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	<title>Fritz+Fränzi | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Und plötzlich arbeitslos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2015 07:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was es heisst, unerwartet die Stelle zu verlieren: Vor einem Jahr traf es unseren Kolumnisten, nachdem er den Chefredaktorenposten von Radio 1 verlassen hatte. Wie hat er die Zeit danach erlebt? Was half ihm, die Arbeitslosigkeit durchzuhalten? Und wie fand er schliesslich zum Schweizer ElternMagazin? Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu ertragen, schrieb <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/24/und-ploetzlich-arbeitslos/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was es heisst, unerwartet die Stelle zu verlieren: Vor einem Jahr traf es unseren Kolumnisten, nachdem er den Chefredaktorenposten von Radio 1 verlassen hatte. Wie hat er die Zeit danach erlebt? Was half ihm, die Arbeitslosigkeit durchzuhalten? Und wie fand er schliesslich zum Schweizer ElternMagazin?<br />
<span id="more-25508"></span><br />
Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu ertragen, schrieb einst Immanuel Kant: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.</p>
<p>Ich habe oft an diesen Satz denken müssen, als ich ohne Arbeit war. Die Hoffnung, der Schlaf, das Lachen – es sind die Dinge, die einem gerne mal abhanden kommen, wenn man arbeitslos ist. Ein Jahr ist das nun her. Die Erinnerung an diese Zeit hat sich in mir eingebrannt.</p>
<p>Ohne Arbeit. Ein relativer Begriff. Arbeit ist ja irgendwie immer, gerade als Vater von zwei kleinen Strolchen. Aber das zählt ja nicht, zumindest in Teilen der Gesellschaft. Gemessen wird man daran, was man beruflich macht. Wie viel Geld man verdient. Was man in seinem Job als Journalist bewegt.</p>
<p>Plötzlich ohne Arbeit. Ohne Aufgabe. Ohne Einkommen. Die Gefühle fahren Karussell. Frustration, Wut, weil man gescheitert ist, sich nutzlos fühlt; Selbstzweifel, weil man sich fragt, was habe ich falsch gemacht; Selbstmitleid, weil man denkt, die anderen sind schuld. Und schliesslich: Ohnmacht, Zukunftsangst.</p>
<p>Der letzte Gedanke am Abend, der erste Gedanke am morgen: wie geht es weiter. Ich schaue in die Mails, wieder nichts, keine Anfrage, keine Einladung zu einem Gespräch. Wen könnte ich noch anschreiben, wen anrufen? Ich will kein Mitleid. Nur ein bisschen Respekt. Ich habe 25 Jahre Berufserfahrung, habe grosse Titel verantwortet, Millionenbudgets verwaltet, Leute ausgebildet, habe einen Nobelpreisträger, den Dalai Lama und den ersten Mann auf dem Mond interviewt, aber was zählt das schon, wenn man in diesen Zeiten einen Job sucht, wo vor allem digitale Eingeborene gefragt sind.</p>
<p>Ich diszipliniere mich. Stehe um 6 Uhr auf. Frühstücke mit den Kindern, bringe sie in die Krippe, lasse mir meine Sorgen nicht anmerken. Die Kinder finden es toll, dass der Papi soviel Zeit hat, er arbeitet eben von zuhause aus, was ist schon dabei, er sitzt viel am Computer, am Telefon. Nicht wie andere Väter, die morgens früh weg sind und abends nach Hause kommen, wenn die Kinder schon schlafen.</p>
<p>Du musst unter die Leute, raten Freunde, aber was wissen die schon. Immer dieselben Fragen: Wo hast Du dich beworben? Was machst du jetzt? Hat sich die Redaktion, der Verlag schon gemeldet? Immer dieselben Tipps: Mach Dich doch selbstständig. Wechsele in die Kommunikation. Werde Hausmann! Und immer dieselben aufmunternden Worte: Also um Dich mach ich mir überhaupt gar keine Sorgen, Du mit Deinen Erfahrungen.</p>
<p>Aber ICH mach mir Sorgen, verdammt noch mal!</p>
<p>Dann eben Seitenwechsel. Kommunikationsbranche. Die brauchen doch Leute, die kommunizieren, schreiben, reden können. Kreative Köpfe, die strategisch denken, lange Arbeitstage locker wegstecken, sich mit schwierigen Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden herumschlagen. Ich melde mich bei den zehn grössten Agenturen, schreibe pfiffige Bewerbungen und werde von den meisten sofort und herzlich empfangen. Geht es aber um einen konkreten Job, werden Brillenträger hinter ihren Schreibtischen einsilbig: Da ist grad kein Budget, da sind grad grosse Umstrukturierungen, das passt grad schlecht. Aber wir melden uns. Natürlich meldet sich niemand.</p>
<p>Zurück zum RAV. Das was mir da gegenüber sitzt, nennt sich Berater. Der Berater beschränkt sich darauf, sinnfreie Fragen zu stellen, endlos Formulare auszufüllen. Kein Blickkontakt, kein Interesse wie es mir geht, keine Empathie. Ich lege zwei Dutzend Nachweise über Gespräche und Bewerbungen auf den Tisch. Der Berater klatscht in die Hände und sagt – so Herr Niethammer, jetzt legen wir aber mal richtig los. Und dann sagt er diesen Satz, den ich in meinem Leben nicht vergessen werde: „Sie bewerben sich ab sofort auf jede freie CEO-Stelle eines KMU.“ Wie, jetzt? Auf jede? Auch auf die Geschäftsführung einer Schraubenfabrik?“ „Ja, auch auf die! “</p>
<p>Das Resultat überrascht so wenig wie die Tatsache, dass am Morgen die Sonne aufgeht. Ich erhalte ausschliesslich Absagen, kübelweise. Wahlweise bin ich überqualifiziert, unterqualifiziert, zu alt (immerhin wählen die Personalberater die weniger harte Formulierung „Wir haben uns für einen jüngeren Bewerber entschieden“), zu teuer.</p>
<p>Dann also muss es ein Headhunter richten. Ein eigenes Volk, diese Kopfjäger. Sie arbeiten nach dem Prinzip Hoffnung. Einer sagt; lassen Sie das für mich regeln, dann schwafelt er etwas von „in zwei Wochen habe ich drei Jobs für sie“, dann hör ich nichts mehr. Ich frage nach, irgendwie ist es plötzlich kompliziert, eine wichtige Kontaktperson in den Ferien, eine andere krank, man würde sich melden, niemand meldet sich, es ist zum Kotzen.</p>
<p>Dann also die sozialen Netzwerke befeuern, sich auf Xing und LinkedIn vernetzen, sich bemerkbar machen, die Visibilität erhöhen, wie es ein Personalberater in seinem schlecht sitzenden Anzug so schön formuliert. Sein erster Rat: sie dürfen auf keinen Fall ihre Lohnansprüche reduzieren, da kommen sie sonst nie mehr hoch. Dann sagt er noch diesen Satz, der jeden Bewerber besonders motiviert: Schön, dass Sie meine Dienste in Anspruch nehmen, aber eigentlich hätten sie vor zehn Jahren hier aufschlagen sollen.</p>
<p>Dann wieder Bewerbungsgespräche. Bisher sass ich immer auf der anderen Seite, habe Dutzende Kandidaten befragt, habe ihre Unterlagen geprüft und beim Händedruck gewusst, der ist es, und der nicht. Also ein frisches Hemd angezogen, die Unterlagen nochmals sortiert, auf alle, wirklich alle Fragen eine Antwort parat. Und dann sagt der Personalchef: Sie waren doch Chef der Schweizer Illustrierten, sagen Sie mal, wie ist Melanie Winiger so privat?</p>
<p>Das alles ist ein Jahr her. Heute bin ich sehr glücklich mit meiner neuen Aufgabe beim Schweizer ElternMagazin. Ich führe ein kleines feines Team, verantworte ein grossartiges Produkt und beschäftige mich beinahe ausschliesslich mit nachhaltigen, relevanten Themen. Kontaktiert worden bin ich übrigens für die neue Stelle via – Facebook.</p>
<p>Ich habe die schwierigste Zeit in meinem Berufsleben ohne Trauma überstanden. Dank meiner Familie, meinen Freunden. Meinem Glauben, dass immer irgendwo eine Türe aufgeht, wenn eine andere zuschlägt. Geholfen haben mir aber auch ein paar Leitsätze, die ich eisern befolgt habe, und die ich an dieser Stelle gerne weitergebe:</p>
<p>Bleib hellwach, hungrig, gut informiert und vernetzt.<br />
Halte Dich fit, geistig und körperlich.<br />
Sei ehrlich. Im Gespräch. Und zu Dir selbst.<br />
Versuch mindestens einmal am Tag zu lachen.<br />
Hilf Dir selbst. Sonst hilft dir keiner. Schon gar nicht das Arbeitsamt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/24/und-ploetzlich-arbeitslos/">Und plötzlich arbeitslos</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Es geht ganz gut ohne Krisenmanagement</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2015 11:39:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Fritz+Fränzi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich habe ich ein Kreuz an die Decke gemalt. Es war der Tag, an dem der Fake-Skandal um die Reality-Show «Newtopia» ins Netz schwappte. Und wissen Sie warum? Weil ich mich entspannt zurücklehnen und mitverfolgen konnte, wie sich die Verantwortlichen des deutschen Privatsenders Sat.1 und der Produktionsfirma Talpa um Kopf und Kragen redeten. Vor wenigen <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/20/es-geht-ganz-gut-ohne-krisenmanagement/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich habe ich ein Kreuz an die Decke gemalt. Es war der Tag, an dem der Fake-Skandal um die <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/newtopia-sat-1-sendung-unter-fake-verdacht-a-1028368.html" target="_blank">Reality-Show «Newtopia»</a> ins Netz schwappte. Und wissen Sie warum? Weil ich mich entspannt zurücklehnen und mitverfolgen konnte, wie sich die Verantwortlichen des deutschen Privatsenders Sat.1 und der Produktionsfirma Talpa um Kopf und Kragen redeten.<br />
<span id="more-24325"></span><br />
Vor wenigen Jahren hätte ich als Chefredaktor des Senders noch selber Krisenmanagment betreiben müssen. Und klar, ich hätte das TV-Experiment mit den 15 Pionieren, die angeblich ohne Hilfe von aussen eine neue Gesellschaft erschaffen wollen, durch alle Böden verteidigt. Dabei ist der Fall so klar wie Klossbrühe: das Publikum wurde vom Sender und der Produktion belogen und betrogen. Wer glaubt, dass Reality-Fernsehen ohne Absprachen auskommt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.</p>
<p>Haben Sie sich das neue Klatschformat <a href="http://www.telezueri.ch/show-boser-boeser" target="_blank">«Boser &amp; Böser»</a> auf TeleZüri angetan? Für sie gehe ein Traum in Erfüllung, schwärmte Moderatorin Patricia Boser vor der Premiere: «Ich habe ein ganzes Jahr am Konzept der Sendung gearbeitet.» Man möchte Patty zurufen: Du hättest besser noch ein Jahr drangehängt. Der Talk war ungefähr an keiner Stelle frech oder gar hemmungslos; er war sterbenslangweilig. Vor 20 Jahren hätte ich das vermutlich anders gesehen: als damaliger Programmchef von TeleZüri hätte ich die Fahne hochgehalten für das Format und gegen die «ewigen Stänkerer und Besserwisser» verteidigt.</p>
<p>Wie 2004, als der damalige Geschäftsführer von Sat.1, Roger Schawinski, <a href="http://www.wunschliste.de/serie/klatsch-tv" target="_blank">«Klatsch TV»</a> erfand. Die Sendung lief Montag bis Freitag um 11.30 Uhr, wurde von Jenny Elvers-Elberzhagen moderiert, von der Presse gnadenlos runtergeschrieben und nach sechs Monaten abgesetzt. Obwohl die Teilnehmer täglich den Tabubruch inszenierten: Einmal lästerte die deutsche Entertainerin Désirée Nick über Harald Juhnkes Ehefrau, wurde aus der Show geschmissen und wenig später wieder engagiert. Worauf sie – in der Live-Sendung wohlverstanden – über die Moderatorin herfiel und wieder gefeuert wurde. Als verantwortlicher Magazinchef war ich empört, dass man das Format flach und banal finden konnte und habe mich bis zur letzten Klappe schützend vor dieses «grosse Stück Fernsehgeschichte» gestellt.</p>
<p>Ich könne die Liste beliebig fortsetzen. Bevor Sie fragen: ja, ich habe jeden meiner Jobs geliebt, bin stolz, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen gearbeitet zu haben, die mit Herzblut und Leidenschaft ans Werk gingen. Und umgekehrt schätzen sie es, dass ich mich stets auf ihre Seite geschlagen, sie vor übellaunigen Kritikern und undankbaren Zuschauern in Schutz genommen habe. Wie das ein Chef so macht, wenn er ein guter Chef sein will. Ich bin dankbar für jede dieser Erfahrungen, auch wenn der persönliche Geschmack manchmal hinten anstehen musste. Das war Teil des Jobs.</p>
<p>Und heute? Heute mache ich ein Kreuz an die Decke, weil ich für ein Magazin arbeite, das meinen Qualitätsansprüchen, meinen Interessen, meinem journalistischen Selbstverständnis noch mehr entspricht. Es ist unglaublich entspannend, nicht daran gemessen zu werden, ob man es schafft, eine News 30 Sekunden vor der Konkurrenz in die Welt hinaus zu blasen. Was für eine Genugtuung, sich mit Themen zu beschäftigen, die im wahrsten Sinn des Wortes nach-halten. Was für eine Wohltat, Leuten nicht mehr auf die Füsse treten zu müssen, ihnen Verfehlungen nachzuweisen. Übrigens: ja, ich hätte den Namen des Co-Piloten des Germanwings-Todesflugs auch genannt; nein, ich fand die Berichterstattung in einigen Medien nicht anständig, einfach deshalb, weil anständige Journalisten Menschen in Ruhe trauern lassen und sie nicht bedrängen. Aber: die meisten Kolleginnen und Kollegen haben in diesen dramatischen Tagen ganz wunderbare, herausragende Arbeit geleistet. Meinen grossen Respekt dafür.</p>
<p>Auch wenn die Arbeit beim <a href="http://www.fritzundfraenzi.ch/" target="_blank">«Schweizer Eltern Magazin Fritz+Fränzi» </a>nicht nur eitel Sonnenschein ist; ich schätze das entschleunigte Arbeiten bei einem Monatsmagazin ungemein. Oder wann haben Sie sich zum letzten Mal auf ein Gespräch vorbereitet, indem sie in Ruhe ein Buch gelesen haben – und gleich noch eins? Wann haben Sie sich zuletzt zwei Stunden Zeit für ein Interview nehmen können? Und wann haben Sie zuletzt ihre eigene Zeitung, Ihr Magazin durchgeblättert und gedacht: Soviele Geschichten, die begeistern, soviele Texte, die Mehrwert bieten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/20/es-geht-ganz-gut-ohne-krisenmanagement/">Es geht ganz gut ohne Krisenmanagement</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Tun wir das Richtige?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/01/tun-wir-das-richtige/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2014 08:23:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Nik Niethammer tritt in diesen Tagen einen neuen Job an. Er übernimmt die Chefredaktion von Fritz+Fränzi, dem grössten Elternmagazin der Schweiz, in Zürich. Die neue Aufgabe bedeutet: viel Freude. Viel Ehre. Und viele Fragen, 99 Fragen. Wie wird mein erster Arbeitstag? Freut man sich auf mich? Was weiss ich von meinen Kolleginnen, meinen <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/01/tun-wir-das-richtige/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Nik Niethammer tritt in diesen Tagen einen neuen Job an. Er übernimmt die Chefredaktion von Fritz+Fränzi, dem grössten Elternmagazin der Schweiz, in Zürich. Die neue Aufgabe bedeutet: viel Freude. Viel Ehre. Und viele Fragen, 99 Fragen.<br />
<span id="more-22305"></span><br />
Wie wird mein erster Arbeitstag? Freut man sich auf mich? Was weiss ich von meinen Kolleginnen, meinen Kollegen? Was wissen Sie über mich? Haben sie mich gegoogelt, auf Facebook und Twitter gescannt? Gab es da einen Eintrag, den ich besser nicht gepostet hätte?</p>
<p>Wie merke ich mir die Namen meines Teams? Habe ich von jedem Redaktor, jeder Redaktorin die letzten fünf Geschichten gelesen? Und wie fand ich sie? Was erwarten meine Kolleginnen, meine Kollegen von mir? Humor? Gelassenheit? Eine lange Leine? Angenommen, sie hätten sich ihren neuen Chef selbst aussuchen dürfen: Hätten sie mich gewählt?<br />
Welche Reaktion auf meine Ernennung hat mich am meisten gefreut? Und von wem bin ich enttäuscht, dass er sich nicht gemeldet hat?</p>
<p>Was machen wir für ein Blatt? Eines, das uns, der Redaktion gefällt? Oder dem Leser, der Leserin? Wer überhaupt ist unser Leser? Was wissen wir über ihn, was wissen wir über seine Bedürfnisse? Seine Wünsche? Und wie erreichen wir ihn? Mit Qualitätsjournalismus, schon klar. Aber was ist Qualitätsjournalismus? Wer definiert das?</p>
<p>Welche Geschichte setze ich in der nächsten Ausgabe auf den Titel? Mit welcher Persönlichkeit führen wir das grosse Interview? Und zu welchem Thema? Und warum? Was mache ich anders als meine Vorgängerin? Was behalte ich bei? Wie schaffen wir es, für den Leser, die Leserin unverzichtbar zu bleiben? Wie schaffen wir es, dass uns jemand seine kostbare Zeit schenkt? Und nach der Lektüre sagt, danke; es hat sich gelohnt?</p>
<p>Warum glaube ich an die Zukunft von Print? Weil ich naiv bin, ein unverbesserlicher Optimist? Oder weil ich davon überzeugt bin, dass ein gut gemachtes Magazin immer Wegbegleiter und sinnliches Erlebnis bleiben wird? Wird das Elternmagazin in fünf Jahren noch auf Papier gedruckt? Und wenn ja: mit welchem Aufwand? Zu welchen Kosten? Und wird es noch eine eigene Redaktion beschäftigen?</p>
<p>Sind wir in der digitalen Welt gut aufgestellt? Wie bespielen wir als Monatstitel unser Online-Portal? In welche Richtung müssen wir unsere App weiterentwickeln? Tun wir genug und tun wir das Richtige, um den Leser auf allen Kanälen zu erreichen?</p>
<p>Wie trete ich als Chefredaktor auf? Wie überzeuge ich? Bin ich bereit, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen? Welche Autorin, welchen Autor hätte ich gerne an Bord? Was ist meine Kernkompetenz als Journalist? Was sind die Erwartungen an mich? Das Heft bekannter zu machen? Die Auflage zu steigern? Oder mindestens die rückläufigen Verkäufe zu stoppen? Kann ich die Erwartungen von Verlag und Redaktion erfüllen? Wieviel Zeit gibt man mir? Wieviel Zeit gebe ich mir selbst?</p>
<p>Wie pflege ich das WIR-Gefühl in der Redaktion? Welche Feedback-Kultur lebe ich in der Redaktion? Wie gestalte ich Sitzungen spannend? Wie kommuniziere ich? Bin ich immer erreichbar? Wann ist man ein journalistisches Vorbild? Bin ich ein Vorbild? Wieviel schreibe ich selbst? Werden mir je die Ideen ausgehen? Angenommen, ich habe eine Schreibblockade: Was mache ich? Wie sage ich einer Kollegin, dass mir ihr Text nicht gefällt? Wo habe ich in meinem bisherigen journalistischen Leben Spuren hinterlassen? Welche Spuren hätte ich gerne hinterlassen? Vorausgesetzt, ich könnte ein Magazin machen, dass sich nicht verkaufen muss: Wie würde es aussehen?</p>
<p>Wie mache ich Fritz+Fränzi noch mehr zu einer Marke? Wie präsentieren wir uns in Zukunft auf Facebook und Twitter? Verlange ich, dass jeder Redaktor, jede Redaktorin dort aktiv ist? Wie generieren wir mehr Likes, Shares, Tweets? Will ich überhaupt, dass unsere Texte in den sozialen Netzwerken herumgereicht werden? Werde ich zum Blogger? Wie persönlich halte ich mein Editorial? Schreibe ich von meinen Erfahrungen als Vater und Erzieher? Erzähle ich von meinen Kindern, den Ängsten meines Sohnes, der Trotzphase meiner Tochter?</p>
<p>Ist Native Advertising ein Thema für unser Magazin? Und Crowdfunding? Was halte ich von User-Generated-Content? Wie verbessere ich den Dialog mit dem Leser, der Leserin? Wie vermittle ich dem Leser, der Leserin, dass Magazinjournalismus etwas Kostbares ist, für das es sich lohnt, Geld auszugeben?</p>
<p>Sind wir mutig genug? Leben wir nach dem Motto: Gewinnen wollen, scheitern können? Ist es altmodisch, wenn ich sage: ich plädiere für die Wiederkehr des klassischen Journalismus? Für die guten alten Tugenden: Wir sind der Wahrheit verpflichtet, und wir erzählen gute Geschichten? Was macht herausragenden Ratgeberjournalismus aus? Sind es die Themen? Die Meinungsfreude der Experten? Die überraschenden Erkenntnisse?</p>
<p>Arbeiten wir nach dem Grundsatz, wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein? Sind unsere Texte, Analysen und Meinungen so aufbereitet, dass sie den Anforderungen des digitalen Zeitalters entsprechen? Hat Augmented Reality Zukunft? Wie können wir komplexe Themen in bewegte Bilder umsetzen? Müssen wir mit unseren Inhalten ebenso auf mobilen Geräten präsent sein wie ein News-Anbieter?</p>
<p>Glaube ich, dass wir die besten Jahre noch vor uns haben?</p>
<p>Ja. Das glaube ich. Wirklich!</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/01/tun-wir-das-richtige/">Tun wir das Richtige?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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