<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Estland | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/estland/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 07:05:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Mit gemischten Gefühlen auf Reisen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/17/mit-gemischten-gefuehlen-auf-reisen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/05/17/mit-gemischten-gefuehlen-auf-reisen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2015 18:19:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Reisejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Estland]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=24577</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bisher hatte ich nur Verachtung übrig, wenn ich las, wohin meine Journi-Kollegen jeweils gratis und franko verreist waren, um mit einer Reisereportage für ihr Blatt zurückzukehren. Nun mache ich es selber – und weiss nicht, ob ich mich auf die Pressereise nach Estland freuen oder dafür schämen soll. Als Redaktorin der «Tierwelt» bin ich unter <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/17/mit-gemischten-gefuehlen-auf-reisen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/17/mit-gemischten-gefuehlen-auf-reisen/">Mit gemischten Gefühlen auf Reisen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher hatte ich nur Verachtung übrig, wenn ich las, wohin meine Journi-Kollegen jeweils gratis und franko verreist waren, um mit einer Reisereportage für ihr Blatt zurückzukehren. Nun mache ich es selber – und weiss nicht, ob ich mich auf die Pressereise nach Estland freuen oder dafür schämen soll.<br />
<span id="more-24577"></span><br />
Als Redaktorin der «Tierwelt» bin ich unter anderem für das Ressort «Reisen» verantwortlich. Einmal im Monat stellen wir in dieser Rubrik eine Reportage aus einem für unsere Leser interessanten Reisegebiet vor. Aus Ländern also, die Tier- und Naturliebhabern etwas zu bieten haben. Dafür greifen wir auf Angebote von Reisejournalisten zurück, die uns ihre Reportagen anbieten. Oder aber die «Tierwelt»-Redaktoren gehen selbst auf Reisen.</p>
<p>Nun bin ich an der Reihe: Ich fliege heute für vier Tage nach Estland. Nach einer Nacht in Tallinn gehts in Begleitung einer Reiseleiterin in einen Nationalpark an der Westküste des Landes, wo sich gerade massenhaft Zugvögel beobachten lassen. Tags darauf gehts in den Osten des Landes zur nächtlichen Bärenbeobachtung. Am letzten Tag folgt Entspannung auf einem Gutshof nahe Tallinn, bis der Flug via Helsinki zurück nach Zürich wartet.</p>
<p>Anders als bei Ferieneisen, trete ich diese mit gemischten Gefühlen an. Zum Einen freue ich mich riesig auf das Baltikum – ein Gebiet, das ich nach zwei privaten Finnlandreisen schon lange im Visier hatte. Wenn da nicht der fade Beigeschmack wäre: Habe ich meine Ferien in fernen Ländern bisher aus der eigenen Tasche finanziert, reise ich dieses Mal nicht auf meine Kosten. Bezahlt wird die Reise von der Tourismusorganisation Estlands. Die dürfte allein für Flug und drei Übernachtungen geschätzt um die 700 Franken aufwenden; was die Reisebegleitung für die vier Tage kostet, weiss ich nicht. Dafür kriege ich vom Verlag zwei Arbeitstage bezahlt.</p>
<p>Ich lasse mich also kaufen von einer Tourismusorganisation, damit ich den «Tierwelt»-LesernEstland schmackhaft mache. Der Gedanke wird mich auf der Reise und darüber hinaus unangenehm begleiten. Während das Teufelchen auf der linken Schulter mir Verrat am Beruf und Käuflichkeit vorwirft, versucht mich das Engelchen auf der linken zu besänftigen: «Du schreibst nur, was Du wirklich erlebst und ermöglichst den Lesern damit einen unverstellten Blick in ein Land, das ihnen bisher wahrscheinlich unbekannt blieb.»</p>
<p>Das Gewissen beruhigt ausserdem, dass ich auf dem Anmeldeformular die Frage, ob ich die Hotels namentlich erwähnen werde, mit einem dicken, fetten «Nein» beantwortet habe. Was unsere Leser interessiert, sind nicht die Hotelanlagen oder das kulinarische Angebot, sondern die Tiere, die Landschaft und die Natur. Und die können mich nicht bestechen; sie sind oder sie sind nicht. So werde ich auch mit einem kritischen Blick durch Estland reisen. Wie wird mit der Natur in Estland umgegangen? Und was mich vor allem interessiert: Wie authentisch ist die Bärenbeobachtung im Osten des Landes, wo damit geworben wird, dass die Sichtung eines Braunbären sehr wahrscheinlich ist? Ausserdem werde ich im Text für Transparenz sorgen und erwähnen, unter welchen Umständen die Reise zustande kam: «mit freundlicher Unterstützung von XY». Ausserdem wird mich mein Freund auf der Reise begleiten und dabei die vollen Kosten übernehmen, die wir dann zu zweit tragen. So ganz kostenlos ist der Spass für mich also doch nicht.</p>
<p>Insofern – so rede ich mir zumindest ein – dürfte sich meine Pressereise durchaus von jenen unterscheiden, die ich einst so argwöhnisch beäugt habe. Wenn beispielsweise Lokaljournalisten nach Miami reisen, um dann in ihrem Blatt vom bezahlten Hotel und dem gesponserten Essen zu schwärmen. Oder sich vom Autohersteller X zur Vorstellung des Modells Y nach Cannes einladen lassen, um dann über die PS und das Design der Neuheit zu schreiben. In diesen Fällen erschliesst sich mir die Relevanz der Reisereportagen für die Leserschaft nur schwer. Wenigstens in diesem Punkt kann ich ohne schlechtes Gewissen behaupten: Egal, von wem sie bezahlt wird, meine Reise zu Vögeln, Bären, Elchen und Bibern in Estland dürfte die «Tierwelt»-Leserschaft interessieren. Und darüber zumindest freue ich mich aufrichtig.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/17/mit-gemischten-gefuehlen-auf-reisen/">Mit gemischten Gefühlen auf Reisen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2015/05/17/mit-gemischten-gefuehlen-auf-reisen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Journalismus als Antidot</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/01/journalismus-als-antidot/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Mattern]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2015 14:26:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenrpopaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Lettland]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Baltikum]]></category>
		<category><![CDATA[Estland]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=24404</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gibt es einen Ausweg aus der Propaganda-Spirale im Konflikt zwischen «dem Westen» und Russland? In den baltischen Staaten entstehen gerade Initiativen, die unabhängigen Journalismus unter Einbezug der russischsprachigen Bevölkerung den Sendern aus Moskau entgegenstellen. Die Diskussion um den Einfluss der russischen Medien haben im Baltikum eine ganz andere Qualität als in Westeuropa. Während hierzulande Sender <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/01/journalismus-als-antidot/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/01/journalismus-als-antidot/">Journalismus als Antidot</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es einen Ausweg aus der Propaganda-Spirale im Konflikt zwischen «dem Westen» und Russland? In den baltischen Staaten entstehen gerade Initiativen, die unabhängigen Journalismus unter Einbezug der russischsprachigen Bevölkerung den Sendern aus Moskau entgegenstellen.<br />
<span id="more-24404"></span><br />
Die Diskussion um den Einfluss der russischen Medien haben im Baltikum eine ganz andere Qualität als in Westeuropa. Während hierzulande Sender wie «Russia Today» und «Sputnik» lediglich die Berichterstattung der etablierten Medien herauszufordern versuchen, stellen russische Medien in den baltischen Ländern eine Bedrohung für die gesellschaftliche Ordnung dar.</p>
<p>In Lettland und Estland macht der russischstämmige (oder aus einer anderen Ethnie der früheren Sowjetunion entstammende) Teil der etwa 25 bis 30 Prozent aus, in Litauen sind es fünf Prozent. Vor allem den älteren von ihnen fehlen die vollen Bürgerrechte – sie müssten dazu einen Sprachtest in der jeweiligen Landessprache bestehen.</p>
<p>Diese Ungerechtigkeit thematisieren die kremlnahen Medien, fügen jedoch Unwahrheiten hinzu, wie vermeintliche Verbote der Russischsprechens, und machen so Stimmung gegen die Regierungen, innerhalb und ausserhalb der baltischen Länder.</p>
<p><strong>Die Russen freuts nicht</strong><br />
Um die russischsprachige Bevölkerung stärker einzubinden, wollen Lettland und Estland jeweils einen russischsprachigen und integrativen Fernsehkanal zum Rahmen ihrer öffentlich-rechtlichen Medien anbieten. Deren Erfolg oder Misserfolg könnte durchaus über (relativem) Frieden oder Unfrieden in den beiden baltischen Staaten entscheiden. Von russischer Seite wird das Bestreben nicht begrüsst. Der stellvertretende russische Aussenminister Alexey Meshkov spricht von «Gegenpropaganda» und einem <a href="http://en.delfi.lt/eu/russia-pans-lithuanias-counter-propaganda-initiative-in-eu.d?id=66887890" target="_blank">«Angriff auf die Meinungsfreiheit»</a>.</p>
<p>Die Idee zu einem neuen Sender für die russischsprachige Minderheit in den beiden baltischen Staaten kam nach der russischen Annexion der Krim auf. Die Berichterstattung des russischen Fernsehens über die Vorgänge auf der Schwarzmeerhalbinsel offenbarte den Propagandacharakter der Sender. So verschwiegen sie den Bruch des Völkerrechts oder redeten ihn klein. Das Unabhängigkeitsreferendum stellten sie als Akt der demokratischen Selbstbestimmung dar.</p>
<p>Anfang April 2014 verbot darum die <a href="http://www.rtk.lt/en/ " target="_blank">«Litauische Kommission für Radio und TV»</a> (LTCE) die Ausstrahlung von RTR Planeta, die «Lettische Kommission für elektronische Massenmedien» (NEPLP) die Ausstrahlung mehrerer russischer Sender für drei Monate. Anfang April 2015 hat Litauen RTR Planeta auf den Index gesetzt, Doch Verbote allein sind keine Lösung.</p>
<p><strong>Propagandafrei die Geschehnisse reflektieren</strong><br />
Der Chef des lettischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens LTV, Ivars Belte, verkündigte die Notwendigkeit eines «propagandafreien» russischsprachigen Fernsehens, das «objektiv die Geschehnisse reflektiert» und forderte die baltischen Nachbarländer <a href="http://www.baltic-course.com/eng/markets_and_companies/?doc=90031 " target="_blank">zur Mitarbeit auf</a>. Die Unterstützung der lettischen Ministerien und die prinzipielle Einverständnis der Nachbarländer konnte er schnell gewinnen. Doch es gibt auch Bedenken, ob das alleine überhaupt zu bewältigen wäre.</p>
<p>So sah in Estland der ehemalige Journalist und Mitglied der estnischen konservativen Partei Pro-Patria, Anvar Samost, die Zukunft in einer Zusammenarbeit mit der EU. Er fürchtete, dass sich Estland <a href="http://www.baltic-course.com/eng/markets_and_companies/?doc=90631&amp;underline=Ivars+Belte" target="_blank">finanziell übernehmen werde</a> mit eigenen Projekten.</p>
<p>Die Kooperation mit der EU in Medienfragen wurde zwar von den baltischen Ländern mehrfach angefordert, auch vermittelte Lettland, das derzeit den Vorsitz des Europäischen Rats innehat, immer wieder die Notwendigkeit eines solchen Fernsehkanals. Seit Ende März arbeiten in Brüssel Kommunikationsexperten an einer Gegenstrategie zur Desinformation aus Russland, dazu soll auch ein russischsprachiger Kanal gehören. Im Juni <a href="http://www.euractiv.com/sections/global-europe/eu-launches-operation-counter-russian-propaganda-313099" target="_blank">soll der Plan stehen</a>. Aber solange können die baltischen Länder nicht warten. In Estland soll schon am 28. September gesendet werden, für Lettland gibt es Terminvorschläge für dieses und das kommende Jahr.</p>
<p><strong>Estland und Lettland kooperieren</strong><br />
Der öffentliche Rundfunk Estlands (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eesti_Rahvusringh%C3%A4%C3%A4ling" target="_blank">Eesti Rahvusringhääling, ERR</a>) und Lettlands (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Latvijas_Telev%C4%ABzija" target="_blank">Latvijas Televīzija, LTV</a>) schaffen gerade jeweils einen russischsprachigen Kanal, die sich im Design gleichen und in Inhalten ähneln sollen. Im vergangenen März haben die beiden Sender einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, mit dem Ziel einen gemeinsamem lettisch-estnischen <a href="http://bnn-news.com/latvia-estonia-unite-create-joint-russian-television-channel-127389" target="_blank">Kanal zu entwickeln</a>.</p>
<p>Beide Länder sollen für diese Projekte zudem Unterstützung von deutscher Seite erhalten, so das Versprechen des deutschen Aussenministers Frank Walter Steinmeier im April. Auch steht eine Kooperation mit dem deutschen Auslandssender Deutsche Welle in Aussicht.</p>
<p>Estland ist mit der Entwicklung seines Projekts fortgeschrittener, die Regierung gab im November 2014 grünes Licht und bewilligte für den Kanal, der ETV+ heissen soll, ein Budget von 2,53 Millionen Euro für 2015.</p>
<p><strong>In die Programmgestaltung einbeziehen</strong><br />
Der Berichterstattung der russischen Staatsmedien, welche die Diskriminierungen der Russen in Estland betont, will Darja Saar, die Programmchefin von ETV+, Geschichten von Russischstämmigen entgegenstellen, die von einem «erfolgreichen und glücklichen Leben» in Estland erzählen. Der Sender will dazu die ussischsprachige Bevölkerung aktiv in die <a href="http://news.err.ee/v/7c80e7e7-4453-4ecc-ad8f-a78c5b03ea5d" target="_blank">Programmgestaltung einbeziehen</a>. Der Kanal werde «integrierend» sein und der Minderheit eine Möglichkeit der «Selbstverwirklichung» bieten.</p>
<p>Gerade letzteres ist ein entscheidender Punkt für den Erfolg des Senders: Erhalten jene Einwohner, die sich primär als Russen verstehen, die Gelegenheit, über ihre Schwierigkeiten und Nöte offen zu sprechen, die sonst nur indirekt in russischsprachigen Medien in Estland und Russland artikuliert werden, dann hat der Kanal die Chance, auf Resonanz zu stossen.</p>
<p>Die Sendergestaltung begann zumindest basisdemokratisc: Anfang des Jahres lud ERR, der öffentlich-rechtliche Rundfunk Estlands, die russischstämmige Bevölkerung in den Sender um sie nach der Ausrichtung des neuen Kanals <a href="http://www.stena.ee/blog/diskussiya-v-talline-kakim-dolzhen-byt-%C2%ABpravilnyj%C2%BB-telekanal-dlya-russkih-v-estonii-polnoe-vide" target="_blank">zu befragen</a>. Dabei artikulierte das vornehmlich ältere Publikum, dass es keine Gegenpropaganda zu den russischen Sendern wünsche. Mittels eines <a href="http://news.err.ee/v/7c80e7e7-4453-4ecc-ad8f-a78c5b03ea5d" target="_blank">«Crossmedia-Hackathon»</a> kann sich im Mai dann jeder estnischer Staatsbürger mit Ideen für den neuen Sender einbringen. Die russischsprachigen Zeitungen Estlands haben die Initiative bislang mit einer sachlich gehaltenen Berichterstattung verfolgt.</p>
<p><strong>«Nicht mit Gegenpropaganda reagieren»</strong><br />
Auch in Lettland, versicherte Ivars Belte, Vorsitzender der öffentlich-rechtlichen Fernsehgesellschaft LTV, und treibende Kraft des Projekts, man wolle auf <a href="http://www.ves.lv/obshhestvennoe-tv/" target="_blank">«Propaganda nicht mit Gegenpropaganda reagieren»</a>.</p>
<p>Im Lettischen Fernsehen gibt es mit LTV7 bereits einen Kanal, der neben Sport auch russischsprachige Inhalte anbietet, die jedoch nicht die Bedürfnisse der russischsprachigen Zuschauer im Speziellen ansprechen. Kritische Stimmen, so auch die russischsprachige Zeitung «Vesti», bemängeln die einseitige Mainstream-Ausrichtung von LTV, die es bisher vermieden habe, gesellschaftliche Konflikte anzusprechen.</p>
<p>Das Programm des künftigen Kanals bestreiten russischsprachigen Autoren, die Redakteure wollen sich via Social Media bemühen, mit der jüngeren Generation der Russischsprachigen in Kontakt zu treten. Zudem soll es ein Regionalprogramm für Lettgallen, den Osten des Landes geben, wo das Gros der Russischstämmigen lebt. Die Kosten des Kanals werden je nach Quelle auf rund fünf Millionen Euro pro Jahr taxiert.</p>
<p>Um «Medienvielfalt und Pluralismus» des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu garantieren, wurde im Kulturministerium zudem ein Referat für Medienpolitik gegründet, wie das in den meisten EU-Ländern üblich ist.</p>
<p><strong>Kritik: kostet zu viel</strong><br />
Doch die Idee eines russischsprachige Kanals erfährt auch Gegenwind. Von Seiten der Grünen, die nicht an der Mitte-Rechts-Koalition beteiligt sind, wird das Projekt als «Traumschloss» bezeichnet, für das unsinnig Gelder aufgewendet werde, das anderswo gebraucht werde. Und auch die Kulturministerin erklärt in einem Interview ganz offen, dass ein russischer Sender der Idee der Integration widersprechet und so «die lettische Sprache und Kultur <a href="http://nra.lv/latvija/138924-melbarde-jastiprina-jau-esosie-mediji-nevis-javeido-jauns.htm" target="_blank">einem Risiko ausgesetzt wird</a>».</p>
<p>Das russische Webportal Rubaltic, das die Situation in den baltischen Ländern analysiert, glaubt, dass gerade in diesem Misstrauen das Projekt vor der Geburt schon <a href="http://www.rubaltic.ru/article/politika-i-obshchestvo/06042015-TV" target="_blank">zum Scheitern verurteilt sei</a>.</p>
<p>Die lettischsprachigen Eliten in Politik und Medien wären an einer wirklichen Annäherung an den russischsprachigen Teil der Bevölkerung nicht interessiert.</p>
<p>Die Russische Föderation wird die Medieninitiative jedenfalls nicht unbeantwortet lassen. Das Medienprojekt «Sputnik» <a href="http://www.baltic-course.com/eng/markets_and_companies/?doc=102620" target="_blank">sucht seit Februar</a> <a href="http://en.delfi.lt/nordic-baltic/russias-propaganda-channel-sputnik-recruiting-journalists-in-latvia.d?id=67258334" target="_blank">estnisch- und lettischsprachige</a> Internet-und Radiojournalisten.  Zumindest in Estland soll Sputnik bislang (Ende April) <a href="http://baltictimes.delfi.lv/new_russian_channel_sputnik_news_fails_to_recruit_journalists_in_tallinn/" target="_blank">keinen Erfolg</a> bei der Akquise haben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/01/journalismus-als-antidot/">Journalismus als Antidot</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
