<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Daily Mail | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/daily-mail/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 13 Jul 2017 08:45:44 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>Der linke Wahlerfolg in Grossbritannien als Anfang vom Ende des mächtigen Murdoch-Boulevards?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Stäuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 00:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Sun]]></category>
		<category><![CDATA[Theresa May]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Daily Mirror]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Grossbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Daily Mail]]></category>
		<category><![CDATA[Rupert Murdoch]]></category>
		<category><![CDATA[Jeremy Corbyn]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Labour]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<category><![CDATA[Tories]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=44914</guid>

					<description><![CDATA[<p>Manche Beobachter, prominent etwa Buzzfeed, wollen im überraschenden Wahlerfolg von Labour in Grossbritannien einen Bedeutungsverlust der britischen Revolverpresse erkannt haben: Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt nicht mehr den rechten Scharfmachern, sondern vertraut linken Blogs und Online-Magazinen. Doch so einfach geht das nicht, sonst wäre ja auch der Brexit zu verhindern gewesen. In bester Laune verfasste <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/">Der linke Wahlerfolg in Grossbritannien als Anfang vom Ende des mächtigen Murdoch-Boulevards?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manche Beobachter, prominent <a href="https://www.buzzfeed.com/jimwaterson/how-newspapers-lost-their-monopoly-on-the-political-agenda?utm_term=.duYYZvwoyD#.rn0VjZGr7q" target="_blank">etwa Buzzfeed</a>, wollen im überraschenden Wahlerfolg von Labour in Grossbritannien einen Bedeutungsverlust der britischen Revolverpresse erkannt haben: Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt nicht mehr den rechten Scharfmachern, sondern vertraut linken Blogs und Online-Magazinen. Doch so einfach geht das nicht, sonst wäre ja auch der Brexit zu verhindern gewesen.</strong></p>
<p>In bester Laune verfasste der Labour-Politiker John Prescott in der Wahlnacht vom 8. Juni ein Tweet: Der Medienmogul Rupert Murdoch sei laut verlässlicher Quelle aus der Wahlparty der Times «gestürmt», als sich das Debakel der Konservativen Partei abzeichnete. Dahinter setzte Prescott einen vor Lachen tränenden Smiley. Die Geschichte mag stimmen oder nicht, ausser Frage steht, dass die Parlamentswahl nicht nur für die Tories eine bittere Enttäuschung war, sondern auch für Rupert Murdoch und den britischen Boulevard.</p>
<p>Wenige Wochen zuvor, kurz nachdem Theresa May Neuwahlen angekündigt hatte, waren rechte Titel wie «Sun», «Daily Mail», oder «Daily Express» noch zuversichtlich gewesen: Wie praktisch alle Beobachter und Experten erwarteten sie einen Erdrutschsieg der Tories. Aber im Lauf des Wahlkampfs, als die oppositionelle Labour-Partei unter dem linken Vorsitzenden Jeremy Corbyn zu einer spektakulären Aufholjagd ansetzte, verbreitete sich in den Redaktionsräumen zunächst Unruhe und dann Panik.</p>
<p>In den letzten Tagen vor dem Votum legten die Boulevard-Blätter die letzten Überreste an Zurückhaltung ab – viel war nicht mehr da – und versuchten, ihre Leserinnen und Leser mit wildem Gebrüll von einem Votum für Labour abzubringen: «Apologeten des Terrors», schrie etwa die «Daily Mail» auf der Frontseite und druckte darunter Fotos von Jeremy Corbyn und seiner engen Verbündeten John McDonnell und Diane Abbott ab. Die «Sun» überschrieb eine «Recherche» über die angeblichen Verbindungen Corbyns zu radikalen Islamisten mit der nicht eben dezenten Schlagzeile «Jezzas Dschihadisten-Genossen». Am folgenden Tag warnte sie gar vor der «Apokalypse», falls Corbyn gewinnen sollte.</p>
<blockquote><p>Nur ein Jahr nach dem Brexit, als die Revolverpresse einen ihrer grössten Triumphe feierte, scheint ihre Macht plötzlich verpufft.</p></blockquote>
<p>Es half alles nichts. Labour gewann 30 Sitze hinzu, während die Konservativen ihre absolute Mehrheit einbüssten. Die irritierende Vorliebe für Wortspiele war bei den Redakteuren der&nbsp;«Sun»&nbsp;noch intakt («Theresa Dismay»), aber die Stimmung war dumpf – bei den rechten Zeitungen dominierten Begriffe wie «Chaos», «Angst», «Schock» und «Alptraum». Seit Jahrzehnten rühmt sich die britische Boulevardpresse, die öffentliche Meinung zu beherrschen, und lange Zeit galt es als unmöglich, dass eine Partei die Parlamentswahlen ohne die Unterstützung der «Sun» gewinnen könnte – die Murdoch-Zeitung hatte den Ruf, <a href="https://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Pix/site_furniture/2010/5/4/1272980216414/Party-support-in-general--004.jpg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">stets auf den Gewinner zu setzen</a>. Aber nur ein Jahr nach dem Brexit, als die Revolverpresse einen ihrer grössten Triumphe feierte, scheint ihre Macht plötzlich verpufft.</p>
<p>Viele Kommentatoren sind überzeugt, dass Corbyns Triumph <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/jun/09/tabloids-crush-corbyn-power-politics-sun-mail-labour" target="_blank" rel="noopener">das Ende des einst mächtigen britischen Boulevards</a> markiert. Und manche haben die Totengräber bereits ausgemacht: Der Erfolg Labours sei einer Reihe von linken Publikationen geschuldet, die die Debatte in den sozialen Medien dominieren. Es sind etwa Blogs wie «Another Angry Voice» oder Online-Medien wie «The Canary», «Novara Media» oder «Evolve Politics», die in vielen Fällen Aktivismus und Journalismus kombinieren. Sie ergreifen klar Partei für Corbyn und schreiben nicht nur gegen die rechtskonservative Revolverpresse an, sondern auch gegen die etablierten Qualitätsmedien wie die BBC oder den «Guardian».</p>
<p>Diese Publikationen bieten einen Journalismus von sehr unterschiedlicher Qualität. «The Canary» hat zuweilen eine Tendenz, eher unerhebliche Ereignisse aufzubauschen und die Leser mit reisserischen Schlagzeilen zum Anklicken des Artikels zu bewegen; nachdem Jeremy Corbyn beispielsweise ankündigte, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Schuldenlast von Studienabgängern reduziert werden kann, <a href="https://www.thecanary.co/2017/06/01/theresa-mays-worst-nightmare-just-came-true-corbyn-offers-voters-winning-proposition/" target="_blank" rel="noopener">titelte die Website</a>: «Theresa Mays schlimmster Albtraum ist gerade wahr geworden.» Demgegenüber sind die Artikel von Novara Media in der Regel sauber recherchiert und hintergründig, wenn auch stets meinungsstark und dezidiert links. In punkto Seriosität mögen sie variieren, doch gemäß der These vom Ende des Boulevards haben sie etwas gemeinsam: Dank der sozialen Medien, allen voran Facebook, vermögen diese linken Autoren zu herkömmlichen Publikationen in Konkurrenz zu treten.</p>
<blockquote><p>Insgesamt wiesen Inhalte auf Facebook während des Wahlkampfs eine starke Tendenz zugunsten von Labour-Chef Jeremy Corbyn auf.</p></blockquote>
<p>Das Medieninstitut Enders Analysis hat eine <a href="https://www.theguardian.com/media/2017/jun/11/media-bias-no-longer-matters-general-election-2017" target="_blank" rel="noopener">Untersuchung über die Wahlberichterstattung</a> veröffentlicht, die diese Theorie zu stützen scheint: So wurden beispielsweise Artikel über die Parteivorsitzenden, die «The Canary» publizierte, auf Facebook öfter geteilt als ähnliche Texte des «Telegraph» oder der BBC. Und Blog-Einträge von «Another Angry Voice» hatten eine grössere Reichweite als die «Daily Mail» oder der «Daily Express». Insgesamt wiesen Inhalte auf Facebook während des Wahlkampfs eine starke Tendenz zugunsten des Labour-Chefs auf.</p>
<p>Buzzfeed publizierte nach den Wahlen <a href="https://www.buzzfeed.com/jimwaterson/how-newspapers-lost-their-monopoly-on-the-political-agenda?utm_term=.duYYZvwoyD#.rn0VjZGr7q" target="_blank" rel="noopener">eine längere Analyse</a>, die aufs gleiche hinausläuft: Die etablierten Medien hätten ihren jahrzehntelangen Einfluss auf die öffentliche Meinung eingebüsst und seien von flinken Bloggern und Aktivisten verdrängt worden. (Zwar gibt es auch eine rechte Blogosphäre und einen britischen Ableger von «Breitbart», aber sie scheinen in diesen Wahlen eine kleinere Rolle gespielt zu haben als linke Publikationen). «Hyperparteiische Websites» hätten ihr eigenes paralleles Universum geschaffen, in dem eine kleine Reihe von Themen in die Facebook-Feeds geschwemmt werden. Der Autor nennt dazu das Beispiel der Fuchsjagd, die Theresa May entkriminalisieren wollte. Eine Analyse von Buzzfeed kam zum Ergebnis, dass neun der 20 meist geteilten Artikel über die Wahlen aus nicht-traditionellen Publikationen stammen. Besonders beliebt waren Inhalte, die nicht nur Corbyn das Wort redeten, sondern im gleichen Zug auch die traditionellen Medien kritisieren: Hunderttausende etwa lasen einen Artikel von «The Canary» mit der Überschrift: «Corbyn hielt eine Rede, die ihm zum Wahlsieg verhelfen könnte, aber die BBC zeigt sie nicht.»</p>
<blockquote><p>Wenn die linke Blogosphäre so stark wäre, wie sie nun im Zusammenhang mit den Wahlen dargestellt wird, hätte sie ihren Einfluss auch schon früher geltend machen können.</p></blockquote>
<p>Die wachsende Bedeutung sozialer Medien und alternativer Nachrichtenportale ist schwer von der Hand zu weisen. Aber eine Reihe von Beobachtungen legt die Vermutung nahe, dass ihr Einfluss auf den britischen Wahlkampf übertrieben wird. Da ist zunächst die schlichte Tatsache, dass linke Blogs und Websites bereits vor den Wahlen existierten und ihre Artikel auf Facebook und Twitter hunderttausendmal geteilt wurden. Das änderte aber nichts daran, dass die Labour-Partei im April 2017 ihre schlechtesten Umfragewerte seit 2009 verzeichnete. Das gleiche gilt für die Brexit-Abstimmung. Wenn die linke Blogosphäre so stark wäre, wie sie nun im Zusammenhang mit den Wahlen dargestellt wird, hätte sie ihren Einfluss auch schon früher geltend machen können.</p>
<p>Zudem muss unterschieden werden zwischen Inhalten, die geteilt werden, und jenen, die auch gelesen werden. Gemäss einer Erhebungen der Marktforschungsfirma Comscore <a href="https://www.opendemocracy.net/uk/analysis-of-news-and-advertising-in-uk-general-election" target="_blank" rel="noopener">dominieren etablierte Zeitungen mit hoher Auflage</a>, sowie die BBC die Online-Berichterstattung nach wie vor: Die Website der «Daily Mail» zum Beispiel registrierte im vergangenen April rund 700 mal mehr Besucher als «The Canary».</p>
<p>Justin Schlosberg, Lektor am Birkbeck College, University of London, hält alternative Medien denn auch nicht für entscheidend für den jüngsten Labour-Wahlerfolg. Er verweist auf einen anderen Faktor: Die zwei Zeitungen «Daily Mirror» und «Guardian», die beide linksliberale bis linke Positionen vertreten, lehnten Jeremy Corbyn vor den Wahlen ab, stellten sich aber mit Beginn der Wahlkampagne geschlossen hinter die Labour-Führung. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen war das ein wichtiger Faktor: «Der ‹Mirror› hat enormen Einfluss in den traditionellen Labour-Hochburgen im Norden Englands. Viele dieser Wähler hatten sich während Regierungszeit New Labours [1997-2010] von der Partei abgewandt, manche wählten in den letzten Jahren Ukip. Man erwartete, dass sie in diesen Wahlen zu den Konservativen übergehen würden.» Das geschah jedoch nicht in dem Ausmass, wie es Prognosen nahelegten: Viele kehrten stattdessen zurück zu Labour. «Der Grund war aber nicht, dass sie ‹Evolve Politics› lasen, sondern den ‹Mirror›», sagt Schlosberg. «Das ist ein Hinweis auf die anhaltende Bedeutung von Zeitungen.»</p>
<p>Allgemein sei es jedoch sehr schwierig, den Einfluss der Presse auf das Wahlverhalten nachzuweisen – sowohl im negativen als auch im positiven Sinn. Um das Corbyn-Phänomen zu erklären, muss also der Blickwinkel ausgeweitet werden auf die politische Botschaft des linken Vorsitzenden. Corbyn stand für den Widerstand gegen die Sparpolitik, der in den vergangenen Jahren laufend gewachsen ist – aber bei den grossen Parteien und in den etablierten Medien kaum Ausdruck fand, nicht einmal in der linksliberalen Presse. Der neuste British Attitudes Survey – die umfassendste Erhebung über die Meinungen der britischen Bevölkerung – zeigt, wie stark sich <a href="https://www.theguardian.com/politics/2017/jun/28/uk-support-is-rising-for-higher-taxes-to-fund-nhs-schools-and-police" target="_blank" rel="noopener">die Haltung diesbezüglich geändert hat</a>: 48 Prozent der Befragten befürworten höhere Steuern und mehr staatliche Ausgaben zugunsten von Gesundheit, Ausbildung und Sicherheit; vor sieben Jahren, als die Austeritätspolitik begann, waren es noch 32 Prozent gewesen.</p>
<p>«Diese Haltungen wurden von den Medien völlig ignoriert – bis sich mit den Wahlen ein kleines Fenster öffnete und Medien, insbesondere die BBC, gezwungen waren, über diese Fragen zu berichten», sagt Schlosberg. «Das war das erste Mal, dass politische Lösungsvorschläge, die sich mit einem grossen Teil der öffentlichen Meinung decken, in den etablierten Medien eine Stimme erhielten.»</p>
<p>Thomas Häussler vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Bern hält ebenfalls den politischen Kontext für wichtiger als den Einfluss alternativer Medien. Allerdings stellt er nebst der Stärke Corbyns auch die Schwäche der Premierministerin in den Vordergrund: «Theresa May hat sich konstant selbst ins Bein geschossen. Das hat es den rechten Publikationen, selbst der ‹Daily Mail›, schwer gemacht, sich voll und ganz hinter sie zu stellen.» Zudem hatte Corbyn bessere Antworten auf die Sorgen und Ängste der Leserinnen und Leser als die Tories – etwa in Bezug auf die Wohnungkrise oder die Finanzklemme beim Gesundheitsdienst: «Denn die Leserschaft der ‹Daily Mail› besteht nicht aus Millionären, sondern gerade aus jenen Leuten, die unter dieser Sparpolitik leiden», sagt Häussler.</p>
<p>Allerdings hätten alternative linke Medien insofern eine Rolle gespielt, als dass sie innerhalb des linken Spektrums Leute mobilisieren konnten: «Ihr Zielpublikum ist jung, urban und gut ausgebildet, und es informiert sich zunehmend über Facebook. Hier können solche Publikationen Leser anziehen.» Laut Erhebungen war die Tatsache, dass diese linken, jungen Leute am 8. Juni in grossen Zahlen an die Urne gingen, mitunter entscheidend für Labours Erfolg: Gemäss einer Schätzung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Mori <a href="https://www.ipsos.com/ipsos-mori/en-uk/how-britain-voted-2017-election" target="_blank" rel="noopener">stieg der Anteil der 18-24-Jährigen Wählerinnen und Wähler</a> um 16 Prozent im Vergleich zu den Wahlen vor zwei Jahren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/">Der linke Wahlerfolg in Grossbritannien als Anfang vom Ende des mächtigen Murdoch-Boulevards?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2017/07/11/bedeutet-der-linke-wahlerfolg-in-grossbritannien-den-anfang-vom-ende-des-maechtigen-murdoch-boulevards/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brexit als Lebenselixier des britischen Boulevards</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Stäuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2017 12:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Daily Mail]]></category>
		<category><![CDATA[GB]]></category>
		<category><![CDATA[Rupert Murdoch]]></category>
		<category><![CDATA[The Sun]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Grossbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=29138</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als wäre nichts gewesen: Sechs Jahre nach dem grossen Abhörskandal mischen die britischen Boulevardmedien wieder munter in der Politik mit. Im Prozess zum EU-Austritt Grossbritanniens fanden Blätter wie The Sun oder Daily Mail zur alten Form zurück und befeuern den Brexit. «Crush the Saboteurs», titelte das rechtskonservative Klatschblatt The Daily Mail, als die britische Premierministerin <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/">Brexit als Lebenselixier des britischen Boulevards</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als wäre nichts gewesen: Sechs Jahre nach dem grossen Abhörskandal mischen die britischen Boulevardmedien wieder munter in der Politik mit. Im Prozess zum EU-Austritt Grossbritanniens fanden Blätter wie The Sun oder Daily Mail zur alten Form zurück und befeuern den Brexit.<br />
<span id="more-33130"></span><br />
«Crush the Saboteurs», titelte das rechtskonservative Klatschblatt The Daily Mail, als die britische Premierministerin Theresa May vor wenigen Wochen Neuwahlen ankündigte: All jene, die den Brexit zu verhindern suchen, sollen «zerdrückt» werden. Subtile Headlines entsprechen nicht dem Stil des britischen Boulevards, aber diese derbe Aufforderung ging dann doch etwas weit: Linke und liberale Politiker und Kommentatoren, vom Schattenfinanzminister John McDonnell bis zur Fussballlegende Gary Lineker, beklagten die Aggression, zu der sich die Zeitung hatte hinreissen lassen. Angesichts der verbreiteten Empörung hielt die Daily Mail <a href="http://www.dailymail.co.uk/debate/article-4427192/DAILY-MAIL-COMMENT-saboteurs-simmer-down.html" target="_blank" rel="noopener">eine Klarstellung für angebracht</a>: «Um jede Zweifel aus dem Weg zu räumen, weder die Premierministerin noch diese friedliebende Zeitung schlägt einen Genozid vor.»</p>
<p>Dass kein Völkermord angeraten wird, wird die Leser beruhigen, aber der überbordende Eifer, mit dem sich manche britischen Boulevardblätter dem Thema Brexit nähern, ist – vorsichtig ausgedrückt – befremdend. Die New York Times nahm kürzlich <u><a href="https://www.nytimes.com/2017/05/02/world/europe/london-tabloids-brexit.html?_r=0" target="_blank" rel="noopener">die dominante Rolle unter die Lupe</a></u>, welche die «tabloid press», also der Boulevard, in der EU-Debatte spielt. Die Autorin hat sich auf ein Rendezvous mit dem wohl einflussreichsten Chefredakteur Grossbritanniens eingelassen, Tony Gallagher von The Sun. Seit 1969 gehört die Zeitung zum Medienimperium Rupert Murdochs, der die politische Konversation im Land seither in entscheidender Weise prägt – und sie stramm nach rechts drückt.</p>
<p>In den 1980er-Jahren leistete die «Sun» der Premierministerin Margaret Thatcher patriotische Schützenhilfe, als sie auf die Falklandinseln in den Krieg zog oder sich der fortschreitenden europäischen Integration verweigerte. Die eingängigen und zuweilen vulgären Schlagzeilen («Up Your Junta») wurden legendär. Beim Besuch der New York Times erzählt Gallagher genüsslich von den jüngsten Erfolgen seiner Zeitung: Er führte eine Kampagne gegen die geplante Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge von Freiberuflern. Es war das erste Mal, dass sich die Klatschpresse (auch die «Daily Mail» wetterte gegen die Steuererhöhung) seit Theresa Mays Amtsantritt gegen sie stellte – und die Premierministerin fügte sich ihrem Wunsch: Die Pläne wurden zurückgezogen. «Es dauerte weniger als eine Woche», sagt Gallagher.</p>
<p>In Bezug auf das EU-Referendum gibt sich der Chefredakteur vorsichtig: «Wir haben uns für den Brexit eingesetzt, aber ich glaube nicht, dass wir ihn verursacht haben.» Allerdings sandte er kurz nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses eine SMS an einen Reporter des linksliberalen Guardian, in der er die tatkräftige Mithilfe des Boulevards begrüsst: «So viel zur schwindenden Macht der Printmedien», lautete die ironische Nachricht.</p>
<p>Damit hat er wohl recht: Der politische Einfluss der Klatschpresse scheint ungebrochen – auch knapp sechs Jahre nach dem Abhörskandal. Die öffentliche Empörung darüber, dass massgeblich Mitarbeiter von News of the World und anderer Murdoch-Blätter illegal Mobiltelefone abgehört hatten, schien dem Konzern zunächst einen schweren Schlag zu versetzen. Die Enthüllung des Abhörskandals führte zur Schliessung der Sonntagszeitung News of the World und zum Rücktritt mehrerer prominenter Führungspersonen, darunter Rebekah Brooks, der Geschäftsführerin der Murdoch-Medien in Grossbritannien. Der Fall hatte auch strafrechtliche Konsequenzen. Andy Coulson, der frühere Chefredaktor von News of The World und spätere Berater von Premier Cameron, wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Als Rupert Murdoch selbst vor einem Parlamentsausschuss auftrat, sagte er reuig, es sei der «demütigste Tag» seines Lebens.</p>
<p>Das mag man Murdoch abkaufen oder nicht,. Im Rückblick ist klar, dass die Episode weder seinem Konzern grösseren Schaden zufügte noch den breiteren Niedergang der britischen Revolverpresse eingeleitet hatte. Die News of the World wurde kurzerhand ersetzt durch die Sun on Sunday, die zur meistverkauften Sonntagszeitung im Land wurde, und News International änderte seinen Namen in News UK – mit Rebekah Brooks als Geschäftsführerin. Mit einer Auflage von über 1.6 Millionen ist die Sun auch heute noch die beliebteste Zeitung im Land, noch vor der Daily Mail. Und die Beziehung zur Politik wird weiterhin sorgfältig gepflegt: Laut einer Analyse der Kampagnen Media Reform Coalition und 38 Degrees hatten Führungsleute des Murdoch-Konzerns innerhalb eines Jahres <u><a href="https://www.theguardian.com/media/2017/feb/05/rupert-murdoch-access-to-downing-street-theresa-may-david-cameron" target="_blank" rel="noopener">zehn Unterredungen mit der Regierung</a></u>, entweder mit der Premierministerin selbst, ihrem Vorgänger David Cameron, oder mit dem ehemaligen Finanzminister George Osborne. Keine andere Medienorganisation geniesst ein solch intimes Verhältnis zur Downing Street.</p>
<p>So kommt den grössten britischen Zeitungen nach wie vor eine entscheidende Rolle zu in der politischen Debatte: «Es ist eine Tatsache, dass Printzeitungen […] die Tagesordnung hier weit effektiver bestimmen als Fernseh- und Radiosender, die grundsätzlich reaktive Medien sind», sagt «Sun»-Chefredaktor Gallagher gegenüber der New York Times.</p>
<p>Dass TV-Nachrichten zu einem grossen Teil von der Berichterstattung in den Printmedien beeinflusst sind, lässt sich auch statistisch belegen: <u><a href="https://orca.cf.ac.uk/88825/7/Cushion%20et%20al%202016.pdf" target="_blank" rel="noopener">Eine Studie der Fachzeitschrift Journalism Studies</a></u> kam zum Schluss, dass Fernsehsender im Wahlkampf 2015 zu einem erheblichen Teil Themen aufgriffen, die zuerst in Printmedien behandelt wurden; besonders die konservativen Zeitungen The Daily Telegraph und die Times, die zum Murdoch-Konzern gehört, sind laut den Autoren tonangebend. Robert Peston, der früher die Wirtschaftsredaktion der BBC leitete und heute für ITV News arbeitet, <u><a href="https://www.theguardian.com/media/2014/jun/06/bbc-obsessed-agenda-daily-mail-robert-peston-charles-wheeler" target="_blank" rel="noopener">beklagte sich vor einigen Jahren</a></u>, dass die BBC geradezu «besessen» sei von der Berichterstattung der Daily Mail und des Daily Telegraph.</p>
<p>Das EU-Referendum gab dem britischen Boulevard eine einmalige Gelegenheit, auf ihren zwei Steckenpferden herumzureiten: der Einwanderung und der vermeintlich überbordenden Macht Brüssels. Gallagher ist sich völlig bewusst, dass eine Aussage – auch wenn sie nachweislich falsch ist – durch die ständige Wiederholung wahr erscheint: «Wenn man als Zeitung grosses Aufsehen macht um die Tatsache, dass alle unsere Gesetze in Europa gemacht werden, dann dringt das schlussendlich ins nationale Bewusstsein.»</p>
<p>Der Historiker <u><a href="https://www.theguardian.com/media/2016/oct/27/revenge-of-the-tabloids-brexit-dacre-murdoch" target="_blank" rel="noopener">Andy Beckett schrieb im Herbst</a></u>, dass mit dem Brexit-Votum «einer der grössten, ältesten Träume der Boulevardblätter auf spektakuläre Weise Wirklichkeit wurde». Und ihr Einfluss ist durch das Resultat noch gestärkt worden. Die Revolverpresse habe die Politik heute fest im Griff, schreibt Beckett: Der rechte Flügel der Konservativen arbeite heute so eng mit dem Boulevard zusammen wie zuletzt in den frühen 1990er-Jahren; man sehe es etwa bei der täglichen Obsession mit Immigranten, der Verunglimpfung von liberalen Briten als Vertreter der Elite sowie dem gemeinsamen Ziel des «harten Brexit». Der ehemalige Sun-Chefredakteur David Yelland sieht es genauso: Brexit stelle den bisherigen Höhepunkt der Macht des Boulevards dar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/09/brexit-als-lebenselixier-des-britischen-boulevards/">Brexit als Lebenselixier des britischen Boulevards</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Daily Mail» fliegt aus Wikipedia raus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/13/daily-mail-fliegt-aus-wikipedia-raus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Daily Mail]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/wp_website/2017/02/13/daily-mail-fliegt-aus-wikipedia-raus/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die britische Zeitung &#8222;Daily Mail&#8220; verbreitet Angst und Hass, seit dem Brexit-Votum ist sie sogar noch schriller geworden. Wikipedia streicht sie aus der Referenzliste. Helfen wird das nicht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/13/daily-mail-fliegt-aus-wikipedia-raus/">«Daily Mail» fliegt aus Wikipedia raus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische Zeitung &#8222;Daily Mail&#8220; verbreitet Angst und Hass, seit dem Brexit-Votum ist sie sogar noch schriller geworden. Wikipedia streicht sie aus der Referenzliste. Helfen wird das nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/13/daily-mail-fliegt-aus-wikipedia-raus/">«Daily Mail» fliegt aus Wikipedia raus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
