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	<title>Josef Joffe | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Wenn man das Halszäpfchen sieht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2017 15:42:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Cover]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das jüngste «Spiegel»-Cover mit dem US-Präsidenten in der Pose eines IS-Schlächters markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer hysterischen Anti-Trump-Manie. Doch das Nachrichtenmagazin steht damit nicht allein. Damit begeben sich diese Medien selbst auf das Niveau, das sie mit ihrem Gezeter anzuprangern vorgeben. Der Träger eines grossen Namens im «Spiegel» kann sich noch steigern. Während das deutsche <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/05/wenn-man-das-halszaepfchen-sieht/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das jüngste «Spiegel»-Cover mit dem US-Präsidenten in der Pose eines IS-Schlächters markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer hysterischen Anti-Trump-Manie. Doch das Nachrichtenmagazin steht damit nicht allein. Damit begeben sich diese Medien selbst auf das Niveau, das sie mit ihrem Gezeter anzuprangern vorgeben.<br />
<span id="more-33103"></span><br />
Der Träger eines grossen Namens im «Spiegel» kann sich noch steigern. Während das deutsche Nachrichtenmagazin nach der Wahl Trumps «Das Ende der Welt» kommen sah, behauptete Jakob Augstein, dass in den USA der «Faschismus die Macht ergriffen habe» und begründete es damit, dass Trump «ein Faschist» sei. Viel mehr geht da nicht, ausser noch, nachgelegt von Augstein: «Donald Trump hat damit begonnen, die amerikanische Demokratie in eine Diktatur zu verwandeln.» Passend dazu legt auch der «Spiegel» selbst noch einen drauf. Das aktuelle Titelblatt zeigt eine brüllende Trump-Figur in Dschihadisten-Pose mit blutigem Messer in der Hand, der gerade die Freiheitsstatue geköpft hat und ihr blutendes Haupt triumphierend in der Hand hält. Damit verabschiedet sich das deutsche Nachrichtenmagazin in seinem 70. Jahrgang davon, noch ernst genommen zu werden.</p>
<p>Selbst die «Zeit» steht dem in nichts nach. Dr. Josef Joffe, der Herausgeber des deutschen Blatts der gepflegten Schreibe und des unaufgeregten Nachdenkens, antwortet auf die Frage, wie man Trump aus dem Amt entfernen könne: «Mord im Weissen Haus zum Beispiel.» Wie lässt sich das noch steigern? Das Problem all dieser Trump-Kritiker ist: Wenn man das ganze Vokabular an Beschimpfungen, Kritik, ja selbst an Androhung von Gewalt durch hat, was kann dann noch kommen? Wenn bei der Erwähnung des Namens Trump sofort Gehirnstarre und intellektuelle Schnappatmung einsetzt, wenn man in Äusserungen des Unmuts bereits das Halszäpfchen sieht, weil sie dermassen herausgekräht werden, dann ist kein Platz mehr für Reflexion, Einordnung, Analyse.</p>
<p>Da weder Faschismus noch Diktatur in den USA ausgebrochen sind, da es nicht angehen kann, das Ergebnis demokratischer Wahlen mit Gewalt beantworten zu wollen, geht unsere einzige Methode verloren, mit der wir durch Erkenntnisgewinn eine Verbesserung unserer Lebensumstände bewirken können. Die Methode der Aufklärung, die Realität so gut wie möglich zu analysieren und so vernünftig wie möglich das Voranschreiten zu besseren Zuständen zu befördern. Stattdessen wird nur im wahrsten Sinne des Wortes das konfliktiv-sprunghafte Verhalten des neuen Präsidenten gespiegelt, auf dem gleichen erbärmlichen intellektuellen Niveau, das ihn auszeichnet.</p>
<p>Als aktuelles Beispiel dafür eignet sich sein Dekret, die Einreise von Bürgern von sieben moslemisch geprägten Staaten zeitweise zu untersagen. Es war ein Schnellschuss, sorgte für Chaos und Unsicherheit und wurde von den durchaus funktionieren Organen des US-Rechtsstaats zuerst teilweise, dann durch einen republikanischen Bundesrichter vorläufig total kassiert. Trump und seine Berater haben offenbar vor der Aufgabe versagt, eine «executive order», mit der ein US-Präsident regieren darf, so zu formulieren, dass sie umsetzbar ist und einer juristischen Überprüfung standhält. Das ist die Realität, und sie zeigt auch, dass das System von «checks and balances», also die fein austarierte gegenseitige Kontrolle der Staatsorgane in den USA, funktioniert.</p>
<p>Der Erfolg der Präsidentschaft Trumps, die zudem erst wenige Tage alt ist, hängt davon ab, ob er seine Wahlversprechen, seinen Slogan «Make America Great Again» einlösen kann. Den US-Wähler interessiert dabei das Geschrei der Medien oder die kritischen Einwürfe europäischer Politiker schlichtweg einen Dreck. Der von Existenzangst und Arbeitsplatzverlust bedrohte US-Mittelstand ist nur daran interessiert, ob es ihm unter Trump spürbar besser geht, er seinen amerikanischen Traum, oder eine Nummer kleiner sein Streben nach seinem individuellen kleinen Glück, mithilfe Trumps realisieren kann oder nicht.</p>
<p>Die Berichterstatterpflicht unserer Medien müsste darin bestehen, diese Frage zu beantworten. Zumindest Analysen und Einordnungen zu liefern, ob Trumps Massnahmen dazu beitragen werden oder nicht. Stattdessen Trump als blutrünstiger Schlächter, Amok, psychisch Gestörter, wie namhafte Psychiater per Ferndiagnose sich nicht entblöden zu konstatieren. Das ist wahrlich Analyse auf Trump-Niveau. Es ist schlimmer: erbärmlich, dumm, verlogen, falsch und tödlich für die Bedeutung der sogenannten Vierten Gewalt. Die grössten Triumphe Trumps erzielt er bislang im Lager seiner Gegner.</p>
<p>Die bisherigen Äusserungen und Handlungen von Präsident Trump erwecken den Anschein, dass er ein intellektueller Tiefflieger und jemand ist, der schneller spricht und handelt als denkt. Aber er schafft es, die versammelte Intelligenzia, die Meinungsführer, grossen Denker und auch viele Politiker auf sein Niveau runterzuziehen. Und auf diesem Niveau ist er ihnen allen einwandfrei überlegen. Einfach unfassbar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/05/wenn-man-das-halszaepfchen-sieht/">Wenn man das Halszäpfchen sieht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Zeit»-Herausgeber Josef Joffe scheitert mit Klage gegen ZDF</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/21/zeit-herausgeber-josef-joffe-scheitert-mit-klage-gegen-zdf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2014 14:08:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Joffe]]></category>
		<category><![CDATA[Die Anstalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger Abendblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Journalist muss Satire erdulden, so das Hamburger Landgericht. Joffe wollte eine Sendung der «Anstalt» verbieten lassen, in der ihm enge Kontakte zu Lobbygruppen vorgehalten wurden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalist muss Satire erdulden, so das Hamburger Landgericht. Joffe wollte eine Sendung der «Anstalt» verbieten lassen, in der ihm enge Kontakte zu Lobbygruppen vorgehalten wurden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/21/zeit-herausgeber-josef-joffe-scheitert-mit-klage-gegen-zdf/">«Zeit»-Herausgeber Josef Joffe scheitert mit Klage gegen ZDF</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>ZEIT-Journalisten gehen gerichtlich gegen das ZDF und “Die Anstalt” vor</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/04/zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-anstalt-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 10:08:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>
		<category><![CDATA[Klage]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Joffe]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Bittner]]></category>
		<category><![CDATA[Die Anstalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Journalisten Jochen Bittner und Josef Joffe (ZEIT) haben eine einstweilige Verfügung gegen das ZDF erwirkt, durch die ein Beitrag der Satiresendung “Die Anstalt” untersagt wird, in dem Verbindungen der Journalisten zu transatlantischen Lobbyverbänden dargestellt wurden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Journalisten Jochen Bittner und Josef Joffe (ZEIT) haben eine einstweilige Verfügung gegen das ZDF erwirkt, durch die ein Beitrag der Satiresendung “Die Anstalt” untersagt wird, in dem Verbindungen der Journalisten zu transatlantischen Lobbyverbänden dargestellt wurden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/04/zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-anstalt-vor/">ZEIT-Journalisten gehen gerichtlich gegen das ZDF und “Die Anstalt” vor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>In und mit der Elite</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 13:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Josef Joffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Doktorarbeit von Uwe Krüger untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Sozialen Netzwerke der Ranghöchsten in Wirtschaft, Politik und Journalismus offline. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten Journalisten oft die Positionen der Herrschenden und Agierenden. Mit 235 zu 1 (Gegenstimme von Initiant Thomas Minder) stimmte die Bundesversammlung im <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Doktorarbeit von Uwe Krüger untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Sozialen Netzwerke der Ranghöchsten in Wirtschaft, Politik und Journalismus offline. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten Journalisten oft die Positionen der Herrschenden und Agierenden.<br />
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Mit 235 zu 1 (Gegenstimme von Initiant Thomas Minder) stimmte die Bundesversammlung im März 2012 für den indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «gegen die Abzockerei». Die Schweizer Stimmbürger sahen es am vergangenen Sonntag anders &#8211; und verhalfen der Initiative zum Einzug in die Bundesverfassung. Sie haben entschieden gegen den Bundesrat und gegen das Parlament, wie schon bei den Initiativen «für die Ausschaffung krimineller Ausländer» und «gegen den Bau von Minaretten». Weiter demonstrierten am Wochenende in Portugal Hunderttausende gegen die harte Austeritätspolitik und in den USA sind Zwangskürzungen in Kraft getreten. Hartes, zwanghaftes Sparen steht nach weiteren Steuererhöhungen als letzte Antwort des Staats auf die Unfinanzierbarkeit vielfältiger Wahlversprechen und ausufernder Behördentätigkeit.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/03/meinungsmacht-200x300.jpg" alt="" title="«Meinungsmacht», Dissertation von Uwe Krüger, erschienen 2013 im Herbert von Halem Verlag." width="200" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-12911" />Nicht nur in der Schweiz, überall in Europa, ja in der ganzen Welt, spitzt sich der Konflikt «Elite gegen das Volk» zu. Und wo stehen die Journalisten? Oft auf der Seite der Eliten. Diese Erkenntnis ergibt sich aus der im Oktober 2011 von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig angenommenen Dissertation «Meinungsmacht: Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten &#8211; eine kritische Netzwerkanalyse», geschrieben von Medienwissenschaftler <a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik/index.php?id=353">Uwe Krüger</a>. Das nun im Herbert von Halem Verlag erschienene <a href="http://www.halem-verlag.de/2013/meinungsmacht-der-einfluss-von-eliten-auf-leitmedien-und-alpha-journalisten/">Buch</a> analysierte die Elitennetzwerke von Journalisten, konkret «Verbindungen der deutschen Journalismuseliten zu nationalen und ausländischen bzw. internationalen Positionseliten aus Politik und Wirtschaft», die nicht direkt mit der Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit zu tun hatten &#8211; im Zeitraum von 2002 bis 2009.</p>
<p>Autor Krüger identifizierte nicht nur zahlreiche, verschwiegen agierende «Hintergrundkreise» allerlei Couleur (26 in Berlin), sondern auch Chefredaktoren und Herausgeber, die gewinnorientierte Konzerne beraten haben, so Josef Joffe die HypoVereinsbank oder Stefan Aust und Helmut Markwort die Deutsche Telekom. Matthias Nass, von 1998 bis 2010 stv. «Zeit»-Chefredaktor, war sogar im Lenkungsausschuss der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz">Bilderberg-Konferenz</a>. In einem Antwortbrief auf ein Schreiben von <a href="https://www.facebook.com/sebastian.loewenherz">Rechtsaussen Sebastian Nobile</a> zerstreute Nass geäusserte Befürchtungen als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=J8yh6n8fWA4#!">«vollkommen grundlos»</a>. Die dichtesten Netzwerke mit Organisationen haben «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe und Markus Schächter, bis 2012 Intendant des ZDF; sie weisen Verbindungen zu 19 bzw. 20 Organisationen auf. So ganz wohl mit der Vernetzung scheint es allerdings nicht allen zu sein. Wie sonst lässt sich erklären, dass die «Bild»-Redaktion ihren Chefredakteur auf einem Gruppenfoto der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke">Atlantik-Brücke</a> lieber <a href="http://www.bildblog.de/20427/kleine-bruecken-unter-freunden-2/">abschneidet</a>?</p>
<p>Mal grundsätzlich gefragt: Was geht es denn überhaupt die Öffentlichkeit an, mit wem Journalisten ihre Zeit verbringen? Die sind doch frei, das zu tun. Ausserdem gelangen sie so an Informationen. Und verboten ist es auch nicht. Ein guter Teil von Zeitungen besteht aus der Auswertung solcher Informationen. Jeder Spitzenpolitiker verfügt «über zwei bis sieben Vertrauensjournalisten», denen er Storys stecken kann &#8211; um Verbreitung zu finden, muss man nicht mal, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Qi90iAudqxI">wie in der TV-Serie «House Of Cards»</a>, mit ihnen schlafen. Informelle Treffen seien, so ein Printjournalist 2008 zu Kommunikationswissenschaftlerin Christiane Lesmeister, «nicht nur das Salz in der Suppe. Sondern das ist die Suppe. Also darum geht es. Darum geht es.»</p>
<p>Uwe Krüger dagegen sagt: «Es ist nicht hilfreich, wenn Journalisten in Geheimgremien agieren. Journalisten sind Anwälte der Öffentlichkeit.» Es besteht zudem die Gefahr, dass Journalisten in Schweigespiralen geraten: «Journalisten, die Mitwisser und Mitgestalter vertraulicher Politikplanungsprozesse sind, kommen zwangsläufig in Interessenkonflikte, in denen die Rücksichtnahme auf Akteure bzw. ein gemeinsames Projekt der umfassenden Information der Öffentlichkeit gegenübersteht» (Seite 150). Krüger würde gerne eine Debatte um eine neue Ethiknorm anregen, ein Ausgangspunkt könnte der <a href="http://www.nytco.com/press/ethics.html">New York Times Company Policy on Ethics in Journalism</a> sein, zum Beispiel Punkt 95.</p>
<p>Die Verbindungen und auch die Artikel von vier Journalisten hat Krüger genauer untersucht, und zwar jene von Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Josef Joffe (Zeit), Stefan Kornelius (SZ) und Michael Stürmer (Welt) &#8211; sie arbeiten vor allem zu aussenpolitischen Themen und wiesen dichte Netzwerke in US- und Nato-Kreisen auf. Das daraus gezogene Fazit ist eindeutig:</p>
<blockquote><p>«Ihr Bild von Bedrohungen und Konflikten war ebenso eindimensional und nicht reflexiv wie das in den offiziellen Doktrinen. Stellenweise verwendeten v.a. Kornelius und Joffe Propagandatechniken, wobei offenbleiben muss, ob sie dies bewusst oder unbewusst taten. Die Argumentation der vier Journalisten ist zusammenfassend als unkritisch bis persuasiv zu qualifizieren; Gegenargumente zum offiziellen Diskurs wurden kaum diskutiert.»</p></blockquote>
<p>Diesem «konsonanten Meinungsbild» setzten übrigens (zu Kontrollzwecken ebenfalls untersuchte) Medien wie die Frankfurter Rundschau und die taz, welche selbst keine personellen Netzwerke in das sicherheitspolitische Establishment aufwiesen, keine dezidiert eigene Haltung entgegen.</p>
<p>Obwohl die militärische Lage in Europa so sicher ist wie schon lange nicht mehr, beschwört Michael Stürmer in seinen Artikeln ständig eine «neue Zeit» und eine «gefährliche Welt». Stefan Kornelius macht aus Begriffen wie «Unsicherheit» oder «Gefahr» handelnde Akteure (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/sicherheitspolitik-es-braucht-wenig-fuer-grosse-angst-1.56981">2010 in der SZ</a>). Auf Seite 207 steht:</p>
<blockquote><p>«Alle vier Journalisten verwenden und propagieren den erweiterten Sicherheitsbegriff, machen sich für mehr deutsches Engagement in der Nato und für die transatlantische Partnerschaft stark und fordern die Bundesregierung zu grösseren Anstrengungen auf, um das skeptische Wahlvolk von einer robusteren Aussen- und Sicherheitspolitik zu überzeugen.»</p></blockquote>
<p>«Medien sollten einen eigenständigen Diskurs führen, der die Machteliten aus einer kritischen, unabhängigen Perspektive hinterfragt», sagt Uwe Krüger im Gespräch. Doch das tun sie nicht, sie berichten oft wie selbstverständlich aus einer Warte der Elite. Nur ganz selten findet sich in den Medien der Standpunkt des Arbeiters, des Arbeitslosen, des Ausländers, des Ungebildeten, des Dörflers wieder. Und warum? Weil solche Leute weniger zu den Kunden von Informationsmedien gehören. Und weil Journalisten das selten selbst sind.</p>
<p>71 Prozent der Journalistenschüler in Deutschland haben mindestens ein Elternteil mit Hochschulabschluss, hat eine <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36575/1.html">Studie</a> von <a href="http://books.google.de/books?id=j2ITfnlv2EcC&#038;lpg=PA3&#038;hl=de&#038;pg=PA3#v=onepage&#038;q&#038;f=false">Klarissa Lueg 2012</a> herausgefunden. «Kinder von Facharbeitern oder ungelernten Arbeitern» dagegen «existieren an den Journalistenschulen nicht». Journalisten rekrutieren sich aus der Mittelschicht: «Beim Beruf des Vaters dominiert der Beamte, gefolgt von Angestellten oder Selbstständigen. Beim Beruf der Mutter steht die Angestellte an der Spitze, knapp vor der Beamtin.»</p>
<p>Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit der Medien von der Werbewirtschaft. Medien wie der «Spiegel» oder die «Zeit», in der Schweiz beispielsweise die Weltwoche und die NZZ, sind abhängig von Anzeigen von Luxusprodukten im Hochpreissegment wie Uhren, Autos oder Wein, welche die (vermögenden) Eliten ansprechen. «In einem Konfliktthema werden Medien, die vor allem auf Eliten zielen, die Interessen der Vermögenden eher schützen», glaubt daher Uwe Krüger.</p>
<p>Es ist das Milieu, das prägt, und Journalisten zu dem macht, was sie grösstenteils sind. Journalisten werden nicht etwa von den Eliten «umgedreht», sondern sie bringen sich aus eigenem Antrieb in eine Position, in der sie dann von den Eliten aufgenommen werden. «Die Position eines Ressortleiters in einem Elite-Medium erreicht man nicht, ohne elitenkompatible Haltungen zu haben», so Krüger. Revolutionäre müssen also draussen bleiben. Auf Seite 145 wird das genauer erklärt:</p>
<blockquote><p>«Journalisten vertreten nicht unbedingt bestimmte Meinungen, weil sie im Netzwerk sind, also weil sie von den Eliten kognitiv vereinnahmt worden sind. Eine Koinzidenz zwischen Journalistenmeinung und Umgebungsmeinung mag schon vorher bestanden haben und der Grund für die persönliche Annäherung gewesen sein. Gut möglich ist hingegen, dass das Eingebundensein in einem Netzwerk eine Meinung verfestigt und auch verhindert, dass diese im Zeitverlauf kritisch hinterfragt wird; möglich ist ausserdem, dass ein Journalist dazu angehalten wird, bestimmte Interessen seiner sozialen Umgebung aktiv zu propagieren. Denn als Sanktion kann der Ausschluss aus dem exklusiven Zirkel drohen: Sozialkapital ist eben, anders als ökonomisches oder Humankapital, nicht vollständig im Besitz eines Akteurs, sondern kann vom Beziehungspartner entzogen werden.»</p></blockquote>
<p>Um nochmals die erste Staffel von «House Of Cards» zu bemühen: Die Beziehung zwischen Journalistin und Bloggerin Zoe Barnes und Politiker Frank Underwood wird erst dann zu einem Problem, als ihr Barnes Sex und Underwood Sozialkapital entzieht.</p>
<p><small>Foto von Josef Joffe: <a href="https://secure.flickr.com/photos/dittmeyer/32586617/">Flickr/Dittmeyer</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">CC BY 2.0</a><br />
Foto von Markus Schächter: <a href="http://www.deutscher-medienpreis.de/index.php?id=2004|gallery|stage3">deutscher-medienpreis.de</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">In und mit der Elite</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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