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	<title>Medienclub | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 20 Jan 2022 21:17:41 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Bei SRF arbeiten Angsthasen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/20/bei-srf-arbeiten-angsthasen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 21:17:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Club]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Sendung des Schweizer Fernsehens über staatliche Medienhilfe ist ausgeartet. Das ist kein Zufall.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Sendung des Schweizer Fernsehens über staatliche Medienhilfe ist ausgeartet. Das ist kein Zufall.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/20/bei-srf-arbeiten-angsthasen/">Bei SRF arbeiten Angsthasen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Medienclub»: Zu grosse Themen für eine geschlossene Gesellschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/06/19/medienclub-zu-grosse-themen-fuer-eine-geschlossene-gesellschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Ruoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2020 12:33:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An kontroversen Medienthemen, die eine kritische Diskussion verdient hätten, mangelt es nicht. Doch der «Medienclub» des Schweizer Fernsehens schafft es, den Kernfragen zu Corona und Black Lives Matter mehr oder weniger elegant auszuweichen. Eine Medienkritik. Der «Medienclub» war prominent besetzt. «Tatsachen und Meinungen – Wie objektiv berichten die Medien?» hiess der Titel. Und die Themen waren <a href="https://medienwoche.ch/2020/06/19/medienclub-zu-grosse-themen-fuer-eine-geschlossene-gesellschaft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An kontroversen Medienthemen, die eine kritische Diskussion verdient hätten, mangelt es nicht. Doch der «Medienclub» des Schweizer Fernsehens schafft es, den Kernfragen zu Corona und Black Lives Matter mehr oder weniger elegant auszuweichen. Eine Medienkritik.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-79459" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/06/MW-Medienclub-BLM-Corona_20200619a.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/06/MW-Medienclub-BLM-Corona_20200619a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/06/MW-Medienclub-BLM-Corona_20200619a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/06/MW-Medienclub-BLM-Corona_20200619a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/06/MW-Medienclub-BLM-Corona_20200619a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/06/MW-Medienclub-BLM-Corona_20200619a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der «Medienclub» war prominent besetzt. «Tatsachen und Meinungen – Wie objektiv berichten die Medien?» hiess der Titel. Und die Themen waren gross. «Die Coronakrise» auf dem ganzen Globus und «die Unruhen in den USA» sollten zur Debatte stehen. – Unruhen in den USA? Waren und sind es nicht Proteste gegen Rassismus, weil der Afroamerikaner George Floyd «zu Tode kam», wie es kühl neutralisiert hiess in einer Hauptausgabe der SRF-Tagesschau? War da nicht, genau gesagt, die Polizeigewalt, nach der nun vier Polizisten wegen Mordes angeklagt sind? Das sind die Fakten aus dem laufenden Gerichtsverfahren.<br />
<br />
Wir wissen nicht, ob es bereits der stete politische Druck ist oder einfach der rigorose Zwang zur Unschuldsvermutung, der zu solchen bereinigten Texten führt. Der «Medienclub» zur «Objektivität» wäre mit seiner starken Besetzung der Ort gewesen, dem politischen Druck entgegenzutreten, der schon im Kernbereich des Informationsjournalismus zu solchen bereinigten Texten führt, bei denen die mörderische Wirklichkeit kaum noch zum Vorschein kommt.</p>
<p><iframe src="https://srf.ch/play/embed?urn=urn:srf:video:a743e88d-a7df-4365-a733-954fcaa7d5a8" width="560" height="315" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Nathalie Wappler persönlich nahm teil an der Diskussionsrunde vom 16. Juni 2020, die SRF-Direktorin, die auf dem Sender keinen Meinungsjournalismus pflegen will. Die Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli hingegen liegt als Publizistin gerne mal mit pointierten Meinungen quer; aber auch sie hat sich zur <a href="https://www.watson.ch/schweiz/srf-arena/204968556-in-der-srf-arena-zum-thema-rassismus-entlarvt-sich-trump-fan-selbst" target="_blank" rel="noopener">total gescheiterten «Arena</a>, die vier Tage vorher gelaufen war, im «Medienclub» nicht geäussert. Und genau so hielten es die anderen Diskussionsgäste. Patrik Müller, der als Chefredaktor der Zentralredaktion von CH-Media und der «Schweiz am Wochenende» und als stellvertretender publizistischer Leiter von CH-Media die rechte Richtung bestimmt. Alex Baur desgleichen, der «Weltwoche»-Redaktor, der auch zu seiner Zeitung manchmal eine kritische Meinung äussert. Medienprofessor Mark Eisenegger schliesslich, Leiter des Forschungsinstituts «Öffentlichkeit und Gesellschaft» an der Universität Zürich, hat auch an diesem Abend seine Funktion als wissenschaftlich fundierter Warner wahrgenommen.</p>
<blockquote><p>Man kennt einander und man tut einander nicht weh. Und gibt sich gegenseitig oder sich selber gute Noten.</p></blockquote>
<p>Im «Medienclub» ist man weitgehend unter sich: Journalistinnen reden mit Journalisten über Journalismus. Man kennt einander und man tut einander nicht weh. Und gibt sich gegenseitig oder sich selber gute Noten, toleriert die gewisse «Staatsnähe» der SRG – die gesetzlich vorgeschriebene «Bekanntmachungspflicht» durch den nationalen Service public –, aber auch die mediale Verstärkung des behördlichen Aufrufs «Bleiben Sie zuhause!» durch Ringier, Tamedia, CH-Media und SRG, die vom «Blick» ausgegangen war, und an der nur die «NZZ» nicht teilgenommen hatte. Die alte Tante bekam in der «Club»-Runde dafür Verständnis. Der Notendurchschnitt bei der gegenseitigen Leistungsbeurteilung landete schliesslich bei 4.9 von 6 – mit der niedrigsten Bewertung von 4 (genügend) durch Regula Stämpfli für alle und der Bestnote 6 (sehr gut) durch Alex Baur für die «Weltwoche», also für sich selber.</p>
<p>Man nahm es mit Humor und ging auch grosszügig darüber hinweg, dass der enorme Publikumserfolg von Presse, Radio, Fernsehen und Online-Angeboten nicht primär der Informationsleistung der Medien zur Corona-Krise geschuldet war, sondern zuerst dem gewaltigen Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger.</p>
<blockquote><p>Die Kritik am Totalausfall des Parlaments folgte zu spät. Hier hat der demokratische Reflex der Vierten Gewalt versagt.</p></blockquote>
<p>Aus dem Kreis der Medienschaffenden und -verantwortlichen, die sich in den Fest- und Propaganda-Reden gerne als Pfeiler der Demokratie in Szene setzen, stellte niemand die Frage, warum die Medien nach der Selbst-Entmachtung des Parlaments nicht sofort sehr viel energischer ihre Rolle als «Vierte Gewalt» in Anspruch genommen haben. Die Kritik am Totalausfall des Parlaments folgte zu spät. Hier hat der demokratische Reflex der Vierten Gewalt versagt. Es wäre die redaktionelle Pflicht gewesen, den Mächtigen von Anfang an auf die Finger zu schauen. In diesem Fall dem Bundesrat und der Verwaltung.</p>
<p>Es war ein geschlossener «Medienclub», der sich über weite Strecken den wichtigen Grundfragen nicht stellte. Es brauchte die Intervention des Medienprofessors, um daran zu erinnern, dass der Journalismus in jeder Situation die Aufgabe hat, kritische Fragen zu stellen. Mark Eisenegger bestätigte den allgemeinen Eindruck, dass die Medien im Lockdown ihre Kritikfunktion zu wenig entwickelt hatten.</p>
<p>Der «Medienclub» ist eine verdienstvolle Einrichtung. Aber als Veranstaltung der SRG ist er auch Teil des Problems. Wie die aktuelle Entwicklung um die «Arena» zeigt, müssen auch SRG-Sendungen in die radikale, kritische Diskussion einbezogen werden. Nicht aus personellen, sondern aus institutionellen Gründen stellt sich deshalb die Frage, ob die Leitung des «Medienclubs» nicht wenigstens von Fall zu Fall eine aussenstehende Person übernehmen sollte. Das müsste jemand sein mit den erforderlichen intimen Kenntnissen in Medien und Politik und der notwendigen Freiheit und Zivilcourage, um auch die Fragen zu stellen, die der alltägliche Umgang im gleichen Haus vielleicht nicht ohne Weiteres zulässt.</p>
<blockquote><p>Es war eine Steilvorlage, die ein Magazin wie die «Rundschau» hätte nutzen können, hätte nutzen müssen.</p></blockquote>
<p>Mark Eisenegger hatte das «Maskentheater» und die ungenügende Vorratshaltung von Schutzmasken als einen möglichen Gegenstand kritischer Medienarbeit ins Spiel gebracht. Aber niemand mochte so recht darauf eingehen. Dabei hätte man verweisen können auf einen <a href="https://www.srf.ch/play/tv/rundschau/video/corona---gewerbe-masken-kontroverse-lombardei?id=edd56d93-b542-4c68-964f-9fe2b0fbfba0" target="_blank" rel="noopener">einschlägigen Beitrag der «Rundschau»</a>, der sich seinerseits auf eine vorangegangene <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/niemand-traegt-die-verantwortung-in-der-pandemie-vorsorge-910684807290" target="_blank" rel="noopener">Kolumne von Rudolf Strahm im Tages-Anzeiger</a> zum Thema bezog. Strahm hatte darin die Verantwortlichen für die (mangelhafte) privat organisierte Masken-Vorsorge benannt und gleichzeitig die Systemfrage angerissen.</p>
<p>Es war eine Steilvorlage, die ein Magazin wie die «Rundschau» hätte nutzen können – ich würde sagen: nutzen müssen –, aber sie ist politisch brisant. Die Frage nach einer wirtschaftspolitischen Weichenstellung, hätte die Redaktion stellen müssen. Denn sie stellt sich immer dringender nach der ersten Coronakrise und mitten in der beschleunigten Klimakrise. Und es ist unter anderem die Frage nach der Rolle der Medien im Angesicht dieser Herausforderungen.</p>
<p>Es sind grosse Themen für einen «Medienclub», und sie verlangen freies Denken und radikale Diskussionen. Innere Freiheit mit der Bereitschaft zu einem radikalen Wandel. Das zeigt auch höchst aktuell die dramatische Suche der «Arena» nach ihrer Form und ihrem Auftrag. Die Sendung krankt ja seit ihren Anfängen an ihrem Denken in den Kategorien des Machtkampfs und der polemischen Kontroverse. Es ist eine Sendung aus der alten Fernsehwelt. Für die tiefgreifenden Krisen der Gegenwart ist sie nicht mehr tauglich: Corona, Digitalisierung, Klimawandel, Rassismus. Solche Umwälzungen in der gesamten Medienwelt und im Service public dürften – müssten! – den «Medienclub» beschäftigen, wenn das Angebot von Interesse sein soll.</p>
<blockquote><p>Einordnung heisst: Fakten sammeln, Fakten miteinander in Beziehung bringen, Fakten in ihrer Bedeutung beurteilen und daraus ein Bild der Wirklichkeit erzeugen.</p></blockquote>
<p>Der «Medienclub» hat in seiner Sendung vom Dienstag aber schliesslich doch zu seinem Thema gefunden: Einige tausend Kilometer entfernt in den USA, nach 50 Minuten Sendezeit, beim US-Korrespondenten Peter Düggeli. Moderator Franz Fischlin schaltet ihn gegen Ende der Sendung – nach 50 Minuten – in die Gesprächsrunde.</p>
<p>Düggelis Engagement gilt der Wirklichkeit, sein Job ist «Einordnung» – und das ist mehr als Meinung. Einordnung heisst: Fakten sammeln, Fakten miteinander in Beziehung bringen, Fakten in ihrer Bedeutung beurteilen und daraus ein Bild der Wirklichkeit erzeugen, das diese Wirklichkeit verständlich macht.</p>
<p>Aus dieser methodisch schon fast wissenschaftlichen Arbeit wächst zum Beispiel die Erkenntnis, dass es «Rassismus» tatsächlich gibt – nicht nur als Gefühl von Betroffenen, sondern tatsächlich als eine abwertende, diskriminierende, entmenschlichende Art des Umgangs mit anderen Menschen: Menschen anderer Hautfarbe, anderer Kultur, anderer Religion.</p>
<blockquote><p>Das wäre der angekündigte Gegenstand des «Medienclub» gewesen, an dem die Sendung über die längste Strecke vorbeigeplaudert hat.</p></blockquote>
<p>Das ist keine subjektive, beliebige Meinung. Es ist eine journalistische Tatsachenfeststellung, gewonnen aus Beobachtung, Verknüpfung und Gewichtung von Fakten. Erst danach kommt die Vielfalt der Blickwinkel auf die gleiche Wirklichkeit und die Vielfalt der Meinungen.</p>
<p>Und noch davor macht Peter Düggeli den Schritt zur «Haltung», das heisst: zu den Grundwerten, die wir teilen und nach denen wir unser Zusammenleben ausrichten: «Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit» – die französische Revolution sprach von ‹fraternité›, Brüderlichkeit, die Linke von Solidarität. Die schwarzen Amerikaner oder die Schwarzen im englischsprachigen Afrika sprechen einander häufig an als «brother» oder «sister», Bruder oder Schwester – ich mag diese Begriffe, weil sie bei aller Gleichheit und Unterschiedlichkeit die unauflösliche Zusammengehörigkeit und Gleichwertigkeit zum Ausdruck bringen.</p>
<p>Das wäre der angekündigte Gegenstand des «Medienclub» gewesen, an dem die Sendung über die längste Strecke vorbeigeplaudert hat. Ein wichtiger Gegenstand, denn an diesem journalistischen Ansatz hat sich die «Arena» vergangen. Sie hat Tatsachen und Meinungen gleichgesetzt. Sie hat nicht anerkannt, dass es nicht nur in den USA sondern auch in der Schweiz (und wohl in allen Ländern) Rassismus gibt, und dass Personen, die diesen Tatbestand nicht anerkennen, nicht in eine Sendung gehören, in der über Rassismus – möglichst klärend und für die Zukunft versöhnlich – gesprochen werden soll.</p>
<p>Das wird uns weiter beschäftigen.</p>
<p><small>Bild: Mark Vancleave/imago images</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/06/19/medienclub-zu-grosse-themen-fuer-eine-geschlossene-gesellschaft/">«Medienclub»: Zu grosse Themen für eine geschlossene Gesellschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>TV ist tot – es lebe das TV!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/08/13/tv-ist-tot-es-lebe-das-tv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Aug 2019 21:17:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Jahren wird es totgesagt, und doch sendet es immer noch: das klassische TV. Mit dem Angebot an audiovisuellen Inhalten im Internet verändert sich der Medienkonsum aber radikal. Wie lange gibt es also noch ein Publikum, das um eine bestimmte Zeit eine Sendung einschaltet? Wann ist Sendeschluss?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahren wird es totgesagt, und doch sendet es immer noch: das klassische TV. Mit dem Angebot an audiovisuellen Inhalten im Internet verändert sich der Medienkonsum aber radikal. Wie lange gibt es also noch ein Publikum, das um eine bestimmte Zeit eine Sendung einschaltet? Wann ist Sendeschluss?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/08/13/tv-ist-tot-es-lebe-das-tv/">TV ist tot – es lebe das TV!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fälscher, Fake News, Lügenpresse – wer traut den Medien noch?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/19/faelscher-fake-news-luegenpresse-wer-traut-den-medien-noch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2019 22:47:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die klassischen Medien sind unter Druck. Mit Journalismus lässt sich kaum mehr Geld verdienen. Dazu kommt ein Glaubwürdigkeitsproblem. Erst recht, seit ausgerechnet beim renommierten «Spiegel» ein Journalist aufgeflogen ist, der Geschichten erfunden hat. Was jetzt, wie das Vertrauen zurückgewinnen?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die klassischen Medien sind unter Druck. Mit Journalismus lässt sich kaum mehr Geld verdienen. Dazu kommt ein Glaubwürdigkeitsproblem. Erst recht, seit ausgerechnet beim renommierten «Spiegel» ein Journalist aufgeflogen ist, der Geschichten erfunden hat. Was jetzt, wie das Vertrauen zurückgewinnen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/19/faelscher-fake-news-luegenpresse-wer-traut-den-medien-noch/">Fälscher, Fake News, Lügenpresse – wer traut den Medien noch?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Hassliebe zwischen Sport und Medien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/12/11/die-hassliebe-zwischen-sport-und-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Dec 2018 16:33:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leistungs-Sportler gehören zu den Lieblingen der Medien. Und die Athletinnen und Athleten wiederum profitieren von der medialen Präsenz. Ihr Bekanntheitsgrad steigt, ihr Marktwert ebenfalls. Wer aber nicht liefert, verliert. In doppeltem Sinn.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/11/die-hassliebe-zwischen-sport-und-medien/">Die Hassliebe zwischen Sport und Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leistungs-Sportler gehören zu den Lieblingen der Medien. Und die Athletinnen und Athleten wiederum profitieren von der medialen Präsenz. Ihr Bekanntheitsgrad steigt, ihr Marktwert ebenfalls. Wer aber nicht liefert, verliert. In doppeltem Sinn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/11/die-hassliebe-zwischen-sport-und-medien/">Die Hassliebe zwischen Sport und Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Jungen mit Storytelling und Social Media zurückgewinnen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/10/17/was-die-jungen-wollen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2018 15:18:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=62288</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Runde mit Praktikerinnen und Forscherinnen begab sich im «Medienclub» des Schweizer Fernsehens auf die Suche nach Mitteln und Möglichkeiten, ein jüngeres Publikum für redaktionelle Medien zu begeistern; keine einfache, aber auch keine unmögliche Aufgabe. Der Schlüssel zum Erfolg, so war man sich einig, liegt in Storytelling und Social Media: das Publikum dort abholen, wo es sich aufhält, mit Formaten, die das Nutzungsverhalten auf den neuen Plattformen berücksichtigen, mit dem Ziel, die Jungen an die traditionellen Medienmarken heranzuführen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Runde mit Praktikerinnen und Forscherinnen begab sich im «Medienclub» des Schweizer Fernsehens auf die Suche nach Mitteln und Möglichkeiten, ein jüngeres Publikum für redaktionelle Medien zu begeistern; keine einfache, aber auch keine unmögliche Aufgabe. Der Schlüssel zum Erfolg, so war man sich einig, liegt in Storytelling und Social Media: das Publikum dort abholen, wo es sich aufhält, mit Formaten, die das Nutzungsverhalten auf den neuen Plattformen berücksichtigen, mit dem Ziel, die Jungen an die traditionellen Medienmarken heranzuführen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/17/was-die-jungen-wollen/">Die Jungen mit Storytelling und Social Media zurückgewinnen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zeitungskrise: Wer investiert noch in Journalismus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/30/zeitungskrise-wer-investiert-noch-in-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 21:22:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Medien-Branche ist im Umbruch. Den Verlagshäusern brechen die Werbeeinnahmen weg. Auch die Abozahlen gehen zurück. Die grossen Zeitungsverlage reagieren mit Sparrunden und bündeln die Kräfte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/30/zeitungskrise-wer-investiert-noch-in-journalismus/">Zeitungskrise: Wer investiert noch in Journalismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medien-Branche ist im Umbruch. Den Verlagshäusern brechen die Werbeeinnahmen weg. Auch die Abozahlen gehen zurück. Die grossen Zeitungsverlage reagieren mit Sparrunden und bündeln die Kräfte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/30/zeitungskrise-wer-investiert-noch-in-journalismus/">Zeitungskrise: Wer investiert noch in Journalismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Berichterstattung im Mordfall Rupperswil war «konsumentengerecht»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/24/berichterstattung-im-mordfall-rupperswil-war-konsumentengerecht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 21:30:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Journalismus oder Voyeurismus? So hat die Frage im SRF Medienclub gelautet. Die interessanten Aussagen machte ein Mann, der unversehens in die mediale Berichterstattung verwickelt wurde.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/24/berichterstattung-im-mordfall-rupperswil-war-konsumentengerecht/">Berichterstattung im Mordfall Rupperswil war «konsumentengerecht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Journalismus oder Voyeurismus? So hat die Frage im SRF Medienclub gelautet. Die interessanten Aussagen machte ein Mann, der unversehens in die mediale Berichterstattung verwickelt wurde. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/24/berichterstattung-im-mordfall-rupperswil-war-konsumentengerecht/">Berichterstattung im Mordfall Rupperswil war «konsumentengerecht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So bringt der «Medienclub» nichts</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/03/24/so-bringt-der-medienclub-nichts/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2016 15:16:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die medienkritische Sendung des Schweizer Fernsehens SRF wird ihrem Anspruch nicht gerecht. Das merkte auch der Moderator während der Sendung, schaffte es aber nicht, das Ruder herumzureissen – auch weil er selbst die Diskussion mit problematischen Interventionen unnötig anheizte. Am Dienstag war es wieder so weit. Zum zweiten Mal setzte sich Franz Fischlin die Hornbrille <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/24/so-bringt-der-medienclub-nichts/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die medienkritische Sendung des Schweizer Fernsehens SRF wird ihrem Anspruch nicht gerecht. Das merkte auch der Moderator während der Sendung, schaffte es aber nicht, das Ruder herumzureissen – auch weil er selbst die Diskussion mit problematischen Interventionen unnötig anheizte.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin.jpeg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin-300x201.jpeg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-94141" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin-300x201.jpeg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin-1024x686.jpeg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin-768x515.jpeg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin-470x315.jpeg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin-728x485.jpeg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2016/03/Medienclub_Fischlin.jpeg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Am Dienstag war es wieder so weit. Zum zweiten Mal setzte sich Franz Fischlin die Hornbrille auf und <a href="http://www.srf.ch/medien/news/medienclub-medien-in-der-fluechtlingsfrage-zwischen-verbruederung-und-fremdenhass-schueren/" target="_blank" rel="noopener">lud zum «Medienclub»</a>. Gemäss Vorschau stand eine <strong>Diskussion über die Berichterstattung zur Flüchtlingssituation</strong> in Europa auf dem Programm, inklusive selbstkritischer Reflexion über die Ablehnung, die Medien erfahren, wenn sie weit herum als «Lügenpresse» betitelt werden. So weit, so spannend.</p>
<p><iframe loading="lazy" name="Medien und Flüchtlinge: Zwischen «Verbrüderung» und «Fremdenhass»" src="https://tp.srgssr.ch/p/srf/embed?urn=urn:srf:ais:video:12b2410f-9a0d-4475-9cf4-2935652f28a2&amp;start=" height="259" width="460" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Die Realität im Studio und am Bildschirm sah dann etwas anders aus. <strong>Bereits bei der Eröffnungsfrage zeichnete sich das Debakel ab.</strong> Der Moderator wollte von den vier Gästen wissen, welche Bilder sie spontan mit dem Begriff «Flüchtlinge» assoziieren — und zwar als Mensch, als Privatperson, als Bürger und nicht als Medienschaffende, wie Franz Fischlin präzisierte. «Emma»-Verlegerin Alice Schwarzer gab auf die klare Frage eine ebenso klare und knappe Antwort: Wenn sie «Flüchtlinge» hört, sieht sie Menschen hinter Zäunen.</p>
<p>Doch bereits bei Daniel Binswanger («Das Magazin»), dem zweiten Befragten, wurde das zentrale Manko erkennbar, das später die ganze Diskussion prägen sollte: <strong>Die eingeladenen Medienleute scheiterten am geforderten Perspektiven- und Rollenwechsel</strong>, zur eigenen Berufsidentität Distanz zu gewinnen und auch als Privatperson aufzutreten und noch wichtiger: als Beobachter mit reflektierender, selbstkritischer Distanz zum eigenen Tun.</p>
<p>Anstatt es seiner Vorrednerin gleichzutun und kurz und bündig jenes Bild zu nennen, das ihm beim Stichwort «Flüchtlinge» spontan in den Sinn kommt, holte Binswanger aus, erklärte, analysierte, interpretierte, um erst auf Nachfrage des Moderators die eigentliche Frage doch noch zu beantworten —es ein Bild treibender und mitunter leerer Boote im Mittelmeer. Bei Philipp Gut (Weltwoche) und zuletzt auch Filmemacher Samir scheiterte das Vorhaben der Einstiegsfrage vollends. <strong>Beide wollten sich nur als Berufspersonen äussern</strong> und schalteten direkt in den politischen Erklärmodus.</p>
<p>Sie verweigerten sich nicht nur der geforderten persönlichen Perspektive, sondern <strong>entzogen sich auch der kritischen Selbstreflexion, indem sie <em>von</em> ihrer Arbeit sprachen und nicht <em>über</em> ihre Arbeit</strong>. Über weite Strecken der Sendung referierten die Diskutierenden, allen voran Gut und Binswanger, ihre hinlänglich aus ihren Veröffentlichungen bekannten Positionen zur Flüchtlingssituation. Einen Mehrwert mag man höchstens darin erkennen, dass für einmal Weltwoche und «Magazin» direkt aufeinanderprallten. Dazu braucht es aber keine medienkritische Sendungen. Gut und Binswanger waren beide schon Gäste in der «Arena». Dort gibt das Platz für die politische Diskussion. Entsprechend häufig intervenierte Moderator Fischlin und erinnerte seine Gäste daran, dass sie im «Medienclub» sitzen: «Ich muss Sie unterbrechen, das sind politische Ausführungen.»</p>
<p>Der Geniessbarkeit auch nicht besonders zuträglich war die mangelnde Bereitschaft der Gäste zu einem geordneten Gesprächsverlauf. Man kennt das von anderen Sendungen, aber <strong>das regelmässige Aufwallen des Wortschwalls in Richtung Unverständlichkeit</strong> nahm im «Medienclub» eine unerträgliche Dimension an. Die regelmässigem Besänftigungsversuche des Moderators zeigten nur kurzfristig Wirkung. Wäre es wenigstens richtig hoch zu und her gegangen, mit Ausfälligkeiten und Beschimpfungen, dann hätte man dem Ganzen wenigstens noch einen Unterhaltungswert abgewinnen können. <strong>So aber war es nur chaotisch. Erkenntnisgewinn gleich null.</strong></p>
<p>Kurz nach Sendungsmitte zog Medienjournalist Christof Moser bereits eine vernichtende Zwischenbilanz, die bis zum Ende Bestand haben sollte:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Eine völlig verunglückte Sendung mit einem Moderator, der dem Thema nicht gewachsen ist. <a href="https://twitter.com/hashtag/SRF?src=hash">#SRF</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/Medienclub?src=hash">#Medienclub</a></p>
<p>— Christof Moser (@christof_moser) <a href="https://twitter.com/christof_moser/status/712399230363680769">March 22, 2016</a></p></blockquote>
<p><script charset="utf-8" type="text/javascript" src="//platform.twitter.com/widgets.js" async=""></script>Auch Moderator Fischlin realisierte, dass er nicht mehr Herr der Lage war, als er in die Runde rief:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p>
&#8222;Diese Diskussion bringt dem Publikum nichts&#8220; <a href="https://twitter.com/hashtag/indeed?src=hash">#indeed</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/Medienclub?src=hash">#Medienclub</a> <a href="https://twitter.com/SRF">@SRF</a></p>
<p>— Nick Lüthi ✎ (@nick_luethi) <a href="https://twitter.com/nick_luethi/status/712399479689908224">March 22, 2016</a>
</p></blockquote>
<p><script charset="utf-8" type="text/javascript" src="//platform.twitter.com/widgets.js" async=""></script><br />
Für Irritation sorgte der Moderator indessen auch selbst mit undeutlichen und missverständlichen Positionsnahmen, mit denen er <strong>seine Rolle als Moderator kompromittierte</strong>. Zuerst kritisierte er heftig die Spezialausgabe des «Blick» vom letzten September, bei der Flüchtlinge (darunter übrigens viele mit Journalismushintergrund) das Blatt gestalteten, und fragte: «Dürfen die das?»</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p>Franz Fischlin sträuben sich die Nackenhaare, wenn Flüchtlinge den &#8222;Blick&#8220; gestalten; sei wider sein Berufsverständnis <a href="https://twitter.com/hashtag/hmm?src=hash">#hmm</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/Medienclub?src=hash">#Medienclub</a> <a href="https://twitter.com/SRF">@SRF</a> — Nick Lüthi ✎ (@nick_luethi) <a href="https://twitter.com/nick_luethi/status/712398367234646019">March 22, 2016</a></p></blockquote>
<p><script charset="utf-8" type="text/javascript" src="//platform.twitter.com/widgets.js" async=""></script>Worauf Samir entgegenhielt, was es da in Frage zu stellen gebe, wenn Flüchtlinge für einmal eine prominente Plattform erhielten, nachdem die Medien Sie sonst nur als Objekte wahrnähmen. Alice Schwarzer sekundierte: «Das ist doch eine gute journalistische Idee. Was gibt es dagegen zu sagen?» Und Daniel Binswanger fand es gar eine «brilliante Idee», für einmal die Betroffenen reden zu lassen, relativierte aber die Leistung mit Verweis auf die damals unstete und in alle Richtungen emotionalisierende Flüchtlingsberichterstattung des «Blick». Die sich anbahnende Diskussion über die Zeitung klemmte Fischlin dann aber ab, mit dem Verweis auf die Nicht-Anwesenheit von «Blick»-Verantwortlichen—nachdem er selbst das Thema in die Runde geworfen hatte.</p>
<p><strong>Ein weiteres Mal setzte sich der Moderator in die Nesseln</strong>, als er im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris einen direkten Konnex schuf zwischen den islamistischen Attentätern und den Flüchtlingen, die jetzt nach Europa kommen. Er sagte dies nicht etwa in der Absicht, um diese Verknüpfung, die Rechtsparteien und ihnen wohlgesinnte Medien gerne verbreiten, zu denunzieren, sondern affirmierend als seine eigene Wahrnehmung. Damit brachte Fischlin zuerst Samir und dann Alice Schwarzer gegen sich auf, die empört entgegnete: «Sie bringen etwas ganz unzulässig durcheinander!» Das Zurückrudern wollte Fischling nicht so recht gelingen, trotz erhobenem Zeigefinger und dem Hinweis, er habe nicht die Attentäter mit Flüchtlingen gleichgesetzt, sondern sagen wollen, dass sie auch die Fluchtroute genutzt hätten bei ihrer Rückkehr nach Europa. Schwarzer nannte das «Haarspalterei». Und: «Die islamistische Terroristenszene (…) hat es nicht nötig, weitere Täter zu importieren. Die sind schon längst alle da. Und die gefährlichsten sind bei uns geboren.» So weit, so schlecht.</p>
<p><strong>Spätestens jetzt wäre eigentlich Übungsabbruch angezeigt gewesen</strong>, fanden wohl nicht wenige der wenigen Zuschauer.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p>
<a href="https://twitter.com/hashtag/srfmedienclub?src=hash">#srfmedienclub</a> bis zur hälfte nachgeschaut. Aber es reicht jetzt. MEDIENclub?</p>
<p>— Roland Wyss-Aerni (@rolandwyss) <a href="https://twitter.com/rolandwyss/status/712748460756353026">March 23, 2016</a>
</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en"><p>
Böser Verdacht. Die paar Twitterer hier sind die einzigen Zuschauer des <a href="https://twitter.com/hashtag/srfmedienclub?src=hash">#srfmedienclub</a> . — Marco Boselli (@BoselliMarco) <a href="https://twitter.com/BoselliMarco/status/712399422764818434">March 22, 2016</a>
</p></blockquote>
<p><script charset="utf-8" type="text/javascript" src="//platform.twitter.com/widgets.js" async=""></script><br />
Aber die Sendung dauerte noch einmal geschlagene vierzig Minuten. Wer es bis zum bitteren Ende aushielt, konnte sich danach <strong>einen Orden anheften für das tapfere Erdulden einer — leider nicht einmaligen — programmlichen Entgleisung</strong> im «Medienclub». Zur partiellen Ehrenrettung trugen immerhin die Einspieler der Korrespondenten in Grossbritannien, Frankreich, Griechenland und Deutschland bei, die kurz die Berichterstattung zur Flüchtlingssituation in ihren jeweiligen Ländern referierten. Aber das waren nur sieben von insgesamt 77 Sendeminuten.</p>
<p>Bereits die <a href="http://www.srf.ch/sendungen/club/ohnmaechtige-vierte-gewalt-wenn-das-publikum-die-medien-dirigiert" target="_blank" rel="noopener">erste Ausgabe des neuen Formats</a> im vergangenen November war kein Highlight und litt an zu viel Insider-Geplauder, dem der gemeine Medienkonsument nur schwerlich folgen konnte. Es ging um Online-Kommentare und die Frage, ob sich die Medien zu stark von solchen Publikumsäusserungen beeinflussen liessen. Nur dank dem Schriftsteller und Kolumnisten Pedro Lenz, der das Gesagte der Medienleute immer wieder in Alltagssprache übersetzte, konnte man der Diskussion einigermassen folgen. Ansonsten blieb auch damals der Selbstreflexionsgrad der Beteiligten und der daraus resultierende medienkritische Erkenntnisgewinn gering.</p>
<p>Nun könnte man einwenden, es sei zu früh, nach nur zwei Sendungen «Medienclub» eine Bilanz zu ziehen, das Format brauche Zeit um sich entwickeln zu können. Das stimmt zwar. Aber genauso lassen sich bereites heute strukturelle Schwächen erkennen: <strong>Öffentlich über die eigene Arbeit nachzusinnen, fällt Medienschaffenden offensichtlich schwer</strong>. Vielleicht aus der (falschen) Furcht, Selbstkritik könnte als Schwäche ausgelegt werden, vielleicht auch, weil die Übung und die Gefässe dafür ausserhalb des Informellen fehlen. Das macht es für die Redaktion nicht einfach, geeignete Gäste zu finden. Genauso problematisch erwies sich aber – zumindest in der zweiten Sendung – die Leistung des Moderators. Mit seinen zweifelhaften Interventionen heizte er das Diskussionsklima unnötig an, das er dann mehr schlecht als recht wieder zu beruhigen vermochte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/24/so-bringt-der-medienclub-nichts/">So bringt der «Medienclub» nichts</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Auswege aus der Klickfalle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 10:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Analytics]]></category>
		<category><![CDATA[Chartbeat]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Metrics]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzungszahlen]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Pedro Lenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Blau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch immer gilt der Klick, also der einzelne Zugriff, als zentrale Kenngrösse für den Erfolg eines redaktionellen Angebots. Klicks werden meist mit den Interessen des Publikums gleichgesetzt, und haben doch mit Aufmerksamkeit nur wenig zu tun. Inzwischen werden Alternativen entwickelt und gefordert. Am Ende muss aber trotz – vermeintlich umfassender – Messbarkeit die journalistische Kompetenz <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch immer gilt der Klick, also der einzelne Zugriff, als zentrale Kenngrösse für den Erfolg eines redaktionellen Angebots. Klicks werden meist mit den Interessen des Publikums gleichgesetzt, und haben doch mit Aufmerksamkeit nur wenig zu tun. Inzwischen werden Alternativen entwickelt und gefordert. Am Ende muss aber trotz – vermeintlich umfassender – Messbarkeit die journalistische Kompetenz entscheiden, was veröffentlicht wird.<br />
<span id="more-26263"></span></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was haben wir uns vom <a href="https://medienwoche.ch/tag/journalismus-im-internet/"><strong><big>Journalismus<br />
im Internet</big></strong></a> versprochen &#8211; und was wurde bisher eingelöst? Sind Printmedien tatsächlich tot oder stehen sie vor einem Comeback? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie die <strong>Veränderungen des Journalismus</strong> durch das Internet.</div>
<p>Wie unkritisch Klickzahlen als Qualitätsmerkmal eines journalistischen Angebots verwendet werden, illustrierte jüngst der Schriftsteller Pedro Lenz im <a href="http://www.srf.ch/sendungen/club/ohnmaechtige-vierte-gewalt-wenn-das-publikum-die-medien-dirigiert" target="_blank">Medien-«Club» von TV SRF</a>. Als Rückmeldung auf seine «Blick»-Kolumne habe sich mit dem zuständigen Redaktor folgender Dialog abgespielt: «Hey Lenz, gestern, ist sehr gut gewesen. Hab ich gesagt: Hast du’s gelesen, hast du’s gut gefunden? Er hat’s nicht gelesen. Aber er hat gesehen an der Statistik, 1000 Klicks mehr als die Woche vorher.»</p>
<p>Obwohl die beschränkte Aussagekraft des Klicks weithin bekannt ist, gilt der simple Zugriff weiterhin als relevante Messgrösse. Redaktionen können aber nicht nur die Klicks nachvollziehen, sondern auch die genaue Verweildauer eines Lesers. Wie lange schaut sich jemand einen bestimmten Beitrag an, wie weit scrollen sich Leser durch den Beitrag?</p>
<p>Viele Beiträge werden bereits <a href="http://time.com/12933/what-you-think-you-know-about-the-web-is-wrong/" target="_blank">nach wenigen Sekunden</a> wieder verlassen. Anklicken heisst also nicht Lesen. Das wissen die meisten Redaktionen durch ihre eigenen Datenanalysen. Dennoch werden grosse Zugriffszahlen meist mit Lesernähe und den Wünschen des Publikums gleichgesetzt. Auch die Diskussion im «Medienclub» mündete überwiegend in der These, dass das Publikum die Inhalte diktiere, die die Medien veröffentlichen. Diese Annahme verdeckt, dass es eigentlich nur um ökonomische Interessen geht: Möglichst hohe «page views» und «unique visits» zahlen sich bei den Werbekunden aus.</p>
<p>Dabei weiss auch die Werbebranche inzwischen nur zu genau, dass Klicks mit Aufmerksamkeit wenig zu tun haben. Werbekunden müssen bisher auch für jene Nutzer mitbezahlen, die die geschaltete Werbung gar nicht wahrgenommen haben können. Entsprechend gross ist immer noch die Skepsis, ob sich Online-Werbung wirklich lohnt. Im Vergleich zu Printprodukten wird daher auch weniger bezahlt. Zugleich wird zunehmend <a href="http://www.iab.it/wp-content/uploads/2015/05/iab-europe-viewable-impressions-white-paper-feb-2015.pdf" target="_blank">nach neuen Standards</a> gesucht, die ein Mindestmass an Aufmerksamkeit für Online-Werbung sicherstellen.</p>
<p>Vereinzelt gehen Medien nun auf diesen Bedarf ein. Im Mai dieses Jahres gab die «Financial Times» eine zusätzliche Werbewährung bekannt: <a href="http://aboutus.ft.com/2015/05/18/financial-times-rolls-out-cost-per-hour-advertising-metric/#axzz3sUa3GLyV" target="_blank">«Cost per hour»</a>. Hierbei soll kein Werbekunde mehr für Zugriffe bezahlen, die weniger als fünf Sekunden andauern. Durch Testreihen hat die FT belegt, dass diese garantierte Verweildauer auch eine stärkere Werbewirkung zur Folge hat. Werbekunden zahlen für diese Währung etwas mehr als für Klickzahlen, wissen aber zugleich, worin sie investieren. Zugegeben: Fünf Sekunden erscheinen immer noch recht wenig. Aber im Prinzip wird mit solchen Währungen auch der Druck auf Redaktionen und Journalisten geringer, mit allen denkbaren Mitteln eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen. Stattdessen wird die Erstellung von Inhalten motiviert, die in den Augen ihrer Leser eine lohnenswerte Lektüre sind.</p>
<p>Wer sind die Leser eigentlich? Lange Zeit dachte man, dass mehr Nutzungsdaten auch zu einem <a href="http://de.ejo-online.eu/digitales/die-klickzahlen-falle" target="_blank">genaueren Bild über die Leser</a> führen. Die ungeheure Datenfülle und das beständige Streben nach Reichweitenoptimierung, die mit dem Online-Journalismus entstanden sind, haben die Konturen der eigenen Zielgruppe aber eher verschwimmen lassen. Ein potentieller Nutzer ist nun jeder, der im Netz irgendetwas sucht. Redaktionen passen ihre Berichterstattung in Themenauswahl und Gestaltung an jene Trends an, die sich in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen abzeichnen. Dabei verlieren die redaktionellen Relevanzkriterien und die Erwartungen der regelmässigen Nutzer an Gewicht.</p>
<p>Zahlt sich diese Anpassung an Klick-Trends auf Dauer wirklich aus? <a href="http://lp.chartbeat.com/rs/062-HAC-076/images/attention_white_paper.pdf" target="_blank">Datenanalysen in einem White Paper von «Chartbeat» zeigen</a>, dass zwei Drittel aller Nutzer, die auf einen Beitrag stossen, die Website innerhalb der nächsten 30 Tage nicht wieder besuchen. Klickoptimierte Artikel haben also einen kurzfristigen Effekt, aber tragen langfristig kaum zur Gewinnung und Bindung neuer Leser bei. Sie tragen eher die Gefahr in sich, dass die Kernleserschaft in ihren Erwartungen enttäuscht wird. Und sich, <a href="http://jou.sagepub.com/content/14/6/754" target="_blank">wie in einer Studie</a>, fragt: «Was sind das für Meldungen? Sind das wirklich die wichtigsten Nachrichten des Tages?».</p>
<p>Die Bedeutung der Kernleserschaft sollte nicht unterschätzt werden. In der <a href="http://www.ard-werbung.de/media-perspektiven/publikationen/fachzeitschrift/2015/artikel/nachrichtenrezeption-im-internet/" target="_blank">«ARD/ZDF-Onlinestudie 2014»</a> sagt die Hälfte aller Befragten, dass sie sich im Internet auf die Nachrichtenauswahl weniger Anbieter verlassen. Nutzer, die eine Nachrichtenseite direkt ansteuern, verweilen überdurchschnittlich lange, schauen sich viele Beiträge an und kommen regelmässig wieder, wie eine <a href="http://www.journalism.org/files/2014/03/SocialSearchandDirect_PathwaystoDigitalNews.pdf" target="_blank">Studie des «Pew Research Center»</a> nachweist. Sie zeigen ein deutlich anderes Nutzungsverhalten als jene Nutzer, die über soziale Netzwerke und Suchmaschinen auf die eigene Seite gelangen.</p>
<p>Manchen Vertretern der Medienbranche ist die stärkere Berücksichtigung der Aufmerksamkeit und Loyalität der Nutzer noch nicht genug. <a href="https://medium.com/@wblau/now-what-journalism-needs-new-metrics-a27b44435138#.j4a9fkh7s" target="_blank">«Now what?» fragt Wolfgang Blau</a>, bis November 2015 Direktor für Digitalstrategie des «Guardian». Es bräuchte eine Metrik, die noch viel mehr messe. Vor allem die Wirkungen, die aus der Nutzung hervorgehen: Sucht der Nutzer anschliessend nach weiteren Artikeln oder Büchern zum Thema? Wird er politisch aktiv oder ändert er seine Wahl- und Konsumentscheidungen? Damit schiesst Blau weit übers Ziel hinaus. Solche Fragen können selbst durch intensive Forschung kaum ausreichend geklärt werden und taugen entsprechend nicht für eine standardisierte Messung. Davon ab: Wollen wir uns von jeglicher Form des Datenschutzes verabschieden und braucht der Journalismus solche Daten wirklich? Der «Guardian» ist hier pragmatischer als es den Anschein hat. Wichtigster Massstab sind trotz Blaus Visionen derzeit <a href="http://venturebeat.com/2015/07/03/ophan-inside-the-guardians-data-driven-newsroom/" target="_blank">immer noch die «page views»</a>.</p>
<p>Auswege aus der Klickfalle bieten bereits jene vorliegenden Messungen, die über die blossen Klicks hinausgehen. Die Verweildauer auf der eigenen Website ist auch deshalb ein wichtiger Massstab, weil manche Leser sich hier einen raschen Überblick über die neuesten Meldungen verschaffen. Sie <a href="http://onlinejournalismblog.com/2014/09/10/research-news-consumption-sharing-searching-liking-watching-reading-listening/" target="_blank">überfliegen alle Schlagzeilen und Teaser</a> und profitieren in aller Kürze von der Themenvielfalt des Angebots. Solche Nutzungsweisen gab und gibt es auch bei den gedruckten Zeitungen. Sie können durch Klickzahlen jedoch nicht eingefangen werden.</p>
<p>Der wichtigste Ausweg aus der Klickfalle ist allerdings die Reflexion darüber, was Klickzahlen uns nicht sagen und mit welchen Fragen sie uns alleine lassen. Klicks sind zu einer eigenen Wirklichkeit geworden, deren Hinterfragung wir mit der Zeit vergessen haben. Können und sollten beispielsweise die Nutzungszahlen eines «Tages-Anzeigers» mit jenen von «Blick» und «Watson» verglichen werden? Sind die Klicks verschiedener Themenbereiche wirklich miteinander vergleichbar? Welchen genauen Einfluss macht die jeweilige Platzierung eines Artikels aus? Gibt es einen aussagekräftigen Unterschied zwischen 23&#8217;000 oder 27&#8217;000 Zugriffen? Wie bewerten Nutzer einen Beitrag konkret, was fällt positiv und was negativ auf?</p>
<p>Klickzahlen können einem Journalisten nur schwerlich zeigen, ob er etwas falsch oder richtig gemacht hat. Und auch die Verweildauer liefert nicht alle Antworten. Wäre dies möglich, wäre die journalistische Profession verzichtbar, denn Auswahlentscheidungen an Hand von blossen Zahlen kann auch eine Software leisten. Aber das Bewusstsein für journalistische Qualität und die Erwartungen der Nutzer kann etwa durch gemeinsame Diskussionen zwischen Journalisten und ihren Lesern geschärft werden. Grundsätzlich sollten Nutzer darin vertrauen können, dass nicht aggregierte Nutzungsdaten, sondern journalistische Kompetenz darüber entscheidet, was eine Nachricht ist und zum gesellschaftlich relevanten Geschehen gehört.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/11/28/auswege-aus-der-klickfalle/">Auswege aus der Klickfalle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Katastrophen und Kriege – was dürfen Bilder zeigen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/04/katastrophen-und-kriege-was-duerfen-bilder-zeigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 10:11:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Der Club]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Medien im Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=574</guid>

					<description><![CDATA[<p>Entstellte Körper, Soldaten mit Puppen, Leichenteile. Der Flugzeugabschuss über der Ukraine schockierte die Menschen &#8211; die Bilder der Katastrophe ebenso. Welche sind voyeuristisch und verletzend? Sensationslust, Informationspflicht und Menschenwürde stehen auf dem Prüfstand – auch im «Medienclub».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Entstellte Körper, Soldaten mit Puppen, Leichenteile. Der Flugzeugabschuss über der Ukraine schockierte die Menschen &#8211; die Bilder der Katastrophe ebenso. Welche sind voyeuristisch und verletzend? Sensationslust, Informationspflicht und Menschenwürde stehen auf dem Prüfstand – auch im «Medienclub».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/04/katastrophen-und-kriege-was-duerfen-bilder-zeigen/">Katastrophen und Kriege – was dürfen Bilder zeigen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Terror-Videos: Bedenken, aber keine Grenzen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Kübler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2013 13:55:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Rolf Cavalli]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Stark]]></category>
		<category><![CDATA[Der Club]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Stadler]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Diskussionsrunde im ersten «Medienclub» des Schweizer Fernsehens suchte nach Antworten auf die Frage, wie die Massenmedien mit Terrorbildern umgehen sollten. Im Ergebnis scheint fast alles möglich zu sein. Auf Regelwerke, wie sie etwa der Presserat oder publizistische Leitlinien bieten, haben die Medienprofis kaum verwiesen. Man möchte offenbar lieber referenzfrei entscheiden und publizieren. «Sind Medien <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/">Terror-Videos: Bedenken, aber keine Grenzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussionsrunde im ersten «Medienclub» des Schweizer Fernsehens suchte nach Antworten auf die Frage, wie die Massenmedien mit Terrorbildern umgehen sollten. Im Ergebnis scheint fast alles möglich zu sein. Auf Regelwerke, wie sie etwa der Presserat oder publizistische Leitlinien bieten, haben die Medienprofis kaum verwiesen. Man möchte offenbar lieber referenzfrei entscheiden und publizieren.<br />
<span id="more-14396"></span><br />
<a href="http://www.srf.ch/sendungen/club/medienclub-sind-medien-terrorhelfer" target="_blank"> «Sind Medien Terrorhelfer?»</a>: Der <a href="http://www.srf.ch/medien/news/medienclub-zur-rolle-der-medien-beim-attentat-von-london/" target="_blank">erste «Medienclub»</a> vom letzten Dienstag thematisierte die Fragen, ob und wie Medien das dramatische Videomaterial veröffentlichen sollen, das den Täter nach der kürzlichen Ermordung eines englischen Soldaten in London zeigt. Der Attentäter hatte einen Passanten am helllichten Tag auf offener Strasse aufgefordert zu filmen – ein für Europa neuartiger und verstörender Auswuchs von Terrorismus.</p>
<p>Die Teilnehmer der von Karin Frei geleiteten Diskussionsrunde waren drei Chefredaktoren (Rolf Cavalli, Patrik Müller und Diego Yanez), zwei Vertreter von Ausbildung und Wissenschaft (Alexandra Stark und Vinzenz Wyss), sowie ein Medienjournalist (Rainer Stadler).</p>
<p>Sie vertraten folgende Positionen:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Vinzez Wyss (ZHAW)</strong> erwartet von den Medien ein regelbasiertes und reflektiertes Vorgehen mit Berücksichtigung der Gefahr, vom Terrorismus instrumentalisiert zu werden. Die Thematik und die erforderliche Sensibilität sind lange bekannt. Die Redaktionen haben dies zu wissen und im Rahmen ihrer Prozesse zu organisieren.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Alexandra Stark (MAZ)</strong> möchte die Journalistinnen und Journalisten sensibilisieren. Es braucht ein Gespür, wann ein Problemfall vorliegt. Dieser lässt sich dann zwar nicht mit starren Regeln, aber mit bewährten Instrumenten lösen. Die Bedeutung des Journalismus liegt gerade nicht in der 1:1-Weitergabe einer Quelle.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Rainer Stadler (NZZ)</strong> ist dagegen, dass Medien gefilmte Taten und Rechtfertigungen von Terroristen veröffentlichen. Journalismus setzt ein Selbstverständnis voraus, dass man sich nicht instrumentalisieren lässt. Was andere Medien publizieren, spielt keine Rolle. Wenn schon, dann lässt sich solch ein Vorgang in distanzierter Form über Text abbilden.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Diego Yanez (SRF)</strong> beschreibt die Entscheidung seiner Redaktion in Schritten: Zeigen wir das ganze Video? Nein. Sprachrohr sein für den terroristischen Rechtfertigungsversuch? Nein. Weglassen des Videos oder Ausschnitt zeigen? Wir zeigen 7 Sekunden. Die umfangreichen <a href="http://www.srgssr.ch/fileadmin/pdfs/Publizistische%20Leitlinien%20SRF.pdf">publizistischen Leitlinien</a> der SRG hingegen spielten hier keine Rolle</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Patrick Müller (Schweiz am Sonntag)</strong> zweifelt zwar das Argument an, man dürfe publizieren wenn es andere tun, doch er findet auch die Verzichtsdiskussion heuchlerisch, weil solche Videos ja im Internet leicht auffindbar seien. Medienprodukte dürfen differenziert sein: Blick zeigt das Video und die NZZ unterlässt die Veröffentlichung.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Rolf Cavalli (Blick-Gruppe)</strong> setzt sein eigenes journalistisches Gespür ins Zentrum. Journalismus zeigt was ist, er möchte die Leser nicht bevormunden. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass ein einzelnes Medium einen Einfluss auf die Verbreitung des Terrorismus habe. Auch ein Boulevardmedium ordnet ein, was gezeigt wird.</span></li>
</ul>
<p>Das Sendeformat «Club» ist ein mögliches Gefäss für diese Diskussion, aber nicht das zwingende. Ein redaktionell betreutes Medienmagazin hätte dem Zuschauer rascher und deutlicher zeigen können, um welche beruflichen und moralischen Themen es geht: Gewaltbilder und Terrorbotschaften. Wie sollen Massenmedien auf ihren Plattformen schockierendes Laienmaterial verwenden, das im Umfeld von terroristischen Straftaten entstand?</p>
<p>Es geht nicht um den Kern des Journalismus, nicht um die individuelle Recherche, die Publikation meinungsbildender Inhalte oder das Verhältnis zu den Betroffenen (Stichwort Persönlichkeitsschutz). In Frage steht die Verbreitung einer vom Handy eines zufällig Beteiligten gefilmten Szene, welcher sich im Umfeld einer Gewalttat abspielte und die von einem Attentäter ausgestossene aggressive Botschaft enthält. Entsprechend kreisen die Fragen um die Publikation von Schockbildern und um die mediale Verstärkung von Terror und Kriminalität.</p>
<p>Zu Schockbildern hat sich der Presserat nach dem Tod von Prinzessin Diana geäussert und dabei zwar nicht genau den vorliegenden Fall, aber doch die Konstellation miterfasst (<a href="http://www.presserat.ch/10890.htm" target="_blank">Stellungnahme 2/98</a> vom 20. Februar 1998 zum Umgang mit Schock- und People-Bildern). Diese Stellungnahme wurde im «Medienclub» nicht genannt und scheint auch in der Abwägung auf den Redaktionen keine Rolle gespielt zu haben. Allein Vinzenz Wyss erwähnte beiläufig den Presserat.</p>
<p>Dass Medien zu Gehilfen von Terroristen werden, war das zweite und hauptsächliche Thema des «Medienclubs». Die Teilnehmer schienen paralysiert durch die Kontroverse,</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">dass ein Verbreiter des Videos automatisch die Absicht des Attentäters unterstützt, der sein Tun auf eine Medienöffentlichkeit angelegt hatte (Stadler) – was stimmt, und</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">dass es für den Terrorismus keinen Unterschied macht, ob ein einzelnes Medium neben vielen anderen Kanälen das Video auch noch zeigt (Cavalli) – das stimmt auch.</span></li>
</ul>
<p>Dass beide Feststellungen zutreffen, ändert nichts an der Bedeutung der Kontroverse, sondern zwingt im Gegenteil dazu sie zu führen. Stadler ist zu entgegnen, dass dem missliebigen Interesse eines Attentäters andere Interessen gegenüberstehen könnten, die in einem Bildmedium für die Bearbeitung und Publikation des Videos sprechen: Authentizität und Dokumentation der Berichterstattung, Abschreckung und Warnung der Bevölkerung und der Institutionen, Ermöglichung einer emotionalen Anreicherung der Berichterstattung (es ist ein Unterschied, ob man vom Attentäter liest oder ob man ihn sieht). Ob diese und weitere Gründe genügen, ist die Abwägungsaufgabe. Abwägung drückt sich nicht in markigen Sprüchen aus, sondern in einem Dialog und in der Suche nach Alternativen und Varianten, was man tun könnte – und vor allem wie. Rolf Cavalli von der «Blick»-Gruppe hält seine Medienfreiheit und eigene Einschätzung entgegen und nennt dies «Verantwortung». Weshalb die Leser seiner Publikationen das uneditierte Videoclip aber zu sehen brauchen, erklärt er während der ganzen Sendung nicht.</p>
<p>Niemand in der Runde nahm Vinzenz Wyss’ Forderung auf, dass Medienunternehmen Regeln und Kriterien für solche Fälle bekanntmachen und deren Anwendung organisieren sollten. Man möchte lieber referenzfrei entscheiden und publizieren. Dass hier die Verantwortung verbannt wird, die man selber beansprucht, wird kaum erkannt. Verantworten heisst Antwort geben und Konsequenzen tragen, wenn man Fehler macht – und zwar in den Augen anderer oder im Rahmen einer transparenten Selbstverpflichtung, nicht nach eigener Gerechtigkeit.</p>
<p>Setzt die Verantwortung erst dann ein, wenn die eigene Publikation direkten Schaden anrichtet und einen weiteren Attentäter zu einem Mord anstiftet, so kann einem Phänomen wie dem Rudeljournalismus nicht begegnet werden. Dieser besteht darin, dass sich Medien in ein gleichförmiges Verhalten einordnen und als amorphe Gruppe ein Problem schaffen, das die einzelne Publikation nicht zu bewirken vermag. Der Presserat hat solchen Rudeljournalismus als mediale Hetze gegen einen Prominenten abgelehnt, ohne den einzelnen Medienschaffenden direkt zu rügen (<a href="http://www.presserat.ch/28530.htm" target="_blank">Stellungnahme 58/2010</a>: Schutz der Privatsphäre von Boulevardprominenten, Medienhypes etc.): Journalismus in der Kollektivhaftung.</p>
<p>Es ist offensichtlich, dass die Medien als Ganzes den zynischen Absichten eines Attentäters wie jenem von London zudienen. Doch in erster Linie verursachen die Bilder Abscheu. Die Medienrunde konnte abschliessend nicht beantworten, ob Videofilme von Attentätern und Terrorakten in den Massenmedien gezeigt werden sollen. Oberflächlich blieb die Diskussion zwischen den Polen «Bevormundung des Lesers» (Cavalli) und «Selbstverständnis des Journalisten» (Stadler) hängen.</p>
<p>Einige TV-Stationen haben zuerst das ganze Video gezeigt, später nur noch Ausschnitte und präparierte Fassungen. Dieses Vorgehen bringt die wahren Gründe für die rasche Verbreitung ans Licht: Schnell dabeisein, nichts verpassen. Und es legt offen, dass man vorsichtiger wird und werden sollte, wenn man etwas Zeit hat. Es wird wirksamere Ausgaben des «Medienclubs» brauchen, damit sich die Redaktionen beim nächsten Ereignis vergleichbaren Ausmasses diese Zeit nehmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/">Terror-Videos: Bedenken, aber keine Grenzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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