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	<title>Peter Röthlisberger | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Schnorri-Themen am Abend</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[Marlies Prinzing]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Röthlisberger]]></category>
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		<category><![CDATA[ZPV]]></category>
		<category><![CDATA[Sacha Wigdorovits]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Die Emotionalisierung hat auch ihr Gutes. Sie führte zum Beispiel zu 230 Millionen Franken Spenden beim Tsunami» sagte der ehemalige «Blick»-Chefredaktor und jetzige PR-Mann Sacha Wigdorovits gegen Schluss der fast einstündigen Podiumsdiskussion am «Communication Summit 2011» im gut gefüllten Auditorium Maximum der ETH Zürich. Und doch sei es richtig, wenn ihr Grenzen gesetzt werden. Für <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Die Emotionalisierung hat auch ihr Gutes. Sie führte zum Beispiel zu 230 Millionen Franken Spenden beim Tsunami» sagte der ehemalige «Blick»-Chefredaktor und jetzige PR-Mann Sacha Wigdorovits gegen Schluss der fast einstündigen Podiumsdiskussion am «Communication Summit 2011» im gut gefüllten Auditorium Maximum der ETH Zürich. Und doch sei es richtig, wenn ihr Grenzen gesetzt werden. Für Ausländerhetze beispielsweise würde er sich niemals hingeben, schliesslich komme er aus einer jüdischen Flüchtlingsfamilie.<span id="more-28709"></span></p>
<p>Für die Misere des hiesigen Journalismus machte er die Führungsspitzen der Verlage verantwortlich: «In den Verwaltungsräten ist keine journalistische Kompetenz vorhanden. Diese Leute wissen nicht, was ein gut gemachtes journalistisches Produkt ist.» Er zeigte sich aber auch von den Journalisten enttäuscht: «Die Arbeitsethik der Journalisten, der Wille, Journalismus zu machen, ist heute nicht mehr im gleichen Masse vorhanden wie früher. Das Problem ist, dass viele glauben, Emotionen reichten aus. Es braucht aber auch Recherche.» Das Ziel von so vielen, mit einer Geschichte möglichst sofort und als erste Publikation online zu sein, sei nicht ausreichend: «Die Geschichte muss in erster Linie mal stimmen. Das ist heute vergessen und das ist inakzeptabel. Diese Medien verstehen nicht, dass sie dabei ihren eigenen Ast absägen.»</p>
<p>Nicht nur Wikileaks wurde behandelt &#8211; «wäre eine grosse Chance für die Medien» (Marlies Prinzing) bzw. «ein Armutszeugnis für die Journalisten» (Wigdorovits) -, es ging auch um die ewiggleichen und ermüdenden Fragen, ob Journalismus eine Zukunft habe, ob der Journalistenberuf eigentlich noch attraktiv sei und ob Journalisten im Vergleich zu Lehrern nicht viel zu wenig verdienten. Das Thema Emotionalisierung war nur eines von vielen in einer Runde über die Befindlichkeiten der Branche der von den Verbänden ZPV und ZPRG organisierten Veranstaltung.</p>
<p>In der von ECO-Moderator Reto Lipp geführten Runde sassen neben Wigdorovits auch Marlies Prinzing («Die Medien haben in den Fällen Hirschmann und Kachelmann vorverurteilt.»), Peter Röthlisberger («‹Blick› und ‹Blick am Abend› werden nicht fusionieren &#8211; Wir haben nicht mal 10 Prozent Doppelleser.») und Karl Lüönd, der feststellte, dass der Begriff «Boulevardzeitung» ein Kampfbegriff der Bildungsbürger sei, es sich eigentlich um eine «Volkszeitung» handle.</p>
<p>Neben dem üblicherweise bei Podiumsdiskussionen zu hörenden Lamento über den allgemeinen Niedergang war immerhin einer aufrichtig gut gelaunt: Die Frohnatur Peter Röthlisberger eröffnete den Abend mit einem bildlastigen Vortrag, in dem er seine Erfolge mit dem «Blick am Abend» präsentierte, auch wenn er zugeben musste, dass das Produkt «noch nicht» rentabel sei. Die Leserzahl wurde verdoppelt, die Auflage stabil gehalten, denn: «Mehr Auflage bedeutet höhere Kosten.»</p>
<p>Von Röthlisberger waren viele betont optimistische Sätze zu hören:</p>
<ul>
<li>«Ich glaube nicht, dass die Journalisten schlechter sind als vor zehn Jahren.»</li>
<li>«Wir unterdrücken keine Neuankömmlinge.»</li>
<li>«Der Turnaround beim Blick ist geschafft.»</li>
<li>«Das Schöne ist: Wir sehen am Abend, was wir gemacht haben.»</li>
<li>«Leute unterhalten ist etwas Nobles.»</li>
</ul>
<p>Nachhaltigen Eindruck machte dabei ein Foto der Berner Badeanstalt Marzili aus der Vogelperspektive, gesprenkelt mit Dutzenden Badetüchern, auf dem er ganze sieben «Blick am Abend»-Badetücher mit Kreisen fürs Publikum sichtbar identifizierte. Röthlisberger wertete so das gesteckte Ziel, Berührungsängste gegenüber der Marke «Blick» abzubauen, als erreicht. «Das ist eigentlich die grosse Leistung des ‹Blick am Abend›.»</p>
<p>Brombeer als Farbe, die eigenwillige, aber einprägsame Schöpfung von Röthlisberger, kann ihn regelrecht begeistern! Er schwärmte vom «Brombeer-Meer», das abends in den öffentlichen Verkehrsmittel zu sehen sei, und wer Zweifel daran hatte, wurde mit einem Beweisfoto vom Gegenteil überzeugt. Nicht zu Wort meldeten sich jene, in denen das Foto Bilder von Altpapierbergen und Massen geistig Verarmter hervorrief.</p>
<p>Das Konzept der durchaus erfolgreichen Abendzeitung in einem Satz: «Wir wollen mit Verspieltheit ein Schnorri-Thema setzen.» Der Zeitung ist tatsächlich zugute zu halten, dass sie oft ideenreich und witzig ist, kaum je Kampagnen fährt und Empörungsbewirtschaftung auf eine meist gerade noch angemessene Art betreibt. Allerdings verlässt sie sich fast komplett auf die Recherchen anderer und schreibt überhaupt kaum je etwas Verwertbares oder Bedeutungsvolles. Die Zukunft des Journalismus ist da also nicht zu finden. Aber mehr als ein zeitgemässes Unterhaltungsblättchen will der «Blick am Abend» ja auch nicht sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/03/schnorri-themen-am-abend/">Schnorri-Themen am Abend</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Skandal am Communication Summit!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:35:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[Presseverein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
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		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/communication-summit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Skandalisierung und Emotionalisierung gehören seit jeher ins journalistische Repertoire. Gegenwärtig greifen Medien stärker zu diesen Mitteln als auch schon. Warum? In Zeiten verbreiteter Telefon- und Bildschirmrecherche aus dem unterkühlten Newsroom kann die Tuchfühlung zum Objekt des journalistischen Interesses schnell mal abhandenkommen. Die bleichen Inhalte bedürfen dann notgedrungen emotionaler Vitaminschübe, um sie geniessbar zu machen. Doch was steckt dahinter? Die „Medienwoche“ hat dem Tagungsthema des Communication Summit vorgegriffen und die beiden Referenten Peter Röthlisberger, Chefredaktor Blick am Abend, und Karl Lüönd, Publizist, zur Debatte eingeladen. Zwei wissenschaftliche Positionen zu Skandalisierung und Emotionalisierung finden Sie in den <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/emotionen-schwerer-stand-in-der-wissenschaft/">Beiträgen von Vinzenz Wyss (pro) und Kurt Imhof (kontra)</a>.<span id="more-307"></span></p>
<div class="columns">
<div class="column">
<h4>PRO</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=505"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-505" title="roethlisberger_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/roethlisberger_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Peter Röthlisberger ist Chefredaktor Blick am Abend.</p>
<p><strong>Der Leser hat Recht</strong></p>
<p>Wem soll der Wurm schmecken? Dem Leser oder dem Soziologieprofessor? Finden Sie diese Provokation billig? Oder haben Sie schadenfreudig gelacht? Beides ist gut für uns. Hauptsache, der Einstiegssatz lässt Sie nicht gleichgültig. Ihre Reaktion ist uns Rechtfertigung, Emotionalisierung als journalistisches Werkzeug anzuwenden. Emotionalisierung, Personifizierung gefällt den Lesern und Zuschauern. Das ist einfach zu belegen, denn stark emotionalisierende Medien sind in der Schweiz jeweils die grössten ihrer Sparte. Der Blick ist bezüglich Auflage und Lesern die grösste bezahlte Tageszeitung, der Sonntagsblick mit Abstand die Nummer Eins am Sonntag, blick.ch die meistbesuchte Medienseite und der Blick am Abend ein Erfolgsmodell. Und dann der uneinholbare Branchenleader Schweizer Fernsehen. Was zeigt das Fernsehen anderes als Emotionen und Personifizierung? Es gibt keine Beiträge und Talksendungen ohne Regung, Rührung, Überschwang. Emotionen erreichen Menschen – deswegen wird dieses Rezept immer erfolgreich sein. Ich halte nichts davon, geschätzte 80 Prozent der Mediennutzer selbstgerecht auf den rechten Weg bringen zu wollen. Die Demokratie ist durch emotionalisierenden Journalismus nicht gefährdet. Der Leser und Fernsehzuschauer ist mündig. Boulevardmedien, gekauft oder gratis, helfen, die Welt zu begreifen. Sie reduzieren Komplexität. Im Idealfall missionieren sie auch nicht für eine Anschauung, nehmen die Nutzer auf allen Kanälen ernst und erklären nicht die Welt, wie sie sein müsste. Dieser Wurm schmeckt dem Leser. Und der Leser hat Recht.</p>
</div>
<div class="column">
<h4>CONTRA</h4>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?attachment_id=504"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-504" title="lueond_dup" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/02/lueond_dup.jpg" alt="" width="120" height="120" /></a>Karl Lüönd ist freier Publizist und Buchautor</p>
<p><strong>Kopf hoch! Halt durch! Hurra!</strong></p>
<p>Näher, mein Leser, zu Dir! Texte aufladen, spannend machen, zuspitzen – das sehen manche Verleger und Journalisten als Überlebensstrategie, und dafür gibt es ein paar Basissportarten, zum Beispiel Lokalisieren, Personalisieren, Emotionalisieren. Letzteres geschieht durch konsequenten Abbau der Distanz zwischen Berichterstatter und Berichtsgegenstand. Je näher man dem betroffenen, ausrufenden, leidenden Menschen kommt, desto schwieriger wirds mit der Übersichtlichkeit. Halt durch, Lara Gut! Am Ende macht sich der Reporter mit seinem Gegenüber oder mit einer Idee, einer These, einer Initiative gemein. Im Überschwang der Gefühle wird der Berichterstatter gar zum Akteur. Dann kommt es zu Petitionen gegen Kampfhunde und Belohnungen für die Ergreifung eines flüchtigen Täters.<br />
Varietät der Darstellungsformen ist etwas Wichtiges, also kann nicht jede journalistische Darbietung als nüchterner Bericht daher kommen. Doch abgesehen davon, dass gedruckte Emotionen immer ein bisschen papieren wirken werden: Das Kultursystem Zeitung ist eigentlich im Gefolge der Aufklärung entstanden. Es wurde eingerichtet, um den Menschen die Dinge zu erklären, nicht um zu applaudieren oder zu lamentieren. Wohl wurden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert manche Zeitungen – denn viele von ihnen waren damals Plattformen der Parteien – auch als Agitationswerkzeuge benützt. Aber diese Funktion hat sich längst überholt. Dass sie nun im verschärften Wettbewerb um die Aufmerksamkeit wiederkehren soll, hat mit dem Trugschluss zu tun, dass Lautstärke und Wirkung miteinander einhergehen.</p>
</div>
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