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	<title>RSR | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>So klingt der Röstigraben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 16:49:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer das erste Programm des Westschweizer Radios hört, fühlt sich – verglichen mit dem Deutschschweizer Pendant – schnell einmal anregender informiert, näher am Geschehen dran und findet womöglich eine neue Radioheimat. Ein Vergleich. La Première («La 1ère»), wie das erste Programm von Radio Suisse Romande simpel heisst, ist im Vergleich zu Radio DRS 1 ein <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/28/so-klingt-der-rostigraben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer <a href="http://www.rsr.ch/la-1ere/" target="_blank">das erste Programm des Westschweizer Radios</a> hört, fühlt sich – verglichen mit dem <a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1.html" target="_blank">Deutschschweizer Pendant</a> – schnell einmal anregender informiert, näher am Geschehen dran und findet womöglich eine neue Radioheimat. Ein Vergleich.<br />
<span id="more-28738"></span><br />
La Première («La 1ère»), wie das erste Programm von Radio Suisse Romande simpel heisst, ist im Vergleich zu Radio DRS 1 ein Feuerwerk. Die Moderation ist frisch, schnell und geistreich und wirkt authentisch. Als Zuhörer fühlt man sich ernst genommen, also nicht in die Schublade der Jugendlichen, der Alten, Intellektuellen, der trägen Masse oder sonst einer Zielgruppe entsorgt. Debatten und Reportagen sind die Markenzeichen. Die Programmstruktur ist übersichtlich in meist einstündige Blöcke gegliedert, man findet sich schnell und intuitiv darin zurecht. Sie ist nicht bis in die Minuten verästelt wie bei DRS 1. Beim Zuhören fühlt man sich auf der Höhe der Zeit.</p>
<p>Bei DRS 1 scheint es etwas komplizierter. Die Moderation wirkt in ihrer Tonalität bemüht, Spektakuläres zu vermeiden. Begeisterung und Ausgelassenheit sind wohl ausschliesslich dem Ressort Sport erlaubt. Es entsteht bisweilen der Eindruck, DRS 1 versuche an Ueli Becks Jahrhundertstimme und ihren Duft nach frischem Kaffee und Gipfeli anzuknüpfen. Doch Beck ist nicht mehr. Regi Sager, Mike La Marr oder Bernhard Siegmann (um nur drei zu nennen) tönen dagegen wie aus dem Animationsprogramm eines bunten Nachmittages im Altersheim.<br />
Zum Glück gibt es Ausnahmetalente: Joschi Kühne etwa kann selbst belanglose Kost noch so vermitteln, dass man sich akustisch nicht ausklinkt. Oder man tröstet sich einigermassen mit der mäandrierenden Vokalmelodie von Michael Brunners Oberwalliserdeutsch.</p>
<p>Doch warum ist «La 1ère» näher bei den Leuten? Zunächst sticht ein ausgeprägter Sinn für Humor und Satire ins Ohr. Täglich (!) zwischen 11 und 12 Uhr liefern sich <a href="«Les Dicodeurs»" target="_blank">«Les Dicodeurs»</a> live vor Publikum eine wahre Schlacht an Wortspielen und Pointen, ein ausgelassenes und von Laurence Bisang geschickt geleitetes Chaos, das sich im politsatirischen Magazin <a href="http://soupe.rsr.ch/" target="_blank">«La Soupe»</a> am Sonntagmittag (ebenfalls vor Publikum) in potenzierter Form fortsetzt. Eine bunte Truppe aus Schauspielern, Kabarettisten und Kulturschaffenden unter den Fittichen von Produzentin Anne Baecher zieht alles durch den Kakao, was die Woche hergibt. Bei Bedarf lassen sie sich auch am jeweiligen Gast der Sendung aus. Letzthin geriet <a href="http://soupe.rsr.ch/?p=2720" target="_blank">Emmanuel Kilchenmann</a>, der Präsident der jungen CVP Freiburgs, zum Thema Waffenexporte ins Kreuzfeuer. Frühere Gäste waren etwa Ständerat und EU-Abgeordneter <a href="http://soupe.rsr.ch/?p=2602" target="_blank">Dick Marty</a> oder <a href="http://soupe.rsr.ch/?p=2539" target="_blank">Manon Schick</a>, die neue Chefin von Amnesty International Schweiz. Beim Deutschschweizer Pendant findet Satire auf diesem Niveau – ungeschnitten und vor Publikum – nirgends statt. Genauso wenig findet auf DRS 1 Medienkritik statt. Anders «La 1ère»: wochentags gibt es jeweils um 9.30 das halbstündige <a href="http://www.rsr.ch/#/la-1ere/programmes/medialogues/" target="_blank">Medienmagazin «Médialogues»</a>.</p>
<p>Weiter fällt die Präsenz von internationalen Themen in zahlreichen Sendungen auf. Das Ausland und vor allem die Länder des Südens scheinen in der Romandie näher, das Interesse daran selbstverständlicher, was in den Sendungen entsprechend hörbar ist. So strahlte «La 1ère» am 20. Februar in der Sendung <a href="http://www.rsr.ch/#/la-1ere/programmes/de-quoi-j-me-mele/?date=20-02-2011" target="_blank">«De quoi j’me mêle»</a> die Tunesien-Reportage von Magali Philip aus, welche junge Revoltierende in den Städten Sidi Bouzid (wo alles begann), Kasserine und Tunis besucht hat und sie direkt ins Mikrophon erzählen liess. Die Menschen haben Namen und Konturen und die Revolution in Tunesien bekommt ein «hörbares» Gesicht. Später analysierte der Sender auch die Bedeutung der Revolte speziell für die tunesischen Frauen.</p>
<p>Am selben Sonntag sendete DRS 1 am Vormittag das Porträt einer Schweizer Auswanderin in Kanada. Moderator Bernhard Siegmann: «Deet hät d’Familie Hegetschwiler-Zahner e Milchfarm mit föifedachzg Maschtochse, enere Chicoreezucht und miteme chliine Spargelgarte, s’grosse Hobby vo de Margrit Zahner. Ich han de 48-jährige Margrit Zahner telefoniert – grüezi Frau Zahner!» Am Nachmittag ein weiteres Porträt, diesmal von Karl Emmenegger, ex Nati-Handballer und seit Jahrzehnten im Rollstuhl, später einen Beitrag über das Kunstmuseum Thun mit einer Ausstellung zum Leben der Bauern. Erst im «Echo der Zeit» kamen aktuelle Themen zur Sprache und in der Sendung «International» schliesslich ein Schauplatz von Martin Alioth über die Auswirkungen des wirtschaftlichen Niedergangs in Irland. Auf «La 1ère» lief währenddessen unter anderem das Filmmagazin <a href="http://www.rsr.ch/#/la-1ere/programmes/synopsis/" target="_blank">«Synopsis»</a>, die Highlights der Woche aus <a href="http://www.rsr.ch/#/la-1ere/programmes/un-dromadaire-sur-l-epaule/" target="_blank">«Un dromadaire sur l’épaule»</a>, einer Sendung mit täglichen Reportagen aus einem wöchentlich wechselnden Schauplatz (aus Schweden, letzte Woche aus Madrid, diese Woche aus Wladiwostock) sowie das Politmagazin <a href="http://www.rsr.ch/#/la-1ere/programmes/forum/" target="_blank">«Forum»</a> mit Beiträgen und Debatten zur Libyenkrise und den zu erwartenden Flüchtlingsströmen aus Nordafrika unter Einbezug massgeblicher Experten.</p>
<p>Die kleine Schau auf die Sendungen der beiden ersten Radioprogramme der SRG in der Deutsch- und Westschweiz legt nahe: Journalistisches Fieber und Interesse am «Vorortsein», um die Zuhörerschaft möglichst hautnah teilhaben zu lassen, ist bei Radio DRS im Vergleich mit den Kollegen von RSR kaum spürbar. Wird die Reportage als Disziplin versucht, ist sie auf DRS 1 meist harmlos (zum Beispiel «Treffpunkt» aus dem Basler Reinhafen oder «Was tun, wenn die Kinder ausgeflogen sind?») oder aber sie wird in den Flaggschiffen «Echo der Zeit», «Rendez-vous am Mittag» oder «International» verschämt versteckt. Die Originaltöne wirken dann mangels Zeit eher als Zugabe, um der Form Genüge zu tun. So gesehen beweisen die Macherinnen und Macher von «La 1ère» täglich, was DRS 1 eigentlich auch noch sein könnte: ein abwechslungsreiches Radio, das seine Zuhörerschaft ernst nimmt und ihnen auch etwas zumutet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/28/so-klingt-der-rostigraben/">So klingt der Röstigraben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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