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	<title>Baden | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Medienvielfalt, Hassrede, Fluchtgrund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Sep 2021 06:20:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Es tut sich was im «Wanner-Land» Spriesst da ein Pflänzchen im Zentrum von Peter Wanners Medienmonopol? Letzten Montag haben rund 30 Personen den «Verein für Medienvielfalt in Baden» gegründet und sind nun daran, ein Online-Portal für die Grossregion Baden auf die Beine zu stellen. Dominik Achermann (Verleger «Grosseltern») hat das Projekt zusammen <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/04/medienvielfalt-hassrede-fluchtgrund/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-90805" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210904b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210904b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210904b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210904b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Good-Bad-Ugly-20210904b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Es tut sich was im «Wanner-Land»</h3>
<p>Spriesst da ein Pflänzchen im Zentrum von Peter Wanners Medienmonopol? Letzten Montag haben rund 30 Personen den «Verein für Medienvielfalt in Baden» gegründet und sind nun daran, ein Online-Portal für die Grossregion Baden auf die Beine zu stellen.</p>
<p>Dominik Achermann (Verleger «Grosseltern») hat das Projekt zusammen mit Andriu Deflorin (Kommunikations- und Marketing-Manager) initiiert. «Es hat eine coole Dynamik angenommen», sagt Achermann. Mit dabei sind vor allem, aber nicht nur, Leute aus der Medienbranche, darunter der Badener Journalist Robin Schwarz. Er ist einer der Verantwortlichen für Redaktionskonzept und Community-Management: «Ich glaube nicht, dass man heute ein Medium planen kann, ohne an die Community zu denken», sagt Schwarz. Die neue Plattform soll «politisch relevant, nahe bei den Leuten» über lokale Themen berichten und «die soziale Kohäsion fördern». Kultur soll laut Schwarz ebenfalls im Fokus sein: «Baden hat ein relativ grosses Kulturangebot, das eine gute Berichterstattung verdient.» Am Redaktionskonzept werde in den nächsten Monaten gearbeitet, «aber es ist noch nichts spruchreif».</p>
<p>Natürlich schauen die Mitglieder des Vereins interessiert auf Projekte wie «Bajour», «zentralplus» oder «Tsüri.ch». Jetzt geht es um die Finanzierung; momentan verschicken die Verantwortlichen Stiftungsanfragen. «Wir wollen erst starten, wenn die ersten Jahre finanziert sind», so Achermann.</p>
<h3>The Bad – Doppelter Handlungsbedarf bei Hasskommentaren</h3>
<p>Rund die Hälfte der Schweizer Jugendlichen stösst mehrmals pro Woche auf Hate Speech im Internet. Rund einem Viertel der befragten 12- bis 19-Jährigen begegnen Hasskommentare ab und zu, bloss einem Viertel selten oder überhaupt nie. Dies zeigt die Studie <a href="https://www.swisscom.ch/de/about/nachhaltigkeit/james.html#focus" target="_blank" rel="noopener">«JAMESfocus. Hassrede im Internet»</a>.</p>
<p>Das Resultat war zu erwarten, unschön ist es trotzdem. Es besteht Handlungsbedarf – bessere Kontrollen und Meldemöglichkeiten, mehr Sensibilisierung und Schulung – aber nicht nur beim Schutz der Jugendlichen vor Hate Speech. Denn zwar findet eine grosse Mehrheit solche Kommentare laut Umfrage «feige»; es sei «Zeitverschwendung» sich damit zu befassen. Doch im Gegensatz zu den jungen Frauen, deren Zustimmung viel tiefer ist, haben 47 Prozent der jungen Männer «für manche Hasskommentare Verständnis». Etwas mehr als ein Drittel von ihnen findet derartige Posts «unterhaltsam» sowie «interessant». Wer so über Hasskommentare denkt, ist wahrscheinlich nicht weit davon entfernt, sie zu liken, weiterzuleiten – oder gar selbst welche zu schreiben.</p>
<h3>The Ugly – Afghanische Journalist*innen in die Schweiz holen</h3>
<p>Hunderte von Journalist*innen sehen keine andere Chance, als Afghanistan zu verlassen. Viele können nicht mehr arbeiten, weil ihre Medien geschlossen wurden, weil ihnen Taliban-Vertreter vorschreiben, was sie zu senden haben – oder weil sie Frauen sind. In Kabul ist in den gut zwei Wochen seit der Machtübernahme der Taliban die Zahl der Frauen, die für die acht grössten Medienunternehmen arbeiten, von mehr als 500 auf unter 80 gesunken. Journalistinnen wie Journalisten werden an ihrer Arbeit gehindert, bedroht, geschlagen. Und müssen fliehen.</p>
<p>Manche von ihnen haben es bereits ausser Landes geschafft. Aber niemand von ihnen konnte sich in der Schweiz in Sicherheit bringen. Diese hat, ausser der Rückführung ihrer Mitarbeitenden und deren Familien, nichts unternommen. <a href="https://www.persoenlich.com/medien/afghanische-journalisten-in-gefahr#:~:text=Die%20Schweizer%20Sektion%20von%20Reporter,f%C3%BCrchten%2C%20das%20Land%20verlassen%20d%C3%BCrften." target="_blank" rel="noopener">Reporter ohne Grenzen Schweiz</a> hat den Bundesrat aufgefordert, afghanische Medienschaffende aufzunehmen – bisher erfolglos.</p>
<p>Immerhin hat die Schweiz eine Erklärung der «United Nations Group of Friends for the Protection of Journalists» mitunterzeichnet, in der diese ihrer Beunruhigung Ausdruck verleiht und Angriffe auf Medienschaffende verurteilt. Sie werde, schreibt die UNO-Gruppe, «die Situation von Journalisten und Pressefreiheit in Afghanistan weiterhin eng beobachten». Kein gutes Vorzeichen für eine rasche Veränderung der Schweizer Aufnahmepolitik: Was passiert, wenn der Bundesrat ein grosses Problem «beobachtet», wissen wir seit der Corona-Pandemie.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/04/medienvielfalt-hassrede-fluchtgrund/">Medienvielfalt, Hassrede, Fluchtgrund</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2014 19:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtammann]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Selfie]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Studer]]></category>
		<category><![CDATA[Geri Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Baden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erpressbarkeit als Politiker, Beeinträchtigung der Amtsführung: Darum sei die Berichterstattung über Geri Müllers Privat- und Sexleben von öffentlichem Interesse. Doch die Verteidigungslinien für die Enthüllungen sind dünn und durchlässig. Wenn Weltwoche und «Blick» – vorerst – darauf verzichten, eine aufgelegte Geschichte mit grossem Skandalisierungspotenzial zu bringen, dann lässt das zuerst einmal aufhorchen. Gehören doch Enthüllungen <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erpressbarkeit als Politiker, Beeinträchtigung der Amtsführung: Darum sei die Berichterstattung über Geri Müllers Privat- und Sexleben von öffentlichem Interesse. Doch die Verteidigungslinien für die Enthüllungen sind dünn und durchlässig.<br />
<span id="more-20772"></span><br />
Wenn <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/affaere-um-geri-mueller-man-muesste-die-frage-nach-den-absichten-von-patrik-mueller" target="_blank">Weltwoche und «Blick» – vorerst – darauf verzichten</a>, eine aufgelegte Geschichte mit grossem Skandalisierungspotenzial zu bringen, dann lässt das zuerst einmal aufhorchen. Gehören doch Enthüllungen oberhalb und unterhalb der Gürtellinie zum Kerngeschäft der beiden Titel. Aber wenn zwei verzichten, veröffentlicht eben ein dritter; in diesem Fall die Schweiz am Sonntag. Mit <a href="http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/politik/geri_mueller_nackt-selfies_aus_dem_stadthaus/" target="_blank">«Nackt-Selfies aus dem Stadthaus»</a> schlug der Knaller voll ein.</p>
<p>Geri Müller, Stadtammann von Baden und Grüner Nationalrat, lichtet sich entblösst in der Amtsstube ab, schickt das Bildmaterial einer Chat-Bekannten, die ihn damit nach dem Ende der Affäre zu erpressen droht. Müller bietet die Polizei auf, die wird bei der Frau vorstellig. Kurz: eine unappetitliche Posse für alle Beteiligten. Im Gegensatz zur Konkurrenz wusste Patrik Müller, Chefredaktor Schweiz am Sonntag und Autor des Artikels, von der Polizeiaktion und entschied sich nicht nur aufgrund der vorliegenden Nacktbilder für eine Veröffentlichung der Geschichte.</p>
<p>Doch gehört sie an die Öffentlichkeit? Gibt es ausserordentliche, wichtige Gründe, die eine Publikation von Details aus Müllers Privat- und Intimsphäre rechtfertigen? Patrik Müller hat die Fragen offensichtlich mit Ja beantwortet. Das Plazet erteilte nachträglich <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gerechtfertigt-ChatZitate-als-Beleg-zu-bringen-/story/25508403" target="_blank">Medienrechtler Peter Studer</a>. Der Doyen hält die vorgelegten Indizien und «begründeten Behauptungen» ausreichend für eine Publikation. Ausserdem sei ein gewählter Politiker per se eine öffentliche Person, im Gegensatz etwa zu einer «Person in der Verwaltungsmaschinerie». Damit spielt Studer auf die Bundesangestellte an, die kürzlich ebenfalls wegen Nacktbildern und einer von der NZZ ausgelösten Berichterstattungswelle ihre Stelle los wurde.</p>
<p>Andreas Meili, Berufskollege Studers und in diesem Fall Rechtsvertreter von Geri Müller, sieht das grundsätzlich anders. An der Medienkonferenz am Dienstagmorgen, als Müller zu den Vorwürfen erstmals öffentlich Stellung nahm, hielt Meili fest, dass es auch in der Öffentlichkeit ein Recht auf Schutz der Privat- und Intimsphäre gebe. Es erfordere schon «ausserdordentlich wichtige Gründe» trotzdem darüber zu berichten. Solche lägen in der Causa Müller keine vor. Oder aber doch?</p>
<p>Konnte der Politiker seine beiden Mandate – Stadtammann und Nationalrat – unter dem Druck der Chat-Affäre und ihrer Weiterungen überhaupt noch unbelastet führen? Müller habe an der Medienkonferenz den Verdacht nicht entkräften können, schreibt etwa der Tages-Anzeiger, «dass er in seiner Amtsführung beeinträchtigt war. Die Sache nahm ihn offensichtlich seit Monaten massiv in Beschlag. Seine Ausführungen lassen keinen Zweifel daran, dass ihm die Sache völlig über den Kopf gewachsen ist.»</p>
<p>Was man als Rechtfertigung für die Enthüllung lesen kann, taugt aber genauso gut für das Gegenteil: Die bisher grösste Beeinträchtigung der Amtsführung brachte erst die Veröffentlichung der pikanten Details mit sich. Müller musste inzwischen seine Führungs- und Repräsentativaufgaben als Stadtammann von Baden vorläufig abgeben. Als die Affäre schon am Laufen, aber noch nicht publik geworden war, bemühte sich Müller, seine Amtsgeschäfte im Griff zu halten. Was ihm offenbar ganz gut gelang.</p>
<p>So lobte etwa der Präsident des Badener Gewerbeverbands <a href="http://m.aargauerzeitung.ch/aargau/baden/gewerbeverbands-praesident-bin-positiv-ueberrascht-von-geri-mueller-127848358" target="_blank">Müllers Amtsführung</a>. Der Stadtammann sei gut informiert, verfüge über die nötigen Dossierkenntnisse, sei gut erreichbar und stehe für Gespräche zur Verfügung, beschied ihm der oberste Gewerbler Anfang April – zu einem Zeitpunkt, als Müller von der Affäre bereits «massiv in Beschlag» genommen gewesen sein soll. Auch sonst sind keine Hinweise bekannt, dass Müller als Politiker in den letzten Monaten fahr- oder unzuverlässig gehandelt hätte. Klar tickte möglicherweise eine Zeitbombe, die irgendwann hochgehen konnte.</p>
<p>Man weiss nicht, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn die Schweiz am Sonntag auf eine Berichterstattung verzichtet hätte. Möglicherweise war das kompromittierende Material schon so weit gestreut – oder wäre erst noch breiter gestreut worden, dass es nur eine Frage der Zeit bleiben sollte, bis eine andere Redaktion zuschlägt.</p>
<p>Unabhängig davon zeigt sich einmal mehr die Tendenz, dass Medien das öffentliche Interesse an einer Geschichte im Wirbel begründet sehen, den sie mit ihrer Berichterstattung selbst ausgelöst haben.</p>
<p><small>Anmerkung:</small> Die ersten beiden Abschnitte im Text wurden nachträglich ergänzt, um deutlich zu machen, dass Weltwoche und Blick nicht auf dem gleichen Wissensstand waren wie die Schweiz am Sonntag und sie deshalb zu unterschiedlichen Einschätzung gelangten bezüglich der Publikationsreife der Geschichte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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