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	<title>dpa | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 15 Sep 2022 06:37:53 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Der Tod der Queen als dpa-Blitzmeldung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/15/der-tod-der-queen-als-dpa-blitzmeldung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 06:37:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Queen]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Eilmeldungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie haben absoluten Seltenheitswert und kamen seit 1949 gerade einmal 62 Mal vor: Blitzmeldungen der dpa. Zuletzt versendete die Agentur eine solche Nachricht anlässlich des Todes der Queen. Welche Kriterien müssen Blitzmeldungen erfüllen?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/15/der-tod-der-queen-als-dpa-blitzmeldung/">Der Tod der Queen als dpa-Blitzmeldung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie haben absoluten Seltenheitswert und kamen seit 1949 gerade einmal 62 Mal vor: Blitzmeldungen der dpa. Zuletzt versendete die Agentur eine solche Nachricht anlässlich des Todes der Queen. Welche Kriterien müssen Blitzmeldungen erfüllen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/15/der-tod-der-queen-als-dpa-blitzmeldung/">Der Tod der Queen als dpa-Blitzmeldung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>«Unabhängige Berichterstattung steht nicht im Dienste einer Kriegspartei»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/04/unabhaengige-berichterstattung-steht-nicht-im-dienste-einer-kriegspartei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2022 20:36:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Froben Homburger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Froben Homburger, dpa-Nachrichtenchef, spricht mit der FR über neutrale Kriegsberichterstattung, Framing und Propaganda in den Medien.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Froben Homburger, dpa-Nachrichtenchef, spricht mit der FR über neutrale Kriegsberichterstattung, Framing und Propaganda in den Medien.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/04/unabhaengige-berichterstattung-steht-nicht-im-dienste-einer-kriegspartei/">«Unabhängige Berichterstattung steht nicht im Dienste einer Kriegspartei»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachrichtenagentur DPA vermeidet künftig Begriffe wie «Familientragödie»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/11/15/nachrichtenagentur-dpa-vermeidet-kuenftig-begriffe-wie-familientragoedie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2019 15:24:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Berichterstattung über Gewaltverbrechen in Familien und partnerschaftlichen Beziehungen wird die Deutsche Presse-Agentur dpa künftig Begriffe wie «Familientragödie» oder «Beziehungsdrama» nicht mehr als eigene Formulierungen verwenden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/15/nachrichtenagentur-dpa-vermeidet-kuenftig-begriffe-wie-familientragoedie/">Nachrichtenagentur DPA vermeidet künftig Begriffe wie «Familientragödie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Berichterstattung über Gewaltverbrechen in Familien und partnerschaftlichen Beziehungen wird die Deutsche Presse-Agentur dpa künftig Begriffe wie «Familientragödie» oder «Beziehungsdrama» nicht mehr als eigene Formulierungen verwenden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/15/nachrichtenagentur-dpa-vermeidet-kuenftig-begriffe-wie-familientragoedie/">Nachrichtenagentur DPA vermeidet künftig Begriffe wie «Familientragödie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ein anrüchiges Geschäft von Keystone-SDA</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/03/ein-anruechiges-geschaeft-von-sda-und-dpa/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2019/09/03/ein-anruechiges-geschaeft-von-sda-und-dpa/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2019 15:05:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Keystone SDA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA erkennt ihre Verantwortung im Kampf gegen Fake News. In welchem Umfeld die Kunden ihre Meldungen platzieren, interessiert die Agentur hingegen nicht. Geschäft ist Geschäft. Das stösst auf Kritik. In Basel gibt es ein neues Newsportal. Ohne Ankündigung, Vorschusslorbeeren oder Stiftungsgeld ist es zum Nationalfeiertag gestartet. Schon nach einem Monat werden einzelne Beiträge <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/03/ein-anruechiges-geschaeft-von-sda-und-dpa/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA erkennt ihre Verantwortung im Kampf gegen Fake News. In welchem Umfeld die Kunden ihre Meldungen platzieren, interessiert die Agentur hingegen nicht. Geschäft ist Geschäft. Das stösst auf Kritik.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-72063" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-new-swiss-journal-hasspredigt_20190827b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-new-swiss-journal-hasspredigt_20190827b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-new-swiss-journal-hasspredigt_20190827b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-new-swiss-journal-hasspredigt_20190827b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-new-swiss-journal-hasspredigt_20190827b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-new-swiss-journal-hasspredigt_20190827b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
In Basel gibt es ein neues Newsportal. Ohne Ankündigung, Vorschusslorbeeren oder Stiftungsgeld ist es zum Nationalfeiertag gestartet. Schon nach einem Monat werden einzelne Beiträge über hundert Mal auf Facebook geteilt – ein beeindruckender Erfolg. Normalerweise suchen Neo-Medienmacher die Öffentlichkeit. Sie geben Interviews und nutzen jede Anfrage, um die eigene Vision zu verbreiten. Anders «New Swiss Journal»: Auf die Anfrage der Medienwoche antwortet Herausgeber Martin Widmer, er gebe Journalist*innen grundsätzlich keine Interviews.</p>
<blockquote><p>Seine Verträge mit der Deutschen Presseagentur DPA und Keystone-SDA helfen «New Swiss Journal» aber, den Anschein zu erwecken, dass hier Journalist*innen arbeiten.</p></blockquote>
<p>«New Swiss Journal» verlinkt im Impressum <a href="https://www.new-swiss-journal.com/wie-nutzen" target="_blank" rel="noopener">zwar auf den Presserat</a> und bietet unter anderem Auftragsreportagen als Dienstleistung an. Aber auf der Plattform selbst findet sich keine einzige Reportage. Hier gibt es bloss empörte Kommentare, Agenturmeldungen sowie weitere Kurzmeldungen, die mit allgemeinen Quellenangaben wie «Deutsche Medien» aufwarten. Martin Widmer ist kein Journalist. Die Meldungen von der Deutschen Presseagentur DPA und Keystone-SDA helfen «New Swiss Journal» aber, den Anschein zu erwecken, dass hier Journalist*innen arbeiten.</p>
<p>Bis die «Tageswoche» vor anderthalb Jahren seine Identität offenlegte, hatte Widmer Politiker*innen auf seinen Facebook-Seiten «Kampagne 15» und «Kampagne 19» mit massiven Beleidigungen eingedeckt Dass Widmer die Bundesrätin und heutige Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga eine «Schlampe» nannte, gehört zu den harmloseren Ausfällen vor seiner Enttarnung. Die Facebook-Beiträge, für deren Verbreitung er teilweise auch Geld eingeschossen hat, sind mittlerweile gelöscht. Im «Tageswoche»-Artikel <a href="https://tageswoche.ch/gesellschaft/der-groesste-internet-hetzer-der-schweiz-wohnt-in-einer-villa-in-riehen/" target="_blank" rel="noopener">«Der grösste Internethetzer der Schweiz lebt in einer Villa in Riehen»</a> bleiben sie archiviert.</p>
<p>Nach der Enttarnung und einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Jolanda Spiess-Hegglin, die in einem Vergleich endete, pausierte Widmer seine Aktivitäten. Aber seit er das «New Swiss Journal» gestartet hat, bespielt Widmer auch die Facebook-Seite «Kampagne 19 – Schweizer Politik» wieder. Mit etwas primitiverer Polemik teilt er auch hier die Nachrichtenmeldungen des «New Swiss Journal». Meldungen wie jene über eine laufende Gerichtsverhandlung eines mutmasslichen Kindersschänders: Der 15 Zeilen lange Beitrag auf «New Swiss Journal» mit «Quelle: Deutsche Medien» schildert den Verhandlungsgegenstand, als wäre der Autor bei der Tat dabei gewesen. Statt zurückhaltende Formulierungen, die die journalistische Sorgfaltspflicht gebieten, wird absolute Klarheit suggeriert. Während diese Meldung auf der Facebook-Seite «New Swiss Journal» kommentarlos geteilt wird, bietet «Kampagne 19» die kampagnenmässige Zuspitzung: Bundesrätin Sommaruga und Carola Rackete werden für die Tat verantwortlich gemacht. Die «TagesWoche» bezeichnete den aus der Anonymität agierenden Martin Widmer als <a href="https://tageswoche.ch/gesellschaft/der-groesste-internet-hetzer-der-schweiz-wohnt-in-einer-villa-in-riehen/" target="_blank" rel="noopener">«grössten Internethetzer der Schweiz»</a>; die «bz Basel» nannte ihn <a href="https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/radikale-propaganda-hass-blogger-verkehrte-im-innersten-kreis-der-basler-svp-133509885" target="_blank" rel="noopener">«Hass-Blogger»</a>.</p>
<blockquote><p>Die grösste publizistische Leistung von «New Swiss Journal» besteht also darin, Journalist*innen die Lauterkeit abzusprechen.</p></blockquote>
<p>Mit seinem «New Swiss Journal» fährt Widmer eine neue Strategie: Er beleidigt in Texten mit Titeln wie «NGOs sollten für Scheinasylanten selbst aufkommen müssen» kaum mehr Einzelpersonen, sondern beispielsweise «Linkspopulisten», «Seenotretter». Und immer wieder Journalist*innen, etwa <a href="https://www.new-swiss-journal.com/post/radikale-hass-propaganda-unterirdischer-journalismus-hetzt-gegen-schweizer-volkspartei?fbclid=IwAR34QID6UNrZxGiRXevH1IkhW0teCbdQorx-KWPt2iAavMDHpDb0YOLWdKc" target="_blank" rel="noopener">in diesem Beitrag</a>: «(&#8230;) und zum Anderen haben sich die Medien selbst als das geoutet, was sie seit Jahrzehnten sind – linke Propagandisten!», <a href="https://www.new-swiss-journal.com/post/m%C3%BCssen-ngos-k%C3%BCnftig-f%C3%BCr-scheinasylanten-aufkommen-die-gr%C3%B6sste-l%C3%BCge-ist-die-fl%C3%BCchtlingsl%C3%BCge" target="_blank" rel="noopener">oder in diesem</a>: «Im Gegensatz zu den Populisten wären Journalisten laut Kodex zur Wahrheit verpflichtet und müssten politische Zusammenhänge kritisch beleuchten. Schön wärs! Stattdessen zelebrieren sie ihr Versagen zur ‹guten Sache› und repetieren stereotyp die immer gleiche Leier.» <a href="https://www.new-swiss-journal.com/post/mord-in-frankfurt-dumm-d%C3%BCmmer-loser-preis-f%C3%BCr-d%C3%BCmmsten-kommentar-geht-an-den-tagesanzeiger" target="_blank" rel="noopener">In einem weiteren Kommentar</a> bezichtigt Widmer einen Journalisten des «Tages-Anzeigers» der Vertuschung, «obwohl er gemäss Journalistenkodex zu Ethik und Wahrheit verpflichtet wäre».</p>
<p></p>
<p>Die grösste publizistische Leistung von «New Swiss Journal» besteht also darin, Journalist*innen die Lauterkeit abzusprechen. «New Swiss Journal» ist ein Anti-Journalismus-Portal. Während er auf das Schlagwort bei «New Swiss Journal» bisher verzichtet hat, steht es in einem neueren <a href="https://www.facebook.com/kampagne19/posts/2522850221104318?__tn__=-R" target="_blank" rel="noopener">Facebook-Post von «Kampagne 19»</a>: «Lügenpresse». Es gibt einen Grund, weshalb der Neo-Medienmacher Martin Widmer nicht mit Journalist*innen spricht. Er hat etwas gegen sie.</p>
<blockquote><p>Die Agenturmeldungen stärken den Eindruck, dass es sich bei «New Swiss Journal» um ein harmloses Newsportal handelt, das auch über Vermischtes berichtet.</p></blockquote>
<p>Dabei ist Widmers Portal abhängig von der Arbeit der Journalist*innen von DPA und SDA. Nur dank ihren Agenturmeldungen verfügt «New Swiss Journal» regelmässig über neue Inhalte. Teils wirken die Agenturmeldungen auf dem Portal wie harmloses Füllmaterial und nützen gerade darum Widmer am meisten: So stärkt etwa die Meldung zum Tod von Peter Fonda den Eindruck, dass es sich bei «New Swiss Journal» um ein harmloses Newsportal handelt, das auch über Vermischtes berichtet.</p>
<p>Keystone-SDA bestätigt, dass Widmer zahlender Kunde ist. «Mit New Swiss Journal GmbH besteht eine Nutzungsvereinbarung, die Publikation unserer Meldungen ist rechtens», teilt Unternehmenssprecher Iso Rechsteiner mit. «Keystone-SDA stellt ihre Dienstleistungen allen Kunden zur Verfügung, die sich an die Gesetze und die vertraglichen Vereinbarungen halten.» Nur nach einschlägigen rechtskräftigen Verurteilungen würde man die Zusammenarbeit hinterfragen. Der Zivilprozess von Johanna Spiess-Hegglin endete in einem Vergleich. Widmer ist für seine Beleidigungskampagnen nie verurteilt worden.</p>
<blockquote><p>«Nachrichtenagenturen müssen sicherstellen, dass ihre Inhalte nicht verfälschend oder sinnentstellend genutzt und veröffentlicht werden»<br />
<small>Jens Petersen, Sprecher DPA</small></p></blockquote>
<p>Auch DPA-Sprecher Jens Petersen bestätigt gegenüber der MEDIENWOCHE, dass die Nachrichtenagentur mit Martin Widmer geschäftet: «Ob den verantwortlich handelnden Personen bei dpa die politische Ausrichtung eines Kunden gefällt oder nicht, kann nicht die Basis der Entscheidung sein, eine Geschäftsbeziehung mit einem Kunden einzugehen.»<strong> [REDAKTION: Die DPA hat Widmer am Erscheinungstag dieses Artikels gekündigt. Ausführliches Update am Ende des Beitrags]</strong> Als Nachrichtenagentur sei man vom Neutralitätsgedanken geleitet, aber trotzdem komme Agenturen heutzutage eine besondere Verantwortung zu. «Nachrichtenagenturen müssen sicherstellen, dass ihre Inhalte nicht verfälschend oder sinnentstellend genutzt und veröffentlicht werden», erklärt Petersen.</p>
<p>Doch Widmer nutzt die Agenturmeldungen nicht nur als Label für Harmlosigkeit und Seriosität: Eine Meldung der Deutschen Presseagentur über ein Gerichtsurteil in einem Fall von Totschlag, teilte «New Swiss Journal» <a href="https://www.facebook.com/newswissjournal/posts/2322880434474247?__xts__%5B0%5D=68.ARD-itIGZduPay5k-gummtZLsqfBVtU4u2eiYC9_T2Dv7BXfoZ4aCwhZdMKO1Ustgio0ZYoQrHlQlZMB0hfi928Bc1n7IoMzX_ycSdjXKEzKSqoKmbLeoEgXliB8QlORkWeRAmeJsA6U0fgZRNEnpZwEd_nGnwYywAmeje38AObBHiyVJ7w6tOHVunBg6Xymc5TLVX2mlehKrFvX0wJSxULZYGizuC6lpnuwTWa8ZvEQN7OUsxBDT4qBtU2RakwRFNwOxg2FHFhGRjpmuTcjMwxdZiWaZ7oQn2c2jjvF8fMZRFsLb_KnErqv2jl2biVNMp9wVViTuFeF0mO1zy69OTvh-d-U&amp;__tn__=-R" target="_blank" rel="noopener">mit dem Facebook-Kommentar</a>, der Verurteilte «wäre unserer Ansicht nach als «Mörder» und nicht als «Todschläger» [sic!] zu verurteilen».</p>
<blockquote><p>Widmer verwendet die Agenturmeldungen als Rohstoff und ergänzt sie dann um die Schlagworte und Ausfälligkeiten, die seine Community zum Teilen und Kommentieren anregen.</p></blockquote>
<p>Verfälscht eine solche Verbindung von Facebook-Kommentar und Agenturmeldung nicht den Inhalt? Respektive: Unterscheiden Leser*innen heutzutage überhaupt noch zwischen den Inhalten, die ein Newsportal auf Facebook schreibt und jenen, die sich hinter dem Link verbergen? Für die DPA nicht. Sprecher Petersen teilt mit: «Das Teilen und Kommentieren von unseren Inhalten auf der eigenen Facebook-Seite ist aus unserer Sicht vertragskonform.» Widmer kann also die Meldungen als Rohstoff verwenden und sie dann um die Schlagworte und Ausfälligkeiten ergänzen, die seine Community zum Teilen und Kommentieren anregen.</p>
<p>Die DPA gehört zu den wenigen europäischen Nachrichtenagenturen, die bis heute ganz ohne öffentliche Gelder auskommen. Anders Keystone-SDA: Seit diesem Jahr unterstützt das Bundesamt für Kommunikation die Regionalberichterstattung der Agentur mit bis zu zwei Millionen Franken jährlich. Das Bundesamt für Kultur unterstützt Keystone-SDA weiterhin für dessen «Verständigungsleistung» zwischen den Sprachregionen. Schon länger ist die Bundeskanzlei ein Grosskunde der SDA; die SRG wiederum ist Miteigentümerin und seit vergangener Woche steht auch noch die Möglichkeit einer Unterstützung durch die Berner Kantonsregierung im Raum.</p>
<blockquote><p>Die Verbindungen mit der öffentlichen Hand ändern aber nichts daran, dass Keystone-SDA keinerlei Qualitäts- oder Lauterkeitsansprüche an ihre Kund*innen stellt.</p></blockquote>
<p>Muss man die Leistung von Keystone-SDA, einem Monopolunternehmen mit öffentlichen Beiträgen, als Quasi-Service-public verstehen? «Keystone-SDA leistet einen entscheidenden Beitrag für die Schweizer Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang den Begriff Service public zu strapazieren, ist nicht notwendig», weicht SDA-Sprecher Rechsteiner aus. Die Verbindungen mit der öffentlichen Hand ändern aber nichts daran, dass Keystone-SDA keinerlei Qualitäts- oder Lauterkeitsansprüche an ihre Kund*innen stellt – sofern Betreiber*in oder Portal nicht rechtskräftig wegen Diskriminierung oder Hetze verurteilt worden sind. Hat Keystone-SDA in den letzten fünf Jahren aus diesen Gründen überhaupt eine Geschäftsbeziehung beendet? Rechsteiner will das mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis ebenso wenig mitteilen, wie Details zu den finanziellen Konditionen des Vertrags mit Widmer.</p>
<p>«New Swiss Journal» ist nicht das einzige rechtspopulistische Schweizer Portal, aber wahrscheinlich das einzige, das sich mit Agenturmeldungen einen seriösen Anstrich zu geben versucht. Andere scheuen wohl die Kosten und publizieren anstelle von Agenturmeldungen frei verfügbares Füllmaterial wie Polizeimeldungen. Wahrscheinlich ist Widmers Unterfangen nicht ganz billig. Gemäss der Tarifliste, die bis 2018 galt, hätte er allein der SDA monatlich einen niedrigen vierstelligen Betrag überweisen müssen.</p>
<blockquote><p>«Solange der Bund Geld in die Keystone-SDA steckt, werde ich dafür kämpfen, dass der Verwaltungsrat ihre Kundenliste genau analysiert.»<br />
<small>Matthias Aebischer, Nationalrat SP</small></p></blockquote>
<p>Widmer zahlt, Keystone-SDA liefert. Und der Bund zahlt auch. Deshalb ärgert die Kooperation zwischen Martin Widmer und Keystone-SDA den Medienpolitiker und SP-Nationalrat Matthias Aebischer. Auch wenn man miteinbeziehe, dass die SDA aufgrund ihrer Monopolstellung alle Kunden gleich behandeln muss: In einem Fall wie Widmer gehe es um Zivilcourage. «Es geht nicht um eine Beschneidung der Pressefreiheit. Jeder kann in der Schweiz schreiben was er will. Das ist gut so. Dass aber SDA-Produkte für Hetze missbraucht werden, sollte dem Verwaltungsrat von Keystone-SDA Ansporn genug sein, diese Geschäftsbeziehung zu hinterfragen», teilt Aebischer auf Anfrage mit. Und weiter: «Solange der Bund Geld in die Keystone-SDA steckt, werde ich dafür kämpfen, dass der Verwaltungsrat ihre Kundenliste genau analysiert.» Dass SDA-Artikel missbraucht werden, sei wohl auch nicht im Sinn des Hauptaktionärs Tamedia, vermutet Aebischer. Die MEDIENWOCHE hat das Unternehmen gefragt: Unterstützt Tamedia als Aktionärin von Keystone-SDA, dass die Agentur Geschäftsbeziehungen mit einem Portal pflegt, dass namentlich einen ihrer Journalisten beleidigt? Tamedia nehme dazu keine Stellung, teilt ein Sprecher mit.</p>
<p>Es erscheint fragwürdig, dass eine Nachrichtenagentur mit Monopolstellung und zahlreichen Verflechtungen mit der öffentlichen Hand ihre Dienstleistungen einem Portal wie «New Swiss Journal» zur Verfügung stellt. Glaubwürdigkeit sei das höchste Gut von Keystone-SDA, teilt deren Sprecher Rechsteiner mit. Damit meint er die Glaubwürdigkeit der von der Nachrichtenagentur aufgearbeiteten Informationen – nicht aber das Umfeld, in der die SDA-Meldungen dann erscheinen. Ähnlich klingt es im Geschäftsbericht 2018 von Keystone-SDA: «Die positive Seite von Fake News ist, dass seriös arbeitende Medienhäuser in der Öffentlichkeit wieder ein höheres Renommee geniessen. So wird sich die Medienbranche dann behaupten können, wenn sie die Glaubwürdigkeit ins Zentrum stellt.»</p>
<p>Nun ist es so, dass manche SDA-Meldungen auch Martin Widmers Anti-Journalismus-Portal ihre Glaubwürdigkeit leihen. Die SDA-Meldungen sorgen dafür, dass «New Swiss Journal» wie ein journalistisches Angebot wirkt. Sie sorgen dafür, dass man es für mehr hält als einen geifernden Blog. Übrigens: Für Martin Widmer ist die Schweiz – anders als Russland – nur «eine ‹harmlose› Meinungsdiktatur». So postete er es jedenfalls am 5. August auf Facebook.</p>
<p><em><strong>UPDATE 4. September 2019: </strong>Die DPA beendete die Zusammenarbeit mit Martin Widmer am Nachmittag des 3. September, wie Sprecher Jens Petersen mitteilt. Auslöser für das schnelle Handeln der DPA war ein <a href="https://www.facebook.com/notes/new-swiss-journal/arbeitsweise-news-swiss-journal/2287973237964967/"> Facebook-Post</a> vom 29. August, in dem Martin Widmer offen ausführt, wie «New Swiss Journal» Agenturmeldungen verfälscht. «Über das, was wir beim New Swiss Journal sahen, waren wir entsetzt. Dies lässt sich in keiner Weise mit den Grundsätzen der dpa vereinbaren», so Petersen. Die Anfrage der MEDIENWOCHE habe bei der DPA die Aufmerksamkeit gegenüber Widmer nochmals erhöht. Aufgrund der Kündigungsfrist können in den nächsten Tagen noch DPA-Meldungen auf «New Swiss Journal» erscheinen.<br />
</em></p>
<p><em><strong>UPDATE 5. September 2019:</strong> Keystone-SDA sieht bisher keine missbräuchliche Verwendung ihrer Inhalte gegeben, so deren Sprecher Iso Rechsteiner: «Eine missbräuchliche Verwendung ist dann gegeben, wenn die Inhalte sinnentstellend, diskriminierend oder sonst vertragswidrig verwendet werden.» Die Geschäftsbeziehung mit Martin Widmer bleibt bestehen.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/03/ein-anruechiges-geschaeft-von-sda-und-dpa/">Ein anrüchiges Geschäft von Keystone-SDA</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Nachrichtenagentur dpa hilft Facebook beim Faktenchecken</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/03/18/nachrichtenagentur-dpa-hilft-facebook-beim-faktenchecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 18:59:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Fake-News]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=67280</guid>

					<description><![CDATA[<p>Terrorvideos, Datenskandal, Abgänge wichtiger Manager: Das weltgröste soziale Netzwerk hat so einige Probleme. Bei der Bekämpfung von Falschnachrichten hilft Facebook neu die Deutsche Presse-Agentur dpa.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/18/nachrichtenagentur-dpa-hilft-facebook-beim-faktenchecken/">Nachrichtenagentur dpa hilft Facebook beim Faktenchecken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Terrorvideos, Datenskandal, Abgänge wichtiger Manager: Das weltgröste soziale Netzwerk hat so einige Probleme. Bei der Bekämpfung von Falschnachrichten hilft Facebook neu die Deutsche Presse-Agentur dpa.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/18/nachrichtenagentur-dpa-hilft-facebook-beim-faktenchecken/">Nachrichtenagentur dpa hilft Facebook beim Faktenchecken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie die Nachrichtenagentur dpa Eilmeldungen vor Twitter-Fakes schützt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/07/23/wie-die-nachrichtenagentur-dpa-eilmeldungen-vor-twitter-fakes-schuetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2018 07:12:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=59607</guid>

					<description><![CDATA[<p>Fake-Tweets sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Zuletzt gelang «Titanic»-Redakteur Moritz Hürtgen ein Scoop: Mit seinem verifizierten Twitter-Account, aber neuem Profilnamen «HR Tagesgeschehen» meldete er Mitte Juni den Bruch der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU. Mehrere Medien – darunter die Nachrichtenagentur Reuters &#8211; fielen darauf herein. Die dpa hat nun reagiert.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/07/23/wie-die-nachrichtenagentur-dpa-eilmeldungen-vor-twitter-fakes-schuetzt/">Wie die Nachrichtenagentur dpa Eilmeldungen vor Twitter-Fakes schützt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fake-Tweets sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Zuletzt gelang «Titanic»-Redakteur Moritz Hürtgen ein Scoop: Mit seinem verifizierten Twitter-Account, aber neuem Profilnamen «HR Tagesgeschehen» meldete er Mitte Juni den Bruch der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU. Mehrere Medien – darunter die Nachrichtenagentur Reuters &#8211; fielen darauf herein. Die dpa hat nun reagiert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/07/23/wie-die-nachrichtenagentur-dpa-eilmeldungen-vor-twitter-fakes-schuetzt/">Wie die Nachrichtenagentur dpa Eilmeldungen vor Twitter-Fakes schützt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachrichtenagentur dpa: weniger Breaking News</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/07/dpa-nachrichtenchef-froben-homburger-nicht-jeder-aufreger-ist-eine-breaking-news/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2016 14:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=8342</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#8222;Charlie Hebdo, Germanwings, das griechische Schuldendrama, die Flüchtlingskrise, die Anschläge von Paris &#8211; 2015 müsste ein besonders eilmeldungsstarkes Jahr gewesen sein. Könnte man meinen. War aber nicht so&#8220;, so dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger in seinem exklusiven Rückblick auf das Nachrichtenjahr 2015 für kress.de.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Charlie Hebdo, Germanwings, das griechische Schuldendrama, die Flüchtlingskrise, die Anschläge von Paris &#8211; 2015 müsste ein besonders eilmeldungsstarkes Jahr gewesen sein. Könnte man meinen. War aber nicht so&#8220;, so dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger in seinem exklusiven Rückblick auf das Nachrichtenjahr 2015 für kress.de.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/07/dpa-nachrichtenchef-froben-homburger-nicht-jeder-aufreger-ist-eine-breaking-news/">Nachrichtenagentur dpa: weniger Breaking News</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jedes Wort zählt, jedes Bild entscheidet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/09/jedes-wort-zaehlt-jedes-bild-entscheidet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2015 12:26:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Presse-Agentur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=6486</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tausende Flüchtlinge erreichen Deutschland. In München werden sie herzlich empfangen, in Heidenau gibt es Krawall. Mittendrin sind die Berichterstatter. Sie werden von allen Seiten kritisiert. Vor allem, wenn sie bei der Sache bleiben.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/09/jedes-wort-zaehlt-jedes-bild-entscheidet/">Jedes Wort zählt, jedes Bild entscheidet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tausende Flüchtlinge erreichen Deutschland. In München werden sie herzlich empfangen, in Heidenau gibt es Krawall. Mittendrin sind die Berichterstatter. Sie werden von allen Seiten kritisiert. Vor allem, wenn sie bei der Sache bleiben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/09/jedes-wort-zaehlt-jedes-bild-entscheidet/">Jedes Wort zählt, jedes Bild entscheidet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Es braucht einen langen Atem»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/22/es-braucht-einen-langen-atem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 07:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[Christina Elmer]]></category>
		<category><![CDATA[Data-Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Datablog]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3616</guid>

					<description><![CDATA[<p>Manchmal erzählen Zahlen mehr als Worte. Zum Berufsalltag von Christina Elmer gehört es, diese verborgenen Geschichten ausfindig zu machen und mit den Mitteln des Datenjournalismus für das Publikum aufzubereiten. Die Redaktorin für Infografiken bei der Deutschen Presse-Agentur dpa erzählt, welche speziellen Fähigkeiten und Fertigkeiten diese in Mode gekommene Disziplin des Journalismus erfordert. Was sind die <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/22/es-braucht-einen-langen-atem/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal erzählen Zahlen mehr als Worte. Zum Berufsalltag von Christina Elmer gehört es, diese verborgenen Geschichten ausfindig zu machen und mit den Mitteln des Datenjournalismus für das Publikum aufzubereiten. Die Redaktorin für Infografiken bei der Deutschen Presse-Agentur dpa erzählt, welche speziellen Fähigkeiten und Fertigkeiten diese in Mode gekommene Disziplin des Journalismus erfordert.<br />
<span id="more-28895"></span><br />
<strong>Was sind die wichtigsten Grundlagen, um Datenjournalismus zu betreiben?</strong><br />
Ganz praktisch braucht man ein Verständnis für Statistik und Zahlen. Und einen langen Atem, weil man oft schwer an die Daten herankommt und die Geschichte darin auch nicht immer sofort sieht.</p>
<p><strong>Was ist denn das Neue am Datenjournalismus? Das gab es doch schon immer …</strong><br />
Was es immer schon gab, war die Geschichte, die dann mit den vorliegenden Daten ergänzt wird. Das Neue ist die Idee, eine These, eine Story aus den Daten heraus starten zu können, also <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Data_driven_journalism">Data-Driven-Journalism</a>. Für viele definiert sich Journalismus weiterhin darüber, gut formulieren zu können, – Daten finden die wenigsten Kollegen wirklich spannend. In einem Seminar sagte mal jemand: «Wenn ich Mathe gekonnt hätte, wäre ich doch nicht Journalistin geworden!»</p>
<p><strong>Was sind für Dich die wichtigsten Datenquellen?</strong><br />
Im deutschsprachigen Raum:<br />
1) die Statistischen Ämter insgesamt<br />
2) die Bundesministerien<br />
3) Forschungsinstitute, zb für Gesundheit das Robert-Koch-Institut<br />
4) je nach Bereich Verbände und Vereine (die sind aber oft nicht im Web anzutreffen)<br />
Einen Überblick bekommt man auf <a href="http://offenedaten.de/">offenedaten.de</a>, die fassen als Metakatalog zusammen, was es an offenen Daten gibt in Deutschland. Von dort aus gelangt man dann direkt zu den Datenquellen für alle möglichen Themenbereiche.<br />
Für internationale Fragen suche ich auf Websites von Organisationen wie UN, ILO, WHO, IWF und OECD. Dort sind die Daten aber oft nicht ganz so handlich aufbereitet, und es etwas länger, sich in die Hintergründe einzulesen.</p>
<p><strong>Wie findet man den richtigen Ansprechpartner? Und mailt man den einfach an, wenn man eine Anfrage hat?</strong><br />
Um auf neue Quellen zu stossen, google ich zunächst gerne – am besten mit der erweiterten Suche, wo man ganz gezielt nach Formaten und Quellen suchen kann. Bei Datenveröffentlichungen ist dann oft eine Ansprechsperson angegeben. Am besten bewährt hat sich da die Ebene der Sachbearbeiter, die direkt an den Daten arbeiten. Denn beim Pressesprecher kommt man oft nicht weiter, bei denjenigen, die ein Statement dazu abgeben können, auch nicht.</p>
<p><strong>Was wünschst Du Dir von denen, die Daten zur Verfügung stellen?</strong><br />
Auf jeden Fall müssen die Daten öffentlich zugänglich sein. Am besten sind maschinenlesbare Werte, die man mit vielen Programmen abrufen kann. An <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CSV_%28Dateiformat%29">CSV</a>-Dateien zum Beispiel kann man mit jedem Programm rangehen. Persönlich verwerte ich viel mit Excel. Wenn es sich um umfangreiche Daten handelt, arbeite ich auch gerne mit Datenbank-Formaten.</p>
<p><strong>Zweifelst Du manchmal auch an Statistiken, die Dir zur Verfügung stehen? Gibt es gefälschte Statistiken?</strong><br />
Bei internationalen Quellen zweifle ich manchmal, weil ich da keinen Einblick habe, wie die Behörden den in einzelnen Ländern arbeiten. Daten werden ja nie alleine veröffentlicht, sondern immer mit einem Metadatenblatt – jeder Datenjournalist sollte wissen, wie man so eins liest. Wenn solche Metainformationen nicht existieren, ist das erst recht ein Grund, zu zweifeln. Es lohnt sich, das auch unter Aktualitätsdruck genau zu prüfen.</p>
<p><strong>Aber diese Zeit fehlt doch in den Redaktionen. Lesen nicht viele Journalisten nur die Pressemeldung zur Studie? Wenn es gut kommt, auch mal das Fazit?</strong><br />
Das glaube ich auch. Leider ist es nicht weit verbreitet, nochmals bei den Details einzusteigen. Aber wenn einem etwas auffällt und man dem nachgeht, kann man eine Geschichte erzählen, die so niemand anders hat. Die Pressemitteilungen kann der Leser ja auch selbst lesen, dazu braucht er keine Journalisten.</p>
<p><strong>Hast Du ein Beispiel?</strong><br />
Ein schönes ist das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elterngeld">Elterngeld</a>: Jedes Jahr verbreitete das Familienministerium Jubelmeldungen, dass es gut angenommen und auch von immer mehr Vätern beantragt werde, etc. Das statistische Bundesamt liefert dazu jeweils ein Datenblatt, auf dem steht, welche Sätze verteilt wurden und wie lange Elterngeld ausbezahlt wurde. Es stellte sich heraus, dass die Hälfte nur den Mindestsatz erhält, es sich dabei also um Studenten, Arbeitslose oder Geringverdiener handelt. Geplant war das Elterngeld aber, um ganz normal Beschäftigte dazu zu bewegen, eine Pause für das Kind einzulegen. Die meisten Väter beanspruchten das Elterngeld nur für ein paar Monate, die Mütter dagegen zum grössten Teil ein volles Jahr. Das stand zwar in den Daten drin, nicht aber in der Pressemitteilung des Ministeriums.</p>
<p><strong>Wie geht ihr mit gemachten Fehlern um? Fremden? Eigenen?</strong><br />
So schnell und so offen wie möglich berichtigen. Wenn der Fehler bereits raus ist, verschicken wir zusätzlich auch eine Achtungsnotiz mit hoher Priorität. Wir müssen den Fehler am selben Tag noch bemerken, denn sonst steht er bereits in der Zeitung. Daher ist der Druck da, unbedingt richtig zu arbeiten und mit dem Vier- oder Sechs-Augen-Prinzip nochmals nachzuprüfen.</p>
<p><strong>Was war der schlimmste Fehler, der Dir je passiert ist?</strong><br />
Einmal bin ich um eine Zeile verrutscht, das war mir tierisch peinlich. Zum Glück konnte dieser Fehler noch zurückgehalten werden.</p>
<p><strong>Wer macht den besten Datenjournalismus weltweit / im deutschsprachigen Raum?</strong><br />
Der «Guardian» liefert Glanzlichter, oder die «New York Times», die sind im infografischen Bereich stark. Über Datenjournalismus lesenswert ist das <a href="http://blog.zeit.de/open-data/">Open Data Blog</a> von Lorenz Matzat bei der Zeit.</p>
<p><strong>Wie entsteht eine Infografik, die mehr ist als nur eine Abbildung offensichtlicher Fakten? Kannst Du ein Beispiel geben?</strong><br />
Bei den <a href="http://www.guardian.co.uk/world/the-war- logs">«Afghanistan Warlogs»</a> beispielsweise entsteht durch die interaktive Darstellungsart eine ganz neue Art von Storytelling. Der Nutzer selbst entscheidet, was ihm wichtig ist. Das ist doch motivierender, als eine Geschichte vorgekaut zu kriegen. Wir versuchen auch, unsere Regionalkunden mit interaktiven Infografiken zu erreichen – in der Form eines Dienstes namens RegioData, der ihnen die Daten für ihr Verbreitungsgebiet aus einer Statistik liefert. Damit wollen wir den Zeitungen ermöglichen, Datenjournalismus für ihre Region zu machen. Bislang nutzen aber leider nur wenige Redaktionen dieses Angebot. Insgesamt ist Datenjournalismus hierzulande auch noch nicht weit verbreitet. Es ist fast wie ein Teufelskreis: Weil Journalisten nicht daran gewöhnt sind, so zu arbeiten, fragen sie nicht nach Daten. Und weil niemand nach den Daten fragt, ist auch wenig Druck da, die Informationsfreiheit zu verstärken. Und weil die Informationsfreiheit nicht so gross ist, kommen auch Journalisten nicht richtig auf Ideen.</p>
<p><strong>Wie stehst Du zu Wikileaks?</strong><br />
Durchaus positiv, auch wenn man in einzelnen Fällen nicht alles gut finden muss. Da ist es wichtig, genau abzuwägen: Einerseits sollen Daten dafür sorgen, mehr Transparenz in eine von Interessen geleitete Informationspolitik zu bringen. Andererseits müssen Informationen über einzelne Personen auf jeden Fall gut geschützt werden.</p>
<p><strong>Du hast die Wichtigkeit der richtigen Nutzung von Suchmaschinen erwähnt. Wie hast Du das gelernt? Gibt es da auch offizielle Anleitungen?</strong><br />
Ich habe das in einem Uniseminar gelernt, Trainings dazu gemacht und dann auch selbst Trainings gegeben. Wir machen jedes Jahr Schulungen für Recherche im Internet, was hilft, den Horizont zu erweitern. Journalisten sollten selber vermehrt einen Spiel- und Jagdtrieb entwickeln – es liegt so viel rum, das nicht gefunden und darum auch nicht ausgewertet wird. Mein Eindruck ist, dass die Fülle von Informationen in der heutigen Medienwelt für viele Journalisten abschreckend wirkt – so geht das Selbstexplorative noch stärker verloren. Wer für einen Themenbereich zuständig ist, ist dann schnell mal überfordert, weil er ja dazu gezwungen ist, alles mitzukriegen.</p>
<p><strong>Was rätst Du Konsumenten von Infografiken, auf was müssen sie achten?</strong><br />
Es gibt vielfältige Manipulationsmöglichkeiten. Beachten sollte man auf jeden Fall die Skala – wo fängt sie an, wo hört sie auf? Welche Farben werden verwendet, welche sind besonders auffällig? Wie ist das Umfeld, in dem die Infografik präsentiert wird? Ist ein (Emotionen auslösendes) Foto hinterlegt? Welche Auswahl wurde getroffen? Habe ich das Gefühl, dass ich einen vollständigen Themenüberblick erhalte? Wenn die Grafik nicht vermitteln kann, was sie aussagen will, dann ist sie vielleicht eher Design als Journalismus.</p>
<p><strong>Was kannst Du über Deutschland sagen, nachdem Du so viele<br />
Regionalstatistiken angelegt hast?</strong><br />
Es gibt einzelne Regionen, die immer wieder vorkommen, bei sozialen Themen, bei demografischen Entwicklungen, beim Unterschied zwischen Stadt und Land. Viele Entwicklungen, die deutschlandweit zu beobachten sind, spielen sich im Regionalen oft viel differenzierter ab, beispielsweise bei der hausärztlichen Versorgung.</p>
<p><strong>Wie haben sich die Unterschiede zwischen dem Osten und dem Westen entwickelt?</strong><br />
Bei bestimmten Themen ist der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland noch sehr stark, besonders bei historisch gewachsenen Themen wie der Kinderbetreuung.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Christina Elmer wurde am 20. Mai 2011 in Berlin geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/22/es-braucht-einen-langen-atem/">«Es braucht einen langen Atem»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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