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	<title>Forumszeitung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Das Märchen der Objektivität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 10:40:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Journalisten werden menschliche Neigungen offenbar ignoriert. Man nimmt an, es handle sich bei ihnen um Personen ohne Machtstreben, die nur der Wahrheit verpflichtet sind. Nehmen wir Matthias Aebischer: Während 18 Jahren arbeitete er als Moderator und Redaktor völlig neutral für das Schweizer Fernsehen, unter anderem für die durchaus politischen Formate “Tagesschau” und “Club”. Im <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">Das Märchen der Objektivität</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Journalisten werden menschliche Neigungen offenbar ignoriert. Man nimmt an, es handle sich bei ihnen um Personen ohne Machtstreben, die nur der Wahrheit verpflichtet sind. Nehmen wir Matthias Aebischer: Während 18 Jahren arbeitete er als Moderator und Redaktor völlig neutral für das Schweizer Fernsehen, unter anderem für die durchaus politischen Formate “Tagesschau” und “Club”. Im Herbst kandidiert er im Namen der Sozialdemokraten für einen Nationalratssitz. Warum? Die SP habe “ganz klar die edelsten Anliegen aller Parteien”, sagte er <a href="http://www.20min.ch/news/schweiz/story/23973962" target="_blank">20min.ch</a>. Es ist anzunehmen, dass diese Meinung auch in den Jahren seines stets ausgewogenen Schaffens für das Fernsehen vorgeherrscht hat.<span id="more-294"></span></p>
<p>Wie es genau ist mit den Journalisten und der Wahrheit, weiss keiner so genau, denn ihre Arbeit unterliegt so wenigen Kontrollen wie kaum eine andere. Der Presserat, einige Vereine und ein paar Medienblogs üben sich unter Ausschluss der grossen Öffentlichkeit in Medienkritik, viel mehr gibt es nicht. Auf den Podien der Branche, in den Blattkritik-Konferenzen der Redaktionen, wo diese Fragen diskutiert werden könnten, sitzen in aller Regel nur Leute, die sich gegenseitig gut kennen und gut zureden. Gepflegt wird in den meisten Fällen oberflächliches Wohlwollen, denn in der kleinen Deutschschweizer Medienszene könnte jeder Kritisierte der nächste Chef sein.</p>
<p>Es braucht keine Ausbildung, keine Zertifikate, keine Prüfungen, um als Journalist zu arbeiten. Einfach jeder, der publiziert und Geld dafür erhält, darf sich Journalist nennen. Und das ist gut so, denn nur, wenn der Journalistenberuf keinen Beschränkungen unterworfen ist, kann die Pressefreiheit gewährt werden.</p>
<p>Das Publikum neigt dazu, jenen Medien, die es aus Überzeugung regelmässig konsumiert, Glauben zu schenken. Andere Medien, die vielleicht das Gegenteil behaupten, werden oft gar nicht mehr wahrgenommen. Ein undifferenziertes Vorgehen, aber wer kann sich schon seinen Sympathien und Abneigungen ganz erwehren? Um ein Beispiel zu bringen: Ich kenne viele Leute, die bei jeder Gelegenheit auf die “Weltwoche” schimpfen, allerdings seit Jahren keine Ausgabe gelesen haben. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die eine “WOZ” nicht mal mit der Pinzette anfassen würden. Und in beiden finden sich lesenswerte und fragwürdige Storys.</p>
<p>Die Wahrheit liegt, wie immer, dazwischen. Das wissen auch die Konsumenten, die besonders in der Schweiz keineswegs zu Extremen neigen. Jene Zeitungen, die sich “Forumszeitungen” nennen, kommen diesem Wunsch nach Ausgewogenheit entgegen aus handfesten Gründen.</p>
<p>Journalisten wählen mehrheitlich links und grün, das ergeben Umfragen regelmässig. Die von ihnen erstellten Zeitungen nennen sich Forumszeitungen, weil auch die politisch nicht linksgrün orientierten Konsumenten zum Kauf der Zeitung motiviert werden sollen. Die hinter der Zeitung stehenden Aktiengesellschaften haben vor allem ein Ziel: Mit der Zeitung Geld zu erwirtschaften. Dass sich vorwiegend gewinnorientierte Verlagsprodukte trotzdem Mühe geben, sich an die Fakten zu halten, hat mehr mit Glaubwürdigkeit zu tun, weniger mit Sendungsbewusstsein.</p>
<p>Und ja, es ist ein Glück, dass es in der Schweiz kaum Medien gibt, die Fakten gänzlich ignorieren, um eine Meinung zu transportieren, so wie es etwa der US-TV-Sender  “Fox News” tut. In einer politischen und wirtschaftlichen Krise könnte sich das aber schnell ändern. Um so wichtiger werden dann Beobachter, die imstande sind, Fakten richtig zu stellen.</p>
<p>Journalisten, die eine Meinung und daraus erfolgende Interessen vertreten, sollten diese öffentlich machen. Raum dafür wäre allgemein im eigenen Blog oder konkret als Nachbemerkung im journalistischen Produkt. Das ist transparent und dem Leser gegenüber ehrlich. Die eigenen Neigungen dauernd zu verleugnen und sich und seine Produkte als hehrer Ort der Objektivität zu bezeichnen, ist verlogen. <a href="http://www.npr.org/2011/01/05/132658246/american-medias-true-ideology-avoiding-one" target="_blank">Journalistikprofessor Jay Rosen sagte kürzlich</a>: “Journalisten sind nicht sehr gut darin, alle ihre Vorlieben und Neigungen aus ihren Berichten zu entfernen. Sie sollten nicht sagen, sie können das, weil es den meisten Leuten auf der Empfängerseite sehr klar ist, dass sie dauernd daran scheitern.”</p>
<p>Keinen Standpunkt hat nur, wer schwebt. Keine Meinung haben nur Menschen, die sich mit einem Thema (noch) nicht befasst haben. Journalisten gehören da, wenn sie ihren Job richtig machen, nicht dazu.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">Das Märchen der Objektivität</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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