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	<title>Ringier Axel Springer | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 06 Apr 2022 07:02:21 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ausgezappt: Kein Guckloch mehr zum TV-Trash</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/05/ausgezappt-kein-guckloch-mehr-zum-tv-trash/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 12:56:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Axel Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Zappin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach acht Jahren stellt Ringier Axel Springer das Video-Format «Zappin&#8217;» ein. Damit verschwindet ein Kleinod schweizerischer TV-Kultur. Zeit ist ein knappes Gut. Gerade die Medienmasse führt uns das immer wieder eindrücklich vor Augen. Doch es gibt Abkürzungen und Hintertüren. Wer sich nicht durch einen mehrhundertseitigen Managementwälzer kämpfen mag, kann sich bei einem darauf spezialisierten Anbieter <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/05/ausgezappt-kein-guckloch-mehr-zum-tv-trash/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach acht Jahren stellt Ringier Axel Springer das Video-Format «Zappin&#8217;» ein. Damit verschwindet ein Kleinod schweizerischer TV-Kultur.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-96232" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Zappin-20220405b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Zeit ist ein knappes Gut. Gerade die Medienmasse führt uns das immer wieder eindrücklich vor Augen. Doch es gibt Abkürzungen und Hintertüren. Wer sich nicht durch einen mehrhundertseitigen Managementwälzer kämpfen mag, kann sich bei einem darauf spezialisierten Anbieter eine Zusammenfassung besorgen. Die liest sich dann mindestens genauso trocken wie das Original. Auch mit dem beschleunigten Abspielen von Film und Video lässt sich Zeit gewinnen. Wie bei der Buchzusammenfassung leidet auch hier der Genuss; für die Zeitersparnis zahlen wir in der Regel mit einem Qualitätsverlust. Entsprechend selten schafft es ein komprimiertes Format, das Original zu überflügeln oder gar sich als eigenständige Kunstform zu etablieren. <a href="https://www.youtube.com/c/ZappinTV" target="_blank" rel="noopener">«Zappin&#8217;»</a> ist das gelungen.<br />
</p>
<p>Seit 2013 konnte man sich die täglichen Höhe- und vor allem Tiefpunkte des schweizerischen Unterhaltungsfernsehens auf drei bis fünf Minuten komprimiert als Video ansehen. Als die Programmzeitschrift «Tele» das Format lancierte, wollte sie damit «die witzigsten und aufregendsten TV-Momente des Vortages» einfangen und dokumentieren. Rohmaterial stand dafür ausreichend zur Verfügung. Wer sich im Fernsehen auf die Suche nach den sprichwörtlichen 15 Minuten Ruhm begab, musste jederzeit damit rechnen, von «Zappin&#8217;» auf unrühmliche Weise vorgeführt zu werden.</p>
<blockquote><p>Keine Panne oder Peinlichkeit entging den gnadenlosen Chronist:innen von «Zappin».</p></blockquote>
<p>Vor allem die Reality-Shows der 3+-Sender lieferten reichlich Stoff, den das «Zappin&#8217;»-Team genüsslich ausschlachten konnte. Ob «Bachelor(ette)», «Bauer, ledig, sucht …» oder «Bumann, der Restauranttester» – sie alle trugen ihren Anteil zur täglichen Freakshow bei. Aber auch die Regionalsender und das Schweizer Fernsehen kriegten ihr Fett weg. Und wenn das heimische TV-Schaffen mal nichts hergab, half immer noch ein Blick über die Landesgrenze, gerne nach Österreich.</p>
<p>Keine Panne oder Peinlichkeit entging den gnadenlosen Chronist:innen von «Zappin». Ob technisches Versagen, Versprecher, ungelenke oder auch träfe Aussagen von Auskunftspersonen – das alles fand Eingang in die tägliche Mikrodosis Fremdschämen. Als Kitt (und Kommentar zugleich), der die einzelnen Fundstücke zu einem Ganzen verband, dienten kurze, Meme-artige Sequenzen, die teilweise aus früheren «Zappin&#8217;»-Folgen stammten.</p>
<blockquote><p>Das eigentliche Markenzeichen von «Zappin&#8217;» war die Stimme von Off-Sprecher Roy Gablinger.</p></blockquote>
<p>Unzählige Male kommentierte Komiker Viktor Giacobbo mehr oder weniger passend: «Er ist einfach wirklich eine coole Sau.» Ebenso legendär das verschmitzte «Jo und näi» von Starfotograf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Pfeiffer_(Grafiker)" target="_blank" rel="noopener">Walter Pfeiffer</a>, das immer wieder als Einspieler herhalten musste, genauso wie die kultverdächtigen Grussworte <a href="https://youtu.be/WPWnNHiIMs0" rel="noopener" target="_blank">«Hallo Muetter»</a> des Jungen auf der Gewerbeausstellung. Doch das eigentliche Markenzeichen von «Zappin&#8217;» war die Stimme von Off-Sprecher <a href="https://www.roygablinger.ch/" target="_blank" rel="noopener">Roy Gablinger</a>. Als näselnde Nervensäge drückte er mit seinem Sprechorgan dem Format den Stempel auf.</p>

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            [rml_read_more]
<p>Um die 150&#8217;000 Personen schauten sich die tägliche TV-Trash-Zusammenfassung an. Sie vermittelte einem das gute Gefühl, Zeit zu sparen, weil man nicht Stunden vor dem Bildschirm verbringen musste und trotzdem die wirklich entscheidenden Momente des Unterhaltungsfernsehens auf dem Silbertablett serviert erhielt.</p>
<p>Wie so oft in den Medien korrespondieren Beliebtheit und Kultfaktor nicht zwingend mit dem wirtschaftlichen Erfolg. Ringier Axel Springer entschied sich darum, <a href="https://www.persoenlich.com/medien/videoformat-zappin-wird-eingestellt" target="_blank" rel="noopener">«Zappin» den Stecker zu ziehen</a>. Es würde aber nicht erstaunen, wenn ein anderer Verlag in die Bresche springen und das Format weiterführen würde. Und wenn nicht, bleibt auf Youtube ein grosses «Zappin&#8217;»-Archiv. Auch ältere Folgen bleiben unterhaltsam, zumal sich Pointen und Personal über die Jahre wenig geändert haben. Fernsehen bleibt Fernsehen. Trash bleibt Trash.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/05/ausgezappt-kein-guckloch-mehr-zum-tv-trash/">Ausgezappt: Kein Guckloch mehr zum TV-Trash</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Axel Springer: Ausverkauf in Osteuropa</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/02/axel-springer-ausverkauf-in-osteuropa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 11:51:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Osteuropa]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Axel Springer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist der erste große Einschnitt seit dem Einstieg des Finanzinvestors KKR: Axel Springer veräußert alle osteuropäischen Medienaktivitäten bis auf Polen an den Partner Ringier.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist der erste große Einschnitt seit dem Einstieg des Finanzinvestors KKR: Axel Springer veräußert alle osteuropäischen Medienaktivitäten bis auf Polen an den Partner Ringier.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/02/axel-springer-ausverkauf-in-osteuropa/">Axel Springer: Ausverkauf in Osteuropa</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Journalismus braucht keinen Artenschutz, aber fairen Wettbewerb</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/12/08/journalismus-braucht-keinen-artenschutz-aber-fairen-wettbewerb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Dec 2018 08:08:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Axel Springer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Journalistische Inhalte sind teuer, in der digitalen Welt aber bisher weitgehend schutzlos. Im Einklang mit der EU fordern die Schweizer Verleger ein analoges Leistungsschutzrecht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/08/journalismus-braucht-keinen-artenschutz-aber-fairen-wettbewerb/">Journalismus braucht keinen Artenschutz, aber fairen Wettbewerb</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Journalistische Inhalte sind teuer, in der digitalen Welt aber bisher weitgehend schutzlos. Im Einklang mit der EU fordern die Schweizer Verleger ein analoges Leistungsschutzrecht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/08/journalismus-braucht-keinen-artenschutz-aber-fairen-wettbewerb/">Journalismus braucht keinen Artenschutz, aber fairen Wettbewerb</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neues Medienzentrum für Ringier Axel Springer Schweiz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/24/neues-medienzentrum-fuer-ringier-axel-springer-schweiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jun 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Axel Springer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zusammenarbeit der beiden Verlagshäuser wird noch enger. Im neuen Medienpark in Zürich Altstetten arbeiten die Redaktionen von «Beobachter», «Landliebe», «Schweizer Illustrierte» oder «Bilanz» und «Handelszeitung» künftig unter einem Dach. Die Verlage erhoffen sich Synergieeffekte. Gerade die Wirtschaftspresse hat in den letzten Jahren stark gelitten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zusammenarbeit der beiden Verlagshäuser wird noch enger. Im neuen Medienpark in Zürich Altstetten arbeiten die Redaktionen von «Beobachter», «Landliebe», «Schweizer Illustrierte» oder «Bilanz» und «Handelszeitung» künftig unter einem Dach. Die Verlage erhoffen sich Synergieeffekte. Gerade die Wirtschaftspresse hat in den letzten Jahren stark gelitten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/24/neues-medienzentrum-fuer-ringier-axel-springer-schweiz/">Neues Medienzentrum für Ringier Axel Springer Schweiz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Druckversuche gegen Ringier Axel Springer in Polen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/16/druckversuche-gegen-ringier-axel-springer-in-polen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Axel Springer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der östlichen EU werden westliche Medienbesitzer angefeindet. Marc Walder, Ringier-CEO und Verwaltungsrat des Joint Ventures mit Axel Springer in Osteuropa, dementiert Verkaufsgerüchte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/16/druckversuche-gegen-ringier-axel-springer-in-polen/">Druckversuche gegen Ringier Axel Springer in Polen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der östlichen EU werden westliche Medienbesitzer angefeindet. Marc Walder, Ringier-CEO und Verwaltungsrat des Joint Ventures mit Axel Springer in Osteuropa, dementiert Verkaufsgerüchte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/16/druckversuche-gegen-ringier-axel-springer-in-polen/">Druckversuche gegen Ringier Axel Springer in Polen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fernsehen unter der Fuchtel von «Kaczynskis Bullterrier»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/11/fernsehen-unter-der-fuchtel-von-kaczynskis-bullterrier-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jens Mattern]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2016 10:01:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[PO]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Axel Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Medienfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesetz]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Jacek Kurski]]></category>
		<category><![CDATA[PiS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=26467</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die polnische Regierungspartei PiS macht Ernst: Das öffentliche Radio und Fernsehen des 40-Millionen-Einwohner-Landes steht neu unter Staatskontrolle. Aber auch die privaten Medien kommen nicht ungeschoren davon. Ausländisches Eigentum soll eingeschränkt werden. Ringier Axel Springer, das in Polen unter anderem die regierungskritische Newsweek Polska herausgibt, sieht noch keinen Anlass zu Besorgnis. «Wenn die Medien glauben, dass <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/11/fernsehen-unter-der-fuchtel-von-kaczynskis-bullterrier-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/11/fernsehen-unter-der-fuchtel-von-kaczynskis-bullterrier-2/">Fernsehen unter der Fuchtel von «Kaczynskis Bullterrier»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die polnische Regierungspartei PiS macht Ernst: Das öffentliche Radio und Fernsehen des 40-Millionen-Einwohner-Landes steht neu unter Staatskontrolle. Aber auch die privaten Medien kommen nicht ungeschoren davon. Ausländisches Eigentum soll eingeschränkt werden. Ringier Axel Springer, das in Polen unter anderem die regierungskritische Newsweek Polska herausgibt, sieht noch keinen Anlass zu Besorgnis.<br />
<span id="more-26467"></span><br />
«Wenn die Medien glauben, dass sie die nächsten Wochen damit füllen, unsere Veränderungen und Projekte zu kritisieren, so muss das unterbunden werden.» Das sagte jüngst der Fraktionschef der polnischen Regierungspartei «Recht und Gerechtigkeit» (PiS) Ryszard Terlecki. Dies war nur eine von zahlreichen Aussagen aus den Reihen der seit Mitte November allein regierenden Partei, welche die Polen und mittlerweile auch die internationale Öffentlichkeit aufschrecken liess – bei dem einstigen Musterknaben der osteuropäischen EU-Mitglieder, herrschen zunehmend undemokratische Verhältnisse. Die Europäische Kommission will darum über die Lage in Polen beraten, die EU plant nun sogar ein sogenanntes Rechtsstaatlichkeitsverfahren.</p>
<p>Parteichef Jaroslaw Kaczynski treibt jedenfalls einen rasanten nationalkonservativen Wandel im Land voran. Nachdem das Verfassungsgericht als kontrollierende Instanz per Gesetz geschwächt wurde, können nun andere Gesetzesnovellen aus der Ideenkiste der Partei an die Öffentlichkeit gelangen. So auch das sogenannte «kleine Mediengesetz» – es wurde noch kurz vor dem Glockenschlag zum Neuen Jahr von beiden Kammern des polnischen Parlaments verabschiedet. Am vergangenen Donnerstag setzte auch Staatspräsident Andrzej Duda seine Unterschrift darunter. Der Doktor der Rechte hat bislang noch alles unterschrieben, was ihm die PiS vorgelegt hat. Auch der Appell Ingrid Deltenre, der Generaldirektorin der Europäischen Rundfunkunion und früheren Schweizer Fernsehdirektorin, das Mediengesetz nicht zu unterzeichnen, um die «Integrität und Unabhängigkeit der öffentlichen Medien als Symbol eines freien und demokratischen Landes zu bewahren», hat Duda nicht beeindruckt.</p>
<p>Dem «kleinen Mediengesetz» zufolge kann von nun an das Schatzministerium die Führungsposten der öffentlich-rechtlichen Medien (dies sind der Fernsehsender «TVP», «Polskie Radio» sowie die polnische Presseagentur «PAP») nach eigenem Ermessen austauschen. Damit wurde der bisher zuständige Rundfunkrat entmachtet, der auch nicht mehr länger das Personal des Rundfunk-Aufsichtsrat besetzen darf.</p>
<p>Im Polskie Radio 1 wurde zum Protest an Neujahr jede Stunde die Nationalhymne gespielt, das beliebte Polskie Radio 3 sendete polnische Popsongs der frühen Achtziger Jahre mit politischen Anspielungen, eine deutliche Botschaft an die älteren Zuhörer. Damals befand sich das Land im Kriegszustand, nachdem die Kommunisten die freie Gewerkschaft Solidarność in die Illegalität gedrängt hatte.</p>
<p>Vier Direktoren des öffentlichen Fernsehens TVP kamen an Neujahr ihrem absehbaren Rausschmiss durch Kündigung zuvor. Was nicht weiter erstaunt: Das Fernsehen wird seit 8. Januar von Jacek Kurski geleitete. Der ehemalige Journalist, Europaabgeordnete und einstige Wahlkampfleiter der PiS ist nicht für lange Diskussionen bekannt. Er nannte sich selbst auch schon den «Bullterrier der Kaczynskis». Am Samstag 9. Januar demonstrierten in mehreren polnischen Städten Tausende für die Freiheit und Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien in Polen.</p>
<p>Die PiS und ihre Unterstützter bleiben derweil im Freund-Feind-Schema gefangen. Der mittlerweile rechts orientierte polnische Journalistenverband SDP warf der bisherigen Berichterstattung in den Öffentlich-Rechtlichen «Pathologie» «Einseitigkeit» und einen «Mangel an Pluralismus» vor.</p>
<p>Bei der Berichterstattung zum Wahlkampf im Oktober war dies nicht zu beobachten: Die Sender haben damals beiden grossen Parteien, der PiS und der noch regierenden «Bürgerplattform» (PO) in etwa gleich viel Platz eingeräumt. Doch der Wunsch nach Einfluss der PiS auf die öffentlich-rechtlichen Medien ist gross. Nach dem sogenannten kleinen wird nun noch ein grosses Mediengesetz folgen, das allerdings noch mit der EU Kommission konsultiert werden soll. Demnach werden die öffentlich-rechtlichen Medien in staatliche «Kulturinstitute» umgewandelt und direkt dem Ministerium für «Kultur und Nationales Erbe» unterstellt.</p>
<p>Aus den öffentlich-rechtlichen Medien würden dann «nationale» Medien, die im Namen der Nation sendeten und nicht mehr zuvorderst der Zivilgesellschaft verpflichtet wären. Der derzeitige Rundfunkrat und Rundfunkaufsichtsrat soll durch einen «Nationalen Medienrat» abgelöst werden, deren Mitglieder vom Parlament und dem Staatspräsidenten bestimmt werden und sechs Jahre im Amt sind.</p>
<p>Am vergangenen Dienstag wurde zudem Details zur ideologischen Ausrichtung bekannt gegeben. Die Programme müssten künftig «christliche Werte» achten, sowie «Patriotismus» ,»nationale Traditionen» und Humanismus vermitteln müssen. Das Recht soll bis zum Sommer in Kraft treten. Damit macht sich die Regierung die Medien zu einem Sprachrohr für weitere unpopuläre Gesetzesvorlagen, etwa die mögliche Entlassung von 1600 leitenden Personen im öffentlichen Dienst. Staatsmedien werden es auch unterlassen, die Umsetzung der sozialen Regierungsversprechen kritisch zu begleiten. Die Verschmelzung vom Willen des Volkes, der regierenden Partei und den Aussagen der staatlichen Medien führt direkt zurück in die Zeit der sozialistischen Volksrepublik Polen.</p>
<p>Aber auch nach der Wende versuchten die regierenden Parteien mit Besetzung des Rundfunkrates und des Aufsichtsrates für den Rundfunk Einfluss auf die Öffentlich-rechtlichen zu nehmen. Besonders die PiS hat sich hierfür schon immer stark engagiert. In ihrer Regierungsperiode 2005 bis 2007 koalierte sie mit der Rechtsaussen-Partei «Liga Polnischer Familien» sowie der Bauernpartei «Selbstverteidigung» und konnte mittels einer Gesetzesänderung 2006 den Rundfunkrat dominieren. Unter dem damaligen Intendanten Bronislaw Wildstein verliessen rund hundert Journalisten den Fernsehsender. In dieser Zeit wurden politische Gegner oder verstossene Weggefährten mittels heimlicher Aufnahmen, die zur besten Sendezeit gezeigt wurden, zu kompromittieren versucht.</p>
<p>Kritisch berichten in Polen weiterhin die private Mediengruppe TVN mit ihrem Nachrichtenkanal TVN2. Die Zeitung Gazeta Wyborcza gilt mit ihrer teils kampagnenhaften Berichterstattung als entschiedenste Gegnerin der Regierung, wie auch Newsweek Polska. Aber auch den Printmedien droht die Hand des Staates. Denn die PiS hat bereits eine «Repolonisierung» der Presse angekündigt, vor allem das deutsche Kapital sei zu dominant. Die PiS-Sprecherin Elzbieta Kruk kündigte kürzlich nebulös an, dass es Eigentümer geben werde, die Anteile verkaufen müssten. Manche sollten sich vielleicht auch ganz aus dem polnischen Markt zurückziehen</p>
<p>Ein Verschwinden der Newsweek Polska wäre der Regierung sicherlich genehm &#8211; denn dort wirkt mit Tomasz Lis ein entschiedener Regierungsgegner als Chefredakteur. Das Magazin gehört dem schweizerisch-deutschen Joint-Venture Ringier Axel Springer. Dort sieht man die aktuelle Entwicklung in Polen allgemein kritisch, doch macht man sich offiziell keine Existenzsorgen. «Wir sehen derzeit keine Entwicklung, die uns als privates Medienunternehmen bedrohen würde und vertrauen weiterhin auf den Rechtsrahmen der Europäischen Union», erklärte Sprecherin Alexandra Delvenakiotis auf Anfrage.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/11/fernsehen-unter-der-fuchtel-von-kaczynskis-bullterrier-2/">Fernsehen unter der Fuchtel von «Kaczynskis Bullterrier»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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