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	<title>parlament.ch | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Mehr PR-Kritik, bitte!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2016 13:21:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Irène Harnischberg]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Schneider-Ammann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während sich die Medien- und Journalistenkritik im letzten Jahrzehnt eines Aufschwungs erfreuen konnte, wird die Arbeit hochbezahlter Kommunikationsstellen und -büros kaum je kritisiert. Das muss sich ändern. Gerade direkt und indirekt von Steuergeldern finanzierte PR-Leute benötigen mehr Kontrolle und Kritik durch die Öffentlichkeit. Ein Blick auf vier aktuelle Fälle aus der Praxis. Es ist ein <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/14/mehr-pr-kritik-bitte/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während sich die Medien- und Journalistenkritik im letzten Jahrzehnt eines Aufschwungs erfreuen konnte, wird die Arbeit hochbezahlter Kommunikationsstellen und -büros kaum je kritisiert. Das muss sich ändern. Gerade direkt und indirekt von Steuergeldern finanzierte PR-Leute benötigen mehr Kontrolle und Kritik durch die Öffentlichkeit. Ein Blick auf vier aktuelle Fälle aus der Praxis.<br />
<span id="more-26901"></span><br />
Es ist ein erfreuliches Novum. In den letzten Wochen gaben in den Medien gleich mehrere Fälle aus der Kommunikationsbranche zu reden:</p>
<p><strong>Die Kommunikationsberatung von Johann Schneider-Ammann</strong><br />
«Vorgeführt!» worden sei Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann von seinen Kommunikationsleuten, lautete das <a href="http://www.blick.ch/news/politik/wie-berater-johann-schneider-ammann-global-zum-gespoett-machen-vorgefuehrt-id4794955.html">Urteil von Peter Hossli im Sonntags-Blick</a>. «Komplett versagt» gar habe die Kommunikation in diesem Fall, <a href="http://www.20min.ch/schweiz/news/story/13105560">fand Peter Rothenbühler</a>. In der Kritik, den Wirtschaftsminister mit einem <a href="https://www.rts.ch/play/tv/allocutions-declarations/video/allocution-de-johann-schneider-ammann-president-de-la-confederation?id=7549928">Video zum Tag der Kranken</a> in eine lächerliche Situation gebracht zu haben, steht vor allem Noé Blancpain, Informationschef des Kommunikationsdiensts des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Zum <a href="https://www.wbf.admin.ch/wbf/de/home/dokumentation/dienstleistungen/dienstleistungen-wbf/zugang-zu-amtlichen-dokumenten.html">Team</a> von Blancpain gehören die beiden langjährigen Pressesprecher Evelyn Kobelt und Erik Reumann sowie die Ex-Journalistin Irène Harnischberg, die bis 2014 als Ringier-Politikredaktorin gearbeitet hatte. In der Kommunikationsberatung brauche es «eine solide Vorbereitung und ehrliche Feedbacks», <a href="http://www.wahlkampfblog.ch/was-man-von-bundespraesident-schneider-ammanns-peinlichem-auftritt-lernen-kann/">findet</a> etwa Politikberater Mark Balsiger – beim Videodreh zum Tag der Kranken scheint das nicht stattgefunden zu haben. Wer glaubte, dass sich die WBF-Kommunikationsleute wenigstens im Nachhinein ihrer Verantwortung stellen, sah sich getäuscht. «Wir hätten strenger sein sollen», <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/die-welt-lacht-sich-krank-ueber-schneider-ammanns-rede-das-sagen-die-berater-wir-spuerten-ein-heikles-unterfangen-id4784190.html">verlautbarten sie</a>, als wäre der Minister ein ungezogener Schüler. Bundesrat Schneider-Ammann hatte auch vorher schon keine glückliche Hand bei der Auswahl seines Kommunikations- und Beraterstabs. Sein früherer Sprecher Ruedi Christen kam bereits angeschlagen wegen seines Verhaltens <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Aktiver-Mitspieler-im-Fall-Borer-wird-Sprecher-von-SchneiderAmmann/story/21258002">in der Affäre um Botschafter Thomas Borer</a>. Bei Schneider-Ammann agierte er glücklos und musste gehen.</p>
<p><strong>Hirzel Neef Schmid Konsulenten</strong><br />
Das <a href="https://etwasanderekritik.files.wordpress.com/2016/03/alpiq_konzept.pdf">«Public Affairs Konzept 2016»</a>, ausgeheckt von der PR-Firma für den Stromkonzern Alpiq, empörte nach einem <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/alpiq-will-too-big-to-fail-werden/story/13803131">Bericht von Dominik Feusi in der Basler Zeitung</a> viele: Um politischen Druck zu erzeugen, soll der finanziell angeschlagene Konzern als «too big to fail» dargestellt werden und so entweder verstaatlicht oder stark subventioniert werden. Via Verbände sollen Forschungsaufträge an ETH, EPFL, HSG und Juristen erteilt und finanziert werden, deren Stossrichtung dann auf Nachfrage durch die Alpiq selbst bestätigt werden soll. Die Medien sollen die Rolle von «Supportern» spielen, die «Politiker als Helden ins Zentrum stellen». Autor des Papiers ist der Lobbyist Dominique Reber. Einen <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/lobbying-fuer-die-verstaatlichung-von-akw?id=9f269afc-d42f-4708-ab79-aa25a643a1b2&amp;startTime=0">Bericht der SRF-Tagesschau</a> dazu kommentierte die Agentur <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1251457871548249&amp;id=359297660764279">mit den Worten</a>: «Kleine Neider beleben das Leben. Wer das Papier wirklich liest, weiss dass wir richtig gehandelt haben». <strong>Nachtrag</strong>, 14. März 2016, 16 Uhr: Nachdem auch Watson.ch zu diesem Facebook-Eintrag <a href="https://www.watson.ch/!765490779">etwas schrieb</a>, machte die Agentur Krisenkommunikation in eigener Sache – und nahm gleich die komplette eigene Facebook-Seite offline.</p>
<p><strong>Die Kommunikation von itsystems AG, Namics und DTI</strong><br />
Nach dem millionenteuren Relaunch von Parlament.ch – ein gemäss <a href="http://www.itsystems.ch/wp-content/uploads/Relaunch-parlament.ch-Medienmitteilung-der-itsystems-AG-und-Namics.pdf">Medienmitteilung</a> «wegweisendes Projekt der Parlamentsdienste unter der Federführung des IT- Dienstleisters itsystems AG in Zusammenarbeit mit Namics und DTI» – ärgerten sich Politiker, Journalisten und Bürger über Unzulänglichkeiten der Website und über tote Links, <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/22/die-totlink-produzenten-vom-dienst/">die MEDIENWOCHE berichtete zuerst</a>. Während die Parlamentsdienste zeitnah, transparent und in der gebotenen Ausführlichkeit informierten, schwiegen die Firmen, die den Auftrag ausführten. Und das, obwohl sie ihre Mitarbeit am Relaunch in veröffentlichten Medienmitteilungen priesen und natürlich auch Kontaktpersonen nannten für Medienanfragen. Sebastian Pastuschek von Namics antwortete auf die Anfrage der MEDIENWOCHE, er werde Feedback einholen und sich wieder melden. André Heymann von IT Systems schrieb lediglich zurück, er habe die Anfrage an die Parlamentsdienste weitergeleitet. Beide meldeten sich nicht wieder.</p>
<p><strong>Die Ringier-Kommunikationsabteilung</strong><br />
Der Blick.ch-Artikel «‹Steuererleichterungen gehen zu wenig weit›: Kanton Zürich vergrault Start-ups» ist nicht mehr verfügbar, <a href="http://tsri.ch/zh/wie-der-blick-seine-eigenen-journalisten-zensiert/">er wurde gelöscht</a>. Weshalb? <a href="http://sonntagszeitung.ch/read/sz_13_03_2016/fokus/So-wichtig-ist-Walder-der-Blick-58081">Barnaby Skinner von der «Sonntagszeitung» schreibt</a>, Ringier-CEO Marc Walder habe der Chefredaktion ein SMS geschrieben: «Der Artikel müsse weg.» Skinners Erkundigungen bei Ringier ergaben dieses Resultat: «Die Redaktion wollte keine Stellung nehmen und verwies an die Medienstelle. Diese gab an, der Ringier-CEO habe Besseres zu tun, als sich um ‹Blick›-Artikel zu kümmern.» Wer den zweiten Satz genau liest, merkt sofort, dass das gar kein Dementi ist, sondern eine allgemeingültige, vage Aussage, die sich auf alles Mögliche beziehen könnte. Eine erneute Nachfrage an die Ringier-Medienstelle mit der Bitte um die Aufklärung der Sachlage zum SMS von Walder blieb unbeantwortet.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
«Keine Gegendarstellung von der Wissenschaft oder von Medienschaffenden, dass sie sich nicht derart instrumentalisieren lassen, kein Aufschrei von Parlamentarierinnen und Parlamentariern, dass sie als Marionetten der Spin-Doktoren vorgeführt werden», notiert Andreas Von Gunten in einem <a href="https://andreasvongunten.com/blog/das-alpiq-strategiepapier-zeigt-vor-allem-wie-verwerflich-die-public-affairs-branche-vorgeht/">Blogbeitrag zum Alpiq-Strategiepapier</a>. Er fordert, «dass wir eine Debatte über die ethischen Grundlagen der politischen Öffentlichkeitsarbeit führen, denn offenbar scheinen sich die Medienschaffenden, die Volksvertreter und die Wissenschafter bereits daran gewöhnt zu haben, dass die Politik so funktioniert. Keine Empörung weit und breit.»</p>
<p>Man kann da Von Gunten nur beipflichten. Wer unter den Journalisten ein echtes Interesse hat an einer kritischen Öffentlichkeit, muss die bezahlte Öffentlichkeitsarbeit demaskieren – gerade dann, wenn es auch um Steuergelder des Bürgers geht. Dass Journalisten im Dienste der Wahrheit immer schlechter bezahlt werden und immer genauer unter die Lupe genommen werden, ist ein Fakt. Aber muss es denn sein, dass Kommunikationsarbeiter immer besser bezahlt werden, ihre teilweise die Öffentlichkeit täuschende und manipulierende Arbeit jedoch von der Öffentlichkeit unbeachtet bleibt?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/14/mehr-pr-kritik-bitte/">Mehr PR-Kritik, bitte!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Totlink-Produzenten vom Dienst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Feb 2016 15:35:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Relaunch der Website des schweizerischen Parlaments sind 10’000 Seiten nicht mehr unter ihren bisherigen Adressen erreichbar. Es sei zu aufwändig und komplex, sämtliche Verweise der neuen Struktur anzupassen. Neben dem Bund ist auch die SRG eine grosse Totlink-Produzentin. Update 5. März: Die Parlamentsdienste haben inzwischen «beim Redirecting stark nachgebessert». 95 Prozent aller Links <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/22/die-totlink-produzenten-vom-dienst/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Relaunch der Website des schweizerischen Parlaments sind 10’000 Seiten nicht mehr unter ihren bisherigen Adressen erreichbar. Es sei zu aufwändig und komplex, sämtliche Verweise der neuen Struktur anzupassen. Neben dem Bund ist auch die SRG eine grosse Totlink-Produzentin.<br />
<span id="more-26818"></span><br />
<small><strong>Update 5. März:</strong><br />
Die Parlamentsdienste haben inzwischen «beim Redirecting stark nachgebessert».<a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/die-teure-pannenseite/story/15226897" target="_blank"> 95 Prozent aller Links würden nun umgeleitet</a>, nur noch fünf Prozent führen (noch) nicht zum angegebenen Ziel. Ursprünglich sollte ein Grossteil der Links, von rund 10&#8217;000 Verweisen war die Rede, gar nicht umgeleitet, sondern nur noch auf die Startseite geführt werden. Ein Redirecting «wäre technisch äusserst aufwendig und würde nicht zu 100% funktionieren», hiess es. Nun ist es offenbar doch möglich.</small></p>
<p>Für mehr als 2,5 Millionen Franken hat der Bund die Website der schweizerischen Bundesversammlung auffrischen lassen. Zwei Jahre hat die Totalsanierung gedauert, am letzten Freitag <a href="https://www.parlament.ch/press-releases/Pages/mm-info-2016-02-18.aspx" target="_blank">ging die neue Website online</a>. Der Relaunch ermögliche es, «sich leichter in der Fülle der Informationen auf parlament.ch zurecht zu finden», teilen die Parlamentsdienste mit. Auch sonst wird mit Eigenlob und den Schlagwörtern der Stunde nicht gegeizt. Die Site soll natürlich <a href="https://bosshartong.ch/journal/so-barrierefrei-ist-parlament-ch/" target="_blank">barrierefrei</a>, responsive, abonnierbar sein.</p>
<p>Dass der Relaunch in einem – nicht unwesentlichen – Punkt eine massive Verschlechterung mit sich bringt, verschweigen die Parlamentsdienste geflissentlich. Im Zuge der Neugestaltung von parlament.ch wurden rund 10’000 Seiten neu adressiert. Unter ihrer bisherigen Adresse sind die Inhalte nicht mehr erreichbar.</p>
<p>Wer zum Beispiel auf Wikipedia im Eintrag zum Nationalrat eine dort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalrat_(Schweiz)#Weblinks" target="_blank">verlinkte Originalquelle</a> auf parlament.ch anklickt, wird neuerdings nicht mehr zum Ziel geführt. Man landet stattdessen nur noch auf der Startseite der Bundesversammlung und muss dort die Suche wiederholen.</p>
<p>Von der Verschlimmbesserung sind grundsätzlich alle betroffen, die auf ihren Online-Plattformen irgendwo Links auf jenen Teil der Inhalte von parlament.ch gesetzt haben, die mit dem Relaunch nicht ins neue System überführt worden sind. In mühseliger Kleinarbeit können diese Verweise natürlich händisch aktualisiert werden. Genaus das empfehlen die Parlamentsdienst den Ratsmitliedern mit ihren persönlichen Websites zu tun.</p>
<p>Auch auf die Websuche wirken sich die unerfreulichen Neuerungen aus. Wer bei Google nach einer <a href="https://www.google.ch/search?q=medienmitteilungen+kvf+parlament.ch&amp;oq=medienmitteilung&amp;aqs=chrome.0.69i59l2j69i57j0l3.2744j0j4&amp;sourceid=chrome&amp;es_sm=119&amp;ie=UTF-8" target="_blank">Medienmitteilung</a> einer parlamentarischen Kommission sucht, wird nicht mehr fündig. Der in der Trefferliste angezeigte Link führt nicht mehr zum gesuchten – und vermeintlich gefundenen – Dokument. Hierzu diskutieren die Parlamentsdienste immerhin über mögliche Massnahmen, tote Links aus dem Google-Index entfernen zu lassen.</p>
<p>Weiterhin unter den bisherigen Adressen erreichbar sind dagegen die Ratsgeschäfte in der «Curia Vista»-Datenbank, ebenso das amtliche Bulletin mit den Wortprotokollen, sowie die Ratsbiografien. «Angesichts der Bedeutung und der stark verbreiteten externen Verlinkung dieser Seiten ist ein Redirecting zwingend nötig», erklärt Daniel Schweizer, Leiter Ressort Web bei den Parlamentsdiensten. Dass alle anderen Seiten, und es sind mit 10’000 nicht wenige, fortan neue Adressen führen und unter ihren bisherigen nicht mehr auffindbar sind, nehmen die Parlamentsdienste nicht nur billigend in Kauf, es ist nachgerade so gewollt.</p>
<p>Sämtliche Verlinkungen in die neue Struktur zu überführen mittels <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/URL_redirection" target="_blank">Redirecting</a>, wäre technisch äusserst aufwändig und würde nicht zu hundert Prozent funktionieren, teilt Daniel Schweizer auf Anfrage mit. Zudem würden komplexe Redirecting-Systeme das Gesamtsystem belasten. Entsprechend lautete der Auftrag an die drei mit der Umsetzung betrauten Firmen Itsystems, Namics und DTI, nur einen Teil der Adressierung zu erneuern.</p>
<p>Mit diesem Mangel konfrontiert, zitierte Namics-CEO Jürg Stuker auf Twitter den Slogan <a href="https://twitter.com/jstuker/status/701691605904965632" target="_blank">«Cool URIs don’t change»</a>. Damit überschrieb WWW-Erfinder Tim Berners Lee 1998 <a href="https://www.w3.org/Provider/Style/URI.html" target="_blank">ein Dokument</a>, in dem er forderte, dass Web-Adressen stabil und über die gesamte Lebenszeit nicht verändert werden sollten. Sprich: So lange sich eine bestimmte Seite oder ein Dokument im Netz befindet, sollten sie unter der gleichen Anschrift erreichbar sein. In einem weiteren Tweet kommentierte Stuker, es könne <a href="https://twitter.com/jstuker/status/701694071983755265" target="_blank">«kaum gewollt»</a> sein, die Link-Struktur auf parlament.ch nachhaltig zu verändern. Damit widerspricht er der Bundeskanzlei, die den Auftrag klar so erteilt hat. Eine Anfrage bei der Firma IT Systems, die das Projekt zur Neugestaltung von parlament.ch geleitet hat, blieb bisher unbeantwortet.</p>
<p>Tote Links (engl. link rot) gehören zum Web seit seinen Anfängen – trotz aller Mahnungen seines Erfinders. Eine <a href="http://www.npr.org/sections/alltechconsidered/2014/04/26/307041846/stopping-link-rot-aiming-to-end-a-virtual-epidemic" target="_blank">«virtuelle Epidemie»</a> nannte 2013 das US-Radio NPR den «link rot». Zahlreiche Initiativen, mittels Technologie immerwährende Links zu generieren, wirken sich bestenfalls als Tropfen auf den heissen Stein aus. Die Quote toter Links im Web hat deswegen nicht spürbar abgenommen.</p>
<p>In der Schweiz gibt es neben dem Bund einen zweiten grossen Totlink-Produzenten: Schweizer Radio und Fernsehen. Seit der Namensänderung von DRS zur SRF Ende 2012 führen drs.ch- und sf.tv-Links nur noch auf die SRF-Homepage und nicht mehr zu den ursprünglich damit bezeichneten Inhalten. Die privaten Verlage dagegen schafften es erstaunlich gut, die Adressierung der Artikel konsistent zu halten, auch über komplexe Relaunches hinweg.</p>
<p>Dass sich der Staat und der öffentliche Rundfunk damit schwertun, ihre Online-Bestände langfristig zugänglich zu halten, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ausgerechnet jene Institutionen, die mit Steuern und öffentlichen Mitteln alimentiert, im Dienste der Allgemeinheit Informationen produzieren und verwalten, schaffen es nicht, ihre Ressourcen nachhaltig zu bewirtschaften. Langfristige Verfügbarkeit ist genauso wichtig wie <a href="https://bosshartong.ch/journal/so-barrierefrei-ist-parlament-ch/" target="_blank">Barrierefreiheit</a> – wobei im Fall von parlament.ch gleich beide Anforderungen nicht erfüllt sind.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/22/die-totlink-produzenten-vom-dienst/">Die Totlink-Produzenten vom Dienst</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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