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	<title>Nicola Forster | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Direkte Demokratie als publizistisches Exportgut</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/07/31/direkte-demokratie-als-publizistisches-exportgut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2014 10:01:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nach einem technischen Relaunch will Swissinfo auch inhaltlich neue Akzente setzen. Nach holländischem Vorbild soll sich die Auslandplattform der SRG zu einem «Kompetenzzentrum für Direkte Demokratie» entwickeln. Multimediales Storytelling, endlos durch die Seiten Scrollen, optimierte Darstellung für unterschiedliche Gerätetypen: mit dem jüngst realisierten Relaunch ist Swissinfo in der Gegenwart des Web angekommen.  Doch die Form alleine <a href="https://medienwoche.ch/2014/07/31/direkte-demokratie-als-publizistisches-exportgut/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem technischen Relaunch will Swissinfo auch inhaltlich neue Akzente setzen. Nach holländischem Vorbild soll sich die Auslandplattform der SRG zu einem «Kompetenzzentrum für Direkte Demokratie» entwickeln.<br />
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Multimediales Storytelling, endlos durch die Seiten Scrollen, optimierte Darstellung für unterschiedliche Gerätetypen: mit dem jüngst realisierten Relaunch ist Swissinfo <a href="http://www.swissinfo.ch/ger/willkommen-beim-neuauftritt-von-www-swissinfo-ch/40466704" target="_blank">in der Gegenwart des Web angekommen</a>.  Doch die Form alleine reicht nicht. Für den publizistischen Erfolg braucht es auch ein stärkeres inhaltliches Profil. Seit Schweizer Radio International als Kurzwellensender <a href="http://www.presseportal.ch/de/pm/100001296/100481456/schweizer-radio-international-stellt-radioprogramme-ein" target="_blank">heruntergefahren</a> und das redaktionelle Angebot unter dem neuen Namen Swissinfo ins Web verlagert wurde, sucht die SRG-Tochter immer wieder nach ihrer Daseinsberechtigung.</p>
<p>Vorübergehend schien das Ende nahe zu sein. «<a href="http://www.anitahugi.net/archiv/artikel/4.html" target="_blank">SRG gibt Swissinfo den Todesstoss</a>», las man 2005. So weit kam es dann doch nicht. Aber es gab einen deutlichen Aderlass. Das Budget wurde radikal zusammengestrichen. Heute bestreitet Swissinfo sein zehnsprachiges Onlineangebot mit jährlich 17 Millionen Franken, finanziert je zur Hälfte aus Empfangsgebühren und mit Bundesmitteln.</p>
<p>Mit der vorerst letzten Redimensionierung <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/01/weniger-ist-manchmal-mehr/" target="_self">vor drei Jahren</a> ging auch eine Neuausrichtung des redaktionellen Angebots einher. Die landessprachlichen Redaktionen wurden dezimiert, dafür die übrigen Sprachen in bescheidenem Mass  gestärkt. So war es sogar möglich, trotz Einsparungen neu ein <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/30/abbau-ermoeglicht-ausbau/" target="_self">russischsprachiges Angebot</a> zu lancieren.</p>
<p>Was aber seither noch fehlt, ist ein publizistisches Markenzeichen. Einigermassen naheliegend kam die Swissinfo-Leitung um Direktor Peter Schibli auf die Direkte Demokratie als Kernprodukt für den Export. «Wir können nicht über alles berichten, was Swissness beinhaltet, deshalb wollen wir die uns anvertrauten Mittel  zu einem grossen Teil für die Kommunikation und Diskussion der direkten Demokratieerfahrungen in der Schweiz und international verwenden.» Darum, so Schibli weiter, sei es die Vision von Swissinfo, «zu einem mehrsprachigen Kompetenzzentrum für Fragen zur Direkte Demokratie zu werden.»</p>
<p>Als Vorbild für diese Fokussierung auf ein Kernthema, das eng mit dem Herkunftsland des Senders in Verbindung steht, dient der <a href="http://www.rnw.org/" target="_blank">Auslandsdienst des niederländischen Radios RNW</a>. Auch die Holländer sahen sich in den letzten Jahren <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Radio_Netherlands_Worldwide" target="_blank">drastischen Budgetkürzungen</a> ausgesetzt und mussten ihre Aktivitäten komplett neu aufstellen und beschränken sich seit 2012 darauf, «Informationen für Länder zugänglich zu machen, wo die freie Meinungsäusserung unterdrückt oder bedroht ist.» Nachrichten aus und über die Niederlande im Sinne eines klassischen Auslanddienstes bietet RNW keine mehr.</p>
<p>Man arbeite «schon seit längerem» mit RNW zusammen, sagt Amr Huber, Marketingchef von Swissinfo. Bisher sei es vor allem um einen Know-how-Austausch gegangen. «Gegenwärtig möchten wir diese strategische Partnerschaft auch auf redaktionelle Zusammenarbeit ausweiten», sagt Huber weiter. Das bisher sichtbarste Zeichen für die Inspiration aus Holland ist das <a href="http://people2power.info/" target="_blank">Swissinfo-Blog People2Power</a>, das sich optisch am neuen Auftritt von RNW orientiert und die Ausrichtung auf die Direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung bereits heute publizistisch umsetzt. People2Power ist quasi das Beiboot, das der Dampfer Swissinfo schon mal abgesetzt hat, um das neue Terrain auszukundschaften.</p>
<p>Heute wird das Blog redaktionell von Bruno Kaufmann betreut. Der <a href="https://medienwoche.ch/2014/04/25/alles-im-gruenen-bereich/" target="_self">Nordeuropa-Korrespondent von Schweizer Radio SRF</a> leitet in seiner schwedischen Wohngemeinde den sogenannten Demokratierat und engagiert sich auch sonst für partizipatorische Demokratiemodelle. Bisher wurden auf People2Power erst 16 Beiträge veröffentlicht. Ein inhaltliches Profil lässt sich daraus noch nicht ablesen. So findet man eine Vorschau auf die Wahlen in Indien, dann etwas zur Bedeutung des öffentlichen Raums am Beispiel der Bürgerproteste auf den Plätzen Tahrir, Taksim und Maidan. Ein aktuelles Stück befasst sich zum Jahrestag des Breivik-Attentats mit dem <a href="http://people2power.info/frontline/norways-broken-promise-for-more-democracy/" target="_blank">Zustand der Demokratie Norwegens</a> drei Jahre nach dem Terroranschlag.</p>
<p>Die Plattform People2Power soll zusätzlichen publizistischen Power erhalten einerseits durch weitere (Gast)Autorinnen und -autoren. Bis jetzt schreibt <a href="http://people2power.info/authors/" target="_blank">eine Handvoll Herren</a> mit meist akademischem und aktivistischem Hintergrund. Da gibt es noch Raum in die Breite. Andererseits wird das redaktionelle «<a href="http://www.swissinfo.ch/directdemocracy" target="_blank">Superdossier Direkte Demokratie</a>», das sämtliche zehn Redaktionen von Swissinfo äufnen, auch auf People2Power abgebildet. Wie die Schnittstellen genau aussehen, «ist noch nicht abschliessend definiert», schreibt Bruno Kaufmann.</p>
<p>Die Doppelspurigkeit ist gewollt. Denn «was für Swissinfo gilt, gilt so nicht für People2Power», erklärt Bruno Kaufmann. Hier könnten die Themen Direkte Demokratie, aktive Staatsbürgerschaft und partizipative Demokratie breiter und globaler betrachten, als dies bei Swissinfo vom Auftrag her möglich sei. So werden Kaufmann und sein Autorenteam auch Entwicklungen beleuchten, die nur geringen oder keinen direkten Schweizbezug aufweisen. Im kommenden Herbst reist Kaufmann nach Schottland und nach Katalonien, um die dort stattfindenden Unabhängigkeitsabstimmungen publizistisch zu begleiten – auch für People2Power.</p>
<p>Swissinfo ist nicht allein mit der Exportidee. Erst kürzlich hatte der <a href="http://www.foraus.ch/de/" target="_self">aussenpolitische Think-Tank Foraus</a> die Gründung <a href="https://twitter.com/nicolaforster/status/488255233429368832" target="_blank">eines Institut Guillaume Tell</a> angeregt, mit dem das politische System der Schweiz im Ausland angepriesen und erklärt werden könnte. Foraus-Präsident <a href="http://www.zeit.de/2011/07/CH-Forster" target="_blank">Nicola Forster</a> sieht ganz generell einen verstärkten Bedarf an aktiver Kommunikation im Ausland: «Ich bin überzeugt, dass es eine Nachfrage gibt nach Teilen des Schweizer Erfolgsmodells, ob es nun um die Direkte Demokratie oder das duale Bildungssystem geht. Wir sollten keine falsche Bescheidenheit haben und ein Angebot machen, wenn offensichtlich eine Nachfrage besteht.»  Forster, der zur Zeit im Auswärtigen Amt in Berlin arbeitet, hält Initiativen von Medien und Think-Tanks für «eine wertvolle Ergänzung der offiziellen Diplomatie». Gut möglich, dass die beiden Initiativen in der einen oder anderen Form zusammenfinden. Schliesslich kennt man sich und arbeitet mit den gleichen Partnern zusammen.</p>
<p>Doch längst nicht alle, die sich die Direkte Demokratie auf die Fahne schreiben, halten das Werben für das Schweizer Modell im Ausland für eine gute Idee. SVP-Vordenker Christoph Blocher <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/07/exportschlager_demokratie.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">findet etwa</a>: «Die Direkte Demokratie der Schweiz ist nicht exportierbar.» Weil: «Andere Länder, andere Sitten.» Aber vielleicht schafft es Swissinfo auch diesmal, die ärgsten Kritiker und Skeptiker zu überzeugen. Schliesslich brachte man schon Christoph Mörgeli dazu, <a href="http://www.parlament.ch/ab/frameset/d/n/4817/349548/d_n_4817_349548_349724.htm" target="_blank">seine Motion zurückzuziehen</a>, mit der er einst Swissinfo abschaffen wollte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/07/31/direkte-demokratie-als-publizistisches-exportgut/">Direkte Demokratie als publizistisches Exportgut</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wer liest den Economist?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/03/wer-liest-den-economist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Aug 2012 10:56:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch nie gab es ein so reichhaltiges und leicht verfügbares Angebot an internationalen Medien. Wir können uns jederzeit und überall umfassend über das Weltgeschehen informieren – und tun das auch: Ausländische Qualitätstitel, etwa der Economist, legen in der Schweiz kräftig zu. Gleichzeitig reisst die Klage über den Niedergang des Auslandjournalismus nicht ab. Ein Widerspruch? Die <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/03/wer-liest-den-economist/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/08/weltkugel.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" />Noch nie gab es ein so reichhaltiges und leicht verfügbares Angebot an internationalen Medien. Wir können uns jederzeit und überall umfassend über das Weltgeschehen informieren – und tun das auch: Ausländische Qualitätstitel, etwa der Economist, legen in der Schweiz kräftig zu. Gleichzeitig reisst die Klage über den Niedergang des Auslandjournalismus nicht ab. Ein Widerspruch?<br />
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Die Medienlandschaft wird so intensiv vermessen wie noch nie. Jeder Klick im Netz, jeder Senderwechsel mit der Fernbedienung, jedes neue Zeitungsabonnement findet Eingang in mehr oder weniger verlässliche Statistiken. Dennoch fallen immer wieder Kategorien und Nutzungsformen zwischen Stuhl und Bank. Eine solche Messlücke klafft bei der Nutzung ausländischer Medien. In den für die Branche massgeblichen Auswertungen sucht man vergeblich nach den Schweizer Zahlen von New York Times, Le Monde oder Economist. Damit bleiben die Angaben der Verlage die einzigen einigermassen verlässlichen Quellen. Von Interesse sind die Zahlen deshalb, weil sie zeigen könnten, ob internationale Medien den Rückgang der Auslandberichterstattung in Schweizer Medien zu kompensieren vermögen.</p>
<p>Eine bisher wenig bekannte Erfolgsgeschichte schreibt der Economist in der Schweiz. Die Wochenzeitschrift erreicht mit einer Auflage von 18&#8217;314 Exemplaren die höchste Marktpenetration ausserhalb ihres Heimmarkts in Grossbritannien. Im vergangenen Jahr konnte die gedruckte Auflage in der Schweiz um mehr als tausend Exemplare zulegen. Der Erfolg kommt nicht von Ungefähr. Vor zwei Jahren hat der Economist-Verlag in Genf <a href="http://www.interns.economist.com/europe/geneva" target="_blank">eine Niederlassung eröffnet</a> und betreut von dort aus die Märkte Europas, Afrikas und des Nahen Ostens. «Das Büro in Genf hat uns auch geholfen, die Position in der Schweiz zu stärken», sagt Marina Haydn, Circulation Director in der Genfer Niederlassung. «Wir bearbeiten den Markt aktiv, zum Beispiel mit einer Inseratekampagne in &#8218;Le Temps&#8216; und NZZ, sowie auf ausgewählten Online-Plattformen». Für den Erfolg in der Schweiz hat Haydn zwei Erklärungen. Zum einen zählt sie die grosse Zahl gutqualifizierter, englischsprachiger Ausländer zum Kernpublikum. Zum anderen vermutet sie, dass der Economist in der Schweiz auch deshalb so stark sei, weil es hier keine nationalen Nachrichtenmagazine oder Wochenzeitungen gibt, wie etwa in Deutschland «Der Spiegel» oder «Die Zeit».</p>
<p>Die beiden deutschen Publikationen sind es denn auch, die hinter dem Economist zu den auflagenstärksten internationalen Nachrichtenmedien in der Deutschschweiz zählen. «Der Spiegel» setzt wöchentlich 16&#8217;750 Exemplare ab und «Die Zeit» zwischen 11- und 15&#8217;000. Wie es bei der Online-Nutzung aussieht, lässt sich nicht ganz so einfach eruieren. Die New York Times teilte der MEDIENWOCHE mit, dass sie die Zugriffszahlen nicht nach Ländern aufgeschlüsselt öffentlich zur Verfügung stelle. Von anderen Verlagen erhält man zwar Nutzerzahlen, aber von jedem etwas andere, so dass sie einen Vergleich nicht zulassen.</p>
<p>Eine – wenn auch nur rudimentäre – Möglichkeit, mit einem einheitlichen Massstab zu messen, bietet «Google Insight for Websites». Damit lassen sich die Daily Unique Visitors von Websites nach der Herkunft aus einzelnen Ländern geordnet darstellen. Auch wenn die Zahlen nur beschränkt aussagekräftig sind, lässt sich damit deutlich zeigen, dass die Zugriffe aus der Schweiz auf internationale Nachrichtenseiten mehr als nur Quantité négligeable sind. Als Beispiel <a href="http://trends.google.com/websites?q=spiegel.de%2C+bbc.co.uk%2C+cnn.com%2C+lemonde.fr%2C+nzz.ch&amp;geo=CH&amp;date=all&amp;sort=0" target="_blank">ein Vergleich</a> zwischen BBC, CNN, Le Monde, Der Spiegel und der NZZ als Referenzgrösse für ein Schweizer Medium mit ausgebauter internationaler Berichterstattung (siehe nachfolgende Grafik). Auch wenn die NZZ erwartungsgemäss mit grossem Abstand an der Spitze der Nutzung liegt, erreichen die ausländischen Sites doch beträchtliche Werte. Kumuliert liegen die täglichen Zugriffszahlen dieser vier Sites gar auf dem Niveau der NZZ.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/08/google-trends-for-websites-spiegel.de-bbc.co_.uk-cnn.com-lemonde.fr-nzz.ch.jpg" alt="" width="475" height="194" /></p>
<p>Was man aus diesen Zahlen herauslesen darf, bleibt indes umstritten. Ist es zulässig, sie in Relation zur Auslandberichterstattung von Schweizer Medien stellen? Oder bleibt ein schweizerischer Blick auf die Weltpolitik unerlässlich um das globale Geschehen in den innenpolitischen Kontext einordnen zu können? Um diese Fragen ging es auch auf einer <a href="http://www.drs4news.ch/www/de/drs4/sendungen/drs4aktuell/5728.sh10227495.html" target="_blank">Podiumsdiskussion</a> beim Treffen der Auslandkorrespondenten vom Schweizer Radio Anfang Juni.</p>
<p>Die Szene kommt einem vertraut vor: Professor Kurt Imhof warnt wortreich und mit einem Hang zur Dramatik vor den fatalen Folgen für die Demokratie, wenn Schweizer Medien ihre Auslandberichterstattung weiter vernachlässigten. Mit seiner Klage hat Imhof im Studio Bern ein Heimspiel. Schliesslich kann sich das gebührenfinanzierte Radio ein weltumspannendes Netz an Berichterstattern leisten und ist damit von der professoralen Kritik ausgenommen. Den Prügelknaben gibt an diesem Juninachmittag Michael Hug. Als Chefredaktor der Berner Zeitung führt er kein Auslandressort mehr. Die internationale Berichterstattung bestreitet die BZ mit pfannenfertig angelieferten Zeitungsseiten von der Nachrichtenagentur SDA. Für Imhof eine Steilvorlage. Der Wegfall unterschiedlicher Perspektiven auf das Weltgeschehen sei ausserordentlich fatal. Und Imhof weiter: «Wenn die Medien nicht mehr selbst Erfahrungen einsammeln über geostrategische Umwälzungen, dann ist die Schweiz weniger dafür gewappnet, sich in dieser Welt zu positionieren.» So weit, so bekannt. Schliesslich ist die Klage über den Niedergang der Auslandberichterstattung in Schweizer Medien nicht ganz neu.</p>
<p>Was sich im heruntergedimmten Konferenzsaal des Radiostudios Bern zunächst als Blockgottesdienst anlässt, erfährt erst eine Irritation, als Nicola Forster bestehende Gewissheiten in Frage stellt. Der Präsident des aussenpolitischen <a href="http://www.foraus.ch/de/" target="_blank">Think-Tanks FORAUS</a> mag nicht in den Chor der Pessimisten einstimmen. Ihm bereitet der Zustand der schweizerischen Auslandberichterstattung keine Sorgen, denn die Schwäche der einen, ist die Stärke der anderen. «Die Möglichkeiten, sich zu einem günstigen Preis über internationale Zusammenhänge zu informieren, war noch nie so gut wie heute», stellt Forster fest. Der junge Jurist sagt das auch deshalb, weil er die oft als glorreich verklärte Vergangenheit des Auslandjournalismus als aktiver Medienkonsument nicht selbst erlebt hat. Als sich sogar Lokalzeitungen eigene Korrespondenten in den Metropolen der Welt leisten konnten, interessierte sich Forster noch nicht für Aussenpolitik. Heute liest er Economist, Guardian oder Huffington Post. «Die Breite des Angebots und seine permanente Verfügbarkeit wiegen den fehlenden Schweizbezug weitgehend auf», findet Forster.</p>
<p>Was dem aussenpolitisch engagierten Juristen als Selbstverständlichkeit erscheint, ist dem Medien- und Öffentlichkeitssoziologen ein Gräuel. Kurt Imhof kann Forsters Sichtweise wenig abgewinnen. Er hält sie für ein Zerrbild der Realität. Von der Verfügbarkeit internationaler Medien dürfe man nicht auf deren Relevanz für die innenpolitische Debatte schliessen, zumal es sich bei der Nutzung ausländischer Informationsmedien um einen «schmalen Elitekonsum» handle. Mit anderen Worten: Economist &amp; Co. vermögen nicht zu kompensieren, was Schweizer Medien vernachlässigen. Für Imhof ist klar: «Relevanz für Publikum und Politik konstituiert sich sozial über die Filterfunktion nationaler Medien.»</p>
<p>Eine spezifische Schweizer Optik ist sicherlich unabdingbar auf den aussenpolitisch bedeutsamsten Korrespondentenposten in Brüssel und Berlin. Bei der EU und in der deutschen Hauptstadt werden Entscheide gefällt, die den Gang der schweizerischen Innenpolitik nachhaltig beeinflussen. Wenn dagegen die x-ten Gespräche zum Atomprogramm des Iran stattfinden und ein Schweizer Radiokorrespondent darüber berichtet, dann ist der einzige Schweizbezug oft nur die Tatsache, dass der Reporter mit einem Schweizer Akzent spricht. Was den Gehalt der Berichterstattung angeht, könnte man aber genauso gut mit einem beliebigen internationalen Qualitätstitel Vorlieb nehmen.</p>
<p>Als diplomatischer Korrespondent vom Schweizer Radio berichtet <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/ueber-uns/team/12395.fredy-gsteiger-information.html" target="_blank">Fredy Gsteiger</a> regelmässig über Vorgänge der globalen Diplomatie. Gsteiger ist sich bewusst, dass nicht in jeden Bericht eine spezifische Schweizer Sicht einfliessen kann, aber das geschehe «doch öfter, als man das auf den ersten Blick vermuten würden». Wieviel Swissness in einem einzelnen Beitrag stecke, sei aber nicht der entscheidende Punkt. Vielmehr gehe es darum, schreibt Gsteiger auf Anfrage der MEDIENWOCHE weiter, dass sich die Schweiz – gerade als reiches und international vernetztes Land – weiterhin oder gar wieder verstärkt einen eigenen Blick auf die Welt leisten muss, um sich eine eigene Deutung der internationalen Geschehnisse vorzubehalten. Das liest sich wie ein frommer Wunsch. Als einzige Schweizer Medien unterhalten die NZZ und Schweizer Radio ein eigenes, weltumspannendes Korrespondentennetz, das eine kontinuierliche Berichterstattung aus aller Welt gewährleistet.</p>
<p>So lange es keine verlässlichen Zahlen und wissenschaftlichen Untersuchungen über die Nutzung internationaler Nachrichtenmedien in der Schweiz gibt, bleiben Aussagen über deren Leistung für den innenpolitischen Diskurs einigermassen spekulativ. Was aber ausser Zweifel steht: Mit dem umfassenden internationalen Medienangebot im Web haben die Möglichkeiten massiv zugenommen, sich kompetent über das Weltgeschehen zu informieren. Wenn Kurt Imhof in diesem Zusammenhang von einem «schmalen Elitekonsum» spricht, dann stellt sich die Frage: war das nicht schon immer so? Nur weil Schweizer Medien früher ausführlicher über das Weltgeschehen berichteten, heisst das noch lange nicht, dass sich damals auch mehr Leute dafür interessiert hatten. Und wenn es tatsächlich nur eine Elite sein sollte (wie schmal oder breit die auch immer sein mag), die sich für eine aussenpolitische Berichterstattung interessiert, dann kann die sich heute ein umfassenderes und differenzierteres Bild des Weltgeschehens machen. Das alleine ist schon ein Gewinn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/03/wer-liest-den-economist/">Wer liest den Economist?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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