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	<title>NZZ Print | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Zeitungsdruck: Ideenlose Grossverlage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Paul Fischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 12:41:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Druckerei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn sogar Schwergewichte wie die NZZ ihre Zeitungsdruckerei schliessen, dann scheint der Niedergang von Print unaufhaltsam. Doch so einfach ist es nicht. Es gibt auch Unternehmen, die nach innovativen Lösungen suchen und ihre Druckereien digital umbauen, um ihre Anlagen für neue Printprodukte auszulegen. So etwa in Visp bei der Mengis Druck AG. Wer wissen will, <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/20/zeitungsdruck-ideenlose-grossverlage-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sogar Schwergewichte wie die NZZ ihre Zeitungsdruckerei schliessen, dann scheint der Niedergang von Print unaufhaltsam. Doch so einfach ist es nicht. Es gibt auch Unternehmen, die nach innovativen Lösungen suchen und ihre Druckereien digital umbauen, um ihre Anlagen für neue Printprodukte auszulegen. So etwa in Visp bei der Mengis Druck AG.<br />
<span id="more-23659"></span><br />
Wer wissen will, wie sich die Druckbranche verändert, muss sich unbedingt zwei aktuelle Brennpunkte des Geschehens näher anschauen. Der eine ist Schlieren, genauer gesagt die für Mitte 2015 vorgesehene Schliessung des <a href="http://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/nzz-bestaetigt-schliessung-der-druckerei-in-schlieren" target="_blank">Zeitungsdruckzentrums der NZZ,</a> welche nach einem Konsultationsverfahren definitiv bestätigt wurde. Parallel dazu verkündete die Mengis Druck aus Visp, ab Sommer 2015 ihre Tageszeitung «Walliser Bote» mit einer Auflage von immerhin über 30 000 Exemplaren nicht mehr auf einer Offset-Zeitungsrotation, sondern auf einem <a href="http://www.wan-ifra.org/de/articles/2015/02/02/digitale-zeitungsproduktion-mit-mueller-martini-systemen-im-versandraum" target="_blank">digitalen Rollensystem</a> herzustellen.</p>
<p><strong>Unabhängigkeit geht vor</strong><br />
Beide Beispiele zeigen auf, dass betriebswirtschaftliche Zahlen alleine bei solch grundlegenden Richtungsentscheiden nicht das absolut entscheidende Kriterium sind. Auch wenn es und die jeweiligen Verantwortlichen mit intelligenten Worthülsen glauben machen wollen. Wäre es wirklich rein nach den Zahlen gegangen, dann hätte man sich auch in Visp vom eigenen Zeitungsdruck trennen müssen. Gemäss im Markt herumgeisternden Informationen haben grosse Zeitungsdruckereien den Wallisern Angebote vorgelegt, denen man eigentlich nicht widerstehen konnte. Doch der Familie Mengis war die eigene Unabhängigkeit im Druckbereich, und die Möglichkeit mit Digitaldruck und entsprechender Weiterverarbeitung neue Geschäftsmodelle aufzuziehen, etwas wert.</p>
<p>Der NZZ-Führungsspitze war diese Unabhängigkeit hingegen nicht (mehr) viel wert. Die detaillierte Antwort im Rahmen des Konsultationsverfahrens zeigt dies deutlich auf. In dem Bericht werden zwei Zeitungsdruckzentren, Tamedia-Bubenberg und NZZ-Schlieren, beschrieben, welche angesichts der Auflagenrückgänge suboptimal ausgelastet sind. Die Situation soll sich in den nächsten Jahren noch dramatisch zuspitzen: 2016 dürfte im Bubenberg nicht viel mehr Zeitungspapier verdruckt werden als 2014. Dies dann aber zusammen mit den Titeln der NZZ-Gruppe!</p>
<p>Angesichts solcher Aussichten ist es nachvollziehbar, warum eines der beiden grossen Zürcher Zeitungsdruckzentren geschlossen wird. Einen Beigeschmack hat es aber schon. Zwar sind die Stückkosten der Tamedia-Zeitungsdruckerei deutlich tiefer als die von Schlieren, doch der Bericht zeigt eine schlichte Wahrheit auf: Die Tamedia AG kämpfte für den Erhalt ihres Zeitungsdruckzentrums, während bei der NZZ von Anfang an auf die Exit-Lösung hin gearbeitet wurde (unter fast völliger Ausklammerung der direkt Betroffenen), weil, wie es schön beschrieben wird: «Das Kerngeschäft der NZZ ist nicht das Zeitungsdrucken, sondern das Zeitungsmachen.»</p>
<p><strong>Anpassung an einen schrumpfenden Markt</strong><br />
Visp und Schlieren zeigen aber noch was anderes auf: Die grossen Zeitungsverlage der Schweiz sind, was die Weiterentwicklung und mögliche Mehrwerte ihrer Printprodukte betrifft, ziemlich ideenlos. Hier geht es praktisch nur noch um die Anpassung an einen schrumpfenden Markt. Bei der Mengis Druck AG hingegen hat man nun den Weg der Innovation gewählt. Die Anlage, bestehend aus einer HP T400 Color-Inkjetrollenmaschine, Manroland Web Systems Fold Line und einem Alphaliner von Müller Martini, ist nicht nur eine 1:1-Ersatzinves­ti­tion für eine bestehende Zeitungsoffsetmaschine, sondern ermöglicht völlig andersartige Printprodukte und damit das Erschliessen neuer Märkte.</p>
<p>Die Investition in Visp ist, ohne pathetisch zu werden, ein Wendepunkt, eine Revolution. Die Zeitungshäuser der Welt werden mit Argusaugen ins Wallis schauen. Zu Recht. «Der Druck ist langfristig tot» oder «Lang lebe der Druck»? In diesem Spannungsfeld wird sich die printmedienverarbeitende Branche weiterentwickeln.</p>
<p><small>Dieser Artikel wurde zuerst als Editorial in der Fachzeitschrift <a href="http://www.viscomedia.ch/" target="_blank">«viscom – print &amp; communication»</a> Nr. 3/4 2015  veröffentlicht</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/20/zeitungsdruck-ideenlose-grossverlage-2/">Zeitungsdruck: Ideenlose Grossverlage</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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