<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Jacqueline Badran | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/jacqueline-badran/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 13 Dec 2022 09:15:50 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Jacqueline Badran: «Wir haben nach wie vor eine Parteipresse»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/13/jacqueline-badran-wir-haben-nach-wie-vor-eine-parteipresse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Dec 2022 09:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=101384</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nimmt in Sachen Medien und Journalismus kein Blatt vor den Mund. Ein Gespräch über einen «offensichtlichen Rechtsrutsch» bei den Medien, neue Sprachrohre ihrer Partei, staatliche Medienfinanzierung – und über ein neues Buch, das ihren Weg nach Bundesbern nachzeichnet.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/13/jacqueline-badran-wir-haben-nach-wie-vor-eine-parteipresse/">Jacqueline Badran: «Wir haben nach wie vor eine Parteipresse»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nimmt in Sachen Medien und Journalismus kein Blatt vor den Mund. Ein Gespräch über einen «offensichtlichen Rechtsrutsch» bei den Medien, neue Sprachrohre ihrer Partei, staatliche Medienfinanzierung – und über ein neues Buch, das ihren Weg nach Bundesbern nachzeichnet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/13/jacqueline-badran-wir-haben-nach-wie-vor-eine-parteipresse/">Jacqueline Badran: «Wir haben nach wie vor eine Parteipresse»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachrufe, Medienschelte, Femizide</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 06:53:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Guggenbühl]]></category>
		<category><![CDATA[Femizid]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91547</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Nachrufe, ungewöhnlich Am 26. Mai dieses Jahres starb Hanspeter Guggenbühl im Alter von 72 Jahren. Er war in der Waadt mit dem Velo unterwegs, als ihn ein Motorradfahrer, der überholte, frontal erfasste und tödlich verletzte. Guggenbühl war Energie-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsspezialist, Buchautor und ein Urgestein des freien Journalismus: «Jede PR ist <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Nachrufe, Medienschelte, Femizide</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-91549" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Nachrufe, ungewöhnlich</h3>
<p>Am 26. Mai dieses Jahres starb Hanspeter Guggenbühl im Alter von 72 Jahren. Er war in der Waadt mit dem Velo unterwegs, als ihn ein Motorradfahrer, der überholte, frontal erfasste und tödlich verletzte. Guggenbühl war Energie-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsspezialist, Buchautor und ein Urgestein des freien Journalismus: «Jede PR ist ausgeschlossen», sagte er mir 2012 in einem <a href="http://www.edito-online.ch/archiv/editoklartext0112/editoklartext0112d/dererfolgreichefreie.html" rel="noopener" target="_blank">Interview</a>. </p>
<p>Zuletzt schrieb er vor allem für den «Infosperber». Die Plattform hat ihm nach seinem Tod ein ungewöhnliches und deshalb passendes Dossier gewidmet: Unter <a href="https://www.infosperber.ch/dossier/in-memoriam-hpg/" rel="noopener" target="_blank">«in memoriam hpg»</a> publizieren dort Autor*innen Texte «mit der Vorgabe, dass Hanspeter sie gerne gelesen hätte». Und, so heisst es im Beschreibungstext zum Dossier: «‹Gerne gelesen› heisst nicht, dass er nicht widersprochen hätte – war ihm die argumentative Auseinandersetzung doch ebenso wichtig wie das Schreiben.»</p>
<p>Viele der Artikel weichen vom Nachruf-Muster ab, nach dem sich die Nachrufenden in mehr oder weniger eitler Art in eine Beziehung zum Verstorbenen setzen. Klimaforscher Reto Knutti etwa schrieb über die Schwierigkeiten einer Verständigung zwischen Wissenschaft und Bevölkerung, Journalist Marcel Hänggi über die Entwicklung des Autodesigns. Der Beitrag des Journalisten <a href="https://www.infosperber.ch/umwelt/boden-raum-verkehr/in-memoriam-hpg-die-grammatik-der-verharmlosung/" rel="noopener" target="_blank">Felix Schindler</a> von dieser Woche schlägt einen sehr speziellen Bogen zu Guggenbühls Tod: Es geht um die Berichterstattung, nicht zuletzt der Polizei, über Verkehrsunfälle. Die Berichte, so Schindlers Fazit, entstellten häufig den Sachverhalt. Während die Unfallopfer erwähnt werden, werden Unfallverursacher*innen häufig nicht genannt, nicht als Verantwortliche gezeigt oder passiv dargestellt, etwa, indem nur ihr Fahrzeug vorkommt. Folgt man dem Muster von Schindlers Analyse, wäre der Tod von hpg mit «Radfahrer von Motorrad angefahren» beschrieben worden.</p>
<h3>The Bad – Medienschelte, heftig</h3>
<p>«Das Resultat ist keine Ohrfeige an euch, sondern an das respektlose Versagen der Medien, eine faktenbasierte ebenso relevante Debatte zu führen», schrieb die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nach dem Scheitern der 99%-Initiative auf Twitter an die Initiant*innen, die Juso.</p>
<p>«Die Medien» als Schuldige? Die MEDIENWOCHE hat nachgefragt. Die Respektlosigkeit fast aller (Reichweiten-)Medien gegenüber den Juso sei bemerkenswert gewesen, schrieb Badran in ihrer sehr ausführlichen Antwort unter anderem: «Fakten wurden entweder (meist) ignoriert oder mit einer despektierlichen Tonalität gebracht (populistisch, unsorgfältig, klassenkämpferisch, ahnungslos).» Dabei sei eine Volksinitiative «Arbeit pur»; dem gebühre Respekt und Ernsthaftigkeit. </p>
<p>Die Berichterstattung sei fast nur negativ geprägt gewesen, die Gewichtung «jenseits», so Badran weiter: «Die Hornkuhinitiative generierte mehr Artikel als die 99%.» Dabei gehe es um eines der ganz grossen globalen Probleme, «die Verteilungsfrage, das mobile Kapital, die Konzentration der Vermögen auch bei Institutionellen, die Entmachtung der Demokratien durch das Kapital». Langsam reiche es ihr, wenn Redaktionen «absichtlich Vorlagen runterschreiben, statt sie sachlich zu beleuchten».</p>
<p>Uff. Aha. Ok.</p>
<p>Auch nach so viel geballter Medienkritik fällt es schwer, daran zu glauben, dass Medien Abstimmungsergebnisse so stark beeinflussen und mit einer anderen Berichterstattung ein «Ja» resultiert hätte. Zu hoffen bleibt einfach, dass nicht eintritt, was «Die Mitte»-Präsident Gerhard Pfister auf den Tweet antwortete: «Badran liefert damit den Gegnern des Mediengesetzes ein schönes Zitat für den Abstimmungskampf.»</p>
<h3>The Ugly – Femizid, verharmlost</h3>
<p>In der Schweiz geschieht etwa alle zwei Wochen ein Femizid: Eine Frau wird ermordet. Täter sind meist Ehemänner, Lebensgefährten oder Ex-Partner.</p>
<p>Wenn «blick.ch», «nzz.ch» und «tagesanzeiger.ch» über Femizide berichten, tun sie es nicht angemessen: 2020 waren über 80 Prozent ihrer Beiträge über solche Morde verharmlosend. Zu diesem Schluss kommt Emma-Louise Steiner, Journalistin beim Online-Magazin «Das Lamm». Sie wertete für ihre <a href="https://drive.google.com/file/d/1MtWD6pxVdC47vBcbjEBw4Dr_YGb1buS3/view" rel="noopener" target="_blank">Bachelorarbeit</a> an der ZHAW die Berichterstattung der drei Medien zum Thema – 103 Artikel – mittels qualitativer Inhaltsanalyse aus.</p>
<p>Untersucht hat sie etwa, wie Opfer, Täter und Tat dargestellt werden. In rund der Hälfte der Artikel fand sie Victim-Blaming-Elemente, also Aussagen, die dem Opfer eine Mitschuld am eigenen Tod zuschreiben. Zum Beispiel, weil es zwischen Täter und Opfer Streit gab, sich das Opfer vom Täter trennen wollte oder weil es frühere Gewalt des Täters nicht angezeigt hatte. «In weniger als einem Viertel der Beiträge wird deutlich, dass die Täterschaft die alleinige Verantwortung für den Femizid trägt», so Steiner.</p>
<p>Bisher gibt es in der Schweiz noch keine Studie zum Thema. Steiner würde weitere Forschung begrüssen. «Es ist sehr wichtig, dass man darüber spricht, denn die Medien haben eine grosse Verantwortung», sagt sie, «Ich möchte nie mehr von einem ‹ Beziehungsdrama› lesen. Denn mit solchen Formulierungen werden Femizide als tragische Einzelfälle dargestellt – und nicht als das gesellschaftliche Problem, das sie sind.»</p>
<p>Journalist*innen, die es besser machen wollen, finden Tipps für die Berichterstattung bei «Stop Femizid».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Nachrufe, Medienschelte, Femizide</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Das ist kein Journalismus, sondern eine Zumutung.»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/10/15/das-ist-kein-journalismus-sondern-eine-zumutung/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2020/10/15/das-ist-kein-journalismus-sondern-eine-zumutung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2020 13:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=82279</guid>

					<description><![CDATA[<p>SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den Zustand der Medien geht. Sie tut das aus Sorge um die vierte Gewalt. Als Politikerin sieht sie sich tagtäglich mit den Mängeln des Journalismus konfrontiert. So auch kürzlich, als eine Aussage von ihr kontextfrei zum Medienaufreger wurde. Replik von Oliver Washington Replik <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/15/das-ist-kein-journalismus-sondern-eine-zumutung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/15/das-ist-kein-journalismus-sondern-eine-zumutung/">«Das ist kein Journalismus, sondern eine Zumutung.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den Zustand der Medien geht. Sie tut das aus Sorge um die vierte Gewalt. Als Politikerin sieht sie sich tagtäglich mit den Mängeln des Journalismus konfrontiert. So auch kürzlich, als eine Aussage von ihr kontextfrei zum Medienaufreger wurde.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-Interview-Jacqueline-Badran-20201015b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-82284" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-Interview-Jacqueline-Badran-20201015b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-Interview-Jacqueline-Badran-20201015b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-Interview-Jacqueline-Badran-20201015b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-Interview-Jacqueline-Badran-20201015b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-Interview-Jacqueline-Badran-20201015b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>In einem Leserbrief an die NZZ schrieben Sie vor 20 Jahren: «Ich behaupte schon lange, dass die NZZ eines der drei Dinge sein müsste, die ich auf die einsame Insel mitnehmen würde.» Als überzeugte Sozialdemokratin könnten Sie auf die NZZ nicht verzichten, schrieben Sie weiter. Würden Sie die NZZ heute immer noch mit auf eine einsame Insel nehmen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Nein, ganz sicher nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Warum nicht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Weil sie – hart formuliert – zu einem Propagandablatt umfunktioniert wurde. Klar, ich habe mich auch über Hugo Bütler und Gerhard Schwarz aufgeregt. Aber beide haben ihre von meiner oft stark abweichenden Meinung immer gut hergeleitet und begründet. Und der Informations- und Orientierungsgehalt war gewaltig.</p>
</div><br />
<br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was ist heute anders?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Der Anspruch der NZZ ist es, Meinungen zu machen und zu manipulieren, anstatt die Grundlagen für Meinungen zu liefern. Die ganze Konnotation hat sich verändert: Es geht darum, den Menschen zu sagen, was sie zu denken haben: «Wir müssen, wir sollen, es ist Zeit, dass.» Das sind typische Sätze, wie man sie heute in der NZZ liest. Und das ist Propaganda.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gilt diese Veränderung denn nur für die NZZ?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Bei ihr ist es ganz offensichtlich und flächig. Das sieht man auch an den personellen Besetzungen. Das sind alles Leute mit sehr starken Meinungen und Botschaften. Das ist ja in Ordnung, aber dann sollen sie in die Politik gehen und nicht in den Journalismus. Bei anderen Medien sehe ich das eher punktuell. Aber auch da spüre ich einen deutlichen Rechtsruck. Etwa bei der «Sonntagszeitung», aber auch beim «Tages-Anzeiger».</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Macht Ihnen diese Entwicklung Sorgen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Ja sicher. Wir haben auf der einen Seite eine kommerzielle Medienlandschaft, die ganz klar FDP-dominiert ist. Und zwar rechte FDP. Das gilt eben für die NZZ, aber auch für CH Media. Deren Verleger Peter Wanner ist bekennendes und aktives FDP-Mitglied, wie auch Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument. Auch Ringier mit dem Kolumnisten Frank A. Meyer bewegt sich in diese Richtung. Daneben haben wir die Gratismedienlandschaft, die SVP-dominiert ist. Und dann gibts noch «20 Minuten», dessen Inhalt teilweise fast schon Desinformation ist. Das muss nicht einmal Absicht sein, ist aber brandgefährlich. Und das macht mir nicht nur ein bisschen Sorgen. Ich bange um die vierte Gewalt. Und ich frage mich – als Mitglied der ersten Gewalt: Wer kontrolliert denn die vierte? Ich könnte jeden Tag fünf Stunden mit #korrigendum auf Twitter verbringen, und zwar nicht aus dem Meinungsteil. Das hat nicht mehr allein mit den politischen Ausrichtungen der einzelnen Blätter oder der Gebietsmonopolisierung zu tun, sondern mit den realen Situationen der Medienschaffenden. Da besteht ein krasser Unterschied schon nur zu vor zehn Jahren.</p>
</div> </p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wo stellen Sie diesen Unterschied fest?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Vor allem was Zeit für Sorgfalt angeht. Ich bekomme so oft Anfragen, in der man mich um Antworten oder Stellungnahmen innerhalb der nächsten zehn Minuten bittet, weil der Artikel so bald fertig sein muss. Es herrscht ein massiver Zeitdruck und daraus entsteht eine unglaubliche Verseichtung. Viele Journalisten haben heute keine Zeit mehr ordentlich zu recherchieren. Dann entstehen eben Artikel, für die sie schnell, schnell ein Zitat von mir holen und dann noch eins von der politisch konträren Seite. Dann waren sie ja neutral, weil sie «beide Seiten» gefragt haben. Aber das ist nichts, das ist kein Journalismus, sondern eine Zumutung. Einerseits für das politische System, das auf die mediale Vermittlung angewiesen ist, andererseits für die Lesenden und ebenso für die Journalisten selbst.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Inwiefern haben sich diese Missstände in der Corona-Berichterstattung gezeigt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Ich fand eigentlich die Berichterstattung relativ gut. Auffallend war, dass gerade zu Beginn die direkte Berichterstattung extrem dominiert hat. Schon nur aufgrund dessen, dass es praktisch tägliche Medienkonferenzen mit dem Bundesrat und Experten gab. Das ging eins zu eins zu den Leuten, ohne mediale Vermittlung, und das haben hunderttausende Menschen gesehen. Das ist sehr aussergewöhnlich. Man darf aber nicht vergessen: Diese Pandemie ist ein kollektives Erlebnis, das kennt die Menschheit sonst eigentlich nur aus dem Krieg. Und natürlich gibt es Dinge am Journalismus, die sich verbessert haben im Gegensatz zu früher, es wurde ja nicht alles schlimmer. Das zeigte sich dann auch in der Corona-Berichterstattung.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was zum Beispiel?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Gerade der Zugang zu Daten hat sich etwa deutlich verbessert. Da geben sich etliche Journalisten auch wirklich Mühe. Auswertungsmethodisch ist da vielerorts zwar noch Luft nach oben, aber das sage ich als doppelt akademisch geprüfte Statistikerin. Ich finde, die Redaktionen haben zum allergrössten Teil wirklich gut auf die Corona-Krise reagiert. Gerade was Faktenchecks angeht oder wenn Beschlüsse vom Bundesrat aufbereitet und begründet werden mussten. Oder wenn es darum ging, Verschwörungstheorien aufzudecken, also etwa zu beweisen, dass 5G nicht schuld am Coronavirus ist. Vor allem SRF hat aus meiner Sicht diesbezüglich einen sehr guten Job gemacht, aber das gilt eigentlich wirklich für fast alle Medien.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Würde Medienförderung, wie sie das Parlament derzeit diskutiert, den Journalismus stärken?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Ich glaube, momentan haben viele Journalisten diesbezüglich noch einen etwas falschen Stolz. Sie sagen: Wir sind stolz auf unsere «Unabhängigkeit» und wollen uns doch nicht vom Staat finanzieren lassen! Aber eigentlich müssten sie hinstehen und sagen: Wir sind stolz auf unseren Beruf, Journalismus brauchts, der ist nicht nice-to-have sondern ein absolutes Must-have – und deshalb muss er öffentlich finanziert werden. Und es gäbe ja wirklich genügend journalistische Produkte, die das absolut verdient hätten. «Watson» beispielsweise ist ein klassisches Reichweitenmedium, hat aber definitiv einen Charakter von Service public, was die Qualität angeht. Es braucht solche Medien, die viele Leute erreichen und einen guten Job machen.</p>
</div> </p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber gerade «Watson» würde ja kein Geld bekommen.</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Deshalb ist die Medienförderung, so, wie sie jetzt vorliegt, auch eine Fehlkonstruktion. Wir müssen nicht «fördern», sondern finanzieren. Das Einzige, was zu diskutieren ist: Wann und wie finanzieren wir auch das geschriebene Wort? Es kann ja auch nicht sein, dass Verleger Peter Wanner sich darüber echauffiert, dass er nicht mehr Geld aus dem Gebührentopf kriegt. Das ist doch Quatsch. Wer ein grösseres Stück von einem schrumpfenden Kuchen haben will, der bekommt dann trotzdem ein kleineres. Deshalb sollte die Diskussion nicht sein, wer das grössere kleinere Stück davon kriegt, sondern wie man den ganzen Kuchen grösser machen kann.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was ist Ihr Rezept für einen guten Kuchen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Wie bisher Abofinanzierung, Werbefinanzierung – und zwingend zusätzlich öffentliche Finanzierung.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gerade die Werbeeinnahmen brechen bei vielen aber stark ein, beim SRF wurde vor kurzem ein gewaltiger Sparplan bekanntgegeben.</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Was es zusätzlich braucht, sind beispielsweise mehr Kooperationen der verschiedenen Medien untereinander. Und eine Allianz aus vernünftigen Verlegern, die sich in Sorge um die vierte Gewalt, der gegenüber sie ja eine Verantwortung tragen, wirklich mit der Frage der Finanzierung auseinandersetzen, anstatt sich untereinander zu bekriegen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Haben Sie denn Hoffnung diesbezüglich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Man muss es nochmals ganz klar sagen: Die Lösung, um den Journalismus zu retten, liegt in einer öffentlichen Finanzierung. Nicht in den verschiedenen Businessmodellen wie Paywalls, individualisierten Algorithmen oder der Hoffnung darauf, dass die Leute Abos kaufen. Diese Raten sind einfach zu klein. Das sieht man in Amerika schon seit 20 Jahren. Das Schauspielhaus gäbe es auch nicht, wenn es nicht öffentlich finanziert würde. Und darauf wollen wir als Gesellschaft ja auch nicht verzichten. Theoretisch gäbe es schon ein Businessmodell. Und zwar das von früher, transformiert in die neue Zeit. Früher wurde der Journalismus hauptsächlich durch Kleininserate finanziert. Bloss hatten die Medien damals halt ein Monopol: Egal, ob du einen Job, eine Wohnung oder ein Auto gesucht hast, du musstest dafür eine Zeitung kaufen. Die TX Group ist ein gutes Beispiel. Als das wegen der Digitalisierung auseinanderbrach, holte sich Verleger Supino die Inserateportale wieder zurück ins Haus – bloss leider viel zu spät und deshalb auch viel zu teuer. Nur weigert er sich, den Journalismus wie früher über diese lukrativen Einnahmen zu finanzieren. Ringier hingegen macht das, soviel ich weiss. Die NZZ hat es dafür gleich komplett verpasst, CH Media und Publigroup übrigens auch.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ich möchte mit Ihnen noch über den Vorfall kürzlich vor dem Bundeshaus sprechen, wo die Klima-Aktivist*innen ihr Protest-Camp aufgeschlagen hatten. Sie haben dort einem SRF-Journalisten die Leviten gelesen. Was ist da eigentlich genau passiert?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Ich muss hier ein bisschen Kontext geben. Ich engagiere mich seit präzis 40 Jahren für die Klimathematik. Dieses Engagement steht in engem Zusammenhang damit, wie ich als Jugendliche politisiert wurde: Ich war schon als 18-Jährige sehr aktiv, damals noch in der Schule. Ich war in der vorletzten reinen Mädchenklasse im Gymnasium Hohen Promenade in Zürich und wir haben damals – im Jahr 1980 – eine «Zukunftsausstellung» gemacht. Wir haben dafür selber solche Plakate gemalt, wie sie die Klimajugend heute auch wieder malt: Zum Treibhauseffekt, zu steigenden Meeresspiegeln und zu Klimaflüchtlingen. Ich stand vor diesen Plakaten und dachte: So soll unsere Zukunft aussehen? Das dürfen wir nicht zulassen. Daraufhin habe ich Biologie studiert und später Umweltökonomie an der HSG. Nach 40 Jahren spürte ich aber langsam den Frust, den ein langjähriges Engagement mit sich bringen kann, gerade in einer so dringlichen Thematik wie dem Klimawandel. Als die Klimajugend entstand, fühlte ich mich wieder neu motiviert – von diesen Jungen! Und als ich das Camp auf dem Bundesplatz gesehen habe, war das ein extrem emotionaler Moment für mich. Ich trat aus dem Bundeshaus, um den Forderungen zuzuhören, die die Aktivisten an uns Politikerinnen und Politiker richteten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und dann?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Als ich rauskam, stand Andreas Glarner vor dem Bundeshaus. Ich stand absichtlich nicht in seine Nähe, weil ich ihm keine mediale Plattform bieten wollte, auf die er es immer anlegt. Und eben deshalb, weil ich den Jugendlichen – als Politikerin, aber auch als Mensch – zuhören wollte. Glarner hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als die Aktivisten zu fotografieren, um sie später zu denunzieren – weil das alles ist, was er tut. Dann kam Sibel Arslan heraus und lief Glarner praktisch in die Arme. Da wusste ich, dass Stress vorprogrammiert ist – jetzt hat er, was er will. Ich habe den Vorfall aber immer noch ignoriert. Weil eben: Ich wollte den Aktivisten zuhören. Und dann geschah das, worüber ich mich eigentlich aufgeregt habe.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nämlich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Praktisch alle Journalisten, die auf dem Platz waren, rannten zu den beiden, als wären Harry und Megan persönlich aus dem Bundeshaus geschritten. Und alle filmten, <a href="https://www.blick.ch/news/schweiz/streit-zwischen-svp-glarner-und-gruenen-arslan-eskaliert-das-ist-recht-und-ordnung-frau-arschlan-id16107639.html" rel="noopener" target="_blank">wie Glarner Arslan beschimpfte</a>. Ich dachte: Das kann doch wirklich nicht wahr sein, die Medien fallen schon wieder auf Glarners Empörungsbewirtschaftung herein. Da lesen Jugendliche ähnliche Forderungen, die ich vor 40 Jahren schon auf Plakate gemalt hatte, und ein so kleiner, unbedeutender Nebenschauplatz bekommt die ganze mediale Aufmerksamkeit. Und dann kamen die Journalisten zu mir. Ich habe gar nicht gemerkt, ob die Kameras und Mikrofone zum SRF gehören oder zu «20 Minuten» oder zu wem auch immer, ich war derart emotional geladen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Es war Oliver Washington von Radio SRF.</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Genau, das wurde mir dann retrospektiv auch klar. Er fragte mich: «Frau Badran, was halten sie davon, was zwischen Glarner und Arslan passiert?» Ich antwortete ihm wörtlich: «Mit euch spreche ich nicht.» Dann fragte er mich nach dem Grund und erst meine zweite Antwort ist das Zitat, das man nun <a href="https://twitter.com/typeritter/status/1309473325643640833" rel="noopener" target="_blank">überall gehört hat</a>: «Weil ihr die falschen Fragen stellt, weil ihr die Kameras auf die falschen Orte richten. Ihr müsst die Jugendlichen filmen und nicht Huere Fucking Glarner, who cares».</p>
</div></p>
<p><a href="#replik">Replik von Oliver Washington</a></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Woraufhin man Ihnen vorwarf, Sie hätten sich nicht im Griff. Man verglich Sie mit Glarner. Der Tages-Anzeiger stellte gar die Frage, ob Sie für die SP noch tragbar seien, für «Blick» «wurden Sie wieder einmal Ihrem Ruf gerecht».</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Dabei war ich offensichtlich nicht in der Verfassung, ein Zitat abzugeben. Dass das «Echo der Zeit» diese Aussage dann so verwendet hat und einfach den Satz «mit euch rede ich nicht» rausgeschnitten hat, das ist eigentlich eine unautorisierte Geschichte. Wir sind nicht Vieh. Wir sind auch Menschen und keine Roboter, die nonstop professionelle Medienarbeit machen. Wir haben das Recht, nicht überrumpelt zu werden und auch mal keine Aussage zu machen. Der Journalist hätte eine Stunde später zurückkommen können und ich hätte ein vernünftiges Statement zur Medienkritik abgeben können.</p>
</div> </p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Haben die Journalistinnen und Journalisten, die danach über diesen Vorfall berichteten, mit ihnen gesprochen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Nein. Sie sind die erste Journalistin, die nachfragt. Sandro Brotz brachte es bei den Einspielern als Erstes in der «Arena» zum Thema ziviler Ungehorsam. Er hat mich nicht einmal gefragt, wie meine Aussage genau zustande kam und was ich genau meinte. Kontext? Fehlanzeige. Und auch bei allen anderen Journalisten, die ich teilweise gut kenne und mehrmals in der Woche treffe, wurde ich einfach auf die Politikerin reduziert, die die Nerven verloren hat und rumrabazt und Glarner beschimpft. Und nicht etwa auf die 40 Jahre Engagement als Umweltpolitikerin, die die Medien kritisiert. Dabei sieht man ja auf den Aufnahmen von Tele Züri sogar noch, wie emotional ich war – dort fange ich fast an zu weinen. Und die Folgegeschichten, die aus einem so unautorisiert verwendeten Zitat entstehen, sind eigentlich schlimmer als dieser Vorfall an sich.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie meinen Sie das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Ich hätte am liebsten SRF die Mails geschickt, die ich seit der Ausstrahlung bekomme, damit die Redaktion diese beantworten kann. Von den Kommentarspalten bei «Blick» und «20 Minuten» mal ganz abgesehen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was steht in diesen Mails?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Dass ich mit einer rostigen Blechbüchse kastriert werden solle, zum Beispiel. Aber es gab nicht nur Mails. Ich habe tatsächlich eine Morddrohung erhalten, auf Schreibmaschine geschrieben. Darin wird beschrieben, dass es an der Zeit sei, «mit ganz anderen Mitteln» gegen eine Person wie mich vorzugehen. Dass man sich wünschen würde, ich wäre damals beim Flugzeugabsturz ums Leben gekommen und dass es in Zukunft für mich schwierig werden würde, zur Ruhe zu kommen. Dass man mich auf «Schritt und Tritt» verfolgt und man, wenn einem «der Zeitpunkt als gegeben erscheint, auch vor ungewöhnlichen Taten nicht zurückschrecken» wird.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Von wem kam der Brief?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Unterschrieben ist er von einem «Mitglied des Glarner-Fanclubs».</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Crazy.</p>
</div><div class="answer"><h4>Jacqueline Badran:</h4> <p>Ja. Ich bin allerdings nicht die einzige Politikerin, die solche Dinge kriegt. Christa Markwalder schickte letzten Winter jemand einen Strick per Post, mit dem sie sich erhängen sollte. Auch Cédric Wermuth und Mattea Meyer kriegen immer wieder solche Drohungen. Ich habe mich mit ihnen und auch mit Jolanda Spiess-Hegglin, die sich ja stark gegen solche Drohungen und Hass einsetzt, unterhalten. Was alle ungewöhnlich fanden: Der Brief ist fehlerfrei und in gewählter, präziser Sprache formuliert. Also kein klassischer Trollbrief mit Grossbuchstaben und hundert Ausrufezeichen. Die Medien merken nicht, was sie mit so einer unautorisierten Berichterstattung alles anrichten können. Für sie ist es eine Aufreger-Geschichte mehr. Für mich ist es mein Leben.</p>
</div></p>
<h3 id="replik">Replik von SRF-Redaktor Oliver Washington</h3>
							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px"> </h3>
						<style>
				<style>
#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-heading{
	padding:0px !important;
}
#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-title {
	margin:0px !important; 
	text-transform:none !important;
	line-height: 1 !important;
}
#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-title a{
	text-decoration:none;
	overflow:hidden;
	display:block;
	padding:0px;
	font-size: 18px !important;
	font-family: Open Sans !important;
	color:#000000 !important;
	border-bottom:0px !important;
}

#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-title a:focus {
outline: 0px !important;
}

#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-title a:hover, #wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-title a:focus {
	color:#000000 !important;
}
#wpsm_accordion_82451 .acc-a{
	color: #000000 !important;
	background-color:#e8e8e8 !important;
	border-color: #ddd;
}
#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-default > .wpsm_panel-heading{
	color: #000000 !important;
	background-color: #e8e8e8 !important;
	border-color: #e8e8e8 !important;
	border-top-left-radius: 0px;
	border-top-right-radius: 0px;
}
#wpsm_accordion_82451 .wpsm_panel-default {
		border:1px solid transparent !important;
	}
#wpsm_accordion_82451 {
	margin-bottom: 20px;
	overflow: hidden;
	float: none;
	width: 100%;
	display: block;
}
#wpsm_accordion_82451 .ac_title_class{
	display: block;
	padding-top: 12px;
	padding-bottom: 12px;
	padding-left: 15px;
	padding-right: 15px;
}
#wpsm_accordion_82451  .wpsm_panel {
	overflow:hidden;
	-webkit-box-shadow: 0 0px 0px rgba(0, 0, 0, .05);
	box-shadow: 0 0px 0px rgba(0, 0, 0, .05);
		border-radius: 4px;
	}
#wpsm_accordion_82451  .wpsm_panel + .wpsm_panel {
		margin-top: 5px;
	}
#wpsm_accordion_82451  .wpsm_panel-body{
	background-color:#ffffff !important;
	color:#000000 !important;
	border-top-color: #e8e8e8 !important;
	font-size:16px !important;
	font-family: Open Sans !important;
	overflow: hidden;
		border: 2px solid #e8e8e8 !important;
	}

#wpsm_accordion_82451 .ac_open_cl_icon{
	background-color:#e8e8e8 !important;
	color: #000000 !important;
	float:right !important;
	padding-top: 12px !important;
	padding-bottom: 12px !important;
	line-height: 1.0 !important;
	padding-left: 15px !important;
	padding-right: 15px !important;
	display: inline-block !important;
}

			
			</style>	
			</style>
			<div class="wpsm_panel-group" id="wpsm_accordion_82451" >
								
					<!-- Inner panel Start -->
					<div class="wpsm_panel wpsm_panel-default">
						<div class="wpsm_panel-heading" role="tab" >
						  <h4 class="wpsm_panel-title">
							<a  class=""  data-toggle="collapse" data-parent="#wpsm_accordion_82451 " href="javascript:void(0)" data-target="#ac_82451_collapse1" onclick="do_resize()">
																	<span class="ac_open_cl_icon fa fa-minus"></span>
									
								 
								<span class="ac_title_class">
																				<span style="margin-right:6px;" class="fa fa-laptop"></span>
									«Öffentliche Aussage, einer öffentlichen Person»								</span>
							</a>
						  </h4>
						</div>
						<div id="ac_82451_collapse1" class="wpsm_panel-collapse collapse in"  >
						  <div class="wpsm_panel-body">
							<p>Am 15. Oktober veröffentlichte die «Medienwoche» ein langes Interview mit SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Unter dem Titel «Das ist kein Journalismus, sondern eine Zumutung», sprach Badran mit der Journalistin Miriam Suter über den Zustand der Medien. In diesem Gespräch wurde unter anderem ein von mir für das «Echo der Zeit» von Radio SRF realisierter Beitrag vom 22. September heftig kritisiert. Zu Unrecht, wie ich finde. Kommt dazu, dass im Gespräch die Umstände, wie der kritisierte Beitrag entstand, falsch geschildert wurden. Ich nehme deshalb die Gelegenheit zur Replik gerne war – ganz im Sinne des journalistischen Grundsatzes, dass öffentlich kritisierte Personen das Recht haben, Stellung zur geäusserten Kritik zu beziehen.</p>

<p>Es geht um die Geschichte mit der unterdessen berühmten «Huere-Fucking»-Aussage von Jacqueline Badran, die während des Klimastreiks auf dem Bundesplatz entstanden ist. Im Interview bringt die Journalistin Miriam Suter von sich aus meinen Namen ins Spiel, ich soll nach dem Zusammenstoss zwischen SVP-Nationalrat Andreas Glarner und der Grünen Nationalrätin Sibel Arslan auf Jacqueline Badran zugegangen sein. Worauf Jacqueline Badran dies im Interview bestätigt und auch noch sagt, was ich Sie auf dem Bundesplatz dabei gefragt haben soll, nämlich: «Frau Badran, was halten Sie davon, was zwischen Glarner und Arslan passiert?» Weiter sagt Jacqueline Badran, sie habe mir auf dem Bundesplatz auch gesagt «Mit euch spreche ich nicht».</p>

<p>Doch hat sich die Szene auf dem Bundesplatz nicht so zugetragen: Ich war an jenem Tag auf dem Bundesplatz, interviewte PolitikerInnen und AktivistInnen mit dem Ziel einen Beitrag für das «Echo der Zeit» zum Klimastreik zu machen. Während ich den Grünen Nationalrat Balthasar Glättli interviewte, sah ich Jacqueline Badran aus dem Augenwinkel. Vom vorangegangenen Zwischenfall zwischen Glarner und Arslan wusste ich zu jenem Zeitpunkt nichts. Nach dem Interview mit Glättli ging ich auf Badran zu. Sie unterhielt sich angeregt und lautstark mit anderen und verwendete dabei das Wort «Medienversagen». Ich griff das auf und wollte mit ihr ins Gespräch kommen und sie dann zum Klimastreik interviewen. Dabei entstand folgender, <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/J.-Badran-auf-dem-Bundesplatz.mp3" rel="noopener" target="_blank">auf Mundart geführte Dialog</a>:</p>

<p>OW: «Darf ich kurz stören?»<br /> 
JB: «Oh nein.»<br /> 
OW: «Doch. (Gelächter im Hintergrund) Was ist das Medienversagen?»<br /> 
JB: «Oh nein, ihr geht mir jetzt gerade schaurig auf den Sack.»<br /> 
OW: «Ahja?»<br /> 
JB: «JA»<br /> 
OW: Warum?»<br /> 
JB: «Weil ihr die falschen Sachen filmt, und die falschen Fragen stellt.»<br /> 
OW: «Ich filme nichts.»<br /> 
JB: «Ja, weil ihr vorher den huere fucking Glarner who cares gefilmt habt, statt die Forderungen der Jugendlichen. Und weil ihr irgendwie eine Empörungsgeschichte darüber macht, ob man jetzt den huere Bundeshausplatz besetzen darf. Anstatt einmal sich zu empören, dass man den huere Planet zerstört, und seit fucking 40 Jahren nichts passiert.»</p>

<p>Es ist offensichtlich, dass dieser Dialog der Darstellung widerspricht, wie sie in der «Medienwoche» geschildert wurde. Badrans Schilderung wurde von der Journalistin nicht hinterfragt. Die Sache wird auch nicht besser, wenn man berücksichtigt, dass die Journalistin als Interviewerin von einer falschen, und nicht verifizierten Behauptung ausging.</p>

<p>Im Zusammenhang mit dem Beitrag stellt sich noch die Frage, warum wir jene «Huere-Fucking»-Aussage überhaupt verwendeten. Jacqueline Badran ist der Meinung, dass die Aussage nicht autorisiert gewesen sei und wir sie deshalb nicht hätten veröffentlichen dürfen. Wir sind anderer Meinung:</p>
 
<p>Der Bundesplatz war zu jenem Zeitpunkt ein öffentlicher, politischer Ort – die Klimajugendlichen verwandelten diesen durch Ihre Aktion des zivilen Ungehorsams ja gerade in einen solchen. Jacqueline Badran ist als bekannte Nationalrätin zudem eine öffentliche Figur. Wenn sie in dieser öffentlichen, politischen Arena den vor ihr stehenden Journalisten als Vertreter seiner Zunft also dermassen anschimpft, so dass es auch die um sie herum stehenden Leute mitbekommen und hören, ist das nicht einfach eine private Aussage, sondern eine öffentliche Aussage, die viel aussagt über die politische Kultur und die Anspannung jener Tage rund um das Bundeshaus. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass ich mit dem SRF-Mikrofon in der Hand auf den ersten Blick als Journalist erkennbar war und auch erkannt wurde. Damit kann uns auch nicht der Vorwurf gemacht werden, wir hätten die Aussage «erschlichen». SRF macht keine verdeckten Aufnahmen.</p>

<p>Die «Huere-Fucking»-Aussage war eine relevante öffentliche Aussage, einer öffentlichen Person in einem öffentlichen, politischen Kontext. Aus diesen Gründen entschieden wir uns, die Aussage zu veröffentlichen.</p>						  </div>
						</div>
					</div>
					<!-- Inner panel End -->
					
							</div>
			
<script type="text/javascript">
	
		function do_resize(){

			var width=jQuery( '.wpsm_panel .wpsm_panel-body iframe' ).width();
			var height=jQuery( '.wpsm_panel .wpsm_panel-body iframe' ).height();

			var toggleSize = true;
			jQuery('iframe').animate({
			    width: toggleSize ? width : 640,
			    height: toggleSize ? height : 360
			  }, 250);

			  toggleSize = !toggleSize;
		}
		
</script>	
<p><small>Bild: Keystone/Peter Klaunzer</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/15/das-ist-kein-journalismus-sondern-eine-zumutung/">«Das ist kein Journalismus, sondern eine Zumutung.»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2020/10/15/das-ist-kein-journalismus-sondern-eine-zumutung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>12</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jacqueline Badran: «Eine Demokratie ‹sans public› ist tot»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/27/jacqueline-badran-eine-demokratie-sans-public-ist-tot/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Apr 2018 08:48:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=56691</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran fordert Mediengutscheine zur Stützung der Presse.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/27/jacqueline-badran-eine-demokratie-sans-public-ist-tot/">Jacqueline Badran: «Eine Demokratie ‹sans public› ist tot»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran fordert Mediengutscheine zur Stützung der Presse.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/27/jacqueline-badran-eine-demokratie-sans-public-ist-tot/">Jacqueline Badran: «Eine Demokratie ‹sans public› ist tot»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#UsToo statt #YouToo – die Mediendebatte nach «No Billag»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/04/ustoo-statt-youtoo-die-mediendebatte-nach-no-billag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Mar 2018 09:34:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=54498</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Debatte zur No-Billag-Abstimmung lief falsch. Das Thema blieb die Demontage der SRG. Das Thema aber ist die Vierte Gewalt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/04/ustoo-statt-youtoo-die-mediendebatte-nach-no-billag/">#UsToo statt #YouToo – die Mediendebatte nach «No Billag»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte zur No-Billag-Abstimmung lief falsch. Das Thema blieb die Demontage der SRG. Das Thema aber ist die Vierte Gewalt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/04/ustoo-statt-youtoo-die-mediendebatte-nach-no-billag/">#UsToo statt #YouToo – die Mediendebatte nach «No Billag»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Stellen wir es klar: Alle Parlamentarier reichen bestellte Vorstösse ein»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/24/stellen-wir-es-klar-alle-parlamentarier-reichen-bestellte-vorstoesse-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2015 07:07:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wasserfallen]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre Markwalder]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4971</guid>

					<description><![CDATA[<p>Beim Plädoyer für Kollegin Markwalder und beim Lob der Vernehmlassung sind sich Jacqueline Badran und Christian Wasserfallen einig. Bei allem andern nicht</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/24/stellen-wir-es-klar-alle-parlamentarier-reichen-bestellte-vorstoesse-ein/">«Stellen wir es klar: Alle Parlamentarier reichen bestellte Vorstösse ein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Plädoyer für Kollegin Markwalder und beim Lob der Vernehmlassung sind sich Jacqueline Badran und Christian Wasserfallen einig. Bei allem andern nicht</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/24/stellen-wir-es-klar-alle-parlamentarier-reichen-bestellte-vorstoesse-ein/">«Stellen wir es klar: Alle Parlamentarier reichen bestellte Vorstösse ein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
