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	<title>Handwerk | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Büezer machen ein Auslandsemester</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/04/bueezer-machen-ein-auslandsemester/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jul 2019 04:14:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Start-up]]></category>
		<category><![CDATA[Auslanddienst]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was Studierenden bisher vorbehalten war, soll nun auch Handwerkern ermöglicht werden: ein Auslandsaustausch bei einer Gastfirma. Es gibt den vollen Lohn und einen Rucksack gefüllt mit Erfahrungen. Das Start-up eines Schweizers vermittelt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was Studierenden bisher vorbehalten war, soll nun auch Handwerkern ermöglicht werden: ein Auslandsaustausch bei einer Gastfirma. Es gibt den vollen Lohn und einen Rucksack gefüllt mit Erfahrungen. Das Start-up eines Schweizers vermittelt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/04/bueezer-machen-ein-auslandsemester/">Büezer machen ein Auslandsemester</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>10 grobe Journalisten-Fehler in Interviews</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/23/10-grobe-journalisten-fehler-in-interviews/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2015 13:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Das Niveau eines Interviews spiegelt immer das Niveau des Interviewers, nicht das des Interviewten», sagte Topinterviewer André Müller einst. Mal schauen, welche Niveau-Senker wir bei unsereins so finden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Das Niveau eines Interviews spiegelt immer das Niveau des Interviewers, nicht das des Interviewten», sagte  Topinterviewer André Müller einst. Mal schauen, welche Niveau-Senker wir bei unsereins so finden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/23/10-grobe-journalisten-fehler-in-interviews/">10 grobe Journalisten-Fehler in Interviews</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wieviel Verantwortung erträgt der Journalismus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/23/wieviel-verantwortung-ertraegt-der-journalismus/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/05/23/wieviel-verantwortung-ertraegt-der-journalismus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2015 22:41:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für einen Journalismus mit Augenmass und Sachverstand: der frühere NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann mit ein paar grundlegenden Gedanken zu einem Beruf am Scheideweg zwischen globalisierter Geschwätzigkeit und einer Renaissance der Relevanz; sein Gastreferat anlässlich der Verleihung des Zürcher Journalistenpreises 2015. Das Publikum ist von unersättlicher Neugierde erfüllt, alles zu wissen, ausser dem, was wissenswert ist. Der <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/23/wieviel-verantwortung-ertraegt-der-journalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für einen Journalismus mit Augenmass und Sachverstand: der frühere NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann mit ein paar grundlegenden Gedanken zu einem Beruf am Scheideweg zwischen globalisierter Geschwätzigkeit und einer Renaissance der Relevanz; sein Gastreferat anlässlich der Verleihung des <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/d/preisverleihungen/2015.php" target="_blank">Zürcher Journalistenpreises 2015</a>.<br />
<span id="more-24625"></span></p>
<blockquote><p>Das Publikum ist von unersättlicher Neugierde erfüllt, alles zu wissen, ausser dem, was wissenswert ist. Der Journalismus, der dies weiss, erfüllt in richtiger Geschäftskenntnis dieses Verlangen. In früheren Jahrhunderten nagelte man die Ohren von Journalisten an Pumpen. Das war sehr hässlich. In unserem Jahrhundert haben die Journalisten ihre eigenen Ohren an die Schlüssellöcher genagelt. Das ist weit ärgerlicher.</p></blockquote>
<p>Wie könnte es anders sein, es ist Oscar Wilde, der dies sagt. Und es liegt weit über 100 Jahre zurück. Seinen Worten entnehmen wir, dass unser Berufsstand offenkundig schon damals nicht den besten Ruf genossen hat. Viel hat sich daran bis heute nicht geändert – im Gegenteil. Das ist mit einer gewissen Gelassenheit zu ertragen, denn wer geliebt werden will, der sollte um den Journalismus einen grossen Bogen machen.</p>
<p>Weniger gleichgültig lassen sollte uns aber die vielstimmige, oft auch schrille Kritik an uns Journalisten; wir alle wissen nur zu gut, dass in unserem Geschäft einiges schief gehen kann – und leider auch einiges schief geht. Wollen wir also nicht geliebt, aber respektiert werden, dann sollten wir als Berufsstand die Verantwortung für das, was und vor allem wie wir es tun, ernst nehmen.</p>
<p>Umso wichtiger sind Anlässe wie der heutige, weil sie den Beweis dafür liefern, dass Journalismus allen Unkenrufen zum Trotz sehr wohl immer wieder seiner Kernaufgabe gerecht wird, sich dem Recherchierten, dem Kenntnisreichen, dem der Sache Verpflichteten, dem Aufklärerischen, dem Investigativen, dem Narrativen, dem Interpretatorischen – kurzum: sich dem Wertbeständigen, weil Werte schaffenden – zu widmen. Dies gilt allen voran für die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Zürcher Journalistenpreises. Sie werden ausgezeichnet, weil ihre Arbeiten bzw. in einem Fall gar das Lebenswerk exemplarisch dafür stehen, was wertegeleitete Publizistik sein sollte.</p>
<p>Liebe Preisträgerinnen und -träger; es ist nicht an mir, Sie zu würdigen – das werden im Anschluss andere tun. Aber ich gratuliere Ihnen bereits an dieser Stelle sehr herzlich zu dieser Auszeichnung! Guter Journalismus braucht solche wie Sie. Als Anstifter, als Vorreiter, als Vorbilder. Mehr denn je.</p>
<p>Nun denn, das waren erstmals die Rosen für Sie, nun kommt das Efeu für uns Nicht-Prämierte.<br />
Denn an diesem welken einige Blätter, bei allem satten Grün, das da spriesst. Lassen Sie mich zum Herbsteln im Journalismus einige Gedanken äussern. Sie sind erstens nicht als Belehrung zu verstehen, weil mir eine solche weder zusteht noch ich sie leisten mag. Zweitens erhebe ich keinen Anspruch auf Ausgewogenheit. Und drittens ist es auch keine persönliche Bilanz meiner bisherigen beruflichen Karriere, schon gar nicht jener der vergangenen neun Jahre an der Spitze der Publizistik der NZZ. Ein solche zu ziehen überlasse ich gerne anderen – es sitzen heute Abend ja einige hier im Saal, die das berufsbedingt leisten, auch wenn ich mir – dieser kleine Seitenhieb sei mir verziehen – ab und an in all den Jahren schon auch die Frage gestellt habe, ob da wohl immer alles verstanden, über das scharfzüngig gerichtet wird.</p>
<p>Nein, meine Ausführungen sind eher einer gewissen Besorgnis über den Gang der Dinge in unserem Geschäft geschuldet – eine Besorgnis, wie ich sie im Übrigen in den letzten Jahren öffentlich immer wieder geäussert habe.</p>
<p>Nach inzwischen mehr als 20 Jahren im Journalismus, davon über die Hälfte der Zeit in Führungsfunktionen, habe ich in den letzten vier Monaten – wenn auch unfreiwillig – Gelegenheit gehabt, mich nicht nur gut zu erholen, sondern auch das eine oder andere zu überdenken, was ich in den letzten Jahren so erlebt habe. Andere gehen dafür gegen teures Geld ins Kloster oder nach Goa. Bei mir kam es unverhofft, dafür war es fast kostenlos – zumal ich wahrlich kein Klosterschüler bin und auch nicht so auf Batik-Standtücher stehe.</p>
<p>«Wie viel Verantwortung erträgt der Journalismus?», so habe ich den Veranstaltern vor einigen Wochen meinen Arbeitstitel für meine Rede übermittelt. Ich wusste damals noch nicht, was genau ich eigentlich damit sagen will – aber Sie kennen ja alle bestens die Krux des Titelsetzens zum Zeitpunkt fehlenden Inhaltes. Denn die Frage ist eigentlich falsch gestellt. Es geht mir nicht um das «wie viel», sondern vielmehr um die Verantwortung selbst. Gibt es sie noch, wird sie wahrgenommen und wenn ja wie – und wird von uns Journalisten überhaupt noch verantwortungsvolles Handeln erwartet?</p>
<p>Irgendwie pendeln wir Journalisten immer ein wenig zwischen Dramaqueen und Glamourgirl – seelisch jedenfalls sind wir nicht sehr ausgeglichen, als Berufsmenschen, wie mir scheint. Wir sind Meister im Austeilen, leiden aber wie Hunde, wenn wir selbst in die Mangel genommen werden. Wir fühlen uns erhaben, allwissend, sind aber bei der nüchternen Analyse unseres eigenen Tuns des Öftern betriebsblind, uneinsichtig und beratungsresitent. Wir sonnen uns in unserem Ego, ohne zu merken, dass die Selbstinszenierung des Journalisten auf Kosten des Journalismus‘ geht – und von weiten Teilen des Publikums, gerade des hiesigen, eher mit Argwohn als mit Bewunderung verfolgt wird.</p>
<p>Meine Vermutung ist, dass wir mit solchem Verhalten im Grunde nur kaschieren, dass wir im Zeitalter der Konvergenz und der sogenannt multimedialen Kanalkompetenz – Sie sehen, ich beherrsche den Jargon noch – viel stärker an den dramatischen Veränderungen des Medienmarktes nagen, als wir uns das eingestehen. Schlagwortartig zusammengefasst lauten diese: Die Erträge aus dem eigentlichen Kerngeschäft, die Kommerzialisierung publizistischer Inhalte, vermögen die Kosten für deren Herstellung nicht mehr zu decken, weil Technologien und Nutzungsgewohnheiten das lange Zeit funktionierende faktische Monopol der Medien für die Informationsbeschaffung, -verarbeitung und –verbreitung zerstört haben.</p>
<p>Das ist für uns Journalisten bei allen Chancen, die das Internetzeitalter bietet, in erster Linie einmal eine Bedrohung – weil ohne vernünftige Refinanzierung dessen, was wir leisten, das, was wir eigentlich leisten sollten, nicht mehr zu leisten sein wird.</p>
<p>Ich habe mich in den letzten Jahren jeweils in alle Richtungen unbeliebt gemacht, wenn ich darauf hingewiesen habe, dass Digitalisierung erstens keine Strategie, sondern eine zwar unabdingbare, aber dennoch nur operative Vorgehensweise ist, und zweitens Onlinejournalismus für die Redaktionen nicht mit weniger, sondern mit mehr Aufwand verbunden ist – und zwar auf allen Ebenen. Es gehört zu den Absonderlichkeiten unseres Metiers, dass dies bis heute noch immer nicht überall verstanden wird.</p>
<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Verleger, CEOs und Medienmanager: Hören wir doch endlich auf, uns selbst in die Tasche zu lügen. Wir sparen dann Kosten ein, wenn es uns gelingt, ineffiziente Produktionsprozesse zu straffen oder nicht-rentable Produkte gänzlich einzustellen. In der Publizistik aber benötigen wir auch in gut organisierten Newsrooms mehr qualifiziertes Personal als je zuvor – wenn wir denn den Anspruch haben, nicht weniger, sondern mindestens gleich viel wenn nicht sogar mehr Inhalte mit einer gewissen Substanz in immer kürzeren Zeitintervallen herzustellen.</p>
<p>Das zu verstehen, braucht nun wahrlich kein Grundstudium im Verlagswesen, sondern es reicht das kleine Einmaleins. Die Sites müssen – nur als Beispiel unter vielen – in der Regel während 20h und 365 Tage betreut werden; Online findet im dreidimensionalen Raum statt; und wir haben als Berufsstand mit Berufung die hehre Pflicht, publizistisch dem Medium durch neue Erzähl- und Darstellungsformen gerecht zu werden. Tun wir eines nicht, beides schlampig oder gleich alles schlecht, sind wir schlicht und ergreifend chancenlos, unser Publikum zu erreichen.</p>
<p>Um an dieses anzuknüpfen; ich bin mir ehrlicherweise nicht mehr ganz sicher, ob unsere Kundschaft immer die gleichen Vorstellungen hat, wie wir es vielleicht als Berufsgruppe gerne möchten. In einer reizüberfluteten Welt hedonistisch geprägter Individualität, in der gesellschaftliche Werte – eben unter anderem Verantwortung – zwar oft angemahnt, selten aber wirklich konsequent gelebt werden, sind Sorgfalt, Besonnenheit, der Sinn für Gerechtigkeit und Fairness etwas in den Hintergrund gerückt. Es dominieren die Sucht nach dem Ego, die Selbstverliebtheit und das Verhaftetsein im Augenblick – und damit einhergehend auch eine gewisse Nonchanlance gegenüber dem, was da auch noch wäre oder kommen könnte.</p>
<p>Tempo zählt, nicht das gemessen Voranschreiten, das laute wird dem leisen Wort vorgezogenen – die Polemik der Reflexion. Mit dieser Nachfrage ist auch der Journalismus konfrontiert. Und sie wird umso williger befriedigt, weil dies mindestens auf kürzere Sicht durchaus lukrativ sein kann. Längerfristig gräbt diese Form von Ambitionslosigkeit uns allen eine tiefe Grube; oder wir graben uns diese gleich selbst, das ist nun eine Frage der Sichtweise und der jeweiligen Betroffenheit.</p>
<p>Oscar Wilde hat dieses Verhalten wie eingangs zitiert schon im vorletzten Jahrhundert als «logisch», wenn auch als ärgerlich kritisiert. Ich neige eigentlich nicht zu Kulturpessimismus – aber bisweilen beschleicht mich selbst als Profi mit sehr hohem und sehr breit gefächertem Medienkonsum der Gedanke, die Welt könnte sich tatsächlich informationstechnisch wieder dorthin zurückentwickeln, wo sie vor einigen Jahrhunderten schon einmal stand: Zum Dorfbrunnen, wo Geschwätzigkeit, Halbwissen und Gerüchte den Alltag der Menschen bestimmte – und einige wenige die Macht besassen, dies zu ihren Gunsten zu nutzen.</p>
<p>Heute heisst dieser Brunnen Facebook oder Twitter, um nur exemplarisch zwei soziale Medien der Gegenwart zu nennen – wobei der Marktplatz der Eitelkeiten, des Hinterhältigen, des Blauäugigen und des Verführerischen dank der Verbreitung in Bits und Bytes zeitlich, geographisch und mengenmässig schrankenlos geworden ist. Wen wundert es, wenn in einer solchen Welt während Wochen die Fälschung, oder Echtheit, oder war es nun die Satire über die Echtheit der Fälschung? – kurzum: wenn über Wochen der Mittelfinger des griechischen Finanzministers plötzlich das dominierende Thema ist, wenn innerhalb von wenigen Stunden nach einem Flugzeugabsturz Küchenpsychologen den Gemütszustand von Piloten deuten oder selbst auf seriösen Nachrichtensites Heerscharen von Trollen Wahrheiten zur Lüge und Lügen zur Wahrheit umdeuten können, wie es bei der russischen Expansion in der Ostukraine seit Monaten der Fall ist.</p>
<p>Wir Journalisten sind vor solchem Irrlichtern nicht gefeit, weil wir einerseits simpel gesprochen auch nur Menschen unserer Zeit sind, andererseits aber auch immer abzubilden haben und mitleben, was die Zeit aus uns Menschen macht. Selbstkritisch müssen wir aber auch eingestehen, dass wir in den letzten Jahren viel dafür getan haben, uns als Berufsstand selbst in Frage zu stellen – etwa dann, wenn wir solche Hysterien anzetteln, sie befeuern bzw. sich ihrer unkritisch annehmen.</p>
<p>Und gerade deshalb begegne ich dem sogenannt partizipativen Journalismus mit einiger Reserviertheit. Ich kenne keine andere Berufsgruppe, die sich in so kurzer Zeit so freigiebig der Mitsprache und dem Mitspracherecht durch alle und jeden geöffnet hat. Es wäre mir jedenfalls neu, dass sich der Metzger über die Güte des Fleisches dreinreden lässt oder der Neurologe seine Diagnose von den Likes seiner Postings abhängig macht. Von Selbstvertrauen in das, was uns Journalisten von Nicht-Journalisten unterscheidet, zeugt es jedenfalls nicht.</p>
<p>Verstehen Sie mich nicht falsch: Die viel besungene Demokratisierung des Internets hat im Journalismus durchaus Gutes bewirkt. Leider steht auf der Negativseite eine zunehmende Infantilisierung und Verarmung dessen, was wir gemeinhin als Journalismus bezeichnen. Schund und Ramsch vermengt sich mit Werthaltigem und Tiefsinnigem. Diese Mélange ist daher so fatal, weil sie für den Konsumenten nicht mehr erkennbar aus mehreren Teilen besteht, sondern eine graue Molasse ist. Hören wir also schleunigst damit auf, uns als Berufsgattung obsolet zu machen, weil die Beteiligung von Hinz-und-Kunz den scheinbar wichtigeren Beitrag leistet als eine profunde Ausbildung, die im Rahmen einer branchenweiten und gattungsneutralen Berufszertifizierung zu schützen wäre. Dass wir eine solche auch in diesem Land immer noch nicht kennen, halte ich für einen grossen Fehler – und ich frage mich seit Jahren, ob das trotzige Streiten um einen neuen GAV zwischen Verlegern und Journalisten den wahren Herausforderungen im digitalen Zeitalter gerecht wird.</p>
<p>War der Speakers Corner früher ein begrenzter Raum, in dem sich selbsternannte Weltdeuter und Spinner an ein überschaubares Publikum richten konnten, ist der Einbezug jedes und jeder bei der journalistischen Selektion, Kuration und Interpretation des Geschehens inzwischen zum eigentlichen Mantra in vielen Verlagshäusern geworden. Wir Journalisten werden in einer Mischung aus Staunen, Schaudern und Überforderung blitzschnell zu willfährigen Dienstleistern, statt dass wir gemeinsam Grenzen setzen dort, wo die viel beschworene Einbindung des Konsumenten keinen publizistischen Mehrwert bietet, sondern vielmehr grundlegende journalistische Prinzipien gefährdet.</p>
<p>Ich halte nicht viel vom Pathos der Berufung; Journalismus ist ein Handwerk, wenn auch ein ehrbares und in Demokratien und Diktaturen unabdingbares, weil Transparenz schaffendes. Aber etwas mehr Herzblut bei der Verteidigung dieses Ethos, das wünschte ich mir schon. Das gesagt, gehört natürlich in einer Zeit der fundamentalen Transformation ein Mehr an unternehmerischem Denken dazu, vor allem bei uns Journalisten. Sich den Gesetzmässigkeiten von Markt und Wettbewerb in einer Redaktion zu verweigern, ist falsch verstandene Arbeitsteilung zwischen Medienmanagement und Journalismus.</p>
<p>Denn die Folge dieser Verweigerungshaltung ist unter vielem, dass das Spezifikum journalistischen Arbeitens immer weniger verstanden wird. Zum Beispiel, dass ein Journalist Inhalte herstellt, die nicht reproduzierbar sind. Wir sind Meister der Einzelanfertigung – nicht standardisierbar, nicht für eine industrielle Massenproduktion tauglich. Punkt.</p>
<p>Sie können Roboter einsetzen, um Börsen- oder Sportberichte zu texten, aber Sie können nicht – noch nicht – die kurrligen Gedanken eines Spezialisten im Feuilleton für zeitgenössische Naturton- Musik oder den Spürsinn eines investigativen Reporters bei der Frage, wie gross die Macht der Lobbyisten in Bern nun wirklich ist, auf Knopfdruck abrufen. Geht nicht. Wirklich nicht.</p>
<p>Ich singe hier nicht blauäugig das hohe Lied des nur fleissigen und nur kreativen Vielschreibers; glauben Sie mir, ich kenne mich – und ich kenne viele unter Ihnen. Und ich habe wahrlich genügend oft mit dem Interessenkonflikt umgehen müssen, redaktionelle Kosten der wirtschaftlichen Realität anzupassen und trotzdem gute Publizistik sicherzustellen. Denn beides, inhaltliche und kaufmännische Solidität, ist entscheidend für den Erfolg eines jeden Medienproduktes, ganz egal, ob in einem etablierten Verlagshaus hergestellt oder in der digitalen Ich-AG entstanden.</p>
<p>Das gesagt, bleibt wichtig und richtig, in Redaktionen, auf Korrespondentenposten oder im Netzwerk freier Journalistinnen und Journalisten auf eine gute Durchmischung von Kompetenzen, Qualifikationen und Charakteren zu achten. Und es irrt, wer meint, mit platten weltanschaulichen oder gar politischen Glaubenssätzen eine Redaktion führen zu können. Ein guter Journalist ist vor allem einmal einer, der nicht nach Nullachtfünfzehn strebt, sondern immer ein wenig fünf vor zwölf hat. Ein Journalist, eine Journalistin, benötigt immer auch ein Quäntchen Narrenfreiheit, soll er oder sie nicht nur faktenorientiert und akribisch präzise, sondern eben auch immer aufrührerisch, aufklärerisch, anregend und bildend sein. Dabei dürfen wir eines nie vergessen: Wir Journalisten sind Sprachrohr, Täter, Opfer und Richter in einem – was uns Macht verleiht, mit der wir sorgsam umzugehen haben. Schlendrian gerade in diesen Dimensionen rächt sich bitter. Für uns alle!</p>
<p>Einen so verstandenen Beruf können Sie nun nicht einfach in eine Excel-Tabelle giessen und damit einen Businessplan berechnen. Genau darum ist meine Achtung vor dem generationsübergreifendem Verlegertum in den letzten Jahren gewachsen. Auch dieses ist vor Dummheiten nicht gefeit; aber gedacht wird in der Regel nicht in Quartalen, sondern in Dekaden. Und an Sie als Journalistinnen und Journalisten appelliere ich, sich Wissen und Mitsprache in verlegerischer Fragen zu erarbeiten, statt sich als Angestellte Schritt für Schritt von unternehmerischen Entscheidungen zu entmündigen. Anders als branchenfremde Manager und Berater wissen Sie wie kein anderer um die Ingredienzen dieses so speziellen Geschäftes. Etwa, dass Sie nicht alles berechnen können – vor allem eines nicht; die Güte von Inhalten und deren Akzeptanz auf dem potentiellen Markt. Journalismus – mindestens jener mit Anspruch – ist knochenharte Langzeitarbeit. Und er bedarf der stetigen, unaufgeregten und verlässlichen Pflege, Hege und Sorgfalt.</p>
<p>Dieser Ambition steht das Mittelmass gegenüber; das viel gescholtene «Mainstreamige» gerade im Journalismus ist letztlich nur ein Abbild einer gesellschaftlichen Entwicklung, ein Spiegelbild der sättigenden und eindösenden Genügsamkeit. Und so existiert leider eine Hybris zwischen hysterischer Aufgeregtheit über wenig Relevantes und dem gelangweilten: «Ach herrje, das interessiert doch Niemanden» bei durchaus Gewichtigem. Wen wundert es, wenn bei einer solchen Einstellungen nicht nur die Glaubwürdigkeit unseres Berufes leidet, sondern sich auch immer mehr Menschen vom Journalismus abwenden bzw. keinen Unterschied mehr erkennen können zwischen uns als Berufsleuten, dem Hobby-Schreiber, dem Möchtegern-Reporter, dem Kommunikationsbeauftragten, dem Native Advertiser oder dem Lobbyisten.</p>
<p>Ich halte nicht viel vom «Entschleunigungs»-Mantra, das nun auch im Journalismus wieder Einzug hält. Journalismus, mindestens der aktualitätsorientierte, ist per definitionem «schnell». Sehr wohl aber glaube auch ich, dass wir ein Mass an Aufgeregtheit erreicht haben, dass dem Wesen des Journalismus zuwiderläuft: Nämlich die Prüfung der Sachlage, bevor man sie verkündet und gleich auch schon interpretiert. Mut zur Lücke und Mut zur Reflexion, kurzum: mehr Sorgfalt und Demut vor der Tatsache, dass das Sofortige oft auch das rasch Vergessene ist, täten uns gut. Denn unsere Existenzberechtigung ist nicht in erster Linie die Geschwindigkeit, sondern die Fähigkeit, relevant von unwichtig zu trennen, Informationen also zu kuratieren und so aufzubereiten, dass neben dem rein Faktischen auch ein Erkenntnisgewinn durch die Einbettung in das grössere Ganze erzielt wird.</p>
<p>Dafür, liebe Anwesende, kann man Geld verlangen. Für alles andere gibt es entweder keine Nachfrage oder schon zig Anbieter, die zu deutlich tieferen Gestehungskosten deutlich bessere Produkte anbieten. Google beispielsweise, oder auch Facebook – die sinnigerweise beide nun von renommierten Verlagshäusern als Partner akzeptiert werden; sinnigerweise, weil man noch eben einen Kampf gegen Snippets und für das Leistungsschutzrecht führte und gemeinsam in das hohe Lied der Bezahlinhalte einstimmte.</p>
<p>Das gesagt, fällt mir mit etwas Distanz auf, wie sehr wir uns bei der Debatte über die Zukunft der Medien mit Fragen der Verpackung beschäftigen, statt mit jener der Inhalte. Löbliche Ausnahme bildet dieser Tage die anstehende RTVG-Abstimmung, die erfreulicherweise zu einer Diskussion über Aufgabe und Grenzen des Service public geführt hat. Sonst aber dominiert das Technologische, das Markentechnische, die Verkäuflichkeit von Inhalten; wie diese aussehen oder aussehen könnten und vor allem, mit welchen Fragen sich diese beschäftigen sollten, bleibt sehr oft eine etwas akademische Diskussion unter Fachleuten und ambitionierten Journalisten – und das meine ich auch durchaus selbstkritisch mit Blick auf den Fokus meiner Tätigkeit in den letzten Jahren.</p>
<p>Die Marginalisierung der Inhaltsdiskussion widerspiegelt sich auch auf höchster Managementebene oder in Verwaltungsräten; es hat praktisch keine Journalisten in solchen Gremien mehr, und angesichts der dramatischen Veränderungen im Medienmarkt richtet sich das Augenmerk bei der Besetzung von Führungsfunktionen nachvollziehbarerweise sehr stark auf die betriebswirtschaftliche und unternehmerische Kompetenz. Wen wundert’s, wenn in einer solchen Atmosphäre das Kerngeschäft, so es denn überhaupt noch eines ist, öfters als «notwendiges Übel» denn als wertschaffend wahrgenommen wird?</p>
<p>Werden wir unserer Verantwortung als einzigartiger Berufsstand also gerecht – auch mit Blick auf die grossen Fragen unserer Zeit? Ich zögere, mit einem klaren Ja zu antworten. Vielleicht auch, weil ich aus meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit erfahren habe, dass zwischen «wahr», «halb-wahr», «möglicherweise wahr» und «schlicht falsch» oft nur eine sehr feine Grenze verläuft, wenn überhaupt.</p>
<p>Liebe Anwesende; wir sollten uns wieder bewusster werden, wem und für was unsere Arbeit eigentlich dient; nehmen wir uns dabei nicht zu wichtig; bleiben wir kritisch nicht nur gegenüber Dritten und Drittem, sondern auch gegenüber uns selbst; vermeiden wir Zynismus, weil er uns nicht zusteht, und Arroganz, weil sie uns blind macht; und seien wir achtsam darauf, dass das, was wir in welcher Form und in welchen Kanälen auch immer publizieren, wirklich Hand und Fuss besitzt – was natürlich auch für den Vortragenden und dessen heutige Wortmeldung gilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/23/wieviel-verantwortung-ertraegt-der-journalismus/">Wieviel Verantwortung erträgt der Journalismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das nervt an Journalisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/22/das-nervt-an-journalisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2014 11:50:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag «Deshalb nervt PR» hat in der Branche der Spin-Doktoren für Wirbel gesorgt. Ich bekam unerwartet viel Post, sogar Repliken wurden verfasst. Unter den Absendern waren auch prominente Namen aus PR-Büros wie Farner, Dynamics Group und Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Die Liste der 10 PR-Todsünden hat einige aus der Reserve gelockt. Ich serviere Ihnen gerne einige Perlen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Beitrag «Deshalb nervt PR» hat in der Branche der Spin-Doktoren für Wirbel gesorgt. Ich bekam unerwartet viel Post, sogar Repliken wurden verfasst. Unter den Absendern waren auch prominente Namen aus PR-Büros wie Farner, Dynamics Group und Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Die Liste der 10 PR-Todsünden hat einige aus der Reserve gelockt. Ich serviere Ihnen gerne einige Perlen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/das-nervt-an-journalisten/">Das nervt an Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir brauchen keinen Darsteller-Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/21/wir-brauchen-keinen-darsteller-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 07:11:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Media Entrepreneure]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten als Unternehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Hardy Prothmann]]></category>
		<category><![CDATA[Gate-Keeping]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Journalismus steckt in seiner bisher größten Krise. «Media Entrepreneure» sind das Letzte, was die Zukunft braucht. Ohne eine offene Vernetzung und den Abbau von «Systemgrenzen» wird ein unabhängiger Journalismus nicht überleben können.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalismus steckt in seiner bisher größten Krise. «Media Entrepreneure» sind das Letzte, was die Zukunft braucht. Ohne eine offene Vernetzung und den Abbau von «Systemgrenzen» wird ein unabhängiger Journalismus nicht überleben können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/wir-brauchen-keinen-darsteller-journalismus/">Wir brauchen keinen Darsteller-Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Verfall journalistischen Handwerks</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/22/der-verfall-journalistischen-handwerks/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2014 10:37:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Spex]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Defcon]]></category>
		<category><![CDATA[Max Dax]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der politische Journalismus befindet sich seit Beginn des Kriegs gegen den Terror in der Krise. Der Verfall journalistischen Handwerks hat mit der Ukraine-Berichterstattung unserer Medien einen neuen Tiefpunkt erreicht. Max Dax und Robert Defcon führen in der spex ein Gespräch zur Zeit.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der politische Journalismus befindet sich seit Beginn des Kriegs gegen den Terror in der Krise. Der Verfall journalistischen Handwerks hat mit der Ukraine-Berichterstattung unserer Medien einen neuen Tiefpunkt erreicht. Max Dax und Robert Defcon führen in der spex ein Gespräch zur Zeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/22/der-verfall-journalistischen-handwerks/">Der Verfall journalistischen Handwerks</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Berner Zeitungen die Stimmung anheizen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/11/wie-berner-zeitungen-die-stimmung-anheizen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2014 12:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es braucht nicht viel, um fremdenfeindliche Sprüche zu provozieren. Es reicht völlig, wenn Journalisten ihre Arbeit nicht machen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es braucht nicht viel, um fremdenfeindliche Sprüche zu provozieren. Es reicht völlig, wenn Journalisten ihre Arbeit nicht machen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/11/wie-berner-zeitungen-die-stimmung-anheizen/">Wie Berner Zeitungen die Stimmung anheizen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Unvereinbare Interessen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/20/unvereinbare-positionen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2012 08:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Autorisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Bar-Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Nill]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[David Degen]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Fussballer]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Degen]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Zoff um das Interview mit den Degen-Brüdern ist es gekommen, weil zwei Welten aufeinanderprallten: Die Fussballer wollten eine PR-Geschichte und «Bar-Storys»-Herausgeber Christian Nill ein journalistisches Interview. Deshalb hätte es auch nichts gebracht, glaubt Nill, wenn er sich mit den FCB-Spielern im Vorfeld auf ein Autorisierungsprozedere geeinigt hätte. Man kann es naiv nennen oder einfach <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/20/unvereinbare-positionen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Zoff um das Interview mit den Degen-Brüdern ist es gekommen, weil zwei Welten aufeinanderprallten: Die Fussballer wollten eine PR-Geschichte und «Bar-Storys»-Herausgeber Christian Nill ein journalistisches Interview. Deshalb hätte es auch nichts gebracht, glaubt Nill, wenn er sich mit den FCB-Spielern im Vorfeld auf ein Autorisierungsprozedere geeinigt hätte.<br />
<span id="more-9877"></span><br />
Man kann es naiv nennen oder einfach vertrauensselig: «Vor dem Gespräch mit den Degen-Brüdern habe ich mit ihnen nie über die Autorisierung gesprochen», sagt Christian Nill und bestätigt damit eine Aussage, die er auch schon <a href="http://tablet.baz.ch/artikel/?objectid=F1EAD78F-AED6-B2D0-4C981DB2F2DC0D8A" target="_blank">der BaZ gegenüber</a> gemacht hat. Aufgrund seiner bisherigen Interviews, die er den Fussballern im Vorfeld zur Lektüre empfohlen hatte, ging er davon aus, dass der Rahmen klar genug abgesteckt sei. Auch David Degen, mit dem sich Nill auf das Interview vorbereitet hatte, brachte die Autorisierung vor dem Gespräch nie aufs Tapet.</p>
<p>Selbst wenn er mit seinen Gesprächspartnern nichts Konkretes vereinbart, hält es Christian Nill für selbstverständlich, die schriftliche Fassung des Interviews zur Autorisierung vorzulegen. Dabei geht er immer gleich vor: «Es gilt die unausgesprochene Spielregel, dass die Gesprächspartner den Text zum Gegenlesen erhalten, die Fakten kontrollieren können und allfällige &#8218;Änderungswünsche&#8216; im Text markieren dürfen. Damit sage ich implizit auch, dass es nur darum geht, die Fakten zu kontrollieren und nicht, nach Belieben Änderungen vorzunehmen.» An diese Spielregel habe er sich auch beim Degen-Interview gehalten. Was bei früheren «Bar-Storys» mehr oder weniger reibungslos geklappt hat, funktioniert bei den FCB-Spielern nicht.</p>
<p>Das Gespräch sei komplett umzuschreiben, fordert David Degen, ansonsten er und sein Bruder die Freigabe verweigerten. Nill schreibt eine zweite Fassung, «diesmal fokussierter auf die eigentlichen Inhalte und mit viel weniger Ping-Pong-Schlagabtäuschen der Zwillinge», wie er in einem <a href="http://bar-storys.ch/gedanken-eines-hampelmanns/" target="_blank">Kommentar zur Affäre</a> festhält. Doch auch das reicht nicht. Die Fussballer beharren weiterhin darauf, dass das Interview komplett umgeschrieben wird. Für Nill geht das zu weit. Er veröffentlicht das Interview trotz fehlender Autorisierung. Es sollte aber nicht lange dauern, bis sich der Anwalt der Fussballer und der Präsident des FC Basels melden und Nill ultimativ und unter Androhung rechtlicher Schritte auffordern, das Gespräch von der Website zu entfernen. Nill handelt, wie gefordert. Er habe die Situation einfach nicht eskalieren lassen wollen. Ausserdem sei sein Anwalt Anfang August in den Ferien gewesen und habe aus der Ferne den Sachverhalt nicht genau beurteilen können. Dass er die Unannehmlichkeiten hätte verhindern können, wenn er im Vorfeld die Spielregeln klarer definiert hätte, glaubt Christian Nill indes nicht. Er habe sich professionell verhalten, den Gesprächspartnern das Interview vorgelegt und ihnen im üblichen Rahmen die Möglichkeit zum Eingriff geboten.</p>
<p>Der Grund für den Streit um das Interview liegt anderswo: David und Philipp Degen sahen im Gespräch eine PR-Plattform für ihr neues E-Commerce-Projekt. «Es war eine ihrer Bedingungen für das Zustandekommen des Gesprächs, dass wir prominent darüber sprechen würden», sagt Christian Nill. Und auch bei der Wahl der Bar sollte nichts dem Zufall überlassen werden: «David Degen wünschte sich eine Location, die sich für sein Business-Projekt eignet und mit deren Inhaber er schliesslich ins Geschäft kommen kann.» Ihm sei das dann fast ein bisschen zu weit gegangen und er habe David Degen daran erinnert, dass er nicht ihr PR-Schreiber sei, sondern ein unabhängiger Journalist. Offensichtlich ist die Botschaft nicht angekommen. Obwohl sich die Degen-Brüder während des Gesprächs sehr wohl fühlten und Christian Nill in den höchsten Tönen für seine Professionalität als Journalist lobten, bezeichneten sie die schriftliche Fassung als «das schlechteste Interview», das sie je gelesen hätten.</p>
<p>Das Interview eignet sich tatsächlich denkbar schlecht als Werbeunterlage für die E-Commerce-Plattform der beiden Fussballer. Zum einen, weil es den Degen-Brüdern nicht gelingt, das Konzept einfach und verständlich zu erklären, zum anderen, weil ihnen Christian Nill nicht als Steigbügelhalter entgegenkommt. «Ich habe mich nicht auf dieses Thema vorbereitet», sagt Nill. «Schliesslich war es ihr Wunsch, darüber zu sprechen und nicht meiner.» Entsprechend sperrig bis verwirrlich liest sich der Abschnitt; PR sieht anders aus.</p>
<p>Der Streit um das Degen-Interview befindet sich derzeit in der Schwebe; Klage gegen «Bar-Storys» ist bisher keine eingegangen. Christian Nill wiederum fehlt die juristische Sicherheit, das Gespräch erneut zu veröffentlichen. Obwohl er das heute nicht so direkt sagen mag, liegt es auf der Hand, dass er alles daran setzen wird, das Degen-Interview nicht in der Versenkung verschwinden zu lassen.</p>
<p><small>Bild: <a href="http://www.mischascherrer.ch/" target="_blank">Mischa Scherrer</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/20/unvereinbare-positionen/">Unvereinbare Interessen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Schlechter Stil</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/02/schlechter-stil/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2012 08:42:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[René Pfister]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Heribert Prantl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Detailreich hat Heribert Prantl in einem Zeitungsartikel eine Szene beschrieben, die er nur vom Hörensagen kannte. Ein Fehler? Prantl, der Journalist gewordene Jurist, meint klar: nein. Das trägt ihm Spott und Häme ein. Es sind Sätze wie diese, die den Eindruck erwecken könnten, dass sich der Journalist tatsächlich in der Küche von Andreas Vosskuhle aufgehalten <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/02/schlechter-stil/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/08/prantl_klein.jpg" alt="" width="120" height="122" /> Detailreich hat Heribert Prantl in einem Zeitungsartikel eine Szene beschrieben, die er nur vom Hörensagen kannte. Ein Fehler? Prantl, der Journalist gewordene Jurist, meint klar: nein. Das trägt ihm Spott und Häme ein.</p>
<p>
<span id="more-30515"></span><br />
Es sind Sätze wie diese, die den Eindruck erwecken könnten, dass sich der Journalist tatsächlich in der Küche von Andreas Vosskuhle aufgehalten hatte: «Bei Vosskuhles setzt man sich nicht an die gedeckte Tafel und wartet, was aufgetragen wird. Eine Einladung bei dem kinderlosen Juristenpaar (&#8230;) beginnt in der Küche.» Doch Prantl war nie Gast beim Präsidenten des deutschen Bundesverfassungsgerichts. Was er schreibt, kennt er nur vom <a href="http://www.fr-online.de/medien/klage-gegen-sueddeutsche-sz-autor-faelscht-vosskuhle-portraet,1473342,16754242.html" target="_blank">Hörensagen</a>. In seinem Porträt vom 10. Juli hat das Prantl das aber nirgends deklariert.</p>
<p>Solche Unterlassung kann mitunter gravierende Folgen haben. Vor einem Jahr musste das «Spiegel»-Reporter René Pfister erfahren. Weil er – ähnlich wie jetzt auch Prantl – den Einstieg zu seinem preisgekrönten Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer ohne eigenen Augenschein verfasst hatte, wurde ihm der zuvor verliehene Henri-Nannen-Preis für die beste Reportage <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/in-eigener-sache-unverstaendnis-ueber-aberkennung-des-egon-erwin-kisch-preises-a-761579.html" target="_blank">aberkannt</a>. Ein harter Entscheid, der umso unverständlicher ist, weil die Jury den Text gar nicht in den Wettbewerb hätte aufnehmen müssen, wenn sie so strenge Massstäbe anlegen will.</p>
<p>Die Journalisten Prantl und Pfister haben nicht das Publikum getäuscht mit fabrizierten Fakten und frei erfundenen Begebenheiten. Mit ihren Schilderungen, die auf Beobachtungen Dritter basieren, kommen sie der Realität vielleicht sogar näher, weil sie sich nicht nur und auf ihre eigene subjektive Wahrnehmung abstützen. Die Krux: Je plausibler sich eine solche Schilderung liest, desto stärker geht der Leser von der Anwesenheit des Reporters am Schauplatz aus – und reagiert irritiert bis empört, wenn er das Gegenteil erfährt.</p>
<p>Dessen war sich wohl auch die Redaktion der Süddeutschen Zeitung bewusst. Sie bedauere diesen «Fehler», schreibt die Redaktion. Derweil verteidigt Prantl sein Vorgehen: Aus dem Text gehe hervor, dass er nicht selbst in der Küche des Gerichtspräsidenten anwesend gewesen sei. Schliesslich habe er seine Person an keiner Stelle eingeführt. Das stimmt. Wobei Journalisten grundsätzlich nur ungern in der ersten Person schreiben. Insofern könnte das «man» in Prantls Schilderungen durchaus als Platzhalter für das verpönte «ich» gelesen werden.</p>
<p>Aber ist das ein Fehler? Oder nur schlechter Stil? Gemessen an den öffentlichen Reaktionen muss Prantl etwas ganz Schlimmes gemacht haben. Aus vielen Kommentaren trieft die Schadenfreude nur so. Ätsch-bätsch, jetzt hats ihn erwischt, selber schuld! Oder im O-Ton: «Verdiente Häme für seinen Narzismus.» Dieser Unterton ist auch in der <a href="http://www.welt.de/kultur/article108427979/Auf-ein-Gulasch-mit-Heribert-Prantl.html" target="_blank">satirischen Retourkutsche in der «Welt»</a> nicht zu überlesen, wo der Autor eine Küchenszene im Hause Prantl schildert – vom Hörensagen. Das liest sich lustig, bringt aber die Diskussion nicht weiter. Vielleicht eignet sich der Fall Prantl auch gar nicht, um die einwandfreie Machart der Reportage zu verhandeln, weil die Prominenz des mutmasslichen Missetäters einer sachlichen Debatte im Weg steht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/02/schlechter-stil/">Schlechter Stil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wie man die Welt unbegreiflich macht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/04/04/wie-man-die-welt-unbegreiflich-macht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 15:46:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Woche lang hat Tages-Anzeiger-Reporter Jean-Martin Büttner ferngesehen und herauszufinden versucht, wie das Schweizer Fernsehen sein schwindendes Publikum informiert. Seine Bilanz fällt durchzogen aus: Am meisten haben Büttner jene Beiträge überzeugt, bei denen das Fernsehen – welch Wunder – Bilder sprechen lässt. Weniger gefallen haben dem Zeitungsmann gespielte Emotionen, flapsiger Tonfall und falsches Rollenverständnis der <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/04/wie-man-die-welt-unbegreiflich-macht/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Woche lang hat Tages-Anzeiger-Reporter Jean-Martin Büttner ferngesehen und herauszufinden versucht, wie das Schweizer Fernsehen sein schwindendes <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ipad/schweiz/Zur-Sache-bitte/story/10185861" target="_blank">Publikum informiert</a>. Seine Bilanz fällt durchzogen aus: Am meisten haben Büttner jene Beiträge überzeugt, bei denen das Fernsehen – welch Wunder – <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=2b909dcf-fbc7-4caa-a50c-502fe650deea" target="_blank">Bilder sprechen lässt</a>. Weniger gefallen haben dem Zeitungsmann gespielte Emotionen, flapsiger Tonfall und falsches Rollenverständnis der Moderatoren.</p>
<p>Weshalb das Nachrichtenfernsehen so ist, wie es nunmal ist, zeigt ZDF-Redaktor <a href="https://twitter.com/#!/martingiesler" target="_blank">Martin Giesler</a> in einem satirischen, aber deshalb nicht minder realistischen Beitrag über das Handwerk hinter der Kamera.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="233" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/0ymtgwM-jzw?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="233" src="https://www.youtube.com/v/0ymtgwM-jzw?version=3&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<space><br />
<space></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/04/wie-man-die-welt-unbegreiflich-macht/">Wie man die Welt unbegreiflich macht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Unter falscher Identität</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/02/unter-falscher-identitat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Rafaela Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 15:23:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Verdeckte Recherche]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verdeckte Recherche ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch die aufwändigen und auch umstrittenen Reportagen von Günter Wallraff bekannt. Doch es gibt auch die kleinen Wallraffs. In der Schweiz arbeiten immer wieder Journalisten mit der rechtlich und ethisch heiklen Methode der verdeckten Recherche. Allerdings nur punktuell und ohne langfristig und unter falscher Identität in ein <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/02/unter-falscher-identitat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/02/unter-falscher-identitat/">Unter falscher Identität</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/ali_wallraff.jpg" alt="" width="120" height="136" /> Verdeckte Recherche ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch die aufwändigen und auch umstrittenen Reportagen von Günter Wallraff bekannt. Doch es gibt auch die kleinen Wallraffs. In der Schweiz arbeiten immer wieder Journalisten mit der rechtlich und ethisch heiklen Methode der verdeckten Recherche. Allerdings nur punktuell und ohne langfristig und unter falscher Identität in ein fremdes Milieu abzutauchen.<br />
Die Autorin hat für ihre Bachelor-Arbeit sieben Schweizer Journalisten befragt, die bei ihren Recherchen verschleiern und vorspielen.<br />
<span id="more-28936"></span><br />
Verdeckte Recherche: Ein journalistisches Arbeitsinstrument aus den glorreichen Zeiten des Journalismus? Eine Methode, die nur noch in romantischen Journalistenfantasien vorkommt? Gibt es denn in der Schweiz noch verdeckte Recherche oder ist sie einfach unnötig? Doch, es gibt sie noch. Nur nicht so spektakulär wie sie ein Günter Wallraff für seine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ganz_unten" target="_blank">grossen Sozialreportagen</a> inszeniert hatte.</p>
<p>Gerade bei Recherchen zu Unternehmen aus der Privatwirtschaft oder beim Konsumentenjournalismus wird nicht selten mit verdeckten Karten gespielt. Etwa dann, wenn Journalisten einen unverfälschten Blick hinter die PR-Kulissen werfen wollen, um beispielsweise Einstandspreise bei Grosshändlern herauszufinden, oder um zu beobachten, wie kompetent Anwälte ahnungslose Bürger beraten, oder um zu testen <a href="https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/category/transparenztest-2011/" target="_blank">wie transparent Bundesämter</a> tatsächlich auf Anfragen reagieren und wie einfach man sich eine Doktorarbeit kaufen kann – verdeckte Recherche findet vielfältige Anwendung.</p>
<p>Ein aktuelles Beispiel einer verdeckten Recherche lieferte den Stoff für einen Artikel im «Beobachter». Ein Journalist loggte sich in verschiedene <a href="http://www.beobachter.ch/familie/kinder/artikel/chat-foren_kommst-du-in-die-sauna-mit-mir/" target="_blank">Chat-Räume im Internet</a> unter der Identität einer 15-Jährigen ein, kreierte eine E-Mail-Adresse und ein Personenprofil mit Bild. Er wollte herausfinden, auf welche Menschen Kinder im Internet treffen. «Ich habe dann probiert mich da reinzudenken und etwas die Naive, Verlegene und Überraschte zu spielen», erklärt der Journalist. Die unzweideutigen Angebote seien sehr schnell gekommen.</p>
<p>Es ist nicht selbstverständlich, dass noch verdeckt recherchiert wird, denn Journalisten begeben sich damit in eine Grauzone. Es gilt rechtliche und ethische Klippen zu umschiffen. Der Schweizer Presserat äussert sich in den Richtlinien des Journalistenkodex <a href="http://www.presserat.ch/12870.htm" target="_blank">klar gegen Recherchemethoden der Verschleierung</a>. In Punkt 4.2 bietet er jedoch <a href="http://www.presserat.ch/12880.htm" target="_blank">ein Schlupfloch</a>: «Verdeckte Recherchen sind ausnahmsweise zulässig, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse an den damit recherchierten Informationen besteht und wenn diese Informationen nicht auf andere Weise beschafft werden können.» Doch der Begriff «öffentliches Interesse» bedarf von Fall zu Fall der Auslegung.</p>
<p>Undercoverrecherche birgt auch rechtliche Risiken. Anders als in Deutschland ist ihr Status in der Schweiz noch nicht durch eine dezidierte Rechtsprechung geklärt, wie der deutsche Medienwissenschaftler Michael Haller in seinem Handbuch <a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783896694348" target="_blank">«Recherchieren»</a> festhält. Vor allem Rechtsbereiche zum Schutze der Persönlichkeit und der Privatsphäre können bei verdeckter Recherche verletzt werden. Bisherige <a href="http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=07.10.2008_6B_225/2008" target="_blank">Gerichtsurteile</a> aus der Schweiz, die vor allem den Einsatz von versteckter Kamera betreffen, fielen <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002152.html" target="_blank">eher restriktiv aus</a>. Dies könnte Journalisten hemmen, sich an die Methode heranzuwagen. So meint beispielsweise ein befragter Journalist: «Heute muss man damit rechnen, verurteilt zu werden. Die bisherige Rechtsprechung ist nicht ausgelotet.»</p>
<p>Es überrascht also nicht, dass die befragten Experten ihre Grenzen selber eng ziehen. Für alle gilt die verdeckte Recherche als Ausnahmeinstrument, das nur in Betracht gezogen werden darf, wenn kein anderes Recherchewerkzeug zur gewünschten Information führen kann &#8211; als Ultima Ratio sozusagen. Zudem sind sich die Experten einig, dass die Täuschung vor der Publikation des Artikels aufgelöst werden und die Intention dahinter dargelegt werden muss. Eine Mehrheit der befragten Journalisten findet, dass verdeckt recherchierte Themen eine hohe Relevanz besitzen müssen und die Wahl der Methode durch ein hohes öffentliches Interesse gerechtfertigt werden muss. Ein Journalist fasst diese Abwägungen so zusammen: «Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass wenn es in einen juristischen Graubereich geht, ich gemeinsam mit dem Verlag eine Güterabwägung vornehme, und vielleicht finde: OK, das öffentliche Interesse legitimiert, wenn man das Gesetz ein bisschen ankratzt.»</p>
<p>Als Gründe, wieso verdeckte Recherche in der Schweiz selten angewendet wird, lassen die Experten weder mangelndes Know-how noch fehlende Zeit gelten. Es brauche nicht enorm viel Zeit für verdeckte Recherche, sondern eher einen Zeithorizont, innerhalb dessen eine verdeckte Recherche laufen kann. Zudem ist natürlich etwas Kreativität erforderlich, um die Methode in den journalistischen Alltag einzubauen. Und es braucht eine mutige Redaktion: «Verdeckte Recherchen sind Geschichten mit grossem Aufwand und unklarem Output», erklärt ein befragter Journalist, «dieses Risiko muss eine Redaktion eingehen können.» Zudem beeinflussen das Recherchebudget und die Ausrichtung des Mediums die Anwendung verdeckter Recherche.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich die sieben Journalisten einig waren, dass Undercoverrecherche wichtig ist für den Schweizer Journalismus und keineswegs ein Relikt aus vergangener Zeit. Es lässt sich sogar ein Trend zu einer neuen Art verdeckter Recherche ausmachen. Die befragten Journalisten tauchen nicht komplett und längerfristig in ein Milieu ab, wie Wallraff das gemacht hat. Sie nutzen verdeckte Recherche mithilfe virtueller Identitäten im Internet, fingierter Telefonanrufe und kurzfristiger Rollenspiele und helfen so Missstände aufzudecken. Dies passiert aber dank der starken innerlichen Motivation der Journalisten und weniger durch Förderung der Redaktionen.</p>
<p>Wollte man die verdeckte Recherche als Teil vom investigativen Journalismus fördern, müsste die Technik aber aktiv an Journalistenschulen gelehrt werden. Zudem müssten die rechtliche Situation geklärt und Freiräume geschaffen werden. Und nicht zuletzt braucht es eine recherchefreundliche Redaktionskultur, die den Journalisten Freiraum und Zeit lässt bei der Suche nach der angemessenen Recherchemethoden.</p>
<p><em>Dieser Artikel basiert auf der Bachelor-Arbeit der Autorin, mit der sie am Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM in Winterthur ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hat. In sieben anonymen Experteninterviews mit namhaften Journalisten der SonntagsZeitung, des Beobachters, des Tages-Anzeigers, der Weltwoche, des K-Tipps und der WOZ ging sie der Frage nach, welche Bedeutung der verdeckten Recherche bei Deutschschweizer Printmedien zukommt, wie sie funktioniert und was ihre Möglichkeiten und Grenzen sind.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/02/unter-falscher-identitat/">Unter falscher Identität</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Digitaler Fallschirmjournalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/23/digitaler-fallschirmjournalismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 16:15:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lüscher]]></category>
		<category><![CDATA[Newnsetz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Fall der Tötung von Muammar Gaddafi habe Twitter «versagt», behauptet Newsnet-Redaktor Christian Lüscher. Als Beleg dafür zitiert der Medienjournalist ein paar zufällige Tweets mit geringem Nachrichtengehalt. Sein Fazit: Twitter ist ein Ort für Spassvögel. Wenn es denn so einfach wäre. Wer sich unter einen Apfelbaum stellt und enttäuscht ist, dass keine Birnen herunterfallen, kann <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/23/digitaler-fallschirmjournalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/23/digitaler-fallschirmjournalismus/">Digitaler Fallschirmjournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Fall der Tötung von Muammar Gaddafi habe Twitter «versagt», behauptet Newsnet-Redaktor Christian Lüscher. Als Beleg dafür zitiert der Medienjournalist ein paar zufällige Tweets mit geringem Nachrichtengehalt. Sein Fazit: Twitter ist ein Ort für Spassvögel. Wenn es denn so einfach wäre.</strong></p>
<p>Wer sich unter einen Apfelbaum stellt und enttäuscht ist, dass keine Birnen herunterfallen, kann das nur schlecht mit einem Versagen des Baums erklären. Genau das tut aber Christian Lüscher. Nach dem Tod von Muammar Gaddafi hat der <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/stichwort/autor/christian-luescher/s.html" target="_blank">Newsnet-Redaktor</a> bei Twitter reingeschaut und erwartet, dass er dort auf topaktuelle und faktenreiche Nachrichten stösst. Doch es kam anders: «Das Niveau war bedenklich.» Und weil er nicht fand, was er suchte, sondern nur beliebige und belanglose Meldungen, zog Lüscher ernüchtert Bilanz: <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Im-Fall-Ghadhafi-hat-das-Trendmedium-Twitter-versagt/story/25997657" target="_blank">«Twitter hat versagt.»</a></p>
<p>Das ist natürlich Unsinn (um nicht zu sagen: Unfug). Genauso gut hätte er das Gegenteil schreiben können: Auf keiner anderen Onlineplattform war man so nah dran an den Ereignissen rund um den Tod Gaddafis. Auch dafür finden sich Belege. Zum Beispiel den Twitter-Account der Fotografin <a href="http://hollypickett.blogspot.com/" target="_blank">Holly Picket</a>. Sie war per Zufall <a href="http://twitter.com/#!/hollypickett/status/127078287125131264" target="_blank">in der Nähe der Ambulanz</a>, in der der verwundete Gaddafi abtransportiert wurde und dokumentierte ihre Beobachtungen auf Twitter.</p>
<p>Kommt dazu, dass im arabischsprachigen Raum auch <a href="http://twitter.com/#!/libya2p0" target="_blank">auf Arabisch</a> getwittert wird. Wer sich ein vollständiges Bild machen will, kann nicht umhin, Tweets in allen relevanten Sprachen zu berücksichtigen. Im Fall von Libyen wären das an erster Stelle Englisch, Arabisch, Französisch, Italienisch, Deutsch. Ein dank Online-Übersetzungsdiensten durchaus bewältigbarer, aber sehr zeitintensiver Rechercheaufwand.</p>
<p>Vom Einzelfall aufs Ganze zu schliessen, führt ins Abseits. Ebenso sinnlos ist es, zum Zeitpunkt X einen Blick auf die Plattform zu werfen, ein paar Suchbegriffe einzugeben und danach einen Schluss ziehen zu wollen. Das ist digitaler <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Parachute_journalism" target="_blank">Fallschirmjournalismus</a>. Ähnlich dem Sonderkorrespondenten, der ohne tiefere Kenntnis der Materie ins Kriegsgebiet einfliegt, eine «geile Geschichte macht» und dann wieder von dannen zieht.</p>
<p>Natürlich ist es reizvoll, ein «Trendmedium» vom Sockel zu stossen. Wenn sich aber das Motiv darin erschöpft, gegen den Hype anzuschreiben, kann keine ernsthafte Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Gegenstand der Kritik erwartet werden.</p>
<p>Minimale Kenntnisse davon, wie Twitter funktioniert, wären eine Grundvoraussetzung, um diesen Kritikversuch zu wagen. «Die Community», von der Lüscher dauernd schreibt, gibt es nicht. Es gibt unzählige Communities innerhalb von Twitter, die sich überschneiden. Ebenso wenig gibt es «den Nutzen» von Twitter. Was mich interessiert, braucht jemand anderes nicht im geringsten zu interessieren und vice versa.</p>
<p>Das weiss am besten, wer Twitter aktiv nutzt. Christian Lüscher hat zwar ein Konto, das er bis jetzt aber <a href="http://twitter.com/#!/luschair" target="_blank">noch nie genutzt hat</a>, um einen Tweet zu veröffentlichen.</p>
<p>Die im Artikel zitierte Empfehlung des Bloggers <a href="http://citizenreporter.org/aboutcontact/" target="_blank">Mark Fonseca Rendeiro</a>, sich sorgfältig mit Twitter zu beschäftigen, darf sich auch Christian Lüscher zu Herzen nehmen, bevor er ein nächstes Mal ein Urteil über Twitter abgibt.</p>
<p>Oder in den leicht variierten Worten des Autors: «Im Fall Twitter hat Newsnet versagt». Denn: «Das Niveau war bedenklich.» Das finden übrigens auch mehrheitlich jene Leser, die sich in den Kommentaren unter dem Twitter-Artikel geäussert haben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/23/digitaler-fallschirmjournalismus/">Digitaler Fallschirmjournalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wenn die Jury versagt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 07:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Nannen]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
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		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[René Pfister]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Jury des renommierten Henri-Nannen-Preis hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die beste Reportage nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/Henri_Nannen_Preis_Logo.jpg" alt="" width="120" height="87" /> Die Jury des renommierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Preis" target="_blank">Henri-Nannen-Preis</a> hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">beste Reportage</a> nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart des Beitrags und die Arbeitsweise des ausgezeichneten Journalisten.<br />
<span id="more-28820"></span><br />
Die Freude währte nicht lange. René Pfister durfte am letzten Freitag den renommierten Henri-Nannen-Preis entgegennehmen für sein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer</a>. Doch schon zwei Tage später stand der Spiegel-Reporter ohne die begehrte Auszeichnung da. Mit einem Mehrheitsentscheid sprach sich die Jury für eine <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Preises</a> aus. Reporter Pfister leitete sein Seehofer-Porträt mit einer detaillierten Schilderung ein, wie der Politiker mit einer Modelleisenbahn im Keller seines Ferienhauses spielt. Diese Passage sollte dem Spiegel-Journalisten zum Verhängnis werden. Denn Pfister berichtete nur vom Hörensagen und stand selbst nie an der Seite Seehofers vor dem Stellpult der Märklin H0, wie bei der Lektüre der Eindruck entstehen konnte. Pfister gab dies denn auch freimütig und unumwunden zu, als ihn bei der Preisübergabe die Moderatorin darauf ansprach. Eine aktive Täuschungs- oder gar Fälschungsabsicht kann dem Reporter also nicht unterstellt werden. Womit der Ball bei der Jury liegt.</p>
<p>Das hochdekorierte Gremium hatte es offensichtlich versäumt, die preiswürdigen Texte vorgängig auf handwerkliche Mängel abzuklopfen. Ein solcher Aufwand wäre den 14 Jurymitgliedern und der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/vorjury.php" target="_blank">22-köpfigen Vorjury</a>, allesamt erfahrene Medienmacher, zuzumuten gewesen. Nicht, dass sie jede der fast 800 eingereichten Arbeiten hätten durchleuchten müssen, aber wenigstens die <a href="http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Egon-Erwin-Kisch-Preis/Kisch_Preis_2011/HNP2011Reader.pdf">rund 30 auf der Shortlist</a>. Damit wäre der Jury die Peinlichkeit einer Preisaberkennung erspart geblieben. Es mutet geradezu bizarr an, wenn ein professionelles Preisgericht die Spielregeln nicht einhält, die es von den Kandidaten erwartet. Die Arbeit von Medienpreisjurys beschränkt sich offenbar auf eine Beurteilung der Oberfläche. Wenn die funkelt und glänzt, dann gibts einen Preis. Gerade so, als wenn bei einer Berufsolympiade die Richter nur die äussere Beschaffenheit des fertigen Werkstücks bewerten würden und nicht auch den Entstehungsprozess und das Innenleben, die verborgene Mechanik etwa. Journalismus ist auch ein Handwerk. Auszeichnungen, die das unberücksichtigt lassen und sich primär auf ein Geschmacksurteil abstützen, erweisen dem Journalismus einen Bärendienst.</p>
<p>Die Hamburger Posse ist kein Einzelfall. Erst kürzlich hielt eine Jury im Auftrag der Berner Tageszeitung «Der Bund» einen Essay für preiswürdig, der bei einer näheren Betrachtung nicht hielt, was er auf den ersten Blick zu versprechen schien. Leicht nachweisbare <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/11/abrechnung-nachgerechnet/" target="_self">Faktenfehler und offensichtliche Mängel</a> in der Argumentation gaben jedoch keinen Anlass, den Text aus der engeren Auswahl für die Auszeichnung zu entfernen. Nicht sehr souverän agierte die Jury des Zürcher Journalistenpreises, als 2007 Zweifel an der Preiswürdigkeit eines ausgezeichneten Beitrags laut wurden. Zwei Mitarbeitende der NZZ am Sonntag erhielten damals den Preis für ihre Recherchen zur Fusion der Banken Bellevue und Swissfirst. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Zeitung in einzelnen Punkten daneben lag und sich später sogar öffentlich dafür entschuldigen musste. Für die Jury war das kein Grund für eine <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=81563" target="_blank">nachträgliche Aberkennung</a> des Preises. Man müsse sich auf das verlassen können, was man zum Zeitpunkt der Verleihung wisse. Auch in diesem Fall hätte die Jury mit eigenen Recherchen den Gehalt der Artikelserie überprüfen und sie rechtzeitig aus dem Preisrennen nehmen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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