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	<title>Klicks | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 11 Jun 2022 08:50:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Läuft die Durchökonomisierung journalistischer Inhalte heiss?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/11/laeuft-die-durchoekonomisierung-journalistischer-inhalte-heiss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jun 2022 08:50:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Benjamin Piel, Chefredakteur des Mindener Tageblatts, hält eine Gegenrede auf die Klickökonomiefixierung. Redaktionen haben heute tausend Möglichkeiten, Texte nach Klicks, Lesedauer, Themenkarrieren auszuwerten. Das ist gut. Aber ab wann bleibt die journalistische Moral auf der Strecke?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/11/laeuft-die-durchoekonomisierung-journalistischer-inhalte-heiss/">Läuft die Durchökonomisierung journalistischer Inhalte heiss?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Benjamin Piel, Chefredakteur des Mindener Tageblatts, hält eine Gegenrede auf die Klickökonomiefixierung. Redaktionen haben heute tausend Möglichkeiten, Texte nach Klicks, Lesedauer, Themenkarrieren auszuwerten. Das ist gut. Aber ab wann bleibt die journalistische Moral auf der Strecke?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/11/laeuft-die-durchoekonomisierung-journalistischer-inhalte-heiss/">Läuft die Durchökonomisierung journalistischer Inhalte heiss?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>So lacht das Netz über Journalisten aus der Klickpuffhölle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/24/so-lacht-das-netz-ueber-journalisten-aus-der-klickpuffhoelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2019 10:23:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Durch die sozialen Netzwerke hat sich die Arbeit von vielen Journalisten verändert. Heidi Klum postet etwas, die Fans reagieren und der Artikel ist damit praktisch schon geschrieben. Hans Hoff fragt sich: Ist das noch Journalismus oder kann das weg?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/24/so-lacht-das-netz-ueber-journalisten-aus-der-klickpuffhoelle/">So lacht das Netz über Journalisten aus der Klickpuffhölle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die sozialen Netzwerke hat sich die Arbeit von vielen Journalisten verändert. Heidi Klum postet etwas, die Fans reagieren und der Artikel ist damit praktisch schon geschrieben. Hans Hoff fragt sich: Ist das noch Journalismus oder kann das weg?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/24/so-lacht-das-netz-ueber-journalisten-aus-der-klickpuffhoelle/">So lacht das Netz über Journalisten aus der Klickpuffhölle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Auswege aus der Klickfalle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 10:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Analytics]]></category>
		<category><![CDATA[Chartbeat]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Metrics]]></category>
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		<category><![CDATA[Pedro Lenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch immer gilt der Klick, also der einzelne Zugriff, als zentrale Kenngrösse für den Erfolg eines redaktionellen Angebots. Klicks werden meist mit den Interessen des Publikums gleichgesetzt, und haben doch mit Aufmerksamkeit nur wenig zu tun. Inzwischen werden Alternativen entwickelt und gefordert. Am Ende muss aber trotz – vermeintlich umfassender – Messbarkeit die journalistische Kompetenz <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Auswege aus der Klickfalle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch immer gilt der Klick, also der einzelne Zugriff, als zentrale Kenngrösse für den Erfolg eines redaktionellen Angebots. Klicks werden meist mit den Interessen des Publikums gleichgesetzt, und haben doch mit Aufmerksamkeit nur wenig zu tun. Inzwischen werden Alternativen entwickelt und gefordert. Am Ende muss aber trotz – vermeintlich umfassender – Messbarkeit die journalistische Kompetenz entscheiden, was veröffentlicht wird.<br />
<span id="more-26263"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Wie unkritisch Klickzahlen als Qualitätsmerkmal eines journalistischen Angebots verwendet werden, illustrierte jüngst der Schriftsteller Pedro Lenz im <a href="http://www.srf.ch/sendungen/club/ohnmaechtige-vierte-gewalt-wenn-das-publikum-die-medien-dirigiert" target="_blank">Medien-«Club» von TV SRF</a>. Als Rückmeldung auf seine «Blick»-Kolumne habe sich mit dem zuständigen Redaktor folgender Dialog abgespielt: «Hey Lenz, gestern, ist sehr gut gewesen. Hab ich gesagt: Hast du’s gelesen, hast du’s gut gefunden? Er hat’s nicht gelesen. Aber er hat gesehen an der Statistik, 1000 Klicks mehr als die Woche vorher.»</p>
<p>Obwohl die beschränkte Aussagekraft des Klicks weithin bekannt ist, gilt der simple Zugriff weiterhin als relevante Messgrösse. Redaktionen können aber nicht nur die Klicks nachvollziehen, sondern auch die genaue Verweildauer eines Lesers. Wie lange schaut sich jemand einen bestimmten Beitrag an, wie weit scrollen sich Leser durch den Beitrag?</p>
<p>Viele Beiträge werden bereits <a href="http://time.com/12933/what-you-think-you-know-about-the-web-is-wrong/" target="_blank">nach wenigen Sekunden</a> wieder verlassen. Anklicken heisst also nicht Lesen. Das wissen die meisten Redaktionen durch ihre eigenen Datenanalysen. Dennoch werden grosse Zugriffszahlen meist mit Lesernähe und den Wünschen des Publikums gleichgesetzt. Auch die Diskussion im «Medienclub» mündete überwiegend in der These, dass das Publikum die Inhalte diktiere, die die Medien veröffentlichen. Diese Annahme verdeckt, dass es eigentlich nur um ökonomische Interessen geht: Möglichst hohe «page views» und «unique visits» zahlen sich bei den Werbekunden aus.</p>
<p>Dabei weiss auch die Werbebranche inzwischen nur zu genau, dass Klicks mit Aufmerksamkeit wenig zu tun haben. Werbekunden müssen bisher auch für jene Nutzer mitbezahlen, die die geschaltete Werbung gar nicht wahrgenommen haben können. Entsprechend gross ist immer noch die Skepsis, ob sich Online-Werbung wirklich lohnt. Im Vergleich zu Printprodukten wird daher auch weniger bezahlt. Zugleich wird zunehmend <a href="http://www.iab.it/wp-content/uploads/2015/05/iab-europe-viewable-impressions-white-paper-feb-2015.pdf" target="_blank">nach neuen Standards</a> gesucht, die ein Mindestmass an Aufmerksamkeit für Online-Werbung sicherstellen.</p>
<p>Vereinzelt gehen Medien nun auf diesen Bedarf ein. Im Mai dieses Jahres gab die «Financial Times» eine zusätzliche Werbewährung bekannt: <a href="http://aboutus.ft.com/2015/05/18/financial-times-rolls-out-cost-per-hour-advertising-metric/#axzz3sUa3GLyV" target="_blank">«Cost per hour»</a>. Hierbei soll kein Werbekunde mehr für Zugriffe bezahlen, die weniger als fünf Sekunden andauern. Durch Testreihen hat die FT belegt, dass diese garantierte Verweildauer auch eine stärkere Werbewirkung zur Folge hat. Werbekunden zahlen für diese Währung etwas mehr als für Klickzahlen, wissen aber zugleich, worin sie investieren. Zugegeben: Fünf Sekunden erscheinen immer noch recht wenig. Aber im Prinzip wird mit solchen Währungen auch der Druck auf Redaktionen und Journalisten geringer, mit allen denkbaren Mitteln eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen. Stattdessen wird die Erstellung von Inhalten motiviert, die in den Augen ihrer Leser eine lohnenswerte Lektüre sind.</p>
<p>Wer sind die Leser eigentlich? Lange Zeit dachte man, dass mehr Nutzungsdaten auch zu einem <a href="http://de.ejo-online.eu/digitales/die-klickzahlen-falle" target="_blank">genaueren Bild über die Leser</a> führen. Die ungeheure Datenfülle und das beständige Streben nach Reichweitenoptimierung, die mit dem Online-Journalismus entstanden sind, haben die Konturen der eigenen Zielgruppe aber eher verschwimmen lassen. Ein potentieller Nutzer ist nun jeder, der im Netz irgendetwas sucht. Redaktionen passen ihre Berichterstattung in Themenauswahl und Gestaltung an jene Trends an, die sich in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen abzeichnen. Dabei verlieren die redaktionellen Relevanzkriterien und die Erwartungen der regelmässigen Nutzer an Gewicht.</p>
<p>Zahlt sich diese Anpassung an Klick-Trends auf Dauer wirklich aus? <a href="http://lp.chartbeat.com/rs/062-HAC-076/images/attention_white_paper.pdf" target="_blank">Datenanalysen in einem White Paper von «Chartbeat» zeigen</a>, dass zwei Drittel aller Nutzer, die auf einen Beitrag stossen, die Website innerhalb der nächsten 30 Tage nicht wieder besuchen. Klickoptimierte Artikel haben also einen kurzfristigen Effekt, aber tragen langfristig kaum zur Gewinnung und Bindung neuer Leser bei. Sie tragen eher die Gefahr in sich, dass die Kernleserschaft in ihren Erwartungen enttäuscht wird. Und sich, <a href="http://jou.sagepub.com/content/14/6/754" target="_blank">wie in einer Studie</a>, fragt: «Was sind das für Meldungen? Sind das wirklich die wichtigsten Nachrichten des Tages?».</p>
<p>Die Bedeutung der Kernleserschaft sollte nicht unterschätzt werden. In der <a href="http://www.ard-werbung.de/media-perspektiven/publikationen/fachzeitschrift/2015/artikel/nachrichtenrezeption-im-internet/" target="_blank">«ARD/ZDF-Onlinestudie 2014»</a> sagt die Hälfte aller Befragten, dass sie sich im Internet auf die Nachrichtenauswahl weniger Anbieter verlassen. Nutzer, die eine Nachrichtenseite direkt ansteuern, verweilen überdurchschnittlich lange, schauen sich viele Beiträge an und kommen regelmässig wieder, wie eine <a href="http://www.journalism.org/files/2014/03/SocialSearchandDirect_PathwaystoDigitalNews.pdf" target="_blank">Studie des «Pew Research Center»</a> nachweist. Sie zeigen ein deutlich anderes Nutzungsverhalten als jene Nutzer, die über soziale Netzwerke und Suchmaschinen auf die eigene Seite gelangen.</p>
<p>Manchen Vertretern der Medienbranche ist die stärkere Berücksichtigung der Aufmerksamkeit und Loyalität der Nutzer noch nicht genug. <a href="https://medium.com/@wblau/now-what-journalism-needs-new-metrics-a27b44435138#.j4a9fkh7s" target="_blank">«Now what?» fragt Wolfgang Blau</a>, bis November 2015 Direktor für Digitalstrategie des «Guardian». Es bräuchte eine Metrik, die noch viel mehr messe. Vor allem die Wirkungen, die aus der Nutzung hervorgehen: Sucht der Nutzer anschliessend nach weiteren Artikeln oder Büchern zum Thema? Wird er politisch aktiv oder ändert er seine Wahl- und Konsumentscheidungen? Damit schiesst Blau weit übers Ziel hinaus. Solche Fragen können selbst durch intensive Forschung kaum ausreichend geklärt werden und taugen entsprechend nicht für eine standardisierte Messung. Davon ab: Wollen wir uns von jeglicher Form des Datenschutzes verabschieden und braucht der Journalismus solche Daten wirklich? Der «Guardian» ist hier pragmatischer als es den Anschein hat. Wichtigster Massstab sind trotz Blaus Visionen derzeit <a href="http://venturebeat.com/2015/07/03/ophan-inside-the-guardians-data-driven-newsroom/" target="_blank">immer noch die «page views»</a>.</p>
<p>Auswege aus der Klickfalle bieten bereits jene vorliegenden Messungen, die über die blossen Klicks hinausgehen. Die Verweildauer auf der eigenen Website ist auch deshalb ein wichtiger Massstab, weil manche Leser sich hier einen raschen Überblick über die neuesten Meldungen verschaffen. Sie <a href="http://onlinejournalismblog.com/2014/09/10/research-news-consumption-sharing-searching-liking-watching-reading-listening/" target="_blank">überfliegen alle Schlagzeilen und Teaser</a> und profitieren in aller Kürze von der Themenvielfalt des Angebots. Solche Nutzungsweisen gab und gibt es auch bei den gedruckten Zeitungen. Sie können durch Klickzahlen jedoch nicht eingefangen werden.</p>
<p>Der wichtigste Ausweg aus der Klickfalle ist allerdings die Reflexion darüber, was Klickzahlen uns nicht sagen und mit welchen Fragen sie uns alleine lassen. Klicks sind zu einer eigenen Wirklichkeit geworden, deren Hinterfragung wir mit der Zeit vergessen haben. Können und sollten beispielsweise die Nutzungszahlen eines «Tages-Anzeigers» mit jenen von «Blick» und «Watson» verglichen werden? Sind die Klicks verschiedener Themenbereiche wirklich miteinander vergleichbar? Welchen genauen Einfluss macht die jeweilige Platzierung eines Artikels aus? Gibt es einen aussagekräftigen Unterschied zwischen 23&#8217;000 oder 27&#8217;000 Zugriffen? Wie bewerten Nutzer einen Beitrag konkret, was fällt positiv und was negativ auf?</p>
<p>Klickzahlen können einem Journalisten nur schwerlich zeigen, ob er etwas falsch oder richtig gemacht hat. Und auch die Verweildauer liefert nicht alle Antworten. Wäre dies möglich, wäre die journalistische Profession verzichtbar, denn Auswahlentscheidungen an Hand von blossen Zahlen kann auch eine Software leisten. Aber das Bewusstsein für journalistische Qualität und die Erwartungen der Nutzer kann etwa durch gemeinsame Diskussionen zwischen Journalisten und ihren Lesern geschärft werden. Grundsätzlich sollten Nutzer darin vertrauen können, dass nicht aggregierte Nutzungsdaten, sondern journalistische Kompetenz darüber entscheidet, was eine Nachricht ist und zum gesellschaftlich relevanten Geschehen gehört.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Auswege aus der Klickfalle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Hereinspaziert, klicken und liken!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2015 10:48:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele journalistische Projekte im Internet bleiben Herzensangelegenheiten, denn Werbegelder gibt es dafür kaum. Wer Geld verdienen will, muss sich ganz auf eine hohe Zahl von Seitenaufrufen und Interaktionen in Sozialen Medien konzentrieren. Der Journalismus verändert sich dadurch. Oder schafft sich ab. Was haben wir uns vom Journalismus im Internet versprochen &#8211; und was wurde bisher <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele journalistische Projekte im Internet bleiben Herzensangelegenheiten, denn Werbegelder gibt es dafür kaum. Wer Geld verdienen will, muss sich ganz auf eine hohe Zahl von Seitenaufrufen und Interaktionen in Sozialen Medien konzentrieren. Der Journalismus verändert sich dadurch. Oder schafft sich ab.<br />
<span id="more-25265"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Ich habe in den letzten Jahren sehr viele journalistische Projekte im Internet vorgestellt. Viele von ihnen sind gescheitert oder dümpeln vor sich hin. <a href="http://www.clack.ch/">Clack.ch</a> beispielsweise weilt seit Monaten in den Sportferien, auf <a href="http://promiagent.ch/">Promiagent.ch</a> oder <a href="http://bar-storys.ch/">Bar-storys.ch</a> gibt es keine neuen Beiträge mehr. <a href="http://www.klatschheftli.ch/">Klatschheftli.ch</a>, <a href="http://www.presseverein.ch/2012/04/kuratieren-am-bodensee/">Topcomments.ch</a>, <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/14/grosse-jagd-auf-kleine-fehler/">Fehler.li</a> sind eingestellt. Auch den von Peter Hogenkamp gegründeten Verlag Blogwerk, der ab 2006 mit Blogs Geld verdienen wollte, gibt es nicht mehr. Meine damaligen Texte auf Medienlese.com sind nun zum zweiten Mal unter einer anderen <a href="http://www.foerderland.de/digitale-wirtschaft/netzwertig/">URL</a> zu finden.</p>
<p>Zum grossen, nachhaltigen Erfolg, gar zu einer Goldgrube sind Internet-Medien mit publizistischer Qualität bisher kaum geworden. Zwar konnten ernsthafte und wichtige Projekte wie das medienkritische <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> oder die Internetpolitik-Site <a href="https://netzpolitik.org/">Netzpolitik</a> Spenden und Abonnements generieren; doch damit können gerade mal die Mitarbeiter bezahlt werden. Hyperlokale Blogs, als geniale Alternative zur verknöcherten Lokalzeitung gefeiert, <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2015%2F05%2F23%2Fa0089&amp;cHash=5dd951b4930398594e496049edc2590e">kämpfen um ihr wirtschaftliches Überleben</a>. Die im Frühling 2014 gesammelten <a href="https://www.startnext.com/substanz">37.176 Euro</a> für das Wissenschaftsmagazin «Substanz» sind verbraucht, man macht <a href="https://www.substanzmagazin.de/substanz-macht-pause/">«Pause»</a>. Selbst erfolgreich 1 Million Euro sammelnde Crowdfunding-Projekte wie <a href="https://krautreporter.de/">Krautreporter.de</a> müssen sich <a href="https://krautreporter.de/pages/erneuern">anstrengen</a>, um im Jahr 2 ihres Bestehens zu überleben.</p>
<p>Bisher haben sich neue deutschsprachige, publizistisch wertvolle Internetprojekte vor allem in von den traditionellen Medien vernachlässigten Bereichen wie eben Medienkritik oder Netzpolitik gebildet und etabliert. Gut funktionieren auch Projekte, die Inhalte sammeln, ordnen und beschreiben, also kuratieren &#8211; eine Funktion, die auch Soziale Medien sehr gut erfüllen.</p>
<h3>Klicks und Interaktionen durch Überzeichnungen</h3>
<p>Vorwürfe muss man den journalistischen Unternehmern keine machen. Wer &#8211; Status 2015 &#8211; nicht Geld sammeln, sondern Geld verdienen will mit Inhalten im Netz, ist dazu gezwungen, viele Leser zu vielen Interaktionen zu bringen, und das passiert nicht mit ausgewogenen, vernünftigen Journalismus. Sondern mit Emotionen, Sex, Kriminalität, Satire, Gerüchten, Überzeichnungen, Halb- und Unwahrheiten. Das Träumen von einer anderen Welt ist zwar nach wie vor erlaubt, doch die Realität des «Journalismus» online sieht so schlimm aus wie Focus.de oder Huffingtonpost.de. Portale, die für einen Klick oder ein Like wohl auch ihre Grossmutter verkaufen würden.</p>
<p>Der Fokus auf das Erreichen möglichst vieler Interaktionen in Sozialen Netzwerken hat Portale wie Likemag.com, Storyfilter.com oder Heftig.co hervorgebracht. Sie preisen ihre Storys an wie Türsteher vor Stripclubs, die arglose Touristen zu einem Besuch anregen wollen. Dafür verwenden sie nicht selten die Substanz von anderenorts aufgeschnappten Storys, schmücken diese aus und ernten so die Aufmerksamkeit von wenig medienaffinen Personen. Mit Journalismus haben solche Projekte so wenig zu tun wie die Neue Zürcher Zeitung mit Lockerheit oder die britische Zeitung Daily Mail mit der Wahrheit.</p>
<h3>Auswirkungen der Auswertungen</h3>
<p>Mit den Sozialen Netzwerken und der Möglichkeit, das Verhalten der Leser minuti­ös zu messen, ist die Quote in einen vormals quotenfreien Bereich des Journalismus gekommen &#8211; und zwar durch die Auswertung von Klicks, Visits, Shares, Likes, Favs, Retweets, Hearts, Thumbs up, etc. Wer darauf schielt beim Schreiben, erzeugt ein anderes Produkt. Und wer ein anderes Produkt erzeugt, braucht dafür andere Leute. Billigere, jüngere Kräfte in den Redaktionen konkurrenzieren deshalb sehr konkret die altgedienten Kräfte. Rainer Stadler <a href="http://www.nzz.ch/meinung/blogs/medienblog/581/2015/07/14/originalitaet-als-krisensymptom">stellte kürzlich fest</a>, dass «das Personal, das sich längerfristig in ein Sachgebiet vertiefen kann», rar wird. Die Veränderungen führen, wie es beim «Spiegel» oder bei der NZZ zu beobachten war, zu grossen, innerbetrieblichen Abwehrschlachten, zu Budgetkriegen.</p>
<p>Die Verschiebungen von zugeteilten Geldern verändern die Qualität des Produkts. Wer dem Praktikant die Verantwortung überträgt, darf sich nicht wundern, wenn es Qualitätsprobleme gibt. Man bemerkt den Qualitätsverlust, wenn man auf längere Stücke journalistisch etablierter Marken stösst, auf Beiträge, die vor zehn oder vor fünfzehn Jahren erschienen sind; sie haben oft sehr viel mehr Substanz als heutige Beiträge.</p>
<p>Weil Leser nur eine Marke wahrnehmen, schadet die Klickjägerei von Focus Online eben auch dem Printprodukt Focus &#8211; oder zieht die Qualität von beiden Titeln herunter. Die gesunkene Qualität bringt schliesslich Abonnenten dazu, ihre Abos zu kündigen. Ein Teufelskreis mit einem absehbarem, bösen Ende. Wiederum ist es aber auch nicht so, als hätten Print-Titel, die sich dem Internet ferngehalten haben, keine Verluste.</p>
<h3>Versuchsanlage «Welt»-Feuilleton</h3>
<p>Sehr schön zu beobachten sind die Personalverschiebungen innerhalb einer Marke im Feuilleton der «Welt», das kürzlich eine Reihe von ganz jungen Leuten angestellt hat, die man sicher ungestraft Inszenierungsjournalisten oder Krawalljournalisten nennen darf. Frédéric Schwilden beispielsweise, der auf seinem <a href="http://www.welt.de/autor/frederic-schwilden/">Profilbild</a> (Achtung: Provokation!) Schnurrbart, Seitenscheitel und dämonischen Blick spazieren führt. In seinen Texten, sorry, Schlagzeilen, bringt er sich mit grosser Emotion ein («Ohne Stefan Raab hätte ich mich umgebracht»), erweitert den Kulturbegriff («Jetzt hat Miley Cyrus&#8216; auch ihr Nippelgate») und fürchtet sich nach einem publizierten Artikel zuhause («Wie der Rapper Fler die ‹Welt› bedroht»). Andere, die Boulevard fahren, bittet er dann aber mit deutlichen Worten um etwas mehr Zurückhaltung: «Verschont uns mit Mozarts flachen Fäkal-Witzchen!»</p>
<p>Die Devise der neuen, von Performance getriebenen Medienordnung lautet: Wer Aufmerksamkeit holt, gewinnt. Wie, ist fast egal. Diesen Frühling teilte eine Facebook-Freundin den Artikel «Schafft endlich den Pfingstmontag ab!» von Politikredakteur Matthias Kamann mit dem Kommentar: «Hallo Welt! Selten so nen subjektiven Bullshit gelesen. Was hier für Leute schreiben&#8230;». Kurz: Das Konzept des Axel-Springer-Verlags, alle journalistischen Produkte entweder auf dem breiten Boulevard («Bild») oder auf dem sich über den Sumpf erhebenden Boardwalk («Welt») zu verteilen, und von den Intensivnutzern dieser Inhalte Geld zu verlangen, geht auf. Dank Menschen, die diese Storys beachten und teilen.</p>
<p>Zu Folgern bleibt: Wenn nur noch die Klickperformance zählt und nicht mehr die Argumente, der Nachrichtenwert oder die Qualität, dann hat sich der Journalismus &#8211; will man ihn denn noch so nennen &#8211; grundlegend verändert.</p>
<p><small>Hinweis: Links auf klickgierende Storys und Websites wurden mit Absicht unterlassen.</small></p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/">Serie zum Journalismus im Internet</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/18/der-journalismus-im-internet-ist-eine-enttaeuschung-denn-damit-du-diesen-text-liest-brauchst-du-so-eine-schlagzeile/">Die Enttäuschung</a><br />
2. Teil: Die Klicks</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/21/hereinspaziert-klicken-und-liken/">Hereinspaziert, klicken und liken!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Blick auf den Klick</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/28/blick-auf-den-klick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2014 19:07:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Punkt Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medienkonsum lässt sich im digitalen Zeitalter immer genauer messen. Die Folge davon: Statt auf hochwertige Formate setzen die Medien immer öfter auf Boulevard. Dafür an der Nase nehmen müssen uns wir, die Konsumenten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/28/blick-auf-den-klick/">Blick auf den Klick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Medienkonsum lässt sich im digitalen Zeitalter immer genauer messen. Die Folge davon: Statt auf hochwertige Formate setzen die Medien immer öfter auf Boulevard. Dafür an der Nase nehmen müssen uns wir, die Konsumenten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/28/blick-auf-den-klick/">Blick auf den Klick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Onlinevermarktung: Das Modell ist gescheitert</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/22/onlinevermarktung-das-modell-ist-gescheitert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2014 10:39:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Clasen]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Vermarktung]]></category>
		<category><![CDATA[Horizont]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Autor Nicolas Clasen lebt als selbstständiger Unternehmensberater und Publizist in München. In seinem jüngsten Buch «Der digitale Tsunami» beschreibt er die Gefahren und Chancen des Medienwandels – und fordert die Verlage auf, in der Onlinevermarktung ganz neue Wege zu gehen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/22/onlinevermarktung-das-modell-ist-gescheitert/">Onlinevermarktung: Das Modell ist gescheitert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Autor Nicolas Clasen lebt als selbstständiger Unternehmensberater und Publizist in München. In seinem jüngsten Buch «Der digitale Tsunami» beschreibt er die Gefahren und Chancen des Medienwandels – und fordert die Verlage auf, in der Onlinevermarktung ganz neue Wege zu gehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/22/onlinevermarktung-das-modell-ist-gescheitert/">Onlinevermarktung: Das Modell ist gescheitert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reichweite oder Bezahllösung?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/02/18/reichweite-oder-bezahlloesung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2014 08:46:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[E-Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Reichweite]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahllösung]]></category>
		<category><![CDATA[Freemium]]></category>
		<category><![CDATA[Printverlage]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungsverlage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Medienmarken im Netz stehen am Scheideweg: Entweder sie setzen auf die Karte Reichweite und optimieren die Besucherzahlen ihrer Websites in jeder erdenklichen Weise. Oder sie setzen auf die Karte Bezahllösung &#8211; und vergessen die hohen Besucherzahlen und die damit verbundenen Werbeeinnahmen. Die klare Trennung von Masse und Klasse könnte eine Chance sein für beide <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/18/reichweite-oder-bezahlloesung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medienmarken im Netz stehen am Scheideweg: Entweder sie setzen auf die Karte Reichweite und optimieren die Besucherzahlen ihrer Websites in jeder erdenklichen Weise. Oder sie setzen auf die Karte Bezahllösung &#8211; und vergessen die hohen Besucherzahlen und die damit verbundenen Werbeeinnahmen. Die klare Trennung von Masse und Klasse könnte eine Chance sein für beide Modelle.<br />
<span id="more-18079"></span><br />
«Das erste Werbebanner der Geschichte wurde von 44 Prozent der Nutzer angeklickt, die es sahen. Heute, 20 Jahre später, gilt eine Klickrate von fünf Promille als Erfolg.» Und: «Nur noch jeder Zehntausendste findet Werbe-Einblendungen im Web so interessant, dass er darauf klickt, um mehr zu erfahren.» Zwei Sätze aus dem Brandeins-Artikel <a href="http://www.brandeins.de/archiv/2014/werbung/die-kurzen-arme-der-datenkraken.html">«Die kurzen Arme der Datenkraken»</a> zeigen auf, dass klassische Online-Werbung heute kein einfaches Geschäft ist. Dass Print-Anzeigen besser beachtet werden, ist nicht zu belegen, was Print-Verleger glücklich macht, denn so können sie mangels Gegenbeweis ungestraft behaupten, dass dem so ist.</p>
<p>Tatsache ist, dass Print-Werbung nach wie vor gute bis sehr gute Einnahmen garantiert, und auch mit Online-Werbung ist Geld zu machen, wenn man denn eine hohe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reichweite_%28Medien%29">Reichweite</a> (Anteil der Zielpersonen, die durch einen Werbeträger erreicht werden) ausweisen kann. Um die zu erreichen, muss man den Lesern nicht das liefern, was sie zu lesen vorgeben und behaupten, sondern das, was sie tatsächlich anklicken. Und das ist, wie jeder weiss, der schon mal die Statistiken seiner Website konsultiert hat: Boulevard, Sex, Listen, Breaking News in allen Facetten, Emotionen (Freude, Streit, Hass, &#8230;), Promis (Blocher, Federer, Winiger, &#8230;), aber natürlich auch herzige Tierfotos oder neue Erkenntnisse über Nazis oder Ufos.</p>
<p><strong>Das erste Problem</strong> der Schweizer Zeitungen im Internet ist, dass sie die Reichweite ausbauen wollen, ohne die (dem Leser bekannte) Marke zu verändern, also so genannte «Qualität» einzubüssen. Sie wissen alle, wie eine hohe Reichweite zu erreichen wäre, möchten aber den traditionellen Leser nicht vergraulen und fahren die Website deshalb mit angezogener Handbremse. Keine Überraschung also, dass bei der Reichweitenmessung ganz oben die Boulevardportale <a href="http://www.20min.ch/entertainment/musik/story/Jetzt-kennen-Sie-diese-Jungs-bestimmt-27977349">20min.ch</a> («Hose runter, Fudi raus – so wird man bekannt») und <a href="http://www.blick.ch/people-tv/international/kelly-brooks-freund-ist-teilweise-rechtstraeger-id2670740.html">Blick.ch</a> («Kelly Brooks Freund ist teilweise Rechtsträger») stehen, die keine Scheu haben, die Region unter der Gürtellinie zu bewirtschaften.</p>
<p>Der englischsprachige Raum wurde in letzter Zeit von neuen Playern wie <a href="http://www.buzzfeed.com/">Buzzfeed</a> oder <a href="http://www.upworthy.com/">Upworthy</a> belebt, die das Leserinteresse konsequent (und zum Teil inhaltlich brillant) bedienen. <a href="http://blogs.reuters.com/felix-salmon/2014/02/11/content-economics-part-5-news/">Felix Salmon ist gar der Meinung</a>, in den letzten acht Monaten habe sich das Nachrichtengeschäft stärker verändert als in den fünf Jahren zuvor. <a href="http://www.watson.ch/Snowboard/articles/977141741-Welcher-Frau-schenkte-%C2%ABiPod%C2%BB-den-Yolo-Flip%3F">Watson.ch</a> («Iouris Gold-Musen: Welcher Frau schenkte ‹iPod› den Yolo-Flip?») und <a href="http://www.blickamabend.ch/people/uma-thurmans-bruder-ist-ein-yogi-gruesel-id2671734.html">Blickamabend.ch</a> («Schülerin behauptet: Uma Thurmans Bruder ist ein Yogi-Grüsel!») gehören zu diesen neuen Websites, die sich nicht schämen, das Ziel einer hohen Reichweite zu verfolgen. Wer nicht höhere Ziele hat als Visitors, Visits und Page Impressions zu bolzen, sollte dementsprechend konsequent sein und die Handbremse lösen.</p>
<p><strong>Das zweite Problem</strong> ist die Ausgestaltung der Bezahllösung. Eine Runde hiesiger Kadermitarbeiter schaffte es kürzlich <a href="http://www.presseverein.ch/2014/02/wir-lieben-zeitungen/">am Communication Summit</a> zum angekündigten Thema Gratiskultur und digitale Herausforderungen, nicht ein konkretes Wort über mögliche Bezahllösungen zu verlieren. Man schweigt und hofft auf Einnahmen, selbst wenn dazu nicht viel Anlass besteht. Christine Maier, die Chefredaktorin vom SonntagsBlick, konnte nicht mal die Frage beantworten, ob ihre Zeitung Digitalabos verkaufe und falls ja, wie viele. Die Ringier-Pressestelle macht auf Anfrage keine Angaben zu den Verkaufszahlen; aber selbstverständlich gebe es den SonntagsBlick als E-Paper, <a href="http://www.online-kiosk.ch/Zeitschriften?productId=SBL">hier</a> und <a href="https://itunes.apple.com/ch/app/sonntagsblick-hd/id469031670?mt=8">hier</a>.</p>
<p>Einige wenige Schweizer Printprodukte, so beispielsweise die Weltwoche, die Basler Zeitung oder die Schaffhauser Nachrichten, sind im Internet kaum frei zugänglich, was ihre Texte von der sich dort abspielenden Debatte fernhält. Diese Marken entfernen sich nach und nach aus dem Bewusstsein einer Leserschaft mit veränderten Nutzungsgewohnheiten. Doch immerhin bringen sie den Mut auf zu einer harten Bezahlmauer. Die anderen Marktteilnehmer glauben (in vielen Fällen völlig zurecht) nicht daran, dass irgendjemand bereit ist, für das, was sie produzieren, zu bezahlen. Als Faustregel gilt: Wer bringt, was andere auch bringen, sollte sich gar nicht erst um eine Bezahllösung bemühen.</p>
<p>Die <a href="http://www.nzz.ch/meinung/in-eigener-sache/digital-abonnement-lanciert-1.17660389">im Oktober 2012</a> im deutschsprachigen Raum erstmals von der NZZ lancierte Metered Paywall ist bisher weniger ein Schutzwall als vielmehr ein höchstens hüfthohes Mäuerchen mit vielen Lücken. Das Modell dient in erster Linie dem Marketing und ist deshalb interessant, weil es die Nutzer dazu bringt, Profile anzulegen &#8211; so setzt der Kunde selbst den Grundstein zur Kommunikation und zu einer möglichen Geschäftsbeziehung. Welche Art von Mauer Tagesanzeiger.ch in den nächsten Wochen aufziehen wird, erwartet die Branche mit Spannung: Sie soll flexibel sein und mal diesen und mal jenen Artikel dem freien Zugang entziehen. Was NZZ und Tagi verbindet, ist die grosse Angst vor einem Verlust an Reichweite und die damit verbundene Verminderung der Online-Werbeeinnahmen. Die ja, wie man oft und gerne betont, völlig unbefriedigend sind.</p>
<p>Ist ein Vergleich zum Internet-Porno-Business unangemessen? Dort ist die Situation jedenfalls aktuell so, dass das Kurzfutter, also Fotos und Kurzvideos in allen Bereichen, analog den News frei zugänglich sind. Bezahlt dagegen wird für Vollständigkeit, Qualität und die Befriedigung von Spezialinteressen &#8211; was exakt das ist, was echter Journalismus liefert. Wer also meint, er verfüge über Inhalte, für die Kunden zu bezahlen bereit sind, sollte Geld dafür verlangen. Zur Verfügung stehen Bezahlmauern oder das Freemium-Modell.</p>
<p>Ob Reichweite oder Bezahllösung: Gewinnen wird,</p>
<ul>
<li>wer seine Strategie konsequenter und mit mehr Einsatz verfolgt als die Konkurrenz.</li>
<li>wer das bessere CMS, die bessere Software hat.</li>
<li>wer die besseren Journalisten und Informatiker für sich gewinnen kann.</li>
<li>wer seine Journalisten und Informatiker besser zusammenarbeiten lässt.</li>
</ul>
<p>Witzig dabei ist nur, dass die Informatiker, die diese Software erarbeiten und die Journalisten, die diese Software umsetzen sollen, von jenen Herren gefunden werden sollen, die die letzten 15 Jahre damit verschwendet haben, einander an Verlegerkongressen in altehrwürdigen Luxushotels die Unverzichtbarkeit von Papier zu versichern.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/julia_manzerova/2757851927/in/photolist-fAdkuc-9Xsr6X-fAsD4b-9XskWV-bUgXoP-bAZiw3-5cGHia-6rnjDL-9bQ7sc-e9h4HK-6TFq1t-fAdkZ2-fAsDUj-6s4qqP-6s4qmM-8uM4BD-Kjxv1-6sMmzo-6sHdKp-6sHdrM-6sHdU2-6sHdxk-4wnpa6-6rmyKp-7t9K9-6sCs5K-6sMBD7-6sHrep-6sHt92-6sFj4p-6sEVQX-6sKt9G-6sHtJp-ac1wsS-6sJ98C-6sJUvw-6sJmMN-6sDZBR-6sDZtH-6sJnCC-6sEMyt-6sJ9fu-6sJ9tC-6sZneL-6sJ8rP-6sJ8NM-6s4p8p-6sHe7p-6sHemK-6sVfvV" target="_blank">Flickr/Julia Manzerova (CC BY-ND 2.0)</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/18/reichweite-oder-bezahlloesung/">Reichweite oder Bezahllösung?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was die Klicks (nicht) sagen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/07/02/was-die-klicks-nicht-sagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jul 2013 07:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Mediennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[NET-Metrix]]></category>
		<category><![CDATA[Visits]]></category>
		<category><![CDATA[Unique Clients]]></category>
		<category><![CDATA[Use Time]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=14462</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit 2003 zählt die NET-Metrix AG Nutzer von Schweizer Websites und misst, wie sie sich verhalten. MEDIENWOCHE hat jeweils den Monat Mai verglichen und ausgewertet, wie die grossen Schweizer Medienportale abschneiden. Ein Zehnjahresvergleich. Bald ist es wieder so weit: Medienhäuser verschicken einmal pro Monat Pressemitteilungen, in denen sie ihre eigenen Klickzahlen feiern und jene Werte <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/02/was-die-klicks-nicht-sagen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 2003 zählt die NET-Metrix AG Nutzer von Schweizer Websites und misst, wie sie sich verhalten. MEDIENWOCHE hat jeweils den Monat Mai verglichen und ausgewertet, wie die grossen Schweizer Medienportale abschneiden. Ein Zehnjahresvergleich.<br />
<span id="more-14462"></span><br />
Bald ist es wieder so weit: Medienhäuser verschicken einmal pro Monat Pressemitteilungen, in denen sie ihre eigenen Klickzahlen feiern und jene Werte hervorheben, in denen sie gerade vorne sind. Das ist bedeutungslos. Aufschlussreicher sind die Unterschiede, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren ergeben. «Der dominante Treiber der Entwicklung ist die Mobile-Entwicklung», sagt Benjamin Freuler, Projektleiter NET-Metrix-Audit, auf die Frage nach den grossen Bewegungen in diesen zehn Jahren. Der zweite Trend sind die Bezahlmodelle: Viele Verlage werden das Unmögliche versuchen, nämlich die Reichweite trotz Bezahlschranke zu bewahren.</p>
<p>Die Aktionen der Nutzer werden von verschiedenen Messwerten gemessen, auf die wir genauer eingehen. Ausgewertet wurde jeweils der Monat Mai.</p>
<h2>Visits</h2>
<p><em>«Zusammengehörige Nutzungsvorgänge auf Webangeboten», mehr dazu auf <a href="http://www.net-metrix.ch/glossar">net-metrix.ch/glossar</a></em></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/06/460-schweizer-medienportale-2003-2013-visits-in-tausend-im-monat-mai-via-net-metrix.ch-ronnie-grob-fuer-medienwoche.ch.jpg" alt="Schweizer Medienportale 2003 - 2013, Visits in Tausend im Monat Mai via Net-metrix.ch (Ronnie Grob für Medienwoche.ch)" title="Schweizer Medienportale 2003 - 2013, Visits in Tausend im Monat Mai via Net-metrix.ch (Ronnie Grob für Medienwoche.ch)" width="460" height="304" class="alignleft size-full wp-image-14465" /><br />
<center><strong>(<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/06/schweizer-medienportale-2003-2013-visits-in-tausend-im-monat-mai-via-net-metrix.ch-ronnie-grob-fuer-medienwoche.ch.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Grafik in grösserer Version</a>)</strong></center></p>
<p>Bei den Visits setzen sich seit einigen Jahren die Boulevardportale Blick.ch und 20min.ch deutlich ab von der Konkurrenz. Eine Entwicklung, die mit der Ankunft der breiten Masse im Netz einhergeht, in Deutschland ist Ähnliches zu beobachten: War das vergleichsweise seriöse Spiegel.de jahrelang Marktführer, wurde es <a href="http://meedia.de/internet/ivw-bildde-ueberholt-spiegel-online/2009/09/08.html">2009</a> von Boulevardkönig Bild.de überholt und dann bald abgehängt. Für die Steigerung noch wichtiger ist der zunehmende Mobile Content, also die Zugriffe mit Apps von Smartphones und Tablets. Angezogen und aufgefangen von Angeboten, die ihre Inhalte mehrmals im Tag / in der Stunde ändern, werden die sogenannten «Heavy User», die eine Website mehr als 10 oder 20 mal täglich ansteuern.</p>
<p>Zuletzt einen Einbruch mit leichter Erholung verzeichnete Nzz.ch (2010: 9,647, 2013: 9,844 Millionen Visits), was natürlich an der Einführung von Registrierungspflicht und Paywall liegt, die zum Absprung vieler bezahlunwilliger Leser führte. SRF dagegen fährt mit 22,35 Millionen Visits im Mai einen neuen Rekord ein.</p>
<p>Von der Lancierung von Newsnetz (heute: Newsnet) im August 2008 hat vor allem der Tages-Anzeiger profitiert &#8211; mit 18,5 Millionen aktuell hat er rund 2,5 mal mehr Visits als Basler und Berner Zeitung zusammen. Online keine nationale Ausstrahlung zu besitzen, dürfte vor allem die Basler Zeitung ärgern, deren MedienVielfalt Holding bekanntlich eine Förderung der Medienvielfalt beabsichtigt.</p>
<h2>Unique Clients</h2>
<p><em>«Anzahl Computer (Browser, Clients), von denen auf ein Webangebot zugegriffen wird», mehr dazu auf <a href="http://www.net-metrix.ch/glossar">net-metrix.ch/glossar</a></em></p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/06/460-schweizer-medienportale-2003-2013-unique-clients-in-tausend-im-monat-mai-via-net-metrix.ch-ronnie-grob-fuer-medienwoche.ch.jpg" alt="Schweizer Medienportale 2003 - 2013, Unique Clients in Tausend im Monat Mai via Net-metrix.ch (Ronnie Grob für Medienwoche.ch)" title="Schweizer Medienportale 2003 - 2013, Unique Clients in Tausend im Monat Mai via Net-metrix.ch (Ronnie Grob für Medienwoche.ch)" width="460" height="325" class="alignleft size-full wp-image-14463" /><br />
<center><strong>(<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/06/schweizer-medienportale-2003-2013-unique-clients-in-tausend-im-monat-mai-via-net-metrix.ch-ronnie-grob-fuer-medienwoche.ch.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Grafik in grösserer Version</a>)</strong></center></p>
<p>Die Anzahl der Unique Clients hat mit der Stärke der Marke zu tun, aber auch mit den getroffenen Massnahmen, um Nutzer auf die eigene Website zu bringen (SEO, Werbung, etc). Allerdings verirren sich viele einmal pro Monat auf eine Website wie Blick.ch oder 20min.ch, die aktuell je rund 3,5 Millionen Clients aufweisen. Wenn etwas interessiert bei den Unique Clients, dann die Anzahl pro Tag, sagte uns <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">Hansi Voigt im Interview</a>.</p>
<p>Unique Clients sind eine technische Reichweite und darum ein harter, wichtiger Wert. Die Delle in der Wachstumskurve ab 2010 ist mit einer strengeren Korrektur ab Januar 2010 zu erklären. Im Report <a href="http://netreport.net-metrix.ch/profile/">NET-Metrix-Profile</a> versucht man, die Clients zu Usern zusammenzufassen, einsehbar sind die Zahlen pro Monat, pro Woche und pro Tag.</p>
<h2>Use Time</h2>
<p><em>«Mittlere Dauer eines Visits eines Webangebots», mehr dazu auf <a href="http://www.net-metrix.ch/glossar">net-metrix.ch/glossar</a></em></p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/06/460-schweizer-medienportale-2003-2013-use-time-in-minuten-im-monat-mai-via-net-metrix.ch-ronnie-grob-fuer-medienwoche.ch.jpg" alt="Schweizer Medienportale 2003 - 2013, Use Time in Minuten im Monat Mai via Net-metrix.ch (Ronnie Grob für Medienwoche.ch)" title="Schweizer Medienportale 2003 - 2013, Use Time in Minuten im Monat Mai via Net-metrix.ch (Ronnie Grob für Medienwoche.ch)" width="460" height="282" class="alignleft size-full wp-image-14464" /><br />
<center><strong>(<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/06/schweizer-medienportale-2003-2013-use-time-in-minuten-im-monat-mai-via-net-metrix.ch-ronnie-grob-fuer-medienwoche.ch.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Grafik in grösserer Version</a>)</strong></center></p>
<p>Die Use Time ist die Durchschnittszeit pro Visit und beschreibt, wie ein durchschnittlicher Visit aussieht. Es zeigt die Zeit, in der ein Kunde klickend auf der Website verbringt. Sie muss bewertet werden angesichts des Anstiegs der Visits ab 2010 durch die erhöhte Nutzung durch Mobilgeräte. Wenn die Leute heute weniger lange bleiben, liegt das auch daran, dass sie öfters kommen.</p>
<p>Websites, die eher kurze bis mittellange Videos anbieten, profitieren von einer hohen Nutzungsdauer. Lange Videos dagegen nicht, denn ein Visit wird geschlossen, wenn eine halbe Stunde nicht geklickt wird. Die hellgrüne SRF-Kurve besteht aus Zahlen von sf.tv und srf.ch &#8211; drs.ch konnte nicht eingearbeitet werden. Sie ist darum nicht aussagekräftig.</p>
<h2>Page Impressions</h2>
<p><em>«Anzahl Sichtkontakte beliebiger Internetnutzer mit einem gemessenen Webangebot», mehr dazu auf <a href="http://www.net-metrix.ch/glossar">net-metrix.ch/glossar</a></em></p>
<p>Besonders viele Seitenabrufe erreichen Websites mit Bildergalerien / Bildstrecken, zu sehen in vielen Artikeln von Blick.ch, 20min.ch und Newsnet. Zwar wirken viele dieser Klickstrecken aufgesetzt und unnötig, dem Boulevard soll es aber als Mittel der Darstellung erlaubt sein &#8211; es soll ja Leser geben, die sich von Klickgalerien in bestmöglicher Weise informiert und unterhalten fühlen.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Page_Impression">Page Impressions</a> sind eng verknüpft mit den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ad_Impression">Ad Impressions</a>, den Abrufen der einzelnen Werbemittel. Viele Websites bestehen darauf, die Page Impressions im Audit zu haben, denn die werden dann als Ad Impressions verkauft an die Werbeindustrie. Leider hat die Zählung der Seitenabrufe (Page Impressions) extrem negative Einflüsse auf den Journalismus und die Usability. Sie führt direkt zu sinnlosen Klickstrecken, Bildergalerien, Splittung von Seiten und anderen Schrecklichkeiten (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/03/die-sieben-todsuenden-der-nachrichtenportale/">«Die sieben Todsünden der Nachrichtenportale»</a>). Als ernstzunehmender Messwert gehören sie darum abgeschafft, auch wir werden uns nicht mit diesen Werten auseinandersetzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Werbeindustrie zukünftig nicht so naiv ist, sich von hohen, mit allerlei Tricks zusammengestoffelten Seitenabrufen beeindrucken zu lassen.</p>
<p>Es gäbe noch einen finanziellen Grund, die Seitenabrufe nicht zu maximieren, ist doch die <a href="http://www.net-metrix.ch/produkte/net-metrix-audit/teilnahme/gebuehren">Bemessungsgrundlage für die Bezahlung</a> der Teilnehmer an die von Net-Metrix gemessenen Page Impressions.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Von allen Werten sind am am ehesten die Visits beachtenswert. Mit der Einführung der Registrierungs- und Kostenpflicht einzelner Websites verändert sich aber die bisherige Vergleichbarkeit. Sollten Nzz.ch oder Tagesanzeiger.ch ihre Online-Inhalte in zufriedenstellender Weise monetarisieren können &#8211; was interessieren dann noch die Anzahl Seitenaufrufe? In der Bezahlstrategie könnte eine Abkehr von der Quote hin zur Qualität liegen, doch noch ist das mehr Hoffnung als Realität.</p>
<p>Die Werbetreibenden täten gut daran, genau hinzuschauen und ihre Budgets nicht einfach den grössten Klickbolzern zu vergeben, denn «Reichweite und Preis sind nicht die entscheidenden Kriterien für die Wirkung», so Urs Schneider, Inhaber der Mediaagentur <a href="http://www.mediaschneider.com/de/ueber_uns.html">Mediaschneider</a>, an der Pressekonferenz zur <a href="https://medienwoche.ch/2013/06/20/zahlen-ohne-wert/">Studie MediaBrands</a>.</p>
<p>Wer kritischem Journalismus eine Zukunft geben will, muss als Konsument bezahlen und als Werbetreibender Etats auch an Teilnehmer vergeben, die keinen billigen Boulevard und keine SEO-Tricks machen. Wer kritischen Journalismus schätzt, sollte seine Werbegelder dort einsetzen, wo kritischer Journalismus gemacht wird.</p>
<p><small>Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABlnguyen.JPG" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Wikimedia Commons/Blnguyen</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC-BY-SA-3.0</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/02/was-die-klicks-nicht-sagen/">Was die Klicks (nicht) sagen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Gewohnheiten verändern sich»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Sep 2012 06:52:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Ermel]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Page Impressions]]></category>
		<category><![CDATA[Newsroom]]></category>
		<category><![CDATA[Unique Visitors]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hansi Voigt, der Mann mit dem vielleicht grössten Online-Leistungsausweis in einem Schweizer Zeitungsverlag, hat den Machtkampf um die Leitung des konvergenten «20 Minuten» gegen Print-Chefredaktor Marco Boselli verloren. Voigt verlässt Tamedia Ende November. Wir haben Ende August ausführlich mit dem Chefredaktor von 20min.ch gesprochen, als er noch voll und ganz in Diensten seines Arbeitgebers stand: <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hansi Voigt, der Mann mit dem vielleicht grössten Online-Leistungsausweis in einem Schweizer Zeitungsverlag, hat den Machtkampf um die Leitung des konvergenten «20 Minuten» gegen Print-Chefredaktor Marco Boselli verloren. Voigt verlässt Tamedia Ende November. Wir haben Ende August ausführlich mit dem Chefredaktor von 20min.ch gesprochen, als er noch voll und ganz in Diensten seines Arbeitgebers stand: über journalistisches Arbeiten, die Zweigstelle in Hongkong und die Bedeutung von Unique Clients und Page Impressions.<br />
<span id="more-30538"></span><br />
<strong>Aus den Schlagzeilen der Frontpage diese Woche: «Grüsel-Cervelats, Tumor-Junge, Zuhälter-Boss, Zickenkrieg bei den Wetterschmöckern, Nippel auf YouTube». 20min.ch ist ein Boulevardportal, richtig?</strong><br />
Richtig.</p>
<p><strong>Andererseits gibt es auf 20min.ch immer wieder journalistisch saubere Storys, die das Portal unter den Schweizer Portalen einem der Besten machen, Ihr beschäftigt ja auch einige gute Journalisten. Und Ihr seid eines der wenigen Online-Portale, die hintergründiger sind als die Printausgabe.</strong><br />
Wir bewegen uns zwischen Informationsbedürfnis und Zeitvertreib. Diese Spannung zwischen Nachrichten und Vergnügen versuchen wir ideal auszubalancieren.</p>
<p><strong>Man könnte Ihnen vorwerfen, dass Sie ein Nutzerpopulist sind und alles machen, was der Nutzer will. Ist das nicht gefährlich?</strong><br />
Ja, wahrscheinlich wäre das gefährlich, doch machen wir nicht alles, was der Nutzer will. Unsere Leser sind aber ausserdem durchaus an ernsthaften Geschichten interessiert. Wenn ich ein Portal mache, das nach Arbeit aussieht, gewinne ich vielleicht 5 Prozent der Leser, die sich gezielt mit einzelnen Themen auseinandersetzen wollen. Doch ich verliere jene 95 Prozent, die per Zufall über eine Geschichte stolpern wollen.</p>
<p><strong>Sie sind seit Januar 2006 bei 20min.ch. Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben in dieser für Internetverhältnisse langen Spanne?</strong><br />
Die Mobilsparte ist dazugekommen, wir erreichen den Leser nun nicht mehr nur im Büro, sondern auch in seiner Privatsphäre, am Morgen, im Pendlerverkehr, am Abend und am Wochenende. Und wir sind wesentlich  grösser geworden, darum empfangen wir viel mehr Input von den Usern: Leserfotos, Kommentare, Inputs. 20min.ch wird von mir konsequent als Mitmachportal ausgerichtet.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist journalistisches Arbeiten bei 20min.ch?</strong><br />
Extrem wichtig, das Wachstum kommt durch das Inhaltsangebot, wir haben uns das durch journalistisches Arbeiten erarbeitet. Wenn wir vor fünf Jahren eine gute Geschichte geschrieben haben, dann fragte man uns gerne etwas herablassend: «Wo habt ihr denn die gestohlen?». Damals war es für uns die einzige Chance, die Schnellsten zu sein, darum haben wir auf Tempo gesetzt. Doch gleichzeitig schnell und richtig zu sein, das ist die journalistische Herausforderung.</p>
<p><strong>Wenn Euch journalistische Sauberkeit wichtig ist, warum übernehmt Ihr denn Storys aus notorisch unzuverlässigen Quellen wie «Daily Mail» oder «Sun»?</strong><br />
Bei fragwürdigen Quellen geben wir eine Einschätzung der Quelle à la «Revolverblatt» mit. Und wir verlinken darauf, damit sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann. Wenn etwas berichtenswert ist, wir aber auch nicht einschätzen können, ob es ein Fake ist oder nicht, etwa bei einem Youtube-Video, dann schreiben wir, dass es sich um einen Fake handeln könnte.</p>
<p><strong>Was macht ihr, wenn sich, wie oft, solche Storys nach ein paar Tagen als totaler Quatsch herausstellen?</strong><br />
Dann schreiben wir eine zweite Story, die klar macht, dass sich die Ursprungsmeldung in Luft aufgelöst hat und wie es dazu kommen konnte.</p>
<p><strong>Gibt es Bestrebungen, Inhalte zu verifizieren?</strong><br />
Selbstverständlich. Auch wenn das viele nicht glauben wollen: Wir verzichten auf die Berichterstattung, wenn bei einer Geschichte zu viele Fragen offen bleiben.</p>
<p><strong>Wie korrigiert ihr Fehler?</strong><br />
Wir lassen die Story stehen, bauen aber eine Box darin ein, die auf Fehler und Ungereimtheiten hinweist, so ist das für den Leser transparent. Wir sind offen und stehen dazu, dass wir ab und zu Fehler machen. Und versuchen, diese mit maximaler Transparenz offenzulegen.</p>
<p><strong>Löscht ihr Artikel aufgrund von Protesten oder Klageandrohungen Involvierter?</strong><br />
Wir unterliegen den ganz normalen Regeln, wie gedruckte oder gesendete Publikationen auch. Selbstverständlich gibt&#8217;s da mal Proteste. Und wenn wir einen Fehler gemacht haben, versuchen wir den zu korrigieren.</p>
<p><strong>20min.ch hat mit 13121 Pixel <a href="http://leumund.ch/20min-ch-hat-den-grossten-0016879">die längste Website</a> unter den Schweizer Zeitungsportalen. Je weiter man bei 20min.ch nach unten scrollt, desto <a href="http://www.20min.ch/people/international/story/-Blake-waere-besser-gestorben--10562069">trashiger</a> wird es. Doch geklickt wird gerade auch dort, ja?</strong><br />
Eine Meldung, die ganz oben platziert wird, sollte drei Kriterien erfüllen: Relevanz, Eigenleistung und Aktualität. Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass die wichtigen Meldungen eher oben stehen und die Klamauk-Meldungen eher unten, der Leser kann selbst wählen, was ihm gefällt.</p>
<p><strong>Wer hat den schönen Job, für <a href="http://www.20min.ch/videotv/?cid=157">«Beifang aus dem Internetz»</a> den ganzen Tag lustige YouTube-Videos anzusehen und auszuwählen?</strong><br />
Der Titel «Beifang aus dem Internetz» ist Programm, über diese Videos stolpert man einfach. Die Rubrik ist sehr populär, wird von zwei Redaktoren geführt und von der ganzen Redaktion gefüttert. Manchmal gibt ein Internet-Video auch Stoff für eine eigene Geschichte. <a href="http://www.20min.ch/panorama/news/story/Am-Abgrund-mit-den-riskanten-Russen-31278004">Kürzlich</a> haben wir jene Russen kontaktiert, die schwindelerregende Höhenaufnahmen ins Netz gestellt haben. Wir haben dabei versucht, einerseits Hintergründe darüber zu liefern, andererseits diese waghalsigen Aktionen auch nicht zu verherrlichen.</p>
<p><strong>Ihr habt eine Zweigstelle in Hongkong, die arbeitet, wenn in der Schweiz Nacht ist. Wer hatte die Idee dazu?</strong><br />
Mein Stellvertreter Franz Ermel kam mit der Idee und ich hab sie gegen einige ursprüngliche  Widerstände in der Tamedia durchgesetzt. Hongkong ist ein guter kultureller Kompromiss zwischen Old Europe und dem asiatischem Ballungsraum. Wir haben dort ein Büro gemietet im 22. Stock eines Hochhauses mit schöner Aussicht, das alle sechs Wochen von einem neuen Newsdesk-Redaktor besetzt wird.</p>
<p><strong>Warum sechs Wochen?</strong><br />
Damit sich keine Korrespondentenabkapselung ereignet. Der Redaktor muss wissen, was die Schweiz bewegt. Manche Redaktoren nehmen ihre Familie mit, andere verbinden den Aufhalt mit Ferien. Das Echo darauf ist mehrheitlich positiv, unser Dienstplan dafür ist schon bis 2014 ausgebucht. Damit wird auch die anspruchsvolle Position am Newsdesk aufgewertet, dem Herzstück unserer Redaktion.</p>
<p><strong>Wie lauten denn die Aufgaben eines Newsdesk-Redaktors?</strong><br />
Das Wichtigste ist die Wächter-Funktion: Den Überblick über die aktuellen News zu haben, Alarm zu schlagen, wenn etwas Wichtiges passiert, um dann die News sofort in die Fachressorts weiterzuleiten. Es ist eine verantwortungsvolle, aber manchmal undankbare Aufgabe, denn man kann vor allem Fehler machen. Man braucht dafür ein umfassendes Allgemeinwissen.</p>
<p><strong>Sie ärgern sich über das <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Falschaussage-mit-Qualitaetsanspruch/story/17111827">elitäre Medienbild</a> des Soziologen Kurt Imhof, der mit seinem Jahrbuch alljährlich auch Portale wie 20min.ch kritisiert. Gibt es denn auch Punkte, bei denen er richtig liegt?</strong><br />
Es liegt sicher einiges im Argen bei Online-Portalen, da hat Imhof recht. Nur ist die Entwicklung insgesamt positiv: Wir sind sicher nicht schlechter als vor fünf Jahren geworden, denn vor fünf Jahren waren wir ziemlich schlecht. Die positive Entwicklung geht einher mit dem kommerziellen Erfolg, und damit kann sich eben auch die Qualität verbessern.</p>
<p><strong>Ist ein Leser, der nur 20min.ch konsumiert, umfassend informiert?</strong><br />
Wenn er alles liest, ist er wahrscheinlich gar nicht so schlecht dran. Aber was heisst «umfassend informiert»? Ich glaube, das kann gar niemand leisten. Im Web kann ich nicht den Anspruch haben, dass sich jemand ausschliesslich über uns informiert. Die Konkurrenz ist immer nur einen Klick entfernt.</p>
<p><strong>Es sind zwar zwei verschiedene Redaktionen, aber die Zusammenarbeit zwischen 20min.ch und «20 Minuten» ist dennoch ausgeprägt. Wie organisiert Ihr das?</strong><br />
Derzeit ist Print auf einem Stockwerk und Online auf einem Stockwerk, das wird sich mit dem Umzug ändern, da sitzen Print und Online auf einer Ebene. Im Abgleich zwischen Print und Online pflegen wir Transparenz, beide Seiten sind vollumfänglich informiert über die Aktivitäten der anderen. Auf Chefredaktionsebene suchen wir jeden Tag in einer Sitzung Synergien. Bereits heute finden sie täglich in der Print-Ausgabe zahlreiche Inhalte, die von Online-Redaktoren erstellt wurden. Das kommt bei der Konkurrenz, trotz Newsroom, nur in ganz seltenen Fällen vor.</p>
<p><strong>Wie sieht der durchschnittliche Leser von 20min.ch aus?</strong><br />
Wir haben generell ein junges Publikum mit überdurchschnittlichem Ausbildungsgrad. Online gelten wir als Frauenportal, der Mobile-Leser ist eher männlich und jünger. Unser Zielpublikum ist die Altersgruppe zwischen 19 und 35 Jahren, das heisst, wenn ein Walter Roderer stirbt, ist das für uns eher kein Thema, weil der bei dieser Gruppe kaum bekannt ist.</p>
<p><strong>Könnte man nicht 20min.ch und Newsnetz zusammenführen und Boulevard und Qualität stärker voneinander trennen?</strong><br />
Wieso sollte man das eine vom anderen trennen? Die Marke «20 Minuten» hat vielleicht nicht das beste Image bei Journalisten, aber bin ich darüber unglücklich? Nein! Wir befinden uns in einem Branchenumbruch, in dem viel ausprobiert werden muss, und wo man zwangsläufig auch mal scheitern kann. Mit einem Trash-Image kann ich doch viel befreiter Sachen ausprobieren, und wenn sie nicht funktionieren, wieder in die Tonne treten. Wer dauernd einen Ruf zu pflegen hat, muss viel vorsichtiger vorgehen.</p>
<p><strong>Wir haben mal über die <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">hohe Fluktuation bei Newsnet</a> berichtet. Wie sieht es damit aus bei 20min.ch?</strong><br />
Es gab drei oder vier Wechsel im letzten halben Jahr von Leuten, die schon mehrere Jahre bei uns dabei waren. Ich habe sie unterstützt, etwas Neues zu machen. Eine Zeit lang gab es fast zu wenige Wechsel, das ist auch nicht gut. Der Zusammenhalt auf unserer Redaktion ist aber sehr gross. Aber das muss ich als Chef ja wohl sagen.</p>
<p><strong>Ich habe 2009 mal <a href="http://netzwertig.com/2009/01/30/jagd-nach-page-impressions-die-zehn-klick-garanten/">10 Klick-Garanten</a> notiert: Sex, Promis, Nazis, Tiraden, Breaking News, Teaser, Monster, Sport, Grauen und Übersinnliches. Hab ich etwas vergessen?</strong><br />
Sex läuft gut, richtig. Doch zu viel Sex schlägt direkt auf die Kommerzialisierung. Die Boulevard-Online-Konkurrenz macht einen Bruchteil des Umsatzes, den wir machen &#8211; das hat damit zu tun, dass viele Inserenten nicht in dem Bereich werben wollen.</p>
<p><strong>Über wie viel Umsatz reden wir?</strong><br />
Spartenergebnisse weist die Firma Tamedia nicht aus. Aber «20 Minuten Online» hat seit sieben Jahren sein Wachstum und den Ausbau auf über 65 Mitarbeiter mehr als selbstfinanziert.</p>
<p><strong>Was ist der wichtigste Traffic-Bringer?</strong><br />
Die Aktualität. Die Ereignisse sind die Traffic-Treiber. Ob UBS in Not, Michael Jacksons Ableben oder der Launch des neuen iPhones, wenn etwas geschieht, wollen die Leser mehr darüber erfahren. Das erwarten sie inzwischen von uns.</p>
<p><strong>Was ist im Werbemarkt derzeit wichtig? Page Impressions? Visits? Unique Visitors?</strong><br />
Page Impressions sind der für mich absolut unwichtigste Wert, die sind mir egal. Ich will Stammleser, die jeden Tag zu uns kommen in der Erwartung, auf interessante und lustige Weise bedient zu werden. Darum sind mir die Unique Clients pro Tag am Wichtigsten. Unique Clients pro Monat halte ich für eine unscharfe Währung &#8211; sie schaffen es doch fast nicht, im Netz unterwegs zu sein, ohne einmal pro Monat zufällig auf 20min.ch zu kommen.</p>
<p><strong>Wenn eine Story gut performt, lässt ihr sie auch mal eine Woche stehen oder auch zwei. Was ist der Rekord?</strong><br />
Keine Ahnung was der Rekord ist. Aber eine Woche auf der Front im Internet entspricht gefühlten 30 Hundejahren im wirklichen Leben.</p>
<p><strong>Seit wann ist 20min.ch gewinnbringend? Über wie viel Gewinn sprechen wir?</strong><br />
Seit ich hier bin, haben wir immer Gewinn geschrieben. Kurt W. Zimmermann hat mal eine Rechnung aufgestellt, die nicht völlig falsch ist. [Anmerkung der Redaktion: Kurt W. Zimmermann schrieb im Juni 2012 in der Weltwoche: «Am Schluss bleibt, vor Steuern und Abschreibungen, ein Gewinn von drei Millionen Franken.»]</p>
<p><strong>Sind Adblocker ein Problem für 20min.ch?</strong><br />
Ich glaube nicht. Wenn man weitergemacht hätte wie vor zwei, drei Jahren mit wild animierten Ads, dann hätte das zu einem Thema werden können. Doch der Werbemarkt hat gemerkt, dass Werbung die Aufmerksamkeit der Leser nicht dermassen negativ beanspruchen darf. Am Schluss spricht solche Werbung gegen das eigene Produkt. Aber Werbung gehört doch irgendwie auch dazu. Unsere Leser sind recht tolerant geworden gegenüber Werbung, früher gab es dazu mehr Klagen.</p>
<p><strong>Wie viel Prozent aller Beiträge entstehen nach Input von Leserreportern?</strong><br />
Wir machen pro Tag fünf bis zehn Leserreporter-Storys. Es geht dabei oft um Unfälle. Bei gewissen Naturereignissen werden wir geradezu mit einer Flut von Einsendungen konfrontiert, wie bei dieser <a href="http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/14040741">Windhose über dem Zürichsee</a>. Für uns ist die Hilfe unserer Leser grandios, auch die Inputs durch die Kommentare.</p>
<p><strong>Wird denn auch unter den Kommentarschreibern gewinnbringend diskutiert?</strong><br />
Ich finde schon.</p>
<p><strong>Ihr schliesst immer mal wieder die Kommentarfunktion bei einzelnen Beiträgen. Warum?</strong><br />
Aus Kapazitätsgründen. Es darf nicht vergessen werden, dass wir grundsätzlich für jeden Kommentar juristisch verantwortlich sind. Würden wir das nicht genau prüfen, dann hätten wir schnell mal einen Prozess am Hals. Wir haben jeden Tag 8000 &#8211; 10.000 Kommentare und mussten einen Weg finden, die zu bewältigen. Wir haben Softwarehilfen entwickelt, doch der letzte Entscheid beim Freischalten erfolgt manuell.</p>
<p><strong>Wenn Carl Hirschmann jr. heute vor einer Bar randalieren würde &#8211; wie würde 20min.ch berichten?</strong><br />
Wenn das so wäre, dann würden wir schreiben: «Carl Hirschmann randaliert vor einer Bar» und in Abstimmung mit unserer Rechtsabteilung darüber berichten. Bei Personen, die keinen Schritt ohne PR-Berater und Anwälte machen, muss man sehr vorsichtig sein.</p>
<p><strong>Blick.ch <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/erneute-mea-culpa-von-ringier-1.17496861">verzichtet ja zukünftig</a> auf eine Berichterstattung über Carl Hirschmann.</strong><br />
Für unsere Leser ist Carl Hirschmann keine besonders interessante Figur mehr, aber das kann sich je nach dem ja wieder ändern. Carl Hirschmann ist jedenfalls nach wie vor eine öffentliche Figur, auch wenn er zurzeit wenig Öffentlichkeit sucht.</p>
<p><strong>Warum werden Leserreporter nicht einfach Augenzeugen genannt? Wird nicht so das Journalistische entwertet?</strong><br />
Richtig, man könnte sie «Augenzeugen» nennen, denn sie liefern ja keine eigene journalistische Wertung oder Deutung mit. Die journalistische Arbeit geschieht hier auf der Redaktion, das können sie nicht leisten. Auch wenn es keine Reporter sind: der Name «Leserreporter» hat sich halt durchgesetzt.</p>
<p><strong>Warum seid ihr auf die Idee gekommen, den <a href="http://www.20min.ch/kampusch/">Fall Kampusch</a> nochmals aufzurollen? </strong><br />
Uns wurden aus Österreich Unterlagen zugetragen, was einerseits daran liegt, dass wir im Ausland ein viel besseres Image haben als in der Schweiz und andererseits darin begründet war, dass das Misstrauen gegenüber österreichischen Medien im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch sehr gross ist. Wir haben uns die Sachlage angeschaut, und es gab so viele Widersprüche und offene Fragen, dass wir uns entschieden haben, darüber zu schreiben. Interessant fand ich auch, das mit allen multimedialen Mitteln zu machen, die das Netz bietet.</p>
<p><strong>Wo stehen die Server von 20min.ch?</strong><br />
In Schweden.</p>
<p><strong>Ist das nicht ein Risiko?</strong><br />
Vorher standen sie in Glattbrugg, das ist aber auch nicht sicherer, wenn es um die Abwehr von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Denial_of_Service">DDoS</a>-Attacken geht.</p>
<p><strong>Wie schnell könnte man diese Server wieder in die Schweiz bringen, falls sich politische Verhältnisse ändern sollten?</strong><br />
In wenigen Wochen, schätze ich.</p>
<p><strong>Wie hat sich Ihr eigener Medienkonsum verändert?</strong><br />
Ich fange morgens um 7 Uhr an zu lesen, aber zum Briefkasten gehe ich nicht mehr. Ich lese die klassische Schweizer Presse weitestgehend auf dem iPad, dann scanne ich diverse deutsche und internationale Medienportale. Weitere Links ziehe ich weitestgehend aus Twitter. Dann schaue ich noch, was auf 20min.ch zu lesen ist, und um 9:30 Uhr beginnen die Sitzungen. Print lese ich eigentlich nur noch Sonntags, seit längerem bevorzugt die NZZ am Sonntag, den «Sonntag» und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Unter der Woche nur die Weltwoche, oft mit Kopfschütteln.</p>
<p><strong>Es hat sich einiges geändert, Print ist unter Druck.</strong><br />
Es hiess es immer: Online werden nur die kurzen, nicht die langen Texte gelesen. Nur die News, nicht die Hintergründe. Nur das Aktuelle, nicht die Einordnung. Doch das stimmt nicht: Die Gewohnheiten verändern sich, die Leser merken, wer sich Mühe gibt und gute Arbeit abliefert. Ob die Arbeit gedruckt oder elektronisch vertrieben wird, spielt aus Lesersicht je länger je weniger eine Rolle. Das grösste Problem wird der grundsätzliche Erhalt der Marken sein. Mittelfristig stellt sich für uns alle doch die Frage, wer stellt mir ein interessanteres Menü zusammen: Mein Lieblingsmedium oder meine Social Media Community. Aus Verlegersicht lohnt es sich deshalb meiner Meinung nach, jeden Franken in die Marke beziehungsweise in die Journalisten zu investieren. Etwas anderes bleibt nicht.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Hansi Voigt wurde am 24. August 2012 in Zürich geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">«Gewohnheiten verändern sich»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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