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	<title>Rundschau | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Rundschau/Watson, Swiss&#160;Press&#160;Award, Sonntagszeitung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2022 08:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Swiss Press Award]]></category>
		<category><![CDATA[Alice Schwarzer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Gelungene Kooperation Eine gemeinsame Recherche von «Rundschau» und «Watson» widmete sich vergangene Woche einem Femizid von Oktober 2021. Fulya Demi ist mutmasslich von ihrem Ehemann erstochen worden. Die beiden Journalistinnen Sarah Serafini und Samira Zingaro (Bild) begannen die Recherche kurz nach der Tat. Sie besuchten Demis Eltern in der Türkei, sprachen mit <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/rundschau-watson-swiss-press-award-sonntagszeitung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/rundschau-watson-swiss-press-award-sonntagszeitung/">Rundschau/Watson, Swiss Press Award, Sonntagszeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220423b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96661" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220423b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220423b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220423b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220423b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220423b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Gelungene Kooperation</h3>
<p>Eine gemeinsame Recherche von <a href="https://www.srf.ch/news/schweiz/femizid-von-altstetten-die-geschichte-von-fulya-demir-getoetet-vor-ihrem-haus" target="_blank" rel="noopener">«Rundschau»</a> und <a href="https://www.watson.ch/schweiz/feminismus/487403445-femizid-in-altstetten-zuerich-die-geschichte-der-getoeteten-fulya-demir" target="_blank" rel="noopener">«Watson»</a> widmete sich vergangene Woche einem Femizid von Oktober 2021. Fulya Demi ist mutmasslich von ihrem Ehemann erstochen worden.</p>
<p>Die beiden Journalistinnen Sarah Serafini und Samira Zingaro (Bild) begannen die Recherche kurz nach der Tat. Sie besuchten Demis Eltern in der Türkei, sprachen mit der Nachbarin in Altstetten: «Uns war wichtig, dass wir unsere Protagonist:innen nicht ‹überfallen›», sagt Serafini zur MEDIENWOCHE. Mit viel Gesprächen, Zeit und Einfühlungsvermögen haben die beiden Journalistinnen nach und nach ein Vertrauensverhältnis geschaffen, das ihnen erlaubte, in die Welt von Demi einzutauchen. «Bevor wir im Februar zu den Eltern und der Schwester in die Türkei reisten, standen wir bereits drei Monate lang in regem Kontakt.» Wie berichtet man über ein Thema, das einen als Frau selber betreffen könnte? Die Recherche sei teilweise aufwühlend gewesen, sagt Serafini: «Vor allem Gespräche mit Menschen, die Fulya gut gekannt hatten, waren manchmal schwer zu ertragen. Ich fand es richtig und wichtig, dass auch wir geweint haben, wenn uns danach war.» Entstanden ist ein starkes Stück Journalismus und das auf mehreren Ebenen: gemeinsam statt konkurrenzierend, empathisch und trotzdem reflektiert.<br />
</p>
<h3>The Bad – «Keine Statistik nach Geschlechtern»</h3>
<p>Am 27. April werden die Gewinner*innen des diesjährigen Swiss Press Award geehrt, vergangene Woche wurden die <a href="https://swisspressaward.ch/de/nominierte-swiss-press-award-2022/" target="_blank" rel="noopener">Nominationen</a> bekanntgegeben: Unter den 30 Nominierten finden sich gerade einmal sechs Frauen.</p>
<p>«Wir führen keine Statistik nach Geschlechtern», sagt Mitorganisator Michael von Graffenried auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Und er verweist auf den Swiss Press Photo Award, dort stehen die Gewinner*innen nämlich bereits fest: Der 2. Preis in der Kategorie Porträt ging an das <a href="https://50-50-50.ch/" target="_blank" rel="noopener">Kollektiv «50-50-50»</a>, das im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Frauenstimmrechts 50 Frauen fotografiert hat.</p>
<p>Die Fotografinnen haben ihre Frauenporträts alle einzeln eingeschickt. Für von Graffenried bedeutet das, dass der Swiss Press Award «noch nie so viele Preisträgerinnen in einem Jahrgang gehabt hat». Auf der Webseite ist allerdings <a href="https://swisspressaward.ch/de/gewinner/" target="_blank" rel="noopener">nur eine der 50 Fotografinnen</a> als Gewinnerin aufgeführt. Von Graffenried sagt, dass leider noch immer zu wenig Frauen an den Ausschreibungen mitmachen – dass es aber jedes Jahr «ein wenig besser» werde. Immerhin sind die Frauen in den sechs verschiedenen Jurys in der Mehrheit: 18 Frauen und 15 Männer.</p>

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<h3>The Ugly – Unwidersprochen stehen gelassen</h3>
<p>Die Journalistin Alice Schwarzer hat ein neues Buch geschrieben und wurde in der letzten «Sonntagszeitung» dazu <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/die-trans-ideologie-ist-in-wahrheit-rueckschrittlich-467980207060" target="_blank" rel="noopener">interviewt</a>. Die Altfeministin wird unter anderem gefragt, ob es ein Jugendtrend sei, dass sich vor allem die Generation Z «mit LGBT-Themen auseinandersetzt», es gehe um «subjektive Geschlechter», dem das biologische «notfalls angepasst wird» und darum, ob Mütter die «Treiber der Entwicklung» seien, «weil ihre Kinder und deren Wünsche für sie das Mass aller Dinge sind».</p>
<p>Schwarzer stellt in ihren Antworten die These von «echten Transsexuellen» auf und sagt, dass trans Buben (die sie allerdings fälschlicherweise als Mädchen gendert) «in den meisten Fällen nur ein Unbehagen an der Frauenrolle verspüren». Hanna Jannsen ist im Vorstand des queeren Vereins <a href="https://milchjugend.ch/" target="_blank" rel="noopener">Milchjugend</a> und sagt zur MEDIENWOCHE: «Als erstes finde ich es problematisch, das Ganze als ‹trans Debatte› oder ‹trans Ideologie› darzustellen. Es geht hier um Menschen und deren Rechte nicht um irgendeine ‹Debatte›.» Trans Menschen sind Menschen, die die gleichen Rechte und Chancen verdient haben wie alle anderen Menschen auch, so Janssen: «Ich finde metaphysische Fragen wie ‹Was ist eine Frau? Was ist ein Mann?› nicht produktiv.» Dass jungen trans Menschen in vielen Fällen nicht geglaubt wird, oder dass ihr Outing als «Phase» abgetan ist, gehört zum bekannten Inventar der Transfeindlichkeit, die mit solchen Aussagen wie denjenigen von Schwarzer zementiert wird – und sie bleiben im Interview unwidersprochen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/23/rundschau-watson-swiss-press-award-sonntagszeitung/">Rundschau/Watson, Swiss Press Award, Sonntagszeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Man hält das Publikum wieder einmal für blöd</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/22/man-haelt-das-publikum-wieder-einmal-fuer-bloed/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2022 21:46:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Ombudsstelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der «Rundschau»-Beitrag über neue Kampfjets habe die Meinungsbildung verfälscht, sagen die SRF-Ombudsleute. Das stimmt nicht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der «Rundschau»-Beitrag über neue Kampfjets habe die Meinungsbildung verfälscht, sagen die SRF-Ombudsleute. Das stimmt nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/22/man-haelt-das-publikum-wieder-einmal-fuer-bloed/">Man hält das Publikum wieder einmal für blöd</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Rundschau»: Seit 50 Jahren mittendrin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/01/04/rundschau-seit-50-jahren-mittendrin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jan 2018 16:16:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 10. Januar 1968 wurde die erste «Rundschau» im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. In der Jubiläumssendung am Mittwoch sitzt Mitbegründer und Ex-Moderator Erich Gysling wieder im Studio mit Originaldekor.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. Januar 1968 wurde die erste «Rundschau» im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. In der Jubiläumssendung am Mittwoch sitzt Mitbegründer und Ex-Moderator Erich Gysling wieder im Studio mit Originaldekor.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/04/rundschau-seit-50-jahren-mittendrin/">«Rundschau»: Seit 50 Jahren mittendrin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SRF bei Assad: «Wir machten vorher politischen Smalltalk»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/10/20/srf-bei-assad-wir-machten-vorher-politischen-smalltalk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das ist noch keinem Schweizer Journalisten gelungen: Sandro Brotz traf am Dienstagabend Syriens Präsident Bashar al-Assad in Damaskus. Gegenüber persoenlich.com sagt der «Rundschau»-Moderator, dass das «off the record»-Vorgespräch mindestens so interessant gewesen war, wie das eigentliche Interview.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/20/srf-bei-assad-wir-machten-vorher-politischen-smalltalk/">SRF bei Assad: «Wir machten vorher politischen Smalltalk»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist noch keinem Schweizer Journalisten gelungen: Sandro Brotz traf am Dienstagabend Syriens Präsident Bashar al-Assad in Damaskus. Gegenüber persoenlich.com sagt der «Rundschau»-Moderator, dass das «off the record»-Vorgespräch mindestens so interessant gewesen war, wie das eigentliche Interview.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/20/srf-bei-assad-wir-machten-vorher-politischen-smalltalk/">SRF bei Assad: «Wir machten vorher politischen Smalltalk»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Staatspropaganda im Staatsfernsehen? Jetzt mal konkret</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/29/staatspropaganda-im-staatsfernsehen-jetzt-mal-konkret/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2015 19:41:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturplatz]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unpassende Metaphern, Allgemeinplätze und ein kurioses Korrespondentenkabinett. Keine «guten Noten» für den Fernseh-Herbst 2014. Wir dokumentieren den Beitrag unseres Autors Ronnie Grob aus der Neuerscheinung «Weniger Staat, mehr Fernsehen» (NZZ Libro). Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) will kein Staatsfernsehen sein, nicht mal ein öffentlich-rechtliches Fernsehen. Um dem Vorwurf der Aufblähung seitens der Schweizer Zuschauer <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/29/staatspropaganda-im-staatsfernsehen-jetzt-mal-konkret/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unpassende Metaphern, Allgemeinplätze und ein kurioses Korrespondentenkabinett. Keine «guten Noten» für den Fernseh-Herbst 2014. Wir dokumentieren den Beitrag unseres Autors Ronnie Grob aus der Neuerscheinung <a href="http://www.nzz-libro.ch/weniger-staat-mehr-fernsehen-service-sans-public-srg-tv-radio.html" target="_blank">«Weniger Staat, mehr Fernsehen»</a> (NZZ Libro).<br />
<span id="more-24149"></span><br />
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) will kein Staatsfernsehen sein, nicht mal ein öffentlich-rechtliches Fernsehen. Um dem Vorwurf der Aufblähung seitens der Schweizer Zuschauer zuvorzukommen, verkauft man sich gerne als ein Verein. Das klingt harmlos. Und es ist korrekt, darauf zu pochen, denn es entspricht der Wahrheit. Nur ist die SRG eben kein kleiner Jodelverein, sondern eine Organisation mit 1,6 Milliarden Franken Jahresumsatz und sechstausend Beschäftigten. Drei Viertel davon, nämlich 1,2 Milliarden, hat 2013 der Bürger bezahlt, damit er empfangen darf, was die Programme der SRG produzieren.</p>
<p>Sind diese Programme überhaupt unabhängig vom Staat? Schliesslich sorgen allein dessen Gesetze dafür, dass der Bürger Empfangsgebühren bezahlen muss. – Ja, sie sind es. Sie sind in einer Struktur organisiert, die es ihnen ermöglicht, den Staat von morgens bis abends zu kritisieren. Die Exekutive kann die Mittel der SRG nicht einfach kappen oder einschränken, und sie wird auch nicht so plump sein, die Polizei vorbeizuschicken, um kritische Berichte zu beschlagnahmen. Anders als ein von der Willkür eines Diktators abhängiges Staatsfernsehen könnten die Programme des Vereins SRG die staatlichen Organe also frisch und munter kritisieren und auseinandernehmen.</p>
<p>Warum tun sie es also so gut wie nie? Es liegt an den Angestellten. Wer es bei einem von starren Verhaltensregeln, Vorschriften und Leitlinien dominierten Haus wie der SRG lange aushält, wird weder ein besonderer Freiheitsfan noch ein grosser Freund der Privatwirtschaft und des dynamischen Wettbewerbs sein. Vielmehr werden im System SRG Sehnsüchte nach Sicherheit und Harmonie befriedigt, die, besonders bei Journalisten, durch den Medienwandel verstärkt auftreten und im negativen Fall in Erstarrung und Duckmäusertum ausarten. Zwar sind die SRF-Programme ganz gut darin, neue und junge Talente nachzuziehen, aber viele der einmal eingestellten Mitarbeiter bleiben dem Sender aus Angst vor Veränderungen oder Abstieg bis zur Pension erhalten. Die Fussballkommentatoren sind ein gutes Beispiel: Der 1975 zum Schweizer Fernsehen gestossene Bernard Thurnheer ist erst kürzlich abgetreten, sein Kollege Dani Wyler ist schon seit 1988 dabei. Auch in den Off-Kommentaren sind seit Jahrzehnten die gleichen Stimmen zu hören.</p>
<p><strong>Tagesschau: PR und Einschätzungen durch «Experten»</strong><br />
Welche konkreten Beispiele für die fehlende Staatsferne der SRF-Programme gibt es denn? Schauen wir uns dazu einige der Informationssendungen im Herbst 2014 an, zunächst einmal das Prunkstück der Informationsabteilung des SRF-Fernsehens, die Tagesschau.</p>
<p>Sofort verrät die Sprache die Betrachtung der Welt aus elitärer Warte. Die Tagesschau ist eine Gouvernante, die sich als Journalistin tarnt: Lächerliche Metaphern wie «die Hausaufgaben nicht gemacht» oder «der Haussegen hängt schief» wiederholen sich ständig. Banken, die den EZB-Stresstest nicht bestanden haben, werden zu «Sündern» erklärt, denen man «auf die Finger» schauen müsse. Gibt es einmal «gute Noten von der OECD» (zur Beschäftigungsquote von älteren Arbeitnehmern), macht man das gleich zum Aufmacher der Sendung. Wer allergisch auf unterschwellige Erziehungsbotschaften reagiert, wird sehr schnell umschalten.</p>
<p>Auch die Zusammenstellung der Nachrichten des Tages gibt Aufschluss über die Sichtweise der SRF-Redaktoren. Bei vielen der «Nachrichten» handelt es sich bloss um nacherzählte Pressekonferenzen oder Inszenierungen, erweitert mit eingeholten Aussagen. Zum Beispiel ein «Kongress der Gewerkschaften» am <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-23-10-2014-1930?id=f898e7ad-eb3e-4161-aa42-0e9fbc039eba">23. Oktober</a>, bei dem Frauen lautstark gegen die Erhöhung des Rentenalters von 64 auf 65 Jahre protestieren und Bundesrat Alain Berset (SP) auspfeifen – der das Thema ihnen gegenüber als «wichtig» und «richtig» bezeichnet. Ein weiteres Statement im Beitrag wird vom Präsidenten des Gewerkschaftsbundes, Paul Rechsteiner, eingeholt, that’s it. Fünf Tage später, am <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-28-10-2014-1930?id=a212adfa-6683-4f00-8392-afa8cc6bbdc7">28. Oktober</a>, werden die Frauen übrigens nochmals gezeigt. Und auch Bundesrat Berset erhält nochmals die Möglichkeit einer Stellungnahme.</p>
<p>Die ersten fünf Minuten der Sendung vom <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-24-10-2014-1930?id=864bdaf0-2209-41e7-b0c7-48495d7fcb85">24. Oktober</a> haben kein anderes Thema als die von der SRG beim Befragungsdienst GfS in Auftrag gegebenen Umfragen zu den Volksabstimmungen Ende November. Wie immer tritt dabei der Politikwissenschaftler Claude Longchamp als Experte auf, der sich Mühe gibt, gegen alle Seiten unabhängig zu sein, weshalb er seit 1993 parteipolitisch nicht mehr aktiv ist. Davor war er SP-Gemeindeparlamentarier und SP-Vorstandsmitglied, heute ist er nur noch SP-Mitglied. Dann darf Bundesrätin Doris Leuthard Vorschläge zum Verkehr vorstellen («Mobility Pricing»), und die Nachricht wird ausgestrahlt, die Staats- und Regierungschefs der EU hätten sich auf ein Klimaschutz- und Energiepaket geeinigt. Erst im siebten Beitrag kommt eine Nachricht, die nicht entweder von der SRG selbst oder von den Behörden stammt: «Ebola breitet sich weiter aus», berichtet wird von einem Fall in Mali. Der achte Beitrag über die zunehmende Pressefreiheit in Tunesien, die angeblich mit Hilfe von Radiojournalisten in der Schweiz zustande kommt, ist selbstreferenziell und demaskierend. «Statt für die Mächtigen berichtet sie heute fürs Publikum», heisst es darin über eine tunesische Journalistin. Über die Tagesschau könnte es analog heissen: «Statt für das Publikum berichtet sie heute für die Mächtigen.»</p>
<p>Die Tagesschau am <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-14-11-2014-1930?id=f5dc8492-1275-4e3b-aa36-2e60bd719084">14. November</a> startet mit der Ankündigung einer «Task-Force gegen Dschihad-Reisende», also gegen Menschen aus der Schweiz, die sich den kriegerischen Aktivitäten der Organisation «Islamischer Staat» anschliessen. Das SRF hat dazu eine beeindruckende <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/03/task-force-tagesschau-vom-15.-november-2014.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Grafik</a> gebastelt, die aufzeigt, dass die Fedpol, NDB, BA, EDA, GWK, BFM, BJ, KKPKS und FPZH – so ist es auf der Grafik zu lesen – gemeinsam entschlossen vorgehen werden, um das Problem zu lösen. Informationen zur Tätigkeit und zum Nutzen dieser Task-Force gibt es keine, die über Allgemeinplätze wie «Koordinationsaufgaben» hinausgehen. Kurz: Die staatlichen Organe möchten Entschlossenheit demonstrieren, und die Tagesschau bietet ihnen dazu eine unkritische Plattform.</p>
<p>Dass an einem Wochentag einmal weder ein Bundesrat noch ein sonstiger Vertreter der helvetischen Exekutive über den Bildschirm flimmert, ist selten. Daneben stellen vor allem Pressesprecher, Legislativpolitiker und Funktionäre das Stammpersonal der Tagesschau. Sehr viel Redezeit erhalten auch sogenannte «Experten». Oft sind es die Gleichen: Tourismusexperte Christian Laesser von der Uni St. Gallen beispielsweise gibt am Freitag, <a href=" http://www.srf.ch/player/tv/tagesschau/video/nachlaessigkeit-bei-reisen-in-risikogebiete?id=f01b9590-21c2-4b9a-861e-ff3956a1dfd7">12. Dezember</a>, Auskunft über gefährliche Reisen nach Mindanao, Philippinen. Bereits zwei Tage später, am <a href="http://www.srf.ch/player/tv/tagesschau/video/winter-tourismus-in-der-krise?id=334a3dc2-7c80-4ad9-a48e-c6a425a43ebb">14. Dezember</a>, ist er wieder zu sehen, dieses Mal als Experte zum Thema Wintertourismus in der Schweiz.</p>
<p>Noch bequemer, als einen Experten zu finden, ist es, den SRF-Korrespondenten zum Experten zu machen – und mit ihm etwas über das gerade aktuelle Thema zu plaudern. Pro Tagesschau-Hauptausgabe finden oft mehrere solcher Gespräche statt. Peinlich wird es, wenn die Korrespondenten nicht einmal dort sind, wo etwas passiert. Denn in Zeiten, in denen sich Augenzeugenberichte sekundenschnell im Internet verbreiten, können Korrespondentenschaltungen schnell zum Kuriosum geraten.</p>
<p>Ein paar Beispiele:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/aufstand-gegen-putschisten?id=91bc1b0b-fa0e-472b-bd03-25d29d0a023c">30. Oktober</a>: In Ougadougou, Burkina Faso, wird das Parlament erstürmt und angezündet. Für eine Einschätzung schaltet die Tagesschau nach Nairobi, Kenia, zu Afrika-Korrespondent Patrick Wülser. Der gibt Sätze wie «Ich weiss es nicht» oder «Es gibt keine gesicherten Informationen» von sich, was nicht überrascht, sind die beiden Städte doch 6000 Kilometer voneinander entfernt – Ougadougou liegt sogar näher bei Zürich-Leutschenbach als bei Nairobi.</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-15-12-2014-1930?id=88f595db-c814-4dde-ad59-c107bf294982">15. Dezember</a>: Für eine Einschätzung der drei Todesopfer fordernden Geiselnahme in Sydney, Australien, wird nach Basel, Schweiz, geschaltet, zu Australien-Korrespondent Urs Wälterlin.</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-16-12-2014-1930?id=abf7b897-67b4-4752-97cd-1c03f145fe39">16. Dezember</a>: Für eine Einschätzung des Massakers an mehr als 130 Kindern und Jugendlichen in Peschawar, Pakistan, wird nach Hamburg, Deutschland, geschaltet, zu Nahost-Korrespondent Ulrich Tilgner.</li>
</ul>
<p>Peter Gysling, ausser einem kurzen Abstecher als Informationschef des Bundesamts für Flüchtlinge seit 1980 beim Schweizer Fernsehen, berichtet am <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-26-10-2014-1930?id=ea0c2fe4-be10-4d20-ad46-05cd9ad7184a">26. Oktober</a> als Moskau-Korrespondent über die Exit-Polls nach den vorgezogenen Parlamentswahlen in der Ukraine: «Wichtig auch: Die Opposition im Osten, der sogenannte Oppositionsblock, der wird auch im Parlament vertreten sein mit etwa 8 Prozent der Stimmen. Und ich denke, das ist auch richtig und wichtig in einer Demokratie, dass eben jene, die im Osten nicht einverstanden sind mit der Politik hier in Kiew, auch vertreten sind im Parlament.» Am <a href="http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-27-10-2014-1930?id=885e0b53-4257-4869-beee-dea6bdab7106">27. Oktober</a> schätzt Gysling den Wahlausgang so ein: «Es sind wirklich die besonneneren Reformkräfte, die diese Wahlen gewonnen haben. Auf der anderen Seite ist auch zu erwähnen, dass eine wichtige Oppositionspartei aus dem Osten der Ukraine auch mit über zehn Prozent ins Parlament ziehen wird. Ich denke, das ist auch aus demokratiepolitischen Gründen wichtig, dass die Menschen dort, die zum Teil eben andere Positionen vertreten, hier in Kiew auch vertreten sind, im neugewählten ukrainischen Parlament.» Was Gysling «besonnenere Reformkräfte» nennt, sind natürlich die EU-freundlichen Parteien. Zwar erlaubt er auch jenen Kräften, die eine EU-skeptische und prorussische Haltung haben, gönnerhaft die Teilnahme an der Demokratie, unterschlägt aber etwas deren Bedeutung. Denn was Gysling «eine wichtige Oppositionspartei» nennt, als handle es sich um eine dubiose Splitterpartei, ist der am Ende auf 9,4 Prozent der Stimmen gekommene Oppositionsblock, der aus ehemaligen Führungskräften der «Partei der Regionen» besteht: der Partei des unter fragwürdigen Umständen abgesetzten früheren Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Der Partei, die sich offiziell für einen Wahlboykott entschied. Der Partei, die bei den Parlamentswahlen 2012 mit rund einem Drittel aller Stimmen die stärkste Partei war (internationale Beobachter kritisierten Mängel bei diesen Wahlen).</p>
<p><strong>Die Rundschau und die Macht</strong><br />
Gibt es Frontalangriffe auf den Staat und seine Vertreter? Selten. Prüfen wir dazu ein weiteres journalistisches Paradepferd des Schweizer Fernsehens, die Rundschau. Sie fühlt sich folgender «Grundmission» verpflichtet, wie es gemäss <a href="http://www.srf.ch/sendungen/ rundschau/sendeportraet" target="_blank">Sendungsporträt</a> auf srf.ch heisst:</p>
<blockquote><p>«Die Rundschau hinterfragt die Macht – mit hartnäckigen Recherchen, enthüllenden Reportagen und brisanten Interviews.»</p></blockquote>
<p>Im zweiten Halbjahr 2014 prangerte die Rundschau konkret diese Missstände in der Verantwortung des Staats an, hier die vollständige Liste:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/steuerverwaltung?id=198428c7-08b9-4c8b-825b-b046f8a31947">2. Juli</a>: Die «Vetternwirtschaft und Inkompetenz» in der Hauptabteilung Mehrwertsteuer der Eidgenössischen Steuerverwaltung.</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/neue-faktern-zum-ammann-steuerdeal?id=399fcd9a-85b7-4fa8-a5ab-69bdab3c399e">10. September</a>: Die Auslagerung von Geldern der Ammann-Gruppe in Offshore-Standorte, «mit dem Segen der Berner Steuerverwaltung».</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/angriff-auf-die-sozialhilfe?id=a2e86bb0-c6cb-4dee-80f6-900df90fbf2c">17. September</a>: Gemeinden, die Einsparungen bei der Sozialhilfe vornehmen (Titel: «Angriff auf die Sozialhilfe»).</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/gefaehrliche-impfung-fuer-maedchen?id=8738c76e-2cce-4660-993a-1bf61e77aef7">1. Oktober</a>: Ein kontroverser Gerichtsfall am Urner Obergericht, Titel: «Schwerkrimineller oder Justizopfer?» Die <a href="http://www.nzz.ch/schweiz/urner-justiz-muss-im-fall-walker-ueber-die-buecher-1.18448388">NZZ schreibt</a> dazu am 19. Dezember: «Um einen Justizskandal handelt es sich nicht.»</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/gefaehrliche-bahnuebergaenge?id=90a3b3a0-d0f4-47ab-845b-4c3a6d509afc">8. Oktober</a>: Tote an gefährlichen Bahnübergängen.</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/gefaehrliche-impfung-fuer-maedchen?id=8738c76e-2cce-4660-993a-1bf61e77aef7">29. Oktober</a>: Negative Folgen von Impfungen unter dem Segen des Bundesamts für Gesundheit.</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/news/schweiz/urner-polizei-verstoesst-gegen-gesetze-untersuchung-gefordert">12. November</a>: Urner Polizisten, die gegen das geltende Ausstandsgesetz verstossen haben.</li>
<li><a href="http://www.srf.ch/player/tv/rundschau/video/vergoldeter-oekostrom?id=7f393526-a18c-437f-b2d8-86b9c15ebe93">26. November</a>: Die Auszahlung von «zu hohen» Subventionen für Kleinwasserkraftwerke.</li>
</ul>
<p>Ob die wirklich Mächtigen im Staat jeden Mittwoch vor der Rundschau zittern? Nun ja, man darf es sich ausmalen.</p>
<p><strong>Kulturplatz: Existenzsorgen zur Kunstaktion erklärt</strong><br />
Ein herausragendes Beispiel, wie Reporter die Sorgen der Lokalbevölkerung zwar sehen, aber schlichtweg ignorieren, zeigt Philipp Zahn, der Italien-Korrespondent von SRF in der Sendung <a href="http://www.srf.ch/play/tv/kulturplatz/video/lampedusa-%E2%80%93-die-fluechtlinge-sind-der-insel-schicksal?id=52c0b4ba-002c-4788-a80c-9ba3ac14c3b3#open_form_anker">Kulturplatz vom 8. Oktober 2014</a>:</p>
<p><iframe src='//tp.srgssr.ch/p/srf/embed?urn=urn:srf:ais:video:52c0b4ba-002c-4788-a80c-9ba3ac14c3b3' width='450' height='253' frameborder='0' name='Lampedusa – Die Flüchtlinge sind der Insel Schicksal'></iframe></p>
<p>Er besucht ein Kulturfestival auf Lampedusa, das sich kritisch mit der dortigen Flüchtlingsproblematik auseinandersetzt – und gegen das die lokale Bevölkerung demonstriert und protestiert. Statt eines Kulturspektakels hätten die Menschen vor Ort nämlich lieber konkrete Wirtschaftshilfe. Schliesslich gilt es den massiven Touristeneinbruch zu kompensieren, der sich aufgrund der vielen auf der Insel strandenden Flüchtlingsboote und der damit einhergehenden Negativschlagzeilen ergeben hat; neben Fisch ist Tourismus die Haupterwerbsquelle der italienischen Insel.</p>
<p>Im Beitrag gibt ein Hotelbesitzer zu bedenken, dass die Festivalorganisatoren ja nicht einmal aus Lampedusa kämen: «Die wollen über unsere Probleme hier reden? Bitte schön. Aber nicht in unserem Namen.» Im Off-Kommentar des SRF-Beitrags ist zu hören: «Mir wird erklärt, das viele Gerede um die Flüchtlinge würde dem Image der Insel schaden. Doch ich frage mich: Warum herrscht bei nur 6000 Einwohnern hier so viel Zwietracht?» Ja, warum bloss? Der SRF-Reporter scheint nicht nur sehr naiv zu sein, was wirtschaftliche Fragen angeht, er masst sich sogar an, die Existenzsorgen der Lokalbevölkerung zu einer «Selbstinszenierung» umzudeuten. In die Kamera urteilt er: «So wird die Protestaktion schnell zur Selbstinszenierung und die Gegner dieses Festivals Teil der Kunstaktionen im öffentlichen Raum.» Es freut die Bevölkerung sicher, mit ihrem ernstgemeinten Protest zur Kunst beitragen zu können. Später im Beitrag stösst Zahn auf die Überreste eines Flüchtlingsboots: «Einfach hingeworfen: ein Schlauchboot, mit dem Flüchtlingen aus Afrika die Überfahrt gelang. Drin liegen noch die Wasserflaschen, Schuhe, Fruchtsäfte und sogar eine Packung Schmelzkäse.» In die Kamera sagt Zahn: «Eigentlich unglaublich: Da diskutieren die Lampedusaner über ihre eigene Rolle in diesem europäischen Flüchtlingselend. Und gleichzeitig unterhalten sie hier eine wilde Mülldeponie, wo sie einfach alles ablagern, was ihnen unnütz erscheint, was für viele Flüchtlinge aber vielleicht ihr letztes Hab und Gut bedeutet.» Am Ende besucht er einen Künstler, der diesen Gegenständen «neuen Wert» verleiht.</p>
<p>Dieser Fall macht richtig wütend: Ein bestens ausgestatteter Luxusjournalist erklärt existenzielle Probleme zur Kunstaktion und mosert über herumliegenden Abfall. Weniger Empathie ist kaum möglich.</p>
<p>Die SRF-Informationsgefässe zeigen vor allem die Welt der Oberen – mit Grund natürlich, denn obwohl das Handeln der Unteren gesamtheitlich gesehen mehr Relevanz hat, sind ihre singulären Exponenten doch meist bedeutungslos. Es muss schon etwas Besonderes passieren, damit jemand, der sich vom elitären Stammpersonal abhebt, ausserhalb der klassischen Strassenumfrage in den Programmen des SRF zu Wort kommt. Kurz: der Normalbürger kommt in der Tagesschau in der Regel nicht vor, seine Sorgen und Nöte auch nicht. Dabei wäre die Sendung in erster Linie ihm und seiner Sichtweise verpflichtet – und nicht den Staatsangestellten, nicht den Pressesprechern, nicht den Experten. Wenn der Bürger schon verpflichtet wird, Gebühren zu zahlen, dann hat er auch einen Anspruch darauf, dass seine Sorgen, Probleme und Fragen ebenfalls Erwähnung finden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/29/staatspropaganda-im-staatsfernsehen-jetzt-mal-konkret/">Staatspropaganda im Staatsfernsehen? Jetzt mal konkret</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Aserbaidschan: Schweiz beschützt Journalist in Botschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/11/aserbaidschan-schweiz-beschuetzt-journalist-in-botschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2015 23:11:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Baku]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Medienfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit bietet die Schweiz dem aserbaidschanischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Emin Huseynov Schutz in ihrer Botschaft in Baku. Dies zeigen Recherchen der «Rundschau». Der 35-Jährige fürchtet um sein Leben, weil er das Regime kritisiert hat.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/11/aserbaidschan-schweiz-beschuetzt-journalist-in-botschaft/">Aserbaidschan: Schweiz beschützt Journalist in Botschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit bietet die Schweiz dem aserbaidschanischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Emin Huseynov Schutz in ihrer Botschaft in Baku. Dies zeigen Recherchen der «Rundschau». Der 35-Jährige fürchtet um sein Leben, weil er das Regime kritisiert hat.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/11/aserbaidschan-schweiz-beschuetzt-journalist-in-botschaft/">Aserbaidschan: Schweiz beschützt Journalist in Botschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geri Müller will Klarheit über Rolle von politischen Gegnern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/12/geri-mueller-will-klarheit-ueber-rolle-von-politischen-gegnern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 13:24:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Bollag]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Meschenmoser]]></category>
		<category><![CDATA[Sacha Wigrorovits]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Geri Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Gerigate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Entwicklung in der Affäre um die Nacktselfies des grünen Nationalrats und Badener Stadtammanns Geri Müller: Sein Anwalt Andreas Meili bestätigt: «Ich beantrage, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen auf Geri Müllers politische Gegenspieler Josef Bollag und Sacha Wigdorovits ausdehnt.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/geri-mueller-will-klarheit-ueber-rolle-von-politischen-gegnern/">Geri Müller will Klarheit über Rolle von politischen Gegnern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neue Entwicklung in der Affäre um die Nacktselfies des grünen Nationalrats und Badener Stadtammanns Geri Müller: Sein Anwalt Andreas Meili bestätigt: «Ich beantrage, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen auf Geri Müllers politische Gegenspieler Josef Bollag und Sacha Wigdorovits ausdehnt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/geri-mueller-will-klarheit-ueber-rolle-von-politischen-gegnern/">Geri Müller will Klarheit über Rolle von politischen Gegnern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Hoch auf das Sommerloch!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/07/23/ein-hoch-auf-das-sommerloch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2012 08:47:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Sommerloch]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Le Temps]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Echo der Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Sommerloch ist ein Glücksfall für den Journalismus. Selten berichten Medien entspannter und hintergründiger. Aus einem einfachen Grund: Sie haben Zeit, können in der Berichterstattung eigenständige Akzente setzen und müssen nicht im Hamsterrad Aktualitäten abspulen. Pünktlich zum Sommerbeginn öffnet sich jeweils bedrohlich das Sommerloch, das den Restgehalt an Qualität in den Medien zu verschlingen droht. <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/23/ein-hoch-auf-das-sommerloch/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/23/ein-hoch-auf-das-sommerloch/">Ein Hoch auf das Sommerloch!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/07/sommerloch_klein.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" />Das Sommerloch ist ein Glücksfall für den Journalismus. Selten berichten Medien entspannter und hintergründiger. Aus einem einfachen Grund: Sie haben Zeit, können in der Berichterstattung eigenständige Akzente setzen und müssen nicht im Hamsterrad Aktualitäten abspulen.<br />
<span id="more-30511"></span><br />
Pünktlich zum Sommerbeginn öffnet sich jeweils bedrohlich das Sommerloch, das den Restgehalt an Qualität in den Medien zu verschlingen droht. Weil der Politik- und Parlamentsbetrieb pausiert, füllen sich die Zeitungsspalten und Sendeminuten noch mehr als sonst mit Meldungen über Tierchen, Sternchen, Sex &amp; Crime und anderer Belanglosigkeit. In Ermangelung harter Stoffe nimmt das Softe überhand, was die Medienkritiker zur Klage  veranlasst, die da im netteren Fall lautet: <a href="http://www.theeuropean.de/thore-barfuss/11569-journalismus-und-das-sommerloch" target="_blank">«Sommerpause an, Hirn aus»</a>. So weit so schlecht. Nur: Was hat das mit der Realität zu tun? Wenig bis nichts. Denn das sogenannte Sommerloch ist die beste Zeit für den Journalismus. Wers nicht glaubt, lese Zeitung, höre Radio oder schaue fern.</p>
<p>Wenn der Aktualitätsdruck nachlässt, die Blattumfänge und Sendezeiten aber bleiben, dann sind Redaktionen zur Kreativität gezwungen. Sie können sich nicht mehr auf einen stetigen Nachrichtenfluss verlassen, der ihnen den Arbeitstakt vorgibt. Das ist ein Glücksfall für den Journalismus. Denn nun zeigt sich, wer aus dem vermeintlichen Nichts, etwas zu schaffen weiss. Geschichten aufspüren, die noch niemand erzählt hat, Themen aufs Tapet bringen, für die sonst keine Zeit bleibt, das machen landauf landab Redaktionen im Sommer. Tageszeitungen, Radio und Fernsehen planen die Sommermonate so aufwändig und intensiv, wie sie selten sonst im Jahr ihre Berichterstattung vorbereiten. Das allein bietet freilich noch keine Garantie für Qualität. Auch Sommerserien können so seicht daherkommen wie die durchschnittliche Saure-Gurken-Meldung. Uninspiriert und als Pflichtübung runtergeschrieben lesen sich die Beiträge der <a href="http://www.nzz.ch/_/kantonsmittelpunkte---eine-sommerserie-2.48095" target="_blank">NZZ-Sommerserie</a> zu den geografischen Mittelpunkten der Schweizer Kantone. Auch <a href="http://www.sendungen.sf.tv/wasser/Nachrichten/Archiv/2012/05/15/Wasserratten/Schweiz-aktuell-Die-Wasserratten" target="_blank">«Die Wasserratten»</a> von Schweiz aktuell zählen sicher nicht zu den Höhepunkten des Mediensommers 2012.</p>
<p>Doch ein Blick in die übrige Medienlandschaft zeigt mehrheitlich ein anderes Bild. Die Sommer-Serien in Zeitungen, Radio oder Fernsehen sind mehr als nur Lückenbüsser für eine nachrichtenarme Zeit: sie bieten Journalismus, wie es ihn in den übrigen zehn Monaten des Jahres zu selten gibt; lange und hintergründige Formate, langsame und unaufgeregte Geschichten, die beim Publikum einen nachhaltigeren Eindruck hinterlassen als der hochtourige Hamsterradjournalismus. Die folgenden vier Beispiele sind auch als Plädoyer für mehr Sommer im ganzen Jahr zu verstehen.</p>
<p><strong>«Le Temps»: <a href="http://www.letemps.ch/dossiers/dossiers_2012/2012_series_ete" target="_blank">Seriensommer</a></strong><br />
Die Westschweizer Qualitätszeitung zieht alle Register: nicht weniger als 19 redaktionelle Sonderefforts leistet «Le Temps» diesen Sommer. Von der Serie über die «Bösen in der Schweizer Geschichte», angefangen mit einer historischen Recherche über den Inquisitor Ulric de Torrenté, über eine brandaktuelle Artikelfolge zur Geschichte der Staatsverschuldung bis zur Serie über die grossen Redner der Weltgeschichte. Auf diesem Niveau geht der Serienreigen weiter.</p>
<p><strong>«Berner Zeitung»: <a href="http://www.bernerzeitung.ch/dossiers/region/dossier2.html?dossier_id=1510" target="_blank">«Senioren-Sommer»</a></strong><br />
Seit Anfang Juli widmet sich die «Berner Zeitung» ausführlich und thematisch breitgefächert den Lebenswelten älterer Mitmenschen. Dazu verbrachte ein Redaktor <a href="http://www.bernerzeitung.ch/dossiers/region/dossier2.html?dossier_id=1510#panel4" target="_blank">eine Woche im Altersheim</a>, von wo er im Tagesrhythmus berichtet. Leserinnen und Leser der BZ können dem ältesten Ehepaar der Schweiz Fragen zukommen lassen, die eine Redaktoren den beiden über Hundertjährigen stellt. Und auch die Aktualität kommt nicht zu kurz: Im Sportressort fand sich anlässlich er OL-WM in Lausanne das <a href="http://www.bernerzeitung.ch/sport/weitere/Die-Faszination-ist-geblieben/story/18606035?dossier_id=1510" target="_blank">Porträt eines der Kurssetzer</a> – ein 66-jähriger ehemaliger Spitzenläufer.</p>
<p><strong>Rundschau (Schweizer Fernsehen): <a href="http://www.sendungen.sf.tv/rundschau/Nachrichten/Archiv/2012/07/09/Serien/Mission-Reporter" target="_blank">«Mission Reporter»</a></strong><br />
Hartnäckig nachfragen, Autoritäten in Frage stellen und unbeirrbar berichten, um die Wahrheit ans Licht zu bringen – koste es, was es wolle. Das ist Journalismus. In Mexiko oder Russland setzt das Leben aufs Spiel, wer das Medienhandwerk so ausübt. Die «Rundschau» zeigt in ihrer Sommerserie, was es heisst, in diesen Ländern als Journalist zu arbeiten. Als Beispiel für einen Schweizer Journalisten, der nicht locker lässt und seit Jahr und Tag Aufklärungsarbeit leistet, folgt zum Schluss der Sommerserie ein Porträt des Sektenspezialsten Hugo Stamm.</p>
<p><strong>Echo der Zeit (Schweizer Radio): <a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/echo-der-zeit/348998.sommerserie-20-koepfe-20-ideen.html" target="_blank">«20 Köpfe, 20 Ideen»</a></strong><br />
Während vier Sommerwochen gibt das Nachrichten-Flaggschiff vom Schweizer Radio für einmal die Zügel aus der Hand. In einer Serie mit zwanzig Gastbeiträgen präsentieren mehr oder weniger prominente Figuren aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ihre Vorstellungen von der Zukunft der Schweiz. Auch wenn die Qualität der einzelnen Statements, sowohl was Machart als auch den Inhalt angeht, stark schwanken, ist es dem Echo gelungen, ein Panoptikum des gegenwärtigen Schweizer Geistesleben zu zeigen. Erfrischend: Die üblichen Verdächtigen, Experten aller Couleur, kommen nicht zu Wort, dafür Figuren aus der zweiten Reihe, Macherinnen und Macher, die wirklich etwas zu sagen haben. Hörtipp: <a href="http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/rendez-vous/2753.bt10233605.html" target="_blank">Gerhard Schwarz</a> (Avenir Suisse, Ex-NZZ) und seine Idee gegen verstopfte Züge und Strassen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/23/ein-hoch-auf-das-sommerloch/">Ein Hoch auf das Sommerloch!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Solider Einstand</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/07/06/solider-einstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 07:20:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Pelda]]></category>
		<category><![CDATA[Sandro Brotz]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Sonja Hasler]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rundschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals moderiert Sandro Brotz die «Rundschau», die politjournalistische Leitkuh des Schweizer Fernsehens. Das gelungene Moderationsdebüt kommt einher mit Beiträgen von sehr unterschiedlicher Qualität. Wir haben sie einzeln angeschaut. «Feuer in der Kurve» (Video, 8:03 Minuten) Ein ausgewogener Beitrag, der es sich aber etwas leicht macht, in dem er alle Lösungen zur Pyrofrage kritisiert &#8211; ausser <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/06/solider-einstand/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals moderiert Sandro Brotz die «Rundschau», die politjournalistische Leitkuh des Schweizer Fernsehens. Das gelungene Moderationsdebüt kommt einher mit Beiträgen von sehr unterschiedlicher Qualität. Wir haben sie einzeln angeschaut.<br />
<span id="more-30506"></span><br />
<strong><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3013ff82-0904-4050-a4f2-5ce5691e1a5e">«Feuer in der Kurve»</a></strong> (Video, 8:03 Minuten)<br />
Ein ausgewogener Beitrag, der es sich aber etwas leicht macht, in dem er alle Lösungen zur Pyrofrage kritisiert &#8211; ausser der Repression, die ja bekanntlich auch nicht richtig funktioniert. Gut, dass man nach Wien gefahren ist, um herauszufinden, dass dort die nun angestrebte Lösung der kontrollierten Pyrozündung nicht zufriedenstellend funktioniert. Doch warum wird nur ein Clubvertreter, warum werden keine österreichischen Fans befragt?</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=1a03de25-f9ad-4563-ba83-6bc7ad3646b1"><strong>«Attacke auf Fristenlösung»</strong></a>  (Video, 10:35 Minuten)<br />
Als «christlich und radikal» wird der Zürcher SVP-Gemeinderat Daniel Regli vorgestellt, weil er für ein Verbot der Fristenlösung einsteht. Und der Song «Kei Chance» von Rapper Sent alias Stefan Fischer habe eine «radikale Grundhaltung» (<a href="http://www.nassilia.ch/wp-content/uploads/8_Kei-Chance.pdf">Songtext als PDF-Datei</a>). Abtreibungsgegner als «radikal» zu bezeichnen, ist sicher nicht falsch, so müssten dann aber konsequenterweise auch Gegner der Atomkraft bezeichnet werden. Und alle anderen, die sich nur eine Lösung vorstellen können.</p>
<p>«Ich fand den Bericht grundsätzlich gut», sagt der im Bericht zu Wort kommende Stefan Fischer auf Anfrage. Dass Leute aus der freikirchlichen Szene als «radikal» bezeichnet würden, sei ja nichts Neues, das Schweizer Fernsehen schliesse sich so «erstaunlich kritiklos der Mainstream-Meinung» an. «Sie haben zwar beide Seiten gezeigt, doch durch die Rhetorik zu verstehen gegeben, auf welcher Seite sie eher stehen.»</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b4d2beab-b85a-42c8-af0a-5290b23eeb26"><strong>«Stuhl: Peter Föhn»</strong></a> (Video, 7:05 Minuten)<br />
Das Moderationsdebüt von Sandro Brotz darf man als gelungen bezeichnen, auch wenn er noch sichtlich nervös war. Er schreibt uns auf Anfrage: «Der Anspruch an mich selbst war, eine solide erste Livesendung mit einem attraktiven Studiogespräch bieten zu können. Die vielen positiven Rückmeldungen bestärken mich darin, dass dies gelungen ist &#8211; dazu hat die gesamte Redaktion beigetragen.»</p>
<p>Zum Glück tanzt er nicht wie Hannes Britschgi in den 1990er-Jahren um seine Gäste herum (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=db5e769d-1eb4-4476-8155-099364f16927">Video, ab Minute 9</a>), aber der Konfrontationskurs mit dem Gast auf dem Stuhl ist noch der Gleiche. Diesmal ist es SVP-Ständerat Peter Föhn, dem Brotz vorwirft, er habe sich nicht «für die Frau eingesetzt». Und warum? Er habe die Mutterschaftsversicherung für Erwerbstätige und das <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20073102">SP-Postulat</a> «Krippen und Tagesschulen bezahlbar machen» abgelehnt. Auch wenn bewusst eine konfrontative Fragenstrategie gewählt wird, ist es doch bedenklich, wenn höhere Staatsausgaben als einzige Lösung, wie man sich «für die Frau» einsetzen kann, dargestellt werden. Erfolgreich demaskiert dagegen wird die Absicht der Abtreibungsgegner, ihr Anliegen mit der <a href="http://privatsache.ch/">Volksinitiative</a> zur Kostenfinanzierung in die Medien zu bringen &#8211; wobei, Ironie der Geschichte, die «Rundschau» tatkräftig mithilft. Die Streichung der Abtreibung aus der Grundversicherung würde nämlich nur eine minimale Auswirkung auf die gesamten Gesundheitskosten haben.</p>
<p>Zum Schluss des Interviews wendet sich Brotz an die Zuschauer und sagt:</p>
<blockquote><p>«Was halten Sie von der neuen Abtreibungsdiskussion? Sagen Sie uns Ihre Meinung. Wir haben für Sie ein Internetforum eingerichtet, diskutieren Sie mit anderen Zuschauern. Oder: Folgen Sie meiner Kollegin Sonja Hasler und mir auf Twitter. Die Informationen dazu finden Sie auf rundschau.sf.tv.»</p></blockquote>
<p>Was bitte soll das einem abtreibungsdiskussionsinteressierten Zuschauer bringen, wenn er Sonja Hasler auf Twitter folgt? Er erfährt dort doch nur, dass Hasler <a href="https://twitter.com/SonjaHasler/status/218682227779846144">«jetzt auch modern»</a> ist, dass sie <a href="https://twitter.com/SonjaHasler/status/219515412990263297">«demnächst einen spanisch-schweizerischen Gotte-Bub»</a> kriegt und dass sie glaubt, sie könne nun <a href="https://twitter.com/SonjaHasler/status/220602766039588864">«getrost in Pension, äh in die Ferien gehen»</a>. Auch im Twitter-Konto von Sandro Brotz findet sich kein Mehrwert zur Abtreibungsdiskussion.</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c3a14e79-4a7e-4138-9a79-0a6adbf99c87"><strong>«Alle gegen Angela»</strong></a> (Video, 7:08 Minuten)<br />
Was macht man, wenn man wirklich gar keine Ideen hat? Man geht vor den Berliner Reichstag und befragt deutsche Touristen, was sie zum Kurs von Angela Merkel denken. Und man geht in den Reichstag und fragt deutsche Politiker das Gleiche. Heraus kommen Statements, die zwar fesch klingen, aber völlig nichtssagend bleiben. Etwas Fussball dazu und Bilder von Angela Merkel, deren Farbe zu einem schwarzweissen Bild erstarrt. «Untermauert» wird diese Gemengelage mit Aussagen von Bestseller-Autor Richard David Precht, der als Philosoph und von «Bild»-Kolumnist Hugo Müller-Vogg, der als Merkel-Biograf verkauft wird (gemeint ist wohl <a href="http://www.hoffmann-und-campe.de/go/f45264e9-508b-af43-915dadd9db4633b5">dieses</a>, <a href="https://www.taz.de/1/archiv/archiv-start/?ressort=in&#038;dig=2004%2F01%2F13%2Fa0104&#038;cHash=fd3a6d7899">hier</a> von der taz rezensierte Interview-Buch). Am Schluss steht ein Beitrag mit vielen Stimmungen und sehr wenigen Informationen, der den Zuschauer nicht ein Stück klüger macht. Eine regelrechte Arbeitsverweigerung, wie sie im journalistischen Flaggschiff des Schweizer Fernsehens nicht mal gelegentlich vorkommen sollte.</p>
<p><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c3a14e79-4a7e-4138-9a79-0a6adbf99c87"><strong>«Als Frau auf Stimmenfang»</strong></a> (Video, 8:14 Minuten)<br />
Kann es ausreichend Berichte geben über mutige Frauen in muslimischen Ländern? Die Antwort lautet wohl Nein, selbst wenn gefühlt jeder zehnte westliche, nicht aktualitätsbezogene, auslandsjournalistische Beitrag von dieser Geschichte handelt. Wenn auch in Libyen so kurz nach dem Krieg noch längst nicht alles in Ordnung sein kann, zeigt Journalist Kurt Pelda so schöne Bilder aus Tripolis, dass man sofort hinfahren möchte. Und auch die klugen und freundlichen Menschen schaffen einen wohltuenden Kontrapunkt zu den letzten Bildern, die sich aus Libyen eingebrannt haben: Der Hinrichtung von Muammar al-Gaddafi durch den Mob.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/06/solider-einstand/">Solider Einstand</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Distanzlos gegen Fangewalt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Claude]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 08:07:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[GC]]></category>
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		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
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		<category><![CDATA[Daniela Lager]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle. <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/fussball.jpg" alt="" width="120" height="116" />«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle.<br />
<span id="more-28937"></span><br />
Wenn aus randalierenden oder Feuerwerk zündenden Fans «Fussball-Chaoten» (AZ) und «Hooligan-Idioten» (Blick) werden und aus Schweizer Stadien «Kriegsschauplätze» (SF Sportpanorama), geht mit dem Fussball auch die Sachlichkeit schweren Zeiten entgegen.</p>
<p>Jüngstes Opfer einer medial-emotionalen Eskalation ist GC-Torhüter Roman Bürki, der es mit einer <a href="http://www.joiz.ch/videos/watch?bclid=1213687687001&amp;bctid=1251579065001" target="_blank">saloppen Aussage im Jugend-TV-Sender Joiz</a> am 1. November auf den schwarz-gelben Blick-Aushang geschafft hat: <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/grasshopper-club-zuerich/unglaubliche-provokation-von-gc-goalie-buerki-185809" target="_blank">«Schleglä gehört zum Fussball!»</a> Bürki hatte im Interview gesagt, Pyro in geordnetem Rahmen störe ihn nicht und zu den Schlägerein unter Fans käme es wohl, weil die sich emotional so stark mit dem Klub verbunden fühlten. Das gehöre für ihn zum Fussball, solange keine Unbeteiligten zu Schaden kommen.</p>
<p>Der 20-jährige Fussballer musste sich noch am selben Tag für seine «unglaubliche Provokation» (Blick) <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/gc-buerki-sagt-sorry-185860" target="_blank">entschuldigen</a> und nahm auf der GC-Homepage all seine Aussagen zurück – was ihm postwendend zum Vorwurf gemacht wurde: «Bürki sorgt für Kopfschütteln. Zuerst verherrlicht er Pyros und Schlägereien, nun sagt er sorry.» (<a href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/GC-Goalie-Buerki-krebst-im-Pyro-Fall-zurueck-12046568" target="_blank">20min.ch</a>). Dass der GC-Torhüter nichts verherrlicht, sondern in seiner Naivität vielmehr die Mechanismen in der Fanszene beschreibt, wird den Journalisten dann in den Kommentarspalten erklärt.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Fan-Gewalt, und dazu wird in praktisch allen Medien auch das blosse Abbrennen von Feuerwerk gezählt, kommt als neues journalistisches Gebot die Empörung hinzu: Empörung über die Vorfälle, Empörung über das Versagen der Sicherheitskonzepte, Empörung über das Zögern der Verantwortlichen, Empörung über jede Art der Relativierung. Daniela Lager <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=684cdefc-f0bb-47c4-8150-2b96a11f4ecd" target="_blank">attackierte in 10vor10 vom 3. Oktober ihren Studiogast</a>, den Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes Alex Miescher, als gehöre sie selber einem Fan-Lager an, jenem der schwer Betroffenen. An selber Stelle hatte Susanne Wille ein Jahr zuvor behauptet, Schweizer Fussballfans würden «ganze Lokomotiven zertrümmern». Womit, blieb leider unerwähnt.</p>
<p>Geschichten über Fussballfans steigen seit rund zehn Jahren im Agenda-Setting der Medien immer höher, und sie fallen dabei in aller Regel negativ aus. Die zunehmende Bewirtschaftung des Themas geht einher mit einer Sensationalisierung der Berichterstattung, für die es verschiedene Gründe gibt. Einer der wichtigsten ist die Verfügbarkeit: Wenn es auch selten zu gravierenden Vorfällen kommt, so liefern diese doch jedes Mal spektakuläres Bildmaterial, komponiert aus den Skandalfaktoren Menschenmassen, Feuerwerk, Vermummung und physische Gewalt.</p>
<p>Berichte über Ausschreitungen werden heute meist mit denselben wenigen Archivaufnahmen aus den Jahren 2006, 2008 und neu 2011 (FCZ-FCB vom 11. Mai, GC-FCZ vom 2. Oktober) illustriert. Sie reichen aus, um den Eindruck einer zunehmenden Bedrohung friedliebender Fussballfans durch Horden junger Gewalttäter aufrecht zu erhalten. Nüchterne Zahlen, die das Gegenteil beweisen und die <a href="http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/18676/" target="_blank">der Beobachter am 26. Oktober 2011 veröffentlicht hat</a>, werden nur in Fan-Foren, nicht aber in Leitartikeln diskutiert.</p>
<p>Die Bilder verbreiten Angst und Schrecken und ermöglichen Abgrenzung. Das macht die Fans zum medialen Dauerthema und verleitet nicht nur Blick oder 20 Minuten, sondern auch die auf Ausgewogenheit und Neutralität verpflichteten SRG-Programme <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4d7d5f56-5ff3-4055-a13b-40905b56f1e0" target="_blank">Sportpanorama</a>, <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=debd5427-9548-4ae3-8b99-517f290a5ac5" target="_blank">Rundschau</a> und 10vor10 zu hysterischer Rhetorik: Widerspruch ist nicht zu befürchten, Gewalt und Chaos finden alle schlimm. Fans haben keine Lobby, und so gefallen sich Journalisten in der Rolle der Botschafter gegen Pyro und Gewalt, statt ihrer Arbeit nachzugehen.</p>
<p>«Rund 50 FCZ-Hooligans, die Pyro-Fackeln zündeten», habe die Münchner Polizei beim Spiel Bayern-FCZ direkt aus dem Block heraus verhaftet, behauptete etwa 10vor10 am 3. Oktober. An der Aussage ist nichts wahr: weder waren es Hooligans, noch waren es rund 50, noch wurde auch nur einer der Zündenden erwischt.</p>
<p>Zur Zuspitzung bei gleichzeitiger Unschärfe trägt bei, dass sich die organisierten Fans aus der Kurve seit Jahren den Medien verweigern: aus Prinzip, aber auch aus Frustration über unausgewogene Berichterstattung und Boulevard-Manieren. Ob das klug ist, sei dahingestellt. Ein Freipass für Medienschaffende, jegliche professionelle Distanz zu verlieren, ist es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Distanzlos gegen Fangewalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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