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	<title>Markus Gilli | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 07:04:52 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Polit-Talks: Die Geister, die sie riefen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/15/polit-talks-die-geister-die-sie-riefen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2015 12:38:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jahrelang hat Roger Schawinski die politische Gesprächskultur auf dem Platz Zürich geprägt. Geht diese Ära jetzt zu Ende?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jahrelang hat Roger Schawinski die politische Gesprächskultur auf dem Platz Zürich geprägt. Geht diese Ära jetzt zu Ende?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/15/polit-talks-die-geister-die-sie-riefen/">Polit-Talks: Die Geister, die sie riefen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Markus Gilli: Die Boulevard-Schleuder</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/03/markus-gilli-die-boulevard-schleuder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2015 12:15:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einst belächelte man Markus Gilli und seine Sendung &#8222;SonnTalk&#8220;. Heute ist sie die wichtigste politische Talkshow. Wie kam das?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Einst belächelte man Markus Gilli und seine Sendung &#8222;SonnTalk&#8220;. Heute ist sie die wichtigste politische Talkshow. Wie kam das? </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/03/markus-gilli-die-boulevard-schleuder/">Markus Gilli: Die Boulevard-Schleuder</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«&#8230; ist kein Geld zu verdienen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/24/ist-kein-geld-zu-verdienen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2015 10:56:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerbeverband]]></category>
		<category><![CDATA[Revision]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[RTVG]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
		<category><![CDATA[Roger De Weck]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Hotel Savoy Baur en Ville in Zürich wurde das Buch «Weniger Staat, mehr Fernsehen» vorgestellt. SRG-Generaldirektor Roger de Weck stellte sich mutig einer SRG-kritischen Zuhörerschaft aus Liberalen. Die Diskussion startete nach kürzeren Vorträgen von Marina Masoni (MedienVielfalt Holding), René Scheu (Schweizer Monat) und Roger de Weck (SRG-Generaldirektor). De Weck erwähnte x-fach seinen Leistungsauftrag und <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/24/ist-kein-geld-zu-verdienen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Hotel Savoy Baur en Ville in Zürich wurde das Buch «Weniger Staat, mehr Fernsehen» vorgestellt. SRG-Generaldirektor Roger de Weck stellte sich mutig einer SRG-kritischen Zuhörerschaft aus Liberalen.<br />
<span id="more-24374"></span><br />
Die Diskussion startete nach kürzeren Vorträgen von Marina Masoni (MedienVielfalt Holding), René Scheu (Schweizer Monat) und Roger de Weck (SRG-Generaldirektor). De Weck erwähnte x-fach seinen Leistungsauftrag und x-fach die Konkurrenz durch Netflix («House of Cards»). Er lobte sich selbst («Die SRG ist ausserordentlich effizient»), forderte mehr Kompetenz von seinen Kritikern und klagte darüber, dass niemand der Autoren des am Anlass vorgestellten Buchs «Mehr Fernsehen, weniger Staat» vorgängig das Gespräch mit der SRG gesucht habe: «Sie sind eingeladen, die nächste Sitzung der Medienvielfalt Holding im Leutschenbach abzuhalten.»</p>
<p>Und er zählte fünf betriebswirtschaftliche Gegebenheiten auf und teilte mit, mit was alles kein Geld zu verdienen sei:</p>
<ul>
<li>«Mit Programmen, die das breite Publikum erreichen, ist in der Schweiz kein Geld zu verdienen.»</li>
<li>«Mit Politik ist kein Geld zu verdienen.»</li>
<li>«Mit Fiktionen ist kein Geld zu verdienen.»</li>
<li>«Sport kostet wesentlich mehr als er einbringt.»</li>
<li>«Wir sind ein Geschäft mit enorm hohen Fixkosten.»</li>
<li>«Ein Übertragungswagen an einem Schwingfest kostet 12 bis 15 Millionen Franken.»</li>
</ul>
<p>Auf dem Podium redete man dann ziemlich aneinander vorbei und durcheinander &#8211; der als Moderator eingesetzte Rainer Stadler liess den Teilnehmern stellenweise sehr viel Freiraum. <strong>Roger de Weck</strong> bestand darauf, Fragen zu beantworten, um diese dann am Ende doch nicht zu beantworten. Auch wenn die Diskussion zwischen den zwei aufeinander prallenden Welten wenig aufschlussreich und zerfahren war, so war sie doch immerhin stellenweise unterhaltsam.</p>
<p>TeleZüri-Chefredaktor <strong>Markus Gilli</strong> wartete mit peppigen Zitaten auf («Ich bin ein Medienstaubsauger», «Der Markt ist knüppeldick»), redete sich ins Feuer und unterbrach die Diskussion bei jeder Gelegenheit auf eine Art, wie er es bei seinen «Sonntalk»-Gästen eher nicht akzeptieren würde. Vor radikalen Experimenten wie der No-Billag-Initiative warnte er, weil das einen Bestand der SRG für die nächsten 50 Jahre garantieren werde. «Du bist für mich der Fidel Castro der Medien», sagte er an Roger de Weck gerichtet, und: «Die SRG ist flächendeckend und kennt keine Grenzen, sie will die Konkurrenz verunmöglichen. Wer die SRG kritisiert, wird ins ideologische Lager verschoben».</p>
<p>Eine solche Kommunikationsstrategie bei de Weck analysierte auch CVP-Nationalrat <strong>Gerhard Pfister</strong>: «Zuerst wird man Ideologe genannt, dann wird man inkompetent genannt.» Schalkhaft fügte er hinzu: «Kompetenz ist allerdings keine Voraussetzung, um Politiker zu werden.» Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Journalisten konnte Pfister keine erkennen: «Es gibt da und dort hervorragende Journalisten und Leute, die ihre Zeit absitzen und zu Alkoholikern geworden sind. Übrigens auch bei den Politikern.»</p>
<p><strong>Selina Hofstetter</strong>, die als Sprecherin der Initiatie «No Billag» auftrat, schlug vor, die SRG in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Das würde das Unternehmen dazu bringen, auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Im Schlussstatement sprach sie sich dafür aus, die Sache dem Markt und dem Souverän zu überlassen: «Sie haben uns als naive Jungpolitiker abgetan. Aber wir sprechen für die Konsumenten und die Schweizer Bürgerinnen.»</p>
<p>Fast wähnte man sich in einer Diskussion, wie sie 1968 geführt werden hätte können. Ein geduldig seinen gesetzlichen Leistungsauftrag verteidigender Beamter sieht sich einer Gruppe aufmüpfiger Veränderer gegenüber. Im Unterschied zu damals verhielt sich das Publikum gesittet und warf auch keine Eier &#8211; und war sehr viel älter, mächtiger und reicher: Als Revoluzzer im Saal des Nobelhotels sassen unter anderem Christoph Blocher, Tito Tettamanti und Peter Wanner.</p>
<p><small>Offenlegung: Ronnie Grob veröffentlichte im vorgestellten Buch «Weniger Staat, mehr Fernsehen» den Beitrag <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/29/staatspropaganda-im-staatsfernsehen-jetzt-mal-konkret/">«Staatspropaganda im Staatsfernsehen? Jetzt mal konkret»</a> und erhielt dafür ein Honorar.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/24/ist-kein-geld-zu-verdienen/">«… ist kein Geld zu verdienen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir waren jung und furchtbar stolz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/06/wir-waren-jung-und-furchtbar-stolz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2014 10:03:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Kohl]]></category>
		<category><![CDATA[Telezüri]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Zürich steigt Bundeskanzler Helmut Kohl aus dem Flugzeug, wuchtet sich die Gangway runter und: Bumms! knallt sein Bauch in die Kameralinse eines TeleZüri-VJs. «Na, wie gefällt Ihnen Zürich?», fragt der Einmann-Reporter und reisst seine Hi8 hoch. «Keine Ahnung», keucht Kohl, «ich seh ja nur Sie.» klingt unglaublich, ist aber nicht erfunden. Die Szene hat <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/06/wir-waren-jung-und-furchtbar-stolz/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Zürich steigt Bundeskanzler Helmut Kohl aus dem Flugzeug, wuchtet sich die Gangway runter und: Bumms! knallt sein Bauch in die Kameralinse eines TeleZüri-VJs. «Na, wie gefällt Ihnen Zürich?», fragt der Einmann-Reporter und reisst seine Hi8 hoch. «Keine Ahnung», keucht Kohl, «ich seh ja nur Sie.» klingt unglaublich, ist aber nicht erfunden. Die Szene hat sich so zugetragen damals vor 20 Jahren, beim Start von TeleZüri. Unser Kolumnist Nik Niethammer war dabei.<br />
<span id="more-21330"></span><br />
Nah. Näher. TeleZüri. Darauf hatte uns Michael Rosenblum aus New York, legendärer Erfinder des Videojournalismus, eingeschworen. Damals in einem muffigen Hinterzimmer im Hotel Limmat im August 1994. Roger Schawinski holte ihn und seine Freundin für viel Geld nach Zürich; ein Coup. Die beiden sollten uns, die wir alle vom Fernsehmachen keinen blassen Schimmer hatten, einen neuen Beruf beibringen. In zwei Monaten. In englischer Sprache.</p>
<p>Fortan war Ausnahmezustand. Der erste Auftritt von Rosenblum: ein Aufruf zur Revolution und Kindergeburtstag. Der Meister schrie, tanzte, zappelte drei Stunden um uns herum. Hämmerte uns ein, dass die Menschen nach TeleZüri lechzten. Weil das Schweizer Fernsehen so unfassbar langweilig sei. Abgefilmte Pressekonferenzen, keine Persönlichkeiten vor der Kamera, keine Geschichten, die berühren, einen ärgern oder Tränen in die Augen treiben. Wir, 15 unerschrockene, zum äussersten entschlossene Schawinski-Jünger, lauschten dem Guru und manch einer fragte sich: wo bin ich hier gelandet. Am Nachmittag bekam jeder einen grossen Karton auf den Tisch gestellt. Zeit, sein Handwerkszeug zusammen zu bauen: Kamera, Rucksack, Stativ, Kabel, Akku, Mikrophon, Kassetten, Stecker, Stöpsel und sehr viel Styropor, nach wenigen Minuten herrschte das totale Chaos. Bis in die Nacht hinein sah man erwachsene Männer, die auf allen Vieren nach Lithiumbatterien und Adaptern suchten.</p>
<p>Die ersten Monate on air waren Stochern im Nebel. Jeder Blechschaden, jede umgekippte Mülltonne, jede abgefackelte Hundehütte wurde ins Programm gehievt. Es gab an ungefähr keiner Stelle im Programm wirklich sendbares Material. Die Bilder waren wahlweise verwackelt. Überblendet. Unterbelichtet. Und gerne auch unscharf. Politiker weigerten sich, vor TeleZüri-Kameras zu treten, weil sie aussahen wie Ausserirdische mit Hautproblemen. Derweil gab sich Rosenblum unverdrossen optimistisch, lobte («You are even better than CNN») und tadelte («This is really a piece of shit. I would kill myself»). Seine, nun ja: eigenwillige Art der Motivation hielt uns auf Trab. Als Reto Brennwald einmal seine Anweisung, «no Schwänk, no Zoom» missachtete und bei der Neueröffnung eines Elektronikshops Duzende Fernsehapparate abschwenkte, flippte Rosenblum aus. In Richtung Roger Schawinski schrie er: «I would fire him.»</p>
<p>Überhaupt: Roger Schawinski. In den Anfängen von TeleZüri oft angespannt, nervös, auch launisch, harsch in der Kritik, später entspannter, gelassener doch immerzu fordernd, stolzer Übervater, Denker und Lenker, unermüdlicher Antreiber, Motivator und Ideenlieferant. Ein Ziel vor Augen: das Schweizer Fernsehen zu ärgern. Sein Motto: es gibt keine Probleme, nur Lösungen. Sein Standardspruch: Es ist schwierig. Aber Du liebst doch Herausforderungen.</p>
<p>Einmal portraitierte ihn Tagi-Karrikaturist Nico als TeleZüri-Krake, als Geschäftsführer, Programmchef, Chefredaktor, Personalchef, Talkmaster, Controller, Maskenbildner, VJ und Putzmeister in Personalunion, der nach Programmschluss noch den Studioboden feucht durchwischt. Ein Bild, das Schawinski schmeichelte, ihm aber auch etwas peinlich war, wie ein Anruf beim Schreibenden bezeugt. Der TeleZüri-Gründer gefiel sich in der Rolle des alleinigen Vorturners. Seine wichtigsten Mitarbeiter aus Redaktion, Technik und Vertrieb blieben stets im Hintergrund, auf öffentliches Lob warteten sie in all den Jahren vergebens. Intern aber erhielten wir von Roger die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die es uns leicht machte, immer wieder an unsere Grenzen zu gehen.</p>
<p>Und mit den Jahren wurde TeleZüri besser. Schneller. Professioneller. Die besten Ideen entstanden bei einem Teller Pasta in der Pizzeria Gallo am Escher-Wyss-Platz. Roger liess seine Gedanken fliegen, und ich notierte sie auf einer Papierserviette. Noch am gleichen Abend begann ich jeweils mit der Umsetzung. Die Mister Schweiz Wahlen auf TeleZüri? Klar doch. Die Street Parade? Live-Fernsehen ist hipp, also hopp. Englischer Fussball? Coole Idee, machen wir, mit Roger am Mikrophon. Als das Spiel einmal während Minuten unterbrochen war und der Fernsehzuschauer nur noch Rauchschwaden auf seinem Bildschirm sah, erzählte der Kommentator im Steinfels-Studio, der ja auch nur das Fernsehbild sah, halt ein wenig aus seiner Zeit als junger Fussballfan in Zürich-Wiedikon. Und nahm Zuschauerfragen entgegen.</p>
<p>Es war eine wunderbare Zeit. Wir waren jung und furchtbar stolz auf TeleZüri, wir waren wie eine grosse WG, eine verschworene Gemeinschaft, und alle waren wir ein wenig in Eva Wannenmacher verliebt. Abends schauten wir zusammen die Sendung, und morgens tranken wir Kaffee im «Back und Brau», wir wurden auf der Strasse erkannt, weil die Menschen unsere Gesichter von den Standups kannten («Für TeleZüri vom Kaserneareal, dä…»). Wir waren schnell, wahnsinnig schnell, einmal klappte ich das Stativ wieder zusammen, als das Team vom Schweizer Fernsehen gerade auf dem Brandplatz eintraf. Der Kameramann durfte einen kurzen Blick in meinen Sucher werfen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es aussah, als der Dachstuhl noch im Vollbrand stand…</p>
<p>Auf wenige Dinge kann man sich heutzutage noch verlassen: Am Morgen geht die Sonne auf, pünktlich zur Ferienzeit staut es vor dem Gotthard und TeleZüri sendet News, Info und Talk.</p>
<p>Dass das so bleibt, das wünsche ich mir. Und dann wünsche ich mir vom selbsternannten Mister TeleZüri Markus Gilli, dass er einmal, nur ein einziges Mal öffentlich zugibt, dass sein erbitterter Widerstand gegen TeleZüri vor 20 Jahren ein Fehler war.</p>
<p><small>Der Autor war von 1995 bis 1999 Chefredaktor von TeleZüri</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/06/wir-waren-jung-und-furchtbar-stolz/">Wir waren jung und furchtbar stolz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Markus Gilli: «Die Welt ist am Arsch!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/03/markus-gilli-die-welt-ist-am-arsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2014 07:25:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
		<category><![CDATA[Focus]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 3]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska von Grünigen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sein freundlich-fieses Staccato ist längst landesweit bekannt. Pointiert, blitzschnell und mit fast schon besessener Hartnäckigkeit talkt Markus Gilli seit über 15 Jahren im regionalen TV.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/03/markus-gilli-die-welt-ist-am-arsch/">Markus Gilli: «Die Welt ist am Arsch!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sein freundlich-fieses Staccato ist längst landesweit bekannt. Pointiert, blitzschnell und mit fast schon besessener Hartnäckigkeit talkt Markus Gilli seit über 15 Jahren im regionalen TV.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/03/markus-gilli-die-welt-ist-am-arsch/">Markus Gilli: «Die Welt ist am Arsch!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An den Originalschauplätzen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob &#124; Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 11:10:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Ackeret]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Paul Engeler]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalbank]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[SNB]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
		<category><![CDATA[Teleblocher]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Telezüri]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei aller unterschiedlicher Einschätzung der Vorgänge, die zum Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand führten, lieferten die letzten Wochen einen erhellenden Einblick in die Mechanismen der Medien. Zehn Beobachtungen auf zehn Schauplätzen. Ideologie statt Solidarität Der Jäger Online schlägt Print Im Twitter-Sog Die Medienkonferenz der SNB Auf wessen Namen lautet das Konto? Was ist ein Screenshot? <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/">An den Originalschauplätzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/01/hildi_klein.jpg" alt="" width="120" height="119" /> Bei aller unterschiedlicher Einschätzung der Vorgänge, die zum Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand führten, lieferten die letzten Wochen einen erhellenden Einblick in die Mechanismen der Medien. Zehn Beobachtungen auf zehn Schauplätzen.<br />
<span id="more-30419"></span></p>
<ol>
<li><a href="#ideologie">Ideologie statt Solidarität</a></li>
<li><a href="#upe">Der Jäger</a></li>
<li><a href="#online">Online schlägt Print</a></li>
<li><a href="#twitter">Im Twitter-Sog</a></li>
<li><a href="#medienkonferenz">Die Medienkonferenz der SNB</a></li>
<li><a href="#konto">Auf wessen Namen lautet das Konto?</a></li>
<li><a href="#screenshot">Was ist ein Screenshot?</a></li>
<li><a href="#quellen">Die Sache mit den Quellen</a></li>
<li><a href="#gilli">TV-Duell: Gilli vs. Ackeret 1:0</a></li>
<li><a href="#treibjagd">«Mechanik einer Treibjagd»</a></li>
</ol>
<p><a name="ideologie"><strong>Ideologie statt Solidarität</strong></a><br />
Es ist erstaunlich, wenn nicht verstörend, wie viele Journalisten auf die Enthüllungen reagierten. Statt die Vorwürfe selbst zu prüfen und sich ein eigenes Bild der Lage zu machen, kümmerten sie sich zu allererst um die Enthüller (Weltwoche, Blocher, Whistleblower) und fragten nach deren Motiven. <a href="http://journal21.ch/k%C3%B6ppel-muss-gehen">Auf Journal21.ch</a> will ein aufgeregter René Zeyer gar die «Weltwoche» schliessen und hält das nicht mal für einen Eingriff in die Pressefreiheit. Wer einzelne Artikel liest und Journalisten auf Twitter und Facebook zuhört, stösst auf Ideologie statt Solidarität. Müssten Journalisten nicht Leute, die möglicherweise relevante Vorwürfe erheben, zunächst mal unterstützen, unabhängig ihrer Herkunft? Bis zum Beweis des Gegenteils bleibt zwar jeder Angeschuldigte unschuldig, aber als Teil der kritischen Öffentlichkeit sind Journalisten doch selbst dringend auf die Solidarität des anderen Teils der kritischen Öffentlichkeit angewiesen. (rg)</p>
<p><a name="upe"><strong>Der Jäger</strong></a><br />
Seine Trophäensammlung wurde eben um einen prominenten Namen reicher. Urs Paul Engeler, meinungsstarker Reporter mit ausgeprägtem Jagdinstinkt, brachte mit seinem Artikel in der Weltwoche jene Dynamik in Gang, die zum Rücktritt von Philipp Hildebrand führte. Wenige Wochen zuvor war es Bundesratskandidat Bruno Zuppiger, dem ein Engeler-Artikel zum Verhängnis wurde und auch an der Demontage von Bundesanwalt Erwin Beyeler schrieb der Weltwoche-Autor fleissig mit. Der Branche scheint diese Form von Journalismus zu gefallen. Aus einer Publikumswahl ging Engeler jüngst als «Journalist des Jahres» hervor. Ein Titel, aus dem sich der Ausgezeichnete nicht viel macht. Ja, er wäre sogar bereit, darauf zu verzichten – allerdings nicht als Eingeständnis irgendwelcher Verfehlungen. In der Affäre Hildebrand stehe er weiterhin «zu jeder Zeile meines Artikels», sagte Engeler der Basler Zeitung. Nun fragt man sich natürlich: Who&#8217;s next? Die Liste der Zielobjekte ist lang. Engeler hält den halben Bundesrat, den ganzen Bankrat und den Chef der Finanzkontrolle wegen ihrer Rolle in der Affäre Hildebrand für «untragbar». (nil)</p>
<p><a name="online"><strong>Online schlägt Print</strong></a><br />
Es gibt nichts älteres als die Zeitung von gestern, lautet ein Sprichwort. In der Affäre Hildebrand kam es noch schlimmer für das gedruckte Medium: Es gibt nichts älteres als die Zeitung von morgen. Noch bevor die Weltwoche am vergangenen Donnerstag ausgeliefert wurde, hatte Wirtschaftspublizist Lukas Hässig <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/hildebrand/story/Bank-Sarasin-dementiert-Vorwuerfe-13437818" target="_blank">am Vorabend auf 20 Minuten online</a> bereits den Artikel von Urs Paul Engeler zerpflückt. Das war natürlich nur deshalb möglich, weil auch die Weltwoche einen Teil ihrer Texte zuerst im Netz zugänglich gemacht hatte. Überhaupt blieben nur wenige Texte den bezahlenden Zeitungskäufern und -abonnenten vorbehalten; die Musik spielt online. Breaking News, überraschende Wendungen, Enthüllungen und die Post vom Datendieb halten sich nicht an einen Redaktionsschluss. Wer mit der Veröffentlichung bis zur nächsten Zeitungsausgabe wartet, riskiert von der Konkurrenz abgehängt zu werden. (nil)</p>
<p><a name="twitter"><strong>Im Twitter-Sog</strong></a><br />
Während der heissen Phase der Affäre Hildebrand fungierte Twitter als öffentliche Informations- und Diskussionsplattform in einem für Schweizer Verhältnisse noch nie gesehenen Ausmass. Aus allen Redaktionen, die zum Fall recherchierten, waren zahlreiche Journalistinnen und Redaktoren auf Twitter präsent. Den Peak erreichte das Gezwitscher während den beiden Medienkonferenzen von Philipp Hildebrand. Aber auch nach der Veröffentlichung von Primeurs und neuen Erkenntnisse schnellte der Pegel jeweils hoch. Die Dynamik auf Twitter entwickelte sich zu einem regelrechten Sog, dem sich auch Journalisten nicht mehr entziehen konnten, die bislang auf Twitter vor allem durch Schweigen aufgefallen waren. Neuerdings aktiv mit dabei sind zum Beispiel <a href="https://twitter.com/#!/hbritschgi">Hannes Britschgi</a> (Ringier), <a href="https://twitter.com/#!/andikunz">Andreas Kunz</a> (Weltwoche) oder <a href="https://twitter.com/#!/a_durisch">Andreas Durisch</a> (Ex-CR Sonntagszeitung) (nil).</p>
<p><a name="medienkonferenz"><strong>Die Medienkonferenz der SNB</strong></a><br />
Philipp Hildebrand eröffnete die Pressekonferenz der SNB am 5. Januar um 16 Uhr mit klaren, sicheren Worten, ohne irgendwelche Ähs oder Öhs (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=6012e730-e23a-4357-9af0-0447a3918083">hier in voller Länge</a>). Aber offenbar war es sehr heiss im Saal, denn Hildebrand begann schon nach wenigen Minuten stark zu schwitzen &#8211; man hätte ihm <a href="http://www.hossli.com/articles/2011/12/19/der-fehlgriff-in-den-kleiderschrank/">wie Richard Nixon</a> ein Taschentuch reichen wollen. Wenn Schwitzen Teil der Körpersprache ist, dann hat die Körpersprache deutlich gesprochen (ab Minute 24). Bei den Fragen der Journalisten fasste Hildebrand wieder Tritt und bedankte sich zuerst artig für jede Frage, um sie dann aber ausweichend oder auch gar nicht zu beantworten. Nicht genehme Fragen wurden abgewürgt, offenbar genehme Fragen, zum Beispiel jene des Westschweizer TV und Radios, länglich beantwortet. Fragesteller wurden willkürlich ausgewählt, die Veranstaltung nach einer Stunde abgebrochen und nicht, als es keine Fragen mehr gab. Hildebrand: «Was wollen wir, noch eine oder noch zwei? Also, noch eine.». Dass Roger Köppel, der selbst keine Frage stellen durfte, in der Konferenz <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=99457">«sowjetische Züge»</a> erkannte, verwundert nicht. Zwar war die aufgeräumte Gutgelauntheit von Hansueli Raggenbass an der Pressekonferenz so gar nicht sowjetisch, um so mehr aber seine Anwesenheit. Als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Nationalbank#Bankrat">Präsident des Bankrats</a> sollte er doch die angeschuldigte Geschäftsführung der Nationalbank beaufsichtigen und kontrollieren &#8211; und nicht beim Aufkommen von Vorwürfen diese Seite an Seite verteidigen. (rg)</p>
<p><a name="konto"><strong>Auf wessen Namen lautet das Konto?</strong></a><br />
Was wurde nicht alles geschrieben über Kashya Hildebrand, die Frau des Nationalbankpräsidenten. Fantasien über fiktive Frühstücksgespräche des Ehepaars waren nicht nur <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Hach-ich-fuehle-mich-wohl-bei-dieser-Transaktion/story/23080724">auf tagesanzeiger.ch</a> zu lesen, sondern auch in der «Südostschweiz am Sonntag». Felix E. Müller, Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», behauptete in seinem <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/blochers_fragwuerdige_rolle_1.14015441.html">Text vom 1. Januar</a> gar fälschlicherweise, dass sich die Transaktionen auf ihrem, nicht seinem Konto abspielten: «Auf welchem Weg die Unterlagen über die privaten Konti von Kashya Hildebrand zu Blocher gelangt sind, ist unklar.» Die beiden Schlusssätze des Artikels, der auf nzz.ch seltsamerweise ohne den Namen des Autors auskommen muss, lauten: «Das Gewinnpotenzial, das Hildebrand aus den beiden Transaktionen winkt, beläuft sich laut Informationen der NZZ am Sonntag auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Dafür riskiert kein Zentralbanker der Welt seinen Job.» Es ist das Verdienst des Whistleblowers und den zuerst berichtenden Medien («Tages-Anzeiger» am 4.1., «Weltwoche» am 5.1.), dass die Öffentlichkeit erfahren hat, dass dem nicht so ist, dass die Währungsspekulationen auf dem Konto von Philipp Hildebrand vorgenommen wurden. Um diese Information zu bekräftigen, hat Urs Paul Engeler in seinen Artikel sogar das Geburtsdatum und die vollständige Adresse von Philipp Hildebrand dazugeschrieben. Das ist einerseits völlig übertrieben, andererseits ist dieser allerwichtigste Fakt der Story bei den meisten anderen Journalisten eben genau nicht angekommen. Noch einmal: Seit dem 4. Januar 2012 ist bekannt, dass auf dem Konto des Nationalbankpräsidenten, der durch seine Handlungen die Währung beeinflussen kann, Devisengeschäfte in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken abgehandelt wurden, also weit über den alltäglichen Gebrauch, zum Beispiel für eine Ferienreise, hinausgehen. Wenn Journalisten darin nicht durch eigenständiges Nachdenken einen Skandal erkennen können und stattdessen erst mal blind auf die Überbringer der Nachricht schiessen, sind sie fehl am Platz, jedenfalls als Journalisten. (rg)</p>
<p><a name="screenshot"><strong>Was ist ein Screenshot?</strong></a><br />
Gegen Ende der Pressekonferenz kam Hildebrand darauf zu sprechen, dass «mit einem Handy oder mit einer Kamera» Fotos von Screenshots genommen wurden. «Offensichtlich wurden so drei Seiten, drei Screenshots entwendet. Ich weiss nicht, ob es per Handy oder per Fotoapparat war, das wurde nicht präzisiert. Aber es wurden Fotografien gemacht von diesen Screenshots, die dann aus der Bank kamen.» Wer nun stutzt und sich fragt, warum nicht einfach Screenshots angefertigt und ausgedruckt wurden, der rechnet nicht mit Nachvollziehbarkeit solcher Vorgänge durch die IT, also der Totalüberwachung der Bankangestellten. Hildebrand weiter: «Ich habe mich da etwas erkundigt, auch bei anderen Banken. Es ist offensichtlich ein generelles Problem. Es gibt jetzt Banken, die angefangen haben, Kameras zu installieren, die sozusagen permanent auf die Screens gerichtet sind, damit man auch sehen könnte, wenn jemand mit einem Handy oder einem Fotoapparat diese Screenshots macht.» (rg)</p>
<p><a name="quellen"><strong>Die Sache mit den Quellen</strong></a><br />
Wie war das schon wieder mit den Quellen im Journalismus? Erst wenn zwei Quellen unabhängig voneinander das gleiche sagen, gilt ein Fakt als gesichert und darf als solcher veröffentlicht werden. Das weiss jeder Journalist. Doch in der Praxis sieht es oft anders aus, so auch in der Causa Hildebrand. Die Geschichte der Weltwoche fusste auf einer einzigen Quelle. Dass er den Artikel gleichwohl veröffentlicht habe, begründet Autor Urs Paul Engeler mit einer simplen Gleichung: <a href="https://twitter.com/#!/SimonBaertschi/status/155197193328934913" target="_blank">«Mit null Risiko gibts auch null Artikel.»</a> Und ergänzt im Gespräch mit der <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Ich-habe-natuerlich-Plausibilitaetstests-gemacht/story/18143284" target="_blank">«Basler Zeitung</a>»: «Wenn sich jeder Artikel auf zwei Quellen abstützen würde, würden Tageszeitungen höchstens im Wochenrhythmus erscheinen oder gar nicht.» Wie wahr. Doch die Weltwoche ist keine Tageszeitung. Aber auch die Kritiker nehmen es nicht immer so genau mit der Zwei-Quellen-Regel: Als Beleg dafür, dass sich Politiker (Plural), die der Weltwoche gegenüber bisher wohlgesinnt waren, vom Blatt abwenden, <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/2063/" target="_blank">nennt «Der Sonntag»</a> gerade mal einen: Martin Bäumle. (nil)</p>
<p><a name="gilli"><strong>TV-Duell: Gilli vs. Ackeret 1:0</strong></a><br />
Zu einem Duell der besonderen Art kam es letzte Woche in Bad Horn. Innerhalb weniger Stunden empfingen sowohl Markus Gilli als auch Matthias Ackeret den SVP-Strategen und «Briefträger» Christoph Blocher zum Fernsehinterview – Gilli für <a href="http://www.telezueri.ch/index.php?id=6815&amp;show_uid=10753&amp;yyyymm=2012.01&amp;cHash=c0c94577ad" target="_blank">TeleZüri</a> und Ackeret für <a href="http://www.teleblocher.ch/new/archives/1080" target="_blank">Teleblocher</a>. Gilli legte am Donnerstagabend  im «Talk täglich» vor mit einer Leistung, die nur schwer zu toppen sein würde. Knappe, direkte Fragen zu den wesentlichen Punkten, die Blocher offensichtlich nicht gerne hört. Der Alt-Bundesrat reagiert mehrfach aufgebracht und wird laut. Als Gilli Blocher nach möglichen politischen Motiven für sein Handeln befragt, wird dieser gar persönlich: «Sie enttäuschen mich, dass Sie diesen Mainstream-Medien nachschwätzen.» Gewohnheitsgemäss gemütlicher zu und her geht es bei Teleblocher. Doch eigentlich würde nichts dagegen sprechen, dass auch Matthias Ackeret Fragen stellt und nicht nur Stichworte liefert und seinem Gegenüber zustimmend zunickt. Umso mehr, als dass Teleblocher ausnahmsweise in direkter Konkurrenz steht zu einem anderen Sender, der den gleichen Gast zum gleichen Thema befragt hat. Doch gefehlt. Auch die spezielle Konstellation vermag den journalistischen Instinkt in Ackeret nicht zu wecken; er lässt die Chance verstreichen. Wie gewohnt gibt sich Ackeret devot, ja unterwürfig und spricht Blocher gar als «Justizminister» an. Nichts Neues aus Bad Horn. Klarer Sieg nach Punkten für Gilli. (nil)</p>
<p><a name="treibjagd"><strong>«Mechanik einer Treibjagd»</strong></a><br />
Vor fünf Jahren beschrieb Weltwoche-Chef Roger Köppel die <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-50/artikel-2006-50-mechanik-einer-t.html" target="_blank">«Mechanik einer Treibjagd</a>». Auch damals ging es um eine Bank. Allerdings um eine private. Doch die Zeilen von damals sind im heutigen Kontext durchaus erhellend zu lesen. Zumal dann, wenn man im Originaltext «Bank Swissfirst» mit Nationalbank, «Boulevardpresse und NZZ am Sonntag» mit Weltwoche und «Thomas Matter» mit «Philipp Hildebrand» ersetzt – und siehe da: «Die angebliche Affäre um die Nationalbank droht zu einem Medienskandal zu werden. Die Vorwürfe lösen sich in Luft auf. Aller Voraussicht nach liegt kein Verschulden vor. Seit Monaten dröhnt die Kampagne. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die Weltwoche mit schäumender Vehemenz neue Erörterungen zur Nationalbank präsentiert. Die Berichterstattung über die Notenbank sprengt alle Proportionen. Das Sperrfeuer setzte im letzten März ein. Im Januar trat unter dem Druck der öffentlichen Aufregung Nationalbankpräsident Hildebrand zurück. (..) Stellt man ab auf die Schlagzeilen der Weltwoche, spielte sich Besorgniserregendes, ja Skandalöses ab (..) Selten haben die medialen Gerichtshöfe der Moral gnadenloser und erfolgreicher zugeschlagen.» (nil)</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/01/12/an-den-originalschauplatzen/">An den Originalschauplätzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 10:45:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalfernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Hugo Bigi]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wanner]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Züri]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Gilli]]></category>
		<category><![CDATA[AZ Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Tele Züri»-Zampano Markus Gilli macht jedes Jahr 200 Live-Sendungen. Im Gespräch mit «Medienwoche» bestreitet er, der SVP nahe zu stehen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer, den AZ Medien. Zum Schweizer Fernsehen würde er nie gehen. Durch den Kauf von «Tele Züri» durch die AZ Medien werden Sie ja nun irgendwie <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/09/Telezueri-2001.png" class="alignleft" width="120" height="80" /> «Tele Züri»-Zampano Markus Gilli macht jedes Jahr 200 Live-Sendungen. Im Gespräch mit «Medienwoche» bestreitet er, der SVP nahe zu stehen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer, den AZ Medien. Zum Schweizer Fernsehen würde er nie gehen.<br />
<span id="more-28925"></span><br />
<strong>Durch den Kauf von «Tele Züri» durch die AZ Medien werden Sie ja nun irgendwie zum Aargauer. Trifft Sie das hart? Würden Sie es wagen, mit einem AG-Kennzeichen durch Zürich zu fahren?</strong><br />
(Lacht) So einschneidend wird der Verkauf ja gar nicht sein. Der neue Besitzer hat klar gesagt, dass Tele Bärn, Tele M1 und Tele Züri regional bleiben müssen. Wir werden weiterhin Zürcher Kontrollschilder haben an unseren Fahrzeugen, da bin ich fast überzeugt. Ich würde aber auch mit einem Aargauer Kontrollschild herumfahren, denn Aargau ist für mich kein Schreckgespenst und keine Abwertung. Ich kenne den Aargau doch auch etwas, und ich finde, das ist ein prosperierender Kanton. Wie ich feststelle, gibt es aber offenbar viele Vorurteile von Zürchern.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie zum neuen Besitzer? </strong><br />
Peter Wanner ist ein ausgezeichneter Unternehmer. Die ersten Gespräche sind sehr gut verlaufen, auch, weil man merkte, dass er aus einer publizistischen Ecke kommt. Auch auf der operativen Ebene werden wir mit Christoph Bauer eine gute Zusammenarbeit haben.</p>
<p><strong>Tamedia hat ja mit dem Regional-TV offenbar zu wenig Geld gemacht hat und es deshalb verkauft. Weshalb sind die AZ Medien die besseren Eigentümer?</strong><br />
Das Gute bei AZ Medien ist die Abdeckung: Bern, Solothurn, Aargau, Zürich – dazu wir, die bis in die Zentralschweiz und die Ostschweiz senden. Wir werden mit diesen drei TV-Kanälen rund 800.000 tägliche Zuschauer erreichen. Bei AZ Medien werden E-Medien [Gilli meint damit Fernsehen und Radio] rund 20 Prozent des Umsatzes ausmachen, das war bei Tamedia viel weniger – unsere Bedeutung innerhalb des neuen Verlags ist darum grösser.</p>
<p><strong>Unter dem AZ-Dach gibt es zwei Kategorien Sender: TeleBärn und Tele M1 haben Konzession, Gebührengelder und Leistungsauftrag, TeleZüri ist frei im Markt. Wie schränkt diese Konstellation das Synergiepotenzial der drei Sender ein?</strong><br />
Der Kauf durch AZ Medien war nur möglich, weil Tele Züri keine Konzession hat, denn das Radio- und Fernsehgesetz schreibt ein Maximum von zwei Sendern pro Verleger vor.</p>
<p><strong>Wie stehen Sie selbst zu den Konzessionen?</strong><br />
Es ist eine Gnade, keine Konzession zu haben (publizistische Freiheit, keine staatlichen Kontrollen) &#8211; und gleichzeitig eine verdammte Ungerechtigkeit. Während andere Sender 2 bis zu 3 Millionen Franken im Jahr erhalten, müssen wir ohne Gebührengelder auskommen. Trotzdem: Tele Züri wird 2011 das erfolgreichste Jahr seit Bestehen feiern und ohne Konzession fühlen wir uns frei und unabhängig.</p>
<p><strong>Wenn es nach Ihnen ginge: die Konzessionen abschaffen oder nicht?</strong><br />
Das Radio- und Fernsehgesetz hätte bereits am ersten Tag revidiert werden müssen. Ich rede nicht über die Konkurrenz, aber es geht doch nicht, dass subventioniert wird, was kaum gefragt ist. Ich war immer ein Anhänger des freien Marktes und freien Wettbewerbs – und demzufolge für eine Liberalisierung des Gesetzes. Darum habe ich vor über 30 Jahren bei Radio 24 angefangen: Um staatlich gestützte Monopole zu beenden.</p>
<p><strong>Bietet die neue Eigentümerschaft weitere Wachstumsperspektiven in Richtung sprachregionales TV?</strong><br />
Der Deal heisst nicht, dass die Idee des damaligen Tele24 neu belebt wird, das wäre vollkommen falsch. Wir müssen die Regionen sehr stark regional behandeln, so müssen die Nachrichtensendungen weiterhin ein regionales Schwergewicht haben. Das ist unsere Nische, das ist unsere einzige Chance, die wir gegenüber den deutschen Privaten und der SRG haben. Doch bei überregionalen Ereignissen wie Bundesratswahlen oder grossen Sportanlässen werden wir in der neuen Senderfamilie zusammenarbeiten. Dies gilt auch in den Bereichen Talk und Unterhaltung.</p>
<p><strong>Sie und auch Hugo Bigi sind schon sehr lange auf den Bildschirmen und beide Mitte 50. Bei den AZ Medien gibt es ja ein paar fixe Köpfe, die Sie ersetzen können. Haben Sie Angst um Ihre persönliche Zukunft?</strong><br />
(Ruft laut und lacht) Nein! Ich mache seit zehn Jahren über zweihundert Livesendungen im Jahr – wenn ich nur noch hundert hätte, dann wäre das kein Unglück! Ich hege zwar keine Rücktrittsgedanken, aber ich bin doch auch schon 56, aber irgendwann muss ja auch mal die Nachfolgefrage gestellt werden.</p>
<p><strong>Haben Sie Angst um eine Einschränkung ihrer Unabhängigkeit, bzw. Narrenfreiheit?</strong><br />
Narrenfreiheit wäre das falsche Wort. Ich darf aber sagen, dass es einer der ganz grossen Vorteile bei Tamedia war, publizistisch unabhängig arbeiten zu dürfen. Die Chefredaktoren bei Tamedia sind frei. Es gibt keine Absprachen unter den Redaktionen, es gibt keinen Konzernjournalismus. Und ich bin überzeugt, dass das bei den AZ Medien auch so ist.</p>
<p><strong>Sie sind Programmleiter, Chefredaktor und einer der Geschäftsführer von &#8222;Tele Züri&#8220;, machen &#8222;Talk Täglich&#8220; und &#8222;Sonntalk&#8220;. Haben Sie überhaupt noch Freizeit?</strong><br />
Ja, die erkämpfe ich mir, auch wenn ich sechs Tage die Woche arbeite. Morgens nehme ich mir jeweils das Recht heraus, zuhause ausführlich Zeitung zu lesen – und erst am späteren Morgen einzutreffen.</p>
<p><strong>Sie haben eine ganz eigene Art gefunden, zu reden: Sie bilden klare schweizerdeutsche Sätze. Und streuen darin viele boulevardeske Ausdrücke (zB &#8222;Kampfzone&#8220;) und viele stehende Wendungen und Floskeln, gerne auch auf hochdeutsch, seltener auch auf englisch. Stimmen Sie da zu?</strong><br />
Ja, das ist ein bewusst gewähltes Stilmittel.</p>
<p><strong>Mir fällt auf, dass sie sich eigentlich nie in öffentliche Debatten einschalten, sondern einfach ihr Ding durchziehen. Warum halten Sie sich zurück?</strong><br />
Meine Meinung trägt da nichts zur Sache bei. Ich sehe mich in einer neutralen Funktion als Journalist.</p>
<p><strong>Aber neutrale Journalisten gibt es doch gar nicht, jeder hat einen Standpunkt (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">«Das Märchen der Objektivität»</a>, «Medienwoche» vom 1. Februar 2011).</strong><br />
Sehen Sie, wenn ich eine Antwort gebe auf die Frage einer Einschätzung eines bestimmten Themas, sagen wir die Ständeratskandidatur von Christoph Blocher, dann bin ich doch gleich auf einer Schiene &#8211; und das will ich nicht. Es gab mal eine Umfrage auf 20min.ch, die fragte: &#8222;Wo steht Gilli politisch?&#8220; Je ein Viertel teilte mich in die Lager SP, SVP und FDP ein, ein Viertel wusste keine Antwort. Für mich ist das das grösste Kompliment!</p>
<p><strong>Was wählen Sie denn am <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Schweizer_Parlamentswahlen_2011">23. Oktober</a>?</strong><br />
Ich nehme eine leere Liste und stelle sie querbeet mit Kandidaten verschiedener Parteien zusammen. Mitglied einer Partei bin ich nicht.</p>
<p><strong>Aber viele Journalisten nehmen Sie als SVP-nah wahr.</strong><br />
(Ruft laut) Sonen Chabis! Ich weiss das, aber ich verwahre mich dagegen. Das grosse Problem in diesem Land ist doch, dass die Journalisten immer noch nicht mit dieser Partei umgehen können. Das Blocher-Bashing, das sich so viele Journalisten offenbar zur Lebensaufgabe gemacht haben, bringt ja eher eine gegenteilige Wirkung mit sich. Wenn sie ihn nur wie jeden anderen nehmen könnten. Die SVP wie alle anderen Parteien zu behandeln und dabei keine Schaumkrone vor dem Mund zu haben, bedeutet noch lange nicht journalistische SVP-Nähe. Dieses Verhalten würde ich fair und ausgewogen nennen.</p>
<p><strong>2007 hat Hugo Bigi den Radfahrer und Entertainer Beat Breu eingeladen, der durfte dann <a href="http://netzwertig.com/2007/07/04/beat-breu-narrt-tele-zueri-mit-pr-aktion/">ein Wunderwasser namens «H2Ohoch3» vorstellen</a>. Können Sie sich erinnern?</strong><br />
Diese Sendung ist mir absolut präsent.</p>
<p><strong>Ich hatte den Eindruck, dass der Auftritt von Beat Breu mit der Präsentation dieses Wassers verknüpft war. War das ein Deal?</strong><br />
Wir machen keine Werbedeals mit dem Programm, das gibt es nicht. Soweit mir die Sendung in Erinnerung ist, hat Hugo Bigi sehr kritisch nachgefragt. Bei uns kann man, anders als bei anderen Sendern, keine Gesprächsformate buchen, wir trennen das sehr genau. Wir gehen vom Thema aus und fragen uns, ob das die Leute interessiert. Wenn das nicht so ist, dann lehnen wir das Thema ab, und wenn der Druck aus der PR und der Werbung hoch ist.</p>
<p><strong>Auf <a href="http://www.telezueri.ch/">telezueri.ch</a> sind Videofunktionen zwar vorhanden, aber kaum benutzbar, auf jeden Fall, was Formate wie &#8222;Talk Täglich&#8220; oder &#8222;Sonntalk&#8220; angeht. Wie alt ist die Website von &#8222;Tele Züri&#8220; eigentlich?</strong><br />
Die wurde in Deutschland gemacht und ist heute eher vernachlässigt. Der geplante grosse Wurf, zusammen mit 20 Minuten oder Newsnetz, wurde nie umgesetzt. Nun haben wir Nachholbedarf: Wenn mich Schulklassen hier besuchen, dann sagen mir viele, dass sie die Sendungen im Web schauen. Das Web ist sehr wichtig für die Zukunft.</p>
<p><strong>Ich habe meine Grossmutter gefragt, was ich Sie fragen soll und sie bat mich darum, zu fragen, ob Sie nicht Einfluss nehmen können, dass nicht immer alle durcheinander reden. Ältere Leute wie sie würden dann nämlich nichts mehr verstehen.</strong><br />
Diesen Vorwurf höre ich sehr oft, vor allem von älteren Menschen. Auch wenn ich selbst es meistens noch verstehe, schreite ich jeweils ein und erteile den Teilnehmern das Wort. Doch es fragt sich, ob man überhaupt etwas dagegen tun soll &#8211; weil es natürlich dynamisch ist, wenn zum Beispiel Christine Goll und Ulrich Giezendanner gleichzeitig rufen [O-Ton «heeped»]. Diese lebhafte Diskussion ist ein Markenzeichen des &#8222;Sonntalk&#8220; &#8211; es war ja bei der &#8222;Arena&#8220; zu beobachten, was passiert, wenn jegliche Dynamik herausgenommen wird.</p>
<p><strong>Gibt es Fragen, die Sie niemals stellen würden?</strong><br />
Das entscheide ich intuitiv. Es gibt Gesprächspartner, bei denen man sehr weit gehen kann, und andere, die unglaublich nervös und sensibel sind – bisher konnte ich noch mit jedem auch nach der Sendung noch reden. Überhaupt kann man Sendungen nur bedingt planen: Ich habe zwar ein Manuskript und bin eingelesen, doch es gibt Situationen, gerade bei hochemotionalen Themen, wo einem das nichts mehr nützt. Ich möchte mit meinen Fragen niemals einen Menschen verletzten und nehme deshalb bei Gästen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, grosse Rücksicht.</p>
<p><strong>Haben Sie noch Ziele? Gehen Sie auch zum Schweizer Fernsehen wie Roger Schawinski?</strong><br />
Nein, nie im Leben! Das ist für mich unvorstellbar. Ich erlebe die SRG als teilweise unangenehmen Konkurrenten. Ich kann doch nicht über Jahrzehnte einen Moloch bekämpfen – und dann dort arbeiten. Aber jeder soll machen, was ihm Freude macht.</p>
<p><strong>Wie fühlen Sie sich nach diesem Gespräch?</strong><br />
(Lacht) Absolut pudelwohl.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Markus Gilli wurde am 13. September 2011 in Zürich geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/05/bei-tamedia-sind-die-chefredaktoren-frei/">«Bei Tamedia sind die Chefredaktoren frei»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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