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	<title>René Pfister | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Schlechter Stil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2012 08:42:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Heribert Prantl]]></category>
		<category><![CDATA[René Pfister]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Detailreich hat Heribert Prantl in einem Zeitungsartikel eine Szene beschrieben, die er nur vom Hörensagen kannte. Ein Fehler? Prantl, der Journalist gewordene Jurist, meint klar: nein. Das trägt ihm Spott und Häme ein. Es sind Sätze wie diese, die den Eindruck erwecken könnten, dass sich der Journalist tatsächlich in der Küche von Andreas Vosskuhle aufgehalten <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/02/schlechter-stil/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/08/prantl_klein.jpg" alt="" width="120" height="122" /> Detailreich hat Heribert Prantl in einem Zeitungsartikel eine Szene beschrieben, die er nur vom Hörensagen kannte. Ein Fehler? Prantl, der Journalist gewordene Jurist, meint klar: nein. Das trägt ihm Spott und Häme ein.</p>
<p>
<span id="more-30515"></span><br />
Es sind Sätze wie diese, die den Eindruck erwecken könnten, dass sich der Journalist tatsächlich in der Küche von Andreas Vosskuhle aufgehalten hatte: «Bei Vosskuhles setzt man sich nicht an die gedeckte Tafel und wartet, was aufgetragen wird. Eine Einladung bei dem kinderlosen Juristenpaar (&#8230;) beginnt in der Küche.» Doch Prantl war nie Gast beim Präsidenten des deutschen Bundesverfassungsgerichts. Was er schreibt, kennt er nur vom <a href="http://www.fr-online.de/medien/klage-gegen-sueddeutsche-sz-autor-faelscht-vosskuhle-portraet,1473342,16754242.html" target="_blank">Hörensagen</a>. In seinem Porträt vom 10. Juli hat das Prantl das aber nirgends deklariert.</p>
<p>Solche Unterlassung kann mitunter gravierende Folgen haben. Vor einem Jahr musste das «Spiegel»-Reporter René Pfister erfahren. Weil er – ähnlich wie jetzt auch Prantl – den Einstieg zu seinem preisgekrönten Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer ohne eigenen Augenschein verfasst hatte, wurde ihm der zuvor verliehene Henri-Nannen-Preis für die beste Reportage <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/in-eigener-sache-unverstaendnis-ueber-aberkennung-des-egon-erwin-kisch-preises-a-761579.html" target="_blank">aberkannt</a>. Ein harter Entscheid, der umso unverständlicher ist, weil die Jury den Text gar nicht in den Wettbewerb hätte aufnehmen müssen, wenn sie so strenge Massstäbe anlegen will.</p>
<p>Die Journalisten Prantl und Pfister haben nicht das Publikum getäuscht mit fabrizierten Fakten und frei erfundenen Begebenheiten. Mit ihren Schilderungen, die auf Beobachtungen Dritter basieren, kommen sie der Realität vielleicht sogar näher, weil sie sich nicht nur und auf ihre eigene subjektive Wahrnehmung abstützen. Die Krux: Je plausibler sich eine solche Schilderung liest, desto stärker geht der Leser von der Anwesenheit des Reporters am Schauplatz aus – und reagiert irritiert bis empört, wenn er das Gegenteil erfährt.</p>
<p>Dessen war sich wohl auch die Redaktion der Süddeutschen Zeitung bewusst. Sie bedauere diesen «Fehler», schreibt die Redaktion. Derweil verteidigt Prantl sein Vorgehen: Aus dem Text gehe hervor, dass er nicht selbst in der Küche des Gerichtspräsidenten anwesend gewesen sei. Schliesslich habe er seine Person an keiner Stelle eingeführt. Das stimmt. Wobei Journalisten grundsätzlich nur ungern in der ersten Person schreiben. Insofern könnte das «man» in Prantls Schilderungen durchaus als Platzhalter für das verpönte «ich» gelesen werden.</p>
<p>Aber ist das ein Fehler? Oder nur schlechter Stil? Gemessen an den öffentlichen Reaktionen muss Prantl etwas ganz Schlimmes gemacht haben. Aus vielen Kommentaren trieft die Schadenfreude nur so. Ätsch-bätsch, jetzt hats ihn erwischt, selber schuld! Oder im O-Ton: «Verdiente Häme für seinen Narzismus.» Dieser Unterton ist auch in der <a href="http://www.welt.de/kultur/article108427979/Auf-ein-Gulasch-mit-Heribert-Prantl.html" target="_blank">satirischen Retourkutsche in der «Welt»</a> nicht zu überlesen, wo der Autor eine Küchenszene im Hause Prantl schildert – vom Hörensagen. Das liest sich lustig, bringt aber die Diskussion nicht weiter. Vielleicht eignet sich der Fall Prantl auch gar nicht, um die einwandfreie Machart der Reportage zu verhandeln, weil die Prominenz des mutmasslichen Missetäters einer sachlichen Debatte im Weg steht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/02/schlechter-stil/">Schlechter Stil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wenn die Jury versagt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 07:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[René Pfister]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Nannen]]></category>
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		<category><![CDATA[Essay-Preis]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Jury des renommierten Henri-Nannen-Preis hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die beste Reportage nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/Henri_Nannen_Preis_Logo.jpg" alt="" width="120" height="87" /> Die Jury des renommierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Preis" target="_blank">Henri-Nannen-Preis</a> hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">beste Reportage</a> nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart des Beitrags und die Arbeitsweise des ausgezeichneten Journalisten.<br />
<span id="more-28820"></span><br />
Die Freude währte nicht lange. René Pfister durfte am letzten Freitag den renommierten Henri-Nannen-Preis entgegennehmen für sein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer</a>. Doch schon zwei Tage später stand der Spiegel-Reporter ohne die begehrte Auszeichnung da. Mit einem Mehrheitsentscheid sprach sich die Jury für eine <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Preises</a> aus. Reporter Pfister leitete sein Seehofer-Porträt mit einer detaillierten Schilderung ein, wie der Politiker mit einer Modelleisenbahn im Keller seines Ferienhauses spielt. Diese Passage sollte dem Spiegel-Journalisten zum Verhängnis werden. Denn Pfister berichtete nur vom Hörensagen und stand selbst nie an der Seite Seehofers vor dem Stellpult der Märklin H0, wie bei der Lektüre der Eindruck entstehen konnte. Pfister gab dies denn auch freimütig und unumwunden zu, als ihn bei der Preisübergabe die Moderatorin darauf ansprach. Eine aktive Täuschungs- oder gar Fälschungsabsicht kann dem Reporter also nicht unterstellt werden. Womit der Ball bei der Jury liegt.</p>
<p>Das hochdekorierte Gremium hatte es offensichtlich versäumt, die preiswürdigen Texte vorgängig auf handwerkliche Mängel abzuklopfen. Ein solcher Aufwand wäre den 14 Jurymitgliedern und der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/vorjury.php" target="_blank">22-köpfigen Vorjury</a>, allesamt erfahrene Medienmacher, zuzumuten gewesen. Nicht, dass sie jede der fast 800 eingereichten Arbeiten hätten durchleuchten müssen, aber wenigstens die <a href="http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Egon-Erwin-Kisch-Preis/Kisch_Preis_2011/HNP2011Reader.pdf">rund 30 auf der Shortlist</a>. Damit wäre der Jury die Peinlichkeit einer Preisaberkennung erspart geblieben. Es mutet geradezu bizarr an, wenn ein professionelles Preisgericht die Spielregeln nicht einhält, die es von den Kandidaten erwartet. Die Arbeit von Medienpreisjurys beschränkt sich offenbar auf eine Beurteilung der Oberfläche. Wenn die funkelt und glänzt, dann gibts einen Preis. Gerade so, als wenn bei einer Berufsolympiade die Richter nur die äussere Beschaffenheit des fertigen Werkstücks bewerten würden und nicht auch den Entstehungsprozess und das Innenleben, die verborgene Mechanik etwa. Journalismus ist auch ein Handwerk. Auszeichnungen, die das unberücksichtigt lassen und sich primär auf ein Geschmacksurteil abstützen, erweisen dem Journalismus einen Bärendienst.</p>
<p>Die Hamburger Posse ist kein Einzelfall. Erst kürzlich hielt eine Jury im Auftrag der Berner Tageszeitung «Der Bund» einen Essay für preiswürdig, der bei einer näheren Betrachtung nicht hielt, was er auf den ersten Blick zu versprechen schien. Leicht nachweisbare <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/11/abrechnung-nachgerechnet/" target="_self">Faktenfehler und offensichtliche Mängel</a> in der Argumentation gaben jedoch keinen Anlass, den Text aus der engeren Auswahl für die Auszeichnung zu entfernen. Nicht sehr souverän agierte die Jury des Zürcher Journalistenpreises, als 2007 Zweifel an der Preiswürdigkeit eines ausgezeichneten Beitrags laut wurden. Zwei Mitarbeitende der NZZ am Sonntag erhielten damals den Preis für ihre Recherchen zur Fusion der Banken Bellevue und Swissfirst. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Zeitung in einzelnen Punkten daneben lag und sich später sogar öffentlich dafür entschuldigen musste. Für die Jury war das kein Grund für eine <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=81563" target="_blank">nachträgliche Aberkennung</a> des Preises. Man müsse sich auf das verlassen können, was man zum Zeitpunkt der Verleihung wisse. Auch in diesem Fall hätte die Jury mit eigenen Recherchen den Gehalt der Artikelserie überprüfen und sie rechtzeitig aus dem Preisrennen nehmen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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