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	<title>Namensnennung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 14 Apr 2022 06:06:37 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Warum wir den Namen des Entführten nennen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/14/warum-wir-den-namen-des-entfuehrten-nennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2022 06:06:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Namensnennung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Fall von Christoph Berger verschwand der Name des Impfchefs aus der Berichterstattung – und tauchte wenig später wieder auf. Was hinter den Kulissen geschah.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Fall von Christoph Berger verschwand der Name des Impfchefs aus der Berichterstattung – und tauchte wenig später wieder auf. Was hinter den Kulissen geschah.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/14/warum-wir-den-namen-des-entfuehrten-nennen/">Warum wir den Namen des Entführten nennen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Etikettierung hilft nicht, ein solches Verbrechen zu begreifen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/29/etikettierung-hilft-nicht-ein-solches-verbrechen-zu-begreifen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 15:13:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Namensnennung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tat von Frankfurt soll ein Eritreer begangen haben. Nun häufen sich gruppenbezogene Verurteilungen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tat von Frankfurt soll ein Eritreer begangen haben. Nun häufen sich gruppenbezogene Verurteilungen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/29/etikettierung-hilft-nicht-ein-solches-verbrechen-zu-begreifen/">Etikettierung hilft nicht, ein solches Verbrechen zu begreifen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Welche Rolle spielt die Herkunft eines Täters?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/29/welche-rolle-spielt-die-herkunft-eines-taeters/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 15:12:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Namensnennung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Verbrechen von Frankfurt wird für die gesellschaftliche Debatte in Deutschland nicht ohne Folgen bleiben. Deswegen ist es umso wichtiger, die Wahrheit vollständig darzustellen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Verbrechen von Frankfurt wird für die gesellschaftliche Debatte in Deutschland nicht ohne Folgen bleiben. Deswegen ist es umso wichtiger, die Wahrheit vollständig darzustellen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/29/welche-rolle-spielt-die-herkunft-eines-taeters/">Welche Rolle spielt die Herkunft eines Täters?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Untaugliche Ethikregeln</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/01/13/untaugliche-ethikregeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2017 15:57:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Tristan Brenn]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Rutishauser]]></category>
		<category><![CDATA[Namensnennung]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweizer Radio und Fernsehen SRF und Tages-Anzeiger/Sonntagszeitung wollen Terroristen nicht mehr mit vollem Namen nennen und keine Bilder von ihnen veröffentlichen. Dazu setzten sie im letzten Sommer entsprechende Leitlinien in Kraft. Ein halbes Jahr später ist es mit der Zurückhaltung nicht mehr weit her. Vom Berliner Attentäter finden sich Name und Bild in der Berichterstattung <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/13/untaugliche-ethikregeln/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schweizer Radio und Fernsehen SRF und Tages-Anzeiger/Sonntagszeitung wollen Terroristen nicht mehr mit vollem Namen nennen und keine Bilder von ihnen veröffentlichen. Dazu setzten sie im letzten Sommer entsprechende Leitlinien in Kraft. Ein halbes Jahr später ist es mit der Zurückhaltung nicht mehr weit her. Vom Berliner Attentäter finden sich Name und Bild in der Berichterstattung beider Medien. Warum sich das kaum vermeiden lasse, erklären Arthur Rutishauser und Tristan Brenn, die zuständigen Chefredaktoren.</strong></p>
<p>Man kann es nachlesen, schwarz auf weiss. Die Spielregeln sind eigentlich klar: Der «Tages-Anzeiger» zeigt ab sofort <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/den-taetern-keine-buehne-geben/story/16233159" target="_blank">keine Bilder mehr von Attentätern und Amokläufern</a> und die Namen der Täter werden wir abkürzen, hielt Arthur Rutishauser, Chefredaktor von Tages-Anzeiger und Sonntagszeitung, Ende Juli vergangen Jahres fest. Einen Monat später legte Schweizer Radio und Fernsehen nach: Man verzichte darauf, Bilder und Namen von Attentätern zu zeigen, <a href="https://www.srgd.ch/de/aktuelles/2016/09/05/umgang-mit-terrorattentaten-und-amoklaufen-bei-srf/" target="_blank">hielten damals die Chefredaktionen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF fest</a>.</p>
<p>Unter dem Eindruck sich häufender Attentate im letzten Sommer mit Dutzenden von Toten in Deutschland und Frankreich, reagierten Medien in der Schweiz und im Ausland mit Anweisungen an ihre Redaktionen, fortan zurückhaltender über Tatverdächtige und tatsächliche Terroristen zu berichten; neben Tages-Anzeiger und Radio SRF etwa auch die Zeitung Le Monde und der Nachrichtensender BFM aus Frankreich.</p>
<p>Ein halbes Jahr später reibt man sich verwundert die Augen. Sowohl der Tages-Anzeiger, und insbesondere sein Online-Ableger tagesanzeiger.ch, aber auch bei SRF scheinen die hehren Regeln der Medienethik schon wieder vergessen. Der Name des Berliner Attentäters findet sich voll ausgeschrieben und auch Bilder des Tunesiers gibt es zu sehen. Was ist geschehen? Haben die Chefredaktoren die neuen Regeln gelockert oder gar annulliert?</p>
<p>Arthur Rutishauser verneint: «Wir haben die Richtlinie nicht gelockert», teil der Chefredaktor von Tages-Anzeiger und «Sonntagszeitung» auf Anfrage mit. Damit gälte eigentlich weiterhin: Namen nicht voll ausschreiben und grundsätzlich keine Bilder, ausser Beweisbilder, wie etwa Aufnahmen von Überwachungskameras. «Was die Namensnennung anbelangt, waren wir im Print soweit mir bekannt konsequent». Das stimmt nicht ganz. Der gedruckte Tages-Anzeiger schrieb in seiner Ausgabe vom 23. Dezember den Namen des Berliner Attentäters mehrfach voll aus, ebenso die «Sonntagszeitung» in zwei ihrer Ausgaben. Und auch bei den Vorgaben zur Abbildung gibt es Defizite. So findet sich in der «Sonntagszeitung» vom 8. Januar ein Porträtbild des jungen Manns, wenn auch nur ein kleines, das nicht als Beweis- oder Fahndungsbild durchgeht.</p>
<p>Auf tagesanzeiger.ch sei die Richtlinie deshalb nicht konsequent umzusetzen, «da es halt sehr schnell geht und wir und wir teilweise mit ‹20 Minuten› zusammengeschaltet sind», erklärt Rutishauser. tagesanzeiger.ch bezieht einen Teil seiner Nachrichten aus einer Redaktionseinheit, die auch «20 Minuten» beliefert. Da dieser sogenannte Newsexpress nicht im Zuständigkeitsbereich von Arthur Rutishauser liegt, kann es vorkommen, dass Beiträge mit anderen medienethischen Standards einfliessen.</p>
<p>Wie der Tages-Anzeiger kann auch Schweizer Radio und Fernsehen SRF seine selbst auferlegten Zurückhaltung in der Terrorberichterstattung nicht vollumfänglich einhalten. In TV-Sendungen und Onlinebeiträgen finden sich Name und Bild des Berliner Attentäters gleich mehrfach. Tristan Brenn, Chefredaktor Fernsehen SRF, sieht darin aber keinen Regelbruch, sondern legitime Ausnahmen: «Das war ein bewusster Entscheid aufgrund einer anderen Interessengewichtung.»</p>
<p>Solange ein flüchtiger Attentäter eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle, so Brenn, verzichte das Schweizer Fernsehen auf eine Anonymisierung. Diese Ausnahme habe man beim Abfassen der neuen Leitlinien so vorgesehen. «Sobald der Täter in Mailand gestellt war, haben wir keine Bilder mehr von ihm gezeigt, auch seinen Namen nie mehr erwähnt, weder in den Sendungen noch online.» Hier irrt Brenn. Die «Rundschau» preist die Sendung vom 11. Januar auf ihrer Webseite mit der Nennung des vollen Namens des Berliner Attentäters an. In der Sendung selbst blieb er dann allerdings regelgetreu anonymisiert.</p>
<p>Wie ernst die Chefredaktoren ihre eigenen Leitlinien nehmen, zeigt auch der nachlässige Umgang mit versehentlichen Namens- und Bildveröffentlichungen. Klar kann es mal vorkommen, dass ein Journalist eine von der Nachrichtenagentur abgefasste Bildlegende mit voller Namensnennung übernimmt. Im Web wäre es allerdings möglich, diesen Lapsus nachträglich zu korrigieren. Das aber machten bisher weder Tages-Anzeiger noch SRF.</p>
<p>Bei all den Ausnahmen und Sonderfällen, sowie einer an Desinteresse grenzenden Nachlässigkeit in Umsetzung und Kontrolle der eigenen Leitlinien, stellt sich unweigerlich die Frage: Was bringt es eigentlich – ausser dem Applaus der Medienethiker – solche Regeln aufzustellen? Strikte Vorgaben vertragen sich im Journalismus schlecht mit der gängigen Praxis des situativen Abwägens im Einzelfall. Erschwerend wirkt zudem das Organigramm moderner Redaktionsorganisationen. Bei Plattformen, die aus zahlreichen Quellen gespeist werden, kann man leicht den Überblick verlieren, wer nun welche Inhalte nach welchen Standards anliefert.</p>
<p>Entscheidend bleibt letztlich, was das Publikum wahrnimmt. Und das sieht Bilder eines Attentäters und liest seinen vollen Namen, obwohl die Redaktionen doch eigentlich genau das vermeiden wollten, um den Terroristen keine zusätzliche Bühne zu geben. Bevor Chefredaktoren vollmundig Versprechen abgeben, wäre es wohl sinnvoller, wenn sie zuerst intern die Praktikabilität neuer Leitlinien prüfen und erst danach an die Öffentlichkeit treten, oder aber die Übung abblasen, wenn ihnen klar wird, dass sich solche Leitlinien nicht einhalten lassen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/13/untaugliche-ethikregeln/">Untaugliche Ethikregeln</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Sache mit dem Namen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/01/die-sache-mit-dem-namen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Rico Bandle]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2015 06:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Namensnennung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wieder einmal sehen Kulturpessimisten allenthalben den Niedergang des Journalismus gekommen, weil die meisten Medien den Namen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine genannt haben. Bloss: der Fall eignet sich denkbar schlecht für das übliche «früher-war-alles-besser»-Geraune. Die Berichterstattung über den Absturz der Germanwings-Maschine hat rief eine bisher unerreichte Zahl von Medienethikern auf den Plan. Der Grund, weshalb <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/01/die-sache-mit-dem-namen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder einmal sehen Kulturpessimisten allenthalben den Niedergang des Journalismus gekommen, weil die meisten Medien den Namen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine genannt haben.  Bloss: der Fall eignet sich denkbar schlecht für das übliche «früher-war-alles-besser»-Geraune.<br />
<span id="more-24204"></span><br />
Die Berichterstattung über den Absturz der Germanwings-Maschine hat rief eine bisher unerreichte Zahl von Medienethikern auf den Plan. Der Grund, weshalb sich plötzlich alle zu Wort melden, ist einfach. Es scheint für einmal eindeutig, wer gut und wer böse ist: Gut ist, wer den Namen des Co-Piloten nicht nennt, böse ist, wer ihn nennt. Und eine Regel besagt: Je vermeintlich schärfer die Grenze zwischen Gut und Böse, desto stärker ist die Empörung jenen gegenüber, die sich anders verhalten.</p>
<p>Auch für Journalisten und Medienerzeugnisse, die sich gerne bei den Guten wähnen, ist es in diesem Fall ein Leichtes, ihre medienethische Unversehrtheit zur Schau zu stellen. Man nennt den Namen einfach nicht – das kostet nichts, nützt aber auch nichts, weil ohnehin alle den Namen bereits kennen.</p>
<p>Dass Berichte über Attentäter und Selbstmörder Nachahmer hervorrufen können, weiss man seit Goethes «Werther». Es ist deshalb sicher nicht falsch, darüber zu diskutieren, ob es Möglichkeiten gibt, Nachahmungstaten zu verhindern. Oder ob man die Angehörigen schützen kann, indem man den Namen nicht nennt. In erster Linie bleibt es aber Aufgabe der Medien zu informieren und nicht, Informationen zurückzuhalten. Es zeugt von Arroganz, wenn Journalisten den Lesern mitteilen wollen: «Wir wissen zwar etwas, sagen es euch aber nicht, weil einzelne von euch die Information vielleicht missbrauchen.» Besonders falsch liegen die Medienethiker, wenn sie die Namensnennung – notabene nachdem der Staatsanwalt den Namen buchstabiert hat – als Symptom für den Niedergang des Journalismus interpretieren. Wer sich hier reflexartig zur «früher-war-alles-besser»-Leier versteigt, dem sei empfohlen, wieder einmal in das Zeitungsarchiv zu steigen. Dort stösst man auf <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/04/nzz1973.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Beiträge wie diesen</a> (NZZ, 21. Februar 1973, Mittagsausgabe).</p>
<p>Die NZZ nannte hier nicht nur den Namen des toten Fussgängers, sondern gleich auch noch seine Wohnadresse. Der Todesfall ereignete sich am Vortag der Publikation, das heisst, viele Bekannte des Toten, vielleicht sogar Verwandte, haben aus der Zeitung davon erfahren. Solche Meldungen gehörten lang Zeit zu den Dienstleistungen, die eine Zeitung ihren Lesern ganz selbstverständlich zu bieten hatte. Heute wäre ein solcher Beitrag nicht mehr denkbar.</p>
<p>Es ist ein interessantes Paradoxon: Je mehr die Leute freiwillig von ihrem Privatleben preisgeben, desto restriktiver sollen die Medien damit umgehen. Als wollte man die eigene Freizügigkeit kompensieren, indem man die Medien einzuschränken versucht.</p>
<p>Die erwähnte NZZ-Meldung soll nicht nur als Anschauungsbeispiel dafür dienen, dass früher die Medien das Klatschbedürfnis zum Teil stärker bedient haben als heute. Ich habe den Ausschnitt auch deshalb ungeschwärzt eingefügt, um die hier anwesenden Medienethiker und Mahner etwas herauszufordern.</p>
<p>Bei dem am 20. Februar 1973 verstorbenen H. Gessler handelt es sich um den Vater einer sehr  bekannten Schweizer Persönlichkeit, über deren Leben ich einmal eine grössere Recherche angestellt habe. Also, liebe Medienethiker, soll ich den Namen nennen? Oder tangiert dies zu sehr den Persönlichkeitsschutz? Nun könnte man einwenden: Wenn die gesuchte Person bereits tot ist, darf man den Namen nennen, sonst nicht. Dazu kann ich nur sagen –und das wird die Neugier hoffentlich noch steigern – wahrscheinlich lebt die Person noch, womöglich ist sie aber auch schon tot. Ganz sicher ist nur, dass es sich um eine Figur der Zeitgeschichte handelt.</p>
<p>Wer will den Namen veröffentlich haben? Die Kommentarfelder unten sind offen. Vielleicht werde ich ihn in ein paar Tagen verraten, falls dies nicht jemand vor mir tut. Vielleicht finde ich aber auch, das sei medienethisch nicht vertretbar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/01/die-sache-mit-dem-namen/">Die Sache mit dem Namen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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