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	<title>Mediengeschichte | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 18 Nov 2020 10:44:05 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Die dunkle Vergangenheit von Social Media</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/28/die-dunkle-vergangenheit-von-social-media/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2017 07:42:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im April des Jahres 2016 gab Mark Zuckerberg bekannt, dass Facebook seinen nahezu zwei Milliarden Benutzern die Möglichkeit des Livestreams von Inhalten zur Verfügung stellt – von Alltagserfahrungen bis hin zu bedeutsamen, einschlägigen Ereignissen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im April des Jahres 2016 gab Mark Zuckerberg bekannt, dass Facebook seinen nahezu zwei Milliarden Benutzern die Möglichkeit des Livestreams von Inhalten zur Verfügung stellt – von Alltagserfahrungen bis hin zu bedeutsamen, einschlägigen Ereignissen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/28/die-dunkle-vergangenheit-von-social-media/">Die dunkle Vergangenheit von Social Media</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Von der gedruckten zur digitalen Vielfalt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/03/29/von-der-gedruckten-zur-digitalen-vielfalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2016 07:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis vor noch nicht allzu langer Zeit galten die Sonntagszeitungen als letzte Bastion der gedruckten Presse. Doch nun erodiert auch diese deutlich. Ein Blick zurück von der digitalen Gegenwart in die Gründungszeiten zeigt eine ungekannte Vielfalt an sonntäglichem Zeit(ungs)vertrieb. Unser Kolumnist hat sich im gut dokumentierten Archiv seines Vaters umgesehen. Es gab eine Zeit, da <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/29/von-der-gedruckten-zur-digitalen-vielfalt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis vor noch nicht allzu langer Zeit galten die Sonntagszeitungen als letzte Bastion der gedruckten Presse. Doch nun erodiert auch diese deutlich. Ein Blick zurück von der digitalen Gegenwart in die Gründungszeiten zeigt eine ungekannte Vielfalt an sonntäglichem Zeit(ungs)vertrieb. Unser Kolumnist hat sich im gut dokumentierten Archiv seines Vaters umgesehen.<br />
<span id="more-27057"></span><br />
Es gab eine Zeit, da verbrachte ich den Sonntag vor allem mit Zeitunglesen: ich stürmte frühmorgens den Kiosk meines Vertrauens, packte drei oder vier Sonntagszeitungen unter den Arm und verdrückte mich ins nächste Café. Dann schüttelte ich die Beilagen aus den Blättern, filetierte die einzelnen Bücher und gab mich der Lektüre hin. Gerne bis in den Nachmittag hinein, gerne ungestört.</p>
<p>Diese Zeiten sind vorbei. Heute lasse ich lesen. Mindestens drei News-Portale bieten ausführliche Presseschauen, ich weiss schon vor dem Frühstück, was geht. Ein Blick in die Timeline von Facebook und Twitter genügt – und ich spare mir den Gang an den Kiosk. Beispiele? Das grosse <a href="http://www.blick.ch/sport/rad/cancellara-auf-abschiedstour-vor-leben-ohne-radsport-habe-ich-respekt-id4850057.html" target="_blank">Interview mit Fabian Cancellara</a> über seine letzte Saison im Sonntagsblick – online gelesen. Die <a href="http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/medien/tamedia_kein_bonus_fuer_leser/" target="_blank">scharfe Kritik von Christof Moser</a> am 6-Milionen-Bonus von Tamedia-Tonini in der Schweiz am Sonntag – frühmorgens auf Twitter rauf und runter geteilt. Die Credit Suisse, die 3,2 Milliarden für externe Berater zahlt – <a href="http://sonntagszeitung.ch/read/sz_27_03_2016/nachrichten/Credit-Suisse-zahlt-3-2-Milliarden-Franken-fuer-externe-Berater-59699" target="_blank">eine Geschichte aus der «Sonntagszeitung»</a> vom Ostersonntag – genau so.</p>
<p>Ein Blick in die MACH Basic-Studie 2015-2 zeigt: immer mehr lesen am Sonntag kein bedrucktes Papier mehr. Innerhalb eines Jahres haben alle grossen Sonntagstitel zwischen 4000 (NZZaS) und 28000 Leser (SoBli) verloren. Tendenz: steigend.</p>
<p>Zahlen, die den Verlegern den Angstschweiss auf die Stirn treiben. War die Sonntagspresse doch lange Zeit der Musterschüler im erodierenden Zeitungsmarkt, der umworbene Kanal der Werbewirtschaft. Wie es dazu kam – ein Blick zurück in die Anfänge der Schweizer Sonntagspresse offenbart Erstaunliches.</p>
<p>Wussten Sie, dass 1862 mit dem Appenzeller Sonntagsblatt die erste Sonntagszeitung der Schweiz erschien – aber nicht am 7. Tag der Woche, sondern an einem Samstag! Im selben Jahr belebten mit der «Schweizerischen Sonntags-Zeitung» und der Tribune Dimanche gleich zwei weitere Printtitel den Sonntag. 1889 ging der Huber-Verlag in Frauenfeld mit dem Sonntags-Blatt der Thurgauer Zeitung auf Leserfang. Die Zeitung umfasste acht Seiten Text, Inserate gab es keine.</p>
<p>80 Jahre und ein paar versprengte Versuche später erschien die erste Ausgabe des Sonntagsblick – mit einer Fussball-Schlagzeile: «Basel in der letzten Minute gerettet – 2:2 gegen Sion.» Am 23. März 1969 im Tabloid-Format gestartet, wechselte der SoBli noch im selben Jahr zum Broadsheet, kehrte aber 1976 zum kleinen Format zurück. Das Blatt aus dem Haus Ringier entwickelte sich fulminant und lag nach wenigen Jahren bei weit über 200&#8217;000 verkauften Exemplaren (beglaubigte Auflage heute: 179&#8217;586). Spezielle Ereignisse liessen den Verkauf jeweils sprunghaft ansteigen. So setzte das Blatt zum Tod von Romy Schneider am 30. Mai 1982 300&#8217;000 Exemplare ab. Der Sonntag als neuer Lesertag war definitiv lanciert.</p>
<p>In den folgenden Jahren schossen neue Sonntagsblätter wie Pilze aus dem Boden – das Sonntags-Journal (Jean Frey Verlag), das Sonntagsblatt des St. Galler Tagblatts, die Basler Zeitung am Sonntagabend oder die Sonntagszeitung der Berner Zeitung überlebten aber nur wenige Jahre.</p>
<p>1986 taten sich sechs Deutschschweizer Verlage zusammen und lancierten das Neues Sonntags-Blatt, von Viktor Giacobbo als die «Zeitung mit dem Sack am Ständer» verhöhnt. Die Zeitung konnte an 1600 Verkaufständern aus einem Plastiksack gefischt werden; dass jede dritte Zeitung gestohlen wird, hatten die Verleger im Budget eingerechnet. Das Blatt blieb mit rund 100&#8217;000 Exemplaren weit hinter den Erwartungen; der Schnellschuss, als Antwort auf die angekündigte SonntagsZeitung aus dem Haus Tamedia lanciert, verschwand Ende 1987 wieder vom Markt. Die Konkurrenz kommentierte bitterbös: «Sie tanzte nur einen Sommer“.</p>
<p>Zwischen 1987 und 2013 wurden in der Deutschschweiz nicht weniger als zehn neue Sonntagsblätter lanciert – fünf haben überlebt: Die SonntagsZeitung, die erste abonnierte SonntagsZeitung der Schweiz; die NZZ am Sonntag, die Zentralschweiz am Sonntag, der Sonntag (nach der Fusion 2013 mit der Südostschweiz am Sonntag entstand die Schweiz am Sonntag) und die Ostschweiz am Sonntag.</p>
<p>Das wohl überflüssigste Produkt wurde 2004 auf den Markt geworfen: Cracks for Kids, die «weltweite erste Sonntagszeitung für Kinder». Ziel der Macher war es, eine Sonntagszeitung speziell nur für Kinder herauszugeben, «damit Vater und Mutter am Sonntag in Ruhe IHRE Zeitung lesen können.» Das Konzept war wenig durchdacht und der Titel ziemlich bescheuert – nach zwölf Ausgaben fuhr Cracks vor Kids furios gegen die Wand.</p>
<p>Falls Sie sich jetzt fragen, woher ich das alles weiss: Nun, ich sitze sozusagen an der Quelle. Mein Vater ist gelernter Schriftsetzer und hat vor 60 Jahren seine grosse Sammlerleidenschaft entdeckt: Zeitungen. Heute besitzt er über 1100 Exemplare von mehr als 500 Titeln; Erst- und Letztausgaben, viele Sonder- und 200 Jubiläumsausgaben. Alle sind sie fein säuberlich erfasst und in säurefreien Kartonschachteln abgelegt. In den Anfängen kaufte er Titel in Antiquitätenläden und bei Archivaren, erkundigte sich bei Hausrenovationen nach alten Zeitungen, die früher als Isolationsmaterial verwendet wurden. Später schrieb er Verlage direkt an und bat um ein erstes oder letztes Exemplar. Oder wildfremde Menschen schickten ihm Schuhschachteln voll bedruckten Papiers, das sie beim Räumen von Kellern und Estrichen entdeckt hatten.</p>
<p>Die Geschichte der Schweizer Sonntagspresse hat es meinem Vater besonders angetan. Aber eine Prognose, wie es auf dem Sonntagsmarkt weiter geht, wagt auch er nicht. Während also sein Sohn immer weniger bedrucktes Zeitungspapier liest, hofft der Vater, dass sich Verleger in den letzten sonntagszeitungsfreien Flecken der Schweiz – Schaffhausen und Wallis – endlich ein Herz fassen…</p>
<p>Mein Vater wäre der erste, der die neuen Titel in seine Sammlung aufnehmen und für die Nachwelt bewahren würde.</p>
<p><strong><small>Hinweis: 2010 übergab Raimund Niethammer seine Sammlung der Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen. Sie wurde in den Bibliothekskatalog aufgenommen, ist elektronisch abrufbar und kann vor Ort eingesehen werden.</small></strong></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/29/von-der-gedruckten-zur-digitalen-vielfalt/">Von der gedruckten zur digitalen Vielfalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bürgerlicher Ursprung des Service public: Versöhnung im Radio</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/19/buergerlicher-ursprung-des-service-public-versoehnung-im-radio/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2015 13:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im rechtsliberalen Lager wächst die Skepsis gegenüber dem audiovisuellen Service public. Erfunden wurde dieser allerdings in einer Zeit, als in der Schweiz die Bürgerlichen dominierten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im rechtsliberalen Lager wächst die Skepsis gegenüber dem audiovisuellen Service public. Erfunden wurde dieser allerdings in einer Zeit, als in der Schweiz die Bürgerlichen dominierten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/19/buergerlicher-ursprung-des-service-public-versoehnung-im-radio/">Bürgerlicher Ursprung des Service public: Versöhnung im Radio</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Als der Akustikkoppler krächzte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/10/als-der-akustikkoppler-kraechzte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 12:20:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 2015 wählen Zürcherinnen und Zürcher ihre Kantons- und Regierungsräte. Der Politblog begleitet das Grossereignis mit einer Reihe von Beiträgen, heute von TA-Redaktor Ruedi Baumann.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. April 2015 wählen Zürcherinnen und Zürcher ihre Kantons- und Regierungsräte. Der Politblog begleitet das Grossereignis mit einer Reihe von Beiträgen, heute von TA-Redaktor Ruedi Baumann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/10/als-der-akustikkoppler-kraechzte/">Als der Akustikkoppler krächzte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schriftleiter, nicht Journalist</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/10/04/schriftleiter-nicht-journalist/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/10/04/schriftleiter-nicht-journalist/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2013 09:08:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Goebbels]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Publizistik]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftleitergesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medienfreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor 80 Jahren, am 4. Oktober 1933, wurde im Deutschen Reich das Schriftleitergesetz verabschiedet. Es machte aus freien Journalisten verbeamtete Propagandabeauftragte. Die Führung der Nationalsozialisten liess keinen Zweifel daran, dass damit die Meinungsfreiheit abgeschafft ist. Wozu ein Kopf mit Hirn darin? Er kann ihn getrost verlieren, Die Politik, die macht Berlin, Er braucht sie bloss <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/04/schriftleiter-nicht-journalist/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 80 Jahren, am 4. Oktober 1933, wurde im Deutschen Reich das Schriftleitergesetz verabschiedet. Es machte aus freien Journalisten verbeamtete Propagandabeauftragte. Die Führung der Nationalsozialisten liess keinen Zweifel daran, dass damit die Meinungsfreiheit abgeschafft ist.<br />
<span id="more-14751"></span></p>
<div align="right"><small>Wozu ein Kopf mit Hirn darin?<br />
Er kann ihn getrost verlieren,<br />
Die Politik, die macht Berlin,<br />
Er braucht sie bloss kopieren.</small></p>
<p><small>Aus «Der politische Redakteur» von Karl Emmerich Baumgärtel (Verse 1938 − 1945)</small></div>
<p></p>
<p>Berlin Mitte, Touristen mit Stadtplänen in der Hand, Badehosen und Flipflops schlendern durch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Topographie_des_Terrors">Topographie des Terrors</a>. Ein Tourist bittet einen anderen, ihn zu fotografieren &#8211; vor einer Schautafel mit Fotos von Deportationen. Ein üblicher Sommertag in Berlin halt. Lange ist es her, als Kinder solche Leserbriefe verfassten:</p>
<blockquote><p><small>Chemnitz, 9. April 1943<br />
Lieber Stürmer!<br />
Wenn ich auch kein fester Abonnent von dir bin, so kaufe ich mir aber jede Woche schon ein reichliches Jahr beim Zeitungshändler jedes Blatt. Du glaubst garnicht wie gespannt ich auf jede neue Nummer bin, eine Woche ist bald zuviel Zeitraum zwischen deinem Erscheinen. Wenn auch erst jung, so habe ich doch aus tiefster Überzeugung den Todfeind des völkisch nationalen Lebens, das Weltjudentum erkannt. Gegen keinen Menschen kann ich mehr Hass u. Verachtung aufbringen als diesem teuflischen Hebräergesindel gegenüber welches nun wieder soviel Unglück über unseren Erdteil heraufbeschwor. Das Schicksal geb uns aber einen Führer welcher mächtiger nicht sein könnte um diese Gefahr zu bannen. Dich lieben «Stürmer» muss ich manchmal bewundern wie klar u. überzeugend du Fragen beantwortest (…)</p>
<p>Zitiert aus <a href="http://www.amazon.de/Lieber-St%C3%BCrmer-Leserbriefe-Kampfblatt-1924/dp/3512004814">«Lieber Stürmer &#8211; Leserbriefe an das NS-Kampfblatt 1924 bis 1945»</a>, von Fred Hahn, Seewald-Verlag, Seite 172/173</small></p></blockquote>
<p>Diese Worte schrieb Horst Schlegel, ein Junge unbekannten Alters aus Chemnitz, dem «Stürmer», einer antisemitischen Wochenzeitung aus Nürnberg. Ihr Gründer, Julius Streicher, fand am 16. Oktober 1946 wegen <a href="http://www.zeno.org/Geschichte/M/Der+N%C3%BCrnberger+Proze%C3%9F/Materialien+und+Dokumente/Urteil/Die+einzelnen+Angeklagten/Streicher/Verbrechen+gegen+die+Menschlichkeit">Verbrechen gegen die Menschlichkeit</a> den Tod durch den Strang. Er hetzte seine Leser über Jahrzehnte gegen die Juden auf, war für die Zerstörung der Synagoge in Nürnberg verantwortlich und forderte ab 1938 die Ausrottung der jüdischen Rasse.</p>
<p>1933 wurden Magazine wie Newsweek und Weltwoche gegründet. Und in Deutschland verabschiedete das durch das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erm%C3%A4chtigungsgesetz#Erm.C3.A4chtigungsgesetz_vom_24._M.C3.A4rz_1933">Ermächtigungsgesetz</a> entmachtete Parlament am 4. Oktober das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftleitergesetz">Schriftleitergesetz</a> (<a href="http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?apm=0&#038;aid=dra&#038;datum=19330004&#038;seite=00000713&#038;zoom=2">im Original</a>). Nach diesem Gesetz durften Journalisten ab dem 1. Januar 1934 nicht mehr publizieren, sondern nur noch Schriftleiter. Um so einer zu sein, bedurfte es Voraussetzungen. Ein Schriftleiter musste die «deutsche Reichsangehörigkeit» besitzen (1), «die bürgerlichen Ehrenrechte und die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht verloren» haben (2), «arischer Abstammung» sein und «nicht mit einer Person von nichtarischer Abstammung verheiratet» sein (3), «das 21. Lebensjahr vollendet» haben (4), «geschäftsfähig» (5) und «fachmännisch ausgebildet» (6) sein sowie die Eigenschaft haben, «die die Aufgabe der geistigen Einwirkung auf die Öffentlichkeit erfordert» (7). Das ist doch heute noch so, könnte man behaupten &#8211; tatsächlich fehlen in den Redaktionen Menschen unter 21, Ausländer und natürlich auch Frauen, von denen gar nicht erst die Rede ist. Ein riesiger Unterschied ist es aber, ob eine fehlende Diversität vorgeschrieben ist oder nicht.</p>
<p>Viele Journalisten waren der auferzwungenen Veränderung gegenüber gar nicht negativ eingestellt &#8211; mit der Quasi-Verbeamtung verloren sie zwar an Freiheit, gewannen aber an Sicherheit. «Sie, die seit der französischen Revolution darum kämpften, akzeptiert zu werden, waren plötzlich der Volksgemeinschaft verpflichtet, kriegten Orden und Ehrenzeichen, wurden wie Notare behandelt. Durch dieses Gesetz wurde ihr Berufsstand akzeptiert, aufgewertet» sagt dazu Historiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_S%C3%B6semann">Bernd Sösemann</a>.</p>
<p>Er ist Herausgeber des zweibändigen Mammutwerks <a href="http://www.steiner-verlag.de/titel/58409.html">«Propaganda»</a>, das auf 1638 Seiten Dokumente zur öffentlichen Kommunikation in der Zeit des Nationalsozialismus abbildet und kontextualisiert. Entstanden ist das Werk in in zwanzig Jahren Lehrstuhlarbeit nebenbei, mit Hilfe von Mitarbeitern. «Die beiden Bände verkaufen sich gut, und das ohne staatliche Förderung und trotz einem stolzen Preis von 196 Euro.» Er trägt auch bei zum Projekt <a href="http://pressechronik1933.dpmu.de/">«Journalismus in der Diktatur»</a> auf der Website des Deutschen Pressemuseums, wo historische Zeitungsartikel präsentiert und eingeordnet werden (<a href="http://pressechronik1933.dpmu.de/zur-historischen-orientierung-das-schriftleitergesetz/">hier seine Einordnung des Schriftleitergesetzes</a>).</p>
<p>Sösemann hält fest, dass Propaganda nicht nur ein Thema der Diktatur, sondern auch ein Thema der politischen Werbung sei, selbst wenn das Werbefachleute ungern hören und sich vom Begriff «Propaganda» distanzieren. Der Begriff «propagieren» dagegen sei weniger problembehaftet, auch wenn es das Gleiche meine. «Das Propagieren funktioniert nur, wenn eine Bereitschaft dazu da ist. Es muss ein glaubhafter Kern dabei sein, dann sind die Empfänger bereit, zu glauben und klammern sich manchmal an jeden Strohhalm.»</p>
<p>Noch bis zum 20. Oktober ist in der Topographie des Terrors die <a href="http://www.topographie.de/ausstellungen/sonderausstellungen/">Sonderausstellung</a> «Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument» zu sehen. Im Keller des Gebäudes findet sich eine Bibliothek, in der sehr viel zu lesen ist über die NS-Zeit. Zum Beispiel die Reden, die die nationalsozialistische Führung vor der damaligen Journalistenschaft gehalten hat. Bei der Verkündigung des Schriftleitergesetzes liess Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die deutsche Presse keinen Augenblick im Zweifel, dass damit ihre Meinungsfreiheit zu Ende ist:</p>
<blockquote><p><small>Der Glaube, dass es eine Freiheit des Geistes und eine Freiheit der Meinung losgelöst vom nationalen und vom völkischen Interesse überhaupt geben könne, dieser Glaube ist allgemach im Rückzug begriffen. Man beginnt nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt mehr und mehr einzusehen, dass die Freiheit des Geistes und die Freiheit der Meinung Grenzen finden müssen, wo sie sich mit den Rechten und Verpflichtungen des Volkes und Staatskörpers zu stossen beginnen. Wir haben unsere Ansicht über diesen Tatsachenbestand niemals verheimlicht, sondern schon in den Zeiten unserer Opposition immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass wir es für einen politischen Wahnsinn halten, dass man einzelnen Individuen die absolute Freiheit des Geistes und der Meinung garantieren wollte und dabei die Freiheit eines ganzen Volkskörpers immer mehr Schaden nehmen musste.</p>
<p>Joseph Goebbels: Rede vor der deutschen Presse anlässlich der Verkündung des Schriftleitergesetzes in Berlin, 4. Oktober 1933<br />
Zitiert aus «Propaganda &#8211; Medien und Öffentlichkeit in der NS-Diktatur», Bernd Sösemann, Franz Steiner Verlag, Seite 1064</small></p></blockquote>
<p>Nicht anders äusserte sich NSDAP-Reichspressechef Otto Dietrich zum Thema:</p>
<blockquote><p><small>Das Wesen der liberalistischen Presse besteht darin, dass sie sich dazu berufen fühlt, der Kritik oder Meinung des Einzelnen gegenüber dem Staat und seinen öffentlichen Einrichtungen Raum zu geben. Der Einzelne, ob Journalist oder freier Mitarbeiter, tritt hier als Wortführer der sogenannten öffentlichen Meinung auf, ohne dazu eine andere Legitimation zu besitzen, als seine eigenen Anmassung oder private Meinung. Das entspricht der Grundauffassung des individualistischen Denkens. Die Gemeinschaftsidee des Nationalsozialismus dagegen weist der Presse eine grundlegend andere Aufgabe zu, nämlich umgekehrt die Aufgabe, die Lebensgrundsätze der Gemeinschaft gegenüber dem Einzelnen zur Geltung zu bringen. Das deutsche Volk hat gelernt, dass das Wort «zusammenhalten» der grösste Schatz ist, der in seinen Tresoren verborgen liegt. (…)</small></p>
<p><small>Die Presse im nationalsozialistischen Staat hat nun einmal nicht die Aufgabe, die individuelle Meinung des Einzelnen gegenüber dem Ganzen zum Ausdruck zu bringen und etwas als «öffentliche Meinung» vorzutäuschen, was keine ist. Sondern sie hat umgekehrt die Pflicht, die gemeinsamen Schicksalsfragen unaufhörlich dem Einzelnen gegenüber zu vertreten und sie ihm begreiflich zu machen, wenn er sich ihrer nicht bewusst ist. Hier wird die Zeitung zum täglichen Mahner der Nation, zur Schule des politischen Denkens, die jedem Volksgenossen das Bewusstsein vermittelt, Glied einer Gemeinschaft zu sein, der er auf Gedeih und Verderb verbunden ist.</small></p>
<p><small>Otto Dietrich: Rede über nationalsozialistische Pressepolitik vor Diplomatie und Auslandspresse in Berlin<br />
Zitiert aus «Propaganda &#8211; Medien und Öffentlichkeit in der NS-Diktatur», Bernd Sösemann, Franz Steiner Verlag, Seite 1103</small></p></blockquote>
<p>Adolf Hitler brachte den Plan auf eine kurze Formel:</p>
<blockquote><p><small>Wenn ich überhaupt zusammenfassend nur eines sagen möchte, meine Herren: In den liberalen Ländern wird die Mission der Presse so aufgefasst, dass es heisst: <em>Presse plus Volk gegen Führung</em>. Und bei uns muss es heissen: <em>Führung plus Propaganda und Presse usw. vor dem Volk</em>! Das alles ist Führung des Volkes.</p>
<p>Adolf Hitler: Rede vor über 400 Journalisten und Verlegern im Führerbau München, 10. November 1938<br />
Zitiert aus «Propaganda &#8211; Medien und Öffentlichkeit in der NS-Diktatur», Bernd Sösemann, Franz Steiner Verlag, Seite 1116</small></p></blockquote>
<p>Das Ziel aller Medientätigkeiten im Nationalsozialismus war es, das Volk so für die eigenen Ziele einzuspannen, dass es, zumindest in der Öffentlichkeit, keine eigene Meinung mehr hat, nichts mehr hinterfragt, an nichts mehr zweifelt. Es hat leider beängstigend gut geklappt.</p>
<blockquote><p><small>Wenn ich so die intellektuellen Schichten bei uns ansehe, leider, man braucht sie ja; sonst könnte man sie eines Tages ja, ich weiss nicht, ausrotten oder so was. Aber man braucht sie leider. Wenn ich mir also diese intellektuellen Schichten bei uns ansehe und mir nun ihr Verhalten vorstelle und es überprüfe, mir gegenüber, unserer Arbeit gegenüber, dann wird mir fast angst. Denn seit ich nun politisch tätig bin und seit ich besonders das Reich führe, habe ich nur Erfolge. Und trotzdem schwimmt diese Masse herum in einer geradezu oft abscheulichen, ekelerregenden Weise. Was würde denn geschehen, wenn wir nun einmal einen Misserfolg hätten? Auch das könnte sein meine Herren. Wie würde dieses Hühnervolk denn dann sich erst aufführen? Die sind schon jetzt, da wir doch überhaupt nur Erfolge haben, und zwar weltgeschichtlich einmalige Erfolge, unzuverlässig. Wie würden sie aber erst sein, wenn wir einmal einen Misserfolg hätten? Meine Herren, es war früher mein grösster Stolz, eine Partei mir aufgebaut zu haben, die auch in den Zeiten der Rückschläge stur und fanatisch hinter mir stand, gerade dann fanatisch hinter mir stand. Das war mein grösster Stolz und bedeutete für mich eine ungeheure Beruhigung. Dazu müssen wir das ganze deutsche Volk bringen. Es muss lernen, so fanatisch an den Endsieg zu glauben, dass, selbst wenn wir einmal Niederlagen erleiden würden, die Nation sie nur, ich möchte sagen, von dem höheren Gesichtspunkt aus wertet: Das ist vorübergehend; am Ende wird uns der Sieg sein!</p>
<p>Adolf Hitler: Rede vor über 400 Journalisten und Verlegern im Führerbau München, 10. November 1938<br />
Zitiert aus «Propaganda &#8211; Medien und Öffentlichkeit in der NS-Diktatur», Bernd Sösemann, Franz Steiner Verlag, Seite 1115</small></p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/04/schriftleiter-nicht-journalist/">Schriftleiter, nicht Journalist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Papst tot, König erstochen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 08:25:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ära der gedruckten Zeitungen läuft allmählich aus. Und doch prägen sie unser Bild der Welt seit über 400 Jahren. Ein Besuch in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek am Berliner Westhafen gibt Aufschluss über ihre Geschichte. Wieso heissen Zeitungen eigentlich Bote der Urschweiz, Landbote, Engadiner Post oder Prättigauer Post? Es liegt am Übertragungsweg der Nachrichten. Die <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ära der gedruckten Zeitungen läuft allmählich aus. Und doch prägen sie unser Bild der Welt seit über 400 Jahren. Ein Besuch in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek am Berliner Westhafen gibt Aufschluss über ihre Geschichte.<br />
<span id="more-10681"></span><br />
Wieso heissen Zeitungen eigentlich Bote der Urschweiz, Landbote, Engadiner Post oder Prättigauer Post? Es liegt am Übertragungsweg der Nachrichten. Die Zeitungen wurden von der Post verbreitet, und die Postboten dienten nicht nur als Verträger, sondern auch als Korrespondenten. Sie waren die ersten, die Neuigkeiten aus den Regionen erfahren und zurück in die Regionen getragen haben. Wie die Informationen geliefert wurden, ist in Zeitungsnamensbestandteilen wie «Express» oder «Telegraph» zu erkennen. Die Texte im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Danziger_Dampfboot">«Danziger Dampfboot»</a> wurden beispielsweise per Schiff transportiert.</p>
<p>Solche Übermittlungen bergen einige Fehlerquellen, doch vorher war alles noch viel unsicherer. So notiert der fleissige und stellenweise höchst unterhaltsame Tagebuchschreiber <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Pepys">Samuel Pepys</a> am <a href="http://www.pepysdiary.com/archive/1665/10/08/">8. Oktober 1665</a>, der Anfangszeit der Ära der Zeitungen, dramatische News:</p>
<blockquote><p>Heute hörte ich, daß der Papst gestorben ist; ausserdem soll der König von Frankreich erstochen worden sein, doch gilt nur die erste Meldung als gesichert. Zweifellos wird das die Unruhe in diesem Teil der Welt erheblich vergrössern, nachdem erst kürzlich der König von Spanien gestorben ist.</p></blockquote>
<p>Also: Papst tot, König von Frankreich erstochen? Was für ein aufregender Nachrichtentag! Doch am <a href="http://www.pepysdiary.com/archive/1665/10/09/">9. Oktober 1665</a> wird alles wieder dementiert:</p>
<blockquote><p>Die Nachricht von der Ermordung des Königs von Frankreich hat sich als falsch erwiesen, genauso wie die vom Tod des Papstes.</p></blockquote>
<p>In der NZZ begannen Korrespondentenberichte während vielen Jahrzehnten wie von Boten übermittelte Briefe, zum Beispiel «win. Nairobi, im April», «U. Sd. Peking, im Juni» oder «cja. Ottawa, 8. September». Erst seit dem Relaunch der Zeitung im September 2009 werden die Artikel nur noch mit «win. Washington» oder «Ingrid Meissl Årebo, Stockholm» gezeichnet. Martin Woker, Leiter der NZZ-Auslandredaktion, schreibt auf Anfrage: «Wir hatten allerdings schon zuvor immer häufiger bei grösseren Artikeln die sogenannte Korrespondentenzeile verwendet: Also ‹Von unserem Korrespondenten xy aus z›. Erklären lässt sich die Anpassung damit, dass auf diese Weise die Einzigartigkeit des NZZ-Korrespondentennetzes besser verankert wird.»</p>
<p>Die erste Ausgabe der damaligen «Zürcher Zeitung» erschien am 12. Januar 1780. Der erste Zeitungsverleger überhaupt, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Carolus">Johann Carolus</a>, kam aus Strassburg und forderte gleich das Monopolrecht für seine ab 1605 gedruckte Zeitung (was ihm vom Stadtrat verwehrt wurde) &#8211; um Geld verdienen zu können. Ihren Höhepunkt feierten die Zeitungen dann in den 1920er-Jahren, bevor nacheinander Radio, Fernsehen und Internet Aufmerksamkeit abschöpften. An manchen Tagen wurden bis zu sechs Ausgaben gedruckt und verkauft (die NZZ kam von 1894 bis 1969 mit täglich drei Ausgaben heraus). Zu dieser Zeit erschienen allein in Berlin mehr als 120 Tages- und Wochenzeitungen, wie Christoph Albers von der Staatsbibliothek zu Berlin erklärt, die zur Stiftung Preussischer Kulturbesitz gehört.</p>
<p>Die Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek gibt es erst seit 1993, als die Bestände der geteilten Stadt zusammengeführt wurden. Seit 1997 lagern diese auf 24.000 m² in einem ehemaligen Getreidespeicher. Kein idealer Ort, denn auf der anderen Seite des Wassers am Westhafen stehen elf weisse Tankbehälter, die bei einem Brand die über 180.000 Zeitungsoriginalbände und über 150.000 Mikrofilme zerstören könnten (weshalb eine Umsiedlung schon lange geplant ist). Sie lagern in mehreren Etagen. Beim Betreten der Räume schlägt einem ein dumpfer, leicht modriger Geruch entgegen. Es ist auch etwas dunkler als sonst, denn die Bestände werden durch eine Spezialfolie an den Fenstern vor UV-Licht geschützt.</p>
<p>Als die die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, kürzlich <a href="http://diepresse.com/home/kultur/literatur/1298068/Alles-digital_Das-Ende-des-Buches">ankündigte</a>, Bücher, die sowohl elektronisch als auch in der Print-Ausgabe verfügbar sind, nur noch elektronisch sammeln, erntete sie prompt Proteste &#8211; auch wenn das die unbestreitbare Zukunft sein wird. Die Staatsbibliothek zu Berlin würde gerne mehr digitalisieren, aber dazu fehlen aktuell die Gelder und es sind auch Urheberrechtsfragen offen, wie Albers sagt. Auch wenn der Staatsbibliothek keine konkreten Fälle vorliegen, gibt es natürlich «Leute, die nicht wollen, dass zum Beispiel DDR-Zeitungen frei verfügbar sind, weil sie so via Google mit Aussagen gefunden werden könnten, zu denen sie nicht mehr stehen.» Bisher wurden lediglich drei Zeitungen aus der Bismarckzeit mit Volltextsuche verfügbar gemacht, sogenannte <a href="http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/">«Image-Digitalisierungen»</a> gibt es aber einige mehr.</p>
<p>Nicht vergessen sollte man angesichts der vielen Zeitungen, dass das, was drin steht, oft gar nicht so wichtig ist, wie das, was nicht drinsteht. «Seit es Zeitungen gibt, gibt es das Problem der Zensur», sagt Christoph Albers. Sobald es politisch unruhig wird, werde aus «Sicherheitsgründen» die Pressefreiheit eingeschränkt oder gleich abgeschafft, wie 1933, als die deutsche Presse durch die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung">Gleichschaltungsgesetze</a> ihre Freiheit verlor. «Viele mussten die Titelblätter vom Propagandaministerium übernehmen, nur im Lokalteil konnte man noch frei schreiben.» Es kann aber auch in Zeiten grösster Freiheit nicht berichtet werden: «Die stärkste Waffe einer Zeitung mit Monopolstellung ist das Nichtberichten. So kann man ganz schön manipulieren: meinungsbildend sein, auch ohne dass das besonders bemerkt wird.»</p>
<p><small>Der Besuch in der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek am Berliner Westhafen fand am 2. Oktober 2012 statt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/17/papst-tot-koenig-erstochen/">Papst tot, König erstochen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der heilsame «Schock von Dubrovnik»</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Adrian Scherrer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2012 06:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[HD]]></category>
		<category><![CDATA[PTT]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach drei Jahrzehnten Entwicklung ist das hochauflösende Fernsehen (HDTV) am Ziel: 2012 wird als das Jahr in die Mediengeschichte eingehen, in dem sich HDTV auch in der Schweiz durchgesetzt hat. Die Einführung des neuen Standards dauerte mehr als 25 Jahre – und damit länger als die Etablierung des Farbfernsehens. Grösste Entwicklungsbremse waren die staatlichen Telekom-Monopole. <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/09/der-heilsame-schock-von-dubrovnik/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/05/hd_logo.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Nach drei Jahrzehnten Entwicklung ist das hochauflösende Fernsehen (HDTV) am Ziel: 2012 wird als das Jahr in die Mediengeschichte eingehen, in dem sich HDTV auch in der Schweiz durchgesetzt hat. Die Einführung des neuen Standards dauerte mehr als 25 Jahre – und damit länger als die Etablierung des Farbfernsehens. Grösste Entwicklungsbremse waren die staatlichen Telekom-Monopole.<br />
<span id="more-30476"></span><br />
Als 1987 in den SRG-Studios das hochauflösende Fernsehen zum ersten Mal hausintern vorgeführt wurde, schwelte gerade ein internationaler Streit um HDTV. Begonnen hatte er im Jahr zuvor in Dubrovnik. Die International Telecommunications Union (ITU), die als eines der wichtigsten Normierungsgremien der Welt gilt, wollte im jugoslawischen Badeort über Normen für das künftige hochauflösende Fernsehen verhandeln. Japanische Ingenieure hatten ihre HD-Technologie vorgestellt, massiv unterstützt von amerikanischen Lobbyisten. Doch die europäischen Vertreter von Industrie und Behörden befürchteten, technologisch den Anschluss zu verlieren, sollte sich Japan und die USA mit ihren Vorstellungen durchsetzen. Mit protektionistischen Argumenten verhinderten die Europäer schliesslich eine Einigung auf eine neue, einheitliche Fernsehnorm. Daraufhin wurde die Konferenz abgebrochen.</p>
<p><a href="http://www.ebu.ch/en/technical/trev/trev_311-contents.html" target="_blank">Der «Schock von Dubrovnik»</a> hatte vielerlei Folgen; Die japanischen Konzerne warben bei jeder Gelegenheit für ihr HDTV. Im Sommer 1987 stellten sie es am Internationalen Fernsehsymposium von Montreux vor, damals eine der bedeutendsten Tagungen für Fernsehtechnik. Weil die SRG Mitorganisatorin war, konnte sie danach mit japanischer Technik eigene Versuche machen. Nur wenig früher wäre das noch nicht möglich gewesen. Erst in jenem Jahr 1987 war es ihr gelungen, sich ein wenig aus der Abhängigkeit der PTT zu lösen. Weil damals noch ein striktes Fernmeldemonopol galt, waren die PTT bis dahin für die gesamte Fernsehtechnik zuständig gewesen – von den Sendern bis hin zu den Kameras in den Studios. In einem ersten Liberalisierungsschritt konnte die SRG wenigstens die Verantwortung für die Studiotechnik selbst übernehmen, während die Leitungen und die Sender noch bis 1997 in der Kompetenz des Telekom-Monopolisten blieben.</p>
<p>Diese Kluft von staatlicher Technikplanung auf der einen und den öffentlichen Sendern auf der anderen Seite bestimmte auch die Diskussion auf europäischer Ebene. Hinter den Kulissen rumorte es gewaltig. Nachdem in den meisten Haushalten ein Farbfernseher stand, suchte die Industrie dringend neue Technologien, die ihr den Umsatz sicherten. Mit viel Lobbyarbeit gelang es ihr, dass die Europäische Gemeinschaft die HD-Entwicklung zu einem wichtigen Technologieprojekt erklärte und es mit Millionen subventionierte.</p>
<p>Auf der einen Seite standen die grossen Konzerne – allen voran der französische Staatskonzern Thomson und der niederländische Elektronikriese Philips. Gemeinsam mit den Behörden versuchten sie mit eigenen Normen, den europäischen Markt vor der japanischen Konkurrenz abzuschotten. Auf der anderen Seite standen die Sender. Sie bangten um den internationalen Programmaustausch, wenn Europa in Sachen HDTV eigene Wege gehen würde.</p>
<p>Die hohen Subventionen und der enorme Effort der Industrie trugen bereits zwei Jahre nach Dubrovnik erste Früchte. 1988 stellten Philips und Thomson ein funktionierendes HD-System europäischer Herkunft vor. Es hiess HD-MAC und verfügte über 1250 Bildzeilen. Doch es war eine Sackgasse. Denn wie die damalige japanische Technologie war es ein analoges System. Sobald sich die künftige Digitalisierung des Fernsehens abzuzeichnen begann, stand es auf verlorenem Posten. Philips und Thomson realisierten dies freilich zu spät. Noch 1992 führten sie mit riesigem Werbeaufwand <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3ac21f26-6abd-4dc1-9acd-8533a72c3f8a" target="_blank">HD-Testübertragungen</a> von den Olympischen Spielen in Barcelona durch, während im gleichen Jahr aus den USA die ersten funktionierenden Vorschläge für volldigitales Fernsehen kamen. Sie machten klar: Die dynamische Computerindustrie hatte der Unterhaltungselektronik-Branche den Rang abgelaufen.</p>
<p>HD-MAC entpuppte sich als Milliardengrab – mit desaströsen Folgen für die weitere HD-Entwicklung in Europa. Die Sender fürchteten sich so sehr vor Fehlinvestitionen, dass es runde zehn Jahre länger als in den USA dauerte, bis die ersten HD-Programme auf Sendung gingen. Wie die anderen europäischen Sender investierte die SRG erst in HD-Technologie, als im Rahmen der Abschreibungszyklen ohnehin Neuanschaffungen anstanden. Als in den USA 1996 die ersten Versuchsprogramme den Betrieb aufnahmen, liess die SRG zum Beispiel verlauten, man rechne damit, dass es noch 20 Jahre bis zur HD-Einführung dauere. Dass es dann doch schneller ging, lag letztlich an den Flachbildschirmen, die sich ab 2003 durchzusetzen begannen. Weil sie in der Regel «HD ready» waren, stand ersten HD-Sendungen nun nichts mehr im Weg. 2004 begannen sie im Privatfernsehen. Die britische BBC folgte 2006 mit einem Versuchsprogramm. Ein Jahr später reihte sich auch die SRG mit «HD suisse» ganz vorne ein – rechtzeitig zur Fussball-Europameisterschaft 2008 im eigenen Land.</p>
<p>Grosse Sportereignisse trieben die Fernsehtechnik schon immer voran, weil sie das Publikum zum Kauf neuer Geräte animieren. Das war schon bei der Einführung des Farbfernsehens im Olympia-Jahr 1968 so. Auch damals war es im Vorfeld <a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-4-250" target="_blank">zu langwierigen Streitereien</a> gekommen, die letztlich für die unterschiedlichen Fernsehnormen in Frankreich und dem übrigen Europa verantwortlich waren. Von den ersten Laborversuchen bis zur Markteinführung hatte es allerdings nur 20 Jahre gedauert. Dennoch zeigt sich in beiden Fällen die Bremswirkung staatlicher Technologiepolitik. Offensichtlich hatte HDTV in Europa erst eine echte Chance, nachdem die Rundfunk- und Telekommunikationsmonopole in den 90er Jahren gefallen waren.</p>
<p><small>Der Text beruht auf einem Kapitel der <a href="http://www.storiassr.ch/" target="_blank">«Geschichte der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG 1983-2011»</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/09/der-heilsame-schock-von-dubrovnik/">Der heilsame «Schock von Dubrovnik»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Geschichte ist geschrieben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 13:37:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während fast zwanzig Jahren hat die SRG ihre Unternehmensgeschichte aufarbeiten lassen. Nun ist der dritte und letzte Band des ambitionierten Projekts erschienen, der die Zeit von 1983 bis in die Gegenwart abdeckt. Passend zur jüngeren Entwicklung von Schweizer Radio und Fernsehen gibt es diese Publikation auch multimedial und digital als App fürs iPad. Es ist <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/03/die-geschichte-ist-geschrieben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/04/logo_srgstoria.jpg" alt="" width="120" height="119" /> Während fast zwanzig Jahren hat die SRG ihre Unternehmensgeschichte aufarbeiten lassen. Nun ist der dritte und letzte Band des ambitionierten Projekts erschienen, der die Zeit von 1983 bis in die Gegenwart abdeckt. Passend zur jüngeren Entwicklung von Schweizer Radio und Fernsehen gibt es diese Publikation auch multimedial und digital als App fürs iPad.<br />
<span id="more-30458"></span><br />
Es ist kaum übertrieben, wenn die Autoren vom «wohl umfangreichsten unternehmensgeschichtlichen Programm» sprechen. Nach fast 20 Jahren Forschungsarbeit und gut 1000 veröffentlichten Druckseiten in drei Bänden gibt es für die Unternehmensgeschichte der SRG eine Zäsur. Mit der am letzten Freitag <a href="http://www.storiassr.ch/" target="_blank" rel="noopener">veröffentlichen Publikation</a> zu den Jahren 1983 bis 2011 ist die Geschichte des öffentlichen Rundfunks in der Schweiz bis in die Gegenwart hinein fertiggeschrieben.</p>
<p>Treibende Kräfte des Wandels von Radio und Fernsehen in den letzten dreissig Jahren waren Liberalisierung, Kommerzialisierung und Digitalisierung. Die vorerst versuchsweise Zulassung von kommerziellen Privatradios ab 1983 legte den Grundstein für das heute im Grundsatz unbestrittene duale System in der Rundfunklandschaft.</p>
<p>Der kommerzielle Druck auf die einheimischen elektronischen Medien, vornehmlich auf das Fernsehen, kam und kommt aus dem europäischen Ausland – mit weitreichenden Folgen für Struktur und Programme der SRG: Aus der Anstalt wurde ein Unternehmen, die Orientierung an der Quote ein alltägliches Arbeitsinstrument. Beim Spagat zwischen öffentlichem Auftrag und Markterfolg die Balance nicht zu verlieren, ist die anspruchsvolle Aufgabe eines öffentlichen Rundfunks.</p>
<p>Mit der Digitalisierung wirkt schliesslich eine globale, technologische Entwicklung als Triebfeder des Medienwandels. Das noch unfertige Konvergenzprojekt der SRG, dessen Anfänge der vorliegende Band ausführlich würdigt, zeigt, mit welchen Ungewissheiten und Unwägbarkeiten der Rundfunk in nächster Zeit konfrontiert sein wird.</p>
<p>Gleichsam als Klammer versucht die Mediengesetzgebung einen regulatorischen Ausgleich zwischen den divergierenden Interessen zu erreichen. Entsprechend viel Platz räumen die Autorinnen und Autoren dem erstmaligen Erlass eines Radio- und Fernsehgesetz 1991 und der Revision vom 2006 ein.</p>
<p>Den Anstoss zur Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte gab 1993 Antonio Riva. Der frühere SRG-Generaldirektor (1987 bis 1996), hatte mit Markus Drack einen promovierten Historiker als Stabchef an seiner Seite und fand in ihm die geeignete Person, für das herkulische Vorhaben. Drack hielt es schon damals für höchste Zeit, Ordnung in die Archive zu bringen, da «wesentliche Vorgänge nach und nach dem Vergessen anheim fielen und (.) das Geschichtsbild den schweizerischen Rundfunk betreffend fragmentarisch war.»</p>
<p>Dieses Defizit sollte mit dem nun abgeschlossenen Forschungsprojekt behoben sein, wenn auch längst nicht alle Aspekte der schweizerischen Rundfunkgeschichte Eingang in die drei veröffentlichten Bände gefunden haben. Als ein Ergebnis der langjährigen Arbeit in und mit den Archiven der SRG wird es künftigen Historiker-Generationen einfacher fallen, die Geschichte von Radio und Fernsehen in der Schweiz weiterzuschreiben.</p>
<p>Das Forschungsprojekt hat die SRG-Generaldirektion zu einem professionellen Umgang mit ihren Archiven angeregt, die der Bundesrat 2009 als «Kulturgüter von nationaler Bedeutung» eingestuft hat. Da es sich bei Kulturgütern, zumal solchen, die der Bürger bezahlt hat, um öffentliche Güter handelt, stehen die Quellen auch Dritten zur Verfügung.</p>
<p>Ebenfalls im Sinn und Geist einer breiten Zugänglichkeit gibt es den dritten Band der SRG-Unternehmensgeschichte als kostenlose App fürs iPad. Wobei die Gratisversion gegenüber der Buchpublikation sogar noch den Mehrwert der integrierten Multimedialität bietet. Radio- und Fernsehgeschichte muss man hören und schauen, und nicht nur lesen können.</p>
<p>Die nun abgeschlossene Trilogie zur Geschichte der SRG ist mehr als nur Unternehmensgeschichte, sondern eine Mediengeschichte, ja ein Gesellschaftsbild einer Epoche mit Brüchen und Umbrüchen, die sich immer auch in Radio und Fernsehen spiegelten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/03/die-geschichte-ist-geschrieben/">Die Geschichte ist geschrieben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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