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	<title>Russia Today | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 21 Apr 2022 06:13:32 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Moskau macht TV-Propaganda in Lateinamerika – mit Erfolg</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/21/moskau-macht-tv-propaganda-in-lateinamerika-mit-erfolg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2022 06:13:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Russia Today]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Fernsehsender «Russia Today» wird vom russischen Staat finanziert – mit dem Auftrag, dem westlichen Publikum die russische Sicht zu zeigen. Dem Sender wird immer wieder vorgeworfen, Desinformation zu verbreiten, zum Beispiel bei der aktuellen Ukraine-Krise.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/21/moskau-macht-tv-propaganda-in-lateinamerika-mit-erfolg/">Moskau macht TV-Propaganda in Lateinamerika – mit Erfolg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fernsehsender «Russia Today» wird vom russischen Staat finanziert – mit dem Auftrag, dem westlichen Publikum die russische Sicht zu zeigen. Dem Sender wird immer wieder vorgeworfen, Desinformation zu verbreiten, zum Beispiel bei der aktuellen Ukraine-Krise.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/21/moskau-macht-tv-propaganda-in-lateinamerika-mit-erfolg/">Moskau macht TV-Propaganda in Lateinamerika – mit Erfolg</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Geldstrafe gegen Russia Today in Grossbritannien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/26/geldstrafe-gegen-russia-today-in-grossbritannien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 09:53:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Russia Today]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>200&#8217;000 Pfund Geldstrafe soll der Fernsehsender Russia Today in Grossbritannien zahlen. Die Medienaufsicht wirft RT fehlende Objektivität vor. In der Berichterstattung habe es «schwerwiegende Verstösse» gegeben.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/26/geldstrafe-gegen-russia-today-in-grossbritannien/">Geldstrafe gegen Russia Today in Grossbritannien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>200&#8217;000 Pfund Geldstrafe soll der Fernsehsender Russia Today in Grossbritannien zahlen. Die Medienaufsicht wirft RT fehlende Objektivität vor. In der Berichterstattung habe es «schwerwiegende Verstösse» gegeben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/26/geldstrafe-gegen-russia-today-in-grossbritannien/">Geldstrafe gegen Russia Today in Grossbritannien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Stunde der Experten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/02/die-stunde-der-experten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2014 08:26:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[ITAR-TASS]]></category>
		<category><![CDATA[Russia Today]]></category>
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		<category><![CDATA[Experten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn bei einem komplexen Thema Klärung vonnöten ist, wenn es darum geht, eine als undurchsichtig und mysteriös empfundene Gegenseite zu verstehen, dann schlägt die Stunde der Experten. So auch im Ukraine-Konflikt, der von Anfang an auch ein Medienkrieg war. Medien in Ost und West befragen gerne Sachverständige, welche die jeweilige Sicht auf die Krise bestätigen. <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/02/die-stunde-der-experten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn bei einem komplexen Thema Klärung vonnöten ist, wenn es darum geht, eine als undurchsichtig und mysteriös empfundene Gegenseite zu verstehen, dann schlägt die Stunde der Experten. So auch im Ukraine-Konflikt, der von Anfang an auch ein Medienkrieg war. Medien in Ost und West befragen gerne Sachverständige, welche die jeweilige Sicht auf die Krise bestätigen. Überraschende Stimmen vernimmt man selten.<br />
<span id="more-22323"></span><br />
Vor einem Monat hat die groteske Geschichte um einen falschen deutschen Professor in den russischen Staatsmedien für Schlagzeilen gesorgt. Seit 2007 zitierte die russische Presseagentur ITAR-TASS regelmässig <a href="http://itar-tass.com/mezhdunarodnaya-panorama/1500582" target="_blank">einen gewissen Lorenz Haag</a>, angeblich «Vertreter des Föderation für Russlands Raumfahrt in Europa, den USA und Kanada» sowie «Leiter der deutschen Agentur für globale Kommunikation»  – zwei Organisationen, über die sich kaum weitere Informationen finden. <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article133783789/Lorenz-Haag-Doppelprofessor-fuer-Putins-Propaganda.html" target="_blank">Recherchen deutscher Medien zeigten</a>: Haag scheint zwar zu existieren, ein Professor ist er aber kaum. Bei ITAR-TASS hatte er dagegen einen klaren Auftrag: Er war die Stimme des russlandfreundlichen Deutschlands. So erklärte er etwa im Mai, in Deutschland würde die Position Russlands im Krim-Konflikt sehr wohl verstanden und äusserte sein Mitgefühl für die Ukrainer mit «genetisch ererbter russischer Muttersprache».</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-medien-zitieren-angebliche-deutsche-experten-a-999692.html" target="_blank">Wie der «Spiegel» in der Folge aufdeckte</a>, zitierten wichtige russische Medien im Verlauf der letzten Monate auch andere höchst zweifelhafte «Experten» aus Deutschland: etwa einen angeblichen «Berater der deutschen Regierung», der Angela Merkel des Hochverrats bezichtigt oder den ansonsten völlig unbekannten Politologen «Kert Maier». Letzterer ist vermutlich eine reine Erfindung russischer Propagandisten. Doch wenn er auch einen Extremfall darstellt – die sorgfältige Auswahl deutscher «Experten» ist ein bewährtes Mittel der staatlichen und regierungsfreundlichen russischen Medien. Für deutsche, ja allgemein für «westliche» Experten in den russischen Regierungsmedien gibt es vor allem ein Auswahlkriterium: Eine russlandfreundliche Einstellung.</p>
<p>Ein typisches Beispiel hierfür liefert ein Beitrag, der am 2. November <a href="http://www.1tv.ru/news/world/271053" target="_blank">auf dem staatlichen Fernsehsender «Pervyj Kanal»</a> lief. Die knapp zehnminütige Sequenz sollte wohl zeigen, dass die russische Position in den westlichen Medien immer grössere Unterstützung findet. In allen europäischen Ländern, so suggeriert «Pervyj Kanal», formiert sich eine pro-russische Öffentlichkeit. Zitiert wird zunächst ein Artikel des italienischen Historikers Massimo de Leonardis, der Russlands Interessen verteidigt, danach ein Beitrag in der ZDF-Fernsehsendung «Die Anstalt», welcher die Amerikahörigkeit deutscher Medien kritisiert, dann das Buch des ehemaligen FAZ-Redaktors Udo Ulfkotte, der heute sagt, deutsche Journalisten würden für antirussische Artikel vom Geheimdienst beauftragt und bezahlt.</p>
<p>Als nächstes erscheint ein weiterer Lieblingsexperte der regierungstreuen russischen Presse: der frühere CDU-Abgeordnete Willy Wimmer. Wimmer wird auf Grund seiner antiamerikanischen Haltung in Russland immer wieder zitiert. So etwa in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti, in dem er die amerikanische Regierung imperialistischer Tendenzen beschuldigt: die Amerikaner seien verantwortlich für die Präsenz von Rechtsradikalen in der Ukraine und im restlichen Europa und sogar <a href="http://sputniknews.com/interviews/20140708/190852685.html" target="_blank">für die Tötung russischer Journalisten in der Ukraine</a>.</p>
<p>Im Beitrag von «Pervyj Kanal» beklagt Wimmer, der als «einer der Doyens der deutschen Politik» vorgestellt wird, die «Verteufelung» des russischen Präsidenten. Wimmers ehemaliger Vorgesetzter Helmut Kohl, so erklärt die Stimme aus dem Off, habe seinerzeit den Kanzlerposten verloren, weil er sich der amerikanischen Jugoslawien-Politik entgegenstellte. Danach erklärt der britische «Euroskeptiker» John Laughland, die USA hätten alles getan, um amerikakritische Politiker wie Chirac, Schröder und Berlusconi (sic!) aus der europäischen Politik zu entfernen. Und zum Schluss darf der amerikanische Politologe Andrew Kuchins noch auf die Ineffizienz der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland hinweisen.</p>
<p>Die Stossrichtung solcher Beiträge ist klar: dem russischen Zuschauer soll vermittelt werden, dass Russlands aussenpolitische Konflikte lediglich das Resultat amerikanischer Intrigen sind. Hinter allen Problemen stecken die USA, während in den europäischen Ländern immer mehr aufrechte Intellektuelle und Politiker zum Schluss kommen, dass Russland auf der richtigen Seite steht. Dafür braucht «Pervyj Kanal» keine Experten zu erfinden: Man wählt seine  Korrespondenten in Westeuropa und den USA einfach aus den russlandfreundlichen Kreisen  aus, die sich in den vergangenen Monaten regelmässig zu Wort melden. Kein Wort jedoch davon, dass in beinahe allen europäischen Ländern die Regierungen die Sanktionen vorbehaltlos unterstützen, dass fast alle westlichen Osteuropa-Historiker sehr Putin-kritisch eingestellt sind, dass viele der Putin-Unterstützer politische und akademische Aussenseiter sind.</p>
<p>Aber wie sieht es mit der Selektion russischer Experten in deutschsprachigen Medien aus? Bei uns verfügen die Medien über eine erheblich grössere redaktionelle Freiheit als in Russland. Man könnte also erwarten, dass die Meinungsvielfalt unter den hier zitierten russischen Experten grösser ist als umgekehrt. Dies ist aber nur teilweise der Fall: Hierzulande werden zwar keine Expertenfiguren erfunden, aber Putins Verteidiger kommen nur selten zu Wort. Beliebt bei westlichen Medien sind insbesondere Intellektuelle und Oppositionelle. Über deren Rolle und Verankerung in Gesellschaft und Politik erfährt man nur selten etwas.</p>
<p>Mit Regelmässigkeit drucken die deutschen und Schweizer Medien Artikel von und Interviews mit oppositionellen Schriftstellern: Dazu gehören etwa <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-128743771.html" target="_blank">Ljudmila Ulizkaja</a>, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-ukraine-ist-in-uns-eingedrungen-gastbeitrag-von-wladimir-sorokin-13057234.html" target="_blank">Wladimir Sorokin</a> oder der in Zürich lebende <a href="http://bazonline.ch/kultur/buecher/Putin-ist-wie-ein-Werwolf/story/19504378" target="_blank">Michail Schischkin</a>. Dass in den westlichen Medien auch das andere, liberale und weltoffene Russland zu Wort kommt, ist richtig und wichtig – gerade weil diese mutigen Intellektuellen in den russischen Staatsmedien entweder verschwiegen oder als Volksverräter denunziert werden.</p>
<p>Aber es ist nun mal auch so, dass die liberalen Intellektuellen nur eine kleine Elite innerhalb der Bevölkerung vertreten, die sich zudem fast ausschliesslich auf Moskau, Petersburg und die Emigration beschränkt. Nationalistische Schriftsteller wie Sachar Prilepin, so befremdlich ihre Aussagen für uns liberale Westeuropäer auch klingen mögen, sind letztlich repräsentativer für die russische Gesellschaft. Wer nur Schischkin liest, erhält ein Zerrbild von der russischen Öffentlichkeit.</p>
<p>Eine zweite Gruppe russischer Experten, die in den deutschsprachigen Medien zu Wort kommen, sind Politologen, welche die Pläne des Kremls erklären sollen. Ihr derzeit wohl meistzitierter Vertreter ist Fjodor Lukjanow. Der Politologe und Chefredakteur der Zeitschrift «Russia in Global Affairs» hat sich eine führende Position erarbeitet, wenn es darum geht, Putins Willen zu interpretieren. Er tut das jeweils sachlich und mit viel Verständnis für Russlands Präsidenten, hält sich aber mit eigenen Meinungen zurück. Auch in Russland gilt Lukjanow als wichtige Stimme, die dem Kreml zwar nahesteht, sich aber dennoch eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt hat.</p>
<p>Ein weiterer russischer Politologe, der in der deutschsprachigen Presse immer wieder zu Wort kommt, ist Stanislaw Belkowskij. Anders als Lukjanow gilt Belkowskij als Liberaler; er kritisierte die Annektierung der Krim und kündigte sogar an, sich um die ukrainische Staatsbürgerschaft bewerben zu wollen. Belkowskij ist auch Verfasser eines kritischen und offenbar äusserst spekulativen <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/der-endzeitherrscher-putin-1.18271274" target="_blank">Buchs über Wladimir Putin</a>.</p>
<p>Lukjanows und Belkowskijs Analysen sind nicht uninteressant. Aber selbst wenn man noch die zwei, drei weiteren Politologen zählt, die ab und zu befragt werden, wäre es wünschenswert, in den deutschsprachigen Zeitungen ein breiteres Spektrum russischer Meinungen zu lesen. Kaum zitiert wird beispielsweise der Historiker Alexej Miller, Verfasser eines Standardwerks über die ukrainische Nationalbewegung und zweifellos einer der kompetentesten russischen Kommentatoren zum Thema – aber eben auch jemand, der die amerikanische Politik kritisch betrachtet und gewisse Sympathien für Putin hegt.</p>
<p>Wenn die Putin-freundliche Seite – so fragwürdig viele ihrer Argumente auch sind – gar nicht zu Wort kommt, dann ist dies Wasser auf die Mühlen jener, die sowieso eine antirussische Verschwörung der «Mainstream-Medien» wittern und Propaganda-Organe wie Russia Today und RT Deutsch als vermeintlich verlässlichere Informationsquelle vorziehen. Ein positives Gegenbeispiel ist hier sicherlich das lange «Spiegel»-Interview mit dem einflussreichen russischen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-128101577.html" target="_blank">Ultranationalisten Alexander Dugin</a>. Darin diskreditiert sich der bärtige Ideologe zwar gleich selber mit seinen teilweise komplett absurden Aussagen, etwa wenn er sagt, Putins Kritiker seien allesamt «psychisch krank». Doch immerhin kann niemand behaupten, Dugins Ideen würden dem deutschen Publikum verschwiegen.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich also sagen: Die Expertenauswahl der deutschsprachigen Medien ist lange nicht so einseitig und manipulativ wie jene der russischen Staatspresse, aber auch hier wäre mehr Ausgewogenheit möglich. Man wird bisweilen den Verdacht nicht los, dass es auch bei uns vor allem darum geht, sich die eigene Perspektive auf den Konflikt von einem Experten bestätigen zu lassen.Was aber auf beiden Seiten auffällt: wie selten Experten aus der Ukraine selbst zu Wort kommen. In der gesamten Behandlung des Ukraine-Konflikts wiederholen sich Denkmuster aus dem Kalten Krieg. Die Ukraine wird von vielen Journalisten als Manövriermasse zwischen den Blöcken betrachtet, der politische Wille der UkrainerInnen wird implizit als irrelevant abgetan. War dieses Denken noch in den Siebzigerjahren gegenüber Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn üblich, so wurde im Verlauf der samtenen Revolutionen die volle Unabhängigkeit der zentraleuropäischen Staaten anerkannt, was dann später auch ihren (freiwilligen) EU-Beitritt ermöglichte.</p>
<p>Es wäre wohl an der Zeit, im Ukraine-Konflikt vermehrt auf ukrainische – west- wie ostukrainische! – Schriftstellerinnen, Historiker, Politologinnen zu hören. Denn wie beispielsweise Ulrich Schmids Gespräch mit den <a href="http://www.nzz.ch/feuilleton/versoehnung-durch-amnesie-1.18396566" target="_blank">Historikern Jaroslaw Hryzak und Georgij Kasjanow</a> oder auch <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/juri-andruchowytsch-die-eu-enttaeuscht-die-ukraine-13273068.html" target="_blank">Juri Andruchowytschs Essays </a>zeigen, sind sie oft zu differenzierten Betrachtungen fähig, welche die russisch-westliche Dichotomie überwinden. Der Ukraine-Konflikt hat schliesslich als innenpolitischer Konflikt begonnen und muss, sollten die Kriegshandlungen im Donezker Becken einmal beendet werden, auch als innenpolitischer Konflikt gelöst werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/02/die-stunde-der-experten/">Die Stunde der Experten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Viel Suggestion, einseitige Faktenauswahl</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/28/viel-suggestion-einseitige-faktenauswahl/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jens Mattern]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2014 14:24:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Iwan Rodionow]]></category>
		<category><![CDATA[Jasmin Kosubek]]></category>
		<category><![CDATA[Russia Today]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der russische Staatssender bietet nun auch ein Programm in deutscher Sprache an und will damit die «Meinungsvielfalt verbessern». Mit den Fakten nimmt es RT Deutsch indessen nicht so genau, wenn sie der Putin-freundlichen Berichterstattung entgegenstehen. Die MEDIENWOCHE hat nachrecherchiert. Wie eine Graswurzelbewegung, mit einer Online-Petition, fing es scheinbar an – 30&#8217;000 Personen unterschrieben einen Brief <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/28/viel-suggestion-einseitige-faktenauswahl/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der russische Staatssender bietet nun auch ein Programm in deutscher Sprache an und will damit die «Meinungsvielfalt verbessern». Mit den Fakten nimmt es RT Deutsch indessen nicht so genau, wenn sie der Putin-freundlichen Berichterstattung entgegenstehen. Die MEDIENWOCHE hat nachrecherchiert.<br />
<span id="more-22287"></span><br />
Wie eine Graswurzelbewegung, <a href="https://www.openpetition.de/petition/online/russia-today-auf-deutsch-petition" target="_blank">mit einer Online-Petition</a>, fing es scheinbar an – 30&#8217;000 Personen unterschrieben einen Brief an Margarita Simonjan, Chefredakteurin von «Russia Today» in Moskau, den Nachrichtensender auch in deutscher Sprache zu produzieren – für die 100 Millionen Menschen in Europa, die Deutsch sprechen. «Damit würde sich die Meinungsvielfalt und Informationsfreiheit in Europa erheblich verbessern», so die im März von einem Wjatscheslaw Seewald (der eine esoterisch-prorussische Webseite verantwortet) gestartete Initiative. Am 6. November war es so weit. <a href="http://www.rtdeutsch.com/" target="_blank">RT Deutsch nahm den Sendebtrieb auf</a> und will seither «den fehlenden Teil zum Gesamtbild» zeigen. Bislang gibts den russischen Blick auf die Welt in deutscher Sprache nur im Web. Im kommenden Jahr soll eine Verbreitung via Satellit starten. Der Zeitpunkt ist gut gewählt – eine Eskalation des Ukraine-Konflikts steht im Raum und damit einhergebend eine Unzufriedenheit mit der bisherigen Berichterstattung darüber in Deutschland.</p>
<p>Russia Today wurde 2005 in Moskau als englischsprachiger Nachrichtensender in der Form eines staatlichen gemeinnützigen Vereins von RIA Novosti gegründet, um das russische Image im Ausland aufzupolieren. Die damalige RIA Novosti Direktorin Svetlana Mironjuk wollte das Bild erweitern, das der Westen von Russland gehabt habe und auf «Kommunismus, Schnee und Armut» beschränkt gewesen sei. Doch Russia Today und Russland geht es nicht allein um Russland. Bereits 2011 klagte die damalige Aussenministerin Hillary Clinton, die USA würden den «Nachrichtenkrieg» gegen RT verlieren (seit 2009 wurde ein Kürzel gebraucht, um den Russland-Fokus zurückzunehmen). Heute untersteht der Sender «Rossija Sewodnja», einem neuen staatlichen Medienunternehmen, das im Dezember 2013 gegründet wurde. Er verbrietet seine Programme auf Russisch, Englisch, Spanisch und Arabisch.</p>
<p>Als «Schmuddelkind der Kremlpropaganda» charakterisierte Iwan Rodionow, Chefredaktor von RT Deutsch, <a href="http://www.rtdeutsch.com/6059/der-fehlende-teil/der-fehlende-part-der-deutsche-uberwachungsstaat-e01/ " target="_blank">etwas angestrengt selbstironisch</a> seinen Nachrichtenkanal. Auch die Passantenbefragung, bei der sich Berlinerinnen und Berliner darüber freuen, dank «RT Deutsch» nun mehr über Russland zu erfahren, sei inszeniert wie Rodionow und die Moderatorin Jasmin Kosubek lächelnd versicherten. Kosubek, die mit ihrer haspeligen Art ein wenig an Lena Meyer-Landrut erinnert, erscheint als journalistischer Neuling, während Rodionow, Leiter der russischen TV-Nachrichtenagentur Ruptly, sich bislang in deutschen Talk-Shows als kompromissloser Verteidiger Putins hervorgetan hat.</p>
<p>Auch der Moderationsstil von Kosubek bei ihren ersten Gästen, Jochen Scholz, Oberstleutnant der Bundeswehr a.D und Rainer Rupp, DDR-Agent a.D., ist gewöhnungsbedürftig. Sie kann russische Namen nicht aussprechen, gibt mal die Naive – «ich habe ja keine Ahnung» – und bedrängt den Gast dann mit Suggestivfragen, wenn dessen Amerika-, Nato- oder Kiew-Kritik die gewünschte Schärfe vermissen lässt.</p>
<p>Wohl nicht von ungefähr laufen in der ersten «Der Fehlende Part»-Sendung zwei Beiträge über Polen, über das EU-Land, das in Brüssel den meisten Druck macht, die Sanktionen gegenüber Russland zu verschärfen. Es lohnt deshalb ein kurzer Faktencheck. In einem Kurzbericht über die Ereignisse des polnischen Unabhängigkeitstag am 11. November in Warschau behauptet RT Deutsch, die Demonstranten würden die Warschauer Innenstadt verwüsten. «Die Stadt selbst ist von normalen Menschen wie ausgestorben, es halten sich tatsächlich nur Randalierer auf der Strasse auf.» Es kam tatsächlich zu Ausschreitungen, aber auf der Ostseite der Weichsel. Das eigentliche Warschau war normal bevölkert.</p>
<p>Auch eine andere Behauptung lässt sich leicht widerlegen: «Die Politiker selbst feierten den Unabhängigkeitstag lieber in Krakau», behauptete RT Deutsch. Dies ist eine vollkommene Verdrehung der Tatsachen. In Krakau feierte zwar der Oppositionspolitiker Jaroslaw Kaczynski einen Tag zuvor die Unabhängigkeit und erinnerte dabei an seinen Bruder Lech, der nach dem Flugzeugabsturz bei Smolensk 2010 verunglückte und in Krakau bestattet ist. Aber Präsident Bronislaw Komorowski lief mit weiteren Politikern am 11. November unbeschadet durch die Warschauer Innenstadt. RT Deutsch Journalistin Kosubek suggeriert somit, die polnischen Politiker würden den Rechten ausweichen, die in Warschau demonstrierten. Zudem behauptet sie fälschlich, die Demonstranten forderten: «einen Teil der Westukraine, (dazu gehört) Lemberg und Litauen zurück ins polnische Reich zu holen.» Tatsächlich erklärte Robert Winnicki, einer der Organisatoren des nationalistischen Marschs «Es gibt kein Polen ohne die Kresy (Regionen, die heute zu Litauen, Weissrussland und der Ukraine gehören) und ein Patriotismus, der Wilna und Lwow (Lemberg) vergisst, ist unvollständig.» In der Textfassung des Beitrags liest sich das dann so: «Warschau feiert Unabhängigkeitstag mal anders: Lemberg heim ins Reich!». <a href="http://www.rtdeutsch.com/6043/international/warschau-feiert-unabhangigkeitstag-mal-anders-lemberg-heim-ins-reich/" target="_blank">Der Artikel</a> ist mit derzeit fast 6000 Aufrufen der erfolgreichste der Sparte «International».</p>
<p>In einem weiteren Kurzbeitrag heisst es, der russische Dirigent Waleri Gergijew sei auf «Anweisung der Polnischen Botschaft» von den Musikfestspielen Saar «ausgeladen» worden. Das Festival steht unter der Schirmherrschaft des ehemaligen polnischen Premiers Donald Tusk. <a href="http://www.rtdeutsch.com/5903/inland/weil-er-russe-ist-stardirigent-gergiev-ausgeladen-von-saar-festival/" target="_blank">«Weil er Russe ist»</a>, so der Titel der Textversion auf der RT Deutsch Webseite. Jacek Biegala, Pressereferent der Polnischen Botschaft in Berlin, verneint auf Anfrage von «Medienwoche», dass eine polnische Intervention stattgefunden habe. Der Geschäftsführer der Musikfestspiele Saar erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, der polnische Botschafter konnte eine solche Wahl nicht gutheissen, da sich Gergijew für Putins Politik stark macht, der Dirigent sei jedoch <a href="http://www.br.de/radio/br-klassik/sendungen/leporello/gergiev-musikfestspiele-saar-ausgeladen-100.html" target="_blank">nicht «ausgeladen» worden</a>.</p>
<p>Der Blick auf das gegenwärtige Hauptthema des Senders, der Konflikt in der Ukraine, entspricht dem des Muttersenders in Moskau: Die 4000 Menschenleben, die der Konflikt bisher in der Ostukraine gekostet habe, gehen auf das Konto der Ukrainischen Armee, die Kriegsverbrechen begeht. Die Kiewer Regierung wird in Verbindung mit Neonazis gebracht. Meldungen westlicher Agenturen über russische Truppenverschiebungen werden ins Lächerliche gezogen mit lautbildenden Comicwörtern wie «Gähn» oder «Ich sehe was, was Du nicht siehst».</p>
<p>Kann oder soll man RT Deutsch wirklich ernst nehmen?  Der Journalist Olaf Sundermeyer, der nach einigem Zögern die Einladung zu <a href="http://www.rtdeutsch.com/6320/der-fehlende-teil/der-fehlende-part-katar-is-und-deutschland-ein-interessantes-dreieck-e03/ " target="_blank">«Der fehlende Part» angenommen hatte,</a> erklärte gegenüber der MEDIENWOCHE, er empfinde den russischen Sender als «bedrohlich». Und: «Ich teile die Auffassung von Reporter ohne Grenzen, dass RT Deutsch die Pressefreiheit gefährde.» Nach seiner Erfahrung habe «RT Deutsch» mit Journalismus nichts mehr zu tun, sondern sei vielmehr «knallharte Staats-Propaganda», deren Zweck es sei, Zweifel und Irritation unter den Zuschauern zu erzeugen. Damit würden diese Leute bestärkt, die glauben, dass es bei den Medien sowieso nicht mit rechten Dingen zugehe.</p>
<p>Sicher ist – RT Deutsch bietet deutschsprachigen Verschwörungstheoretikern ein Forum. Ob diese teils plumpe Art der Suggestion, der Pauschalurteile und der Faktenverdrehung wirklich im deutschsprachigen Raum ein grösseres Publikum erreicht, ob sich die bereits Medienverdrossenen radikalisieren werden, ist heute noch nicht abzusehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/28/viel-suggestion-einseitige-faktenauswahl/">Viel Suggestion, einseitige Faktenauswahl</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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