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	<title>Hanspeter Guggenbühl | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Nachrufe, Medienschelte, Femizide</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 06:53:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Nachrufe, ungewöhnlich Am 26. Mai dieses Jahres starb Hanspeter Guggenbühl im Alter von 72 Jahren. Er war in der Waadt mit dem Velo unterwegs, als ihn ein Motorradfahrer, der überholte, frontal erfasste und tödlich verletzte. Guggenbühl war Energie-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsspezialist, Buchautor und ein Urgestein des freien Journalismus: «Jede PR ist <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-91549" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Nachrufe, ungewöhnlich</h3>
<p>Am 26. Mai dieses Jahres starb Hanspeter Guggenbühl im Alter von 72 Jahren. Er war in der Waadt mit dem Velo unterwegs, als ihn ein Motorradfahrer, der überholte, frontal erfasste und tödlich verletzte. Guggenbühl war Energie-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsspezialist, Buchautor und ein Urgestein des freien Journalismus: «Jede PR ist ausgeschlossen», sagte er mir 2012 in einem <a href="http://www.edito-online.ch/archiv/editoklartext0112/editoklartext0112d/dererfolgreichefreie.html" rel="noopener" target="_blank">Interview</a>. </p>
<p>Zuletzt schrieb er vor allem für den «Infosperber». Die Plattform hat ihm nach seinem Tod ein ungewöhnliches und deshalb passendes Dossier gewidmet: Unter <a href="https://www.infosperber.ch/dossier/in-memoriam-hpg/" rel="noopener" target="_blank">«in memoriam hpg»</a> publizieren dort Autor*innen Texte «mit der Vorgabe, dass Hanspeter sie gerne gelesen hätte». Und, so heisst es im Beschreibungstext zum Dossier: «‹Gerne gelesen› heisst nicht, dass er nicht widersprochen hätte – war ihm die argumentative Auseinandersetzung doch ebenso wichtig wie das Schreiben.»</p>
<p>Viele der Artikel weichen vom Nachruf-Muster ab, nach dem sich die Nachrufenden in mehr oder weniger eitler Art in eine Beziehung zum Verstorbenen setzen. Klimaforscher Reto Knutti etwa schrieb über die Schwierigkeiten einer Verständigung zwischen Wissenschaft und Bevölkerung, Journalist Marcel Hänggi über die Entwicklung des Autodesigns. Der Beitrag des Journalisten <a href="https://www.infosperber.ch/umwelt/boden-raum-verkehr/in-memoriam-hpg-die-grammatik-der-verharmlosung/" rel="noopener" target="_blank">Felix Schindler</a> von dieser Woche schlägt einen sehr speziellen Bogen zu Guggenbühls Tod: Es geht um die Berichterstattung, nicht zuletzt der Polizei, über Verkehrsunfälle. Die Berichte, so Schindlers Fazit, entstellten häufig den Sachverhalt. Während die Unfallopfer erwähnt werden, werden Unfallverursacher*innen häufig nicht genannt, nicht als Verantwortliche gezeigt oder passiv dargestellt, etwa, indem nur ihr Fahrzeug vorkommt. Folgt man dem Muster von Schindlers Analyse, wäre der Tod von hpg mit «Radfahrer von Motorrad angefahren» beschrieben worden.</p>
<h3>The Bad – Medienschelte, heftig</h3>
<p>«Das Resultat ist keine Ohrfeige an euch, sondern an das respektlose Versagen der Medien, eine faktenbasierte ebenso relevante Debatte zu führen», schrieb die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nach dem Scheitern der 99%-Initiative auf Twitter an die Initiant*innen, die Juso.</p>
<p>«Die Medien» als Schuldige? Die MEDIENWOCHE hat nachgefragt. Die Respektlosigkeit fast aller (Reichweiten-)Medien gegenüber den Juso sei bemerkenswert gewesen, schrieb Badran in ihrer sehr ausführlichen Antwort unter anderem: «Fakten wurden entweder (meist) ignoriert oder mit einer despektierlichen Tonalität gebracht (populistisch, unsorgfältig, klassenkämpferisch, ahnungslos).» Dabei sei eine Volksinitiative «Arbeit pur»; dem gebühre Respekt und Ernsthaftigkeit. </p>
<p>Die Berichterstattung sei fast nur negativ geprägt gewesen, die Gewichtung «jenseits», so Badran weiter: «Die Hornkuhinitiative generierte mehr Artikel als die 99%.» Dabei gehe es um eines der ganz grossen globalen Probleme, «die Verteilungsfrage, das mobile Kapital, die Konzentration der Vermögen auch bei Institutionellen, die Entmachtung der Demokratien durch das Kapital». Langsam reiche es ihr, wenn Redaktionen «absichtlich Vorlagen runterschreiben, statt sie sachlich zu beleuchten».</p>
<p>Uff. Aha. Ok.</p>
<p>Auch nach so viel geballter Medienkritik fällt es schwer, daran zu glauben, dass Medien Abstimmungsergebnisse so stark beeinflussen und mit einer anderen Berichterstattung ein «Ja» resultiert hätte. Zu hoffen bleibt einfach, dass nicht eintritt, was «Die Mitte»-Präsident Gerhard Pfister auf den Tweet antwortete: «Badran liefert damit den Gegnern des Mediengesetzes ein schönes Zitat für den Abstimmungskampf.»</p>
<h3>The Ugly – Femizid, verharmlost</h3>
<p>In der Schweiz geschieht etwa alle zwei Wochen ein Femizid: Eine Frau wird ermordet. Täter sind meist Ehemänner, Lebensgefährten oder Ex-Partner.</p>
<p>Wenn «blick.ch», «nzz.ch» und «tagesanzeiger.ch» über Femizide berichten, tun sie es nicht angemessen: 2020 waren über 80 Prozent ihrer Beiträge über solche Morde verharmlosend. Zu diesem Schluss kommt Emma-Louise Steiner, Journalistin beim Online-Magazin «Das Lamm». Sie wertete für ihre <a href="https://drive.google.com/file/d/1MtWD6pxVdC47vBcbjEBw4Dr_YGb1buS3/view" rel="noopener" target="_blank">Bachelorarbeit</a> an der ZHAW die Berichterstattung der drei Medien zum Thema – 103 Artikel – mittels qualitativer Inhaltsanalyse aus.</p>
<p>Untersucht hat sie etwa, wie Opfer, Täter und Tat dargestellt werden. In rund der Hälfte der Artikel fand sie Victim-Blaming-Elemente, also Aussagen, die dem Opfer eine Mitschuld am eigenen Tod zuschreiben. Zum Beispiel, weil es zwischen Täter und Opfer Streit gab, sich das Opfer vom Täter trennen wollte oder weil es frühere Gewalt des Täters nicht angezeigt hatte. «In weniger als einem Viertel der Beiträge wird deutlich, dass die Täterschaft die alleinige Verantwortung für den Femizid trägt», so Steiner.</p>
<p>Bisher gibt es in der Schweiz noch keine Studie zum Thema. Steiner würde weitere Forschung begrüssen. «Es ist sehr wichtig, dass man darüber spricht, denn die Medien haben eine grosse Verantwortung», sagt sie, «Ich möchte nie mehr von einem ‹ Beziehungsdrama› lesen. Denn mit solchen Formulierungen werden Femizide als tragische Einzelfälle dargestellt – und nicht als das gesellschaftliche Problem, das sie sind.»</p>
<p>Journalist*innen, die es besser machen wollen, finden Tipps für die Berichterstattung bei «Stop Femizid».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Nachrufe, Medienschelte, Femizide</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Journalismus ohne Geschäftsmodell</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 09:29:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Flattr]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Guggenbühl]]></category>
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		<category><![CDATA[Urs P. Gasche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Journalist und Publizist Urs P. Gasche (Ex-«Kassensturz»; «Schluss mit dem Wachstumswahn») startet den bisher ambitioniertesten Versuch, abseits der etablierten Verlagskanäle im Internet Journalismus zum Blühen zu bringen. Das Magazin «Infosperber» bietet zwar kein vollständiges Nachrichtenangebot, ergänzt aber die Themenpalette punktuell und versteht sich als Navigationshilfe durch die Informationsflut. Das Gründungsfieber grassiert weiter. Der jüngste <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalist und Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urs_P._Gasche" target="_blank">Urs P. Gasche</a> (Ex-«Kassensturz»; «Schluss mit dem Wachstumswahn») startet den bisher ambitioniertesten Versuch, abseits der etablierten Verlagskanäle im Internet Journalismus zum Blühen zu bringen. Das Magazin <a href="http://www.infosperber.ch/" target="_blank">«Infosperber»</a> bietet zwar kein vollständiges Nachrichtenangebot, ergänzt aber die Themenpalette punktuell und versteht sich als Navigationshilfe durch die Informationsflut.<br />
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Das Gründungsfieber grassiert weiter. Der jüngste Schub hat die Nachrichtenplattform «Infosperber» hervorgebracht. Wie bereits bei der Gründung von <a href="http://journal21.ch/" target="_blank">journal 21</a> hat eine Gruppe altgedienter Journalisten selbst ein Online-Magazin gegründet, anstatt über den Zustand der Medien zu lamentieren. «Infosperber», das heute offiziell das Licht der Online-Welt erblickt, will nach eigenen Angaben das Augenmerk auf «vergessene Zusammenhänge und vernachlässigte Perspektiven» richten. Aber: «Bei Infosperber gibt es keinen Pflichtstoff», sagt Urs P. Gasche, der das Projekt als treibende Kraft mit an den Start gebracht hat. Ein Blick auf die ersten Artikel widerspiegelt die allgemeine Nachrichtenlage: Prominent vertreten sind zum Start Artikel zu Atom- und Energiefragen und zur Lage in Libyen. Der Aufmacher im Wirtschaftsressort besteht überraschenderweise nur aus eine  <a href="http://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/In-Libyen-werden-die-Erdol-Reserven-neu-verteilt" target="_blank">Anreisser für einen Artikel im journal 21</a> zu den Begehrlichkeiten rund um das Erdöl in Libyen. Mit Links auf Angebote von Dritten und Zweitverwertungen hat Urs P. Gasche kein Problem. Es ist Teil der Redaktionspolitik, auf vorhandenes Textmaterial zurückzugreifen. Aus einfachen Gründen: «Bei uns können die Autoren ein zusätzliches Publikum ansprechen.» Ausserdem hoffe er, dass freie Journalistinnen und Journalisten Artikel zur kostenlosen Zweitverwertung zur Verfügung stellen. Das Angebot zum Start ist beeindruckend: Von den neun Ressorts sind die meisten bereits reich bestückt.</p>
<p>In der Redaktionsleitung befinden sich neben Gasche altbekannte Figuren aus der Schweizer Medienlandschaft mit an Bord des neuen Nachrichtenmagazins. Zum Beispiel Hanspeter Guggenbühl, der zusammen mit Gasche mehrere<a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2004/nr40/Wirtschaft/10574.html" target="_blank"> konsumkritische Bücher</a> verfasst hat. Der langjährige freie Journalist ist ein ausgewiesener Spezialist für Energiefragen und deshalb gerade in diesen Tagen eine interessante Stimme. Ebenfalls in die Kategorie «alter Fuchs» fällt <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/03/portraet_ramseyer.pdf">Niklaus Ramseyer</a>. Der frühere Bundeshauskorrespondent der Basler Zeitung hat nach seiner Pensionierung den Arbeitsplatz in Bundesbern behalten und arbeitet seither als freier Journalist, unter anderem als <a href="http://www.radio1.ch/team/experten/niklaus-ramseyer/" target="_blank">Korrespondent für Roger Schawinskis Radio 1</a> und die Gewerkschaftszeitung Work. Mit <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/infosociety/02030/02034/03019/index.html?lang=de" target="_blank">Robert Ruoff </a>(Ex-Moderator und Produzent Schweizer Fernsehen) und <a href="http://www.commwork.ch/d/portrait/index.php" target="_blank">Christian Müller</a> (Ex-Verlagsleiter Vogt/Schild-Medien, Solothurn) befinden sich zwei weitere Pensionäre mit einschlägiger Vergangenheit in der Redaktionsleitung. «Es ist naheliegend, dass bei einem solchen Projekt Leute im Ruhestand mitmachen. Aber die Redaktion besteht nicht nur aus Rentnern. Eine Durchmischung finde ich wichtig. Denn ein 30-Jähriger sieht die Welt anders an als ein 60-Jähriger.» Dreissig Jahre jünger als die Altherren in der Redaktionsleitung ist Christof Moser, 31, Bundeshausredaktor vom «Sonntag»; und er ist nicht nur die Ausnahme, die die Regel bestätigt. In der rund 30-köpfigen Redaktion sind Alter und Geschlecht bunter gemischt als in der Leitung.</p>
<p>Getragen wird Infosperber von der eigens zu diesem Zweck gegründeten <a href="http://ssui.ch/" target="_blank">«Schweizerischen Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» SSUI</a>. Wer beim Stichwort Stiftung an viel Geld denkt, liegt in diesem Fall falsch. «Hinter der SSUI steckt weder ein potenter Stifter noch ein Mäzen. Lediglich unser Gründungskapital von 150&#8217;000 Franken befindet sich in der Stiftung», sagt Urs P. Gasche. Man habe bewusst das Modell einer Stiftung als Trägerin von «Infosperber» gewählt. Damit ist garantiert, dass niemand den Zweck ändern und auch niemand die Plattform kaufen kann. Ein Geschäftsmodell gibt es für «Infosperber» keines. Man nimmt einfach das Geld, das kommt. Wenn es denn kommt. Zum Beispiel über Spenden, wofür es unter einem Teil der Artikel einen Paypal-Button gibt. Auch über Flattr kann man als Leser das Projekt unterstützen. «Infosperber»-Gründer Gasche hält dies das derzeit beste Spendensystem: «Flattr ist besonders geeignet, weil praktisch der ganze Betrag den Begünstigten zukommt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Journalismus ohne Geschäftsmodell</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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