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	<title>Karl Lüönd | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 06:46:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wie geht es dem Journalismus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/05/wie-geht-es-dem-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2014 09:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus Tag]]></category>
		<category><![CDATA[Winterthur]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[Nicole Meier]]></category>
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		<category><![CDATA[Katrin Hug]]></category>
		<category><![CDATA[Gianni Huber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das sagen sechs führende Journalisten, die in Winterthur leben oder über die Region berichten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das sagen sechs führende Journalisten, die in Winterthur leben oder über die Region berichten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/05/wie-geht-es-dem-journalismus/">Wie geht es dem Journalismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Tadel und Lob</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/01/13/tadel-und-lob/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 10:55:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre C. Meier]]></category>
		<category><![CDATA[SNB]]></category>
		<category><![CDATA[Edith Hollenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvia Egli von Matt]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt W. Zimmermann]]></category>
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		<category><![CDATA[Stephan Russ-Mohl]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalbank]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist es ein Fall Hildebrand oder ein Fall Weltwoche? Die Einschätzung von professionellen Beobachtern gehen weit auseinander. Während die einen das Gros der Medien der «Rechercheverweigerung» bezichtigen, loben andere deren Professionalität und Seriosität. Fünf Stimmen aus Wissenschaft, Ausbildung und Medienjournalismus. Karl Lüönd: Weltwoche als Opfer des Jagdfiebers Pierre C. Meier: Unprofessioneller Anti-Blocher-Reflex Sylvia Egli von <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/13/tadel-und-lob/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/01/Philipp-Hildebrand1.jpg" alt="" width="120" height="120" />Ist es ein Fall Hildebrand oder ein Fall Weltwoche? Die Einschätzung von professionellen Beobachtern gehen weit auseinander. Während die einen das Gros der Medien der «Rechercheverweigerung» bezichtigen, loben andere deren Professionalität und Seriosität. Fünf Stimmen aus Wissenschaft, Ausbildung und Medienjournalismus.<br />
<span id="more-30420"></span></p>
<ol>
<li><a href="#kari">Karl Lüönd: Weltwoche als Opfer des Jagdfiebers</a></li>
<li><a href="#pierre">Pierre C. Meier: Unprofessioneller Anti-Blocher-Reflex</a></li>
<li><a href="#sylvia">Sylvia Egli von Matt: Freibrief für Schlammschlachten</a></li>
<li><a href="#russ">Stephan Russ-Mohl: Publizistischer Konflikt</a></li>
<li><a href="#kwz">Kurt W. Zimmermann: Rechercheverweigerung</a></li>
</ol>
<p><a name="kari">Karl Lüönd, Publizist und Jäger</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/lueond_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Ich wundere mich, dass die «Weltwoche» in ihrer Ausgabe vom 12. Januar von den Fakten her nicht nachlegen konnte. Wenn man so einen Scoop hat, behält man mit Vorteil immer man etwas Pulver zurück für den zweiten Schuss.<br />
Ich habe mich auch darüber gewundert, wie weit sich die Weltwoche und der von mir überaus geschätzte Kollege Urs Paul Engeler aus dem Fenster gelehnt haben, auch emotional. Der unbestrittene Teil der Story war doch stark genug: Über das Konto des Nationalbankpräsidenten ist ein Devisendeal im sechsstelligen Bereich gelaufen &#8211; das reicht doch. Warum dann aber Schlötterlinge wie «Gauner» und dergleichen, was nur Prozessrisiko schafft und &#8211; schlimmer &#8211; ein Urteil bedeutet, das man bei dieser Stärke der Fakten durchaus dem Leser überlassen könnte?<br />
Die Reaktionen der ausländischen, vor allem der angelsächsischen Medien waren übrigens bedeutend kühler und gegenüber Hildebrand kritischer als diejenigen in den meisten Schweizer Medien. Hier hat einmal mehr das Anti-Blocher-Grundrauschen den normalen journalistischen Reflex überstimmt. Der Kerl darf einfach nicht recht haben, auch wo er recht hat. Devisengeschäfte in diesem Umfang sind für einen Geheimnisträger an der Spitze der Notenbank ein klares «no go».<br />
Sodann würde mich interessieren, warum die Weltwoche ­ so sieht es jedenfalls für den Aussenstehenden aus ­ den Informanten aus der Bank Sarasin so rücksichtslos verheizt hat. Im Fall Wyler/Zopfi war Alex Baur dagegen so etwas von rücksichtsvoll und einvernehmlich mit seinen Gewährsleuten. Und nur über den Mittelsmann Lei mit dem Whistleblower zu kommunizieren wäre mir definitiv zu riskant gewesen.<br />
Seit Donnerstag hat sich bei mir der Eindruck verfestigt, die Weltwoche sei das Opfer ihres eigenen Jagdfiebers geworden. So lange hatten sie den Hildebrand folgenlos verfolgt und kritisiert &#8211; und jetzt hatten sie ihn! Sie haben dann geschossen, sie haben auch getroffen, aber  sie haben wohl das falsche Kaliber verwendet: eine Wildsaupatrone, wo auch Vogelschrot gereicht hätte. Schiessen mag notwendig gewesen sein. Aber weidmännisch war das nicht wirklich.</p>
<p><a name="pierre">Pierre C. Meier, Chefredaktor Werbewoche</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/01/pcm.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Meiner Ansicht nach die beste Analyse der causa Hildebrand efolgte durch <a href="https://www.facebook.com/notes/zeit-schweiz/einer-geht-noch/357259754299794" target="_blank">Peer Teuwsen</a>. Leider vergass er die Rolle der Medien zu hinterfragen. Die war genau so pitoyabel, wie die der Wirtschaft. Dadurch, dass die ganze Sache von der rechten Schmuddelecke aus angestossen wurde, griff zuerst einmal der Anti-Blocher-Reflex. Verständlich aber leider auch unprofessionell. Anstatt, dass man versuchte, durch eigene Recherchen der Wahrheit näher zu kommen, nahm man den angeschossenen Hildebrand nur in Schutz und überliess so das Feld den selbsternannten Moralhütern der SVP. Kritischer Journalismus sollte immer neutral bleiben, auch wenn die Sympathien beim Verdächtigen liegen.</p>
<p><a name="sylvia">Sylvia Egli von Matt, Direktorin Journalistenschule MAZ</a></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/userphoto/sylvia.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Die Berichterstattung zum Fall Hildebrand zeigt, dass es nach wie vor Medien gibt, die ihren Job seriös und klug machen. Manchmal habe ich den Eindruck, sogar besser als früher – umfassender, einordnender, kritischer. In der Folge werden nun wohl Reglemente der SNB verschärft.<br />
Die aktuelle Arbeit der Medien zeigt aber auch Defizite auf:</p>
<ol>
<li> In Sachen Quellen/Quellenkritik: Es ist bedenklich, dass Politiker gewisse Medien für ihre Kampagne instrumentalisieren konnten. Ebenso, dass die Aussagen von Urs Paul Engeler kaum kommentiert werden: «Wenn sich jeder Artikel auf zwei Quellen abstützen würde, würden Tageszeitungen höchstens im Wochenrhythmus erscheinen oder gar nicht. Blenden wir die Tatsachen nicht aus: Es gibt regelmässig Geschichten, die sich nicht auf zwei Quellen abstützen lassen. Entscheidend ist, dass der Journalist seinen Informanten als glaubwürdig und sicher einschätzt. Das habe ich gemacht.» Schliesslich handelt es sich bei den Vorwürfen ja um eine Geschichte mit immenser Tragweite – und nicht um journalistische Alltagsroutine.</li>
<li> In Sachen Sprache: Journalisten sollten nicht mit Attributen wie &#8222;Gauner&#8220; hantieren. Das ist eine Verluderung, ein Freibrief für Schlammschlachten. Was angeblich den demokratischen Prozessen nützen soll, schadet ihnen.</li>
<li> In Sachen Personalisierung: Diese attraktiviert die Geschichte zwar zweifelsohne, sie hat aber ihren Preis. Immer öfter wird «auf den Mann gezielt», bzw. «auf die Frau».</li>
</ol>
<p>Die Causa Hildebrand bietet einigen Stoff für Reflexion und Lehren. Auch für die Medien.</p>
<p><a name="russ">Stephan Russ-Mohl, Professor Uni Lugano</a></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/russ_mohl.jpg" alt="" width="120" height="121" /> Spannend wird die Sache wohl erst richtig, wenn man die Causa Hildebrand mit der Causa Wulff vergleicht &#8211; und vor allem die bisherigen Skandalisierungsmuster aufseiten der Medien.<br />
Die ursprünglichen Verfehlungen der beiden Präsidenten, die den Anlass zur Skandalisierung lieferten, scheinen mir in etwa «gleichwertig», auch wenn die Devisengeschäfte von Hildebrands Frau näher am Kerngeschäft des Nationalbankpräsidenten dran waren als die Kreditaufnahme des Minister- und späteren Bundespräsidenten bei «friends &amp; family».<br />
Ganz unterschiedlich verlief dagegen der Prozess der Skandalisierung: In der Schweiz war es, so weit ich das beobachten konnte, eher ein publizistischer Konflikt zwischen Weltwoche und dem Rest der Journaille, mit einigen differenzierten Zwischentönen, zum Beispiel von der NZZ. In Deutschland haben wir dagegen den seltenen Fall, dass von taz bis FAZ, von Bild über Frankfurter Rundschau bis hin zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Medien gemeinsam den Bundespräsidenten zum Rücktritt drängen &#8211; allerdings auch, weil er, anders als Hildebrand, bei seiner Selbstverteidigung einen Fehler nach dem anderen beging.<br />
Mich hat deshalb der Rücktritt von Hildebrand eher überrascht. Wulff wäre aus «wissenschaftlicher» Sicht – wenn man zum Beispiel Hans Mathias Kepplingers gediegene Studien zu Skandalisierungsprozessen zugrundelegt–- wohl als erster «dran» gewesen, weil er sich einer geschlossenen Phalanx der Medien gegenüber sieht. Aber in Deutschland ist der Konflikt wohl inzwischen auch zu einem sehr merkwürdigen Machtkampf zwischen moralisierenden Medien und einer in Fragen des Machterhalts über Parteigrenzen hinweg wenig feinfühligen politischen Klasse eskaliert, wie er in der Schweiz kaum denkbar wäre.</p>
<p><a name="kwz">Kurt W. Zimmermann, Medienkolumnist Weltwoche</a></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/01/kwz.jpg" alt="" width="120" height="120" />Die Rechercheverweigerung der Schweizer Journalisten im Fall Hildebrand gehört zu den skurrilsten Kapiteln unserer neueren Mediengeschichte. Lieber ein weissgewaschener Persilschein für einen Nationalbankchef als eine Untertagearbeit im Dreck der Wahrheit, war die Devise meiner Medienkollegen. Skurril und irreal.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/13/tadel-und-lob/">Tadel und Lob</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Einzige Überlebensstrategie»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 10:54:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://www.enterpriseirregulars.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/pay-wall.jpg" class="alignleft" width="120" />Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren Zeitungsinhalte im Web bereits heute nur gegen Geld zugänglich sind, sehen sich auf dem richtigen Weg. Branchenbeobachter halten eine Paywall gar für überlebensnotwendig.<br />
<span id="more-28949"></span><br />
<strong>Stephan Russ-Mohl</strong>, Medienwissenschaftler und Professor an der Università della Svizzera italiana </p>
<blockquote><p>Bei den Amerikanern gibt es den schönen Spruch: &#8218;You can&#8217;t have a cake and eat it.&#8216; Genau das aber versuchen New York Times uns jetzt demnächst auch die NZZ: Sich ihre Online-Reichweite zu erhalten und trotzdem sich zusätzliche Einkünfte von ihren treuesten Lesern zu verschaffen. Aus meiner Sicht ist das die einzige wegweisende Überlebensstrategie für Qualitätsjournalismus, der nun mal Geld kostet und den die Werbewirtschaft absehbar nicht mehr, wie bisher im Print-Zeitalter üppigst finanzieren wird. Es wird viel davon abhängen, wie die NZZ ihr Ansinnen kommuniziert. Aber journalistische Unabhängigkeit ist nur dort zu haben, wo Leser/Hörer/Zuschauer oder Nutzer für diesen Journalismus bereit sind, zu bezahlen.</p></blockquote>
<p><strong>Karl Lüönd</strong>, Journalist und Branchenkenner </p>
<blockquote><p>Die NZZ setzt mit diesem Beschluss ein willkommenes und nötiges Zeichen gegen die Gratismentalität. Kein Unternehmen kann sich leisten, auf die Dauer seine Produkte zu verschenken. Über das Inkassosystem, das die NZZ anwenden wird, weiss man noch zuwenig. Entscheidend wird sein, dass sie es ohne die gierigen «Mitesser» aus der Telekom- und der Kreditkartenbranche schaffen.</p></blockquote>
<p><strong>Christoph Zimmer</strong>, Leiter Unternehmenskommunikation Tamedia </p>
<blockquote><p>Die Medienbranche in der Schweiz kann nur gewinnen, wenn alle Medienhäuser neue Angebote und Strategien ausprobieren. Der Erfolg von Newsnet und das eindrückliche Wachstum von 20 Minuten Online zeigen, dass sich grosse Redaktionen auch über Werbung finanzieren lassen. Bei bezahlten Angeboten stehen wir als Branche hingegen immer noch am Anfang eines vermutlich längeren Weges. Die Paid-Content-Strategie der NZZ ist genauso wie die iPad-App des Tages-Anzeigers ein Schritt auf diesem Weg. Wir werden die neue Strategie der NZZ wie auch die Paid-Content-Angebote anderer regionaler und nationaler Medienhäuser deshalb mit Interesse verfolgen und wünschen den Kolleginnen und Kollegen an der Falkenstrasse viel Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>Caroline Thoma</strong>, Geschäftsführerin Blick-Gruppe </p>
<blockquote><p>Das Blick-Portal wie die Printausgaben sind Massenmedien. Eine komplett kostenpflichtige Paywall bei Blick einzuführen ist aktuell keine Option für uns. Wir können uns jedoch vorstellen, zukünftig spezifische Inhalte kostenpflichtig anzubieten</p></blockquote>
<p><strong>Norbert Neininger</strong>, Verleger und Chefredaktor Schaffhauser Nachrichten </p>
<blockquote><p>Bei uns ist die Onlineausgabe schon lange nur für Zeitungsabonnenten gratis, unsere Sonntagsausgabe auf dem iPad (SN am Sonntag) wird nach einer Einführungsphase auch kostenpflichtig sein. Ich habe nie verstanden, warum die Verleger (sei es im Print, sei es Online) ihre Wertvollstes, ihre Inhalte, verschenken. Mit dieser Haltung bin ich auf unzähligen Podien und in vielen Kommentaren in den Social Media- und anderen Onlinewelten jahrelang zum Banausen abgestempelt worden, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Nun dürfte sich diese Beurteilung, nachdem einer nach dem anderen auf den richtigen Weg einschwenkt, etwas mildern.</p></blockquote>
<p><strong>Lukas Joos</strong>, Leiter Unternehmensentwicklung der Südostschweiz Medien </p>
<blockquote><p>Für uns ist klar, dass unsere Inhalte im Internet kostenpflichtig sein müssen, deshalb sind die «wichtigsten» Inhalte seit bald 10 Jahren hinter einer Paywall. Eine solche hält auf der einen Seite User ab, bildet aber auf der anderen Seite einen Mehrwert für unsere Abonnenten. Viel Traffic auf der Seite und den Apps wünscht sich vermutlich jeder Verlag, aber immer wichtiger wird die Qualität respektive das Profil der User. Eine Paywall schafft Transparenz. Zudem gilt meiner Meinung nach immer noch, was etwas kostet, ist (zumindest meist) auch etwas wert oder dessen Umkehrschluss.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Q – das Feigenblatt der Fachpresse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/08/26/q-das-feigenblatt-der-fachpresse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 09:47:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Fachpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Jaromir Löffler]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[M&K]]></category>
		<category><![CDATA[Q-Award]]></category>
		<category><![CDATA[Verlegerverband]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute tagt die Kommission Q-Zertifizierung des Verbands Schweizer Medien. Sie prüft den bunten Haufen der Spezial- und Fachpresse und entscheidet, wer sich für ein weiteres Jahr mit dem sogenannten Q-Label schmücken darf. Ein Gütesiegel ohne Wert. Ausgezeichnet werden damit auch Publikationen, die sich nur marginal um journalistische Maximen kümmern und als Sprachrohre ihrer Verbände und <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/26/q-das-feigenblatt-der-fachpresse/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/26/q-das-feigenblatt-der-fachpresse/">Q – das Feigenblatt der Fachpresse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Q-Logo.jpg" alt="" width="120" height="102" /> Heute  tagt die <a href="http://www.publicitas.ch/index.php?id=3932">Kommission Q-Zertifizierung</a> des <a href="http://www.schweizermedien.ch/">Verbands Schweizer Medien</a>. Sie  prüft den bunten Haufen der Spezial- und Fachpresse und entscheidet, wer sich für ein weiteres Jahr mit dem sogenannten Q-Label schmücken darf. Ein Gütesiegel ohne Wert. Ausgezeichnet werden damit auch Publikationen, die sich nur marginal um journalistische Maximen kümmern und als Sprachrohre ihrer Verbände und Inseratekunden fungieren.<br />
<span id="more-28910"></span><br />
Alljährlich wiederholt Jurymitglied Karl Lüönd in seiner Laudatio der prämierten Fach- und Spezialpublikationen, worauf es bei der Qualität vor allem ankommt: «Q-Publikationen werden von einer unabhängigen Redaktion gestaltet. Redaktionelle und bezahlte Beiträge sind klar unterscheidbar und entsprechend gekennzeichnet.»</p>
<p>Doch die Auffassung von Qualität ist so verschieden wie die Publikationen selber. Die Gattung der Spezial- und Fachpresse zählt schätzungsweise 2500 Titel in der Schweiz und generiert jährlich stolze 400 Millionen Franken an Werbeaufträgen. Das Spektrum ist enorm und reicht bei den bloss knapp über 100 zertifizierten Titeln von «Cigar», «Gartenfreund», «Tierwelt» über «KMU-Magazin», «Der Schweizer Treuhänder», «Wald und Holz», «Baublatt», «Chemische Rundschau», «Food &amp; Beverage», «Werbewoche», «Schweizer Gemeinde», bis hin zu «Hausarzt Praxis», «Pharmajournal» und «Schweizer Optiker», um nur einige zu nennen.</p>
<p>Die wenigsten leisten sich jedoch eine nach journalistischen Grundsätzen unabhängige Redaktion und behelfen sich zur Not mit einem redaktionellen Beirat, der in der Regel nur die Minimalanforderungen des journalistischen Handwerks prüft. Selbst ein anerkanntes (und zertifiziertes) Branchenblatt wie etwa «Marketing und Kommunikation» lässt neben redaktionell einwandfrei recherchierten Beiträgen ausgewiesener Journalistinnen und Journalisten regelmässig Produktevertreter und Leute in Führungpositionen inserierender Firmen als Experten im Blatt schreiben. Vielfach verknüpft mit entsprechenden Inseraten. Das ist allgemein bekannt und kein Einzelfall. «Das machen zum Beispiel Werbewoche, Persönlich und viele andere auch», sagt Toni Vetterli, Leiter Marketing des Verlegerverbandes. Bekannt ist allerdings auch, dass Jaromir Löffler, bis vor kurzem M&amp;K-Chefredaktor, in der Kommission der Q-Zertifizierer sitzt.</p>
<p>Was läuft hier schief? Unabhängiger und gleichzeitig rentabler Fachjournalismus scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Denn Fachblätter berichten über jene, die gleichzeitig ihre besten Inserenten sind. Wer es mit der Unabhängigkeit ernst meint – wie die Automobil-Revue, die aufwändige eigene Modelltests durchführt und nicht a priori in die Hymnen der Autohersteller einstimmt – der muss sich seine Glaubwürdigkeit etwas kosten lassen; unabhängiger Journalismus gibts nicht gratis. Doch die grosse Mehrheit der Gattung geniesst praktisch grenzenlose Freiheiten bei den Konditionen und Preisen, die sie ihren Inserenten gewährt, die man nicht mit einem Gütesiegel beschränken will. Ronny Schmid, Teilhaber der Winterthurer Mediaagentur Konnex, schreibt in seinem Newsletter: «Das Erfüllen der Grundsätze für den Erwerb dieses Gütesiegels ist für viele Verantwortliche der Spezial- und Fachpresse nicht interessant. Sei es, weil die Freiheiten bei der Vermischung von redaktionellem und bezahltem Raum wegfallen würden. Oder sei es, weil keine Handhabe für den Einbau von verstecktem Mehrumsatz bei der Tarifgestaltung mehr gegeben wäre.»</p>
<p>Die Spezial- und Fachpresse ist ergo mit den Anforderungen des Q-Labels vor allem in Bezug auf redaktionelle Unabhängigkeit überfordert. Ehrlicher wäre es deshalb, die Kriterien zu ändern und zum Beispiel Branchenunterschiede zu berücksichtigen, um den unterschiedlichen publizistischen Anforderungen besser gerecht zu werden. Entsprechende Vorstösse von Mitgliedern sind beim Verlegerverband deponiert. Wie Toni Vetterli der MEDIENWOCHE mitteilt, gehöre es zu den ständigen Aufgaben, Anregungen und Kritiken regelmässig zu überprüfen und anzupassen. Ein in diesem Frühjahr erarbeitetes Strategiepapier zur verbesserten Positionierung der Q-Publikationen bei Verlegern und Kunden soll bis Ende Jahr innerhalb des Verlegerverbandes verabschiedet werden.</p>
<p>Oder aber man schafft das Feigenblatt Q-Label ganz ab, weil es im Grunde ein Ettikettenschwindel ist.  Doch das wollen die Verantwortlichen der Q-Publikationen bestimmt vermeiden. Nicht zuletzt fiele damit das jährliche Stelldichein der Fachmedienvertreter im mondänen Zürcher Lakeside weg; die einzige Prise Glamour dieser mitunter zweifelhaften Mediengattung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/26/q-das-feigenblatt-der-fachpresse/">Q – das Feigenblatt der Fachpresse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Publireportage – wirklich weg damit?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/25/publireportage-wirklich-weg-damit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 09:50:21 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE fordert die Abschaffung der Publireportage, weil sie das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und kommerziellen Inhalten bewusst unterläuft. Irreführende Werbeformen haben in Medien mit Qualitätsanspruch nichts verloren. Mit unserer Forderung sind wir nicht alleine. Wir haben Prominenz aus Werbung, Medien und Wissenschaft um einen Positionsbezug gebeten – und Erstaunliches erfahren. Die Expertenumfrage der MEDIENWOCHE zeigt <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/25/publireportage-wirklich-weg-damit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE fordert die <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/02/publireportage-%E2%80%93-weg-damit/">Abschaffung der Publireportage</a>, weil sie das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und kommerziellen Inhalten bewusst unterläuft. Irreführende Werbeformen haben in Medien mit Qualitätsanspruch nichts verloren. Mit unserer Forderung sind wir nicht alleine. Wir haben Prominenz aus Werbung, Medien und Wissenschaft um einen Positionsbezug gebeten – und Erstaunliches erfahren.<br />
<span id="more-28839"></span><br />
Die Expertenumfrage der MEDIENWOCHE zeigt das ganze Spektrum zwischen totaler Ablehnung und strikter Befürwortung der Publireportage. Verbreitet ist die gemässigte Position, welche die Publireportage als Werbeform gutheisst, solange transparent ist, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelt.</p>
<p><strong>Stephan Russ-Mohl</strong><br />
<em>Medienprofessor und Leiter Medienobservatorium der Universität Lugano</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/russ_mohl.jpg" alt="" width="120" height="121" /> «Die sogenannte Publireportage ist Werbung, die mehr oder minder als redaktionelles Angebot verschleiert wird – also Schleichwerbung. Und damit der sicherste Weg, das Kostbarste zu zerstören, was Redaktionen haben können bzw. sich erarbeiten sollten: Glaubwürdigkeit bei ihren Publika. Verleger, die sich auf Publireportagen einlassen, tragen zur Kannibalisierung des Journalismus bei – jedenfalls dann, wenn sie für ihre journalistischen Produkte von ihren Publika weiterhin Geld sehen wollen. Bei Medienprodukten, die sich zu 100 Prozent aus Werbung finanzieren, wird es allerdings kaum ohne solche versteckten Werbeformen gehen. «Alles gratis» funktioniert als Geschäftsmodell eben nur, wenn die Werbetreibenden voll und ganz den journalistischen Content finanzieren. Und wer zahlt, schafft eben auch an!»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Markus Berger</strong><br />
<em>Direktor und Studienleiter SPRI</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/markus_berger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Publireportage – weg damit?  Auf keinen Fall! Vielleicht ist der Name tatsächlich ein Unding, das es zu beseitigen oder zu optimieren gilt. Meinetwegen mit dem ganz einfachen, auch gebräuchlichen «Anzeige». Aber das Gefäss brauchts weiterhin. Denn es gibt Marketingkommunikationsbotschaften, die kann und will man nicht nur mit schönen Bildern und Slogans vermitteln, sondern braucht dazu mehr Platz, mehr Hintergrund. Dazu eignet sich die «Publireportage» – ohne «pseudo-objektives» Zutun einer Redaktion. Und mit Glaubwürdigkeitsgewinn für Medium und Auftraggeber, wenn die (inhaltliche) Qualität stimmt und die Herkunft klar deklariert ist.<br />
Eine bedauerliche Entwicklung gibts diesbezüglich allerdings zu beobachten: immer mehr Auftraggeber finden in den Redaktionen keine ausreichend qualifizierten Journalisten mehr, die kritisch-kompetent über Produkte und Dienstleistungen berichten können. Darum wird, gerade auch in Fachpublikationen, vermehrt auf das Mittel dieser «Publireportage» gesetzt. Und das wirft nun tatsächlich kein gutes Licht auf die Medienlandschaft&#8230;»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Norbert Neininger</strong><br />
<em>Chefredaktor und CEO Schaffhauser Nachrichten</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/norbert_neininger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Ob sie nun Publireportagen oder Advertorials heissen: Entscheidend ist, dass dem Leser genügend deutlich klargemacht wird, dass es sich um Werbung und nicht um unbeeinflusste redaktionelle Beiträge handelt. Ihre Anfrage ist Anlass, um unsere diesbezügliche Praxis wieder einmal zu überprüfen.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Karl Lüönd</strong><br />
<em>Publizist und Buchautor</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/kari_lüönd.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Es ist wie mit dem Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht! Transparenz löst 90 % aller medienethischen Probleme, deshalb finde ich Publi-Reportagen (oder Advertorials) unbedenklich, wenn sie klar als solche gekennzeichnet sind und/oder eine klare Absender-Adresse tragen. Auch der Inserent hat Freiheiten, zum Beispiel die Freiheit, komplexe Zusammenhänge differenziert zu erläutern, ab und zu halt mit journalistischen Mitteln. Solange Ross und Reiter kenntlich sind, bleibe ich tolerant.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Christoph Bauer</strong><br />
<em>CEO AZ-Medien</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/christoph_bauer.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Publireportagen haben sich als Werbeform etabliert. Es gibt keinen Grund sie abzuschaffen, wenn die Richtlinien der klaren Trennung zwischen redaktionellem und werblichem Text, der «Code of Conduct», durch differenzierte Schrift und Layout eingehalten werden. Leser sind mündig, kennen den Unterschied zwischen Werbung und redaktionellem Teil, werten diesen und entscheiden selber, was sie lesen wollen.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Josefa Haas</strong><br />
<em>Leiterin Medieninstitut</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/josefa_haas.jpg" alt="" width="120" height="120" /><br />
«Transparenz ist gefordert. Qualitätsmedien achten im eigenen Interesse darauf, dass klar erkennbar ist, wo es sich um eigene redaktionelle Leistungen und wo es sich um kommerzielle Kommunikation handelt.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Frank Bodin</strong><br />
<em>CEO Euro RSCG</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/frank_bodin.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Schon das Wort Publireportage ist eine Mogelpackung: Es gibt vor, eine Reportage für das Publikum zu sein, also Journalismus. Journalistische und werbliche Inhalte gehören getrennt. Ich wäre darum für eine Änderung des Hinweises &#8218;Publireportage&#8216;. Analog der englischen Bezeichnung &#8218;Advertorial&#8216; wäre &#8218;Werbe-Editorial&#8216; klarer oder einfach &#8218;Werbung&#8216; – denn Publireportagen sind eigentlich nichts anderes als schlecht gestaltete Werbung.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Hanspeter Lebrument</strong><br />
<em>Verleger Südostschweiz und Präsident Verband Schweizer Medien</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/hanspeter_lebrument.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Die Publireportage soll beibehalten werden. Es ist eine journalistische Form, die nicht unabhängig erfolgt, sondern zusammen mit dem Auftraggeber. Sie muss klar bezeichnet und in den Tarifen müssen die Bedingungen und die Preise klar angegeben werden.<br />
Ein grosser Teil des publizistischen Schaffens hat einen Publireportage-Charakter. Allerdings wird dafür nichts bezahlt. Im Kulturbereich, im Sport und in den Gesellschaftsrubriken fehlt vielfach das kritische redaktionelle Element. Es wird den beschriebenen Anlässen und Akteuren viel Liebes zu erkannt und wenig Kritisches vermerkt. Und das alles erst noch gratis.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Peter Grob</strong><br />
<em>Geschäftsführer Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/peter_grob.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Grundsätzlich wäre ich für eine Abschaffung von Publireportagen. Sollten sie aber weiterhin beibehalten werden, muss unbdingt klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Publireportage handelt. Der &#8218;Code of Conduct – Werbung in Medien&#8216; fordert dies von den Verlagen. Sobald ich sehe, dass es sich um eine Publireportage handelt, kann ich selber entscheiden, ob ich bereit bin, den Text zu lesen oder nicht. Gewisse Fachorgane brauchen diese Reportagen, sonst müssten sie eingehen.»</p>
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		<item>
		<title>Schnorri-Themen am Abend</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[ZPV]]></category>
		<category><![CDATA[Sacha Wigdorovits]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Marlies Prinzing]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Röthlisberger]]></category>
		<category><![CDATA[Reto Lipp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Die Emotionalisierung hat auch ihr Gutes. Sie führte zum Beispiel zu 230 Millionen Franken Spenden beim Tsunami» sagte der ehemalige «Blick»-Chefredaktor und jetzige PR-Mann Sacha Wigdorovits gegen Schluss der fast einstündigen Podiumsdiskussion am «Communication Summit 2011» im gut gefüllten Auditorium Maximum der ETH Zürich. Und doch sei es richtig, wenn ihr Grenzen gesetzt werden. Für <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Die Emotionalisierung hat auch ihr Gutes. Sie führte zum Beispiel zu 230 Millionen Franken Spenden beim Tsunami» sagte der ehemalige «Blick»-Chefredaktor und jetzige PR-Mann Sacha Wigdorovits gegen Schluss der fast einstündigen Podiumsdiskussion am «Communication Summit 2011» im gut gefüllten Auditorium Maximum der ETH Zürich. Und doch sei es richtig, wenn ihr Grenzen gesetzt werden. Für Ausländerhetze beispielsweise würde er sich niemals hingeben, schliesslich komme er aus einer jüdischen Flüchtlingsfamilie.<span id="more-28709"></span></p>
<p>Für die Misere des hiesigen Journalismus machte er die Führungsspitzen der Verlage verantwortlich: «In den Verwaltungsräten ist keine journalistische Kompetenz vorhanden. Diese Leute wissen nicht, was ein gut gemachtes journalistisches Produkt ist.» Er zeigte sich aber auch von den Journalisten enttäuscht: «Die Arbeitsethik der Journalisten, der Wille, Journalismus zu machen, ist heute nicht mehr im gleichen Masse vorhanden wie früher. Das Problem ist, dass viele glauben, Emotionen reichten aus. Es braucht aber auch Recherche.» Das Ziel von so vielen, mit einer Geschichte möglichst sofort und als erste Publikation online zu sein, sei nicht ausreichend: «Die Geschichte muss in erster Linie mal stimmen. Das ist heute vergessen und das ist inakzeptabel. Diese Medien verstehen nicht, dass sie dabei ihren eigenen Ast absägen.»</p>
<p>Nicht nur Wikileaks wurde behandelt &#8211; «wäre eine grosse Chance für die Medien» (Marlies Prinzing) bzw. «ein Armutszeugnis für die Journalisten» (Wigdorovits) -, es ging auch um die ewiggleichen und ermüdenden Fragen, ob Journalismus eine Zukunft habe, ob der Journalistenberuf eigentlich noch attraktiv sei und ob Journalisten im Vergleich zu Lehrern nicht viel zu wenig verdienten. Das Thema Emotionalisierung war nur eines von vielen in einer Runde über die Befindlichkeiten der Branche der von den Verbänden ZPV und ZPRG organisierten Veranstaltung.</p>
<p>In der von ECO-Moderator Reto Lipp geführten Runde sassen neben Wigdorovits auch Marlies Prinzing («Die Medien haben in den Fällen Hirschmann und Kachelmann vorverurteilt.»), Peter Röthlisberger («‹Blick› und ‹Blick am Abend› werden nicht fusionieren &#8211; Wir haben nicht mal 10 Prozent Doppelleser.») und Karl Lüönd, der feststellte, dass der Begriff «Boulevardzeitung» ein Kampfbegriff der Bildungsbürger sei, es sich eigentlich um eine «Volkszeitung» handle.</p>
<p>Neben dem üblicherweise bei Podiumsdiskussionen zu hörenden Lamento über den allgemeinen Niedergang war immerhin einer aufrichtig gut gelaunt: Die Frohnatur Peter Röthlisberger eröffnete den Abend mit einem bildlastigen Vortrag, in dem er seine Erfolge mit dem «Blick am Abend» präsentierte, auch wenn er zugeben musste, dass das Produkt «noch nicht» rentabel sei. Die Leserzahl wurde verdoppelt, die Auflage stabil gehalten, denn: «Mehr Auflage bedeutet höhere Kosten.»</p>
<p>Von Röthlisberger waren viele betont optimistische Sätze zu hören:</p>
<ul>
<li>«Ich glaube nicht, dass die Journalisten schlechter sind als vor zehn Jahren.»</li>
<li>«Wir unterdrücken keine Neuankömmlinge.»</li>
<li>«Der Turnaround beim Blick ist geschafft.»</li>
<li>«Das Schöne ist: Wir sehen am Abend, was wir gemacht haben.»</li>
<li>«Leute unterhalten ist etwas Nobles.»</li>
</ul>
<p>Nachhaltigen Eindruck machte dabei ein Foto der Berner Badeanstalt Marzili aus der Vogelperspektive, gesprenkelt mit Dutzenden Badetüchern, auf dem er ganze sieben «Blick am Abend»-Badetücher mit Kreisen fürs Publikum sichtbar identifizierte. Röthlisberger wertete so das gesteckte Ziel, Berührungsängste gegenüber der Marke «Blick» abzubauen, als erreicht. «Das ist eigentlich die grosse Leistung des ‹Blick am Abend›.»</p>
<p>Brombeer als Farbe, die eigenwillige, aber einprägsame Schöpfung von Röthlisberger, kann ihn regelrecht begeistern! Er schwärmte vom «Brombeer-Meer», das abends in den öffentlichen Verkehrsmittel zu sehen sei, und wer Zweifel daran hatte, wurde mit einem Beweisfoto vom Gegenteil überzeugt. Nicht zu Wort meldeten sich jene, in denen das Foto Bilder von Altpapierbergen und Massen geistig Verarmter hervorrief.</p>
<p>Das Konzept der durchaus erfolgreichen Abendzeitung in einem Satz: «Wir wollen mit Verspieltheit ein Schnorri-Thema setzen.» Der Zeitung ist tatsächlich zugute zu halten, dass sie oft ideenreich und witzig ist, kaum je Kampagnen fährt und Empörungsbewirtschaftung auf eine meist gerade noch angemessene Art betreibt. Allerdings verlässt sie sich fast komplett auf die Recherchen anderer und schreibt überhaupt kaum je etwas Verwertbares oder Bedeutungsvolles. Die Zukunft des Journalismus ist da also nicht zu finden. Aber mehr als ein zeitgemässes Unterhaltungsblättchen will der «Blick am Abend» ja auch nicht sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/">Schnorri-Themen am Abend</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Skandal am Communication Summit!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:35:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[Presseverein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Röthlisberger]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Skandal am Communication Summit!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch was steckt dahinter? Die „Medienwoche“ hat dem Tagungsthema des Communication Summit vorgegriffen und die beiden Referenten Peter Röthlisberger, Chefredaktor Blick am Abend, und Karl Lüönd, Publizist, zur Debatte eingeladen. Zwei wissenschaftliche Positionen zu Skandalisierung und Emotionalisierung finden Sie in den <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/">Beiträgen von Vinzenz Wyss (pro) und Kurt Imhof (kontra)</a>.<span id="more-307"></span></p>
<div class="columns">
<div class="column">
<h4>PRO</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=505"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-505" title="roethlisberger_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/roethlisberger_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Peter Röthlisberger ist Chefredaktor Blick am Abend.</p>
<p><strong>Der Leser hat Recht</strong></p>
<p>Wem soll der Wurm schmecken? Dem Leser oder dem Soziologieprofessor? Finden Sie diese Provokation billig? Oder haben Sie schadenfreudig gelacht? Beides ist gut für uns. Hauptsache, der Einstiegssatz lässt Sie nicht gleichgültig. Ihre Reaktion ist uns Rechtfertigung, Emotionalisierung als journalistisches Werkzeug anzuwenden. Emotionalisierung, Personifizierung gefällt den Lesern und Zuschauern. Das ist einfach zu belegen, denn stark emotionalisierende Medien sind in der Schweiz jeweils die grössten ihrer Sparte. Der Blick ist bezüglich Auflage und Lesern die grösste bezahlte Tageszeitung, der Sonntagsblick mit Abstand die Nummer Eins am Sonntag, blick.ch die meistbesuchte Medienseite und der Blick am Abend ein Erfolgsmodell. Und dann der uneinholbare Branchenleader Schweizer Fernsehen. Was zeigt das Fernsehen anderes als Emotionen und Personifizierung? Es gibt keine Beiträge und Talksendungen ohne Regung, Rührung, Überschwang. Emotionen erreichen Menschen – deswegen wird dieses Rezept immer erfolgreich sein. Ich halte nichts davon, geschätzte 80 Prozent der Mediennutzer selbstgerecht auf den rechten Weg bringen zu wollen. Die Demokratie ist durch emotionalisierenden Journalismus nicht gefährdet. Der Leser und Fernsehzuschauer ist mündig. Boulevardmedien, gekauft oder gratis, helfen, die Welt zu begreifen. Sie reduzieren Komplexität. Im Idealfall missionieren sie auch nicht für eine Anschauung, nehmen die Nutzer auf allen Kanälen ernst und erklären nicht die Welt, wie sie sein müsste. Dieser Wurm schmeckt dem Leser. Und der Leser hat Recht.</p>
</div>
<div class="column">
<h4>CONTRA</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=504"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-504" title="lueond_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/lueond_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Karl Lüönd ist freier Publizist und Buchautor</p>
<p><strong>Kopf hoch! Halt durch! Hurra!</strong></p>
<p>Näher, mein Leser, zu Dir! Texte aufladen, spannend machen, zuspitzen – das sehen manche Verleger und Journalisten als Überlebensstrategie, und dafür gibt es ein paar Basissportarten, zum Beispiel Lokalisieren, Personalisieren, Emotionalisieren. Letzteres geschieht durch konsequenten Abbau der Distanz zwischen Berichterstatter und Berichtsgegenstand. Je näher man dem betroffenen, ausrufenden, leidenden Menschen kommt, desto schwieriger wirds mit der Übersichtlichkeit. Halt durch, Lara Gut! Am Ende macht sich der Reporter mit seinem Gegenüber oder mit einer Idee, einer These, einer Initiative gemein. Im Überschwang der Gefühle wird der Berichterstatter gar zum Akteur. Dann kommt es zu Petitionen gegen Kampfhunde und Belohnungen für die Ergreifung eines flüchtigen Täters.<br />
Varietät der Darstellungsformen ist etwas Wichtiges, also kann nicht jede journalistische Darbietung als nüchterner Bericht daher kommen. Doch abgesehen davon, dass gedruckte Emotionen immer ein bisschen papieren wirken werden: Das Kultursystem Zeitung ist eigentlich im Gefolge der Aufklärung entstanden. Es wurde eingerichtet, um den Menschen die Dinge zu erklären, nicht um zu applaudieren oder zu lamentieren. Wohl wurden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert manche Zeitungen – denn viele von ihnen waren damals Plattformen der Parteien – auch als Agitationswerkzeuge benützt. Aber diese Funktion hat sich längst überholt. Dass sie nun im verschärften Wettbewerb um die Aufmerksamkeit wiederkehren soll, hat mit dem Trugschluss zu tun, dass Lautstärke und Wirkung miteinander einhergehen.</p>
</div>
</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Skandal am Communication Summit!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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