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	<title>Dschungelcamp | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 26 Jan 2018 13:41:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Das Dschungelcamp schafft es immer weniger ins Feuilleton</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/01/26/das-dschungelcamp-schafft-es-immer-weniger-ins-feuilleton/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jan 2018 13:22:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Dschungelcamp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war eine spezielle Allianz: Trash trifft Feuilleton. In den letzten Jahren entwickelte sich die als Dschungelcamp bekannt gewordene Reality-Show von RTL mit dem vollständigen Titel «Ich bin ein Star – holt mich hier raus!» zum Liebkind auch der gehobenen Unterhaltung. Selbst sogenannt seriöse Blätter widmeten dem zweifelhaften TV-Format Kolumnen, Essays und allerlei Analysen. Doch diese Meta-Betrachtung habe sich totgelaufen, steht im Artikel von Nora Burgard-Arp auf Meedia. Inzwischen wissen die Reality-Darsteller genau, wie sie sich verhalten müssen, damit in den People- und Boulevard-Medien über sie berichtet wird. «Das Feuilleton aber hat das Interesse verloren wie an einem Aktionskünstler, der, sagen wir mal, dafür gefeiert wurde, sich einen Nagel ins Knie zu hauen und dabei Rilke zu zitieren», sagt Peter Huth, Chefredaktor der «Welt am Sonntag». «Das ist dreimal spektakulär, dann nur noch blutig.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/26/das-dschungelcamp-schafft-es-immer-weniger-ins-feuilleton/">Das Dschungelcamp schafft es immer weniger ins Feuilleton</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war eine spezielle Allianz: Trash trifft Feuilleton. In den letzten Jahren entwickelte sich die als Dschungelcamp bekannt gewordene Reality-Show von RTL mit dem vollständigen Titel «Ich bin ein Star – holt mich hier raus!» zum Liebkind auch der gehobenen Unterhaltung. Selbst sogenannt seriöse Blätter widmeten dem zweifelhaften TV-Format Kolumnen, Essays und allerlei Analysen. Doch diese Meta-Betrachtung habe sich totgelaufen, steht im Artikel von Nora Burgard-Arp auf Meedia. Inzwischen wissen die Reality-Darsteller genau, wie sie sich verhalten müssen, damit in den People- und Boulevard-Medien über sie berichtet wird. «Das Feuilleton aber hat das Interesse verloren wie an einem Aktionskünstler, der, sagen wir mal, dafür gefeiert wurde, sich einen Nagel ins Knie zu hauen und dabei Rilke zu zitieren», sagt Peter Huth, Chefredaktor der «Welt am Sonntag». «Das ist dreimal spektakulär, dann nur noch blutig.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/26/das-dschungelcamp-schafft-es-immer-weniger-ins-feuilleton/">Das Dschungelcamp schafft es immer weniger ins Feuilleton</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Mühe mit dem Trivialen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2015 08:09:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[IBES]]></category>
		<category><![CDATA[Ich bin ein Star]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[RTL]]></category>
		<category><![CDATA[Dschungelcamp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entschuldigung, gucken Sie Dschungelcamp? Nein? Ach so, Sie schauen Arte. Nun, ich gebe es zu: ich mag die Maden- und Kakerlakenshow auf RTL. Warum? Weil «Ich bin ein Star – holt mich hier raus» eine saugut gemachte Unterhaltungsshow ist. Mit viel Liebe zum Detail: Moderation, Personal, Dramaturgie Ausstattung &#8211; perfekt in Szene gesetzt. Mehr noch <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Entschuldigung, gucken Sie Dschungelcamp? Nein? Ach so, Sie schauen Arte. Nun, ich gebe es zu: ich mag die Maden- und Kakerlakenshow auf RTL. Warum? Weil «Ich bin ein Star – holt mich hier raus» eine saugut gemachte Unterhaltungsshow ist. Mit viel Liebe zum Detail: Moderation, Personal, Dramaturgie Ausstattung &#8211; perfekt in Szene gesetzt. Mehr noch als die Show liebe ich die Berichterstattung darüber.<br />
<span id="more-22863"></span><br />
Kein anderes TV-Format produziert in Deutschland soviel Kritik und Häme, wird von den meinungsstarken Medien derart bissig-böse begleitet. In den letzten Jahren stelle ich eine geradezu wachsende Obsession des Feuilletons für das Trash-Format fest. Sowohl das Geschehen im Camp als auch die Form und das Funktionieren der Sendung werden akribisch filetiert. Was dabei rauskommt, wenn die Redakteure sich so richtig ins Glibberzeug legen, ist ganz grosser Lesespass.</p>
<p>Zugegeben, es mutet etwas sonderbar an, wenn auf Spiegel Online (<a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/dschungelcamp-nur-walter-freiwald-verdient-den-titel-dschungelkoenig-a-1014467.html" target="_blank">«Macht endlich was für Euer Geld, Ihr TV-Schmarotzer»</a>) das <a href="http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html" target="_blank">Dschungelcamp</a> direkt neben Pegida, der Ukraine und dem Islamischen Staat in der Suchleiste steht. Für die durchschnittlich 7 Millionen Fernsehzuschauer und für alle, die die Show (offiziell) nicht schauen, aber trotzdem mitreden wollen, werden die Vorgänge im Camp minutiös nacherzählt. «Der Ex-Moderator schleifte sich durch die Küche wie ein Butler auf Valium, identifizierte Skorpione als Frösche, suchte nach Sternen statt Schlüsseln, begutachtete in aller Ruhe interessiert einen Mini-Waran.»</p>
<p>Auch Süddeutsche (<a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/glossar-zum-dschungelcamp-tarzan-und-shame-1.2308670" target="_blank">«Mit Schafshoden im Mund Limbo tanzen»</a>) und FAZ (<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dschungelcamp-3-0-als-naechstes-kommt-die-naturgeburt-13385499.html" target="_blank">«Als nächstes kommt die Naturgeburt»</a>) haben auf ihren Online-Portalen umfangreiche Dschungel-Dossiers («Testen Sie Ihr Dschungel-Wissen») angelegt und berichten täglich über «Ich bin ein Star ». Der «Stern» (<a href="http://www.stern.de/kultur/tv/dschungelcamp/dschungelcamp-walter-freiwald-muss-die-kotzfrucht-schlucken-2167614.html" target="_blank">«Bloss nicht brechen, Walter»</a>) hat gar einen eigenen Reporter nach Australien entsandt, der in einem Video seinen kläglich gescheiterten Versuch dokumentiert, eine Drohne über das Camp fliegen zu lassen. Sehr komisch.</p>
<p>«Ich bin ein Star»- ist Trash-Fernsehen vom Feinsten, ist <a href="http://www.wuv.de/medien/ibes_geadelt_dschungelcamp_fuer_grimme_preis_nominiert" target="_blank">Grimme-Preis-nomminiertes</a> Premium-Reality-TV. Die SZ sieht im Dschungel einen «ironisch überhöhten Spass für das gesättigte Bildungsbürgertum». Und für Schauspieler Ulrich Matthes («Tatort»), der sich kürzlich <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/schauspieler-ulrich-matthes-im-interview-zum-dschungelcamp-13363270.html" target="_blank">im FAZ-Interview</a> zum begeisterten Anhänger der Show erklärte, ist der Dschungel ein Sehnsuchtsort, «eine hochtheatrale Angelegenheit, weil die Teilnehmer gleichzeitig als Individuen und als Rollenträger unterwegs sind.»</p>
<p>«Ich bin ein Star – holt mich hier raus»: 16-tägige Orgie des Banalen, Klassenfahrt für C-Prominente, Ekelshow mit Schleimgetier, enthemmtem Voyeurismus und Lästereien. Ein Fernseh-Format oft jenseits der Grenze des guten Geschmacks. Vom Feuilleton jahrelang verachtet, wagen sich immer mehr Meinungsmacher vor, die auf die Metaebene des Formats verweisen: keine andere deutsche TV-Sendung ist eine so exakte wie bitterböse Persiflage auf unsere Branche.</p>
<p>Während sich die deutschen Medien einen Wettstreit über die ironischste Dschungel-Berichterstattung liefern, herrscht in den Schweizer Medien Kakerlaken-Unterbesetzung. <a href="http://www.blick.ch/people-tv/tv/dschungelcamp/dschungel-rebecca-hat-muskelkater-im-mund-dabei-sieht-das-nach-viel-training-aus-id3433233.html" target="_blank">«Blick»</a>, <a href="http://www.20min.ch/entertainment/tv/story/16366661" target="_blank">20 Minuten</a> und <a href="http://www.watson.ch/People/articles/869151183-IST-DAS-TOLL%21-6-Gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-das-neue-Dschungelcamp.-Und-alles-von-Walters-Einlagen-bis-Saras-Schafshoden" target="_blank">Watson</a> berichten seltsam uninspiriert, blut(egel)arm und spassfrei. Für Tages-Anzeiger und NZZ ist der Dschungel in diesem Jahr überhaupt kein Thema, weder digital noch gedruckt.</p>
<p>Das erstaunt. Die Schweizer Leitmedien verpassen die Chance, eine äusserst unterhaltsame Sozialstudie mit eigenen Akzenten medial zu begleiten. Ihre Abwesenheit zeugt auch von der Schwierigkeit, als Redaktion ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man zwar populäre, aber schlecht kategorisierbare (Medien)hypes angemessen aufgreifen soll. Macht man einen auf Fanberichterstattung für die #ibes-Community oder wird versucht, das Phänomen den Abstinenten näherzubringen?</p>
<p>Dass man sich über Trash-TV sehr wohl launig-distanziert auslassen kann, beweist etwa Anja Rützel. Auf Spiegel Online beschrieb die Journalistin den Campbewohner Aurelio kürzlich <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/rtl-dschungelcamp-2015-tag-1-von-ich-bin-ein-star-holt-mich-hier-raus-a-1013458.html" target="_blank">als unerwarteten Sympathikus</a>, «der mit seiner abstrusen Tattoofülle an eine vollgekritzelte Dorfbushaltestelle erinnert.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Die Mühe mit dem Trivialen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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