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	<title>Grüne | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Medien als Groupies der Grünen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/29/medien-als-groupies-der-gruenen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Sep 2019 14:58:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Versagen des politischen Journalismus besteht in der Ignoranz gegenüber der Erderhitzung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Versagen des politischen Journalismus besteht in der Ignoranz gegenüber der Erderhitzung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/29/medien-als-groupies-der-gruenen/">Medien als Groupies der Grünen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Innovationen statt Subventionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/20/innovationen-statt-subventionen-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 08:27:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bundesrat und Parlament wollen eine Mediensteuer einführen: Künftig sollen alle Haushalte bezahlen – auch wenn gar kein Empfangsgerät vorhanden ist. Unternehmen werden zusätzlich abgezockt. Statt den Service public eng zu definieren, die Gebühren zu senken und den privaten Anbietern mehr Freiheiten zu geben, wird die SRG unter Heimatschutz gestellt. Am 14. Juni kann das Volk <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/20/innovationen-statt-subventionen-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesrat und Parlament wollen eine Mediensteuer einführen: Künftig sollen alle Haushalte bezahlen – auch wenn gar kein Empfangsgerät vorhanden ist. Unternehmen werden zusätzlich abgezockt. Statt den Service public eng zu definieren, die Gebühren zu senken und den privaten Anbietern mehr Freiheiten zu geben, wird die SRG unter Heimatschutz gestellt. Am 14. Juni kann das Volk an der Urne Gegensteuer geben. SVP-Nationalrätin Natalie Rickli schliesst unsere Debatte zum RTVG-Referendum ab.<br />
<span id="more-23643"></span><br />
1931 wurde die Schweizerische Rundspruchgesellschaft (SRG) gegründet und die ersten Radiosender nahmen ihren Dienst auf. 1953 führte die SRG einen ersten offiziellen Fernsehversuchsbetrieb durch. An fünf Abenden pro Woche wurde ein rund einstündiges Programm gesendet. 1955 gab es bereits 1‘233‘075 Radio- und 10‘507 Fernsehkonzessionäre. Die Gesamteinnahmen betrugen damals 25,01 Mio. Franken (Quelle: Radio und Fernsehen in der Schweiz, Markus T. Drack). Die weitere Entwicklung aufzuzeigen, würde diesen Artikel sprengen. Fazit der Geschichte: Die SRG hat grosse Verdienste an der Entwicklung von Radio und Fernsehen in der Schweiz. Zu jener Zeit war die Empfangsgebühr gerechtfertigt und wurde von den Konsumenten getragen.</p>
<p><strong>Multimedia-Zeitalter</strong><br />
2015 sind wir aber definitiv im Multimedia-Zeitalter angekommen: Die Konsumenten haben neben Zeitungen und Zeitschriften Hunderte in- und ausländische Radio- und Fernsehsender sowie Internet- und Social-Media-Angebote zur Auswahl. Der grösste Teil dieser Angebote ist privatwirtschaftlich finanziert und nicht von öffentlichen Geldern abhängig. Dies zeigt: Das mit öffentlichen Geldern finanzierte Angebot kann reduziert, die Gebühren gesenkt und die Medienpolitik liberalisiert werden. Es ist unverständlich, dass wir heute 18 Radio-, 8 Fernsehsender sowie zahlreiche Online-Angebote der SRG finanzieren müssen. Die jährlichen Gebühren sind <a href="https://drive.google.com/file/d/0B-Zv5IS6RhDqc01RSTJqUHROUERuckRtcndwdVFpNHNHQU1V/view?usp=sharing" target="_blank">entsprechend explodiert</a>: Zahlten Privatpersonen 1987 noch 279 Franken, <a href="https://drive.google.com/file/d/0B-Zv5IS6RhDqRFRNN2tzWFc1c01oMEhJbXU4RDd6ckFNZXFN/view?usp=sharing" target="_blank">zahlen wir heute 462 Franken</a>. 2014 hat die Billag insgesamt 1,352 Mrd. Franken eingetrieben.</p>
<p>Leider sind Bundesrat und Parlament im letzten Jahrhundert steckengeblieben: Statt die Gebühren zu senken, wird eine verfassungswidrige Mediensteuer eingeführt. In Zukunft sollen sogar Personen, die gar kein Empfangsgerät besitzen, die Mediensteuer bezahlen. Auch Blinde und Gehörlose werden nach einer fünfjährigen Übergangsfrist zur Kasse gebeten. Unternehmen müssen der Billag noch mehr Geld abliefern, obwohl juristische Personen gar nicht Radio hören oder fernsehen können. Zudem zahlen alle Mitarbeiter zu Hause bereits Gebühren. Insbesondere mittlere bis grosse Unternehmen werden geschröpft: Sie zahlen bis zu 39‘000 Franken pro Jahr.</p>
<p><strong>«Buebetrickli» des Bundesrates</strong><br />
Mit diesem unfairen Buebetrickli und der Behauptung, sie hätten künftig nur noch 400 Franken pro Haushalt zu bezahlen, will der Bundesrat die Gebührenzahler überlisten. Eine Senkung des Betrags steht jedoch nirgends im Gesetz – im Gegenteil! Der Bundesrat kann die Gebühren in alleiniger Kompetenz weiter erhöhen. Dass es der Regierung kaum ernst ist, die Gebühren zu senken, sieht man an der Entwicklung der Empfangsgebühren in den vergangenen 20 Jahren: sie sind <a href="http://www.bakom.admin.ch/empfangsgebuehren/03772/index.html?lang=de#sprungmarke0_1" target="_blank">ständig weiter angestiegen</a>.</p>
<p>Aufgabe der Politik wäre es gewesen, zu definieren, welche Aufgaben der Staat im Medienbereich überhaupt noch zwingend hat. Welche Angebote gibt es bereits auf privaten Sendern? Welche Angebote könnte Private produzieren, wenn sie nicht mehr von der gebührenfinanzierten SRG konkurrenziert würden? Die Bereiche Unterhaltung und Internet könnten so fast vollumfänglich von Gebühren befreit werden, und es entstünden mehr private Angebote. Die Anzahl der SRG-Sender könnten deutlich reduziert und die Gebühren gesenkt werden.</p>
<p><strong>Wettbewerb statt Medienförderung</strong><br />
Leider wurde diese Diskussion nicht geführt. Im Gegenteil: Es wurde eine staatliche Medienkommission ins Leben gerufen, welche fordert, dass mit Steuergeldern Journalisten aus- und weitergebildet und die Nachrichtenagentur SDA finanziert werden. Beides sind keine Staatsaufgaben, beides würde neue Abhängigkeiten produzieren. Dass auch Internet-Startups gefördert werden sollen, ist widersinnig: Hier besteht eine grosse Angebotsvielfalt, so dass sich staatliche Massnahmen erübrigen. Diese Angebotsvielfalt besteht auch darum, weil der Internetbereich nur minim reguliert ist. Wehret den Anfängen!</p>
<p>Medienförderung heisst immer auch Strukturerhaltung. Wie andere Branchen muss sich die Medienbranche dem Strukturwandel stellen. Es werden Produkte vom Markt verschwinden, und es werden neue Angebote entstehen. Innovation ist gefragt – nicht Subventionen.</p>
<p>Leider können wir von den meisten privaten Medienanbietern nicht mit Unterstützung rechnen im Abstimmungskampf, da viele lokale Radio- und Fernsehveranstalter mehr Geld aus dem Gebührentopf erhalten. Die SRG freut sich darüber und kann sich zurücklehnen im Abstimmungskampf. Für sie ändert sich nichts. Die unabhängigen Privaten werden sich auch kaum öffentlich äussern, schliesslich ist es das gleiche Departement, das reguliert und kontrolliert. Wer will schon den Zorn der Medienministerin auf sich ziehen?</p>
<p>Dies wird die erste medienpolitische Abstimmung seit dem Radio- und Fernsehartikel 1984. Ich hoffe, die Stimmbürger durchschauen diese ungerechtfertigte, unangebrachte und unfaire Mediensteuer. Dies wäre ein wichtiges Signal für eine Trendwende in der schweizerischen Medienpolitik hin zu mehr privater Innovation und weniger staatlicher Regulierung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/20/innovationen-statt-subventionen-2/">Innovationen statt Subventionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Medienvielfalt stärken, Minderheiten schützen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/19/medienvielfalt-staerken-minderheiten-schuetzen-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2015 08:29:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Tiefere Gebühren, mehr Fairness, weniger Bürokratie: Das neue Radio- und Fernsehgesetz reagiert auf die veränderte Mediensituation und stärkt SRG und Private. Der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas wirbt für ein Ja zu einer modernen Gebührenordnung in der Abstimmung vom 14. Juni. Das bedeute auch ein Bekenntnis zur (Sprachen)vielfalt des öffentlichen Rundfunks in der Schweiz. Themen wie <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/19/medienvielfalt-staerken-minderheiten-schuetzen-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tiefere Gebühren, mehr Fairness, weniger Bürokratie: Das neue Radio- und Fernsehgesetz reagiert auf die veränderte Mediensituation und stärkt SRG und Private.  Der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas wirbt für ein Ja zu einer modernen Gebührenordnung in der Abstimmung vom 14. Juni. Das bedeute auch ein Bekenntnis zur (Sprachen)vielfalt des öffentlichen Rundfunks in der Schweiz.<br />
<span id="more-23632"></span><br />
Themen wie Gesundheitskosten, Sicherheit, Verkehr oder Landwirtschaft finden in den Medien stets viel Resonanz. Viele Politiker profilieren sich bei diesen Themen nur allzu gerne mit knackigen Statements und Expertenwissen. Ganz anders beim Thema Medienpolitik: Die Debatte darüber fristet in unserem Land eine eigentliche Mauerblümchen-Existenz. Zu unrecht. Denn Medienpolitik ist in einer direkten Demokratie von vitaler Bedeutung, braucht die viersprachige Schweiz doch eine vielfältige Medienlandschaft, welche die Meinungsvielfalt garantiert und eine hohe journalistische Qualität sicherstellt. Nur so können sich Bürgerinnen und Bürger eine eigene Meinung bilden und mitbestimmen. Erst recht in einem Umfeld, das je länger je mehr digitalisiert und globalisiert wird.</p>
<p>Das neue Radio- und Fernsehgesetz RTVG ist ein Element, um die Medienlandschaft in der Schweiz zu stärken. Als Vertreter des Rätoromanischen, der kleinsten Landessprache, die ohne starke SRG gar keine Radio- und Fernsehsendungen hätte, war dieses Geschäft für mich von Anfang an von elementarem Interesse. Die Mitglieder der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen wählten mich zum Kommissionssprecher für die Beratung dieses Geschäftes im Rat.</p>
<p>Das heutige Radio- und Fernsehgesetz knüpft die Radio- und Fernsehgebühr an das Vorhandensein von Geräten. Wer ein Fernsehgerät oder einen Radioapparat hat, bezahlt Gebühren. Doch der technologische Wandel hat dazu geführt, dass heute jeder Computer, jedes iPhone und jedes iPad auch ein Fernseh- und ein Radiogerät ist. Via Internet können Radio- und Fernsehprogramme einfach und überall konsumiert werden. Deshalb müssten schon heute praktisch alle Haushalte und Unternehmen die Radio- und Fernsehgebühren bezahlen.</p>
<p>Doch die Realität sieht anders aus: Etliche Haushalte zahlen keine Gebühren und vor allem bei den Unternehmen gibt es Schwarzseher und -hörer. Lediglich 7 Prozent der Unternehmen bezahlen Radio- und Fernsehgebühren. Umgekehrt würde dies bedeuten, dass 93 Prozent der Firmen keinen Zugang zu Radio und Fernsehen haben. Diese Situation führt klar vor Augen, dass das heutige System ungerecht ist. Die Ehrlichen zahlen für die Schwarzseher und -hörer. Kommt dazu, dass viel Bürokratie und lästige Kontrolleure nötig sind, um die schwarz Konsumierenden aufzustöbern. Das alte Gebührensystem hat praktisch nur Nachteile, ist ungerecht und passt nicht in unsere Zeit. Das neue Gesetz beendet diesen unhaltbaren Zustand.</p>
<p>Erstaunlicherweise möchte der Gewerbeverband, dass alle Nachteile des alten Systems erhalten bleiben. Er hat deshalb das Referendum gegen das Radio- und Fernsehgesetz RTVG ergriffen und behauptet, dass die Unternehmen zusätzlich mit 200 Millionen Franken belastet würden und eine neue Steuer eingeführt werde. Das ist falsch! Das Gegenteil ist der Fall: Mit dem neuen Gesetz sind 75 Prozent der Schweizer Unternehmen von der Gebühr befreit und zahlen auf legale Art nichts mehr. Vor allem kleine und mittlere Betriebe profitieren von dieser Gebührenbefreiung. Erst ab einem jährlichen Umsatz von Fr. 500&#8217;000 zahlen Unternehmen Gebühren. Weitere 9 Prozent der Unternehmen bezahlen mit dem neuen Gesetz weniger als bisher. Somit profitieren also über 80% der Schweizer Unternehmen vom neuen Gesetz, weil sie keine oder weniger Gebühren bezahlen! Weshalb der Gewerbeverband vor diesem Hintergrund das Referendum ergriffen hat, bleibt schleierhaft. Einzelne Mitglieder des Gewerbeverbandes lassen sich aber nicht für dumm verkaufen: So lehnt Gastrosuisse das Referendum des Gewerbeverbandes ab und sagt JA zum neuen Radio- und Fernsehgesetz.</p>
<p>Das neue Gesetz bringt aber auch den privaten Haushalten Vorteile: Die jährliche Gebühr könnte laut Bundesrat von  462 auf rund 400 Franken gesenkt werden. Damit werden die Kosten für die Haushalte um 15% gesenkt. Und jeder Haushalt zahlt nur einmal. Auch für Ferien- und Zweitwohnungen fallen keine zusätzlichen Gebühren mehr an.</p>
<p>Das RTVG bietet die Chance, den Service public modern zu finanzieren und auch die privaten Medien zu stärken. Denn die wahren Gewinner des neuen Gesetzes sind die privaten Medien: Sie erhalten inskünftig bis zu 26 Millionen Franken mehr aus dem Gebührentopf. Eine Finanzspritze, die dringend nötig ist und die Zukunft der Privatradios und –fernsehen auf ein solideres Fundament stellt. Die SRG bekommt mit dem neuen Gesetz entgegen anders lautender Behauptungen keinen Franken zusätzlich.</p>
<p>Fazit: Das neue RTVG steht für tiefere Gebühren, mehr Fairness, weniger Bürokratie und eine zukunftsgerichtete Finanzierung unserer Radio- und Fernsehangebote. Diese Finanzierung ist für einen föderalen Staat bestehend aus 26 verschiedenen Kantonen und mit vier Landessprachen zentral. Wer stolz ist auf unsere Schweiz, sagt ja zur inländischen Medienvielfalt, sagt ja zur Eigenständigkeit und zu Eigenproduktionen und so auch JA zum neuen Radio- und Fernsehgesetz RTVG. Am 14. Juni 2015 kommt diese Vorlage zur Abstimmung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/19/medienvielfalt-staerken-minderheiten-schuetzen-2/">Medienvielfalt stärken, Minderheiten schützen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Medienfinanzierung als öffentliche Aufgabe</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/18/medienfinanzierung-als-oeffentliche-aufgabe-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2015 07:00:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Medienabgabe ist ein Schritt zu einer nachhaltigen Finanzierung des Service public im digitalen Zeitalter. Als nächsten Schritt braucht die Schweiz ein neues, direktes Fördermodell. Dabei gilt es stets die Unabhängigkeit des Journalismus zu wahren. Die Thurgauer Nationalrätin Edith Graf-Litscher meldet sich als Vertreterin der SP in der Debatte um die neue Medienabgabe zu <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/18/medienfinanzierung-als-oeffentliche-aufgabe-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Medienabgabe ist ein Schritt zu einer nachhaltigen Finanzierung des Service public im digitalen Zeitalter. Als nächsten Schritt braucht die Schweiz ein neues, direktes Fördermodell. Dabei gilt es stets die Unabhängigkeit des Journalismus zu wahren. Die Thurgauer Nationalrätin Edith Graf-Litscher meldet sich als Vertreterin der SP in der Debatte um die neue Medienabgabe zu Wort.<br />
<span id="more-23530"></span><br />
Die Medienwelt befindet sich in einem radikalen und rasanten Wandel, bei welchem kaum ein Stein auf dem andern bleibt. Wir befinden uns medial wohl in der grössten Revolution seit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg. Die Stichworte dazu sind bekannt: Digitalisierung und Internet, ein ungeheures Tempo und eine noch nie dagewesene Dynamik in der technologischen Entwicklung. Zum ersten Mal in der Geschichte verschmelzen Text, Bild und Ton miteinander, erzeugen neue Inhaltsformen – und diese können je länger je mehr völlig unkompliziert ausgetauscht, geteilt und nahezu überall abgerufen und genutzt werden.</p>
<p>Deshalb erstaunt es auch nicht, dass immer mehr Menschen audiovisuelle Inhalte – oder eben Sendungen – nicht mehr nur am Radio und Fernsehen sondern zunehmend auch via Internet nutzen. Bei der RTVG-Revision geht es im Kern genau darum: Nämlich um den Wechsel von einer Apparategebühr hin zu einer pauschalen Gebühr für audiovisuelle Inhalte, welche von der SRG und den privaten Radio- und Fernsehveranstaltern produziert werden.</p>
<p><strong>Die Pauschalabgabe ist keine Steuer</strong><br />
In jedem Haushalt – selbst wenn er kein Radio- oder Fernsehgerät hat – findet sich ein Computer, Laptop, iPad oder Smartphone, mit dem sich die Sendungen empfangen lassen. Heute verfügt jeder Haushalt durchschnittlich über vier Geräte, mit denen man ins Internet gelangen und damit auch Fernseh- und Radiosendungen empfangen kann. Die Breitbandversorgung in der Schweiz beträgt über 95%, und so haben praktisch alle Haushalte die Möglichkeit, Medienangebote auch auf diesem Weg zu konsumieren. Die Nutzung jedes einzelnen Haushalts ist nicht messbar. Und so handelt es sich bei der neuen Gebühr um eine Pauschalabgabe – und nicht um eine Mediensteuer.</p>
<p>Eine pauschale Mediengebühr ist zeitgemäss, weil sie den heutigen, veränderten Nutzungsgewohnheiten Rechnung trägt: Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen Sendungen nicht mehr nur dann schauen, wenn sie live ausgestrahlt werden, sondern vor allem dann, wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Es gilt das Motto: alles, überall, zu jeder Zeit, und das ortsunabhängig.</p>
<p>Für mich ist es wichtig, dass die künftige Finanzierungsform des audiovisuellen Service public über eine Gebühr und nicht über eine Steuer geschieht. Und zwar aus folgendem Grund: Eine Steuer bringt Staatsnähe anstatt Staatsferne: Unabhängiger Journalismus und Staatsnähe vertragen sich nicht. Es ist gerade der Vorzug der Schweiz, publizistisch und unternehmerisch, einen staatsfernen Service public zu haben. Es gibt Länder, in denen sich Programmmacher vor parlamentarischen Kommissionen rechtfertigen müssen – das entspricht der schweizerischen Demokratie nicht. Die Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen ist auch in der Verfassung verankert. Je stärker die Finanzierung des Service public aus dem Tagesgeschäft herausgehalten wird, desto besser für seine Unabhängigkeit.</p>
<p><strong>Unabhängigkeit der Medien sicherstellen</strong><br />
Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verständlich, weshalb ausgerechnet jene Kreise, die immer von «Staatsmedien» reden, via eine Steuerfinanzierung diese näher an den Staat rücken wollen. Wenn die Finanzierung des Service public Gegenstand jährlicher Budgetdiskussionen im Parlament würde, wäre das ein schwerer Eingriff in die Unabhängigkeit der Medien, verbunden mit einer grossen Planungsunsicherheit für die Unternehmen. Im schlechtesten Fall würden die Service-public-Anbieter sogar erpressbar. Professionelle audiovisuelle Produktion ist weiterhin enorm teuer. Besonders in kleinräumigen Märkten, die dazu noch von grösseren Ländern mit denselben Sprachen umrahmt sind – lässt sich die Produktion von Radio und Fernsehen nicht kostendeckend am Markt refinanzieren. Deshalb ist es für das neue Modell zentral, dass alle sich an der Finanzierung beteiligen.</p>
<p>Ob eine Sendung für ein grosses Land wie Deutschland mit 80 Millionen Einwohnern oder in einem kleinen Land wie der Schweiz mit 8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern produziert wird – die Produktion kostet zunächst einmal gleich viel. Grosse Staaten mit vielen Gebührenzahlenden brauchen deshalb keine Unternehmensabgabe und wenig bis gar keine Werbung. Kleine Staaten hingegen mit weniger Gebührenzahlenden brauchen die Mitfinanzierung durch Wirtschaft und Werbung. Und die Schweiz, die Programme in vier Sprachen finanzieren muss und damit eine starke und unabdingbare Rolle im nationalen Zusammenhalt spielt, braucht die Mitfinanzierung durch die Wirtschaft erst recht. Würde diese Einnahmequelle wegfallen, dann wäre die vom Bundesrat angepeilte Senkung der Gebühr auf rund 400 Franken kaum realisierbar.</p>
<p><strong>Gesetzesrevision ist dringlich und nötig</strong><br />
Der Systemwechsel, wie ihn die Revision des RTVG will, ist ein Schritt zu einer nachhaltigen Finanzierung des Service public im digitalen Zeitalter. Die Gesetzesrevision, über die wir am 14. Juni 2015 abstimmen, ist die notwendige Anpassung an den Wandel von Technologie und Mediennutzung. Die veraltete geräteabhängige Gebühr soll durch eine zeitgemässe Medienabgabe abgelöst werden. 75 Prozent der Unternehmen (KMU) werden von Gebühren befreit und für alle ehrlichen privaten Gebührenzahlenden sinkt der Betrag voraussichtlich von 462 auf 400 Franken. Die Revision ist dringlich und nötig, damit alle Haushalte und ein Grossteil der Unternehmen entlastet werden.</p>
<p>Als nächsten Schritt braucht die Schweiz ein neues, direktes Fördermodell, für eine gattungsübergreifende Medien- und Journalismusförderung und eine Erhöhung der Fördermittel. Die Unabhängigkeit des Journalismus darf dabei nicht angetastet werden. Kriterium für den Zugang zu Fördermitteln sollen deshalb nicht die Inhalte, sondern die Strukturen und Rahmenbedingungen sein. Möglich wäre dies über eine Förderstiftung, wie sie die Eidgenössische Medienkommission vorschlägt. Es ist höchste Zeit auch politisch in die Diskussion über die Zukunft unseres Mediensystems einzusteigen. Die indirekte Presseförderung für die Lokal- und Regional- sowie die Mitgliederpresse darf nicht eingestellt werden, bevor alternative Fördermodelle in Kraft gesetzt sind.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/18/medienfinanzierung-als-oeffentliche-aufgabe-2/">Medienfinanzierung als öffentliche Aufgabe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Absurde Vorstellung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/17/absurde-vorstellung-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2015 07:00:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Finanzierung des öffentlichen Rundfunks ist verfassungswidrig. Durch die Hintertür hat die Parlamentsmehrheit eine Mediensteuer eingeführt. Schon allein deshalb muss am 14. Juni dieser falsche Schritt korrigiert werden. Weitergehend stellt sich die Frage, ob die SRG überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat. Als FDP-Vertreter nimmt der Ausserrhoder Ständerat Hans Altherr Stellung. Was bringt die neue <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/17/absurde-vorstellung-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/17/absurde-vorstellung-2/">Absurde Vorstellung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Finanzierung des öffentlichen Rundfunks ist verfassungswidrig. Durch die Hintertür hat die Parlamentsmehrheit eine Mediensteuer eingeführt. Schon allein deshalb muss am 14. Juni dieser falsche Schritt korrigiert werden. Weitergehend stellt sich die Frage, ob die SRG überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat. Als FDP-Vertreter nimmt der Ausserrhoder Ständerat Hans Altherr Stellung.<br />
<span id="more-23473"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was bringt die neue<br />
<a href="https://medienwoche.ch/tag/medienabgabe/"><strong><big> Medienabgabe?</big></strong></a><br />
Am 14. Juni gelangt das Referendum gegen das revidierte Radio- und Fernsehgesetz zur Abstimmung. Dabei geht es um die <strong>Finanzierung von Radio und Fernsehen</strong> mit einer allgemeinen Medienabgabe. Die MEDIENWOCHE lässt Exponentinnen der fünf grossen Parteien im Bundeshaus mit ihren besten Argumenten zur Vorlage Stellung nehmen.</p>
</div>
<p>Es sei gleich zu Beginn gesagt: Seit etwa fünf Jahren schaue ich nicht mehr fern. Meine Lebensqualität ist dadurch gestiegen. Ich habe mehr Zeit für Anderes. Informationsdefizite habe ich keine bemerkt, mit der einzigen Ausnahme, dass ich bei Gesprächen über Fussball weniger mitreden kann.</p>
<p>Deshalb und da ich nicht der einzige Fernsehverweigerer aus Überzeugung bin, stört mich die vom Parlament beschlossene Ausdehnung der Gebührenpflicht auf alle massiv; ich habe das Referendum unterstützt und werde mich im Hinblick auf die Volksabstimmung vom 14. Juni 2015 mit Kräften für ein Nein einsetzen.</p>
<p>Das neue System trifft grundsätzlich alle. Eine Beitragsbefreiung ist nicht mehr möglich. &#8211; Gebühren zahlt, wer eine Leistung bezieht. Eine Gebühr liegt nach dem neuen System nicht mehr vor, sondern eine Steuer. Steuern müssen eine verfassungsmässige Grundlage haben. Die Radio- und Fernseh“gebühr“ hat keine; sie ist also verfassungswidrig. Man stelle sich mal vor, ein Gesetz würde alle Haushalte verpflichten, 400 Franken im Jahr für Kinobesuche oder für ein Zeitungsabo zu bezahlen mit der Begründung, Filmförderung sei Bundessache bzw. die Meinungsfreiheit sei nur durch die Zeitungen garantiert. So ähnlich argumentiert aber die SRG.</p>
<p>Die SRG lässt sich auch dahin vernehmen, dass sich der audiovisuelle Service public in der Schweiz nur über Gebühren realisieren lasse. Vergleichen wir das mit anderen Service-Public-Leistungen wie dem motorisierten Individual- oder dem öffentlichen Verkehr, mit Wasser und Abwasser, dann stellen wir fest, dass wir tatsächlich viele Mischfinanzierungen haben. Zentral ist aber, dass die Gebühr (die Vignette, die Motorfahrzeugsteuer, der Fahrpreis) immer nur von dem- oder derjenigen bezahlt werden muss, der die Leistung auch bezieht. Nur die SRG soll die Ausnahme sein. Das geht nicht an.</p>
<p>Die Medienlandschaft ist im Umbruch. Wohin die Reise geht, ist offen. In diesem Moment die Leistungen an die SRG für alle verbindlich zu erklären und damit zu zementieren, ist falsch. Die SRG als einzige Konstante in einer sich total ändernden Landschaft: nur schon die Vorstellung ist absurd.</p>
<p>Richtig wäre, zunächst über die Zukunft der Medien ganz generell nachzudenken und erst in einem zweiten Schritt die Finanzierung von Radio und Fernsehen auf eine neue Basis zu stellen. Der Handlungsbedarf bei der Finanzierung ist nicht dringend. Das neue Gesetz kann ohne Folgen für die SRG abgelehnt werden.</p>
<p>Eine gute Grundlage für die Grundsatzdiskussion ist der Medienbericht des Bundesrates. Die darin vorgeschlagenen Massnahmen setze ich hier als bekannt voraus. Ich kann ihnen zustimmen. Die Hauptziele müssen sein: Erhalt oder sogar Ausbau der Medienvielfalt, keine Einflussnahme des Staates auf Inhalte, strikte Respektierung der Meinungsäusserungsfreiheit, gleich lange Spiesse für Alle bei staatlichen Unterstützungsmassnahmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/17/absurde-vorstellung-2/">Absurde Vorstellung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gefährliche No-Billag-Experimente</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/16/gefaehrliche-no-billag-experimente-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2015 09:29:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[RTVG Debatte 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Regula Rytz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerbeverband]]></category>
		<category><![CDATA[Abstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
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		<category><![CDATA[KVF-NR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Ja zur neuen Medienabgabe am 14. Juni würde der SRG den Rücken stärken und den beiden Anti-Billag-Initiativen den Wind aus den Segeln nehmen. Für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh, eine Aushöhlung des Service public droht weiterhin. Gleichzeitig hat die öffentliche Hand nur wenig Spielraum für wirksame medienpolitische Massnahmen. Unsere aktuelle Service-public-Debatte <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/16/gefaehrliche-no-billag-experimente-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/16/gefaehrliche-no-billag-experimente-2/">Gefährliche No-Billag-Experimente</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Ja zur neuen Medienabgabe am 14. Juni würde der SRG den Rücken stärken und den beiden Anti-Billag-Initiativen den Wind aus den Segeln nehmen. Für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh, eine Aushöhlung des Service public droht weiterhin. Gleichzeitig hat die öffentliche Hand nur wenig Spielraum für wirksame medienpolitische Massnahmen. Unsere aktuelle Service-public-Debatte eröffnet Regula Rytz, Co-Präsidentin Grüne, Nationalrätin (BE) und Mitglied der für die Medienpolitik zuständigen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen KFV-NR.<br />
<span id="more-23453"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was bringt die neue<br />
<a href="https://medienwoche.ch/tag/medienabgabe/"><strong><big> Medienabgabe?</big></strong></a><br />
Am 14. Juni gelangt das Referendum gegen das revidierte Radio- und Fernsehgesetz zur Abstimmung. Dabei geht es um die <strong>Finanzierung von Radio und Fernsehen</strong> mit einer allgemeinen Medienabgabe. Die MEDIENWOCHE lässt Exponentinnen der fünf grossen Parteien im Bundeshaus mit ihren besten Argumenten zur Vorlage Stellung nehmen.</p>
</div>
<p>Die Geschichte der RTVG-Revision ist rasch erzählt: Aufgrund des technologischen Wandels muss das Gebührensystem für die öffentlichen Radio- und Fernsehsender angepasst werden. Die Gebühr für einzelne Empfangsgeräte wird im Zeitalter der Konvergenz durch eine pauschale Abgabe ersetzt. Weil damit die verhassten Billag-Kontrollen entfallen, kommen 75 Prozent der Unternehmen und ein Grossteil des heutigen Radio- und TV-Konsument/innen in den Genuss einer Gebührensenkung oder gar einer Gebührenbefreiung. Auch die konzessionierten privaten Radio- und TV-Stationen unterstützen den Systemwechsel. Ende gut alles gut, könnte man sagen. Umso mehr überrascht der Absender des Referendums, das im Januar 2015 eingereicht wurde. Weshalb bekämpft ausgerechnet der Gewerbeverband eine Vorlage, die weniger Bürokratie und eine Gebührenbefreiung für KMU verspricht? Offensichtlich hat er sich einmal mehr vor den Karren gewerbeferner Interessen spannen lassen.</p>
<p><strong>Hinter den Kulissen: Der Kampf um neue Märkte</strong><br />
Die Revision des RTVG, über die am 14. Juni abgestimmt wird, beschränkt sich bewusst auf ein neues Finanzierungsmodell. Die von der SVP geforderte Grundsatzdebatte über den verfassungsrechtlichen Auftrag der SRG wurde auf später verschoben. Einige Unentwegte versuchten trotzdem, die SRG finanziell zu schwächen, ihre publizistische Unabhängigkeit zu durchlöchern und wachsende Geschäftsfelder insbesondere im Online-Bereich für private Anbieter zu sichern.<br />
Ein weiteres Ziel war die Aufhebung des Schutzschildes gegen die Medienkonzentration. Die Beschränkung auf maximal zwei Fernseh- und Radiokonzessionen pro Unternehmen wurde von der SVP als „Angriff auf die Wirtschafts­freiheit“ gegeisselt. Doch ihre Anträge prallten ab. Eine klare Mehrheit des Parlamentes setzt sich heute für publizistische Vielfalt und regional breit abgestützte Radio- und Fernsehprogramme ein. Sie anerkennt die staatspolitische Bedeutung der öffentlichen und konzessionierten Medien, die in unserem kleinen, vielsprachigen Land einen Beitrag zur nationalen Identitätsbildung leisten. Vermutlich hat genau dieser breite Konsens den Bundesrat dazu bewogen, das Referendum gegen die RTGV-Revision bereits im Sommer an die Urne zu bringen. Geht seine Taktik auf, dann spricht sich eine Mehrheit der Stimmberechtigten im Juni für eine SRG mit neuem Gebührenkleid aus. Dies wäre auch als starkes Zeichen gegen weitere Angriffe auf die öffentlichen Medien zu werten.</p>
<p><strong>No-Billag will Radio- und Fernsehen privatisieren</strong><br />
Neben dem Referendum gegen die RTVG-Revision sind gleich zwei Initiativen zur Abschaffung der öffentlichen Radio- und Fernsehprogramme unterwegs. Die eine will das Angebot der SRG in unabhängige Sender aufteilen und verkaufen. Die andere will die Rolle des Bundes auf die Konzessionserteilung an Private beschränken. Beide Volksbegehren rücken die Abschaffung der Gebührenlast und der Gebührenerhebungsstelle Billag ins Zentrum. Faktisch geht es aber um die Zerschlagung und die Privatisierung der SRG. Wie die schöne neue Radio- und Fernsehwelt in der No-Billag-Ära aussehen wird, lassen die Initianten offen. Wie würden in unserem viersprachigen Land aufwändige Radio- und Fernsehproduktionen mit Lokalbezug finanziert? Könnten RTL oder Berlusconi-TV die Konzessionen erwerben? Wer würde die Kernaufgaben des heutigen SRG-Leistungsauftrags, die Pflege der Meinungsvielfalt oder die Kulturförderung, weiterführen? Auch wenn man die SRG in ihrer heutigen Form nicht unter Heimatschutz stellen darf und nicht jede ihrer Produktionen lieben kann, ist von No-Billag-Experimenten dringend abzuraten. Wer die privaten Medien stärken will indem er die gebührenfinanzierten Medien entsorgt, will ihre staats- und demokratiepolitische Rolle schwächen. Es braucht andere Antworten auf die aktuellen Umwälzungen in der Medienbranche.</p>
<p><strong>Zankapfel Medienförderung</strong><br />
Ende 2014 hat der Bundesrat aufgezeigt, wie er mit den Transformationsprozessen in der privaten Medienwelt umgehen will. Seine Vorschläge decken sich weitgehend mit denjenigen der Eidgenössischen Medienkommission (EMEK) und sind heiss umstritten. Viel Spielraum gibt es nicht. Denn jede öffentliche Intervention muss die publizistische Unabhängigkeit wahren. Neben der Stärkung klassischer Instrumente wie zum Beispiel ein reduzierter Mehrwert­steuersatz auch für Online-Medienoder höhere Beiträge an die journalistische Aus- und Weiterbildung sind aus meiner Sicht alle Ansätze interessant, die der gezielten Förderung von Sprachenvielfalt, unabhängigen regionalen Plattformen oder von einzelnen Ressorts wie der Wissenschafts- und Kulturberichter­stattung dienen. Die Mitfinanzierung von Agenturleistungen muss deshalb genauso ernsthaft geprüft werden wie die Äufnung von Stiftungen für Start-Ups, Innovation und inhaltliche Recherchen. Ziel der Medienförderung ist der Erhalt eines qualitätsbasierten journalistischen Wettbewerb und die Abbildung der gesellschaftlichen Vielfalt. Es liegt allerdings auch an uns Bürgerinnen und Bürgern, für diese Aufgabe einen fairen Preis zu bezahlen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/16/gefaehrliche-no-billag-experimente-2/">Gefährliche No-Billag-Experimente</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Rolle der Medien beim Zuger Skandal</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/16/die-rolle-der-medien-beim-zuger-skandal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 15:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Hürlimann]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Carmen Epp]]></category>
		<category><![CDATA[zentral+]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Sexaffäre]]></category>
		<category><![CDATA[Zug]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spekulationen, Indiskretionen, anonyme Quellen. Für die Berichterstattung rund um die Vorkommnisse zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und Markus Hürlimann an der Landammann-Feier in Zug stellen Experten den Medien kein gutes Zeugnis aus. Verschiedene Publikationen setzen sich dem Risiko von Strafklagen aus.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/16/die-rolle-der-medien-beim-zuger-skandal/">Die Rolle der Medien beim Zuger Skandal</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Spekulationen, Indiskretionen, anonyme Quellen. Für die Berichterstattung rund um die Vorkommnisse zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und Markus Hürlimann an der Landammann-Feier in Zug stellen Experten den Medien kein gutes Zeugnis aus. Verschiedene Publikationen setzen sich dem Risiko von Strafklagen aus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/16/die-rolle-der-medien-beim-zuger-skandal/">Die Rolle der Medien beim Zuger Skandal</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Schatz hat’s Grün so gern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/29/mein-schatz-hats-gruen-so-gern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 10:38:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Baur]]></category>
		<category><![CDATA[Atomenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fukushima]]></category>
		<category><![CDATA[Die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei verschiedene Befragungen belegen klar, wem die deutschen Journalisten politisch nahe stehen: Den Grünen. Ob diese Haltung eine Auswirkung hat, ist nicht bewiesen. Es deutet aber Vieles darauf hin. Verschiedene Studien haben versucht, die Parteineigung deutscher Journalisten und Journalistenschüler zu eruieren. Zieht man die Ergebnisse von drei vorliegenden Befragungen* (siehe Grafik rechts und Anhang am <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/29/mein-schatz-hats-gruen-so-gern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/29/mein-schatz-hats-gruen-so-gern/">Mein Schatz hat’s Grün so gern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Drei verschiedene Befragungen belegen klar, wem die deutschen Journalisten politisch nahe stehen: Den Grünen. Ob diese Haltung eine Auswirkung hat, ist nicht bewiesen. Es deutet aber Vieles darauf hin.<br />
<span id="more-10428"></span><br />
Verschiedene Studien haben versucht, die Parteineigung deutscher Journalisten und Journalistenschüler zu eruieren. Zieht man die Ergebnisse von drei vorliegenden Befragungen* <em>(siehe Grafik rechts und Anhang am Ende des Artikels)</em> zusammen, dann kommt Bündnis 90/Die Grünen auf eine Zustimmung von 33,8 Prozent, mehr als ein Drittel also. Die SPD kommt auf 20,8 Prozent. Zwischen den beiden liegt die Gruppe jener, die behaupten, ihnen sei keine Partei nahe: 27,9 Prozent. Ganz sicher nicht nahe ist den Journalisten allerdings die vom Volk 2009 gewählte Regierung: CDU/(CSU) und die FDP finden lediglich 7,6 beziehungsweise 6,9 Prozent Zustimmung. Eine rot-grüne Koalition unter deutschen Journalisten? Mit 54,6 Prozent Zustimmung: No problem. Eine schwarz-gelbe? Mit 14,5 Prozent Zustimmung: No way.</p>
<p>Hat die politische Haltung von Journalisten Einfluss auf ihre Texte und ihre Themenwahl? Das bleibt umstritten und kaum nachweisbar. Doch vergessen wir nicht: Journalismus ist nicht irgend ein Beruf. Journalisten sind generell Überzeugungstäter: sie nehmen schlechtes Ansehen, schlechte Bezahlung und unregelmässige, manchmal auch lange Arbeitszeiten in Kauf, weil sie mit ihrer Arbeit, ihren Recherchen etwas verändern wollen, und sei es auch nur das Schaffen von Transparenz in einem kleinen Bereich.</p>
<p>Kommen wir zu ein paar nach wie vor unkorrigiert online stehenden Schlagzeilen vom 19. und 20. September 2012, die so nicht haltbar sind:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/forschung-innovation/studie-genmais-futter-macht-ratten-schwer-krank/7155734.html">&#8222;Genmais-Futter macht Ratten schwer krank&#8220;</a> (handelsblatt.de)</li>
<li><a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iIyd3k5vj0KvMoTPFM-fIo2bLBzg?docId=TX-PAR-QFD83">&#8222;Studie: Mit Genmais gefütterte Ratten sterben früher an Krebs&#8220;</a> (AFP)</li>
<li><a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/09/19/Vermischtes/Genmais-laesst-Ratten-frueher-sterben">&#8222;Genmais lässt Ratten früher sterben&#8220;</a> (tagesschau.sf.tv)</li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/f5j38i/847702/Schaedlicher-Genmais.html">&#8222;Schädlicher Genmais&#8220;</a> (&#8222;Süddeutsche Zeitung&#8220;)</li>
</ul>
<p>Die hinter den Meldungen stehenden Studienergebnisse wurden von Anfang an bezweifelt, <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1871919/">so vom Deutschlandfunk</a> <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1872160/">bereits am 20. September</a>. Mit gutem Grund, denn es wäre schon eine grössere Diskussion wert, wenn Genmais-Futter «schädlich» wäre und «schwer krank» machen würde. Die These «ist experimentell nicht ausreichend belegt», <a href="http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2012/29/studie_der_universitaet_caen_ist_kein_anlass_fuer_eine_neubewertung_von_glyphosat_und_gentechnisch_veraendertem_mais_nk_603-131728.html">urteilte</a> wenig später das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung. Und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA <a href="http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/121004.htm">sieht sich</a> «derzeit ausserstande, die Schlussfolgerungen der Autoren als wissenschaftlich fundiert zu betrachten». Den ganzen Fall schön aufgerollt hat Spiegel Online: <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ratten-versuch-von-seralini-der-kalkulierte-genmais-schock-a-858029.html">«Der kalkulierte Genmais-Schock»</a>.</p>
<p>Oder nehmen wir den von deutschen und Schweizer Politikern kürzlich überraschend beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie. Obwohl es sonnenklar ist, dass ein solcher Ausstieg den Steuer- und Stromzahler sehr viel Geld kosten wird, geben sich Journalisten überrascht, dass jetzt, wo die Kosten den Konsumenten erreichen, Diskussionen darüber aufkommen. Deutschland sei <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1753284/Altmaier-Merkels-letztes-Ass">«erfasst von einer Strompreis-Hysterie»</a>, behauptete das ZDF kürzlich in der Sendung «Berlin direkt».</p>
<p>Jegliche Distanz verloren deutsche Journalisten bei der Berichterstattung über das mehr als 15&#8217;871 tote, 2778 vermisste und 6114 verletzte Menschen (Stand: 10. Oktober 2012) fordernde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_in_Japan_am_11._M%C3%A4rz_2011">Erdbeben in Japan am 11. März 2011</a>. Es war noch kaum bekannt, welche Gebiete und wie viele Personen davon betroffen waren, als sie sich fast ausschliesslich auf Spekulationen über austretendes radioaktives Material verlegten. In vielen Stunden Live-Fernsehen wurden deutsche Zuschauer mit wenig Fakten und viel Hysterie geängstigt. Gegenüber den Tausenden Toten und den Hunderttausenden mit zerstörten Lebensgrundlagen, die das Erdbeben und die Überschwemmungen verursachten, steht die Reaktorkatastrophe: sie forderte 3 Todesopfer, einige Verletzte sowie eine unbekannte Anzahl von Strahlengeschädigten. Die Nuclear Energy Agency der OECD <a href="http://www.oecd-nea.org/press/press-kits/fukushima.html#3">hält</a> 2400 Radioaktivität ausgesetzte Mitarbeiter fest, davon deren 8 mit einer Belastung von über 250 Millisievert, siehe dazu auch <a href="http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/05/24/International/Weder-Strahlentote-noch-Krankheiten-nach-Fukushima">«Weder Strahlentote noch Krankheiten nach Fukushima»</a> (tagesschau.sf.tv).</p>
<p>Die Berichterstattung in Deutschland über den Reaktorvorfall war wesentlich intensiver als in der Schweiz, Frankreich oder England, das belegt auch eine <a href="http://www.kepplinger.de/content/die-reaktorkatastrophe-bei-fukushima-presse-und-fernsehen-deutschland-schweiz-frankreich-und">Studie</a> (<a href="http://www.kepplinger.de/files/Kepplinge&#038;Lemke(2012)_Fukushima_in_Presse_und_Fernsehen.pdf">PDF-Datei</a>) von Hans Mathias Kepplinger und Richard Lemke. Es wurden dazu 25 Zeitungen und Zeitschriften sowie 12 TV-Nachrichtensendungen untersucht. Die erste von drei daraus geschlossenen Folgerungen lautet:</p>
<blockquote><p>Deutsche Medien haben im Unterschied zu den englischen und französischen Medien die Reaktorkatastrophe in Japan durch die Intensität und den Inhalt ihrer Berichterstattung als typisch für die Gefahren der Kernenergie dargestellt. Fukushima wurde dadurch zum Menetekel, das Konsequenzen verlangt. Die schweizerischen Medien haben ähnlich berichtet.</p></blockquote>
<p>Zum kostspieligen Projekt Atomausstieg, der diesen Namen erst dann verdienen wird, wenn Atomstrom weder hergestellt noch importiert wird, hatten die Stromzahler Deutschlands bisher nichts zu sagen. Derzeit kann man nicht mal von zwei Meinungen sprechen, wird doch Atomenergie in Deutschland so verteufelt, dass es schwierig ist, überhaupt einen Befürworter zu finden, oder zumindest jemanden, der diese Haltung offensiv vertritt. Persönlich bin ich nach fünf Jahren Aufenthalt in Berlin noch keinem einzigen Befürworter der Atomkraft begegnet (gesucht habe ich allerdings nicht).</p>
<p>In den TV-Diskussionen nach Fukushima musste da schon Weltwoche-Journalist Alex Baur einspringen, so <a href="http://www.sat1.de/kerner/content/48849/index.html">bei Kerner</a>; es fand sich offenbar niemand in Deutschland, der die Atomkraft verteidigen mochte. Baur sagt auf Anfrage: «Sie wollten zuerst Roger Köppel einladen, doch dieser verwies auf den Autor der <a href="http://www.weltwoche.ch/no_cache/die-weltwoche/aktuelle-ausgabe.html?tx_kbwwfrontend_pi4[issue_year]=2011&#038;tx_kbwwfrontend_pi4[page]=1&#038;tx_kbwwfrontend_pi4[issue_number]=23">Titelgeschichte</a>, mich. Nach der Sendung wollte das Publikum vor allem mit mir reden. Und die beiden Wissenschaftler der Diskussionsrunde sprachen mir gegenüber von einer unglaublichen Panik, öffentlich als ‹Verharmloser› auftreten wollten sie dann aber auch nicht.» Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel erzählte kürzlich anlässlich eines Streitgesprächs mit Cédric Wermuth (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=-v7oQMtY7VU">Video</a>, ab Minute 26), er habe, als er noch Chefredaktor der bürgerlich-konservativen Tageszeitung «Welt» war, eine geheime Umfrage gemacht, was die «Welt»-Journalisten denn wählen. Herausgekommen sei eine Präferenz von 75 &#8211; 80 Prozent für Grüne und SPD.</p>
<p>So wie es gute Gründe gegen die Atomenergie gibt, gibt es gute Gründe dafür. Anders, als man durch den Konsum der Medien den Eindruck haben könnte, ist auch gar nicht zwingend eine Mehrheit der Bevölkerung dagegen. Die Schweizer Stimmbürger beispielsweise haben an der Urne mehrmals ihre <a href="http://www.direktedemokratie.com/2011/03/17/abstimmungen-zur-kernkraft-in-der-schweiz/">Zustimmung zur Atomkraft</a> zum Ausdruck gebracht, noch am 13. Februar 2011 wurde der Bau eines neuen Atomkraftwerks (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_M%C3%BChleberg#Neubau_M.C3.BChleberg_2">Mühleberg II</a>) beschlossen. Die Einwohner der Gemeinde Mühleberg befürworteten den Bau mit <a href="http://www.muehleberg.ch/de/2_Politik/Kopie_1_von_abstimmungsergebnisse.php?term=Kernkraftwerk">61 Prozent</a>, die Einwohner des Kantons Bern mit <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/berner-sagen-ja-zu-neuem-akw-muehleberg-1.9504979">51,2 Prozent</a>.</p>
<p>Volksabstimmungen bringen gerne mal Medienhysterien wieder ins Lot, zuletzt beim Bahnhofsprojekt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart21">Stuttgart21</a>, das viele deutsche Medien über Monate aktiv und im Sinne der Gegner skandalisiert hatten. Seit der <a href="http://www.lpb-bw.de/volksabstimmung_stuttgart21.html">Volksabstimmung vom 27. November 2011</a>, bei der sich 58,9 Prozent der Bürger für eine weitere Finanzierung des Projekts entschieden hatten, ist die (aggressive) Diskussion darüber fast ganz beendet.</p>
<p>Wenn Medien grüne Themen pushen, dann geschieht das nicht nur aus ideologischen, sondern auch kommerziellen Gründen. Viele Medienkonsumenten, gerade der intelligenteren Medien, sind nun mal (potentielle) Grünen-Wähler, und die wollen bedient werden. Wenn in der «Frankfurter Rundschau» seitenweise Texte über die 1968er zu lesen sind, in der «Zeit» über fehlende Ausbildungschancen und Kinderkrippen, in der «Welt» über den Unsinn des Sozialismus und in der «Jungen Welt» über den Unsinn des Kapitalismus, dann wird damit immer auch der Leser bedient. Deshalb liest man in solchen Medien auch kaum je etwas <a href="http://www.zeit.de/2012/40/Unterschicht-Armut-Hartz-IV/komplettansicht">Positives über die Unterschicht</a>. Das sind nämlich keine potentiellen Kunden.</p>
<p>Der Unterschicht bleiben Boulevardzeitungen und Privatsender, die jene ganz unten jenen fast ganz unten zum Amüsement präsentieren.</p>
<p><small><strong>* Quellen zur Grafik «Parteineigung von Journalisten in Deutschland»:</strong><br />
&#8211; Quelle Journalisten (2005): <a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/07-2006_Weischenberg.pdf	">«Journalismus in Deutschland 2005»</a> (media-perspektiven.de), ein Auszug von Befunden einer Repräsentativbefragung deutscher Journalisten von Siegfried Weischenberg, Maja Malik und Armin Scholl, veröffentlicht in &#8222;Media Perspektiven&#8220; 7/2006, Seiten 346-361<br />
&#8211; Quelle Journalistenschüler (2008): <a href="http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/05773.pdf">«Die Journalistenschüler – Rollenselbstverständnis, Arbeitsbedingungen und soziale Herkunft einer medialen Elite»</a> (library.fes.de) von Peter Ziegler.<br />
&#8211; Quelle Politjournalisten (2010): <a href="http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/Politikjournalistinnen_und_Journalisten.pdf">«Politikjournalistinnen und -journalisten &#8211; Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus»</a> (dfjv.de) von Magreth Lünenborg und Simon Berghofer<br />
&#8211; Quelle «Anteil Sitze im Bundestag»: <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/sitzverteilung.html">«Sitzverteilung des 17. Deutschen Bundestages»</a> (bundestag.de)</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/10/parteineigung-von-journalisten-in-deutschland.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Die Grafik in höherer Auflösung</a>. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=smjS1iUhW_Y">«Mein Schatz hat&#8217;s Grün so gern»</a> ist der Refrain des Lieds &#8222;Die liebe Farbe&#8220; von Franz Schubert. Die politische Haltung des Autors, der übrigens auch schon mal die Grünen gewählt hat, findet sich <a href="http://blog.ronniegrob.com/author/">hier</a>.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/29/mein-schatz-hats-gruen-so-gern/">Mein Schatz hat’s Grün so gern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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