nun auch weitere Unternehmen auf den Live-Streaming-Markt drängen. In der Schweiz gibt es um die 19&#8217;000 Sportvereine. Insbesondere Mannschaftssportarten bieten sich für das Geschäft mit den Videoaufzeichnungen an. Einmalige Installations- und jährliche Lizenzkosten von je ein paar tausend Franken können sich zwar nicht alle Vereine leisten, aber doch eine Anzahl, die es für weitere Akteure interessant macht, auch mitzumischen. Besonders attraktiv sind natürlich Verträge mit ganzen Ligen, wie das Asport nun bereits im Handball und Eishockey realisiert hat. Laut Fabian Häfliger, Chef Marketing und Verkauf der Swisscom-Tochter, steht Asport mit weiteren Ligen in Verhandlung.</p>
<p>Auch Ringier startet im Sommer mit dem Streaming von zwei halbprofessionellen Fussballigen, der 1. Liga Classic und der 1. Liga Promotion. Dazu wird Ringier aber kein eigenes Kamerasystem entwickeln, sondern eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Technologie-Anbietern eingehen, teilt eine Sprecherin mit. Ob man dazu mit Asport von Swisscom kooperieren werde, lässt Ringier offen. Fabian Häfliger von Asport sagt so viel: «Wir stehen allen Akteuren im Sportökosystem offen.» Namentlich nennt Häfliger auch Vermarkter «wie beispielsweise Ringier Sports». Gut möglich also, dass Asport dank Ringier seine Position im Schweizer Markt weiter stärken wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/23/sport-im-stream-kamera-boom-am-spielfeldrand/">Sport im Stream: Kamera-Boom am Spielfeldrand</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Königshaus der Anständigen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/12/05/koenigshaus-der-anstaendigen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/12/05/koenigshaus-der-anstaendigen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2013 10:37:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Annette Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Evelyn Lingg-Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Pool Position]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier2013]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Ringier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Unterhaltungskonzern und Medienverlag Ringier funktioniert auf zwei Ebenen: der gegen aussen gezeigten Hochglanz-Fassade &#8211; und den sich innen abspielenden Beziehungen und Abgründen. Geführt wird das vor 180 Jahren gegründete Familienunternehmen wie eine Familie, in der man Wert legt auf Anstand. Teil 1 unserer Serie zum Ringier-Verlag. Der Ringier-Verlag aus Zofingen und Zürich war mal <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/05/koenigshaus-der-anstaendigen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Unterhaltungskonzern und Medienverlag Ringier funktioniert auf zwei Ebenen: der gegen aussen gezeigten Hochglanz-Fassade &#8211; und den sich innen abspielenden Beziehungen und Abgründen. Geführt wird das vor 180 Jahren gegründete Familienunternehmen wie eine Familie, in der man Wert legt auf Anstand. Teil 1 unserer Serie zum Ringier-Verlag.<br />
<span id="more-16950"></span><br />
Der Ringier-Verlag aus Zofingen und Zürich war mal ein ganz normaler Zeitungs- und Zeitschriftenverlag, man nannte ihn Heftliverlag. Heute er ein Konzern mit rund 8000 Mit­ar­bei­tern und einem Umsatz von fast 1,1 Milliarden Franken, der seit einiger Zeit mit den Bereichen Publishing, Digital und Entertainment eine Drei-Säulen-Strategie fährt. Die Eigentümer heissen Evelyn Lingg-Ringier, Annette Ringier und Michael Ringier, letzterer ist aktueller Verwaltungsratspräsident. Aufgewendet wurden 2012 956.3 Millionen Franken, davon rund 46 Prozent (438 Mio.) für Löhne und Gehälter, Sozialleistungen, Personalnebenkosten und Redaktionshonorare sowie rund 11 Prozent (108.5 Mio.) nur für Papier. 70.9 Prozent des Umsatzes wird in der Schweiz und Deutschland erwirtschaftet, aber auch 26.4 Prozent in Osteuropa und 2.7 Prozent im Bereich «Asien Pazifik / Neue Märkte», weshalb es den Jahresfilm 2012 in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=AcmNjMY_ZOY">Deutsch</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zZk0nJwkBsM">Englisch</a> gibt.</p>
<p><iframe width="450" height="253" src="//www.youtube.com/embed/AcmNjMY_ZOY?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Für die Blick-Gruppe hat das Unternehmen in Zürich einen der modernsten Newsrooms Europas gebaut und auch sonst gibt es sich gerne hochmodern &#8211; unzählige Image-Broschüren, -Filme und Apps, die Ringier stets glänzend und hochprofessionell darstellen, zeugen davon. Doch neben den offiziellen Strukturen gibt eine zweite, nicht schriftlich festgehaltene Ebene, die stark an einen Königshof erinnert. An dem intrigiert wird, protegiert, gemobbt, gepusht und geblockt. An dem Loyalität und Beziehung vor Leistung und Fähigkeit gehen. An dem der Schein oft mehr ist als das Sein. An dem Mitarbeiter daran gewöhnt wurden, sich zu ducken und anzupassen, nicht zu sagen, was sie denken. An dem altgediente Mitarbeiter es sich erlauben können, neue einfach gar nicht zu grüssen. Ringier ist nicht nur ein Weltkonzern, sondern auch ein Familienunternehmen, in dem der Mensch mehr im Vordergrund steht als anderswo (positive Sichtweise), das manchmal fern jeder Unternehmenslogik herumwurstelt (negative Sichtweise).</p>
<p>Das Vermögen der Familie Ringier wird von der «Bilanz» auf 1 bis 1,5 Milliarden Franken geschätzt (2012). Sie besitzt also etwa, was das Gesamtunternehmen in einem Jahr erwirtschaftet. Mit so einem Vermögen kann man es sich gut gehen und das Geld für sich arbeiten lassen. Doch einfach nur reich sein, das will man nicht; man will auch anständig sein. Deshalb wird das Unternehmen nicht nur nach betriebswirtschaftlichen Aspekten, sondern auch wie eine grosse Familie geführt.</p>
<p>Wer einmal in diese Familie aufgenommen wurde, weil er sich irgendwie verdient gemacht hat, die richtigen Leute kennt oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, muss sich schon sehr illoyal verhalten, um wieder ausgeschlossen zu werden. Ein einmal unter die Fittiche genommenes Kind schickt man nicht einfach zum Teufel, nur weil es sich als unfähig herausstellt, Alkoholprobleme hat oder Fehler gemacht hat. Das Gefühl einiger Mitarbeiter für diese Familie ist stark: fast wie in einer Firma in Tokio oder Kyoto verbringt man auch mal die Freizeit miteinander, sitzt gemeinsam in Cafés, Kneipen oder Karaokebars herum und spielt Fussball miteinander. Und das durchaus hierarchieunabhängig; man kann mit dem grössten Chef der beste Freund sein, jedenfalls hier und heute. Freundschaften sind Seilschaften. Und Seilschaften sind Freundschaften. Wer dennoch abgeseilt werden muss, darf damit rechnen, gut unterstützt ins Tal hinab begleitet zu werden.</p>
<p>Verlässt einer die Familie, wird ihm in der Regel nachgeweint. Das kapitalistische Prinzip des nüchternen Hire &#038; Fire hält man für eklig, auch wenn man sich mitunter selbst leider, leider gezwungen sieht, zu solchen Mitteln zu greifen. Man mag das grossherzig oder heuchlerisch finden, konkret verbunden mit dieser Haltung sind oft Abgangsentschädigungen, lange Lohnfortzahlungen und absurd grosszügige Bleibeangebote (von Mitarbeitern auch als «mit Geld zuscheissen» bezeichnet). Viele, von denen man sich getrennt hat, arbeiten als Externe weiter für den Verlag, und das nicht etwa für schlechtes Geld. Abgesehen von den Beengungen im Newsroom dürften die Mitarbeiter mehrheitlich zufrieden sein mit den Arbeitsbedingungen, es wird auch gut gezahlt. Und fällt jemand durch alle Maschen, so hat er gute Chancen, von der <a href="http://www.moneyhouse.ch/u/annette_ringier_stiftung_CH-160.7.005.238-4.htm">Annette Ringier-Stiftung</a> aufgefangen zu werden: «Die Stiftung bezweckt zudem die Unterstützung von Arbeitnehmern und ehemaligen Arbeitnehmern der Ringier Holding AG, Zofingen, oder mit dieser wirtschaftlich oder finanziell eng verbundener Unternehmungen im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Alter, Tod und Notlagen, vor allem in Fällen, für welche von anderen Fürsorgeeinrichtungen keine oder nicht ausreichende Leistungen erbracht werden können.»</p>
<p>Die Verantwortung für seine Mitarbeiter ernst zu nehmen und nicht ausschliesslich auf eine Gewinnmaximierung hinzuzielen, ist eine Eigenschaft, die jedem Unternehmer gut steht und die Ringier durchaus positiv von der Konkurrenz abhebt. Aus dieser Verantwortung heraus ist eine bemerkenswert sozialsensitive Haltung erwachsen (die übrigens Unternehmer aus anderen politischen Ecken mit etwas weniger Attitüde auch tragen). Man gibt sich allergrösste Mühe, das Einkommen sauber, nachhaltig, sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften. Um jeden Preis möchte man zu den «guten» Reichen gehören, denn unter Linken werden solche Unterschiede durchaus gemacht, wie Martin Beglinger in seinem <a href="http://blog.dasmagazin.ch/2013/11/15/die-stadt-der-lieben-und-der-boesen-reichen/">Text über die Basler Elite</a> aufgezeigt hat. Dass viele Journalisten trotzdem niemals bei Ringier arbeiten würden, liegt daran, dass der Verlag mit Blick, Sonntagsblick, Schweizer Illustrierte, Glückspost und ihren vielen Ablegern im Ausland, mit Boulevard erfolgreich ist, mit Klatsch, Tratsch, Stars, grossen Schlagzeilen, aufgemotzten Storys und manchmal auch mit Grenzüberschreitungen, wie sie der Schweizer Presserat <a href="http://presserat.ch/positions.htm">dokumentiert</a>.</p>
<p>Wer bei Ringier erfolgreich sein will, muss auf beiden Ebenen bestehen: Auf der Hochglanz-Ebene, wo jede Schwäche retuschiert, jede Wahrheit gebogen und jedes Gefühl verkitscht wird. Und auf der Beziehungs-Ebene, wo es darum geht, Allianzen zu schmieden, sich mit den richtigen Leuten gut zu stellen, und im richtigen Moment alles fallen zu lassen. Es ist kurzgefasst ein Weltbild, das aus dem Hochglanz aussen und dem Dreck innen besteht. Man korrumpiert die Menschen auf der Beziehungsebene und schmeichelt ihrer Eitelkeit &#8211; um sich dann in einem Moment der Schwäche mit ihnen im Dreck zu wälzen, Geheimnisse auszuplaudern und Schattenseiten zu thematisieren. Wer sich als betont integrer Charakter sieht, als ein Mensch, der aussen wie innen der Gleiche ist, passt nicht in dieses Konzept und wird im Zweifel bekämpft oder ignoriert. Im heutigen Zeitalter der Transparenz passt ein solches Weltbild für viele nicht mehr, sie möchten gerne ein einziger Mensch sein, nicht einer, der in der Öffentlichkeit lacht und zu Hause weint. So modern sich Ringier gibt: Der Verlag hält ein konservatives Weltbild aufrecht, das zwingend aus einer Fassade und einer dunklen Seite zu bestehen hat. Verlagsintern, aber auch in seinen Publikationen.</p>
<p>In den letzten Jahren ist man dazu übergegangen, «familiäre» Beziehungen ausserhalb der Firma vertraglich abzusichern, was die Unabhängigkeit der Redaktionen sehr in Frage stellt. <a href="http://www.ringier.com/de/media/press-releases/ringier-nimmt-ottmar-hitzfeld-unter-vertrag">Ottmar Hitzfeld</a> und <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/nachrichten/kolumne-peter-rothenbuehler/kolumne-peter-rothenbuehler-detailseite/?newsid=218265">Gölä</a> kommen deshalb so oft vor in Ringier-Publikationen, weil sie sozusagen mittels Vertragsabschluss in die Familie aufgenommen wurden. 2013 schloss <a href="http://www.pool-position.ch/">Pool Position</a>, eine «Künstler Management-Firma», an der Ringier zu 40 Prozent beteiligt ist, Verträge ab mit <a href="http://www.ringier.com/de/medien/medienmitteilungen/pool-position-switzerland-nimmt-comedian-peter-loehmann-unter">Peter Löhmann</a>, <a href="http://www.ringier.com/de/medien/medienmitteilungen/pool-position-switzerland-nimmt-chris-bachmann-unter-vertrag">Chris Bachmann</a> und <a href="http://www.ringier.com/de/medien/medienmitteilungen/pool-position-switzerland-nimmt-renzo-blumenthal-unter-vertrag">Renzo Blumenthal</a> (siehe unsere Bildergalerie rechts), die gemäss den Medienmitteilungen alle ihre «Karriere weiter vorantreiben» möchten.</p>
<p>Der Preis für das Familienfeeling, das längst auf Werbekunden und Vertragspartner ausgeweitet wurde und in Prinzip jeden Bereich beherrscht und vereinnahmt, ist der Verlust der Unabhängigkeit. In einem <a href="http://www.ringier.com/de/medien/interviews/was">Interview der «Schweiz am Sonntag»</a> mit CEO Marc Walder ergab sich folgender, bezeichnender Wortwechsel:</p>
<blockquote><p><em>Wie tickt eigentlich der CEO politisch?</em><br />
In meinem Büro hängt der allererste «Blick» aus dem Jahr 1959, und da steht unter dem Logo «Die unabhängige Zeitung der Schweiz»…</p>
<p><em>Das Wort «unabhängig» fehlt heute.</em><br />
Aber es gilt nach wie vor.</p></blockquote>
<p>Andere Verlage und Publikationen mögen ebensowenig unabhängig sein, doch die Strategie, alles zu einer grossen Mélange zu machen, fährt nur Ringier. Ob sie am Ende aufgeht? Bis jetzt läuft es, finanziell zumindest, bestens.</p>
<p><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/ringier2013/">Ringier-Serie</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/05/koenigshaus-der-anstaendigen/">Königshaus der Anständigen</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/09/palastrevolution/">Palastrevolution</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/17/golden-boy-der-begueterten-kapitalistenhasser/">Golden Boy der begüterten Kapitalistenhasser</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/05/koenigshaus-der-anstaendigen/">Königshaus der Anständigen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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