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	<title>Journalismus im Internet | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 07:06:53 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Auswege aus der Klickfalle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 10:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Chartbeat]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Metrics]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzungszahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[Pedro Lenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Blau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch immer gilt der Klick, also der einzelne Zugriff, als zentrale Kenngrösse für den Erfolg eines redaktionellen Angebots. Klicks werden meist mit den Interessen des Publikums gleichgesetzt, und haben doch mit Aufmerksamkeit nur wenig zu tun. Inzwischen werden Alternativen entwickelt und gefordert. Am Ende muss aber trotz – vermeintlich umfassender – Messbarkeit die journalistische Kompetenz <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Auswege aus der Klickfalle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch immer gilt der Klick, also der einzelne Zugriff, als zentrale Kenngrösse für den Erfolg eines redaktionellen Angebots. Klicks werden meist mit den Interessen des Publikums gleichgesetzt, und haben doch mit Aufmerksamkeit nur wenig zu tun. Inzwischen werden Alternativen entwickelt und gefordert. Am Ende muss aber trotz – vermeintlich umfassender – Messbarkeit die journalistische Kompetenz entscheiden, was veröffentlicht wird.<br />
<span id="more-26263"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Wie unkritisch Klickzahlen als Qualitätsmerkmal eines journalistischen Angebots verwendet werden, illustrierte jüngst der Schriftsteller Pedro Lenz im <a href="http://www.srf.ch/sendungen/club/ohnmaechtige-vierte-gewalt-wenn-das-publikum-die-medien-dirigiert" target="_blank">Medien-«Club» von TV SRF</a>. Als Rückmeldung auf seine «Blick»-Kolumne habe sich mit dem zuständigen Redaktor folgender Dialog abgespielt: «Hey Lenz, gestern, ist sehr gut gewesen. Hab ich gesagt: Hast du’s gelesen, hast du’s gut gefunden? Er hat’s nicht gelesen. Aber er hat gesehen an der Statistik, 1000 Klicks mehr als die Woche vorher.»</p>
<p>Obwohl die beschränkte Aussagekraft des Klicks weithin bekannt ist, gilt der simple Zugriff weiterhin als relevante Messgrösse. Redaktionen können aber nicht nur die Klicks nachvollziehen, sondern auch die genaue Verweildauer eines Lesers. Wie lange schaut sich jemand einen bestimmten Beitrag an, wie weit scrollen sich Leser durch den Beitrag?</p>
<p>Viele Beiträge werden bereits <a href="http://time.com/12933/what-you-think-you-know-about-the-web-is-wrong/" target="_blank">nach wenigen Sekunden</a> wieder verlassen. Anklicken heisst also nicht Lesen. Das wissen die meisten Redaktionen durch ihre eigenen Datenanalysen. Dennoch werden grosse Zugriffszahlen meist mit Lesernähe und den Wünschen des Publikums gleichgesetzt. Auch die Diskussion im «Medienclub» mündete überwiegend in der These, dass das Publikum die Inhalte diktiere, die die Medien veröffentlichen. Diese Annahme verdeckt, dass es eigentlich nur um ökonomische Interessen geht: Möglichst hohe «page views» und «unique visits» zahlen sich bei den Werbekunden aus.</p>
<p>Dabei weiss auch die Werbebranche inzwischen nur zu genau, dass Klicks mit Aufmerksamkeit wenig zu tun haben. Werbekunden müssen bisher auch für jene Nutzer mitbezahlen, die die geschaltete Werbung gar nicht wahrgenommen haben können. Entsprechend gross ist immer noch die Skepsis, ob sich Online-Werbung wirklich lohnt. Im Vergleich zu Printprodukten wird daher auch weniger bezahlt. Zugleich wird zunehmend <a href="http://www.iab.it/wp-content/uploads/2015/05/iab-europe-viewable-impressions-white-paper-feb-2015.pdf" target="_blank">nach neuen Standards</a> gesucht, die ein Mindestmass an Aufmerksamkeit für Online-Werbung sicherstellen.</p>
<p>Vereinzelt gehen Medien nun auf diesen Bedarf ein. Im Mai dieses Jahres gab die «Financial Times» eine zusätzliche Werbewährung bekannt: <a href="http://aboutus.ft.com/2015/05/18/financial-times-rolls-out-cost-per-hour-advertising-metric/#axzz3sUa3GLyV" target="_blank">«Cost per hour»</a>. Hierbei soll kein Werbekunde mehr für Zugriffe bezahlen, die weniger als fünf Sekunden andauern. Durch Testreihen hat die FT belegt, dass diese garantierte Verweildauer auch eine stärkere Werbewirkung zur Folge hat. Werbekunden zahlen für diese Währung etwas mehr als für Klickzahlen, wissen aber zugleich, worin sie investieren. Zugegeben: Fünf Sekunden erscheinen immer noch recht wenig. Aber im Prinzip wird mit solchen Währungen auch der Druck auf Redaktionen und Journalisten geringer, mit allen denkbaren Mitteln eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen. Stattdessen wird die Erstellung von Inhalten motiviert, die in den Augen ihrer Leser eine lohnenswerte Lektüre sind.</p>
<p>Wer sind die Leser eigentlich? Lange Zeit dachte man, dass mehr Nutzungsdaten auch zu einem <a href="http://de.ejo-online.eu/digitales/die-klickzahlen-falle" target="_blank">genaueren Bild über die Leser</a> führen. Die ungeheure Datenfülle und das beständige Streben nach Reichweitenoptimierung, die mit dem Online-Journalismus entstanden sind, haben die Konturen der eigenen Zielgruppe aber eher verschwimmen lassen. Ein potentieller Nutzer ist nun jeder, der im Netz irgendetwas sucht. Redaktionen passen ihre Berichterstattung in Themenauswahl und Gestaltung an jene Trends an, die sich in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen abzeichnen. Dabei verlieren die redaktionellen Relevanzkriterien und die Erwartungen der regelmässigen Nutzer an Gewicht.</p>
<p>Zahlt sich diese Anpassung an Klick-Trends auf Dauer wirklich aus? <a href="http://lp.chartbeat.com/rs/062-HAC-076/images/attention_white_paper.pdf" target="_blank">Datenanalysen in einem White Paper von «Chartbeat» zeigen</a>, dass zwei Drittel aller Nutzer, die auf einen Beitrag stossen, die Website innerhalb der nächsten 30 Tage nicht wieder besuchen. Klickoptimierte Artikel haben also einen kurzfristigen Effekt, aber tragen langfristig kaum zur Gewinnung und Bindung neuer Leser bei. Sie tragen eher die Gefahr in sich, dass die Kernleserschaft in ihren Erwartungen enttäuscht wird. Und sich, <a href="http://jou.sagepub.com/content/14/6/754" target="_blank">wie in einer Studie</a>, fragt: «Was sind das für Meldungen? Sind das wirklich die wichtigsten Nachrichten des Tages?».</p>
<p>Die Bedeutung der Kernleserschaft sollte nicht unterschätzt werden. In der <a href="http://www.ard-werbung.de/media-perspektiven/publikationen/fachzeitschrift/2015/artikel/nachrichtenrezeption-im-internet/" target="_blank">«ARD/ZDF-Onlinestudie 2014»</a> sagt die Hälfte aller Befragten, dass sie sich im Internet auf die Nachrichtenauswahl weniger Anbieter verlassen. Nutzer, die eine Nachrichtenseite direkt ansteuern, verweilen überdurchschnittlich lange, schauen sich viele Beiträge an und kommen regelmässig wieder, wie eine <a href="http://www.journalism.org/files/2014/03/SocialSearchandDirect_PathwaystoDigitalNews.pdf" target="_blank">Studie des «Pew Research Center»</a> nachweist. Sie zeigen ein deutlich anderes Nutzungsverhalten als jene Nutzer, die über soziale Netzwerke und Suchmaschinen auf die eigene Seite gelangen.</p>
<p>Manchen Vertretern der Medienbranche ist die stärkere Berücksichtigung der Aufmerksamkeit und Loyalität der Nutzer noch nicht genug. <a href="https://medium.com/@wblau/now-what-journalism-needs-new-metrics-a27b44435138#.j4a9fkh7s" target="_blank">«Now what?» fragt Wolfgang Blau</a>, bis November 2015 Direktor für Digitalstrategie des «Guardian». Es bräuchte eine Metrik, die noch viel mehr messe. Vor allem die Wirkungen, die aus der Nutzung hervorgehen: Sucht der Nutzer anschliessend nach weiteren Artikeln oder Büchern zum Thema? Wird er politisch aktiv oder ändert er seine Wahl- und Konsumentscheidungen? Damit schiesst Blau weit übers Ziel hinaus. Solche Fragen können selbst durch intensive Forschung kaum ausreichend geklärt werden und taugen entsprechend nicht für eine standardisierte Messung. Davon ab: Wollen wir uns von jeglicher Form des Datenschutzes verabschieden und braucht der Journalismus solche Daten wirklich? Der «Guardian» ist hier pragmatischer als es den Anschein hat. Wichtigster Massstab sind trotz Blaus Visionen derzeit <a href="http://venturebeat.com/2015/07/03/ophan-inside-the-guardians-data-driven-newsroom/" target="_blank">immer noch die «page views»</a>.</p>
<p>Auswege aus der Klickfalle bieten bereits jene vorliegenden Messungen, die über die blossen Klicks hinausgehen. Die Verweildauer auf der eigenen Website ist auch deshalb ein wichtiger Massstab, weil manche Leser sich hier einen raschen Überblick über die neuesten Meldungen verschaffen. Sie <a href="http://onlinejournalismblog.com/2014/09/10/research-news-consumption-sharing-searching-liking-watching-reading-listening/" target="_blank">überfliegen alle Schlagzeilen und Teaser</a> und profitieren in aller Kürze von der Themenvielfalt des Angebots. Solche Nutzungsweisen gab und gibt es auch bei den gedruckten Zeitungen. Sie können durch Klickzahlen jedoch nicht eingefangen werden.</p>
<p>Der wichtigste Ausweg aus der Klickfalle ist allerdings die Reflexion darüber, was Klickzahlen uns nicht sagen und mit welchen Fragen sie uns alleine lassen. Klicks sind zu einer eigenen Wirklichkeit geworden, deren Hinterfragung wir mit der Zeit vergessen haben. Können und sollten beispielsweise die Nutzungszahlen eines «Tages-Anzeigers» mit jenen von «Blick» und «Watson» verglichen werden? Sind die Klicks verschiedener Themenbereiche wirklich miteinander vergleichbar? Welchen genauen Einfluss macht die jeweilige Platzierung eines Artikels aus? Gibt es einen aussagekräftigen Unterschied zwischen 23&#8217;000 oder 27&#8217;000 Zugriffen? Wie bewerten Nutzer einen Beitrag konkret, was fällt positiv und was negativ auf?</p>
<p>Klickzahlen können einem Journalisten nur schwerlich zeigen, ob er etwas falsch oder richtig gemacht hat. Und auch die Verweildauer liefert nicht alle Antworten. Wäre dies möglich, wäre die journalistische Profession verzichtbar, denn Auswahlentscheidungen an Hand von blossen Zahlen kann auch eine Software leisten. Aber das Bewusstsein für journalistische Qualität und die Erwartungen der Nutzer kann etwa durch gemeinsame Diskussionen zwischen Journalisten und ihren Lesern geschärft werden. Grundsätzlich sollten Nutzer darin vertrauen können, dass nicht aggregierte Nutzungsdaten, sondern journalistische Kompetenz darüber entscheidet, was eine Nachricht ist und zum gesellschaftlich relevanten Geschehen gehört.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Auswege aus der Klickfalle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Print vielleicht doch bewahrt werden sollte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/28/warum-print-vielleicht-doch-bewahrt-werden-sollte/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/08/28/warum-print-vielleicht-doch-bewahrt-werden-sollte/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2015 12:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Papier]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die mit dem Journalismus im Internet verknüpften Träume gingen bisher nicht in Erfüllung. Der bis heute existierende, ernsthafte Journalismus auf Papier muss deshalb bewahrt werden – aufgrund fehlender Alternativen. Was haben wir uns vom Journalismus im Internet versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/28/warum-print-vielleicht-doch-bewahrt-werden-sollte/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/28/warum-print-vielleicht-doch-bewahrt-werden-sollte/">Warum Print vielleicht doch bewahrt werden sollte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die mit dem Journalismus im Internet <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">verknüpften Träume</a> gingen bisher nicht in Erfüllung. Der bis heute existierende, ernsthafte Journalismus auf Papier muss deshalb bewahrt werden – aufgrund fehlender Alternativen.<br />
<span id="more-25366"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Tatsächlich habe ich lange gehofft, dass die Werbegelder von Print ins Internet fliessen und dort den Journalismus im gleichen, vielleicht sogar erweiterten Ausmass ermöglichen. Denn ist es nicht der Traum eines jeden Journalisten, unbehindert von technischen Einschränkungen arbeiten zu können und Text, Ton, Bild beliebig zu kreuzen? Doch entweder bin ich nicht geduldig genug oder ich habe mich getäuscht. Denn bisher zeigt sich: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/warum-journalismus-im-internet-kein-geld-verdient/">Die Werbegelder</a> folgen online nicht den Inhalten mit Qualität, sondern stumpf der Quotenmessung.</p>
<p>Folgenden Gründe sprechen dafür, dass Print eine längere Zukunft vor sich hat, als manche bisher geglaubt haben:</p>
<h3>1. Die fehlenden Alternativen</h3>
<p><a href="https://firstlook.org/theintercept">The Intercept</a>, <a href="http://www.mediapart.fr/">Mediapart</a>, <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> &#8211; es gibt wahrlich brillante und wichtige Internet-Medien. Aber nur wenige, es dominieren kuratierte Inhalte und klickgetriebene Unterhaltung. Eine neue NZZ, eine neue FAZ, eine neue New York Times, das hat das Internet bisher nicht hervorgebracht. Sondern nur die unbezahlten Blogposts der Huffington Post, die Listenmanie von Buzzfeed und die durch den Perlentaucher zusammengefassten Kritiken.</p>
<h3>2. Die Einkünfte</h3>
<p>Printmedien haben es verstanden, ihre Einkünfte wenigstens teilweise in die Gegenwart hinüberzuretten. Feste Einnahmen bei den Werbegeldern und von Abonnenten sichern die finanzielle Planbarkeit. Anders als viele Online-Medien verfügen sie &#8211; Status 2015 &#8211; über ein funktionierendes Geschäftsmodell. Mit der finanziellen Planbarkeit sind die ernsthaften und für das Funktionieren einer Demokratie relevanten Inhalte gesichert. Journalisten haben Zeit, um zu recherchieren, um fragwürdige Umstände erschöpfend zu untersuchen und um Beiträge zu erstellen, die auch vor Gericht bestehen können.</p>
<h3>3. Die Archivierung</h3>
<p>Papier eignet sich als Archivdokument &#8211; wenigstens für einige hundert Jahre. Es vergilbt zwar und verfällt, auch Fälschungen sind möglich, doch die sind nicht besonders einfach auszuführen. Das Internet dagegen verändert sich ständig: Links verfallen, Websites schliessen, Texte werden publiziert und dann auch wieder gelöscht. Unterstützungswürdige Projekte wie die <a href="https://archive.org/web/">«Wayback Machine» von Archive.org</a> versuchen hier Ordnung, Nachvollziehbarkeit, Beweisbarkeit und Aufbewahrungssicherheit zu schaffen. Denn an sich ist das Internet als lebender und sich ständig entwickelnder Organismus höchst unstet. Die Manipulationsmöglichkeiten sind vielfältig.</p>
<h3>4. Die Überwachung</h3>
<p>Das Internet hat sich dank den von Edward Snowden bereitgestellten Snowden-Leaks als perfide Überwachungsmaschine herausgestellt. Noch ist es zu früh, um zu urteilen, was überwiegt: Das Internet als ein Instrument der Mächtigen oder das Internet als ein Instrument gegen die Mächtigen. Print jedenfalls kann weiter gedruckt und gelesen werden, und zwar ohne dass die Überwacher mitlesen und diese Ergebnisse auswerten können (vgl <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/16/die-loesung-heisst-rueckschritt/">«Die Lösung heisst Rückschritt»</a> vom 16. August 2013). Bedrucktes Papier garantiert nicht nur beim Bezahlen, sondern auch beim Lesen die Privatsphäre getätigter Aktionen &#8211; gegenüber nicht dazu legitimierten Spähern von staatlicher und kommerzieller Seite.</p>
<h1 style="text-align: center;">* * *</h1>
<p>Ich gebe es zu: Den Niedergang von Print habe ich zeitweise mit einer gewissen Genugtuung betrachtet. Und zwar aus diesen Gründen:</p>
<h3>1. Die Handhabung</h3>
<p>Print ist gegenüber online unpraktisch und unhandlich. Man kann keine Textabschnitte daraus kopieren, man muss diese &#8211; man stelle sich das vor! &#8211; abschreiben. Oder abfotografieren &#8211; dann aber kann der Text nicht weiter editiert werden. Dass so eine Steinzeit-Technik stirbt, fand ich mehr als gerecht. Die «Argumente» der Haptiker und der romantisch-verträumten Papierschnüffler konnten mir schon immer gestohlen bleiben.</p>
<h3>2. Die Umwelt</h3>
<p>Zeitungen werden heute zu einem grossen Teil aus Altpapier hergestellt. Aber ein Aufenthalt in einer S-Bahn des Gratiszeitungslands Schweiz genügt, um die unbekümmerte Wegwerfmentalität zu beobachten, die sich mit Papier ergeben hat. 2014 entsorgte allein die SBB &#8211; die Abfälle der vielen Hundert aufgestellten Recyclingstationen ausgenommen &#8211; 6120 Tonnen Papier und Karton. Das sind pro Tag 16&#8217;767 Kilogramm.</p>
<h3>3. Die Arroganz der alten Medien</h3>
<p>Da drucken die Zeitungsleute ihre Texte während Jahrhunderten ohne ernsthafte Konkurrenz. Dann kommt mit dem Internet eine &#8211; und schon reagieren sie, als sei es ein lästerlicher Frevel, sich anzumassen, ihnen Konkurrenz zu machen. Mit dem Abbau der Printmedien findet bis heute in den Betrieben der Druckwirtschaft ein erbärmliches Rückzugsgefecht statt, das oft nicht die Besten in den Verlagen zurücklässt, sondern die Ausdauerndsten. Neue Mitspieler haben wenig bis keine Chancen auf interessante Posten, denn die Etablierten verteidigen ihre dem Lauf der Geschichte zu verdankenden Vorteile verbissen wie kleine Beamte. Ist da nicht nachvollziehbar, dass man Leuten, die sich neuen Technologien gegenüber zunächst völlig unflexibel zeigen und sich neuen Mitspielern gegenüber auch noch arrogant verhalten, nicht das Beste wünscht?</p>
<h1 style="text-align: center;">* * *</h1>
<p>Ist es nicht möglich, dass das Problem weniger in der Technik zu suchen ist, sondern in einer mit dem Wohlstand sich ausbreitenden Gleichgültigkeit gegenüber grundsätzlichen bürgerlichen Werten? Doch an Willen, journalistisch wertvolle Internetmedien zu gründen und zu betreiben, mangelt es nicht. Sondern an der Möglichkeit, solche mit Anzeigen zu finanzieren. Oder aber es liegt am Versagen von Journalisten als Unternehmer.</p>
<p>Ich glaube heute, es ist falsch, den Niedergang von Print mit Häme zu beobachten. Denn wie können wir einen demokratischen Staat, gar einen direktdemokratischen Staat wie die Schweiz sinnvoll gestalten, wenn wir diesbezüglich nur noch von Klickquatschportalen, nicht kontinuierlich berichtenden Bloggern und den staatsunkritischen Öffentlich-rechtlichen informiert werden? Eine Zeitung wie die Neue Zürcher Zeitung, aber auch andere wichtige Printpublikationen müssen zwingend von privater Seite gestützt werden &#8211; mit Anzeigen, Abonnements oder auch mit Investitionen, Spenden und Gönnerbeiträgen. Es geht um nichts weniger als um eine informierte Öffentlichkeit.</p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/">Serie zum Journalismus im Internet</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Die Enttäuschung</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Die Klicks</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/warum-journalismus-im-internet-kein-geld-verdient/">Das Geld</a><br />
4. Teil: Das Papier</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/28/warum-print-vielleicht-doch-bewahrt-werden-sollte/">Warum Print vielleicht doch bewahrt werden sollte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Warum Journalismus im Internet kein Geld verdient</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/25/warum-journalismus-im-internet-kein-geld-verdient/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2015 14:02:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Konkurrenz]]></category>
		<category><![CDATA[Adblocker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum ist mit publizistischen Inhalten im Internet kaum Geld zu verdienen? Es liegt an der unendlichen Konkurrenz im Netz, der unangenehm daherkommenden Werbung und den daraus resultierenden Werbeblockern sowie an einer ungleichen und unfairen Behandlung gegenüber Print. Was haben wir uns vom Journalismus im Internet versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/warum-journalismus-im-internet-kein-geld-verdient/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/warum-journalismus-im-internet-kein-geld-verdient/">Warum Journalismus im Internet kein Geld verdient</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum ist mit publizistischen Inhalten im Internet kaum Geld zu verdienen? Es liegt an der unendlichen Konkurrenz im Netz, der unangenehm daherkommenden Werbung und den daraus resultierenden Werbeblockern sowie an einer ungleichen und unfairen Behandlung gegenüber Print.<br />
<span id="more-25368"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<h3>1. Konkurrenz</h3>
<p>Die Anzahl Werbemöglichkeiten in Zeitungen bleibt etwa gleich oder sinkt leicht, was einen klar begrenzten Markt darstellt. Die Werbemöglichkeiten im Internet sind dagegen unendlich. Denn nicht nur die traditionellen Medien bieten Werbemöglichkeiten an, sondern jede einzelne Website, jedes Soziale Netzwerk. Dank der ausgiebigen Datensammlung und -auswertung der Websites sind die angepeilten Zielgruppen viel genauer zu erreichen.</p>
<h3>2. Dynamik</h3>
<p>Das Werbegeschäft der Printmedien ist träge; fast wie damals in der Sowjetunion werden Jahrespläne ausgegeben. Für die Printmedien ist das grossartig, weil es ihnen Planungs- und Budgetsicherheit gibt. Doch wird ihre langfristige Mediaplanung bestehen können? Mit neuen Werbevermittlungsformen wie Programmatic Buying spielt sich das moderne, vom Internet getriebene Werbegeschäft mehr und mehr in Echtzeit ab. Diese Entwicklung stellt auch das von den Internetmedien der Printverlage bisher praktizierte Reichweitenmodell in Frage: Es wird in Zukunft wohl nur noch für unbestrittene Leader wie 20min.ch oder Blick.ch funktionieren, die auf Masse statt Klasse setzen. Ansonsten wird es für die beworbene Plattform wichtiger sein, die Werbebotschaft der angepeilten Zielgruppe punktgenau zu servieren &#8211; und hier lockt oft das süsse, die Glaubwürdigkeit der Marke zersetzende Gift der Schleichwerbung.</p>
<h3>3. Gefälligkeit</h3>
<p>Was spricht wohl einen Kunden mehr an? Eine ganzseitige, ästethisch gestaltete Anzeige eines Produkts auf Papier? Oder eine aggressiv blinkende, ohne Vorwarnung Töne produzierende, nicht sofort zu schliessende Anzeige im Internet? Internetwerbung ist mehr ein Ärgernis als dass es positive Gefühle gegenüber dem beworbenen Produkt auslöst.</p>
<h3>4. Werbeblocker</h3>
<p>Zur Abwehr der Zumutung Internetwerbung verwenden die Internetnutzer Werbeblocker. Die Möglichkeit, Werbung einfach blocken zu können, ist das grosse Verhängnis der klassischen Internetwerbung. Kaum produziert die Branche eine neue Werbemöglichkeit, so ist auch schon die Möglichkeit da, diese auszuschalten. Geschaltete und bezahlte Werbung erreicht so die Zielperson nicht &#8211; ein Desaster.</p>
<h3>5. Wirkungsbereich</h3>
<p>Soll man die Reichweite der Printmedien bezweifeln? Gemäss Studien sollen gewisse Zeitungen und Zeitschriften ja nicht nur von einer Person oder zwei gelesen werden, sondern von 5, 7, gar 10. Das kann man glauben, oder auch nicht. Ich persönlich glaube, dass einige gekaufte und abonnierte Exemplare überhaupt nicht gelesen werden.</p>
<p>Im Internet dagegen wird jede kleinste Bewegung des Mauszeigers gemessen und ausgewertet. Die nackte Wahrheit zeigt, dass Leser beim Klicken nicht immer ihrem Verstand folgen, sondern ihren niederen Trieben: Schaulustigkeit treibt sie an, Elementartriebe wie Sexualität und Angst werden bedient.</p>
<p>Bemerkenswert ist aber nun das Verhalten der Werbetreibenden. Während sie den per Telefon (!) durchgeführten Umfragen zur Nutzung von Printmedien blind vertrauen und grosszügig Werbung schalten, stehen die Internetmedien unter Druck, die Werbung nicht nur punktgenau zu platzieren, sondern auch noch gleich einen direkten Verkauf damit zu erzielen. Natürlich werden auch in Zeitungen viele Artikel nicht oder kaum gelesen &#8211; und trotzdem vertrauen die Werbetreibenden dort in das Gesamtpaket. Die Ungleichbehandlung ist unfair. Und auch die Datengrundlage ist zu bezweifeln. Denn wer die Zeit hat und sich bereiterklärt, Telefonumfragen zu beantworten, hat vermutlich auch sehr viel Zeit, um Printmedien zu lesen (und sie an x Personen weiterzugeben).</p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/">Serie zum Journalismus im Internet</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Die Enttäuschung</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Die Klicks</a><br />
3. Teil: Das Geld</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/warum-journalismus-im-internet-kein-geld-verdient/">Warum Journalismus im Internet kein Geld verdient</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Hereinspaziert, klicken und liken!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2015 10:48:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Clickbait]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele journalistische Projekte im Internet bleiben Herzensangelegenheiten, denn Werbegelder gibt es dafür kaum. Wer Geld verdienen will, muss sich ganz auf eine hohe Zahl von Seitenaufrufen und Interaktionen in Sozialen Medien konzentrieren. Der Journalismus verändert sich dadurch. Oder schafft sich ab. Was haben wir uns vom Journalismus im Internet versprochen &#8211; und was wurde bisher <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Hereinspaziert, klicken und liken!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele journalistische Projekte im Internet bleiben Herzensangelegenheiten, denn Werbegelder gibt es dafür kaum. Wer Geld verdienen will, muss sich ganz auf eine hohe Zahl von Seitenaufrufen und Interaktionen in Sozialen Medien konzentrieren. Der Journalismus verändert sich dadurch. Oder schafft sich ab.<br />
<span id="more-25265"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Ich habe in den letzten Jahren sehr viele journalistische Projekte im Internet vorgestellt. Viele von ihnen sind gescheitert oder dümpeln vor sich hin. <a href="http://www.clack.ch/">Clack.ch</a> beispielsweise weilt seit Monaten in den Sportferien, auf <a href="http://promiagent.ch/">Promiagent.ch</a> oder <a href="http://bar-storys.ch/">Bar-storys.ch</a> gibt es keine neuen Beiträge mehr. <a href="http://www.klatschheftli.ch/">Klatschheftli.ch</a>, <a href="http://www.presseverein.ch/2012/04/kuratieren-am-bodensee/">Topcomments.ch</a>, <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/14/grosse-jagd-auf-kleine-fehler/">Fehler.li</a> sind eingestellt. Auch den von Peter Hogenkamp gegründeten Verlag Blogwerk, der ab 2006 mit Blogs Geld verdienen wollte, gibt es nicht mehr. Meine damaligen Texte auf Medienlese.com sind nun zum zweiten Mal unter einer anderen <a href="http://www.foerderland.de/digitale-wirtschaft/netzwertig/">URL</a> zu finden.</p>
<p>Zum grossen, nachhaltigen Erfolg, gar zu einer Goldgrube sind Internet-Medien mit publizistischer Qualität bisher kaum geworden. Zwar konnten ernsthafte und wichtige Projekte wie das medienkritische <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> oder die Internetpolitik-Site <a href="https://netzpolitik.org/">Netzpolitik</a> Spenden und Abonnements generieren; doch damit können gerade mal die Mitarbeiter bezahlt werden. Hyperlokale Blogs, als geniale Alternative zur verknöcherten Lokalzeitung gefeiert, <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2015%2F05%2F23%2Fa0089&amp;cHash=5dd951b4930398594e496049edc2590e">kämpfen um ihr wirtschaftliches Überleben</a>. Die im Frühling 2014 gesammelten <a href="https://www.startnext.com/substanz">37.176 Euro</a> für das Wissenschaftsmagazin «Substanz» sind verbraucht, man macht <a href="https://www.substanzmagazin.de/substanz-macht-pause/">«Pause»</a>. Selbst erfolgreich 1 Million Euro sammelnde Crowdfunding-Projekte wie <a href="https://krautreporter.de/">Krautreporter.de</a> müssen sich <a href="https://krautreporter.de/pages/erneuern">anstrengen</a>, um im Jahr 2 ihres Bestehens zu überleben.</p>
<p>Bisher haben sich neue deutschsprachige, publizistisch wertvolle Internetprojekte vor allem in von den traditionellen Medien vernachlässigten Bereichen wie eben Medienkritik oder Netzpolitik gebildet und etabliert. Gut funktionieren auch Projekte, die Inhalte sammeln, ordnen und beschreiben, also kuratieren &#8211; eine Funktion, die auch Soziale Medien sehr gut erfüllen.</p>
<h3>Klicks und Interaktionen durch Überzeichnungen</h3>
<p>Vorwürfe muss man den journalistischen Unternehmern keine machen. Wer &#8211; Status 2015 &#8211; nicht Geld sammeln, sondern Geld verdienen will mit Inhalten im Netz, ist dazu gezwungen, viele Leser zu vielen Interaktionen zu bringen, und das passiert nicht mit ausgewogenen, vernünftigen Journalismus. Sondern mit Emotionen, Sex, Kriminalität, Satire, Gerüchten, Überzeichnungen, Halb- und Unwahrheiten. Das Träumen von einer anderen Welt ist zwar nach wie vor erlaubt, doch die Realität des «Journalismus» online sieht so schlimm aus wie Focus.de oder Huffingtonpost.de. Portale, die für einen Klick oder ein Like wohl auch ihre Grossmutter verkaufen würden.</p>
<p>Der Fokus auf das Erreichen möglichst vieler Interaktionen in Sozialen Netzwerken hat Portale wie Likemag.com, Storyfilter.com oder Heftig.co hervorgebracht. Sie preisen ihre Storys an wie Türsteher vor Stripclubs, die arglose Touristen zu einem Besuch anregen wollen. Dafür verwenden sie nicht selten die Substanz von anderenorts aufgeschnappten Storys, schmücken diese aus und ernten so die Aufmerksamkeit von wenig medienaffinen Personen. Mit Journalismus haben solche Projekte so wenig zu tun wie die Neue Zürcher Zeitung mit Lockerheit oder die britische Zeitung Daily Mail mit der Wahrheit.</p>
<h3>Auswirkungen der Auswertungen</h3>
<p>Mit den Sozialen Netzwerken und der Möglichkeit, das Verhalten der Leser minuti­ös zu messen, ist die Quote in einen vormals quotenfreien Bereich des Journalismus gekommen &#8211; und zwar durch die Auswertung von Klicks, Visits, Shares, Likes, Favs, Retweets, Hearts, Thumbs up, etc. Wer darauf schielt beim Schreiben, erzeugt ein anderes Produkt. Und wer ein anderes Produkt erzeugt, braucht dafür andere Leute. Billigere, jüngere Kräfte in den Redaktionen konkurrenzieren deshalb sehr konkret die altgedienten Kräfte. Rainer Stadler <a href="http://www.nzz.ch/meinung/blogs/medienblog/581/2015/07/14/originalitaet-als-krisensymptom">stellte kürzlich fest</a>, dass «das Personal, das sich längerfristig in ein Sachgebiet vertiefen kann», rar wird. Die Veränderungen führen, wie es beim «Spiegel» oder bei der NZZ zu beobachten war, zu grossen, innerbetrieblichen Abwehrschlachten, zu Budgetkriegen.</p>
<p>Die Verschiebungen von zugeteilten Geldern verändern die Qualität des Produkts. Wer dem Praktikant die Verantwortung überträgt, darf sich nicht wundern, wenn es Qualitätsprobleme gibt. Man bemerkt den Qualitätsverlust, wenn man auf längere Stücke journalistisch etablierter Marken stösst, auf Beiträge, die vor zehn oder vor fünfzehn Jahren erschienen sind; sie haben oft sehr viel mehr Substanz als heutige Beiträge.</p>
<p>Weil Leser nur eine Marke wahrnehmen, schadet die Klickjägerei von Focus Online eben auch dem Printprodukt Focus &#8211; oder zieht die Qualität von beiden Titeln herunter. Die gesunkene Qualität bringt schliesslich Abonnenten dazu, ihre Abos zu kündigen. Ein Teufelskreis mit einem absehbarem, bösen Ende. Wiederum ist es aber auch nicht so, als hätten Print-Titel, die sich dem Internet ferngehalten haben, keine Verluste.</p>
<h3>Versuchsanlage «Welt»-Feuilleton</h3>
<p>Sehr schön zu beobachten sind die Personalverschiebungen innerhalb einer Marke im Feuilleton der «Welt», das kürzlich eine Reihe von ganz jungen Leuten angestellt hat, die man sicher ungestraft Inszenierungsjournalisten oder Krawalljournalisten nennen darf. Frédéric Schwilden beispielsweise, der auf seinem <a href="http://www.welt.de/autor/frederic-schwilden/">Profilbild</a> (Achtung: Provokation!) Schnurrbart, Seitenscheitel und dämonischen Blick spazieren führt. In seinen Texten, sorry, Schlagzeilen, bringt er sich mit grosser Emotion ein («Ohne Stefan Raab hätte ich mich umgebracht»), erweitert den Kulturbegriff («Jetzt hat Miley Cyrus&#8216; auch ihr Nippelgate») und fürchtet sich nach einem publizierten Artikel zuhause («Wie der Rapper Fler die ‹Welt› bedroht»). Andere, die Boulevard fahren, bittet er dann aber mit deutlichen Worten um etwas mehr Zurückhaltung: «Verschont uns mit Mozarts flachen Fäkal-Witzchen!»</p>
<p>Die Devise der neuen, von Performance getriebenen Medienordnung lautet: Wer Aufmerksamkeit holt, gewinnt. Wie, ist fast egal. Diesen Frühling teilte eine Facebook-Freundin den Artikel «Schafft endlich den Pfingstmontag ab!» von Politikredakteur Matthias Kamann mit dem Kommentar: «Hallo Welt! Selten so nen subjektiven Bullshit gelesen. Was hier für Leute schreiben&#8230;». Kurz: Das Konzept des Axel-Springer-Verlags, alle journalistischen Produkte entweder auf dem breiten Boulevard («Bild») oder auf dem sich über den Sumpf erhebenden Boardwalk («Welt») zu verteilen, und von den Intensivnutzern dieser Inhalte Geld zu verlangen, geht auf. Dank Menschen, die diese Storys beachten und teilen.</p>
<p>Zu Folgern bleibt: Wenn nur noch die Klickperformance zählt und nicht mehr die Argumente, der Nachrichtenwert oder die Qualität, dann hat sich der Journalismus &#8211; will man ihn denn noch so nennen &#8211; grundlegend verändert.</p>
<p><small>Hinweis: Links auf klickgierende Storys und Websites wurden mit Absicht unterlassen.</small></p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/">Serie zum Journalismus im Internet</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Die Enttäuschung</a><br />
2. Teil: Die Klicks</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Hereinspaziert, klicken und liken!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Der Journalismus im Internet ist eine Enttäuschung. Denn damit Du diesen Text liest, brauchst Du so eine Schlagzeile.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 11:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für den Journalismus ist das Internet ein Eldorado der Möglichkeiten. Und doch eine einzige Enttäuschung: Weil damit kaum Erlöse erzielt werden, findet der grosse Teil des wertvollen Journalismus immer noch ausserhalb statt. Geld verdienen lässt sich vor allem mit schreierischen, journalismusfernen Inhalten. Was haben wir uns vom Journalismus im Internet versprochen &#8211; und was wurde <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Der Journalismus im Internet ist eine Enttäuschung. Denn damit Du diesen Text liest, brauchst Du so eine Schlagzeile.</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für den Journalismus ist das Internet ein Eldorado der Möglichkeiten. Und doch eine einzige Enttäuschung: Weil damit kaum Erlöse erzielt werden, findet der grosse Teil des wertvollen Journalismus immer noch ausserhalb statt. Geld verdienen lässt sich vor allem mit schreierischen, journalismusfernen Inhalten.<br />
<span id="more-25263"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Ich hätte nicht erwartet, dass es soweit kommt. Aber vielleicht muss ich einigen Kritikern des Internets recht geben. Denn die grossen, mit der Explosion von Möglichkeiten im Internet geschmiedeten Träume konnten bisher nicht erfüllt werden. Viele der solche Visionen hegenden kreativen Geister leben stattdessen fast prekärer als in Vor-Internet-Zeiten. Musiker gehen auf Marathon-Konzerttourneen, Künstler füllen Förderanträge aus und Journalisten wechseln zuhauf in die PR und «kommunizieren» fortan. Oder es funktioniert die Quersubventionierung: Man ist bekannt für das eine, verdient das Geld aber mit etwas anderem. Sascha Lobo hat das Internet im Januar 2014 als <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/21/internet-kaputt-nicht-kaputt/">«kaputt»</a> bezeichnet, und damit vor allem die dort praktizierten, aus Steuer- und Werbegeldern finanzierten Überwachungstätigkeiten gemeint. Das ist zwar eine etwas sehr vereinfachte Darstellung, aber wenn das Wort enttäuschte Verheissungen eines Spiel- und Werkzeugs benennt, dann ist sie nachvollziehbar.</p>
<p>Die wirtschaftlichen Nutzniesser des Medienwandels im publizistischen Bereich sind bisher einige wenige grosse Plattformen und ihre Investoren. Haben diese oft keine eigenen Inhalte erstellenden Plattformen publizistische Ziele, so unterscheiden sie sich von jenen des klassischen Journalismus. Was natürlich auch mit der durch den Medienwandel veränderten Struktur zu tun hat. Was immerhin teilweise funktioniert im Netz, ist das Geldsammeln. Direkt <a href="https://twitter.com/glsbank/status/627148360043077632">per IBAN</a> oder auf Crowdfunding-Portalen wie Kickstarter, Indiegogo oder Wemakeit. Muss sich der ernsthafte Journalismus zukünftig um Spendengelder von Lesern und Mäzenen bemühen?</p>
<p>Es wird offensichtlich: Hinter den <strong>Verheissungen</strong> des Medienwandels öffnen sich <strong>Abgründe</strong>. Um den klickheischenden Titel einzulösen, liefern wir also acht knackige Schlagzeilen, wie sie Internetfreunde lieben &#8211; und acht unangenehme Wahrheiten dahinter, die sie gerne verdrängen. Es ist der Start einer Serie zum Journalismus im Internet.</p>
<h3>1. Der Journalismus im Internet verfügt über grenzenlose Möglichkeiten!</h3>
<p>Doch die Online-Journalisten sind kleine Boulevardmäuse geblieben, bemitleidenswerte Klickfabrik-Arbeiter. Für Recherche haben sie keine Zeit, denn sie müssen mehrmals täglich Stücke raushauen. Die dann bitteschön performen sollen, also zuhauf Interaktionen nach sich ziehen.</p>
<h3>2. GRENZENLOSE MÖGLICHKEITEN!</h3>
<p>&#8211; von denen nicht nur die Journalisten, sondern auch die Konsumenten überfordert zu sein scheinen. Die inszeniert abgeschlossene Welt einer Tageszeitung oder einer Tagesschau-Ausgabe ist zwar keine adäquate Abbildung der Wirklichkeit, entspricht aber offenbar dem Bedürfnis vieler Menschen nach Überschaubarkeit.</p>
<h3>3. Das Netz ermöglicht es uns, immer freier, immer schneller, immer schrankenloser zu kommunizieren!</h3>
<p>Doch wir liefern unsere Daten freiwillig an Milliardenkonzerne aus, die uns überwachen und die nicht verhindern können, dass uns Regierungen überwachen.</p>
<h3>4. Datenauswertungen machen Netzinhalte besser!</h3>
<p>&#8211; und überwachbarer. Was den Schutz vor Überwachbarkeit angeht, sind gedruckte Publikationen im Vorteil, wie ich im Text <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/16/die-loesung-heisst-rueckschritt/">«Die Lösung heisst Rückschritt»</a> ausgeführt habe: Ihre Lektüre bleibt ein kaum zu überwachbares Unternehmen &#8211; ähnlich wie das Bezahlen mit (ebenfalls gedrucktem) Bargeld.</p>
<h3>5. Datenauswertungen machen Netzinhalte sogar zeitlos!</h3>
<p>Wie es auf Portalen wie Likemag.com, Storyfilter.com oder Heftig.co zu bewundern ist, sind perfekt auf Leserreaktionen optimierte Beiträge am Ende zeitlos und müssen auch gar kein Datum mehr tragen. Mit Journalismus, einem Wort, das vom auf den «Tag» zurückgehenden französischen Wort «journal» kommt, hat das nichts mehr zu tun.</p>
<h3>6. Der Digitalanteil der Zeitungsverlage steigt ständig an!</h3>
<p>&#8211; wie diese in Medienmitteilungen stolz vermelden. Doch mit Journalismus haben Projekte wie Doodle, Ricardo, Trendsales (<a href="http://www.tamedia.ch/de/medien/digital/">Tamedia</a>), ImmoScout24, DeinDeal, Geschenkidee (<a href="http://www.ringierdigital.ch/portfolio.html">Ringier</a>) oder Idealo, Kaufda, Zanox (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Beteiligungen_der_Axel_Springer_SE">Axel Springer</a>) nichts zu tun.</p>
<h3>7. Journalisten sind gut bezahlt!</h3>
<p>Wenn sie denn in Chefpositionen bei Druckerzeugnissen angestellt sind. Wer sich wundert, dass Abgänger von Journalistenschulen auch heute noch lieber bei den Printprodukten «Zeit», «Spiegel» oder NZZ arbeiten möchten und nicht unbedingt bei 20min.ch: Entscheidend sind die Arbeitsbedingungen, der Ruf der Marke und die journalistischen Möglichkeiten. Um auch in Krisenzeiten keine Abstriche machen zu müssen, spart man auf Kosten der freien Mitarbeiter. Während festangestellte Journalisten nach wie vor normal verdienen, sind die Honorare für die Freien kaum noch existenzsichernd.</p>
<h3>8. Der ernsthafte, wertvolle Journalismus findet statt!</h3>
<p>&#8211; und zwar oft auf Papier. Auch wenn es im Internet einige ernsthafte Publikationen gibt. Auch wenn Zeitungswebsites immer wieder grossartige journalistische Online-Projekte durchziehen. Und auch wenn Buzzfeed und Watson ihre «So-verrückt-ist-die-Welt»-Postings ab und zu mit echtem Journalismus auflockern. Gemessen an der Anzahl von originären, demokratierelevanten Inhalten schneidet Print gegen das Netz immer noch noch gut bis sehr gut ab.</p>
<p><strong>Reaktionen auf den Beitrag:</strong><br />
<a href="https://verabunse.wordpress.com/2015/08/19/medienwoche-serie-journalismus-im-internet-antwort-an-ronnie-grob/" target="_blank">Vera Bunse: Antwort an Ronnie Grob</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Der Journalismus im Internet ist eine Enttäuschung. Denn damit Du diesen Text liest, brauchst Du so eine Schlagzeile.</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/feed/</wfw:commentRss>
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