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	<title>Spiegel | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Spiegel-Online-Chef: «Wir wollen durchaus auch Tageszeitungen angreifen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/09/07/spiegel-online-chef-harms-wir-wollen-durchaus-auch-tageszeitungen-angreifen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Sep 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spiegel Online hat sich neu gestylt und tritt seit dieser Woche mit einem deutlich luftigeren Layout auf. Im Interview mit MEEDIA erklärt SpOn-Chefredakteur Florian Harms, wieso der Rebrush kein Relaunch geworden ist, nimmt Stellung zur Kritik am Bezahlmodell Spiegel Plus und äußert sich auch zum Langzeitprojekt Spiegel Daily, dessen Umsetzung offenbar noch immer nicht beschlossene <a href="http://meedia.de/2016/09/07/wir-wollen-durchaus-auch-tageszeitungen-angreifen-florian-harms-ueber-digitale-strategien-und-den-rebrush-von-spiegel-online/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Spiegel Online hat sich neu gestylt und tritt seit dieser Woche mit einem deutlich luftigeren Layout auf. Im Interview mit MEEDIA erklärt SpOn-Chefredakteur Florian Harms, wieso der Rebrush kein Relaunch geworden ist, nimmt Stellung zur Kritik am Bezahlmodell Spiegel Plus und äußert sich auch zum Langzeitprojekt Spiegel Daily, dessen Umsetzung offenbar noch immer nicht beschlossene Sache ist.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/09/07/spiegel-online-chef-harms-wir-wollen-durchaus-auch-tageszeitungen-angreifen/">Spiegel-Online-Chef: «Wir wollen durchaus auch Tageszeitungen angreifen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie wir dem «Spiegel» auf den Leim gingen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/22/wie-wir-dem-spiegel-auf-den-leim-gingen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2015 11:56:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine «Spiegel»-Recherche aus der Sicht der Betroffenen: «Hand aufs Herz, Sie haben ganz offenbar versucht, in bester Günter-Wallraff-Manier Missstände bei uns aufzudecken. Leider haben Sie vieles missverstanden, missverstehen wollen und auch ins falsche Licht gerückt.»</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine «Spiegel»-Recherche aus der Sicht der Betroffenen: «Hand aufs Herz, Sie haben ganz offenbar versucht, in bester Günter-Wallraff-Manier Missstände bei uns aufzudecken. Leider haben Sie vieles missverstanden, missverstehen wollen und auch ins falsche Licht gerückt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/22/wie-wir-dem-spiegel-auf-den-leim-gingen/">Wie wir dem «Spiegel» auf den Leim gingen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Bitte recht freundlich! Berichterstattung über Werbekunden in Spiegel und Focus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/23/bitte-recht-freundlich-berichterstattung-ueber-werbekunden-in-spiegel-und-focus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2015 13:52:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Auflagen vieler Publikationen sinken. Den Verlust eines großen Anzeigenkunden kann sich kaum ein Medienunternehmen mehr leisten. Dadurch, dass immer weniger Geld für Werbung in Print-Produkten ausgegeben wird, ist der Kampf um jeden einzelnen Kunden härter geworden. Diese Situation könnte auch die großen Nachrichtenmagazine Spiegel und Focus dazu verleiten, dem Begehren der Werber nach positiver <a href="http://de.ejo-online.eu/13573/medienokonomie/berichterstattung-werbekunden">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Auflagen vieler Publikationen sinken. Den Verlust eines großen Anzeigenkunden kann sich kaum ein Medienunternehmen mehr leisten. Dadurch, dass immer weniger Geld für Werbung in Print-Produkten ausgegeben wird, ist der Kampf um jeden einzelnen Kunden härter geworden. Diese Situation könnte auch die großen Nachrichtenmagazine Spiegel und Focus dazu verleiten, dem Begehren der Werber nach positiver Berichterstattung über ihr Unternehmen und ihre Produkte nachzugeben. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/23/bitte-recht-freundlich-berichterstattung-ueber-werbekunden-in-spiegel-und-focus/">Bitte recht freundlich! Berichterstattung über Werbekunden in Spiegel und Focus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Stunde der Experten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/02/die-stunde-der-experten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2014 08:26:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Russia Today]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[ITAR-TASS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn bei einem komplexen Thema Klärung vonnöten ist, wenn es darum geht, eine als undurchsichtig und mysteriös empfundene Gegenseite zu verstehen, dann schlägt die Stunde der Experten. So auch im Ukraine-Konflikt, der von Anfang an auch ein Medienkrieg war. Medien in Ost und West befragen gerne Sachverständige, welche die jeweilige Sicht auf die Krise bestätigen. <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/02/die-stunde-der-experten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn bei einem komplexen Thema Klärung vonnöten ist, wenn es darum geht, eine als undurchsichtig und mysteriös empfundene Gegenseite zu verstehen, dann schlägt die Stunde der Experten. So auch im Ukraine-Konflikt, der von Anfang an auch ein Medienkrieg war. Medien in Ost und West befragen gerne Sachverständige, welche die jeweilige Sicht auf die Krise bestätigen. Überraschende Stimmen vernimmt man selten.<br />
<span id="more-22323"></span><br />
Vor einem Monat hat die groteske Geschichte um einen falschen deutschen Professor in den russischen Staatsmedien für Schlagzeilen gesorgt. Seit 2007 zitierte die russische Presseagentur ITAR-TASS regelmässig <a href="http://itar-tass.com/mezhdunarodnaya-panorama/1500582" target="_blank">einen gewissen Lorenz Haag</a>, angeblich «Vertreter des Föderation für Russlands Raumfahrt in Europa, den USA und Kanada» sowie «Leiter der deutschen Agentur für globale Kommunikation»  – zwei Organisationen, über die sich kaum weitere Informationen finden. <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article133783789/Lorenz-Haag-Doppelprofessor-fuer-Putins-Propaganda.html" target="_blank">Recherchen deutscher Medien zeigten</a>: Haag scheint zwar zu existieren, ein Professor ist er aber kaum. Bei ITAR-TASS hatte er dagegen einen klaren Auftrag: Er war die Stimme des russlandfreundlichen Deutschlands. So erklärte er etwa im Mai, in Deutschland würde die Position Russlands im Krim-Konflikt sehr wohl verstanden und äusserte sein Mitgefühl für die Ukrainer mit «genetisch ererbter russischer Muttersprache».</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-medien-zitieren-angebliche-deutsche-experten-a-999692.html" target="_blank">Wie der «Spiegel» in der Folge aufdeckte</a>, zitierten wichtige russische Medien im Verlauf der letzten Monate auch andere höchst zweifelhafte «Experten» aus Deutschland: etwa einen angeblichen «Berater der deutschen Regierung», der Angela Merkel des Hochverrats bezichtigt oder den ansonsten völlig unbekannten Politologen «Kert Maier». Letzterer ist vermutlich eine reine Erfindung russischer Propagandisten. Doch wenn er auch einen Extremfall darstellt – die sorgfältige Auswahl deutscher «Experten» ist ein bewährtes Mittel der staatlichen und regierungsfreundlichen russischen Medien. Für deutsche, ja allgemein für «westliche» Experten in den russischen Regierungsmedien gibt es vor allem ein Auswahlkriterium: Eine russlandfreundliche Einstellung.</p>
<p>Ein typisches Beispiel hierfür liefert ein Beitrag, der am 2. November <a href="http://www.1tv.ru/news/world/271053" target="_blank">auf dem staatlichen Fernsehsender «Pervyj Kanal»</a> lief. Die knapp zehnminütige Sequenz sollte wohl zeigen, dass die russische Position in den westlichen Medien immer grössere Unterstützung findet. In allen europäischen Ländern, so suggeriert «Pervyj Kanal», formiert sich eine pro-russische Öffentlichkeit. Zitiert wird zunächst ein Artikel des italienischen Historikers Massimo de Leonardis, der Russlands Interessen verteidigt, danach ein Beitrag in der ZDF-Fernsehsendung «Die Anstalt», welcher die Amerikahörigkeit deutscher Medien kritisiert, dann das Buch des ehemaligen FAZ-Redaktors Udo Ulfkotte, der heute sagt, deutsche Journalisten würden für antirussische Artikel vom Geheimdienst beauftragt und bezahlt.</p>
<p>Als nächstes erscheint ein weiterer Lieblingsexperte der regierungstreuen russischen Presse: der frühere CDU-Abgeordnete Willy Wimmer. Wimmer wird auf Grund seiner antiamerikanischen Haltung in Russland immer wieder zitiert. So etwa in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti, in dem er die amerikanische Regierung imperialistischer Tendenzen beschuldigt: die Amerikaner seien verantwortlich für die Präsenz von Rechtsradikalen in der Ukraine und im restlichen Europa und sogar <a href="http://sputniknews.com/interviews/20140708/190852685.html" target="_blank">für die Tötung russischer Journalisten in der Ukraine</a>.</p>
<p>Im Beitrag von «Pervyj Kanal» beklagt Wimmer, der als «einer der Doyens der deutschen Politik» vorgestellt wird, die «Verteufelung» des russischen Präsidenten. Wimmers ehemaliger Vorgesetzter Helmut Kohl, so erklärt die Stimme aus dem Off, habe seinerzeit den Kanzlerposten verloren, weil er sich der amerikanischen Jugoslawien-Politik entgegenstellte. Danach erklärt der britische «Euroskeptiker» John Laughland, die USA hätten alles getan, um amerikakritische Politiker wie Chirac, Schröder und Berlusconi (sic!) aus der europäischen Politik zu entfernen. Und zum Schluss darf der amerikanische Politologe Andrew Kuchins noch auf die Ineffizienz der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland hinweisen.</p>
<p>Die Stossrichtung solcher Beiträge ist klar: dem russischen Zuschauer soll vermittelt werden, dass Russlands aussenpolitische Konflikte lediglich das Resultat amerikanischer Intrigen sind. Hinter allen Problemen stecken die USA, während in den europäischen Ländern immer mehr aufrechte Intellektuelle und Politiker zum Schluss kommen, dass Russland auf der richtigen Seite steht. Dafür braucht «Pervyj Kanal» keine Experten zu erfinden: Man wählt seine  Korrespondenten in Westeuropa und den USA einfach aus den russlandfreundlichen Kreisen  aus, die sich in den vergangenen Monaten regelmässig zu Wort melden. Kein Wort jedoch davon, dass in beinahe allen europäischen Ländern die Regierungen die Sanktionen vorbehaltlos unterstützen, dass fast alle westlichen Osteuropa-Historiker sehr Putin-kritisch eingestellt sind, dass viele der Putin-Unterstützer politische und akademische Aussenseiter sind.</p>
<p>Aber wie sieht es mit der Selektion russischer Experten in deutschsprachigen Medien aus? Bei uns verfügen die Medien über eine erheblich grössere redaktionelle Freiheit als in Russland. Man könnte also erwarten, dass die Meinungsvielfalt unter den hier zitierten russischen Experten grösser ist als umgekehrt. Dies ist aber nur teilweise der Fall: Hierzulande werden zwar keine Expertenfiguren erfunden, aber Putins Verteidiger kommen nur selten zu Wort. Beliebt bei westlichen Medien sind insbesondere Intellektuelle und Oppositionelle. Über deren Rolle und Verankerung in Gesellschaft und Politik erfährt man nur selten etwas.</p>
<p>Mit Regelmässigkeit drucken die deutschen und Schweizer Medien Artikel von und Interviews mit oppositionellen Schriftstellern: Dazu gehören etwa <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-128743771.html" target="_blank">Ljudmila Ulizkaja</a>, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/die-ukraine-ist-in-uns-eingedrungen-gastbeitrag-von-wladimir-sorokin-13057234.html" target="_blank">Wladimir Sorokin</a> oder der in Zürich lebende <a href="http://bazonline.ch/kultur/buecher/Putin-ist-wie-ein-Werwolf/story/19504378" target="_blank">Michail Schischkin</a>. Dass in den westlichen Medien auch das andere, liberale und weltoffene Russland zu Wort kommt, ist richtig und wichtig – gerade weil diese mutigen Intellektuellen in den russischen Staatsmedien entweder verschwiegen oder als Volksverräter denunziert werden.</p>
<p>Aber es ist nun mal auch so, dass die liberalen Intellektuellen nur eine kleine Elite innerhalb der Bevölkerung vertreten, die sich zudem fast ausschliesslich auf Moskau, Petersburg und die Emigration beschränkt. Nationalistische Schriftsteller wie Sachar Prilepin, so befremdlich ihre Aussagen für uns liberale Westeuropäer auch klingen mögen, sind letztlich repräsentativer für die russische Gesellschaft. Wer nur Schischkin liest, erhält ein Zerrbild von der russischen Öffentlichkeit.</p>
<p>Eine zweite Gruppe russischer Experten, die in den deutschsprachigen Medien zu Wort kommen, sind Politologen, welche die Pläne des Kremls erklären sollen. Ihr derzeit wohl meistzitierter Vertreter ist Fjodor Lukjanow. Der Politologe und Chefredakteur der Zeitschrift «Russia in Global Affairs» hat sich eine führende Position erarbeitet, wenn es darum geht, Putins Willen zu interpretieren. Er tut das jeweils sachlich und mit viel Verständnis für Russlands Präsidenten, hält sich aber mit eigenen Meinungen zurück. Auch in Russland gilt Lukjanow als wichtige Stimme, die dem Kreml zwar nahesteht, sich aber dennoch eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt hat.</p>
<p>Ein weiterer russischer Politologe, der in der deutschsprachigen Presse immer wieder zu Wort kommt, ist Stanislaw Belkowskij. Anders als Lukjanow gilt Belkowskij als Liberaler; er kritisierte die Annektierung der Krim und kündigte sogar an, sich um die ukrainische Staatsbürgerschaft bewerben zu wollen. Belkowskij ist auch Verfasser eines kritischen und offenbar äusserst spekulativen <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/der-endzeitherrscher-putin-1.18271274" target="_blank">Buchs über Wladimir Putin</a>.</p>
<p>Lukjanows und Belkowskijs Analysen sind nicht uninteressant. Aber selbst wenn man noch die zwei, drei weiteren Politologen zählt, die ab und zu befragt werden, wäre es wünschenswert, in den deutschsprachigen Zeitungen ein breiteres Spektrum russischer Meinungen zu lesen. Kaum zitiert wird beispielsweise der Historiker Alexej Miller, Verfasser eines Standardwerks über die ukrainische Nationalbewegung und zweifellos einer der kompetentesten russischen Kommentatoren zum Thema – aber eben auch jemand, der die amerikanische Politik kritisch betrachtet und gewisse Sympathien für Putin hegt.</p>
<p>Wenn die Putin-freundliche Seite – so fragwürdig viele ihrer Argumente auch sind – gar nicht zu Wort kommt, dann ist dies Wasser auf die Mühlen jener, die sowieso eine antirussische Verschwörung der «Mainstream-Medien» wittern und Propaganda-Organe wie Russia Today und RT Deutsch als vermeintlich verlässlichere Informationsquelle vorziehen. Ein positives Gegenbeispiel ist hier sicherlich das lange «Spiegel»-Interview mit dem einflussreichen russischen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-128101577.html" target="_blank">Ultranationalisten Alexander Dugin</a>. Darin diskreditiert sich der bärtige Ideologe zwar gleich selber mit seinen teilweise komplett absurden Aussagen, etwa wenn er sagt, Putins Kritiker seien allesamt «psychisch krank». Doch immerhin kann niemand behaupten, Dugins Ideen würden dem deutschen Publikum verschwiegen.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich also sagen: Die Expertenauswahl der deutschsprachigen Medien ist lange nicht so einseitig und manipulativ wie jene der russischen Staatspresse, aber auch hier wäre mehr Ausgewogenheit möglich. Man wird bisweilen den Verdacht nicht los, dass es auch bei uns vor allem darum geht, sich die eigene Perspektive auf den Konflikt von einem Experten bestätigen zu lassen.Was aber auf beiden Seiten auffällt: wie selten Experten aus der Ukraine selbst zu Wort kommen. In der gesamten Behandlung des Ukraine-Konflikts wiederholen sich Denkmuster aus dem Kalten Krieg. Die Ukraine wird von vielen Journalisten als Manövriermasse zwischen den Blöcken betrachtet, der politische Wille der UkrainerInnen wird implizit als irrelevant abgetan. War dieses Denken noch in den Siebzigerjahren gegenüber Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn üblich, so wurde im Verlauf der samtenen Revolutionen die volle Unabhängigkeit der zentraleuropäischen Staaten anerkannt, was dann später auch ihren (freiwilligen) EU-Beitritt ermöglichte.</p>
<p>Es wäre wohl an der Zeit, im Ukraine-Konflikt vermehrt auf ukrainische – west- wie ostukrainische! – Schriftstellerinnen, Historiker, Politologinnen zu hören. Denn wie beispielsweise Ulrich Schmids Gespräch mit den <a href="http://www.nzz.ch/feuilleton/versoehnung-durch-amnesie-1.18396566" target="_blank">Historikern Jaroslaw Hryzak und Georgij Kasjanow</a> oder auch <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/juri-andruchowytsch-die-eu-enttaeuscht-die-ukraine-13273068.html" target="_blank">Juri Andruchowytschs Essays </a>zeigen, sind sie oft zu differenzierten Betrachtungen fähig, welche die russisch-westliche Dichotomie überwinden. Der Ukraine-Konflikt hat schliesslich als innenpolitischer Konflikt begonnen und muss, sollten die Kriegshandlungen im Donezker Becken einmal beendet werden, auch als innenpolitischer Konflikt gelöst werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/02/die-stunde-der-experten/">Die Stunde der Experten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Zeitung: Ende eines Geschäftsmodells</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/17/zeitung-ende-eines-geschaeftsmodells/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2014 13:14:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mehr Digital, weniger Print? Falsche Debatte. Journalismus der Zukunft muss zu einem grossen sozialen Netzwerk werden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="color: #464646;">Mehr Digital, weniger Print? Falsche Debatte. Journalismus der Zukunft muss zu einem grossen sozialen Netzwerk werden.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/17/zeitung-ende-eines-geschaeftsmodells/">Zeitung: Ende eines Geschäftsmodells</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Fabulierer statt Journalisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/04/fabulierer-statt-journalisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2014 10:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist der unaufhaltsame Niedergang der gedruckten Presse, der alle Veränderungen der Medienlandschaft überstrahlt. Dabei sind andere Entwicklungen ebenfalls von Bedeutung. So hat die Atomisierung der Informationsquellen gewichtige Auswirkungen auf das Angebot im Internet.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/04/fabulierer-statt-journalisten/">Fabulierer statt Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="color: #464646;">Es ist der unaufhaltsame Niedergang der gedruckten Presse, der alle Veränderungen der Medienlandschaft überstrahlt. Dabei sind andere Entwicklungen ebenfalls von Bedeutung. So hat die Atomisierung der Informationsquellen gewichtige Auswirkungen auf das Angebot im Internet.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/04/fabulierer-statt-journalisten/">Fabulierer statt Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Er könnte in die Geschichte eingehen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/04/er-koennte-in-die-geschichte-eingehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 09:51:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Büchner]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wolfgang Büchner könnte in die Geschichte eingehen als Spiegel-Chef mit der kürzesten Amtszeit. Auch wenn Büchner das gänzlich anders darstellt: Es ist sehr einsam geworden um ihn. Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Wer bringt den Stein des Abgangs ins Rollen?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/04/er-koennte-in-die-geschichte-eingehen/">Er könnte in die Geschichte eingehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfgang Büchner könnte in die Geschichte eingehen als Spiegel-Chef mit der kürzesten Amtszeit. Auch wenn Büchner das gänzlich anders darstellt: Es ist sehr einsam geworden um ihn. Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Wer bringt den Stein des Abgangs ins Rollen?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/04/er-koennte-in-die-geschichte-eingehen/">Er könnte in die Geschichte eingehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Die Startseite ist irrelevant geworden»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/24/die-startseite-ist-irrelevant-geworden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2012 07:04:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[BF Blogform Social Media GmbH]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Türkische Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Mittelstands Nachrichten]]></category>
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		<category><![CDATA[Michael Maier]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten legen einen Blitzstart hin und sind schon wenige Monaten nach Gründung bei Publikum und Werbetreibenden gleichermassen beliebt. Verantwortlich ist ein Altbekannter: Ex-Netzeitung-Chef Michael Maier. Seine BF Blogform Social Media GmbH gibt auch die Deutsch Türkischen Nachrichten heraus, die derzeit im Clinch mit dem «Spiegel» liegen. Von einem besonderen Glanz kann man <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/24/die-startseite-ist-irrelevant-geworden/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p> Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten legen einen Blitzstart hin und sind schon wenige Monaten nach Gründung bei Publikum und Werbetreibenden gleichermassen beliebt. Verantwortlich ist ein Altbekannter: Ex-Netzeitung-Chef Michael Maier. Seine BF Blogform Social Media GmbH gibt auch die Deutsch Türkischen Nachrichten heraus, die derzeit im Clinch mit dem «Spiegel» liegen.<br />
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Von einem besonderen Glanz kann man bei diesem Medium nicht sprechen: Es nennt sich <a href="http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/">«Deutsche Wirtschafts Nachrichten»</a>, gezeichnet werden die Berichte nicht namentlich, sondern von einem «DWN Redakteur». Sie tragen mitunter einschläfernde Titel wie «Eurozone: Wirtschaft wird auch im dritten Quartal schrumpfen» oder «EZB: Auch Portugal drängt zum Ankauf von Staatsanleihen». Doch die Leser scheinen das zu schätzen. Der Artikel <a href="http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/04/juristische-analyse-enttarnt-esm-vertrag-als-taeuschung-der-steuerzahler/">«Juristische Analyse enttarnt ESM-Vertrag als Täuschung der Steuerzahler»</a> vom 4. Juli zog nicht nur über 200 Kommentare nach sich, sondern auch über 2200 Facebook-Likes. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten (DWN, seit März 2012) und die Deutschen Mittelstands Nachrichten (DMN, seit April 2011) bringen es derzeit zusammen auf 1,2 Millionen Unique Visitors im Monat. Die Deutsch Türkischen Nachrichten (DTN, seit Dezember 2010) können 0,8 ausweisen. (Zum Vergleich: Tagesanzeiger.ch wies im Juli 1,65 Millionen aus, die AZ-Websites zusammen 0,416 Millionen.)</p>
<p>Diese drei Websites, allesamt auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/WordPress">WordPress</a> basierende Eigenentwicklungen, sind derzeit die Aushängeschilder der BF Blogform Social Media GmbH von Michael Maier, in den 1990er-Jahren Chefredaktor von Die Presse, Berliner Zeitung und «Stern», in den 2000er-Jahren Gründer und Chefredaktor der Netzeitung, danach Verleger der bürgerjournalistischen Plattform <a href="http://www.readers-edition.de/">Readers Edition</a>. «Wenn Sie mir vor ein paar Jahren gesagt hätten, dass ein Artikel, dessen Schlagzeile die Begriffe ‹Juristische Analyse›, ‹ESM-Vertrag› und ‹Steuerzahler› enthält, die Leser fortreisst, dann hätte ich nur gelacht», sagt der Herausgeber, über den ein ehemaliger Netzeitung-Redakteur auf Anfrage schreibt, er sei «ein klassischer, bürgerlicher Konservativer» sowie «ein professioneller, beharrlicher Verkäufer seiner Ideen». Maiers Ziel ist es, den Lesern globale Zusammenhänge in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit Auswirkungen auf Deutschland verständlich und kritisch zu erklären. «Wir versuchen, uns mit gründlich recherchierten, originären, angriffigen und gut geschriebenen Artikel zu profilieren.» Quellen zu den Recherchen werden zwar immer angegeben, doch die Angaben bleiben meist allgemein, Links zu den (teilweise durchaus vorhandenen) konkreten Storys werden kaum je im Text verlinkt. Meistens weisen die Links in den Texten auf eigene Storys hin.</p>
<p>Die BF Blogform schreibe schwarze Zahlen und sei unabhängig, versichert Maier. PR mache man aus grundsätzlichen Überlegungen keine. Geld verdient werde einerseits mit Werbung auf der Website, andererseits mit Content-Marketing, also der Bestückung von Kundenportalen mit eigenen Inhalten. Auf der Verlagswebsite wird im Bereich <a href="http://blogformgroup.com/produkte/corporate-publishing">«Corporate Publishing»</a> unterschieden zwischen «Content Marketing» und «Communication». Werbung wird verkauft mit einem eigenen Team. «Wir haben unter anderem IBM, Microsoft, BMW als Werbekunden gewinnen können, ich bin überrascht, wie gut das läuft. Im Wirtschaftsbereich besetzen wir eine Nische», sagt Maier.</p>
<p>Die Redaktion ist überschaubar, lediglich zwölf Leute stellen die Inhalte für die drei Plattformen bereit. Es handle sich dabei um junge Leute um die 30, ihre Namen sind jedoch nicht bekannt. Im Impressum erwähnt sind lediglich zwei Chefs vom Dienst, Anika Schwalbe und Rainer Brunnauer. Maier will das so, denn einerseits findet er es falsch, den Journalisten als Person ins Zentrum zu rücken (er erwähnt den frühen «Spiegel» unter Rudolf Augstein als positives Vorbild), andererseits hat er bei der Netzeitung negative Erfahrungen gemacht mit Grossverlagen, die ihm gute Leute, in die er investiert hat, mit viel Geld abgeworben haben. «Wir wollen aus einer Stimme sprechen, wir schreiben die Artikel auch gemeinsam.» Dass der hohe Output von so wenigen Leute gemeistert wird, überrascht, der befriedigenden Arbeit wird eine hohe Leistungsbereitschaft entgegengesetzt. Die Mitarbeiter seien «sehr gut motiviert» und «marktgerecht bezahlt», sagt Maier dazu. «Wir fangen um 8 Uhr in der Früh an und hören um 2 Uhr in der Nacht auf.» Leistungsdruck gab es schon bei der Netzeitung, 2004 hiess es in einem <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/netzeitung-die-zukunft-war-gestern-1173349.html">Artikel von Stefan Niggemeier</a> von einem Redakteur: «Maiers Politik ist die systematische Überforderung.»</p>
<p>Vergleicht man die DWN mit anderen Wirtschaftspublikationen, kommt man nicht umhin, einen etwas alarmistischen Ton festzustellen. Maier hält die aktuelle Schuldenkrise für gefährlich genug, um etwas alarmistisch zu sein, allerdings bemühe man sich in den Artikeln stets um ein solides Aufbereiten von Fakten. Habe man sich mal ausführlich beschäftigt mit den undemokratischen Rettungsschirm-Konstrukten, dann sei es einfach, Diskussionen mit ein, zwei ausgespielten Fakten zu beenden. Eine einfache Lösung der Schuldenkrise hat er freilich auch nicht zur Hand, an einen plötzlichen Crash glaubt er jedoch nicht: «Ich glaube nicht, dass alles in die Luft fliegt, es kommt unangenehmer: ein schleichender Prozess wird zur Verarmung von Regionen und Völkern führen.» Der seit Jahren in Berlin lebende Österreicher fühlt sich als Europäer, doch er beharrt auf Rechenschaft in politischen Dingen: «Uns ist Vielfalt wichtig, trotzdem sind wir EU-skeptisch. Wir sind gegen einen bürokratischen Zentralismus, der nicht mehr demokratisch legitimiert ist. Euroskepsis ist oft mit Ausländerfeindlichkeit gepaart, doch bei uns werden sie keine ausländerfeindlichen Tendenzen finden.»</p>
<p>Dem kontroversen Thema entsprechend branden die Kommentare auf, 2000 freigeschaltete Kommentare in einer Woche sind keine Ausnahme. Bei den DTN dikutierten die Leser so kontrovers, dass die Kommentarfunktion ausgeschaltet wurde. Alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, ist eine Herausforderung, um die sich die männlich und weiblich, deutsch und deutschtürkisch gemischte Redaktion bemüht. Diskussionen um die DTN gibt es aktuell mit der Redaktion des «Spiegel» um den Gründungsherausgeber Ercan Karakoyun, von dem im Archiv <a href="http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/autor/ercan-karakoyun/">fünf Artikel</a> zu finden sind, denn Karakoyun ist ein Anhänger der Gülen-Bewegung. Ihrem Oberhaupt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fethullah_G%C3%BClen">Fethullah Gülen</a> wird von Kritikern die Absicht vorgeworfen, die Trennung zwischen Kirche und Staat aufheben und einen islamistischen Staat errichten zu wollen. Maier schreibt <a href="http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/08/458541/neue-lage-wie-der-spiegel-aus-einem-kritiker-einen-gejagten-macht/">in einem langen Artikel</a>, dass man sich mit Karakoyun im November 2011 «freundschaftlich darauf geeinigt» habe, «dass er seine Herausgeberschaft an den DTN niederlegen solle. Denn uns war klar geworden, dass die Gülen-Bewegung – wie jede andere türkische Bewegung auch – extrem polarisiert.» Die Position des «Spiegel» ist <a href="http://meedia.de/print/michael-maier-und-der-spiegel-im-clinch/2012/08/17.html">auf Meedia.de nachzulesen</a>.</p>
<p>Die Idee der sogenannten Ethno-News hat Maier aus den USA, dort seien zum Beispiel Hispanic News schon lange ein Renner. «Wir sind die erste und einzige Plattform, die sich in deutsch mit Nachrichten für Deutschtürken profiliert.» Auf <a href="https://www.facebook.com/dtnachrichten">Facebook</a> hat die Plattform, die erst seit 2011 existiert, bereits über 6000 Fans. Michael Maier ist überzeugt, dass der Trend im Netz weiter zur verdichteten Spezialisteninformation geht, die Zeit der General-Interest-Portale dagegen sei eher vorbei. Die Leser kommen hauptsächlich über Empfehlungen, Zugriffe durch Suchmaschinen machen lediglich 5 bis 9 Prozent des Traffics aus. Dementsprechend unwichtig ist ihm die Einstiegsseite geworden: «Die Startseite ist irrelevant geworden, der einzelne Artikel ist für uns die Einstiegsseite.»</p>
<p>Wie auch immer man zu Maiers Projekten steht, sie sind eine Bereicherung der deutschen Medienlandschaft. Seine Erfolge zeigen, wo Leser darauf warten, von Journalismus bedient zu werden.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Michael Maier wurde am 14. August 2012 in Berlin geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/24/die-startseite-ist-irrelevant-geworden/">«Die Startseite ist irrelevant geworden»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wenn die Jury versagt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 07:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Essay-Preis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Jury des renommierten Henri-Nannen-Preis hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die beste Reportage nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/Henri_Nannen_Preis_Logo.jpg" alt="" width="120" height="87" /> Die Jury des renommierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Preis" target="_blank">Henri-Nannen-Preis</a> hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">beste Reportage</a> nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart des Beitrags und die Arbeitsweise des ausgezeichneten Journalisten.<br />
<span id="more-28820"></span><br />
Die Freude währte nicht lange. René Pfister durfte am letzten Freitag den renommierten Henri-Nannen-Preis entgegennehmen für sein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer</a>. Doch schon zwei Tage später stand der Spiegel-Reporter ohne die begehrte Auszeichnung da. Mit einem Mehrheitsentscheid sprach sich die Jury für eine <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Preises</a> aus. Reporter Pfister leitete sein Seehofer-Porträt mit einer detaillierten Schilderung ein, wie der Politiker mit einer Modelleisenbahn im Keller seines Ferienhauses spielt. Diese Passage sollte dem Spiegel-Journalisten zum Verhängnis werden. Denn Pfister berichtete nur vom Hörensagen und stand selbst nie an der Seite Seehofers vor dem Stellpult der Märklin H0, wie bei der Lektüre der Eindruck entstehen konnte. Pfister gab dies denn auch freimütig und unumwunden zu, als ihn bei der Preisübergabe die Moderatorin darauf ansprach. Eine aktive Täuschungs- oder gar Fälschungsabsicht kann dem Reporter also nicht unterstellt werden. Womit der Ball bei der Jury liegt.</p>
<p>Das hochdekorierte Gremium hatte es offensichtlich versäumt, die preiswürdigen Texte vorgängig auf handwerkliche Mängel abzuklopfen. Ein solcher Aufwand wäre den 14 Jurymitgliedern und der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/vorjury.php" target="_blank">22-köpfigen Vorjury</a>, allesamt erfahrene Medienmacher, zuzumuten gewesen. Nicht, dass sie jede der fast 800 eingereichten Arbeiten hätten durchleuchten müssen, aber wenigstens die <a href="http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Egon-Erwin-Kisch-Preis/Kisch_Preis_2011/HNP2011Reader.pdf">rund 30 auf der Shortlist</a>. Damit wäre der Jury die Peinlichkeit einer Preisaberkennung erspart geblieben. Es mutet geradezu bizarr an, wenn ein professionelles Preisgericht die Spielregeln nicht einhält, die es von den Kandidaten erwartet. Die Arbeit von Medienpreisjurys beschränkt sich offenbar auf eine Beurteilung der Oberfläche. Wenn die funkelt und glänzt, dann gibts einen Preis. Gerade so, als wenn bei einer Berufsolympiade die Richter nur die äussere Beschaffenheit des fertigen Werkstücks bewerten würden und nicht auch den Entstehungsprozess und das Innenleben, die verborgene Mechanik etwa. Journalismus ist auch ein Handwerk. Auszeichnungen, die das unberücksichtigt lassen und sich primär auf ein Geschmacksurteil abstützen, erweisen dem Journalismus einen Bärendienst.</p>
<p>Die Hamburger Posse ist kein Einzelfall. Erst kürzlich hielt eine Jury im Auftrag der Berner Tageszeitung «Der Bund» einen Essay für preiswürdig, der bei einer näheren Betrachtung nicht hielt, was er auf den ersten Blick zu versprechen schien. Leicht nachweisbare <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/11/abrechnung-nachgerechnet/" target="_self">Faktenfehler und offensichtliche Mängel</a> in der Argumentation gaben jedoch keinen Anlass, den Text aus der engeren Auswahl für die Auszeichnung zu entfernen. Nicht sehr souverän agierte die Jury des Zürcher Journalistenpreises, als 2007 Zweifel an der Preiswürdigkeit eines ausgezeichneten Beitrags laut wurden. Zwei Mitarbeitende der NZZ am Sonntag erhielten damals den Preis für ihre Recherchen zur Fusion der Banken Bellevue und Swissfirst. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Zeitung in einzelnen Punkten daneben lag und sich später sogar öffentlich dafür entschuldigen musste. Für die Jury war das kein Grund für eine <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=81563" target="_blank">nachträgliche Aberkennung</a> des Preises. Man müsse sich auf das verlassen können, was man zum Zeitpunkt der Verleihung wisse. Auch in diesem Fall hätte die Jury mit eigenen Recherchen den Gehalt der Artikelserie überprüfen und sie rechtzeitig aus dem Preisrennen nehmen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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