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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Mobil nur bedingt einsatzbereit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 13:37:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem Mediennutzungsverhalten zählt die Schweizer Bevölkerung zur mobilen Weltelite. Doch viel Zeitungsverlage hinken hinter dieser Entwicklung her. Ihre Webseiten sind nicht geeignet sind für den Abruf mit dem Smartphone. Eine Mängelliste. Was jedem noch so kleinen Blog recht ist, sollte einer Zeitung billig sein – ist es aber nicht. Obwohl heute ein beträchtlicher Teil <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ihrem Mediennutzungsverhalten zählt die Schweizer Bevölkerung zur mobilen Weltelite. Doch viel Zeitungsverlage hinken hinter dieser Entwicklung her. Ihre Webseiten sind nicht geeignet sind für den Abruf mit dem Smartphone. Eine Mängelliste.<br />
<span id="more-21667"></span><br />
Was jedem noch so kleinen Blog recht ist, sollte einer Zeitung billig sein – ist es aber nicht. Obwohl heute ein beträchtlicher Teil der Online-Nutzung <a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/04/key/approche_globale.indicator.30106.301.html?open=311#311" target="_blank">mit mobilen Geräten stattfindet</a>, präsentieren sich immer noch überraschend viele Medien im Netz, als sei das Smartphone noch nicht erfunden. Dass es durchaus anders geht, zeigen die zahlreichen gelungenen Beispiele mobiler Websites. Ob NZZ, Blick, 20 Minuten, Tages-Anzeiger oder auch SRF präsentieren ihr Angebot dem Ausgabemedium angemessen. Es sind vor allem kleinere und mittelgrosse Zeitungen, die mit der Aufbereitung ihres Angebots dem aktuellen Nutzungsverhalten hinterherhinken. Aber auch ein paar Grosse sind nicht mängelfrei.</p>
<p>Fragt man nach den Gründen für die Versäumnisse, heisst es: wenig Geld, wenig Zeit. Darum hat es beispielsweise die Aargauer Zeitung bei der jüngsten Überarbeitung ihrer Website nicht geschafft, die Darstellung für die mobile Nutzung zu optimieren. Man bittet um Geduld, alles folge zu seiner Zeit. «Das Projekt ist aufgegleist, ein konkretes Datum kann ich noch nicht nennen», teilt Rolf Cavalli, Chef Digitale Medien der Aargauer Zeitung, auf Anfrage mit.</p>
<p>Wer bis zu diesem unbekannten Zeitpunkt mit seinem Smartphone einen Link zu einem Artikel der viertgrössten Schweizer Bezahlzeitung ansteuert, sieht eine Miniaturansicht der gesamten Website auf seinen Telefonbildschirm. Erst mit Daumen- und Zeigfingerakrobatik erhält man eine lesbare Darstellung und riskiert nicht mehr, sich zu vertippen. «Klarer» und «leserfreundlicher», wie die <a href="http://azmedien.ch/newsletter/medien/2014/2014-09-30_aznordwestschweiz_websites_klarer_leserfreundlicher_mehr_inhalt.php" target="_blank">AZ-Medien den Relaunch angepriesen haben</a>, sehen anders aus.</p>
<p>Ein Verlag, der seine Website im Jahr sieben nach iPhone nur für die Nutzung mit stationären Rechnern und Grossbildschirm auslegt, hat entweder seine Hausaufgaben nicht gemacht oder setzt andere Prioritäten, wie im vorliegenden Fall die AZ Medien. Mit dem millionenschweren Engagement beim neu gegründeten Nachrichten- und Unterhaltungsportal Watson verfügt der Verlag über ein Standbein in den Online-Medien, das den Bedürfnissen der mobilen Nutzung vollumfänglich gerecht wird. Gleichzeitig haben die AZ Medien jüngst viel Geld für eine neue Druckmaschine ausgeben. Neben diesen kostspieligen Projekten geniesst das Update der Zeitungswebsite offensichtlich nicht die höchste Priorität.</p>
<p>Auch nicht ganz auf der Höhe des Nutzungsverhaltens befinden sich die Websites der beiden NZZ-Regionaltitel Neue Luzerner Zeitung und St. Galler Tagblatt. Während sich das Mutterblatt mit digitalen Plattformen einigermassen erfolgreich ein zweites Standbein neben der gedruckten Zeitung aufbaut, müssen sich die Töchter noch etwas gedulden, bis auch sie in den Genuss zeitgemässer Netzlösungen kommen.</p>
<p>Wer auf seinem Mobiltelefon einen Link auf tagblatt.ch oder luzernerzeitung.ch anklickt, wird zuerst gefragt, ob man den Text nun in der Smartphone-Ansicht, der klassischen Ansicht oder nicht doch lieber auf der iOS-App lesen möchte. Was auf den ersten Blick nach einer Dienstleistung aussieht, ist das Gegenteil davon: eine unnötige Hürde und ein unerwünschter Zeitfresser. Diese Weiche sollte eigentlich nur beim ersten Besuch aufscheinen und den einmal getroffenen Entscheid des Lesers speichern. Langjährige Nutzungserfahrung zeigt aber ein anderes Bild. Die lästige Frage, wie man den gerne Text serviert haben möchte, taucht – zumindest gefühlt – jedes Mal auf.</p>
<p>Natürlich hat sich auch hier jemand etwas überlegt. Die Weiche sei eingebaut worden, um den Leser auf die App der Zeitungen aufmerksam zu machen, weiss ein Online-Redaktor; hier kommt also Marketing vor Nutzerfreundlichkeit. Doch noch in diesem Jahr soll alles besser werden und die Weiche möglicherweise verschwinden.</p>
<p>Bereits gehandelt hat die Sonntagszeitung und seine Webseite für die Nutzung mit allen Gerätetypen optimiert. Aber nicht unbedingt zum besseren. Seit April trifft auf eine sogenannte Webapp, wer sonntagszeitung.ch ansteuert. Bevor der gesuchte Artikel auftaucht, darf man einen blauen Statusbalken bei seinen Hin- und Her-Bewegungen bewundern. Das war früher nicht so. Da ging es direkt zur Sache. Ungeachtet der Verschlimmbesserung verkündet das Blatt stolz: «Erstmals kann unsere Zeitung auf allen digitalen Kanälen gelesen werden». Schön für den Verlag, wenn er eine Responsive-Lösung hingekriegt hat, weniger schön für den Leser, wenn er unnötig warten muss.</p>
<p>Die Liste könnte nahezu beliebig verlängert werden. Und selbst wenn die Darstellung auf mobilen Geräten einwandfrei funktioniert, wie etwa beim Newsnet von Tamedia, gibt es bestimmt irgendeine andere Macke, die den Online-Lesegenuss schmälert. So werden die Newsnet-URLs von der Struktur mobile2.tagesanzeiger.ch auch auf dem Desktop als mobile Websites angezeigt. Die Folge: aufgeblasene Bildern und überlange Zeilen.</p>
<p>Natürlich steckt der Teufel immer im Detail. Wo der Laie einen simplen Eingriff vermutet, der schnell Abhilfe schaffen würde, sieht der Profi den Aufwand schnell ins Unermessliche wachsen. Am Ende bleibt es ein Abwägen zwischen Aufwand und Ertrag. Und mit Letzteren hapert es bekanntlich im Zeitungsgeschäft. Solange Online ein Verlustgeschäft ist, hält sich die Bereitschaft in Grenzen, grosse Beträge zu investieren. Nur merkt der Nutzer sehr schnell, wenn etwas nicht funktioniert. Der Vergleich mit der perfekten Lösung liegt immer nur ein Daumendruck entfernt. Der Markenbindung sind selbst kleine Versäumnisse abträglich. Es ist immer einfacher, das Publikum zu vergraulen, als es langfristig an sich zu binden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Mobil nur bedingt einsatzbereit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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